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		<title>sibylle.co.nz</title>
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			<title>September 2004</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-september-2004/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Bye-bye, San Francisco&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Das Abenteuer begann in echt am 30. September 2004. Bis dahin hatten wir drei intensive Monate voller Vorbereitungen, Pl&amp;auml;ne und Verabschiedungen verbracht...nun, als wir San Francisco verlie&amp;szlig;en begann unsere Reise wirklich. Wir hatten so viel zu tun in diesen letzten Tagen, da&amp;szlig; uns keine Zeit blieb, &amp;uuml;ber unsere Pl&amp;auml;ne nachzudenken, sie zu analysieren oder gar in Frage zu stellen, und das war auch wohl besser so. Es ist schwierig, die Achterbahn der Gef&amp;uuml;hle, die unser letzter Tag in San Francisco war, in Worte zu fassen, deshalb soll der Anfang unserer Geschichte in Bildern erz&amp;auml;hlt werden.&lt;/p&gt;  &lt;div class="caption"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0409-01.jpg" alt="Mein Leben in 8 Taschen" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Mein Leben in 8 Taschen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0409-02.jpg" alt="Erinnerung am K&amp;uuml;hlschrank" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Erinnerung am K&amp;uuml;hlschrank&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0409-03.jpg" alt="Die, nein, der weite Flur" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; &lt;strike&gt;Die&lt;/strike&gt; Der weite Flur&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0409-04.jpg" alt="B&amp;uuml;roraum zu vermieten" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; B&amp;uuml;roraum zu vermieten&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0409-05.jpg" alt="Achtung!" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Achtung!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0409-06.jpg" alt="Alles so wei&amp;szlig; hier" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Alles so wei&amp;szlig; hier&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0409-07.jpg" alt="Unser letztes Foto in San Francisco" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Unser letztes Foto in San Francisco&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0409-08.jpg" alt="So viel &amp;quot;stuff&amp;quot;!" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; So viel &amp;quot;stuff!&amp;quot;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0409-09.jpg" alt="Bye Carillon Tower!" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Bye Carillon Tower!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0409-10.jpg" alt="Zum letzten Mal: Downtown SF von der Autobahn aus" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Zum letzten Mal: Downtown SF von der Autobahn aus&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0409-11.jpg" alt="Ostw&amp;auml;rts" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Ostw&amp;auml;rts&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0409-12.jpg" alt="Auf der Bay Bridge" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Auf der Bay Bridge&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0409-13.jpg" alt="2:35 Uhr nachmittags: Wir haben San Francisco verlassen" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; 2:35 Uhr nachmittags: Wir haben San Francisco verlassen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0409-14.jpg" alt="Oakland (noch nicht Auckland)" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Oakland (noch nicht Auckland)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0409-15.jpg" alt="Spaghetti junction" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Spaghetti junction&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0409-16.jpg" alt="Ach Schweden ist das sch&amp;ouml;nste Land der Welt, dort wo am Strand%0Adie Palmen stehn" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Ach Schweden ist das sch&amp;ouml;nste Land der Welt&lt;br /&gt; dort wo am Strand die Palmen stehn&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;/div&gt; </description>
			<pubDate>Thu, 30 Sep 2004 00:00:00 +1200</pubDate>
			
			
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			<title>Oktober 2004</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-oktober-2004/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Warten&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Nach einem energiegeladenen, stressigen, aufregenden September voller letzter Vorbereitungen kam auf einmal der Oktober, und mit ihm drastische Ver&amp;auml;nderungen in Tempo und Umgebung. Vor allem aber hie&amp;szlig; es nun: Warten. Unser urspr&amp;uuml;ngliches Abreisedatum, der 3. Oktober, war hatte sich bereits zum 8. verschoben, und auch das war keineswegs endg&amp;uuml;ltig. Der Hauptgrund f&amp;uuml;r diese Verz&amp;ouml;gerungen lag an Problemen im Hafen von Long Beach (ein Teil von Los Angeles), wo es seit einiger Zeit Auseinandersetzungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gab. Die letzteren waren zwar nicht offiziell am Streiken, aber auch nicht weit davon entfernt. Wir sollten sp&amp;auml;ter direkt mitansehen k&amp;ouml;nnen, was das f&amp;uuml;r Auswirkungen hatte.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0410-01.jpg" alt="Komm, Puter!" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Komm, Puter! &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;F&amp;uuml;rs erste hatten wir bei sch&amp;ouml;nstem Herbstwetter eine Art Mini-Urlaub bei Brian's Familie in den Vorgebirgen der Sierra Nevada (&amp;ouml;stlich der Hauptstadt Sacramento), weit drau&amp;szlig;en, wo San Francisco nur einer von vielen Orten ist die man hin und wieder im Fernsehen sieht. Nachts weckten uns keine Sirenen aus dem Schlaf, und keine Gro&amp;szlig;stadtlichter verblendeten den Blick auf die Myriaden von Sternen und Galaxien am Nachthimmel. Auf dem Rasen vor dem Fenster sahen wir morgens Hasen. Jeden Nachmittag konnten wir eine Gruppe (Schwarm? Rudel?) wilder Truth&amp;auml;hne auf ihrem Spaziergang durch das W&amp;auml;ldchen gegen&amp;uuml;ber dem Teich beobachten, und die Kolibris flogen mit lautem hummel&amp;auml;hnlichen Gebrummel und einem Mordstempo zwischen ihren Futterk&amp;auml;sten auf der Terrasse hin und her. Alles war sehr friedlich und in vieler Hinsicht der ideale Ort um vor der gro&amp;szlig;en Reise zu entspannen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Aber dann war da eben auch das Warten, die Ungewi&amp;szlig;heit, wie lange es noch dauern w&amp;uuml;rde. Das Gef&amp;uuml;hl, endlich starten zu wollen mit der lang geplanten und ersehnten Reise. Wir hatten uns von unserer Stadt verabschiedet, von unseren Freunden, von unseren Jobs und Kollegen, und wir warten abreisebereit. Schlie&amp;szlig;lich erhielten wir die Nachricht da&amp;szlig; das Schiff am Samstag, den 9. Oktober ankommen sollte und m&amp;ouml;glicherweise bereits am 12. wieder auslaufen k&amp;ouml;nnte. Wir beschlossen deshalb, am Montag, den 11. Oktober, nach Los Angeles aufzubrechen.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;L.A. (und ich meine nicht Leutkirch im Allg&amp;auml;u)&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0410-02.jpg" alt="Alles unsers" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Alles unsers &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Am Montagnachmittag erreichten wir unser Hotel in San Pedro, direkt neben dem Hafen von Long Beach. Als allererstes riefen wir unser Reiseb&amp;uuml;ro an um zu sehen, ob sich etwas ver&amp;auml;ndert h&amp;auml;tte: Nein, hie&amp;szlig; es, keine &amp;Auml;nderungen, und noch besser, das Schiff sollte bereits am n&amp;auml;chsten Tag, Dienstag, 12. Oktober, wieder auslaufen. Perfekt! Nach diesem Telefonat machten wir uns sofort Richtung Hotelbar auf, um unsere bevorstehende Abreise zu feiern. Nach zwei Wochen mit entsetzlich langsamer Modemverbindung nutzten wir au&amp;szlig;erdem die schnelle Internetverbindung des Hotels um die letzten Emails und Dateien herunterzuladen. Haupts&amp;auml;chlich aber waren wir viel zu aufgeregt um klar zu denken, und sp&amp;auml;ter dann waren wir wohl auch zu angeheitert.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Am n&amp;auml;chsten Morgen brachte uns ein Fahrer des Hotels zur Absperrung am Dock. Er fuhr einen Minivan, und mit unseren 16 Taschen war das Ding fast bis zum Rand gef&amp;uuml;llt. Er bauerte dann auch etwas rum was von wegen, &amp;quot;Wie viel Gep&amp;auml;ck manche auch mitnehmen&amp;mdash;alles?&amp;quot; &amp;Auml;h, ja!&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0410-03.jpg" alt="Zur Feier des Tages" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Zur Feier des Tages &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;An der Absperrung zum Dock mu&amp;szlig;ten wir unsere P&amp;auml;sse vorzeigen, und unsere Namen wurden mit der Passagierliste der Direct Condor verglichen. Dies war im &amp;uuml;brigen die einzige Sicherheitskontrolle der wir uns unterziehen mu&amp;szlig;ten&amp;mdash;keine Metalldetektoren, keine Fragen, und, anders als beim Fliegen, durften wir unsere Schuhe anbehalten. Nachdem wir unser Gep&amp;auml;ck durch das Tor auf die andere Seite gehievt hatten, kam ein Dockarbeiter mit einem Pickup und fuhr uns hinaus an den Anlegeplatz wo die Direct Condor vor Anker lag.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Wir lagen vor Madagaskar&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0410-04.jpg" alt="Unser letztes Bild in Amerika" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Unser letztes Bild in Amerika &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Wir waren nur ein paar Stunden an Bord als wir die Neuigkeit h&amp;ouml;rten: Neuer Auslauftermin: Samstag, 16. Oktober. Und das war der fr&amp;uuml;hestm&amp;ouml;gliche. Samstag???&lt;/p&gt;  &lt;p&gt; Anscheinend hatte die Reederei dem Reiseb&amp;uuml;ro falsche Informationen gegeben. Sicher, das Schiff war offensichtlich im Hafen, aber es war noch nicht entladen und beladen worden, und da die Arbeiter quasi-beinahe am Streiken waren, sah es so aus als ob die  Arbeit nicht vor dem Wochenende beginnen w&amp;uuml;rde.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Helden der Arbeit&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Nach dem ersten Schock beschlossen wir, das beste aus der Situation zu machen. Auf dem Schiff zu bleiben hie&amp;szlig; eine bequeme, gro&amp;szlig;e Kabine, drei Mahlzeiten am Tag, die Gelegenheit, sich fr&amp;uuml;hzeitig mit dem Leben auf einem Schiff vertraut zu machen und die Abl&amp;auml;ufe in einem gro&amp;szlig;en, kommerziellen Hafen, live zu beobachten. Seit ich in San Francisco wohnte war ich fasziniert von Containerschiffen und Riesenkr&amp;auml;nen, und hier waren sie, direkt vor meinem Bullauge.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0410-05.jpg" alt="Container soweit das Auge reicht" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Container soweit das Auge reicht &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;W&amp;auml;hrend der ersten paar Tage konnten wir haupts&amp;auml;chlich das Be-und Entladen von anderen Schiffen beobachten. Unseres stand halt so rum. Anscheinend schwelten die Konflikte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Long Beach schon eine ganze Weile, und unser Kapit&amp;auml;n glaubt dass sie noch jahrelang weitergehen w&amp;uuml;rden. Es sollen neue Hafenarbeiter eingestellt werden, aber die neuen Stellen w&amp;auml;ren zeitlich begrenzt und keine regul&amp;auml;ren Vollzeitjobs, und sie w&amp;auml;ren nicht gewerkschaftlich organisiert. Verst&amp;auml;ndlicherweise pa&amp;szlig;t das den Gewerkschaften nicht, weshalb die Arbeiter mit Taktiken wie Krankfeiern und Bummelstreik kontern. Zus&amp;auml;tzliche Verz&amp;ouml;gerungen f&amp;uuml;r unser Schiff gab es dadurch, da&amp;szlig;  die Infrastruktur des Long Beach Hafens im Besitz einer einzigen, gro&amp;szlig;en Reederei ist, welche nat&amp;uuml;rlich ihre eigene Schiffe bevorzugt behandelt, w&amp;auml;hrend kleinere Reedereien &lt;em&gt;noch&lt;/em&gt; l&amp;auml;nger warten m&amp;uuml;ssen. All das ist sehr &amp;auml;rgerlich und kostet die Reedereien viel Geld. Wir haben au&amp;szlig;erdem erfahren da&amp;szlig; die Infrastruktur des Hafens nicht gerade die modernste ist, denn die Container werden immer noch per Lastwagen bef&amp;ouml;rdert, w&amp;auml;hrend modernere H&amp;auml;fen auf Schienenverkehr umgestellt haben, was pr&amp;auml;ziser und schneller ist und weniger Personal erfordert. (Anscheinend kann ein Kran in Long Beach etwa 20 Container pro Stunde be- oder entladen&amp;mdash;anderswo sind 40 typisch, und in manchen H&amp;auml;fen sogar 60-70. Unglaublich.)&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0410-06.jpg" alt="Wo sind die Arbeiter?" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Wo sind die Arbeiter? &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Die wirkliche Arbeit an unserem Schiff begann am sp&amp;auml;ten Mittwoch und ging mehr oder weniger weiter &amp;uuml;ber die folgenden Tage. Meistens weniger, so schien es, denn nur einer der zwei Kr&amp;auml;ne war im Einsatz, und obwohl wir geh&amp;ouml;rt hatten da&amp;szlig;, wenn die Arbeit einmal begonnen hat, es ein paar Tage dauert bis das Schiff wieder ablegen kann, waren sie am Freitag immer noch erst am Ausladen. Wenn denn &amp;uuml;berhaupt jemand was arbeitete. Das Auslaufdatum wurde auf Sonntag verschoben.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0410-07.jpg" alt="Endlich tut sich was" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Endlich tut sich was &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Und dann war auf einmal alles anders. Nach einer Woche h&amp;ouml;chstens sporadischer Bem&amp;uuml;hungen kam der Samstag, und pl&amp;ouml;tzlich hatten wir zwei Kr&amp;auml;ne in Aktion und eine ganze Reihe Lastwagen, um die Container abzuholen. Hatte dieser pl&amp;ouml;tzliche Ausbruch von Arbeitswut m&amp;ouml;glicherweise damit zu tun, da&amp;szlig; Wochenendarbeit besser bezahlt wird? Als alter Sozi mag ich das Gemotze &amp;uuml;ber Gewerkschaften ja eigentlich &amp;uuml;berhaupt nicht, und trotzdem...seufz. Jedenfalls war das Be- und Entladen, als es dann mal in Schwung war, faszinierend zu beobachten. (Siehe die Kurzfilme unten, die ich mit dem lahmen, aber besser-als-garnixen 35-Sekunden Videomodus meiner Digitalkamera aufgenommen habe.) Das Tempo und die Pr&amp;auml;zision mit der diese 6- und 12 Meter langen Container hin-und herbewegt wurden war unglaublich. Einmal beobachteten wir wie zwei Wohnmobile verladen wurden, wahrscheinlich von Auswanderern die ihre Besitzt&amp;uuml;mer nachschicken lie&amp;szlig;en. Die Fahrzeuge wurden zwischenzeitlich in einen Metallrahmen in der Gr&amp;ouml;&amp;szlig;e eines Doppelcontainers (12m) gestellt und dann auf das Schiff verladen wie normale Container auch.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightsidebar"&gt; &lt;strong&gt;Verladen der Container&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; 	&lt;a href="http://sibylle.co.nz/assets/movies/cont_1_lo.mov"&gt;Film 1&lt;/a&gt;&lt;br /&gt; 	&lt;a href="http://sibylle.co.nz/assets/movies/cont_2_lo.mov"&gt;Film 2&lt;/a&gt;&lt;br /&gt; 	&lt;a href="http://sibylle.co.nz/assets/movies/cont_3_lo.mov"&gt;Film 3&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; 	(&lt;a href="http://quicktime.com"&gt;Quicktime&lt;/a&gt; erforderlich) &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Dann wurde jedoch der Rahmen entfernt, und wir wunderten uns, wie sie es anstellen w&amp;uuml;rden, Container &amp;uuml;ber die Wohnmobile zu laden, die mehrere Level unter Deck gelandet waren. Die Antwort kam ein paar Minuten sp&amp;auml;ter, als zwei riesige Stahlplatten, jede so breit wie 5 Container, &amp;uuml;ber den bis dahin h&amp;ouml;chsten Level gelegt wurden. Das Beladen brachte das Schiff ganz sch&amp;ouml;n zum Schwanken&amp;mdash;jedesmal wenn ein Container in seinen Platz hinuntergelassen wurde f&amp;uuml;hlte es sich an wie ein mittelschweres Erdbeben. Aber nat&amp;uuml;rlich wu&amp;szlig;ten wir woher die Ersch&amp;uuml;tterungen kamen und deshalb war es nicht unheimlich, im Gegenteil, es bedeutete da&amp;szlig; sich endlich etwas tat und wir bald unterwegs sein w&amp;uuml;rden.&lt;/p&gt;   &lt;h3&gt;Einmal mu&amp;szlig; es vorbei sein&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0410-08.jpg" alt="Nachtschicht" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Nachtschicht &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Und dann passierte es doch. Das endg&amp;uuml;ltige Auslaufdatum war nun Montag morgen um vier Uhr, aber als wir am Sonntagabend vom Abendessen zur&amp;uuml;ckkamen waren sie immer noch am Ausladen. Wie um alles in der Welt w&amp;uuml;rden sie bei dem Tempo die Arbeit rechtzeitig beenden? Und warum kam keine neue Schicht nachdem die vorherige um 22 Uhr Feierabend hatte und nach Hause ging? Als wir ins Bett gingen nahmen wir an da&amp;szlig; wir am n&amp;auml;chsten Morgen beim Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck mal wieder von der neuesten Verz&amp;ouml;gerung h&amp;ouml;ren w&amp;uuml;rden.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Um ein Uhr morgens weckten mich laute Ger&amp;auml;usche. Das Schiff schwankte hin und her. Die Nachtschicht! Nun war ich auf einmal zu aufgeregt um zu schlafen, und so stand ich auf und beobachtete, was sich als die letzte Stunde des Ladevorgangs herausstellte. Die Arbeit ging nun auf einmal mit einem Affenzahn voran, und mir wurde klar da&amp;szlig;, wenn sie von Anfang an so effizient gewesen w&amp;auml;ren, h&amp;auml;tte die Arbeit tats&amp;auml;chlich in ein paar Tagen erledigt werden k&amp;ouml;nnen. Um zwei Uhr morgens beobachtete ich wie der allerletzte Container aufgeladen wurde. Dann wurden die Kranarme eingezogen, der Kranf&amp;uuml;hrer kletterte hinunter und machte buchst&amp;auml;blich als letzter das Licht aus.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200130-0410-10.jpg" alt="Delphine" width="200" height="130" /&gt;&lt;br /&gt; Delphine &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Obwohl die US K&amp;uuml;stenwache, die uns auf unserem Weg aus dem Hafen begleitete, nicht allzu begeistert war, lie&amp;szlig; uns der Kapit&amp;auml;n auf die Br&amp;uuml;cke, so da&amp;szlig; wir das Auslaufen von dort aus erleben konnten. Um 5:05 morgens am Montag, den 18. Oktober, verlie&amp;szlig;en wir den Hafen von Long Beach und segelten hinaus auf den Pazifik. Es war noch dunkel als wir ablegten und langsam aus den Docks hinausnavigierten, zun&amp;auml;chst r&amp;uuml;ckw&amp;auml;rts bis wir schlie&amp;szlig;lich wenden konnten. Selbst zu dieser fr&amp;uuml;hen Stunde waren mehrere gro&amp;szlig;e Schiffe dabei, in den Hafen ein- und auszulaufen, und wir mu&amp;szlig;ten warten bis wir an der Reihe waren. Als die Sonne aufging, waren wir auf dem Pazifischen Ozean, endlich unterwegs. Ein St&amp;uuml;ck weiter drau&amp;szlig;en tauchten auf einmal Delphine auf, fast wie ein Abschiedsgeleit. (Wir fanden sp&amp;auml;ter heraus da&amp;szlig; die Tiere einfach gerne in den Wellen, die das Schiff verursacht, springen und schwimmen.) 11.270 Kilometer weiter w&amp;uuml;rden wir in Melbourne in Australien sein.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Alles im Lot auf'm Boot&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0410-11.jpg" alt="Akupunktur gegen Seekrankheit" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Akupunktur gegen Seekrankheit &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Der erste Tag auf See war seltsam. Wir waren ja bereits seit fast einer Woche auf dem Schiff, und innen hatte sich nichts ver&amp;auml;ndert. Doch wenn wir nun an einem Bullauge vorbeikamen, war nur noch Wasser zu sehen anstatt Kr&amp;auml;ne und Lastwagen. Das war komisch am Anfang und gew&amp;ouml;hnungsbed&amp;uuml;rftig, genauso wie das st&amp;auml;ndig leichte Schwanken des Schiffes. Es kann schon ab und zu etwas rau werden, vor allem oben auf dem F Deck, wo unsere Kabine ist. Unten auf dem Hauptdeck ist die Bewegung genauso intensiv, aber sanfter und eher rollend, w&amp;auml;hrend man weiter oben schon mal ein bi&amp;szlig;chen unsanft herumgeschubst wird und alles immer vibriert. Weil mir schon immer schnell schlecht geworden ist kam ich pr&amp;auml;pariert mit allem von Ingwer &amp;uuml;ber Akupunkturb&amp;auml;nder zu starker Medizin. Gl&amp;uuml;cklicherweise habe ich letztere noch nicht gebraucht. Wir kamen durch ein paar kleinere St&amp;uuml;rme aber insgesamt war die See meist ziemlich ruhig. Au&amp;szlig;er einem etwas unsicheren Gef&amp;uuml;hl am allerersten Tag hatte keiner von uns beiden Schwierigkeiten, sich an das Leben auf See zu gew&amp;ouml;hnen. Vielleicht habe ich das ja meinem Akupunkturband &lt;em&gt;Queaz-Away&lt;sup&gt;TM&lt;/sup&gt;the tummy-tamer&lt;/em&gt; (soviel wie &amp;quot;Weg-Mit-Schlecht, der Magenberuhiger&amp;quot;), zu verdanken, oder vielleicht ist das auch nur ein Placebo. Was auch immer, es wirkt. Eine der seltsamsten Nebenwirkungen der Tatsache da&amp;szlig; das Schiff st&amp;auml;ndig hin- und herschwankt ist &amp;uuml;brigens wie dies sich aufs Tischtennisspielen auswirkt (wir spielen jeden Morgen nach dem Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck). Es ist nicht einfach, seine Beinbewegungen zu kontrollieren, und es f&amp;uuml;hlt sich so an als ob man angeheitert w&amp;auml;re, in der Phase wo man alles lustig findet, aber noch lange keine &amp;Uuml;belkeit versp&amp;uuml;rt.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Man spricht Deutsch, so halbwegs&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200141-0410-13.jpg" alt="Nicht mehr in Amerika: Die Flagge%0Awird eingeholt." width="200" height="141" /&gt;&lt;br /&gt; Nicht mehr in Amerika: Die Flagge wird eingeholt. &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Auf einem Schiff geht es zu wie in einer kleinen, autarken Stadt. Alle Abl&amp;auml;ufe sind genau definiert und laufen reibungslos, aber die Atmosph&amp;auml;re ist trotzdem ungezwungen und freundlich. Die einzigen Amerikaner sind die Passagiere; die Besatzung kommt aus Neuseeland, Ru&amp;szlig;land, den Phillippinen und den pazifischen Insel(-gruppen) Kiribati und Tuvalu. Das Schiff segelt unter liberianischer Flagge wie die meisten Handelsschiffe, aber die Reederei ist deutsch, was sich haupts&amp;auml;chlich in zweierlei Hinsicht niederschl&amp;auml;gt: Die Steckdosen sind nach deutschem Standard und f&amp;uuml;r 200 V, und das Essen ist traditionelle deutsche K&amp;uuml;che (mehr dazu sp&amp;auml;ter). Hier und da sieht man zweisprachige Hinweisschilder oder Anleitungen, oder bekannte Ger&amp;auml;te wie zum Beispiel Miele Waschmaschinen und Trockner. Das Schiff selbst wurde jedoch nicht in Deutschland gebaut sondern in China, weshalb die M&amp;ouml;bel, Ger&amp;auml;te, Bettw&amp;auml;sche und so ziemlich alles andere Made in China ist. Leider bedeutet das in vielen F&amp;auml;llen niedrigere Qualit&amp;auml;t. Unser Kapit&amp;auml;n zeigte uns einige Beispiele f&amp;uuml;r schlampige Verarbeitung, und ich mu&amp;szlig; zugeben da&amp;szlig; das Schiff, welches kaum 5 Jahre alt ist, eher so aussieht als ob es schon ein paar Jahrzehnte unterwegs gewesen sei. Die Globalisierung ist eben &amp;uuml;berall. (Eine sch&amp;ouml;ne Nebenwirkung der Tatsache, da&amp;szlig; das Schiff aus Deutschland kommt, ist da&amp;szlig; jemand es so eingerichtet hat, t&amp;auml;glich die Schlagzeilen des Spiegel per Email zu erhalten. Seit der Kapit&amp;auml;n wei&amp;szlig; da&amp;szlig; auch ich Deutsche bin&amp;mdash;und langj&amp;auml;hrige Spiegelleserin&amp;mdash;druckt er mir nun diese Email aus, und ich finde jeden Morgen die neuesten Schlagzeilen vor meiner Kabinent&amp;uuml;r. Cool!)&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Sauerkraut und Leberwurst&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0410-09.jpg" alt="Eulen nach Athen tragen" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Eulen nach Athen tragen &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Und solange ich beim Thema &amp;quot;deutsch&amp;quot; bin, mu&amp;szlig; ich nat&amp;uuml;rlich &amp;uuml;bers Essen reden. Alle Mahlzeiten an Bord entstammen der traditionellen deutschen K&amp;uuml;che: Rindsrouladen, Schnitzel, Schweinekotelett, Pfannkuchen, Goulasch, herzhafte Gem&amp;uuml;sesuppen, Kohlrouladen...jede Mahlzeit versetzt mich zur&amp;uuml;ck in meine Kindheit in den 70er und fr&amp;uuml;hen 80er Jahren (als ich furchtbar schleckig war und so ziemlich all diese Gerichte schrecklich fand). Alles schmeckt gut und originalgetreu, aber auch recht einfallslos und altmodisch, die Art von Essen das es bei der Gro&amp;szlig;mutter gab. Der Koch, den alle &amp;quot;Cookie&amp;quot; rufen, stammt von den Phillippinen&amp;mdash;unser Gl&amp;uuml;ck, so scheint es, denn anders als Leute von den Pazifikinseln haben Filipino-K&amp;ouml;che einen sehr guten Ruf. Der Steward kommt aus Kiribati. Auch er wei&amp;szlig; da&amp;szlig; ich Deutsche bin, und so hat er begonnen, die Gerichte, anstatt auf englisch, auf deutsch anzuk&amp;uuml;ndigen, und lustigerweise verstehe ich seinen deutschen Akzent besser als sein englisch. Er schaut uns dann immer beide erwartungsvoll an und wartet auf Best&amp;auml;tigung, und dann mu&amp;szlig; ich f&amp;uuml;r Brian wieder zur&amp;uuml;ck ins englische &amp;uuml;bersetzen. Meistens sagen wir sowieso nur, ja, bitte!, was auch immer auf dem Speiseplan steht. Das einzige Gericht das ich mir bisher erspart habe war Ochsenschwanz. Das war bestimmt auch authentisch, aber das ging f&amp;uuml;r mich, die ich noch vor einem Jahr Vegetarierin war, dann doch etwas zu weit.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Eine Seefahrt die ist lustig&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Wie schon erw&amp;auml;hnt, ist unsere Kabine&amp;mdash;eine von dreien die f&amp;uuml;r zahlende Passagiere zur Verf&amp;uuml;gung stehen, dank verringerter Besatzung und dem Wunsch nach Extraeinnahmen&amp;mdash;gro&amp;szlig; und bequem. Nicht bequem im Sinne einer Disney Cruise, nehme ich an, obwohl ich das ja eigentlich auch nicht beurteilen kann. Wir sind auf dem F Deck, direkt unterhalb der Br&amp;uuml;cke, also ziemlich hoch, etwa 30 m &amp;uuml;ber dem Meeresspiegel. Das bedeutet auch 6 Stockwerke steiler Treppen zwischen der Kabine und dem Speisesaal (zugegeben, ein willkommener Anla&amp;szlig; zur Bewegung) und gro&amp;szlig;artige Aussicht durch die drei Bullaugen Richtung Bug, Heck, und der linken Seite des Schiffes, dessen korrekter Name mir im Moment entfallen ist (Backbord?). Eine der wenigen wirklichen Anpassungsschwierigkeiten: Leben ohne Google.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Unsere Kabine hat ein separates Schlafzimmer (Einzelbetten&amp;mdash;eine der wenigen &amp;Auml;rgernisse, wenn man es denn &amp;uuml;berhaupt so nennen kann, denn das wu&amp;szlig;ten wir ja), ein Wohnzimmer mit Sofas und Tischen, und ein privates, kleines aber ausreichendes Badezimmer. Wir haben unseren eigenen kleinen K&amp;uuml;hlschrank, einen elektrischen Wasserkocher, einen Fernseher mit Videoger&amp;auml;t (nat&amp;uuml;rlich gibt es auf See keinen Empfang), eine Boombox die uns in Kombination mit dem iPod und Kassettenadapter erlaubt, unsere ganze Musiksammlung abzuspielen, und so viel Stauraum da&amp;szlig; wir es geschafft haben, fast all unser Gep&amp;auml;ck au&amp;szlig;er Sichtweite zu schaffen. Einmal t&amp;auml;glich kommt der Steward vorbei um das Bett zu machen und das Bad zu putzen, und einmal pro Woche wechselt er au&amp;szlig;erdem die Bettw&amp;auml;sche und Handt&amp;uuml;cher.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Der gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Unterschied zu einem normalen Hotel jedoch ist, da&amp;szlig; alles angebunden oder festgeklebt ist, oder auf sonstige Weise f&amp;uuml;r eine schwankende Umgebung eingerichtet. Alle T&amp;uuml;ren haben extra Metallriegel so da&amp;szlig; sie auch dann befestigt sind wenn sie offen stehen. Dinge wie die Boombox, Lampen, und sogar die entz&amp;uuml;ckende k&amp;uuml;nstliche Pflanze auf dem Kaffeetisch sind alle mit Kleber befestigt und daher unbeweglich, und die meisten Oberfl&amp;auml;chen sind mit leicht klebrigen Gummimatten bedeckt so da&amp;szlig; Gl&amp;auml;ser und Tassen nicht herumrollen. An der Wand h&amp;auml;ngen zwei Helme an Haken, und unter dem Sofa sind Schwimmwesten. Und dann ist da noch das lange Rettungsseil das vor einem Fenster h&amp;auml;ngt welches gleichzeitig als Notausgang dient, und dessen geknotete Form unheimlicherweise an eine Henkersschlinge erinnert. Ich mu&amp;szlig; zugeben da&amp;szlig; das ein bi&amp;szlig;chen gew&amp;ouml;hnungsbed&amp;uuml;rftig war.&lt;/p&gt;  &lt;div align="center"&gt;    	&lt;img class="img" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0410-17.jpg" alt="Kabine" width="200" height="150" /&gt;     &lt;img class="img" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0410-16.jpg" alt="Schlafzimmer" width="200" height="150" /&gt;     &lt;img class="img" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0410-12.jpg" alt="Keine%0AHenkersschlinge, sondern ein Rettungsseil" width="200" height="150" /&gt;     &lt;img class="img" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0410-18.jpg" alt="Wohnzimmer" width="200" height="150" /&gt;     &lt;img class="img" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0410-15.jpg" alt="Schutzhelme" width="200" height="150" /&gt;     &lt;img class="img" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0410-19.jpg" alt="Schrank%0Aund Schreibtisch" width="200" height="150" /&gt; &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Wie erwartet, wird Sicherheit auf einem Schiff gro&amp;szlig;geschrieben. Es gibt zwei Arten von Alarm, General und Evakuierung. Einmal pro Woche wird ein Feueralarm geprobt um sicherzugehen, da&amp;szlig; im Ernstfall jeder wei&amp;szlig; was zu tun ist. F&amp;uuml;r uns bedeutet es, unsere Schwimmwesten und Helme zu schnappen und uns zu unserem Sammelplatz, der Br&amp;uuml;cke, zu begeben und auf weitere Anweisungen vom Kapit&amp;auml;n zu warten. Die Mannschaft hat ihren eigenen Sammelplatz, und jeder Matrose hat eine besondere Aufgabe im Notfall, zum Beispiel bei der Feuerbek&amp;auml;mpfung, oder beim Rettungsschiff. Das Rettungsschiff wird eingesetzt wenn es n&amp;ouml;tig ist, das Schiff zu evakuieren; es kann in kurzer Zeit vom Heck ins Wasser gelassen werden. Es ist nur 6,6 m lang, aber auf wundersame Weise haben in ihm 30 Leute Platz. (Vielleicht ist &amp;quot;Platz&amp;quot; nicht so ganz der richtige Ausdruck um die Zust&amp;auml;nde im Innern des Rettungsbootes zu beschreiben&amp;mdash;andererseits ist es auch nicht viel schlimmer als in der 2. Klasse auf amerikanischen Linienfl&amp;uuml;gen, au&amp;szlig;er da&amp;szlig; man keine P&amp;auml;ckchen mit Salzbrezeln serviert bekommt.)&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Wenn der Sturmwind sein Lied singt&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0410-14.jpg" alt="Pazifik so blau" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Pazifik so blau &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Wie kann man beschreiben, wie es ist, auf dem Ozean zu sein? Ich schreibe dies mitten im Pazifik, etwa um den 12. n&amp;ouml;rdlichen Breitengrad, ein paar Tage also bevor wir den &amp;Auml;quator &amp;uuml;berqueren und noch etwas weiter entfernt von der Internationalen Datumsgrenze. Worte scheinen ungen&amp;uuml;gend f&amp;uuml;r diese Umgebung. K&amp;uuml;rzlich las ich ein Buch von einem Autor der vor nicht allzu langer Zeit von den USA nach Neuseeland gezogen war, und der sich unf&amp;auml;hig fand, seine Begeisterung und Ehrfurcht vor der Natur in seiner neuen Wahlheimat in Worte zu kleiden.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftsidebar"&gt; &lt;strong&gt;Blicke vom Schiff aus&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; 	&lt;a href="http://sibylle.co.nz/assets/movies/ship_1_lo.mov"&gt;Auf der Br&amp;uuml;cke&lt;/a&gt;&lt;br /&gt; 	&lt;a href="http://sibylle.co.nz/assets/movies/ship_2_lo.mov"&gt;Am Bug&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; 	(&lt;a href="http://quicktime.com"&gt;Quicktime&lt;/a&gt; erforderlich) &lt;/div&gt;   &lt;p&gt;Am Ende benutzte er Ausdr&amp;uuml;cke wie &amp;quot;das Wasser ist nicht nur einfach blau&amp;mdash;es ist blau-blau.&amp;quot; Das klingt komisch, aber nun da ich hier bin, geht es mir genauso. Noch nie habe ich solch blaues Wasser gesehen, solche ges&amp;auml;ttigten, intensiven Farben, als ob die gesamte Wasseroberfl&amp;auml;che ein Edelstein w&amp;auml;re. Vergessen sind sind die gr&amp;uuml;nlich-grauen Hafenkan&amp;auml;le und der versmogte Himmel von Los Angeles. Stattdessen gleiten wir hier durch eine wundersame Abstufung des Spektrums aller m&amp;ouml;glichen Blaus. W&amp;auml;hrend der ersten Woche auf See passieren wir keine Inseln, und so unterbricht nichts diese ehrfurchterweckende, 360&amp;deg; Kulisse.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0410-20.jpg" alt="Die oberen Decks" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Die oberen Decks &lt;/div&gt;   &lt;p&gt;Seit wir in den Tropen sind ist die Temperatur merklich angestiegen. Die Wassertemperatur ist schon bei 26&amp;deg;, 27&amp;deg; C und wird bis zu 30&amp;deg; ansteigen; die Lufttemperatur ist bereits bei 30&amp;deg; und wird bald 35&amp;deg; sein. Selbst &lt;em&gt;ich&lt;/em&gt; friere nicht! Meine Lieblingsentdeckung in tropischen Gew&amp;auml;ssern sind fliegende Fische. Um ehrlich zu sein wu&amp;szlig;te ich bis vor ein paar Tagen gar nicht so genau ob es fliegende Fische wirklich gibt, oder ob sie Erfindungen der Piratengeschichten waren die ich als Kind so gern mochte. Oder vielleicht, dachte ich, springen fliegende Fische eben besonders weit und haben daher ihren Namen. Falsch! Fliegenden Fische haben Fl&amp;uuml;gel! Schaue eine Zeitlang aufs Wasser, am besten auf der Seite des Schiffes, in der N&amp;auml;he des Bugs, und pl&amp;ouml;tzlich siehst du einen oder mehrere kleine Fische aus dem Wasser aufsteigen und vom Schiff wegfliegen. Die Fische fliegen in etwa 20 cm H&amp;ouml;he, ganz parallel zur Wasseroberfl&amp;auml;che, und &amp;uuml;ber lange Strecken (ich sch&amp;auml;tze 50 m und mehr), bevor sie wieder im Wasser verschwinden. Ihre Fl&amp;uuml;gel bewegen sich ganz schnell, &amp;auml;hnlich wie bei Kolibris: Sie gleiten also nicht, sondern schie&amp;szlig;en bei hoher Geschwindigkeit vorw&amp;auml;rts. Warum sie das tun wei&amp;szlig; ich auch nicht so genau, aber es ist faszinierend zu beobachten. Manchmal sieht man einen ganzen Schwarm emporsteigen wie eine Wolke, vorw&amp;auml;rts schnellen und sich in verschiedene Richtungen verteilen bevor sie alle wieder untertauchen: eine fast surreale Szene bei der man sich fragt ob man wohl gerade eine Fata Morgana gesehen hat.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Zeitliches&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0410-21.jpg" alt="Blick vom Bug" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Blick vom Bug &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Eines der Dinge die mir vor unserer Abreise ein R&amp;auml;tsel geblieben waren war die Frage nach der Uhrzeit. Wir w&amp;uuml;rden schlie&amp;szlig;lich eine ganze Reihe Zeitzonen durchqueren&amp;mdash;wie w&amp;uuml;rden wir wissen, in welcher Zeitzone wir uns jeweils bef&amp;auml;nden? Nun, zum ersten, &lt;em&gt;so&lt;/em&gt; viele Zeitumstellungen sind es nun auch wieder nicht: Vier von der kalifornischen Pacific Time zu Neuseelandzeit, und noch einmal zwei von dort nach Melbourne. Ich ignoriere bewu&amp;szlig;t die Anpassungen f&amp;uuml;r eventuelle Sommerzeit, die ja jetzt Ende Oktober wieder umgestellt wird, und das auch noch in verschiedene Richtungen, je nach dem auf welcher Erdhalbkugel man sich befindet. Zum Gl&amp;uuml;ck ist mein Computer viel besser als ich beim Berechnen dieser Details. F&amp;uuml;r die Leute auf dem Schiff, die Koordination von Mahlzeiten usw., wird angenommen da&amp;szlig; die Zeit &amp;uuml;ber Nacht umgestellt wird, &amp;auml;hnlich wie die halbj&amp;auml;hrliche Umstellung zwischen Sommer- und Winterzeit. Am Abend vor einer Zeitumstellung gibt es eine Durchsage, und eine Notiz wird ans Schwarze Brett bei den Speises&amp;auml;len geh&amp;auml;ngt so da&amp;szlig; man es wirklich nicht verpassen kann. Ich habe schon seit Jahren keine Armbanduhr und schaue normalerweise aufs Handy oder den Computer f&amp;uuml;r die Uhrzeit, und bei einem Mac ist die ganz einfach umzustellen. (A propos Mac, wen's interessiert: Zus&amp;auml;tzlich zu der Uhr des Betriebssystems habe ich ein sehr gutes OS X Sharewareprogramm namens &lt;a href="http://www.mabasoft.net/"&gt;World Clock Deluxe&lt;/a&gt; gefunden, mit dem man eine Vielzahl von Uhren einrichten kann, Zeit-und Datumsumrechnungen durchf&amp;uuml;hren kann, und noch ein paar andere nette Funktionen f&amp;uuml;r verschiedene geographische Regionen bekommt, z. B. Wettervorhersagen.)&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Taka Tuka&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0410-22.jpg" alt="Verfr&amp;uuml;hte Festtage?" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Verfr&amp;uuml;hte Festtage? &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;So um den 20. Oktober erschien eine etwas mysteri&amp;ouml;se Nachricht am Notizbord neben der Komb&amp;uuml;se: XMAS IS SUNDAY. Am 24. Oktober, zwei Monate zu fr&amp;uuml;h? Nat&amp;uuml;rlich war die Bedeutung eine andere. Nach fast einer Woche auf See w&amp;uuml;rde am Sonntag zum allerersten mal Land in Sicht sein: Die Weihnachtsinseln.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Zun&amp;auml;chst jedoch gab es am Samstagabend ein Grillfest auf dem Hauptdeck, wo man nur ein paar Meter &amp;uuml;ber der Wasseroberfl&amp;auml;che ist. Die Nacht war mild, wenn auch ein bi&amp;szlig;chen windig, und ein Containerschiff war sicherlich der exotischste Ort an dem ich je gegrillt habe. Am Nachmittag hatte es ein bi&amp;szlig;chen geregnet, aber gerade als das Fest anfing kam die Sonne wieder zum Vorschein, und so sahen wir erst einen gro&amp;szlig;en Regenbogen und sp&amp;auml;ter einen ziemlich dramatischen Sonnenuntergang, gefolgt von einer klaren Nacht voller Sterne. (Eine solche Szenerie als Filmkulisse w&amp;uuml;rde man mit &amp;quot;so ein Kitsch&amp;quot; abtun.) Direkt am Heck des Schiffes und windgesch&amp;uuml;tzt stand ein gro&amp;szlig;er Holzgrill, und es gab frische Fische und verschiedenes Fleisch, und nat&amp;uuml;rlich Bier und Wein. Eine der ungew&amp;ouml;hnlichsten Nebenwirkungen des Aufenthalts auf einem Schiff ist, da&amp;szlig; man, w&amp;auml;hrend man trinkt, die Auswirkungen des Alkohol in seinem K&amp;ouml;rper so gut wie nicht sp&amp;uuml;rt&amp;mdash;das hat wohl mit der st&amp;auml;ndigen Bewegung des Schiffes zu tun. Na ja, nat&amp;uuml;rlich f&amp;uuml;hlt man es am n&amp;auml;chsten Morgen wenn man zu viel hatte, aber w&amp;auml;hrend des Trinkens selber registriert man es nicht, und das ist ein bi&amp;szlig;chen unheimlich.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und dann war da noch etwas da&amp;szlig; mich innerlich aufschreien lie&amp;szlig;, obwohl es eigentlich nicht &amp;uuml;berraschend war: Aller Abfall mit der Ausnahme von Plastik wird einfach &amp;uuml;ber Bord ins Meer geworfen. Das ist legal (ab 25 Seemeilen (~ 46 km) Entfernung von der K&amp;uuml;ste) und jeder tuts, und selbst wenn ich meine leeren Bierflaschen in den Container mit der Aufschrift &amp;quot;Glas&amp;quot; geworfen h&amp;auml;tte, w&amp;auml;re der doch sp&amp;auml;ter genauso ins Meer entleert worden. Ich sch&amp;auml;tze da&amp;szlig; es bei Lebensmittelresten nicht viel ausmacht. Bei Glas und Aluminium&amp;mdash;wer wei&amp;szlig;? Es f&amp;uuml;hlte sich jedenfalls falsch an. Wenn man hier drau&amp;szlig;en auf dem Ozean ist, buchst&amp;auml;blich umringt von seiner Sch&amp;ouml;nheit, wird man sich seiner Gr&amp;ouml;&amp;szlig;e, aber auch seiner Verwundbarkeit mehr bewu&amp;szlig;t&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimgwide"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage300130-0410-23.jpg" alt="Ah, jetzt, ja: Eine Insel!" width="300" height="130" /&gt;&lt;br /&gt; Ah, jetzt, ja: Eine Insel! &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Am Sonntagnachmittag etwa um 15 Uhr sahen wir auf einmal eine ungew&amp;ouml;hnliche Linie am Horizont, der so lange ununterbrochen gewesen war: Die Weihnachtsinsel. Sie liegt nur 1&amp;deg; 55&amp;rsquo; n&amp;ouml;rdlich des &amp;Auml;quators und ist die weltweit gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Insel die ausschlie&amp;szlig;lich aus Korallenformationen besteht. Sie bekam ihren Namen von Kapit&amp;auml;n Cook, der sie 1777 am Heiligabend entdeckte. Geographisch geh&amp;ouml;rt sie zu den Linieninseln, politisch, ist sie eine Republik von Kiribati, wirtschaftlich besteht sie haupts&amp;auml;chlich aus Kokosplantagen. W&amp;auml;hrend des Kalten Krieges wurde die Insel von sowohl Briten als auch Amerikaners als Basis f&amp;uuml;r Atomtests benutzt. Zum Gl&amp;uuml;ck sind diese Zeiten vorbei; heute ist die Weihnachtsinsel ein Naturschutzgebiet.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Im Osten geht die Sonne auf, im Norden nimmt sie ihren Lauf&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200157-0410-24.jpg" alt="GPS Monitor, etwa drei Stunden nach%0Ader &amp;Uuml;berquerung des &amp;Auml;quators" width="200" height="157" /&gt;&lt;br /&gt; GPS Monitor, etwa drei Stunden nach der &amp;Uuml;berquerung des &amp;Auml;quators &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Wir verpa&amp;szlig;ten die &amp;Uuml;berquerung des &amp;Auml;quators aus dem einfachen Grund, da&amp;szlig; diese mitten in der Nacht stattfand (um etwa 1 Uhr 45, am 25. Oktober). Aber wir standen fr&amp;uuml;h auf, noch vor 5 Uhr, und gingen hoch zur Br&amp;uuml;cke um uns das GPS anzusehen: Noch immer waren wir weniger als einen Breitengrad vom &amp;Auml;quator entfernt: wie man links auf dem Bild sehen kann, Null Grad und 44 Minuten s&amp;uuml;dlich. 19,5 Knoten entspricht &amp;uuml;brigens 36 km/h, mehr oder weniger die Topgeschwindigkeit unseres Schiffes.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Jetzt sind wir also auf der S&amp;uuml;dhalbkugel, und f&amp;uuml;r uns beide ist es das allererste Mal. Viele Leute haben uns darauf angesprochen da&amp;szlig; das Wasser hier, verglichen zur Nordhalbkugel, in entgegengesetzter Richtung , aber wir hatten auch geh&amp;ouml;rt da&amp;szlig; dies nur ein modernes M&amp;auml;rchen sei und die Wasserdrehung einfach von der Neigung der Abflu&amp;szlig;rohre abh&amp;auml;ngt. Nun sagt der Kapit&amp;auml;n das der Unterschied echt ist (oder ist das wiederum Seemannsgarn?). Jedenfalls habe ich gerade, w&amp;auml;hrend wir noch mehr oder weniger am &amp;Auml;quator sind, das Wasser im Waschbecken beobachtet, und das sah so aus als ob es sich &amp;uuml;berhaupt nicht drehte, sondern ganz direkt nach unten in den Abflu&amp;szlig; liefe. Kann mir jemand erkl&amp;auml;ren was hier abgeht? Und wo ist das Internet wenn man es braucht?&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0410-25.jpg" alt="Sonnenaufgang &amp;uuml;ber der%0AS&amp;uuml;dsee" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Sonnenaufgang &amp;uuml;ber der S&amp;uuml;dsee &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Wir haben auch noch weitere &amp;Auml;quatorph&amp;auml;nomene feststellen k&amp;ouml;nnen, die zwar selbst f&amp;uuml;r mich So-gar-nicht-Wissenschaftler nicht mysteri&amp;ouml;s waren, aber dennoch faszinierend. Das offensichtlichste ist, da&amp;szlig; die Sonne nun im Norden steht. Um die Mittagszeit ist sie direkt &amp;uuml;ber uns im 90&amp;deg; Winkel, und w&amp;auml;hrend dieser Zeit hat man so gut wie keinen Schatten. Auch interessant sind die extrem kurzen Sonnenauf- und -unterg&amp;auml;nge: Licht und Dunkelheit wechseln sich so schnell ab da&amp;szlig; es fast ist, als ob jemand einen Lichtschalter bet&amp;auml;tigt. Und nat&amp;uuml;rlich sind Tag und Nacht am &amp;Auml;quator gleichlang, jeweils 12 Stunden. Zur Zeit ist es zwischen 18:15 Uhr und 6:15 dunkel, und w&amp;auml;hrend der anderen Tagesh&amp;auml;lfte hell. D&amp;auml;mmerung findet jeweils nur ganz kurz statt.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Unserer Zeit voraus&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200124-0410-26.jpg" alt="Diese Woche kein Mittwoch" width="200" height="124" /&gt;&lt;br /&gt; Diese Woche kein Mittwoch &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Am Dienstag, den 26. Oktober, haben wir bereits 4 Zeitzonen &amp;uuml;berquert. Heute nacht kommt noch eine Umstellung, und die ist was besonderes, oder, wie der Feuilletonist sagt, &amp;quot;soviel Zeitverschiebung war nie&amp;quot;: Wir &amp;uuml;berqueren die Internationale Datumsgrenze. Laut unserem Infobord gibt es diese Woche keinen Mittwoch; stattdessen geht es nach dem Dienstag gleich mit dem Donnerstag weiter, und zwar in Neuseeland Sommerzeit. Wenn ich jetzt nur w&amp;uuml;&amp;szlig;te wie man diese Tages&amp;uuml;berspringfunktion in ein Produkt verwandeln und an B&amp;uuml;roarbeiter vermarkten k&amp;ouml;nnte, w&amp;auml;re ich reich...&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Seit wir den &amp;Auml;quator &amp;uuml;berquert haben sind die Meeresstr&amp;ouml;mungen intensiver geworden. Zwar sieht die See recht ruhig aus, aber die 28,000 Tonnen Stahl unseres Schiffes treffen derart auf die Str&amp;ouml;mungen da&amp;szlig; das Schiff heftig hin- und herschwankt und es sich manchmal so anf&amp;uuml;hlt wie im Flugzeug bei Turbulenzen. Generell wird die See wohl etwas rauer sein bis wir am 3. November Melbourne erreichen.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Holt die Lunten!&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0410-27.jpg" alt="Feuer Wasser Rauch" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Feuer Wasser Rauch &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Unsere diesw&amp;ouml;chige Alarmprobe war die bisher interessanteste: Nach dem &amp;uuml;blichen Einfinden am Treffpunkt versammelte sich die Mannschaft auf dem Hauptdeck, um den Umgang mit verschiedenen Notfall-Feuerwerksk&amp;ouml;rpern zu &amp;uuml;ben. Getestet wurden Leuchtraketen, dichter grauer Rauch, grelle Fackeln, und Dosen die man aufrei&amp;szlig;t und aufs Meer wirft, wo sie eine dichten orangen Rauch aussto&amp;szlig;en der erstaunlich weit zu sehen ist. Nat&amp;uuml;rlich ist diese Art visueller Signale nur n&amp;uuml;tzlich wenn bereits Hilfe unterwegs ist, um den Rettungskr&amp;auml;ften den genauen Standort zu zeigen. Als unsere &amp;Uuml;bung durchgef&amp;uuml;hrt wurde waren wir so weit weg von jeglicher Zivilisation da&amp;szlig; es nicht einmal n&amp;ouml;tig war, sie als Test irgendwo anzumelden&amp;mdash;da war niemand weit und breit der unsere Signale h&amp;auml;tte sehen und als Ernstfall mi&amp;szlig;interpretieren k&amp;ouml;nnen.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Bleibt alles anders&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200130-0410-29.jpg" alt="Eine Insel mit zwei Bergen: Nairai%0A(Fiji)" width="200" height="130" /&gt;&lt;br /&gt; Eine Insel mit zwei Bergen: Nairai (Fiji) &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Vor unserer Abreise fragte uns fast jeder, dem wir von unseren Pl&amp;auml;nen erz&amp;auml;hlten, was wir denn um alles in der Welt dreieinhalb Wochen lang auf einem Schiff mitten auf dem Ozean machen w&amp;uuml;rden. W&amp;uuml;rden wir uns nicht langweilen? Das st&amp;auml;dtische Leben vermissen, Fernsehen, das Internet? Des Wassers m&amp;uuml;de werden, Tag f&amp;uuml;r Tag, immer der gleiche Ausblick? Unsere Versicherungen da&amp;szlig; wir deswegen keine Bedenken h&amp;auml;tten, wurden mit Zweifel aufgenommen. Nun, da mehr als die H&amp;auml;lfte unserer Reise schon hinter uns liegt, kann ich diese Fragen hoffentlich mit etwas mehr Glaubw&amp;uuml;rdigkeit beantworten.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Was die Langeweile anbelangt, so k&amp;ouml;nnte nichts weiter entfernt von der Wahrheit sein. Mit den verschiedenen Projekten die wir beide mitgebracht hatten, einer Menge Lesestoff, der Erkundigung des Schiffes, Fotografieren, Tischtennis spielen, und einfach zusammen sein, reden und im Urlaub sein, geht die Zeit h&amp;ouml;chstens zu schnell vor&amp;uuml;ber. (Selbst dann noch, wenn man in Betracht zieht, da&amp;szlig; bislang f&amp;uuml;nf unserer Tage auf See nicht 24, sondern 25 Stunden hatten.) In Bezug auf die Abgeschiedenheit von der Zivilisation habe ich bereits erw&amp;auml;hnt, da&amp;szlig; ich es vermisse, schnell einmal bei Google suchen  oder ein Wort im online W&amp;ouml;rterbuch nachschlagen zu k&amp;ouml;nnen. Aber damit hat sichs auch schon. Ehrlich. Auf keinen Fall vermisse ich die Nachrichten, die Pr&amp;auml;sidentenwahl, lange Listen voller Dinge die erledigt werden m&amp;uuml;ssen, Sirenen, Verkehr... Nat&amp;uuml;rlich geht es auf einem Schiff einfacher zu, aber das ist es ja gerade was diese Art zu reisen so attraktiv macht: es geht einfacher zu. &lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200135-0410-28.jpg" alt="Regen, gebogen" width="200" height="135" /&gt;&lt;br /&gt; Regen, gebogen &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Der dritte Teil der Frage betrifft den Bereich, &amp;uuml;ber den ich vor unserer Abreise am wenigsten wu&amp;szlig;te, und welcher sich als die gr&amp;ouml;&amp;szlig;te &amp;Uuml;berraschung dieser Reise herausstellte. L&amp;auml;ngere Zeit auf dem Ozean zu sein ist die abwechslungsreichste, aufregendste Erfahrung, die man sich vorstellen kann. Ich werde es nie m&amp;uuml;de, aufs Wasser und den endlos gro&amp;szlig;en Horizont hinauszusehen. Das Licht, der Himmel und die Wolken ver&amp;auml;ndern sich st&amp;auml;ndig, das gleiche gilt f&amp;uuml;r die See. In manchen N&amp;auml;chten sieht man nichts als Sterne und Galaxien in einer Dunkelheit so vollkommen wie man sie an Land eigentlich nie erlebt. In anderen N&amp;auml;chten ist die hervorstechendste Erscheinung der Vollmond, so hell da&amp;szlig; er Strahlen durch die schnell vor&amp;uuml;berziehenden Wolken scheint. Die Farbe des Wassers ver&amp;auml;ndert sich je nach Wetter, und das Meer ist manchmal so ruhig und klar wie der sprichw&amp;ouml;rtliche M&amp;uuml;hlenteich, und manchmal voll starker Str&amp;ouml;mungen die das Schiff hin- und herschwenken lassen zwischen den Schaumkronen von Millionen von Wellen. Zu manchen Zeiten sieht man zahlreiche Fische und V&amp;ouml;gel, dann wieder ist weit und breit kein Lebewesen in Sicht. Sonnenaufgang und -untergang sind jedesmal spektakul&amp;auml;r, und jedesmal anders. Hier drau&amp;szlig;en, umgeben von so viel Sch&amp;ouml;nheit, sp&amp;uuml;rt man Wunder und Ehrfurcht.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und da ist es nun, das Ende des l&amp;auml;ngsten Monats meines Lebens. Nach zwei Wochen auf See erscheint alles sehr weit weg&amp;mdash;San Francisco, Beruf, Politik, das &amp;quot;normale&amp;quot; Leben... Nat&amp;uuml;rlich sind diese Dinge ja auch tats&amp;auml;chlich weit weg, aber die Distanz die ich empfinde scheint gr&amp;ouml;&amp;szlig;er noch als die rein geografische Entfernung. Und wenn ich dann die t&amp;auml;glichen Schlagzeilen lese&amp;mdash;Irak, Wahlkampf, Stimmzettelbetrug, Naher Osten, Arbeitslosigkeit, &amp;Ouml;lpreis, Skandale, Terror, bla bla bla, jeden Tag das gleiche Ged&amp;ouml;ns, dann kommt es mir so vor als ob nicht wir hier auf dem Meer, sondern der Rest der Welt in einer Endlosschlaufe a la &amp;quot;Und T&amp;auml;glich gr&amp;uuml;&amp;szlig;t das Murmeltier&amp;quot; feststeckt.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Sun, 31 Oct 2004 00:00:00 +1300</pubDate>
			
			
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			<title>November 2004</title>
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			<description>&lt;h3&gt;Wir lieben die St&amp;uuml;rme&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0411-01.jpg" alt="Die brausenden Wogen" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt;  Die brausenden Wogen &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Am ersten November waren wir nur noch etwas mehr als eine Tagesreise von Melbourne entfernt, und wie erwartet war die See rauer geworden. Die Wasseroberfl&amp;auml;che kam recht bedrohlich daher: gro&amp;szlig;e Wellen und &amp;uuml;berall wei&amp;szlig;e Schaumkronen, und am Bug des Schiffes spr&amp;uuml;hte es so gegen die Sonne, da&amp;szlig; kleine Regenbogen entstanden. Der starke Seegang lie&amp;szlig; das Schiff ganz sch&amp;ouml;n seitw&amp;auml;rts hin-und herschwanken, aber dennoch war dieser neue Sturm ganz anders als der letzte. Wie ich Ende Oktober geschrieben hatte, sah damals die See ziemlich ruhig aus, aber es gab starke unterschwellige Meeresstr&amp;ouml;mungen. Jedesmal wenn das Schiff auf eine solche Str&amp;ouml;mung traf gab es einen harten Zusammensto&amp;szlig; wie einen Aufprall gegen eine Wand, der Schockwellen durch das Schiff sandte und es der L&amp;auml;nge nach hin- und herschaukeln lie&amp;szlig;, und uns in unserer Kabine buchst&amp;auml;blich herumstie&amp;szlig;. Diesesmal sah der Ozean um einiges dramatischer aus, aber das Schiff bewegte sich weitaus ruhiger, denn die Wellen und Schaumkronen wurden haupts&amp;auml;chlich vom Wind verursacht und waren daher oberfl&amp;auml;chlich, so da&amp;szlig; das Schiff zwar immer noch schwankte, aber nur nach den Seiten, und das ist viel angenehmer.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0411-02.jpg" alt="Der eiskalten Winde raues Gesicht" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt;  Der eiskalten Winde raues Gesicht &lt;/div&gt;   &lt;p&gt;Und wie immer ist auch das alles relativ: Unser Chief Engineer erz&amp;auml;hlte uns von einer zweiw&amp;ouml;chigen Reise auf dem Atlantik bei der es die ganze Zeit lang so st&amp;uuml;rmte, da&amp;szlig; das Schiff derma&amp;szlig;en schwankte da&amp;szlig; es sich 30&amp;deg; zur Seite neigte&amp;mdash;mindestens! Manchmal neigte es sich sogar bis zu 45&amp;deg;, zwei Wochen lang hin und her, hin und her ohne Unterbrechung, zwei Wochen in denen man nichts beidh&amp;auml;ndig machen konnte weil man sich st&amp;auml;ndig mit einer Hand irgendwo festhalten mu&amp;szlig;te um nicht zu fallen. Der Sturm durch den wir gerade durchmu&amp;szlig;ten war also wirklich nicht der Rede wert.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Am anderen Ende der Welt&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0411-03.jpg" alt="Melbourne" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt;  Melbourne &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Hier sind wir also nun, in Melbourne in Australien. Vor unserem Bullauge, wo so lange nichts als Wasser zu sehen war, ist die Zivilisation eingekehrt. K&amp;auml;hl, sagt der Schwabe.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Der dritte November fing f&amp;uuml;r uns um drei Uhr fr&amp;uuml;h an, als uns ein heftiger Sturm mit Windst&amp;auml;rke 10 (um die 60 Knoten, d.h. 110 km/h) aus den Betten r&amp;uuml;ttelte und uns bis zur Mittagszeit das Gef&amp;uuml;hl vermittelte, als ob alle paar Minuten ein schweres Erdbeben stattf&amp;auml;nde. Schlie&amp;szlig;lich lie&amp;szlig; es etwas nach, und am Nachmittag fuhren wir in die Port Phillip Bay ein, durch die schwierige schmale &amp;Ouml;ffnung mit ihren ber&amp;uuml;chtigten Str&amp;ouml;mungen, die im Volksmund &amp;quot;The Rip&amp;quot; genannt wird. Nach dem Sturm den &lt;em&gt;wir&lt;/em&gt; hinter uns hatten erschien uns dieser vermeintlich so gef&amp;auml;hrliche Seeweg etwa so furchterregend wie eine Badewanne. Die Bucht von Melbourne ist riesig, und wir brauchten fast vier Stunden vom Eingang bis zum Dock in der N&amp;auml;he der Innenstadt. Die Fahrt durch die Bucht ist jedoch ruhig und sch&amp;ouml;n, und man sieht sowohl die reichen Vororte als auch die Industriegebiete, au&amp;szlig;erdem viele V&amp;ouml;gel, Robben, und Segelboote. Kurz vor zwanzig Uhr und gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang legten wir am Dock an, und bereits eine Viertelstunde sp&amp;auml;ter fingen die Arbeiter an, Container auszuladen.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Stadt, Land, Flu&amp;szlig;&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Falls wir geglaubt hatten da&amp;szlig; der &lt;em&gt;dritte&lt;/em&gt; November schlecht angefangen habe, so kam es jedenfalls am vierten noch schlimmer, als wir kurz vor dem Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck das Wahlergebnis aus den USA erfuhren. Um erst gar nicht mit diesem leidigen Thema anzufangen, soll hier nur erw&amp;auml;hnt werden da&amp;szlig; es zumindest half, in diesem Moment weit, weit weg von Amerika zu sein.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0411-04.jpg" alt="Oh, Amerika, tu uns das nicht an..." width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt;  Oh, Amerika, tu uns das nicht an... &lt;/div&gt;   &lt;p&gt;Zum Gl&amp;uuml;ck versprach der Tag, der vor uns lag, gen&amp;uuml;gend Ablenkung: Unser Schiff sollte noch bis Freitag am Dock bleiben, was uns die Gelegenheit gab, Melbourne zu besuchen. Um vom Schiff ins Stadtzentrum zu kommen mu&amp;szlig;te uns ein Hafenbus zum Eingangstor bringen. Von dort aus konnten wir mit einem Shuttle der Seemannsmission zu deren Zentrum mitten in Melbourne gelangen. Diese Seemannsmissionen gibt es in vielen Hafenst&amp;auml;dten, und sie bieten alle m&amp;ouml;glichen Dienstleistungen an f&amp;uuml;r Seefahrer und jeden, der innerhalb des letzten Monats auf See war: neben dem Busservice zum Beispiel auch Geldwechsel, Telefon und Internet, Fernsehen und Zeitungen, lokale Informationen und auch einfach einen Ort um auszuspannen und Leute zu treffen. Sehr cool.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Melbourne selbst ist eine interessante Stadt. Sehr gro&amp;szlig;st&amp;auml;dtisch&amp;mdash;mit 3,5 Millionen hat der Gro&amp;szlig;raum fast so viele Einwohner wie ganz Neuseeland&amp;mdash;und mit einer seltsamen Mischung aus moderner und historisch orientierter Architektur. Neogotik scheint einmal besonders beliebt gewesen zu sein, aber wir sahen auch ein paar interessante Jugendstilgeb&amp;auml;ude, Einkaufsarkaden aus dem 19. Jahrhundert mit Mosaikfu&amp;szlig;boden und Marmors&amp;auml;ulen, und so manches sehr moderne Geb&amp;auml;ude. Weil alles ganz flach ist ist Melbourne nicht so malerisch wie zum Beispiel San Francisco, aber es ist vielf&amp;auml;ltig, lebendig und voller Energie, und die vielen Gr&amp;uuml;nfl&amp;auml;chen und der Yarraflu&amp;szlig; lassen selbst die Innenstadt sehr lebenswert erscheinen. Wir wanderten einfach den ganzen Tag herum und erkundeten die Stadt, ihre Cafes, L&amp;auml;den, Parks und Kneipen, und genossen das seltsame Gef&amp;uuml;hl, wieder an Land zu sein.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Obwohl das Wetter zuerst tr&amp;uuml;b und grau war und sp&amp;auml;ter sogar regelrecht scheu&amp;szlig;lich, war die Atmosph&amp;auml;re in der Stadt genauso freundlich, locker und unstressig wie alle Australier die ich jemals kennengelernt habe. Dies war &lt;em&gt;die&lt;/em&gt; gro&amp;szlig;e Woche des &amp;quot;Melbourne Spring Racing Carnival&amp;quot; (Pferderennen spielen hier eine gro&amp;szlig;e Rolle, und das ber&amp;uuml;hmte Melbourne Cup Rennen hatte am Tag zuvor stattgefunden). Zu diesem Anla&amp;szlig; sahen wir eine Menge feierlich gekleideter Leute&amp;mdash;M&amp;auml;nner in Anz&amp;uuml;gen und Frauen in Sommerf&amp;auml;hnchen und den obligatorischen neckischen H&amp;uuml;tchen, die alle vom Regen durchweicht wurden und in den Windb&amp;ouml;en herumflatterten. Aber alle waren guten Mutes, hielten ihre Kleider fest und lachten. Diese unverf&amp;auml;lschte, fr&amp;ouml;hliche Stimmung war ansteckend, und ich kann es mir einfach nicht vorstellen da&amp;szlig; einem Australien &lt;em&gt;nicht&lt;/em&gt; gefallen k&amp;ouml;nnte.&lt;/p&gt;   &lt;h3&gt;Ich See Neu Land&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0411-05.jpg" alt="Im Maschinenraum" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt;  Im Maschinenraum &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Der letzte Abschnitt unserer Reise, von Melbourne nach Tauranga, ging schnell vorbei. Aber nat&amp;uuml;rlich ist auch eine viert&amp;auml;gige Fahrt bei der man zudem die halbe Zeit Land sehen kann nicht ganz dasselbe wie eine zweiw&amp;ouml;chige Reise ohne Stops&amp;mdash;es war l&amp;auml;ngst nicht so intensiv.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Eines Abends gab uns der Chief Engineer eine F&amp;uuml;hrung durch den Maschinenraum. Ich mu&amp;szlig; ja zugeben da&amp;szlig; ich das meiste, das ich dort sah, nicht richtig einordnen konnte, und trotzdem war es total interessant, diese hei&amp;szlig;e, dr&amp;ouml;hnende, &amp;ouml;lige Umgebung voller Maschinen und roher Kraft aus der N&amp;auml;he zu sehen. Man steigt vom Hauptdeck hinunter in den Kontrollraum, und von dort aus geht es immer weiter und weiter hinunter, tief in die Eingeweide des Schiffes. Der Motor ist riesig: Er verbraucht alle 24 Minuten eine ganze Tonne Treibstoff und produziert konstant 13.000 kW. Und das ist nur der Motor f&amp;uuml;r den Schiffspropeller, denn es gibt noch einen zweiten Motor der die drei Generatoren antreibt die das Schiff mit Elektrizit&amp;auml;t usw. versorgen. Wir sahen au&amp;szlig;erdem die verschiedenen Werkst&amp;auml;tten&amp;mdash;das Schiff wird praktisch pausenlos in Stand gehalten, repariert, neu gestrichen; ein endloser Kampf gegen die immense Abnutzung auf See.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0411-06.jpg" alt="Aotearoa, das Land der langen%0Awei&amp;szlig;en Wolke" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt;  Aotearoa, das Land der langen wei&amp;szlig;en Wolke &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Als mein Blick heute morgen auf das Datum fiel mu&amp;szlig;te ich an den Tag vor 15 Jahren zur&amp;uuml;ckdenken, als ich morgens zur Arbeit kam und erfuhr, da&amp;szlig; die Berliner Mauer offen war. Heute, auf einem Schiff am anderen Ende des Globus, war der 9. November auch ein gro&amp;szlig;er Tag; weltbewegend zumindest f&amp;uuml;r uns: Seit Mittag sind wir praktisch in Neuseeland.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Um zw&amp;ouml;lf Uhr mittags gingen wir auf die Br&amp;uuml;cke, um die Maersk Auckland, ein Schwesterschiff der Direct Condor, zu beobachten, wie sie uns auf ihrem Weg nach Australien passierte. Hinter dem Schiff, im Norden, waren die Dreik&amp;ouml;nigsinseln zu sehen. Wir wollten gerade wieder nach unten gehen als wir auch noch Richtung S&amp;uuml;den blickten, und da war es dann: Neuseeland. Der erste Blick war auf Kap Reinga, der n&amp;ouml;rdlichste Punkt des subtropischen Northland, 350 km n&amp;ouml;rdlich von Auckland. Northland ist altes Maoriland und d&amp;uuml;nn besiedelt, und laut Reisef&amp;uuml;hrer gibt es dort eine Vielzahl von Sandstr&amp;auml;nden, D&amp;uuml;nen und versteckten Buchten sowie ideale Bedingungen zum Tauchen, Schnorcheln und Delphine beobachten. Seit wir die Nordspitze umrundet haben, segeln wir in s&amp;uuml;dwestlicher Richtung der K&amp;uuml;ste Neuseelands entlang, vorbei an einer atemberaubenden Kulisse von H&amp;uuml;geln, Buchten und Inseln. Wir sind (fast) angekommen!&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Die Reise endet&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0411-07.jpg" alt="Bei der Einfahrt zum Hafen von%0ATauranga" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt;  Bei der Einfahrt zum Hafen von Tauranga &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Am Morgen des 10 November gingen wir ein paar Kilometer au&amp;szlig;erhalb Taurangas vor Anker. Der Hafen hat nur drei Anlegestellen und ein anderes Schiff war uns zuvorgekommen, weshalb wir nun f&amp;uuml;r ein paar Stunden in der Bucht mit dem sch&amp;ouml;nen Namen &amp;quot;Bay of Plenty&amp;quot; (&amp;quot;Bucht des &amp;Uuml;berflusses&amp;quot;) warten mu&amp;szlig;ten. Der Eingang zum Hafen ist direkt beim Mount Maunganui, einem erloschenen Vulkan. Der Schiffskanal ist sehr eng und die Gezeiten k&amp;ouml;nnen gef&amp;auml;hrlich sein, aber der Anblick des Berges und der Sandstr&amp;auml;nde ist einfach gro&amp;szlig;artig.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Als wir dann im Hafen waren, mu&amp;szlig;ten wir durch den Zoll (die Zollbeamten kamen aufs Schiff). Neuseeland hat sehr strenge Einfuhrbestimmungen&amp;mdash;da es eben eine relativ unverdorbene Insel ist, ist man sehr darauf bedacht, keine nicht-heimischen Pflanzen oder andere Organismen ins Land einzuf&amp;uuml;hren. Die Formulare die man ausf&amp;uuml;llen mu&amp;szlig; sind daher sehr ausf&amp;uuml;hrlich, was ja auch gut so ist. Wir hatten uns bereits vor unserer Abreise &amp;uuml;ber die Zollbestimmungen informiert und deshalb eine ganze Menge Zeit damit verbracht, Schuhe, Campingausr&amp;uuml;stung und alles andere was vielleicht ein Problem werden k&amp;ouml;nnte, zu putzen. Was wir nicht bedacht hatten war das Go Spiel, dessen Spielbrett aus Holz ist (mu&amp;szlig; man angeben) und Spielsteinbeh&amp;auml;lter aus Rattan (mu&amp;szlig; man auch angeben). Also nannten wir das eben als potenziell fragw&amp;uuml;rdig, und die Quarant&amp;auml;neleute schauten es sich auch an, aber am Ende war es kein Problem. &amp;Uuml;berhaupt m&amp;uuml;ssen wir wohl vertrauenserweckend genug ausgesehen haben, denn sie wollten nicht einmal unser Gep&amp;auml;ck sehen.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0411-08.jpg" alt="Kein Container, sondern unser%0AGep&amp;auml;ck" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt;  Kein Container, sondern unser Gep&amp;auml;ck &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;A propos Gep&amp;auml;ck: Zusammen hatten wir nat&amp;uuml;rlich immer noch 16 Taschen. Wie um alles in der Welt kriegt man die von einem der oberen Decks vom Schiff? Na, mit einem Kran nat&amp;uuml;rlich! Als wir dabei waren, das Schiff zu verlassen kam jemand um neue Lebensmittelvorr&amp;auml;te f&amp;uuml;r das Schiff anzuliefern, und nachdem der Kapit&amp;auml;n so nett war zu fragen, fuhr er uns in seinem Lastwagen zu unserem Hotel. Nachdem die Vorr&amp;auml;te alle an Bord waren nahm die Mannschaft einen der leeren Verschl&amp;auml;ge und bef&amp;ouml;rderte ihn mit dem Kran zum F Deck, wo sie ihn mit unserem Gep&amp;auml;ck f&amp;uuml;llten (es passte gerade so). Dann stellte der Kranf&amp;uuml;hrer den Verschlag direkt neben der Ladevorrichtung des Lastwagens ab. Sie werden bestimmt noch jahrelang von uns reden als die verr&amp;uuml;ckten Amis mit ihren viel zu vielen Taschen...&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und das war das Ende unserer Reise mit dem Containerschiff. Ich war fast ein bi&amp;szlig;chen traurig als wir das Schiff verlie&amp;szlig;en, aber haupts&amp;auml;chlich aufgeregt und voller Vorfreude &amp;uuml;ber unsere Ankunft in Neuseeland. Nun w&amp;uuml;rde das Abenteuer also &lt;em&gt;wirklich&lt;/em&gt; beginnen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Mein &lt;a href="http://sibylle.co.nz/albums/containership1004/index.html"&gt;Containerschiff Fotoalbum&lt;/a&gt;.&amp;nbsp; &lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Erste Eindr&amp;uuml;cke&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Wo soll ich anfangen? Nach so langer Zeit auf See schlie&amp;szlig;lich am anderen Ende der Welt an Land zu gehen, und das auch noch mit dem Ziel, dieses neue Land zu unserem Zuhause zu machen, war ziemlich &amp;uuml;berw&amp;auml;ltigend, aber auch gleichzeitig seltsam normal.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Unser erster Eindruck von Neuseeland best&amp;auml;tigte etwas wor&amp;uuml;ber wir bereits viel gelesen hatten&amp;mdash;und dennoch waren wir erstaunt, da&amp;szlig; es &lt;em&gt;derma&amp;szlig;en&lt;/em&gt; zutreffend war: Alle sind unglaublich nett. Es begann mit dem Zulieferer f&amp;uuml;r das Schiff, der uns wie selbstverst&amp;auml;ndlich mitsamt unseren Siebensachen ins Hotel fuhr, und ging weiter mit dem Hotelmanager, der, als er sah wieviel Gep&amp;auml;ck wir dabei hatten, uns sofort ein gr&amp;ouml;&amp;szlig;eres Zimmer gab, nat&amp;uuml;rlich ohne Aufpreis. Jede einzelne Person mit der wir in Kontakt kamen&amp;mdash;sei es in Restaurants, L&amp;auml;den, oder zuf&amp;auml;llig auf der Stra&amp;szlig;e&amp;mdash;war freundlich und l&amp;auml;chelte und war einfach nett. Gleichzeitig ist uns auch aufgefallen da&amp;szlig; das Tempo anders ist: Alles ist etwas langsamer, ruhiger, weniger hektisch. Und das hat bereits auf uns abgef&amp;auml;rbt: Obwohl wir in den letzten paar Tagen eine Menge zu tun hatten lie&amp;szlig;en wir es langsam und eins nach dem anderen angehen, und siehe da, wir konnten trotzdem alles erledigen was wir uns vorgenommen hatten.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;a href="http://www.tauranga.co.nz/"&gt;Tauranga&lt;/a&gt; selbst ist keine sehr gro&amp;szlig;e Stadt (~ 100.000 Einwohner), aber sie befindet sich in einem Aufw&amp;auml;rtstrend und ist eine von Neuseelands Wachstumsregionen. Dies ist zum Beispiel sp&amp;uuml;rbar in den vielen coolen Bars und Restaurants in der Innenstadt, wo man eine fantastische Auswahl an Speisen aus aller Welt hat wie man sie normalerweise nur in gr&amp;ouml;&amp;szlig;eren Orten findet. Und das ist noch nicht alles: Trotz seiner relativ kleinen Gr&amp;ouml;&amp;szlig;e hat Tauranga eine gro&amp;szlig;e Anzahl von L&amp;auml;den und Dienstleistungen, und man kann sich kaum etwas vorstellen das man hier &lt;em&gt;nicht&lt;/em&gt; bekommen k&amp;ouml;nnte (in unserem Fall fanden wir ein paar japanische K&amp;uuml;chenmesser von Global und einen iPod-Radiofunksender f&amp;uuml;rs Auto). Au&amp;szlig;erdem konnten wir ohne Probleme unser neues Bankkonto einrichten und Handyservice bekommen (von Vodafone&amp;mdash;gute Qualit&amp;auml;t, aber schweineteuer, wie alles hier was mit Kommunikation zusammenh&amp;auml;ngt).&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0411-09.jpg" alt="Boat of Car, unser neues Auto" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt;  Boat of car, unser neues Auto &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;A propos teuer: Die Dinge scheinen hier entweder unglaublich kostspielig oder aber l&amp;auml;cherlich billig zu sein. Zum Beispiel kostet eine neuere Musik-CD durchschnittlich $32, eine Liter-Flasche Gin oder Wodka um die $45, und neue gebundene B&amp;uuml;cher zwischen $40 und $50 (alles in Neuseeland Dollar). Andererseits findet man kaum einen DVD Player &amp;uuml;ber $80, und Autos sind ein totales Schn&amp;auml;ppchen. Das liegt an den strengen Umweltvorschriften in Japan, die dazu f&amp;uuml;hren da&amp;szlig; die Leute dort ihre Autos schon nach ein paar Jahren durch neue ersetzen. Die Gebrauchtwagen werden dann nach Neuseeland verschifft, wo sie frei von Einfuhrz&amp;ouml;llen ins Land gebracht werden k&amp;ouml;nnen (warum das so ist wei&amp;szlig; ich auch nicht). Jedenfalls hat Neuseeland den Ruf als eines der besten (d.h., billigsten) L&amp;auml;nder der Erde um ein Auto zu kaufen, und weil wir sowieso l&amp;auml;ngerfristig eins wollten und au&amp;szlig;erdem irgendwie mit unserem Zeug nach Wellington gelangen mu&amp;szlig;ten, beschlossen wir, gleich hier in Tauranga eins zu kaufen. Wir landeten bei einem 1995er Mitsubishi RVR (steht f&amp;uuml;r &amp;quot;recreational vehicle runner&amp;quot; oder so &amp;auml;hnlich), eine Art Mischung aus Caravan und kleinem SUV, mit einem riesigen Kofferraum und einer Schiebet&amp;uuml;r f&amp;uuml;r die R&amp;uuml;cksitze. Wir tauften es &amp;quot;Boat of Car&amp;quot; (&amp;quot;Boot des Auto&amp;quot;) in Anlehnung an unsere Containerschiffreise und ein altes Lied von They Might Be Giants. Ich mu&amp;szlig; zugeben da&amp;szlig; mich das Linksfahren immer noch ganz sch&amp;ouml;n verwirrt. Das Auto selbst ist einfach zu fahren und bereitet keine Probleme, aber verdammt, jedesmal wenn ich blinken will setze ich stattdessen den Scheibenwischer in Bewegung (alles ist seitenverkehrt). Zum Gl&amp;uuml;ck ist Brian ein sehr guter Beifahrer und sagt mir wo ich lang mu&amp;szlig;, und irgendwann werde ich mich schon auch an diese verkehrte Welt gew&amp;ouml;hnen. Was jedenfalls &lt;em&gt;keine&lt;/em&gt; Hilfe sein wird ist die Bedienungsanleitung, denn die ist von A-Z in japanisch, auch wenn sie sch&amp;ouml;ne Bildchen von gl&amp;uuml;cklichen Autos mit Lachmund und schematische Zeichnungen von solch elementaren Autoteilen wie dem Gaspedal beinhaltet.&lt;/p&gt;  &lt;div align="center"&gt;    	&lt;img class="img" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage221200-0411-10.jpg" alt="Auto%0Aim Gl&amp;uuml;ck" width="221" height="200" /&gt;     &lt;img class="img" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage288200-0411-11.jpg" alt="La la%0Ala" width="288" height="200" /&gt;     &lt;img class="img" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage281200-0411-12.jpg" alt="Um Auto%0Azu bewegen, bitte Gaspedal benutzen" width="281" height="200" /&gt; &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Alles in allen waren wir echt erstaunt wie einfach es hier war, mobil zu werden. Weil ich immer noch Mitglied im AAA (amerikanischer ADAC) bin wurde ich gleich die entsprechende neuseel&amp;auml;ndische Organisation (AA) aufgenommen. Daf&amp;uuml;r mu&amp;szlig;te ich lediglich meine amerikanische Mitgliedskarte vorzeigen, und weil die beiden Organisation gegenseitige Leistungen anbieten, sind f&amp;uuml;r mich die ersten sechs Monate sogar umsonst. Wir bekamen einige hilfreiche Karten und Hinweise f&amp;uuml;r die beste Route nach Wellington, und wir konnten dort au&amp;szlig;erdem gleich unser Auto versichern lassen. Wiederum war alles unb&amp;uuml;rokratisch und schnell, und die Versicherung kostete uns weniger als ein F&amp;uuml;nftel f&amp;uuml;r die gleichen Leistungen die ich in San Francisco hatte, und das nach langj&amp;auml;hriger Mitgliedschaft und mit einem Rabatt f&amp;uuml;r sicheres Fahren.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Heute sind wir also auf dem Weg nach Wellington, ein Fahrt von 550 km durch einen Gro&amp;szlig;teil der Nordinsel. Wir haben bereits eine Ahnung von der Sch&amp;ouml;nheit dieses Landes erhalten als wir entlang seiner K&amp;uuml;ste segelten, und von den farbenfrohen Papageien und ungew&amp;ouml;hnlichen B&amp;auml;umen im Park hier in Tauranga, aber trotzdem k&amp;ouml;nnen wir es kaum erwarten, wirklich rauszufahren und mehr von Neuseelands Natursch&amp;ouml;nheiten zu sehen. Es gibt in diesem Land keine gef&amp;auml;hrlichen Tiere, keine B&amp;auml;ren, keine Schlangen, keine Skorpione (wir haben mit Freude unsere Camping-B&amp;auml;renkanister in San Francisco verkauft); noch ein Grund weshalb Neuseeland solch ein Wanderparadies ist. Das allerwichtigste&amp;mdash;und das gilt immer, sogar wenn man nur in der Stadt unterwegs ist&amp;mdash;ist sich immer vorher mit Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor einzucremen. Ich habe bereits festgestellt da&amp;szlig; die Strahlen hier viel intensiver sind, und man bekommt leicht einen Sonnenbrand wenn man nicht aufpa&amp;szlig;t. Obwohl es die meiste Zeit die wir hier in Tauranga waren bew&amp;ouml;lkt war, bin ich nur von unseren Besorgungen die Stra&amp;szlig;e rauf und runter bereits brauner geworden als jemals in San Francisco.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Brian und ich haben diesen wiederkehrenden Witz: Immer wenn wir etwas sch&amp;ouml;nes in der Natur sehen, wie zum Beispiel Wellen auf dem Ozean, oder die Fraktale von Wolken, oder eine Wiese durch die eine sanfte Brise bl&amp;auml;st, sagen wir, &amp;quot;Wow, was f&amp;uuml;r eine gelungene Digitalisierung. Sieh Dir diese Farbabstufungen an, und wie sie es geschafft haben, die Oberfl&amp;auml;che zu realistisch aussehen zu lassen. Wie in Photoshop!&amp;quot; Gestern abend, als wir bei ein paar Drinks in einer Bar sa&amp;szlig;en, kam uns ein &amp;auml;hnlicher Vergleich in den Sinn: Was wir hier machen, wie wir uns ein neues Leben so ziemlich von Anfang an einrichten, mit all diesen M&amp;ouml;glichkeiten und verschiedenen Wegen, ist eigentlich genau wie bei den &amp;quot;Sims&amp;quot;. Unser Leben, ein Spiel, echt.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Windiges Wellington&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0411-15.jpg" alt="Am Ufer von Wellingtons Bucht" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt;  Am Ufer von Wellingtons Bucht &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Neuseeland's Hauptstadt ist nicht ohne Grund als &amp;quot;Windiges Wellington&amp;quot; bekannt. Aus der heutigen Wettervorhersage: &amp;quot;Schauer mit zeitweilig heftigem Regenfall, n&amp;ouml;rdliche Winde die im Verlauf des Tages st&amp;auml;rker werden, mit B&amp;ouml;en um die 110 km/h.&amp;quot; Ja, manchmal haben sogar Meteorologen recht. Aber wie die Pfadfinder sagen, es gibt kein schlechtes Wetter, nur unangemessene Kleidung... (Sp&amp;auml;ter erfuhren wir &amp;uuml;brigens da&amp;szlig; der heutige Sturm h&amp;ouml;chstens mittelstark war, und da&amp;szlig; es &lt;em&gt;richtig&lt;/em&gt; windig erst dann ist, wenn sich die Leute festhalten m&amp;uuml;ssen um nicht umgeweht zu werden. Erinnert irgendwie ans Schiff.)&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Aber erst einmal ein paar Schritte zur&amp;uuml;ck. Unsere Fahrt von Tauranga nach Wellington dauerte etwa 8 Stunden, ganz wie erwartet. Das mag lang erscheinen f&amp;uuml;r 550 km, aber man mu&amp;szlig; bedenken was es f&amp;uuml;r Stra&amp;szlig;en sind. Es gibt hier keine Autobahnen, und selbst die Hauptverbindungsstrecken sind zweispurig au&amp;szlig;er in der N&amp;auml;he gr&amp;ouml;&amp;szlig;erer St&amp;auml;dte. Ansonsten gehen sie direkt durch Ortschaften mit Ampeln oder den auch hier geliebten Verkehrskreiseln. Ab und zu gibt es f&amp;uuml;r ein paar Kilometer eine &amp;Uuml;berholspur (jeweils nur in eine Richtung), und die Stra&amp;szlig;en sind in ziemlich gutem Zustand, was hilft. Das Tempolimit ist 100 km/h, und obwohl die meisten Einheimischen (auch &amp;quot;Kiwis&amp;quot; genannt) etwas schneller fahren, ist doch Autofahren generell viel weniger stressig als in Kalifornien, von Deutschland ganz zu schweigen. Nach dieser langen Fahrt habe ich mich glaub ich ganz gut ans Linksfahren gew&amp;ouml;hnt&amp;mdash;solange andere Autos im Blickfeld sind geht man sowieso einfach mit dem Verkehrsflu&amp;szlig;. Nur wenn man eine Weile lang unterwegs ist ohne ein anderes Auto zu sehen kommt es einem immer noch irgendwie falsch vor, links zu fahren, und ab und zu kommt dann ein panischer Gedanke, &amp;quot;Sch.., bin ich noch in der richtigen Fahrbahn?&amp;quot;&lt;/p&gt;    &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0411-13.jpg" alt="Brezelmania" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt;  Brezelmania &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Das erste auf das wir in Wellington trafen war eine deutsche B&amp;auml;ckerei. Wie die jammernden New Yorker die sich immer beschweren da&amp;szlig; man in San Francisco keine richtigen Bagels finden kann, war ich f&amp;uuml;r die letzten 8 Jahre ein jammernder Schwabe auf der Suche nach einer richtigen, originalgetreuen Brezel&amp;mdash;ohne Erfolg. Hier traten wir nur aus dem Hotel um nach der langen Fahrt etwas Luft zu schnappen, und da war es dann auch schon, Brezelmania. Grad wie damals bei der Berta. Yippie!&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Am Montagmorgen machten wir uns daran, die n&amp;auml;chste gro&amp;szlig;e Aufgabe auf unserer Liste zu erledigen: Wir mu&amp;szlig;ten eine Wohnung finden. Bevor wir hierherkamen hatten wir uns bereits im Internet kundig gemacht, au&amp;szlig;erdem hatten wir uns von unserem Hotel in Tauranga aus mit einem Makler in Verbindung gesetzt (anders als in Amerika vermitteln Makler hier auch Miet- und nicht nur Eigentumswohnungen). Der zeigte uns drei verschiedene Wohnungen, und bei einer der dreien wu&amp;szlig;ten wir sofort, die ist es! Nur wenige Stunden sp&amp;auml;ter erfuhren wir bereits da&amp;szlig; wir sie bekommen w&amp;uuml;rden, und da&amp;szlig; wir am n&amp;auml;chsten Tag einziehen konnten. &amp;Auml;hnlich wie unsere vorherige Wohnung auf dem Cathedral Hill in San Francisco ist auch diese mitten im Stadtzentrum, nur wenige Minuten entfernt von so ziemlich allem. Das Geb&amp;auml;ude beherbergt eine Mischung von Wohnungen und B&amp;uuml;ros. Wir sind im 6. Stockwerk, und die Wohnung hat Fenster entlang von allen Au&amp;szlig;enw&amp;auml;nden&amp;mdash;nach Osten, Norden und S&amp;uuml;den&amp;mdash;was hei&amp;szlig;t das es sch&amp;ouml;n hell ist und den ganzen Tag Sonne hat. Wir k&amp;ouml;nnen das Stadtzentrum sehen und die gr&amp;uuml;nen H&amp;uuml;gel die es umrunden, und sogar ein bi&amp;szlig;chen von der Bucht. Echt sch&amp;ouml;n.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0411-16.jpg" alt="Unsere neue Wohnung, noch ziemlich%0Aleer" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt;  Unsere neue Wohnung, noch ziemlich leer &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Weil wir fast alle unsere Habseligkeiten vor unserer Abreise verkauft hatten, ist die Wohnung nat&amp;uuml;rlich noch ziemlich leer. Das erste das wir erstanden haben war ein Bett und ein paar grundlegende Haushalts- und K&amp;uuml;chensachen; Schreibtische, Sofa und E&amp;szlig;tisch werden in den n&amp;auml;chsten Tagen folgen. Die Anzahl von L&amp;auml;den und die Auswahl die man hier f&amp;uuml;r alles erdenkliche hat ist wirklich erstaunlich, und alles ist zu Fu&amp;szlig; erreichbar. Da gibt es die Fachgesch&amp;auml;fte in der Innenstadt, aber auch verschiedene gro&amp;szlig;e Discount-Warenh&amp;auml;user und gro&amp;szlig;e M&amp;ouml;bel-, Elektronik- und Lebensmittell&amp;auml;den buchst&amp;auml;blich um die Ecke, so da&amp;szlig; es keinen Grund gibt, mit dem Auto in irgendwelche Einkaufszentren auf der gr&amp;uuml;nen Wiese zu fahren (falls es die hier &amp;uuml;berhaupt gibt&amp;mdash;wer wei&amp;szlig;?) Die einzige &amp;auml;rgerliche Erfahrung bis jetzt hatte mit unserem Telefonanschlu&amp;szlig; zu tun; wie wohl &amp;uuml;berall in der Welt ist die hiesige Telekom langsam und kompliziert, weshalb wir in der ersten Woche hier weder Telefon noch Internet haben. Was das Internet anbelangt gibt es jedoch gute Neuigkeiten: Ab Anfang Dezember werden wir eine schnelle Glasfaserverbindung bekommen die laut Brian technisch fortschrittlicher ist als alles, was man heute in Silicon Valley bekommen kann.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0411-14.jpg" alt="Blick von Kelburn. X zeigt wo wir%0Awohnen!" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt;  Blick von Kelburn. X zeigt wo wir wohnen! &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Bis jetzt gef&amp;auml;llt es uns wirklich sehr gut hier. Weil wir eben nicht als Touristen hier sind&amp;mdash;in der Tat haben wir bis jetzt noch nicht einmal Zeit gehabt, uns irgendwelche Sehensw&amp;uuml;rdigkeiten anzuschauen&amp;mdash;lernen wir gleich von Anfang an das richtige Wellington kennen, und unser erster Eindruck erinnert uns schon irgendwie an San Francisco, aber weniger stressig, etwas langsamer, und sehr viel freundlicher. Zuf&amp;auml;lligerweise kam im San Francisco Chronicle ein &lt;a href="http://www.sfgate.com/cgi-bin/article.cgi?file=/chronicle/archive/%0A2004/11/14/TRG619POQ01.DTL"&gt;Reiseartikel &amp;uuml;ber Wellington&lt;/a&gt;, und zwar genau am selben Tag als wir hier ankamen. In dem Artikel beschreibt der Autor die Hauptstadt Neuseelands als einen &amp;quot;Ort der den Optimismus und den Zauber des Hier und Jetzt ausstrahlt, dieses schwindelig-fr&amp;ouml;hliche Gef&amp;uuml;hl einer jungen, gesunden, gutaussehenden Nation die ihren eigenen Weg geht&amp;quot;. Hah! Und nat&amp;uuml;rlich wurde dieser Artikel dann auch gleich auf der ersten Seite der hiesigen Zeitung, der Dominion Post, zitiert. Da gab man sich haupts&amp;auml;chlich am&amp;uuml;siert, aber auch geschmeichelt und ein wenig &amp;uuml;berrascht hinsichtlich des Lobes von der anderen Seite des Pazifiks. Die &amp;Uuml;berschrift hier las &amp;quot;&lt;a href="http://www.stuff.co.nz/stuff/0,2106,3100733a2120,00.html"&gt; Hauptstadt durch die rosarote Brille&lt;/a&gt;&amp;quot;, und, in typischer Kiwi-Bescheidenheit, wurde angemerkt da&amp;szlig; das Wellington in dem Artikel &amp;quot;eines sei da&amp;szlig; seine Bewohner nur schwerlich erkennen w&amp;uuml;rden&amp;quot;. Sicherlich, als Tourist konzentriert man sich haupts&amp;auml;chlich auf die positiven Aspekte eines Reiseziels, aber ich mu&amp;szlig; zugeben da&amp;szlig; vieles, das im Originalartikel vorkam, unseren ersten Eindr&amp;uuml;cken sehr &amp;auml;hnlich war: die H&amp;ouml;flichkeit der Leute, die Tatsache da&amp;szlig; man unterwegs sein kann ohne da&amp;szlig; man st&amp;auml;ndig um Geld angebettelt wird...jeder der in den letzten Jahren viel Zeit in San Francisco verbracht hat w&amp;uuml;rde diese Dinge als verbl&amp;uuml;ffend empfinden m&amp;uuml;ssen.&lt;/p&gt;   &lt;h3&gt;Der Kiwi als solcher an sich&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Habe ich bereits erw&amp;auml;hnt da&amp;szlig; alle Neuseel&amp;auml;nder die wir bis jetzt getroffen haben extrem nett und freundlich waren? Zu sagen da&amp;szlig; unsere bisherigen Erfahrungen positiv waren w&amp;auml;re eine starke Untertreibung. Wenn man den Charakter der Kiwis in einem Wort beschreiben wollte&amp;mdash;und ja, nat&amp;uuml;rlich ist das eine Verallgemeinerung&amp;mdash;, m&amp;uuml;&amp;szlig;te man ihn unanma&amp;szlig;end nennen. Dies ist &lt;em&gt;derma&amp;szlig;en&lt;/em&gt; zutreffend da&amp;szlig; es die Leute hier sogar als ihre Pflicht ansehen, &amp;quot;tall poppies&amp;quot; (w&amp;ouml;rtlich, hochgewachsene Mohnblumen, dem Sinn nach, Angeber und M&amp;ouml;chtegerne) zurechtzustutzen und zur&amp;uuml;ck auf die Erde zu bringen. Der fehlende Zwang zur Perfektion schl&amp;auml;gt sich auch darin nieder da&amp;szlig; man hier viel geduldiger ist. Vor ein paar Tagen beobachteten wir ein Auto in der Mitte einer Kreuzung in der Innenstadt, dessen Fahrer, obwohl seine Ampel gr&amp;uuml;n war, offensichtlich nicht wu&amp;szlig;te wo er lang mu&amp;szlig;te. So blieb er dann einfach verwirrt stehen, was dazu f&amp;uuml;hrte da&amp;szlig; sich hinter ihm eine Schlange bildete und alle anderen auch nicht durch die Kreuzung konnten. In San Francisco w&amp;auml;re dieser arme Kerl sofort mit einem Hupkonzert und obsz&amp;ouml;nen Beleidigungen &amp;uuml;bersch&amp;uuml;ttet worden. Hier warteten die Leute einfach ruhig bis sich der Fahrer orientiert hatte. &amp;Auml;hnlich ist es wenn man an der Kasse nach Wechselgeld sucht und versucht, die noch immer ungewohnten M&amp;uuml;nzen auseinanderzuhalten: Die Leute in der Schlange hinter einem werden nicht gleich ungeduldig, noch f&amp;auml;ngt der Kassierer an mit den Augen zu rollen. Wenn &amp;uuml;berhaupt, dann wird man angel&amp;auml;chelt und, weil man ja offensichtlich nicht von hier ist, freundlich gefragt wie es einem denn in Wellington gefalle. Unglaublich.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Noch ein interessanter Unterschied zu Amerika ist die Sprache. Da Neuseeland Mitglied im Commonwealth ist, benutzt man hier das britische Englisch, d. h. es gilt wieder die Rechtschreibung die ich in der Schule gelernt habe (&lt;em&gt;colour&lt;/em&gt; statt color, &lt;em&gt;centre&lt;/em&gt; statt center, &lt;em&gt;organise&lt;/em&gt; statt organize, &lt;em&gt;programme&lt;/em&gt; statt program usw.). Auch der Wortschatz ist britisch: Lastwagen hei&amp;szlig;t &lt;em&gt;lorry&lt;/em&gt;, nicht truck, und Servietten sind &lt;em&gt;serviettes&lt;/em&gt; und nicht napkins&amp;mdash;letzteres bedeutet hier Windel (gut zu wissen in Restaurants :-). Die Aussprache ist wiederum ganz anders als alles was wir bisher geh&amp;ouml;rt haben, vor allem was die Vokale anbelangt. Das seltsamste sind die die kurzen &amp;quot;e&amp;quot; Laute die hier wie lange &amp;quot;i&amp;quot;s ausgesprochen werden: Bed (Bett) wird zu &amp;quot;bied&amp;quot;, egg (Ei) wird zu &amp;quot;ieg&amp;quot;. Und wie der Schwabe an alles ein -le anh&amp;auml;ngt, so beendet man hier Hauptw&amp;ouml;rter gerne mit -ie: Breakfast (Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck) wird &lt;em&gt;brekkie&lt;/em&gt;, christmas (Weihnachten) &lt;em&gt;chrissie&lt;/em&gt;, barbeque (Grill, -fest) &lt;em&gt;barbie&lt;/em&gt;, relatives (Verwandte) &lt;em&gt;rellies&lt;/em&gt;. Etwas billiges ist ein &lt;em&gt;cheapie&lt;/em&gt;, der Brieftr&amp;auml;ger der &lt;em&gt;postie&lt;/em&gt; und seine Route sein &lt;em&gt;walkie&lt;/em&gt;. Usw. usw. T&amp;auml;glich klingt es bereits normaler f&amp;uuml;r uns. &lt;em&gt;No worries&lt;/em&gt; (kein Problem)! &lt;em&gt;She'll be right&lt;/em&gt; (alles wird bestens sein).&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Und so&lt;/h3&gt;    &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0411-17.jpg" alt="Obligatorischer Regenbogen zum%0AMonatsende (Blick aus unserem Wohnzimmer)" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt;  Obligatorischer Regenbogen zum Monatsende (Blick aus unserem Wohnzimmer) &lt;/div&gt;  &lt;p&gt; ist es auf einmal schon fast Dezember. Wir haben Thanksgiving vers&amp;auml;umt (aber nicht vermi&amp;szlig;t), und weil wir immer noch dabei sind, uns einen neuen Haushalt einzurichten, waren wir am &lt;a href="http://buynothingday.narra.de/bnd.php?page=index"&gt;Buy Nothing Day&lt;/a&gt; beim Einkaufen. Vor ein paar Tagen erledigten wir etwas das immer ganz oben auf meiner Liste steht wenn ich in eine neue Stadt ziehe: Wir wurden Mitglieder der Stadtb&amp;uuml;cherei. Wellingtons B&amp;uuml;cherei ist sicherlich eine der gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten die ich je gesehen habe, und die Auswahl an B&amp;uuml;chern, Musik, Filmen, Zeitschriften usw. ist &amp;uuml;berw&amp;auml;ltigend. Das ist deswegen m&amp;ouml;glich, weil sowohl auf die meistbegehrten Artikel wie CDs, DVDs und neue Bestseller, als auch auf spezielle Leistungen wie Reservierungen eine geringe Geb&amp;uuml;hr erhoben wird. Klar hat man es umsonst lieber, aber was n&amp;uuml;tzt das schon wenn es wegen Geldmangel kaum etwas interessantes auszuleihen gibt (wie leider in San Francisco). Die staatliche Unterst&amp;uuml;tzung f&amp;uuml;r B&amp;uuml;chereien ist auch besser als anderswo, zumindest ist das meine Schlu&amp;szlig;folgerung aus dem, was ich bisher &amp;uuml;ber Neuseeland wei&amp;szlig;.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die wichtigste Lektion in all dem, das wir bislang als &amp;quot;anders&amp;quot; oder &amp;quot;interessant&amp;quot; empfunden haben, ist da&amp;szlig; es eben doch m&amp;ouml;glich ist, eine Balance zwischen gegens&amp;auml;tzlichen Zielen zu finden, und das nicht nur als Einzelner, sondern auch als Land. Zum Beispiel: organisiert und effizient zu sein ohne gleich stur-fixiert zu werden. Qualit&amp;auml;tswaren und -dienstleistungen zu liefern und trotzdem die Angestellten und Mitarbeiter als Menschen mit einem Leben auch au&amp;szlig;erhalb der Arbeit anzuerkennen. Wirtschaftswachstum &lt;em&gt;und&lt;/em&gt; Umweltschutz wichtig zu nehmen. Verantwortungsbewu&amp;szlig;te, m&amp;uuml;ndige B&amp;uuml;rger zu sein, aber deswegen nicht immer gleich rumzustressen oder sich zu wichtig zu nehmen, um auch Spa&amp;szlig; zu haben. Ja, klar, Neuseeland ist ein kleines und trotz allem ziemlich abgeschiedenes Land, und das macht es einfacher, mit solchen Konflikten umzugehen. Und auch klar da&amp;szlig; dies hier nicht das Paradies ist&amp;mdash;nichts ist perfekt&amp;mdash;und trotzdem: Das Ausma&amp;szlig; der negativen Dinge hier ist eben um so vieles kleiner als anderswo, zumindest im Vergleich mit den USA und Deutschland, welche ich aus erster Hand kenne. Ich bin mal gespannt, wie wir diese Dinge beurteilen werden, wenn wir erst einmal eine l&amp;auml;ngere Zeit hier gelebt haben.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;F&amp;uuml;rs erste kommt uns jedenfalls immer noch das t&amp;auml;gliche Erstaunen. Ein kleines Beispiel trug sich gestern in einem Laden f&amp;uuml;r hochwertige Stereosysteme zu. Wir mu&amp;szlig;ten dort etwas abholen, und weil es Samstag war, riefen wir vorher an, um nach den &amp;Ouml;ffnungszeiten zu fragen. Die Antwort war, &amp;quot;ach, so um 15 Uhr herum werden wir heute wohl dichtmachen&amp;quot;. Wir fanden sp&amp;auml;ter heraus da&amp;szlig; die offizielle &amp;Ouml;ffnungszeit bis 16 Uhr war, aber weil eben normalerweise am sp&amp;auml;teren Samstagnachmittag kaum mehr ein Kunde kommt, weshalb sollte man dann l&amp;auml;nger rumh&amp;auml;ngen, nur um die Zeit verstreichen zu lassen? Ich mu&amp;szlig; hier betonen, da&amp;szlig; dies ein Gesch&amp;auml;ft war das sehr teure, spezialisierte Waren verkaufte, und dessen Mitarbeiter alle extrem sachkundig waren und offensichtlich mit Begeisterung bei ihrer Arbeit. Da ging es nicht um Faulheit, ganz im Gegenteil, sondern darum, die Balance zu finden zwischen dem Bed&amp;uuml;rfnis, eine Sache gut zu machen und sie ernst und wichtig zu nehmen, aber sich nicht sklavisch an Regeln um der Regeln willen zu halten, selbst dann, wenn sie nicht wirklich zutreffen. &lt;em&gt;Das&lt;/em&gt; ist die magische Formel.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Du mu&amp;szlig;t tun und sein&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimgwide"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage300167-0411-18.jpg" alt="Skulptur auf dem Wellington Writer's%0AWalk" width="300" height="167" /&gt;&lt;br /&gt;  &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Letzte Woche, als wir am Hafen entlanggingen, trafen wir auf eine Skulptur. Genauer gesagt war es ein Gedicht &amp;uuml;ber Wellington, gemei&amp;szlig;elt in eine Betonplatte, die an die Seitenwand einer Br&amp;uuml;cke lehnte, welche &amp;uuml;ber eine der verkehrsreichsten Stra&amp;szlig;en der Innenstadt f&amp;uuml;hrt. Da stand es, inmitten der Stadt, und es schien nur f&amp;uuml;r uns geschrieben worden zu sein, als Anleitung daf&amp;uuml;r, wie hier zu leben ist, und als Erinnerung daran, weshalb wir hier sind:&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;em&gt;It's true you can't live here by chance,&lt;br /&gt; You have to do and be, not simply watch&lt;br /&gt; Or even describe. This is the city of action,&lt;br /&gt; The world headquarters of the verb -&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;em&gt;(Du kannst hier wirklich nicht aus Zufall leben kannst; du mu&amp;szlig;t tun und sein, nicht nur beobachten, nicht nur beschreiben. Dies ist die Stadt des Handelns, die Welthauptstadt des Verbs -)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt; </description>
			<pubDate>Tue, 30 Nov 2004 00:00:00 +1300</pubDate>
			
			
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		</item>
		
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			<title>Dezember 2004</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-dezember-2004/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Steuer: Erkl&amp;auml;rung&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0412-01.jpg" alt="Weil ich in letzter Zeit keine Fotos%0Azum Thema Steuern gemacht habe, ist hier stattdessen ein Bild vom Strand%0Aan der Oriental Bay" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Weil ich in letzter Zeit keine Fotos zum Thema Steuern gemacht habe, ist hier stattdessen ein Bild vom Strand an der Oriental Bay &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Nun da wir so langsam se&amp;szlig;haft und heimischer werden, entdecken wir immer wieder neue Aspekte hinsichtlich des Lebens in Neuseeland. Manche davon sind ziemlich &amp;uuml;berraschend, wie zum Beispiel, man glaubt es kaum, das Steuersystem.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Mitte der 80er Jahre gab es in Neuseeland eine umfassende wirtschaftliche Umstrukturierung (nach dem damaligen Finanzminister auch als &amp;quot;Rogernomics&amp;quot; bekannt), die die bis dahin stark regulierte und auf Schutzz&amp;ouml;llen basierende Wirtschaft in eine freie Marktwirtschaft verwandelte. Interessanterweise jedoch hat es das Land geschafft, sein Sozialsystem in relativ umfassender Weise beizubehalten, so da&amp;szlig; es auch weiterhin Leistungen wie billige (und teilweise kostenlose) Krankenf&amp;uuml;rsorge, kostenlose staatliche Schulen, sowie staatliche Sozialhilfe und Unfallversicherung gibt. Ein Riesenunterschied zum System in dem den USA! Wegen dieses sozialen Netzes nahmen wir an, da&amp;szlig; alles stark besteuert und generell teurer sein w&amp;uuml;rde. Es hat sich jedoch herausgestellt da&amp;szlig; das nicht kategorisch der Fall ist. Das f&amp;auml;ngt damit an da&amp;szlig; das Steuergesetz recht unkompliziert ist: F&amp;uuml;r die Einkommenssteuer gibt es verschiedene Steuerklassen die sich nach dem Jahresbruttoeinkommen richten. Interessanterweise jedoch wird jeder Teil des Einkommens separat in der entsprechenden Stufe besteuert. In anderen Worten, wenn man z.B. $65.000/Jahr verdient, dann werden $0-$38k mit 19,5% besteuert (unterste Stufe), $38-$60k mit 33% (mittlere Stufe), und nur der Verdienst &amp;uuml;ber $60k in der obersten Stufe, 39%. Das hei&amp;szlig;t da&amp;szlig; selbst wenn man sich in der h&amp;ouml;chsten Steuerklasse befindet wird einem nur der oberste Teil des Einkommens zum Spitzensteuersatz angerechnet. Und weil es keine Landessteuern gibt wie in den USA, wo man sowohl &amp;quot;federal&amp;quot; als auch &amp;quot;state&amp;quot; tax zahlt, und keine anderen gro&amp;szlig;en Abz&amp;uuml;ge, kann es gut sein da&amp;szlig; man am Ende sogar mehr &amp;uuml;brig hat als in Amerika (und, auch wenn mir da die genauen Details fehlen, bestimmt mehr als in Deutschland, denn es gibt hier keine Versicherungspflicht).&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Mehrwertsteuer ist 12,5%, und wie in Deutschland (aber anders als in den USA) ist diese immer bereits in den Preisen f&amp;uuml;r G&amp;uuml;ter und Dienstleistungen mit einberechnet&amp;mdash;man sieht also &lt;em&gt;den&lt;/em&gt; Preis ausgeschrieben, den man auch bezahlen mu&amp;szlig;. (Das klingt furchtbar selbstverst&amp;auml;ndlich f&amp;uuml;r Deutsche, erscheint mir aber erw&amp;auml;hnenswert, da ich in den letzten acht Jahren immer einen Prozentsatz im Kopf dazuaddieren mu&amp;szlig;te.) Noch ein gro&amp;szlig;er Unterschied zu Amerika ist beim Trinkgeld. Das ist hier nicht &amp;uuml;blich, schon gar nicht in Kneipen oder f&amp;uuml;rs Taxi. Selbst in Restaurants gibt man nicht unbedingt ein Trinkgeld, au&amp;szlig;er in besseren, und auch dann h&amp;ouml;chstens 5-10% und nur dann, wenn man mit dem Service zufrieden war. Wenn einem also die Preise auf der Speisekarte zun&amp;auml;chst hoch erscheinen, mu&amp;szlig; man bedenken da&amp;szlig; normalerweise nichts mehr dazukommt. Wiederum ist der Unterschied zu Deutschland nicht ganz so gro&amp;szlig;, aber in Amerika mu&amp;szlig; man immer erst 8,5% Mehrwertsteuer, und dann von &lt;em&gt;der&lt;/em&gt; Summe noch einmal 15-20% Trinkgeld dazuaddieren.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Aber zur&amp;uuml;ck nach Neuseeland: Eine weitere Besonderheit hier ist die &lt;a href="http://www.acc.co.nz/"&gt;staatliche Unfallversicherung&lt;/a&gt; (ACC). Klagen wegen K&amp;ouml;rperverletzung sind hier nicht m&amp;ouml;glich&amp;mdash;was f&amp;uuml;r ein Konzept! Stattdessen gibt es Versicherungsschutz durch den Staat im Falle eines Unfalls, und zwar nicht nur f&amp;uuml;r Neuseel&amp;auml;nder, sondern selbst f&amp;uuml;r Besucher. Das Geld daf&amp;uuml;r kommt aus verschiedenen T&amp;ouml;pfen; zum Beispiel werden Leistungen f&amp;uuml;r Verkehrsunf&amp;auml;lle durch eine Benzinsteuer und einen Teil der Kfz-Zulassungsgeb&amp;uuml;hr finanziert. In anderen Worten, wenn man verletzt wird, bekommt man Hilfe, aber man kann es nicht ausn&amp;uuml;tzen und versuchen, davon reich zu werden. Klingt vern&amp;uuml;nftig, oder? Nat&amp;uuml;rlich gibt es auch hier immer wieder F&amp;auml;lle des &amp;uuml;berf&amp;uuml;rsorglichen Staats, aber wie immer ist das Ausma&amp;szlig; entscheidend. Und wenn Anzeichen solcher &amp;Uuml;bervorsorge auftreten, gibt es auch gleich am n&amp;auml;chsten Tag engagierte Kommentare und Leserbriefe in der Zeitung, in denen mit Leidenschaft f&amp;uuml;r gesunden Menschenverstand und Selbstverantwortung argumentiert wird.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Rauchen verboten&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200238-0412-02.jpg" alt="Ab 10. Dezember gilt Rauchverbot" width="200" height="238" /&gt;&lt;br /&gt;  Ab 10. Dezember gilt Rauchverbot &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;A propos staatliche &amp;Uuml;bervorsorge: Bei &lt;em&gt;einem&lt;/em&gt; aktuellen Thema h&amp;ouml;rt man diesen Vorwurf in letzter Zeit h&amp;auml;ufig, und das ist das anstehende &lt;a href="http://www.stuff.co.nz/stuff/0,2106,3109959a1861,00.html"&gt;Rauchverbot&lt;/a&gt;. Ab 10. Dezember wird das Rauchen in allen Arbeitspl&amp;auml;tzen innerhalb von Geb&amp;auml;uden verboten, einschlie&amp;szlig;lich Kneipen und Restaurants. Kaliforniern wird das alles bekannt vorkommen, und in der Tat sind die Gr&amp;uuml;nde f&amp;uuml;r das Rauchverbot so ziemlich die selben: Schutz der Arbeitnehmer und generell F&amp;ouml;rderung ges&amp;uuml;nderer Lebensweise. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Als Nichtraucher bleibt meine Meinung zu diesem Thema unver&amp;auml;ndert: Rauchfreie B&amp;uuml;ros&amp;mdash;auf jeden Fall. Restaurants? Ich esse nat&amp;uuml;rlich lieber in einer rauchfreien Umgebung, aber wenn ein Lokal eine Raucher- und eine Nichtraucherzone hat, gen&amp;uuml;gt mir das. Was Kneipen anbelangt&amp;mdash;na ja, da geht man ja sowieso schon hin um ungesunde Dinge zu tun, weshalb es mir &amp;uuml;bertrieben erscheint, das Rauchen dort kategorisch zu verbieten. Auch hier w&amp;auml;re ich mit Zonen zufrieden. &amp;Uuml;berdies glaube ich da&amp;szlig; es bestimmt auch ein Publikum f&amp;uuml;r rauchfreie Kneipen g&amp;auml;be, weshalb also nicht die Entscheidung dem jeweiligen Besitzer &amp;uuml;berlassen? Man wird jedenfalls sehen, wie schnell und wie strikt diese neue Regelungen auch umgesetzt werden. (Das Bild rechts wurde &amp;uuml;brigens in einer Kneipe aufgenommen in der es &amp;uuml;ber 100 verschiedene Biere aus aller Welt gibt, unter anderem auch Schneider Aventinus Wei&amp;szlig;e Doppelbock, Franziskaner Hefewei&amp;szlig;e, und das franz&amp;ouml;siche Kronenbourg&amp;mdash;und das ganze ist nur 10 &lt;strike&gt;gef&amp;auml;hrliche&lt;/strike&gt; k&amp;ouml;stliche Minuten von unserer neuen Wohnung entfernt. Prost!)&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Eingetragene Partnerschaften&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0412-05.jpg" alt="Wellington Civic Square mit seinen%0Acoolen Metallpalmen" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt;  Wellington Civic Square mit seinen coolen Metallpalmen &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Dies ist wirklich eine gro&amp;szlig;e Woche f&amp;uuml;r Neuseeland was grundlegende Ver&amp;auml;nderungen in der Gesellschaft anbelangt. W&amp;auml;hrend das Rauchverbot heute nacht um Mitternacht wirksam wird, wurde ein paar Stunden im Parlament zuvor eine weitaus wichtigere Entscheidung gef&amp;auml;llt: Das &lt;em&gt;Civil Union Bill&lt;/em&gt;, der Gesetzentwurf zur Einf&amp;uuml;hrung Eingetragener Partnerschaften, wurde in letzter Lesung &lt;a href="http://stuff.co.nz/stuff/0,2106,3122758a10,00.html"&gt;verabschiedet&lt;/a&gt;. Das umstrittene Gesetz wird im April n&amp;auml;chsten Jahres in Kraft treten.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Anders als die verschiedenen Initiativen zur Schwulenehe in den USA wird dieses neue Gesetz das Ehegesetz weder antasten noch ver&amp;auml;ndern: Ehe bleibt nach wie vor heterosexuellen Paaren vorbehalten, auch wenn viele der konservativen Gegner versucht hatten, das Partnerschaftsgesetz als das &amp;quot;Ende der Ehe&amp;quot; darzustellen und damit zu diskreditieren. Was das neue Gesetz stattdessen tun wird ist alle de-facto Partnerschaften anzuerkennen und ihnen eine offizielle legale Basis zu geben die der von Verheirateten entspricht, und zwar egal welches Geschlecht die beiden Partner haben. Das trifft also auch auf uns zu! F&amp;uuml;r den Zweck der Einwanderung wird unsere Partnerschaft ja bereits gleich wie eine Ehe behandelt. In anderen Bereichen gibt es jedoch immer noch Diskriminierung f&amp;uuml;r Paare die in dauerhaften Partnerschaften sind, aber nicht heiraten wollen (oder im Falle von Schwulen, nicht d&amp;uuml;rfen), und diesen Ungleichheiten soll das neue Gesetz ein Ende machen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wie erwartet gab es lautstarken Widerstand von verschiedenen konservativen/christlichen Gruppen die behaupteten, das Gesetz zerst&amp;ouml;re die Unverletzlichkeit der Ehe (die Tatsache das einige der lautesten Gegner selbst geschieden waren, und zwar weil sie w&amp;auml;hrend ihrer Ehe Aff&amp;auml;ren hatten, schien ihnen weder relevant zu sein noch etwas mit der Sache zu tun zu haben), es zerst&amp;ouml;re Neuseeland (denn Schwule k&amp;ouml;nnen keine Kinder haben und dann wird die Bev&amp;ouml;lkerung aussterben), da&amp;szlig; die Bibel beweise da&amp;szlig; Homosexualit&amp;auml;t eine S&amp;uuml;nde sei, und&amp;mdash;und hier wird's nun wirklich absurd&amp;mdash;da&amp;szlig; das Gesetz dazu f&amp;uuml;hre da&amp;szlig; M&amp;auml;nner ihre &lt;a href="http://www.stuff.co.nz/stuff/0,2106,3116058a11,00.html"&gt;Pferde heiraten&lt;/a&gt; wollten (wer denkt sich sowas aus? Igitt.) Zum Gl&amp;uuml;ck blieben diese Angst- und Ha&amp;szlig;sch&amp;uuml;rer in der Minderheit. Neuseeland, welches das erste Land der Welt war das Frauen das Wahlrecht gab und Arbeitern Pension, setzt wiederum ein Beispiel f&amp;uuml;r die Welt zum Thema Gleichberechtigung.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Riesenaffen&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200137-0412-04.jpg" alt="King Kong ist in der Stadt" width="200" height="137" /&gt;&lt;br /&gt;  King Kong ist in der Stadt &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Aber genug politisiert! Die andere gro&amp;szlig;e Neuigkeit in Wellington war letzte Woche da&amp;szlig; Peter Jackson (Regisseur von Herr der Ringe und wohl einer der ber&amp;uuml;hmtesten Neuseel&amp;auml;nder heutzutage) hier in der Stadt war, und zwar f&amp;uuml;r seinen neuen Film, &lt;a href="http://www.imdb.com/title/tt0360717/"&gt;King Kong&lt;/a&gt;. W&amp;auml;hrend sie in Lower Hutt gleich hier um die Ecke noch &lt;a href="http://www.stuff.co.nz/stuff/0,2106,3126151a11,00.html"&gt; downtown New York nachbauen&lt;/a&gt;, wurden diese Woche einige Szenen am Opernhaus hier in der Innenstadt gefilmt. Man sah Leute in Kost&amp;uuml;men aus den 30er Jahren, und auf einer Party habe ich sogar eine Frau getroffen die eine der Statistenrollen innehatte, aber nat&amp;uuml;rlich durfte sie mir nichts n&amp;auml;heres erz&amp;auml;hlen.  Und weil Wellington eben eine kleine Stadt ist sind wir bereits durch unsere Wohnung nur wenige Ecken vom Geschehen entfernt: Unser Nachbar nebenan auf dem Gang arbeitet als Schreiner an den Filmkulissen, und das Paar das &amp;uuml;ber uns wohnt&amp;mdash;Kuratoren und eng mit der Wellingtoner Kunstszene verbunden&amp;mdash;sind mit &amp;quot;Peter&amp;quot; per Du. Das ist eben &amp;quot;Wellywood&amp;quot;.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Riesenschritte&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200146-0412-03.jpg" alt="Arbeit Arbeit Arbeit" width="200" height="146" /&gt;&lt;br /&gt;  Arbeit Arbeit Arbeit &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Wir sind ja erst seit vier Wochen hier in Wellington, aber heute ist etwas sehr wichtiges passiert: Brian hat eine Arbeitsstelle gefunden! Das ist aus vielen Gr&amp;uuml;nden gro&amp;szlig;artig und wichtig: Einer der Hauptgr&amp;uuml;nde hierherzukommen war das Ziel, zur neuseel&amp;auml;ndischen High-Tech Industrie zu geh&amp;ouml;ren und in ihr zu arbeiten. Und es braucht kaum erw&amp;auml;hnt zu werden da&amp;szlig; es gut sein wird, nach unserem Shopping-Amoklauf der letzten Wochen auch wieder ein Einkommen zu haben. Aber am allerwichtigsten ist da&amp;szlig; dieses Jobangebot den Einwanderungsproze&amp;szlig; f&amp;uuml;r uns in Gang setzt. Wie uns unser Einwanderungsberater empfohlen hat, kamen wir zun&amp;auml;chst mit einem Touristenvisum hierher, und der Plan war, w&amp;auml;hrend der dreimonatigen Frist nach Arbeit zu suchen. Der Grund daf&amp;uuml;r ist einfach: Es ist nun einmal leichter, vor Ort einen Job zu suchen als aus dem Ausland. Nun da ein Job angeboten wurde kann unser Berater die notwendigen Dokumente f&amp;uuml;r unser Arbeits- und Aufenthaltsvisum bei der Einwanderungsbeh&amp;ouml;rde einreichen. Und weil wir dies zusammen beantragen (der offizielle Ausdruck f&amp;uuml;r uns&amp;mdash;unromantisch, aber praktisch&amp;mdash;ist &amp;quot;de-facto partner&amp;quot;) gen&amp;uuml;gt &lt;em&gt;ein&lt;/em&gt; Jobangebot um Visa &lt;em&gt;f&amp;uuml;r uns beide&lt;/em&gt; in Bewegung zu setzen. Dieses Verfahren hat nun begonnen&amp;mdash;ein gewaltiger Schritt f&amp;uuml;r uns Neu-Neuseel&amp;auml;nder.&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Dies hei&amp;szlig;t auch da&amp;szlig; ich nun ebenfalls ernsthaft nach Arbeit suchen kann. Warum nicht fr&amp;uuml;her? Das liegt daran, da&amp;szlig; mein Uniabschlu&amp;szlig; nicht aus einem englischsprachigen Land kommt sondern aus Deutschland, und es ist recht kompliziert und auch kostspielig, sich diesen Abschlu&amp;szlig; hier von der offiziellen Beh&amp;ouml;rde &amp;quot;qualifizieren&amp;quot;, d. h. anerkennen und bewerten zu lassen. Aber nachdem jetzt Brian der Hauptantragssteller f&amp;uuml;r das Visum ist, spielt mein Abschlu&amp;szlig; keine Rolle mehr (und beruflich hat er ja eh nichts damit zu tun was ich mache). Problem gel&amp;ouml;st!&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Aber erst einmal gibt's Ferien. Wie auch weitgehend in Europa, wird in Neuseeland so ziemlich alles &amp;uuml;ber die Feiertage zu sein, und wahrscheinlich sogar noch in gr&amp;ouml;&amp;szlig;erem Umfang, denn hier beginnen ja die &lt;em&gt;Sommer&lt;/em&gt;ferien. Soweit ich wei&amp;szlig; sind die Schulen bereits geschlossen, und nach dem was man so h&amp;ouml;rt wird der Rest des Landes bald nachfolgen. Vor allem zwischen Weihnachten und Neujahr wird alles feiern und so gut wie niemand arbeiten. Es ist schon komisch, Weihnachtsmusik aus den Lautsprechern dr&amp;ouml;hnen zu h&amp;ouml;ren w&amp;auml;hrend man drau&amp;szlig;en in der Sonne sitzt und ein k&amp;uuml;hles Bier genie&amp;szlig;t, oder die Leute von den B&amp;uuml;roweihnachtsfeiern mit Spaghettitr&amp;auml;gern und k&amp;uuml;nstlichen Rentiergeweihen in der Fu&amp;szlig;g&amp;auml;ngerzone rumlaufen zu sehen. Am Freitag gehen auch wir auf eine Weihnachtsfeier mit Grillen am Strand; ansonsten bereitet sich alles auf Sommerreisen und Aktivit&amp;auml;ten im Freien vor. Wir auch: Ab dem 18. Dezember fahren fahren wir f&amp;uuml;r eine Woche nach Norden in den Urlaub, und hoffentlich entgehen wir damit den Massen die anscheinend gleich nach den Feiertagen aufkreuzen werden. Wir werden ein paar Tage auf dem &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Whanganui_River"&gt;Whanganui River&lt;/a&gt; Kanufahren und gehen dann &lt;a href="http://www.muellerworld.com/tongoriro/"&gt;zum Wandern&lt;/a&gt; in den Tongariro Nationalpark. Ich werde dann berichten wenn wir zur&amp;uuml;ck sind. Bis dahin, frohe Weihnachten euch allen!&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Going bush&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0412-06.jpg" alt="Alle reden vom Wetter" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt;  Alle reden vom Wetter &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;&amp;quot;Going bush&amp;quot; hei&amp;szlig; in Neuseeland nicht etwa, pl&amp;ouml;tzlich seine Liebe f&amp;uuml;r den US-Pr&amp;auml;sidenten zu entdecken, sondern hinaus in die Natur zu gehen, zum wandern, campen etc. Das war unser Plan f&amp;uuml;r die Woche vor Weihnachten.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Das klappte nicht so ganz, auch wenn wir es erst nicht wahrhaben wollten. Das Wetter war schon fast den ganzen Monat lang &lt;a href="http://stuff.co.nz/stuff/0,2106,3138869a11,00.html"&gt;scheu&amp;szlig;lich&lt;/a&gt;, aber irgendwann mu&amp;szlig;te es ja besser werden, oder? Schlie&amp;szlig;lich entspricht der Dezember dem Juni auf der Nordhalbkugel. Und Wellington hat ja auch einen schlechten Ruf was das Klima anbelangt; anderswo w&amp;uuml;rde es sicherlich besser sein! Also packten wir unsere Taschen und machten uns trotz des str&amp;ouml;menden Regens auf nach Norden.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Der Regen lie&amp;szlig; aber nicht nach, sondern wurde eher noch st&amp;auml;rker, und als wir in den Tongariro Nationalpark hochfuhren, fiel die Temperatur bis nahe dem Gefrierpunkt. Das Wasser des Whanganui sah aus wie Milchkaffee: Der Flu&amp;szlig; war so schlammig da&amp;szlig; er ganz braun war. Und die Wanderungen die wir geplant hatten waren wegen starker Winde und schlechter Wetterlage gleich ganz gesperrt. Seufz..&lt;/p&gt;   &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200145-0412-07.jpg" alt="Eines von 40 Millionen" width="200" height="145" /&gt;&lt;br /&gt;  Eines von 40 Millionen &lt;/div&gt;   &lt;p&gt;Als wir endlich unser Ziel erreichten war uns ziemlich klar da&amp;szlig; unser Urlaub unter diesen Umst&amp;auml;nden nicht gerade toll sein w&amp;uuml;rde. Wir verbrachten die Nacht bei den Organisatoren unserer Kanutour, sa&amp;szlig;en in unserer Thermokleidung neben dem Heizl&amp;uuml;fter und tranken den Wein, den wir eigentlich f&amp;uuml;rs Camping mitgebracht hatten, und beschlossen, das ganze zu verschieben. Zum Gl&amp;uuml;ck war das kein Problem; wir konnten f&amp;uuml;r Ende Januar neu reservieren. Und so waren wir vorerst eben auf einer kleinen Ausfahrt, mit atemberaubenden Landschaften, gr&amp;uuml;nen H&amp;uuml;geln und Schafen (obwohl es immer noch saukalt war, lie&amp;szlig; am n&amp;auml;chsten Tag zumindest der Regen nach), und es war eine Gelegenheit f&amp;uuml;r mich, das Linksfahren zu &amp;uuml;ben. Was eigentlich &amp;uuml;berhaupt kein Problem mehr ist, au&amp;szlig;er manchmal wenn es darum geht, den Abstand nach links richtig einzusch&amp;auml;tzen. Nun ist eben nicht mehr nur eine T&amp;uuml;resbreite zwischen mir und  Autos/Fu&amp;szlig;g&amp;auml;ngern/Stra&amp;szlig;enrand zu meiner linken, sondern mehr als ein halbes Auto...&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Weihnachtsgeschenk&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200139-0412-08.jpg" alt="Nagelneue Arbeitserlaubnis" width="200" height="139" /&gt;&lt;br /&gt;  Nagelneue Arbeitserlaubnis &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Es stellte sich heraus da&amp;szlig; es sehr gut war da&amp;szlig; wir in der Woche vor Weihnachten doch daheim waren, denn nun hatten wir Zeit, all unsere Unterlagen f&amp;uuml;r den Antrag auf Arbeitserlaubnis zusammenzutragen. Wie ich ja bereits erw&amp;auml;hnt habe, ist die Arbeitserlaubnis nicht nur notwendig daf&amp;uuml;r, da&amp;szlig; wir hier l&amp;auml;nger bleiben und legal arbeiten k&amp;ouml;nnen, sondern sie ist auch der erste Schritt in Richtung &lt;em&gt;dauerhafte&lt;/em&gt; Aufenthaltsgenehmigung&amp;mdash;sie ist also extrem wichtig! Mit Hilfe unseres Einwanderungsberaters hatten wir alle Papiere am Morgen des 24. beieinander, und gem&amp;auml;&amp;szlig; seinem Vorschlag gingen wir zur Einwanderungsbeh&amp;ouml;rde (NZIS) um sie dort pers&amp;ouml;nlich abzugeben, so da&amp;szlig; der Antrag noch vor der Weihnachtspause dort eingehen w&amp;uuml;rde.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Es kam noch besser: Die Frau an der Rezeption schaute sich unsere Unterlagen kurz durch und schlug dann vor, da&amp;szlig; wir gleich mit jemandem reden. Die &amp;uuml;bliche Bearbeitungszeit f&amp;uuml;r Arbeitserlaubnis ist zur Zeit sechs Wochen, aber falls wir Zeit h&amp;auml;tten, wollten wir vielleicht warten und alles m&amp;ouml;glicherweise gleich an Ort und Stelle erledigen? Klar wollten wir das! Wir setzten uns ins Wartezimmer, und 20 Minuten sp&amp;auml;ter sa&amp;szlig;en wir einer Beamtin gegen&amp;uuml;ber. Die schaute sich unsere Unterlagen an, stellte ein paar Fragen, entschied da&amp;szlig; unser Antrag einfach war (haupts&amp;auml;chlich dank der Tatsache da&amp;szlig; Brian's Stelle auf der &amp;quot;Priority Occupation List&amp;quot;, also der Liste der meistgesuchten Berufe, ist), und nur eine halbe Stunde sp&amp;auml;ter hatten wir beide die 12-monatige Arbeitserlaubnis in unseren P&amp;auml;ssen. Wahnsinnn! Was f&amp;uuml;r ein Weihnachtsgeschenk (oder, wie man hier sagt, &lt;em&gt;chrissie pressie&lt;/em&gt;).&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und das Timing war ideal, denn wie auch alles andere war der NZIS bereits dabei, f&amp;uuml;r die Weihnachtspause dichtzumachen. Am 25. Dezember, dem Tag, an dem wirklich alles zu hat, sogar die Superm&amp;auml;rkte die normal rund um die Uhr offen sind, war Wellington eine Geisterstadt. Machte uns aber nichts aus, denn wir hatten zur Feier des Tages ein selbstgekochtes Festessen geplant: Lammkeule mit Minze-Koriander-Joghurtmarinade und im Ofen ger&amp;ouml;stetem Gem&amp;uuml;se (Karotten, Butternu&amp;szlig;k&amp;uuml;rbis, rote Zwiebeln, Knoblauch). Es schmeckte spektakul&amp;auml;r! Nat&amp;uuml;rlich ist Lammfleisch hier von hoher Qualit&amp;auml;t und nicht teuer. Wir bestellten unseres von einem &lt;a href="http://www.meatdirect.co.nz/"&gt;online Metzger&lt;/a&gt;, der es direkt ans Haus lieferte, die Knochen schon entfernt und mit Schmetterlingsschnitt. Fleisch &amp;uuml;bers Internet bestellen&amp;mdash;cool!&lt;/p&gt;&lt;h3&gt;Same procedure as every year&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0412-09.jpg" alt="Downtown Wellington vom Mt. Victoria%0Aaus gesehen" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt;  Downtown Wellington vom Mt. Victoria aus gesehen &lt;/div&gt;&lt;p&gt;Und so ist es Zeit f&amp;uuml;r einen Toast: Auf das ereignisreiche und aufregende Jahr 2004. Auf die Zukunft. Und vor allem, auf das Hier und Jetzt. Prost!&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wenn ich diesem Jahr etwas gelernt habe, dann das, da&amp;szlig; man alles schaffen kann wenn man wirklich will. Zwar wird man Risiken eingehen m&amp;uuml;ssen und mutiger sein als man sich f&amp;uuml;hlt; man wird Fehler machen und Zweifel haben, aber das alles ist es wert wenn es das Ziel selbst wert ist. Wenn man an sich selber glaubt wird man auch Erfolg haben. Angst steht nur im Weg, und es ist nie der ideale Zeitpunkt f&amp;uuml;r irgendetwas. Der richtige Moment ist der, an dem man selbst soweit ist. So einfach ist das, und so schwierig. Das ist das beste auf das man z&amp;auml;hlen kann, aber es ist auch das einzige das man braucht. (Ende der Predigt. Ich verspreche da&amp;szlig; ich nur zum Jahreswechsel so sentimental werde:-)&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;A Guats Nuis!&lt;/p&gt;  </description>
			<pubDate>Thu, 30 Dec 2004 00:00:00 +1300</pubDate>
			
			
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		</item>
		
		<item>
			<title>Januar 2005</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-januar-2005/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Neues Jahr&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;2005 kam ganz pl&amp;ouml;tzlich. Wir waren zu einer Silvesterfeier bei der Freundin einer Freundin eingeladen. Die Party fand hier in Wellington statt, in einem echt sch&amp;ouml;nen Haus nur wenige Minuten von der Innenstadt entfernt, oder wie es hier hei&amp;szlig;t, dem CBD (Central Business District = Zentrales Gesch&amp;auml;ftsviertel). Das Haus war etwas weg von der Stra&amp;szlig;e und von B&amp;auml;umen umgeben, hatte einen gro&amp;szlig;en, offenen Innenraum mit Holzboden und ein Bad ebenfalls ganz aus Holz (Boden, W&amp;auml;nde, Badewannenverkleidung etc.&amp;mdash;sieht man hier relativ h&amp;auml;ufig und es ist COOL), und einem guten &amp;quot;Fluss&amp;quot; zwischen Innen- und Au&amp;szlig;enbereich&amp;mdash;das ist hier ein wichtiges Kriterium beim Hauskauf. Am liebsten w&amp;auml;re ich gleich eingezogen. Na ja, oder vielleicht doch eher erst nachdem die Partyspuren wegger&amp;auml;umt waren.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Kiwis lieben Kost&amp;uuml;mfeste. Ich denke mal das ist ein Erbe der Briten&amp;mdash;dank &lt;a href="http://www.google.de/search?ie=UTF-8&amp;amp;hl=de&amp;amp;meta=cr=countryDE&amp;amp;q=%0Aharry%20%22fancy%20dress%20party%22"&gt;Prinz Harry&lt;/a&gt; wissen wir ja nun alle da&amp;szlig; eine &amp;quot;fancy dress party&amp;quot; durchaus eine, sagen wir mal, informelle Angelegenheit sein kann. Auf unserer Party, die das Thema &lt;em&gt;New Orleans&lt;/em&gt; hatte, gab es keine Skandale. Wir hatten uns gefragt was um alles in der Welt man zu diesem Thema tragen k&amp;ouml;nnte, au&amp;szlig;er vielleicht Marlon Brando's geripptes Unterhemd aus Endstation Sehnsucht (jemand tat das auch), aber die G&amp;auml;ste kamen in allen m&amp;ouml;glichen extravaganten Monturen. Mehrere Leute haben uns erz&amp;auml;hlt da&amp;szlig; Kost&amp;uuml;ml&amp;auml;den hier in Neuseeland das ganze Jahr &amp;uuml;ber ein gutes Gesch&amp;auml;ft machen. (Und falls sich nun jemand wundert: Nein, kein Kost&amp;uuml;m f&amp;uuml;r mich! Ein Faschingsmuffel flieht nicht ans andere Ende der Welt nur um sich dann &lt;em&gt;f&amp;uuml;r Silvester&lt;/em&gt; zu verkleiden. Also bitte...).&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;In Neuseeland gibt es kein Neujahrsfeuerwerk, und auch keinen Countdown kurz vor zw&amp;ouml;lf. Wir sahen nur irgendwann mal zuf&amp;auml;llig auf die Uhr und stellten erstaunt fest da&amp;szlig; es schon nach Mitternacht war, und so war es eben auf einmal 2005.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Immer noch (nicht) der Rede wert: das Wetter&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0501-01.jpg" alt="Wunsch? Beschw&amp;ouml;rung?" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Wunsch? Beschw&amp;ouml;rung? &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;W&amp;auml;hrenddessen war der Sommer immer noch fl&amp;uuml;chtig bis nicht vorhanden. Anfang Januar erfuhren wir da&amp;szlig; der vorherige Monat der &lt;a href="http://www.nzherald.co.nz/index.cfm?c_id=1&amp;amp;ObjectID=9005479"&gt;k&amp;auml;lteste Dezember seit 1945&lt;/a&gt; gewesen war, und der f&amp;uuml;nftk&amp;auml;lteste seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen. Nicht nur das, es gab auch weniger Sonne also normal, und mehr Niederschlag. Und das schlechte Wetter h&amp;ouml;rte nicht mit dem alten Jahr auf: Am 6. Januar kam ein Sturm &amp;uuml;ber Wellington der &lt;a href="http://www.stuff.co.nz/stuff/0,2106,3149210a11,00.html"&gt;mehr Regen in 24 Stunden brachte&lt;/a&gt; als was typischerweise &amp;uuml;ber den ganzen Monat Januar f&amp;auml;llt. Danach waren wir nicht mehr allzu &amp;uuml;berrascht von der Meldung, da&amp;szlig; vor der neuseel&amp;auml;ndischen K&amp;uuml;ste riesige Eisberge gesichtet worden waren, und als dann die Pinguine vor unserer Haust&amp;uuml;re auftauchten, zuckten wir nur mit den Schultern und gingen weiter unseren Besorgungen nach. (OK, der letzte Teil ist so nicht passiert. &lt;em&gt;Noch&lt;/em&gt; nicht.) Viele Kiwis haben sich bei uns f&amp;uuml;r das schlechte Wetter entschuldigt. Nat&amp;uuml;rlich sind der Tourismus und Landwirtschaft &lt;em&gt;die&lt;/em&gt; zwei gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Devisenquellen f&amp;uuml;r Neuseeland, und beide sind vom ausbleibenden Sommer negativ betroffen. F&amp;uuml;r viele Menschen und Unternehmen ist das kalte Wetter mehr als nur &amp;auml;rgerlich.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Schaffa, schaffa...&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Wie ich bereits erw&amp;auml;hnt hatte, macht in Neuseeland alles &amp;uuml;ber die Feiertage dicht. Dieses Jahr fielen die beiden Weihnachtsfeiertage (Ja, anders als in den USA gibt's hier wieder zwei! Der zweite hei&amp;szlig;t &amp;quot;Boxing Day&amp;quot;.) und sowohl Neujahr und der Tag nach Neujahr auf ein Wochenende. Weil alle vier offizielle Feiertage sind, wurden sie am Montag/Dienstag nach dem entsprechenden Wochenende nachgefeiert, so da&amp;szlig; viele Gesch&amp;auml;fte und Firmen mindestens bis zum 4. Januar geschlossen hatten; viele fingen erst gar nicht wieder vor dem 10. an. Nat&amp;uuml;rlich waren Superm&amp;auml;rkte und gro&amp;szlig;e L&amp;auml;den gleich nach Weihnachten wieder offen, oft allerdings mit eingeschr&amp;auml;nkten &amp;Ouml;ffnungszeiten. Manche Restaurants machten &amp;uuml;ber die Feiertage ganz zu, und viele derer die offen waren erh&amp;ouml;hten die Preise um 15% Feiertagszuschlag. Mitarbeiter haben an diesen Tagen das Recht auf Gehaltszuschl&amp;auml;ge, und viele Restaurants geben diese Extrakosten einfach an die G&amp;auml;ste weiter. Eine gute Woche also f&amp;uuml;r Selbstgekochtes.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Kurz vor Weihnachten hatte ich ein paar Vorstellungsgespr&amp;auml;che bei einer Webdesign- und Marketingagentur hier in Wellington, die einen Projektleiter f&amp;uuml;r Internetprojekte suchte. Die Gespr&amp;auml;che liefen sehr gut, aber weil sie so knapp vor den Feiertagen stattfanden war es klar da&amp;szlig; die endg&amp;uuml;ltige Entscheidung erst nach der Pause stattfinden w&amp;uuml;rde. Als sich die Tage so hinzogen wartete ich gespannt auf den 10. Januar, den Tag an dem ich ein weiteres Gespr&amp;auml;ch und R&amp;uuml;ckmeldung bekommen sollte. Das war dann auch so, und ich bekam die Stelle! Am 1. Februar fange ich an.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Mein neuer Arbeitgeber ist eine kleine, aber schnell wachsende Firma, zentral gelegen und nur wenige Minuten von unserer Wohnung entfernt. Meine Rolle ist ganz &amp;auml;hnlich wie die in meinem vorigen Job in San Francisco und dreht sich haupts&amp;auml;chlich um die Leitung von Internetprojekten der Firmenkunden&amp;mdash;alles von der Projektdefinition und -konzept gem&amp;auml;&amp;szlig; der Anforderungen und W&amp;uuml;nsche der Kunden, &amp;uuml;ber Design und Erstellung, zu Kundenbetreuung und Wartung. Als Projektleiter bin ich sozusagen der Knotenpunkt an dem meine Projekte zusammenlaufen und arbeite daher mit Leuten aus allen m&amp;ouml;glichen Richtungen zusammen: intern mit Verkauf/Kundendienst, Designern, Entwicklern, und Management, und extern mit den Kunden.&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Ich hatte im Ganzen vier Bewerbungsgespr&amp;auml;che, davon drei mit jeweils zwei Leuten. Man wollte sichergehen, da&amp;szlig; ich gut in die Umgebung passe; bei kleinen Firmen ist das ja besonders wichtig. Vorstellungsgespr&amp;auml;che sind hier nicht so formal wie in den USA, und man bekommt auch direktere Reaktionen, so da&amp;szlig; man nicht nach einem zweist&amp;uuml;ndigen Gespr&amp;auml;ch heimgeht und keine Ahnung hat wie es lief (wie es mir in Amerika ein paarmal passiert ist). Ein weiterer Unterschied zu den USA ist da&amp;szlig; neue Mitarbeiter hier typischerweise erst eine dreimonatige Orientierungsphase durchlaufen, bevor sie einen unbefristeten Vertrag bekommen. Das liegt daran da&amp;szlig; Arbeitnehmer hier nicht so einfach entlassen werden k&amp;ouml;nnen wie in Amerika. Die Kehrseite ist da&amp;szlig; man auch von den Arbeitnehmern erwartet, da&amp;szlig; sie vier Wochen K&amp;uuml;ndigungsfrist einhalten wenn sie die Stelle wechseln (in Amerika sind es 1-2 Wochen). Normalerweise bieten die Arbeitgeber hier &lt;em&gt;keine&lt;/em&gt; Krankenversicherung (siehe unten) oder Rentenpl&amp;auml;ne an. Kiwis und alle Einwanderer die seit mindestens 10 Jahren im Land sind bekommen ab dem Alter von 65 Jahren eine staatliche Pension, z. Zt. $265/Woche f&amp;uuml;r Alleinstehende und $437/Woche f&amp;uuml;r Paare. Viele Neuseel&amp;auml;nder legen Geld f&amp;uuml;r die Rente in privaten Rentenkonten an, und manche Arbeitgeber bieten inzwischen Pl&amp;auml;ne an bei denen sie zur Altersversicherung ihrer Mitarbeiter einen Beitrag hinzuzahlen.&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Der gr&amp;ouml;&amp;szlig;te und beste Unterschied zu den USA ist nat&amp;uuml;rlich der bezahlte Jahresurlaub: Drei Wochen Minimum sind vorgeschrieben; ab April wird der gesetzliche Mindesturlaub auf vier Wochen erh&amp;ouml;ht. Viele Arbeitgeber, einschlie&amp;szlig;lich Brians und meiner, geben ihren Mitarbeitern ohnehin schon vier Wochen. Hinzu kommen elf &lt;a href="http://www.emigratenz.org/NewZealandFAQ.html#Holidays"&gt;staatliche Feiertage&lt;/a&gt;. Die Arbeitswoche hat 40 Stunden, aber anders als in den USA arbeitet man auch wirklich 40 Stunden und nicht mehr. Das haben mehrere Leute w&amp;auml;hrend unserer Bewerbungsgespr&amp;auml;che deutlich betont. Kiwis nehmen ihren Beruf ernst, aber sie nehmen ihr Leben au&amp;szlig;erhalb der Arbeit ebenso ernst. W&amp;auml;hrend unserer Vorstellungsgespr&amp;auml;che fragten uns alle was wir in unserer Freizeit machen, und die &amp;quot;&amp;Uuml;ber Uns&amp;quot; Sparte auf den Internetseiten der meisten Firmen beschreibt normalerweise nicht nur Ausbildung und Karriere der einzelnen Mitarbeiter, sondern auch deren Hobbies und Interessen.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Rufe Dr. Brinkmann&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Anfang des Monats mu&amp;szlig;te ich zum Arzt f&amp;uuml;r die j&amp;auml;hrliche Vorsorgeuntersuchung, und so lernte ich zwangsl&amp;auml;ufig etwas &amp;uuml;ber das Gesundheitssystem in unserem neuen Land. Neuseeland hat ein &lt;a href="http://www.nzvillage.com/neuseeland/gesundheitswesen.php"&gt;staatliches Gesundheitswesen&lt;/a&gt; das haupts&amp;auml;chlich durch Steuern finanziert wird. Das bedeutet da&amp;szlig; die medizinische Versorgung der Einwohner vom Staat subventioniert wird. In manchen F&amp;auml;llen, z. B. Impfungen und Medizin f&amp;uuml;r Kinder und Krankenhausaufenthalte, ist sie sogar umsonst. Wie alle staatlich finanzierten Systeme hat auch dieses seine Schattenseiten, nicht zuletzt, lange Wartezeiten f&amp;uuml;r bestimmte Operationen und Spezialisten, so da&amp;szlig; viele Neuseel&amp;auml;nder sich zus&amp;auml;tzlich privat versichern. Das ist hier nicht sehr teuer, und selbst als Privatversicherter hat man trotzdem noch Anspruch auf staatliche Leistungen; es ist also keine entweder-oder Entscheidung. Anders als in den USA ist Krankenversicherung hier nicht Sache des Arbeitgebers, sondern wird der Verantwortung des Einzelnen &amp;uuml;berlassen. Man mu&amp;szlig; also viel weniger Formulare ausf&amp;uuml;llen wenn man eine neue Stelle antritt.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Weil ich im Moment noch nicht privat versichert bin und auch noch keine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung habe, mu&amp;szlig;te ich die volle Arztgeb&amp;uuml;hr bezahlen. $60, einschlie&amp;szlig;lich Laboruntersuchung, erschien mir allerdings alles andere als hoch. (Ich erinnere mich da&amp;szlig; in den USA der gleiche Arztbesuch um die $400 gekostet hat, Praxisgeb&amp;uuml;hr noch nicht inbegriffen. Weil die Versicherung nie die ganze Rechnung zahlte kam dann immer irgendwann eine Rechnung &amp;uuml;ber $50-60. All dies nat&amp;uuml;rlich trotz hoher monatlicher Versicherungsbeitr&amp;auml;ge.) Auch kann ich nicht &amp;uuml;ber die Wartezeit klagen: eine Woche f&amp;uuml;r einen nicht-dringenden Termin.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Visumvisionen&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimgwide"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage300206-0501-02.jpg" alt="Ausgew&amp;auml;hlt!" width="300" height="206" /&gt;&lt;br /&gt; Ausgew&amp;auml;hlt! &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Gleich nach der Ferienpause machten wir uns an den n&amp;auml;chsten Schritt in Richtung dauerhafte Aufenthaltserlaubnis. F&amp;uuml;r Einwanderer wie uns, die sich als &amp;quot;Qualifizierte Arbeitskr&amp;auml;fte&amp;quot; bewerben, ist das ein Proze&amp;szlig; mit mehreren Stufen. Als erstes mu&amp;szlig; man sein Interesse an Einwanderung bekunden. Der Antrag daf&amp;uuml;r hei&amp;szlig;t &amp;quot;Expression of Interest&amp;quot; (EOI), und f&amp;uuml;r ihn mu&amp;szlig; man alle m&amp;ouml;glichen Details &amp;uuml;ber einen selbst, Ausbildung und Qualifikationen, Familie, Gesundheitszustand usw. angeben. F&amp;uuml;r bestimmte Dinge, wie z. B. Berufserfahrung, bekommt man Punkte angerechnet. Alle EOIs kommen in eine Datenbank (&amp;quot;pool&amp;quot;), und alle zwei Wochen werden die Bewerber mit der h&amp;ouml;chsten Punktzahl ausgew&amp;auml;hlt. Diejenigen die nicht sofort ausgew&amp;auml;hlt werden verbleiben f&amp;uuml;r drei Monate im &lt;em&gt;pool&lt;/em&gt;; dann verf&amp;auml;llt die Bewerbung. In der Realit&amp;auml;t sieht es zur Zeit so aus da&amp;szlig; die meisten wenn nicht sogar alle EOIs ausgew&amp;auml;hlt werden, denn die neuseel&amp;auml;ndische Einwanderungsbeh&amp;ouml;rde &lt;a href="http://www.immigration.govt.nz/migrant/"&gt;NZIS&lt;/a&gt; hat im letzten halben Jahr die Schwelle f&amp;uuml;r die Mindestpunktzahl erheblich nach unten verlagert. Warum das? Das Land hat jedes Jahr eine bestimmte Zielvorgabe f&amp;uuml;r Einwanderungszahlen und hat diese im letzten Jahr nicht erreicht, so da&amp;szlig; der Proze&amp;szlig; f&amp;uuml;r Einwanderungswillige vereinfacht werden mu&amp;szlig;te.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wir reichten unseren EOI Mitte Januar ein, und wie erwartet wurden wir bei der darauffolgenden Ziehung ausgew&amp;auml;hlt. Als n&amp;auml;chstes wird nun NZIS die EOIs so gut es geht auf Richtigkeit &amp;uuml;berpr&amp;uuml;fen um sicherzugehen, da&amp;szlig; den Kandidaten auch wirklich die jeweils beanspruchte Punktezahl zusteht. F&amp;uuml;r den EOI mu&amp;szlig; man noch keine Beweisunterlagen einreichen, aber es kann sein da&amp;szlig; man einen Anruf von der Einwanderungsbeh&amp;ouml;rde bekommt und Fragen beantworten mu&amp;szlig;. Wir hoffen da&amp;szlig; in unserem Fall die &amp;Uuml;berpr&amp;uuml;fung schnell geht, denn wir mu&amp;szlig;ten ja schon f&amp;uuml;r die Arbeitserlaubnis alle m&amp;ouml;glichen Unterlagen zur Verf&amp;uuml;gung stellen. Und weil wir bereits eine Stelle haben, haben wir in unserem Antrag gar nicht alle Punkte geltend gemacht die wir h&amp;auml;tten angeben k&amp;ouml;nnen, denn wir brauchten sie nicht um trotzdem weit &amp;uuml;ber der Mindestpunktzahl zu sein. Je mehr Punkte man geltend macht, desto mehr mu&amp;szlig; die Einwanderungsbeh&amp;ouml;rde &amp;uuml;berpr&amp;uuml;fen, und desto l&amp;auml;nger dauert es bis man eine Antwort bekommt.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Sobald NZIS sich &amp;uuml;berzeugt hat da&amp;szlig; ein Antrag rechtm&amp;auml;&amp;szlig;ig ist, wird der Antragsteller eingeladen, sich offiziell zu bewerben (&amp;quot;Invitation to Apply&amp;quot; kurz ITA). In dieser Stufe fallen durchaus einige Kandidaten mangels gefragter Qualifikation durch. Wer eine Einladung erh&amp;auml;lt mu&amp;szlig; nun den Antrag auf Aufenthaltsgenehmigung ausf&amp;uuml;llen und zusammen mit seinen Beweismaterialien einreichen. Letztere reichen u.a. von Arbeitsreferenzen &amp;uuml;ber offizielle Studiennachweise zu Polizeilichem F&amp;uuml;hrungszeugnis und Gesundheitsattest. Man mu&amp;szlig; au&amp;szlig;erdem seinen Pa&amp;szlig; abgeben, denn anders als in den USA, wo man eine spezielle Green Card bekommt, wird hier das Aufenthaltsrecht im Reisepa&amp;szlig; des Heimatlandes dokumentiert. Je sauberer und vollst&amp;auml;ndiger die Bewerbung ist, desto besser stehen die Chancen da&amp;szlig; sie auch schnell bearbeitet wird. Alles, was wir im Moment tun k&amp;ouml;nnen, ist auf die Einladung warten.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;NZIS hat &amp;uuml;brigens eine sehr gute Website mit umfassenden Informationen und Zugang zu allen Formularen und Handb&amp;uuml;chern die man als Einwanderer braucht um sich zu bewerben. EOIs werden online eingereicht, und man kann sich jederzeit einloggen und seine Daten und den Status seiner Bewerbung einsehen. Cool!&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Polterabend&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Am 18. Januar wurden wir unsanft daran erinnert, da&amp;szlig; Wellington nicht nur Cable Cars und Bay mit San Francisco gemein hat, sondern auch Erdeben. Und es war nicht nur &lt;em&gt;ein&lt;/em&gt; &lt;a href="http://stuff.co.nz/stuff/0,2106,3160352a10,00.html"&gt;Beben&lt;/a&gt; das an dem Tag die Nordinsel ersch&amp;uuml;tterte, sondern ganze sieben! Eigentlich sollte ich ja daran gew&amp;ouml;hnt sein, aber das war das erste Mal da&amp;szlig; die Erde in unserem neuen Land bebte, und ich hatte vergessen wie irritierend das sein kann. Die ersten f&amp;uuml;nf Beben, vom Nachmittag bis zum Abend, gingen noch unbemerkt an uns vorbei. Das Erdbeben um 21:36 Uhr jedoch lie&amp;szlig; uns vom E&amp;szlig;tisch aufspringen, wo wir gerade mit dem Abendessen fertigwaren und bei einem Glas Wein zusammensa&amp;szlig;en und redeten. Das Haus schwankte ein paarmal hin und her, aber alles blieb an seinem Platz. Nur 50 Minuten sp&amp;auml;ter, als mein Herz gerade wieder normal klopfte, wiederholte sich das Ganze. Das st&amp;auml;rkste Erdbeben ma&amp;szlig; 5,3 auf der Richterskala und hatte seinen Ursprung vor der K&amp;uuml;ste der Nordinsel, etwa 90 km &amp;ouml;stlich von Wellington.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und weils so sch&amp;ouml;n ist bebte es ein paar Tage sp&amp;auml;ter &lt;a href="http://www.orf.at/index.html?url=http%3A//www.orf.at/ticker/170630%0A.html"&gt;schon wieder&lt;/a&gt;. Dieses Mal ma&amp;szlig; es 5,5 auf der Richterskala, und das Epizentrum war nur 30 km von der Innenstadt entfernt. W&amp;auml;hrend die vorigen Beben eher langsam rollend dahergekommen waren, war dieses eine starke, ruckelige Ersch&amp;uuml;tterung. Ich war gerade tropfend aus der Dusche gestiegen und noch nicht einmal richtig wach, also nicht gerade im besten Zustand f&amp;uuml;r eine m&amp;ouml;gliche Evakuierung, und mein Instinkt reichte nicht weiter als nach einem Handtuch zu greifen und dabei ein paar Schimpfworte zu murmeln. Zum Gl&amp;uuml;ck sieht es so aus als nichts schlimmeres passierte als da&amp;szlig; in L&amp;auml;den ein paar Gegenst&amp;auml;nde von ihren Regalen fielen. Ene mene miste...&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Urlaub die Zweite&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt;&lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage20098-0501-11t.jpg" alt="Tongariro Crossing" title="Tongariro%0ACrossing" hspace="5" vspace="5" width="200" height="98" /&gt;&lt;br /&gt; Tongariro Crossing &lt;br /&gt; &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Und dann war es wieder einmal an der Zeit, den Urlaub zu wagen. Beim zweiten Versuch waren die Voraussetzungen deutlich besser als letztes Mal im Dezember. In der Woche vor unserer Abfahrt war es warm und sonnig, sogar hier in Wellington, und laut Wettervorhersage sollte es an unserem Zielort sogar noch w&amp;auml;rmer sein. Als wir die inzwischen vertraute Strecke Richtung Tongariro Nationalpark entlangfuhren, kam es uns trotzdem fast komisch vor, da&amp;szlig; es nicht wie sonst immer regnete.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wir verbrachten die ersten drei N&amp;auml;chte in der &lt;a href="http://www.discovery.net.nz/"&gt;Discovery Lodge&lt;/a&gt; in der N&amp;auml;he von Whakapapa Village, einer Unterkunft die ich w&amp;auml;rmstens empfehlen kann. Dort gibt es alles vom Motelzimmer bis zum Campingplatz, au&amp;szlig;erdem einen Gesellschaftsraum und verschiedene Dienste wie z. B. Bustransport und Essenspakete. Wir hatten eine private H&amp;uuml;tte mit K&amp;uuml;che, au&amp;szlig;erdem gab es eine Bar, ein Restaurant, und eine gro&amp;szlig;e Terrasse auf der man sitzen, trinken, und die Vulkane betrachten konnte. Wir haben von all diesen Dingen Gebrauch gemacht.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;&amp;quot;Die Sonne wirft einen ersten verstohlenen Blick &amp;uuml;ber die H&amp;uuml;gel ...&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;...V&amp;ouml;gel zwitschern, Felder glei&amp;szlig;en im Morgentau...ein neuer, vollkommener Tag im Paradies.&amp;quot; Dieses sch&amp;ouml;ne Zitat stammt von der R&amp;uuml;ckseite unserer M&amp;uuml;slischachtel, und normalerweise finde ich solch kitschige Werbeprosa nur nervig. W&amp;auml;hrend dieses Urlaubs jedoch beschriebt der obige Satz schlicht und einfach die Wirklichkeit. Die Sch&amp;ouml;nheit der Natur im &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tongariro-Nationalpark"&gt;Tongariro Nationalpark&lt;/a&gt; ist schwer in Worte zu fassen. Weil alles vulkanisch ist erscheint die Landschaft oft harsch und &amp;ouml;de, und es wird einem schnell klar weshalb diese Gegend als Filmkulisse f&amp;uuml;r Saurons unheimliches Mordor in &lt;em&gt;Herr der Ringe&lt;/em&gt; ausgew&amp;auml;hlt wurde. Und doch, sie ist weitaus vielf&amp;auml;ltiger als nur felsige Mondlandschaft: Es gibt smaragdgr&amp;uuml;ne Seen, Schwefelquellen, aktive Schlote und Kraterseen, und sogar &amp;uuml;ppige gr&amp;uuml;ne W&amp;auml;lder in den niedrigeren Gegenden des Parks.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt;&lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0501-07.jpg" alt="Gipfelst&amp;uuml;rmer" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Gipfelst&amp;uuml;rmer &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Die beste Art, all dies hautnah zu erleben, ist die Tongariro &amp;Uuml;berquerung &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tongariro_Crossing"&gt;(Tongariro Crossing)&lt;/a&gt;, eine Tageswanderung von 18 km durch die spektakul&amp;auml;rsten Abschnitte der Vulkanlandschaft. Anscheinend begeben sich im Sommer 800 Personen pro Tag auf diese Wanderung. Es kam uns aber nicht &amp;uuml;berf&amp;uuml;llt vor. Ein Grund war wohl da&amp;szlig; wir eine fr&amp;uuml;hen Start hatten: Unser Bus fuhr um 6 Uhr morgens ab und bereits 15 Minuten sp&amp;auml;ter waren wir am Beginn des Wanderweges&amp;mdash;mindestens eine Stunde vor all den anderen Bussen; wir hatten also einen guten Vorsprung. Und obwohl es an manchen Punkten etwas voller wurde, z. B. an schwierigen, steilen Aufstiegen oder beliebten Pausenpl&amp;auml;tzen, schienen wir doch oft ganz allein unterwegs zu sein. In anderen Worten, es war&amp;quot;Kiwi-voll&amp;quot;: viele Leute nach neuseel&amp;auml;ndischem Standard, aber immer noch ziemlich einsam im Vergleich zu beliebten Zielen in den USA oder Europa.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Es gibt bereits massenhaft &lt;a href="http://www.google.de/search?ie=UTF-8&amp;amp;hl=de&amp;amp;meta=cr=countryDE&amp;amp;q=%%0A22tongariro%20crossing%22"&gt;Beschreibungen&lt;/a&gt; dieser Wanderung und ich glaube nicht, da&amp;szlig; die Welt noch eine mehr braucht. So ziemlich alle, die die Tongariro Crossing gemacht haben, sind vollauf begeistert, und das mit Recht. Es ist einfach fantastisch. Die Strecke kann an manchen Abschnitten etwas schwierig werden (viele Felsen und Sand, und manchmal rutschig), und das viele bergab in der zweiten H&amp;auml;lfte kann auf die Knie gehen, aber es ist die M&amp;uuml;he auf jeden Fall wert, und die atemberaubenden Aussichten gehen einem noch nach wenn der Muskelkater schon l&amp;auml;ngst wieder weg ist.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Weil wir gerade eine anstrengende Wanderung hinter uns hatten, wollten wir am n&amp;auml;chsten Tag etwas ruhigeres machen, also fuhren wir zum Whakapapa Skigebiet und fuhren mit zwei Sesselliften den &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ruapehu"&gt;Mt. Ruapehu&lt;/a&gt; hoch, zur Knoll Ridge H&amp;uuml;tte in 2020 m H&amp;ouml;he. Obwohl das Wetter ganz gut aussah war der Berggipfel den ganzen Tag in Wolken verh&amp;uuml;llt, was dem Ganzen eine eher unheimliche Atmosph&amp;auml;re verlieh. Wir hatten gelesen da&amp;szlig; es von der H&amp;uuml;tte aus einen kleinen Spazierweg gab, und wir beschlossen, diesem zu folgen. Der kleine Spaziergang entpuppte sich als Kletterpartie, teilweise durch Firn, teilweise &amp;uuml;ber Felsen, hoch zum Grat (Skyline Ridge) in 2300 m H&amp;ouml;he. In mehreren Abschnitten waren wir buchst&amp;auml;blich mitten in den Wolken, und oft konnte man den Pfad nur anhand der ab und zu platzierten Markierungspf&amp;auml;hle erkennen. Die Aussicht vom Grad war trotz Wolken fantastisch, aber der gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Spa&amp;szlig; war der R&amp;uuml;ckweg: Wir schlitterten einfach den Berg hinunter, durch Schnee und Sand, und das bei einem ganz sch&amp;ouml;nen Tempo. In etwa einem Viertel der Zeit, die wir f&amp;uuml;r den Aufstieg gebraucht hatten, waren wir wieder unten. Yippie!&lt;/p&gt;  &lt;div align="center"&gt; 	&lt;img class="img" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0501-04.jpg" alt="Tongariro Nationalpark, Blue Lake" width="200" height="133" /&gt;     	&lt;img class="img" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0501-05.jpg" alt="Tongariro Nationalpark, Smaradgseen" width="200" height="133" /&gt;     &lt;img class="img" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0501-06.jpg" alt="Tongariro Nationalpark, Aufstieg zum Roten Krater" width="200" height="133" /&gt;     &lt;img class="img" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0501-08.jpg" alt="Mt.%0ARuapehu, Skyline Walk" width="200" height="133" /&gt;     &lt;img class="img" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0501-09.jpg" alt="Whanganui River" width="200" height="133" /&gt;     &lt;img class="img" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0501-10.jpg" alt="Br&amp;uuml;cke nach Nirgendwo" width="200" height="133" /&gt; &lt;/div&gt;  &lt;h3&gt;Panta Rei&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Und dann waren wir unterwegs zum Whanganui River. Wir hatten eine dreit&amp;auml;gige Kanutour mit &lt;a href="http://blazingpaddles.co.nz/home.htm"&gt;Blazing Paddles&lt;/a&gt; gebucht. Die Veranstalter stellten die gesamte Ausr&amp;uuml;stung zur Verf&amp;uuml;gung&amp;mdash;Kanu, Paddel, Schwimmwesten, Plastikkanister, Landkarten usw.&amp;mdash;, organisierten den Transport zum und vom Flu&amp;szlig;, und erkl&amp;auml;rten uns au&amp;szlig;erdem wie man den Flu&amp;szlig; deutet, wie man am besten durch Stromschnellen kommt und so weiter. Alle waren sehr freundlich und professionell, und ich w&amp;uuml;rde sie auf jeden Fall weiterempfehlen.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0501-03.jpg" alt="Achtung, Kiwis" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Achtung, Kiwis &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Unsere Tour begann in Whakahoro, etwa eine Stunde Fahrtzeit von Blazing Paddles' Standort entfernt. Ein Gro&amp;szlig;teil der Strecke war Schotterweg, so da&amp;szlig; es ziemlich langsam voranging. Weil ich ausnahmsweise einmal nicht selber fahren mu&amp;szlig;te, konnte ich mich zur&amp;uuml;cklehnen und die Landschaft genie&amp;szlig;en. Es war fast schon zu viel &amp;quot;Neuseeland Pur&amp;quot;. Wir fuhren durch sanft geschwungene gr&amp;uuml;ne H&amp;uuml;gel, gesprenkelt mit Schafen und Holzz&amp;auml;unen, unter einem klarblauen Himmel mit einzelnen Wattewolken. Ab und zu ging es durch W&amp;auml;ldchen oder &amp;uuml;ber kleine h&amp;ouml;lzerne Br&amp;uuml;cken, und einmal mu&amp;szlig;ten wir anhalten weil eine Schafherde die Stra&amp;szlig;e blockierte. Wir sahen Ziegen, Hasen, Elstern, G&amp;auml;nse, und sogar einen Fasan. Selbst Werbespots f&amp;uuml;r Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;cksprodukte tragen nicht &lt;em&gt;so&lt;/em&gt; dick auf...&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wir hatten bereits unsere Ausr&amp;uuml;stung in die wasserdichten Plastikkanister verstaut so da&amp;szlig; wir, als wir am Zielort waren, nur die Kanister ins Kanu laden mu&amp;szlig;ten und nat&amp;uuml;rlich gut festbinden, falls wir kentern sollten. Wie schnell das passieren kann wurde uns bereits nach wenigen Minuten auf dem Flu&amp;szlig; klar. &amp;quot;Es gibt am Beginn jeden Tages ein paar einfache Stromschnellen an denen Sie Ihr Selbstbewu&amp;szlig;tsein st&amp;auml;rken k&amp;ouml;nnen&amp;quot;, hie&amp;szlig; es in der Brosch&amp;uuml;re unter der &amp;Uuml;berschrift &amp;quot;Und was ist wenn ich keinerlei Erfahrung mit Kanus habe?&amp;quot;. Das stimmte auch. &amp;quot;Das bedeutet jedoch nicht, da&amp;szlig; sie vor dem Kentern sicher sind, wenn sie keine Ahnung haben was Sie da machen&amp;quot;, stand da zwar nicht dabei, aber das fanden wir auch so schnell heraus. Es gibt nur einige wenige kategorisierte Stromschnellen auf dieser Strecke, und man erreicht sie erst am letzten Tag. Trotzdem mu&amp;szlig; man auch kleinere Stromschnellen richtig angehen, um zu vermeiden da&amp;szlig; man quergestellt wird oder m&amp;ouml;glicherweise sogar umkippt.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimgwide"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage300242-0501-12.gif" alt="Whanganui River Journey" width="300" height="242" /&gt;&lt;br /&gt; Whanganui River Journey &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Zum Gl&amp;uuml;ck sind es nur einige wenige Grundregeln, die man beachten mu&amp;szlig;: Wenn man ein \/ auf dem Flu&amp;szlig; sieht, bedeutet das da&amp;szlig; unter Wasser ein Hindernis ist, meistens ein Felsen oder Baumstamm, und man sollte sich davon fernhalten. Das umgedrehte /\ andererseits zeigt den tiefsten Kanal an und damit den sichersten Weg. Was Stromschnellen anbelangt, ist es das beste, direkt in sie hineinzusteuern und mit der Str&amp;ouml;mung mitzugehen. Man h&amp;auml;lt Ausschau nach dem /\ und f&amp;auml;ngt an zu paddeln, wenn m&amp;ouml;glich etwas schneller als die Stromschnelle selbst, w&amp;auml;hrend man von ihr mitgetragen wird. Viele Stromschnellen sind stark gekurvt und gehen direkt auf einen Uferfelsen zu, aber es ist wichtig die Grundregel zu beachten und mit der Stromschnelle zu flie&amp;szlig;en anstatt zu versuchen, sie zu umgehen. Schlie&amp;szlig;lich gibt es auch ein paar kommerzielle Motorboote auf dem Flu&amp;szlig;. Wenn man eines kommen h&amp;ouml;rt, ist es am besten, in die N&amp;auml;he des Ufers zu steuern und das Kanu querzustellen. Motorboote verursachen starke Wellen, vor allem im Nachstrom, und oft dauern diese ewig an, weil sie einfach zwischen den Uferfelsen hin- und herprallen. Am besten nimmt man diese Wellen, die senkrecht zum Flu&amp;szlig; rollen, wie mit einem Surfboard, bis sie schlie&amp;szlig;lich nachlassen. Sobald wir diese Regeln verinnerlicht hatten machte es Riesenspa&amp;szlig;, durch die Stromschnellen zu d&amp;uuml;sen, und obwohl wir ein paarmal m&amp;auml;chtig na&amp;szlig; wurden sind wir &lt;em&gt;nicht einmal&lt;/em&gt; gekentert.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die gesamte Dreitagestour von Whakahoro nach Pipiriki ist knapp 90 km lang, oder durchschnittlich sieben Stunden Paddeln pro Tag; anfangs etwas l&amp;auml;nger, am Ende etwas k&amp;uuml;rzer. Der Flu&amp;szlig; war sehr niedrig und an manchen Stellen sogar fast seicht, und er hatte eine ganz schwache Str&amp;ouml;mung, so da&amp;szlig; wir ganz sch&amp;ouml;n arbeiten mu&amp;szlig;ten um voranzukommen. Wieder einmal war es Kiwi-voll, in anderen Worten, wir hatten die meiste Zeit den Flu&amp;szlig; ganz f&amp;uuml;r uns alleine. Es war unbeschreiblich wie ruhig und friedlich es war, den Flu&amp;szlig; entlangzugleiten. Die meiste Zeit besteht das Ufer an beiden Seiten aus steilen Felsw&amp;auml;nden, &amp;uuml;ppig gr&amp;uuml;n mit Farnb&amp;auml;umen, Moos, Rinnsalen und Wasserf&amp;auml;llen &amp;uuml;berall. Manchmal passiert man eine H&amp;ouml;hle oder einen Nebenflu&amp;szlig;, aber abgesehen davon sind es nur die Zeltpl&amp;auml;tze alle paar Stunden die ein klein wenig hervorstechen. Noch nie habe ich solch sattes Gr&amp;uuml;n gesehen, und der Eindruck wurde noch verst&amp;auml;rkt durch die Spiegelungen des Ufers im glasklaren Wasser. Meistens waren die einzigen Laute, abgesehen von unseren eigenen Paddeln, Vogelsang und ab und zu das Meckern einer wilden Ziege (und nachts, der Schrei des Kiwi). Nach einer Weile fing ich an, seltsame Gesichter in den Felsen zu sehen und Treibholz f&amp;uuml;r Totensch&amp;auml;del zu halten, und die &amp;uuml;ppige Dschungelkulisse erzeugt ein Atmosph&amp;auml;rengemisch aus Indiana Jones, Apocalypse Now, und Pippi Langstrumpf. Wir hatten jedenfalls ein paar wunderbare Tage&amp;mdash;die perfekte Mischung aus Beschaulichkeit in der Natur und aufregender Aktivit&amp;auml;t.&lt;/p&gt;&lt;h3&gt;Entscheidung erfolgreich&lt;/h3&gt;     &lt;p&gt;Als wir von unserer Tour nach Hause kamen, ging ich online um nach dem Status unserer Einwanderung zu schauen&amp;mdash;mehr aus Gewohnheit als weil ich wirklich etwas neues erwartete, schlie&amp;szlig;lich war es ja gerade erst eine Woche her da&amp;szlig; wir unseren EOI eingereicht hatten und aus dem Pool ausgew&amp;auml;hlt worden waren. Nach dem was ich von anderen geh&amp;ouml;rt hatte, war die typische Wartezeit vom Zeitpunkt an dem man ausgew&amp;auml;hlt ist bis zur Einladung zur Bewerbung (ITA) 3-4 Monate. Man stelle sich also unsere &amp;Uuml;berraschung vor, als wir uns einloggten und sahen, da&amp;szlig; unser Status sich in &lt;em&gt;Erfolgreich&lt;/em&gt; (&amp;quot;Decision Successful&amp;quot;) gewandelt hatte. Das hei&amp;szlig;t da&amp;szlig; wir nun den eigentlichen Einwanderungsantrag einreichen k&amp;ouml;nnen. Am n&amp;auml;chsten Tag bekamen wir ein Email von unserem Berater, der selbst im Urlaub gewesen war, in dem er fragte ob wir dazugekommen seien, den EOI einzureichen. So konnten wir stolzerweise antworten da&amp;szlig; wir bereits einen Schritt weiter sind... Die Unterlagen sollten in den n&amp;auml;chsten Tagen mit der Post eintreffen, und dann hei&amp;szlig;t es den letzten Antrag ausf&amp;uuml;llen und alle Unterlagen zusammentragen. Das sollte nicht allzu lange dauern, das alles zusammenzustellen&amp;mdash;wir sind jetzt auf jeden Fall in der Zielgeraden. Was f&amp;uuml;r eine gute Art, den Monat zu beenden.&lt;/p&gt; </description>
			<pubDate>Mon, 31 Jan 2005 00:00:00 +1300</pubDate>
			
			
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			<title>Februar 2005</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-februar-2005/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Total normal&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0502-01.jpg" alt="Schaufelbrunnen" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Schaufelbrunnen &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Die ersten vier Monate nach unserer Abreise aus San Francisco waren so ereignisvoll, neu und aufregend da&amp;szlig; sie fast endlos schienen. Der Februar kam mir andererseits so vor als ob er erst vor ein paar Tagen angefangen h&amp;auml;tte. Mein Kalender jedoch beharrt darauf, da&amp;szlig; morgen der erste M&amp;auml;rz ist. Was ist geschehen?&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;In einem Wort, der Alltag. Sowohl Brian als auch ich fingen unsere neuen Arbeitsstellen zu Monatsbeginn an, und buchst&amp;auml;blich innerhalb eines Tages waren wir wieder im Arbeitsrhythmus den wir zuvor fast vergessen hatten. Wir hatten beide gro&amp;szlig;es Gl&amp;uuml;ck mit unseren neuen Arbeitgebern, und der erste Monat lief sehr gut: Intelligente, nette Kollegen, interessante Projekte, und ein Arbeitsklima das Qualit&amp;auml;t und Leistung f&amp;ouml;rdert, aber trotzdem locker ist.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Was uns auch sehr half, uns an einen regelm&amp;auml;&amp;szlig;igen Tagesablauf zu gew&amp;ouml;hnen, ist der extrem kurze Arbeitsweg. Meiner ist im Moment drei Minuten zu Fu&amp;szlig; (wir ziehen allerdings in einem halben Jahr um, und dann wird er&amp;mdash;schluck&amp;mdash;doppelt so lang sein), Brians dauert vier Minuten.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0502-02.jpg" alt="Cuba Street Hauseingang" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Cuba Street Hauseingang &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Mein B&amp;uuml;ro ist direkt an der &lt;a href="http://www.cuba.co.nz/"&gt;Cuba Street&lt;/a&gt;, die so eine Art Studentenviertel ist. Hier gibt's zahllose Kneipen, L&amp;auml;den, Galerien, Kinos, Cafes und Restaurants. Ein Teil ist Fu&amp;szlig;g&amp;auml;ngerzone und immer voll mit Stra&amp;szlig;enmusikanten und K&amp;uuml;nstlern, Touristen auf der Suche nach dem &amp;quot;alternativen&amp;quot; Wellington, B&amp;uuml;roarbeitern bei der Kaffeepause, Sportfans die vor, w&amp;auml;hrend und nach dem Spiel auf ein Bier gehen, und Halbw&amp;uuml;chsigen die sich eifrig bem&amp;uuml;hen, hart und/oder gelangweilt zu erscheinen. Zwanzig Schritte aus meinem Geb&amp;auml;ude, und ich kann den vollkommenen Kaffee Latte, ein Guinness oder frischgepre&amp;szlig;ten organischen Saft erstehen; ich kann mir die Haare schneiden lassen oder in einem der Tante-Emma-L&amp;auml;den einkaufen, im Kasino gegen&amp;uuml;ber eine Runde Videopoker spielen, Sushi, Fish &amp;amp; Chips, Foccacia Sandwiches, indisch, thail&amp;auml;ndisch, oder malaysisch essen, edle oder second-hand Kleidung und Schuhe kaufen, chinesische Medizin oder Weledaprodukte erstehen. Oder einfach auf einer der B&amp;auml;nke in der Sonne sitzen und all das auf mich einwirken lassen, und das ohne alle paar Minuten um Kleingeld angebettelt zu werden.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Ein schwieriger Feiertag&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200195-0502-06.jpg" alt="Neuseelands Wappen" width="200" height="195" /&gt;&lt;br /&gt; Neuseelands Wappen &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Am 6. Februar war Waitangi Day, Neuseelands Nationalfeiertag, an dem man die Unterzeichnung des Vertrags von Waitangi feiert.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Europ&amp;auml;er hatten um 1800 begonnen, Neuseeland zu besiedeln, und sie brachten neue Technologien, Produkte, und Kultur mit sich. Zur gleichen Zeit gab es im Land zahlreiche Konflikte zwischen einzelnen Maorist&amp;auml;mmen. Egal wie man zu dem komplizierten Thema der Rassenbeziehungen in Neuseeland steht, es besteht jedenfalls kein Zweifel da&amp;szlig; die erste H&amp;auml;lfte des 19. Jahrhunderts eine Zeit umfassenden Wandels war, sowohl f&amp;uuml;r das Land im allgemeinen als auch f&amp;uuml;r die Welt der Maori im besonderen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Der Vertrag von Waitangi wurde 1840 von Vertretern der Britischen Krone und Maorih&amp;auml;uptlingen unterzeichnet. Sein Ziel war, die Auseinandersetzungen zwischen den St&amp;auml;mmen zu beenden und eine Verfassungsgrundlage f&amp;uuml;r die Einf&amp;uuml;hrung des britischen Rechts- und Regierungssystems in Neuseeland zu schaffen. F&amp;uuml;r die Maori bedeutete der Vertrag die Aufgabe ihrer Souver&amp;auml;nit&amp;auml;t im Ausgleich f&amp;uuml;r garantierte Hoheit der Stammesf&amp;uuml;hrer &amp;uuml;ber Maoriland und -ressourcen, und die Erlangung der gleichen Rechte und Pflichten wie die britischen B&amp;uuml;rger. Bis zum heutigen Tag hat Neuseeland keine alleinstehende, schriftliche Verfassung. Stattdessen basieren Regierung, Rechts- und Gesellschaftssystem auf einer Anzahl von Gesetzen und Verfahren, und der Vertrag von Waitangi bildet das zentrale Dokument.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Der Vertrag und seine Bedeutung als die Gr&amp;uuml;ndungsurkunde der Nation ist seit Jahrzehnten eine Brutst&amp;auml;tte f&amp;uuml;r heftige Auseinandersetzungen. Diese basieren nicht zuletzt auf der Tatsache, da&amp;szlig; es zwei verschiedene Versionen des Vertrags gibt&amp;mdash;englisch und Maori&amp;mdash;, und die Begriffe in den jeweiligen Texten haben nicht genau dieselbe Bedeutung. Die Interpretationen weichen daher weit voneinander ab, vor allem in Bezug auf Souver&amp;auml;nit&amp;auml;t (die englische Version beschreibt eine vollkommene &amp;Uuml;bertragung der Macht auf die Krone, w&amp;auml;hrend die Maoriversion eine Teilung der Gewalt unterstellt), und Kultur (die englische Version gibt den Maori die Kontrolle &amp;uuml;ber deren Land, W&amp;auml;lder, Fischereien und andere Besitzt&amp;uuml;mer, w&amp;auml;hrend die Maoriversion au&amp;szlig;erdem auch Kontrolle und Schutz von Sprache, Kultur, und derartigen Dingen impliziert).&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;In den letzten Jahren waren die Waitangi Day Feierlichkeiten von &lt;a href="http://www.channelnewsasia.com/stories/afp_asiapacific/view/130006%0A/1/.html"&gt;Protesten und Gewalt&lt;/a&gt; &amp;uuml;berschattet, und die Frage ob und wie Politiker, vor allem die Premierministerin, daran teilnehmen sollen, beherrschen die sehr emotionale Debatte. Erst vor ein paar Tagen kam das Thema wieder in den &lt;a href="http://www.stuff.co.nz/stuff/0,2106,3200128a8153,00.html"&gt;Nachrichten&lt;/a&gt;, dieses mal ging es darum, ob die Kenntnis des Vertrages und das Bekenntnis zu seinen Prinzipien eine Voraussetzung f&amp;uuml;r Anstellung im &amp;ouml;ffentlichen Dienst sein soll oder nicht. Und in einer neulichen &lt;a href="http://www.proteapacific.co.nz/newsletters/newsletter_detail.asp?%0Aview=35&amp;amp;ic=1#212"&gt;Meinungsumfrage&lt;/a&gt;, bei der Neuseel&amp;auml;nder gefragt wurden was die wichtigsten Themen seien mit denen sich das Land heute auseinandersetzen mu&amp;szlig;, nannten 28% Rassenbeziehungen und den Vertrag von Waitangi das wichtigste Problem&amp;mdash;die n&amp;auml;chsth&amp;ouml;chste Nennung, Gesundheitsfragen, wurde nur von 11% genannt.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Zur&amp;uuml;ck zur Natur&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0502-03.jpg" alt="Karori Wildlife Sanctuary" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Karori Wildlife Sanctuary &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Einer der besten Aspekte von Wellington ist wieviel Gr&amp;uuml;nfl&amp;auml;chen es innerhalb der Stadt gibt, und wie nah man es selbst von der Innenstadt aus (einschlie&amp;szlig;lich unserem Viertel) zur Natur hat. Es braucht nur wenige Minuten zu Fu&amp;szlig;, und schon sind wir im Wald am Mt. Victoria, umgeben von B&amp;auml;umen und Vogelsang, oder am Strand an der Oriental Bay&amp;mdash;und das ist nur unsere allern&amp;auml;chste Umgebung. Etwas weiter weg (2km), aber immer noch innerhalb der Stadtgrenzen, liegt das &lt;a href="http://www.sanctuary.org.nz/"&gt;Karori Wildlife Sanctuary&lt;/a&gt;. Dieses 252 ha gro&amp;szlig;e Tal direkt entlang einer Erdspalte ist ein Naturschutzgebiet mit dem Ziel, die urspr&amp;uuml;ngliche Artenvielfalt Neuseelands wieder auf den Stand vor der menschlichen Besiedlung zu bringen (&amp;uuml;ber einen Zeitraum von 500 Jahren...wahrlich eine langfristige Vision also). Das Schutzgebiet ist von einem Zaum umrundet der Raubtiere au&amp;szlig;en vor halten soll. In den letzten Jahren sind zahlreiche gef&amp;auml;hrdete Arten wieder eingef&amp;uuml;hrt worden, unter anderem der Kleine Fleckenkiwi und andere seltene Vogelarten.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0502-04.jpg" alt="Mitten in Wellington" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Mitten in Wellington &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Wanderwege mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden (d.h., Steigungen) ziehen sich durch das gesamte Gebiet und f&amp;uuml;hren einen durch Urwald und Feuchtgebiete. Wir machten uns an einem sommerlichen Sonntagnachmittag auf einen zweist&amp;uuml;ndigen Rundweg, und es war sehr entspannend. Ein paarmal setzten wir uns auf eine Bank und waren ganz still. Innerhalb einer Minute waren wir mitten in einem Vogelkonzert&amp;mdash;wir konnten 6 oder 7 verschiedene V&amp;ouml;gel nur in der unmittelbaren Umgebung unterscheiden. Au&amp;szlig;erdem erkundeten wir eine verlassene Goldmine, deren Schacht nun von tausenden &lt;a href="http://weta.boarsnest.net/"&gt;Wetas&lt;/a&gt; bewohnt wird; zum Gl&amp;uuml;ck schlafen die Biester tags&amp;uuml;ber. Man kann auch gef&amp;uuml;hrte Nachttouren machen, wo man Gl&amp;uuml;hw&amp;uuml;rmchen zu sehen bekommt, und wenn man Gl&amp;uuml;ck hat, sogar einen Kiwi. Sch&amp;ouml;n wenn man so nah von zuhause aus Zugang zur Natur hat.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;In der Zielgeraden&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt;  &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0502-05.jpg" alt="Cuba Street Carnival" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Cuba Street Carnival &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Ende letzten Monats hatten wir gerade die Einladung erhalten, uns f&amp;uuml;r dauerhaftes Aufenthaltsrecht zu bewerben. Da wir ja bereits den Proze&amp;szlig; f&amp;uuml;r die Arbeitserlaubnis durchlaufen hatten, hatten wir die meisten Unterlagen schon zusammengestellt. Das einzige was noch zu tun blieb war die &amp;auml;rztliche Untersuchung, um zu beweisen, da&amp;szlig; wir die Gesundheitsanforderungen f&amp;uuml;r Einwanderer erf&amp;uuml;llen. Daf&amp;uuml;r mu&amp;szlig;ten wir nicht nur einen, sondern gleich drei Arztbesuche machen: Erst beim Hausarzt, wo wir durch eine lange Liste mit allen m&amp;ouml;glichen Tests mu&amp;szlig;ten, dann zum R&amp;ouml;ntgen, damit wir auch ja keine TB mitbringen, und schlie&amp;szlig;lich zum Bluttest. Die Unterlagen sind ziemlich ausf&amp;uuml;hrlich und langwierig, aber schlie&amp;szlig;lich hatten wir alles beisammen. Inzwischen ist unser Antrag, zusammen mit unseren P&amp;auml;ssen, bei der Einwanderungsbeh&amp;ouml;rde und wartet auf Anerkennung. Es kann jetzt nicht mehr lange dauern.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und das wars! Wenn wir nicht gerade beim Arbeiten waren oder endlose Untersuchungen &amp;uuml;ber uns ergehen lie&amp;szlig;en, verbrachten wir unsere Zeit damit, unsere Kochk&amp;uuml;nste zu verbessern (es ist noch immer Sommer und daher gibt es viel frisches Gem&amp;uuml;se), Wellingtons Kneipen und Restaurants auszuprobieren, oder DVDs aus der B&amp;uuml;cherei auf dem Laptop anzuschauen. Ich bin wieder Mitglied in einem Fitne&amp;szlig;studio und habe einen guten &lt;a href="http://www.lesmills.co.nz/bodybalance%20intro.cfm"&gt;Kurs&lt;/a&gt; entdeckt, welcher Element von Yoga, Tai Chi und Pilates verbindet. Au&amp;szlig;erdem habe ich wieder angefangen, mehr Fotos zu machen, und wurde von einem Mit-Photoblogger &lt;a href="http://www.spunwithtears.com/interview050303.html"&gt;interviewt&lt;/a&gt;. Das Tempo hat sich verlangsamt, und das wurde auch Zeit. Das Alltagsleben hat uns wieder. Gut so!&lt;/p&gt;  </description>
			<pubDate>Mon, 28 Feb 2005 00:00:00 +1300</pubDate>
			
			
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			<title>März 2005</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-maerz-2005/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Herbstliche Fr&amp;uuml;hlingsgef&amp;uuml;hle&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0503-05.jpg" alt="Blumen im Botanischen Garten" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Blumen im Botanischen Garten &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Ah, M&amp;auml;rz! Der erste Fr&amp;uuml;hlingsmonat, neues Leben und Licht nach einem langen Winter,  Knabenmorgenbl&amp;uuml;tentr&amp;auml;ume... es sei denn, man wohnt auf der S&amp;uuml;dhalbkugel. Was die Jahreszeiten betrifft, so entspricht der M&amp;auml;rz hier unten dem September in der n&amp;ouml;rdlichen Hemisph&amp;auml;re. Zum Gl&amp;uuml;ck war das Wetter nach dem elenden Fehlstart des Sommers seit Mitte Januar warm und sonnig, und wenn es jetzt auch nicht mehr hei&amp;szlig; ist hatten wir diesen Monat doch vorwiegend sch&amp;ouml;ne und milde Tage. Es will mir einfach nicht in meinen Kopf da&amp;szlig; es jetzt Herbst ist und nicht Fr&amp;uuml;hling. Letztes Wochenende haben wir die Uhr auf&amp;mdash;schauder&amp;mdash;Winterzeit umgestellt, und es wird jetzt schon recht fr&amp;uuml;h dunkel. Ich glaube da&amp;szlig; es eine unserer schwierigsten Herausforderungen sein wird, im Juli und August durch den schlimmsten Winter zu kommen, wenn es im Rest der (uns bekannten) Welt Hochsommer ist. Aber noch ist das ja eine Weile hin, und gerade haben wir sogar richtig Zeit, die Sonne zu genie&amp;szlig;en: W&amp;auml;hrend ich dies schreibe haben wir gerade einen Mini-Urlaub&amp;mdash;anders als in den USA gibt sind hier in Neuseeland sowohl Karfreitag als auch Ostermontag staatliche Feiertage, so da&amp;szlig; wir ein 4-t&amp;auml;giges Wochenende zur Verf&amp;uuml;gung haben.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Hier ist eben immer was los&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0503-04.jpg" alt="Das Nachbarhaus brennt" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Das Nachbarhaus brennt &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Anfang des Monats gab es unerwartete Abendunterhaltung: Eines Sonntags gegen 21 Uhr fing ein leerstehendes Geb&amp;auml;ude direkt gegen&amp;uuml;ber auf der anderen Stra&amp;szlig;enseite Feuer und brannte vollst&amp;auml;ndig ab. Die Feuerwehr kam mit 14 L&amp;ouml;schfahrzeugen und brauchte Stunden um den Brand unter Kontrolle zu bekommen, nicht zuletzt deswegen weil an dem Abend ein starker, b&amp;ouml;iger Wind wehte und die Funken gef&amp;auml;hrlich nahe an die benachbarten H&amp;auml;user kamen. Nat&amp;uuml;rlich f&amp;uuml;llte sich die Stra&amp;szlig;e sofort mit Schaulustigen so da&amp;szlig; es uns irgendwann fast wie ein Stra&amp;szlig;enfest vorkam. Wir hatten jedoch den besten Blick vom unserem Dach aus und konnten ein paar gute Fotos machen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Eine Woche sp&amp;auml;ter wurden wir wieder einmal grob aus dem Schlaf gerissen: Am 14. M&amp;auml;rz um 4:08 Uhr ersch&amp;uuml;tterte ein &lt;a href="http://www.stuff.co.nz/stuff/0,2106,3216693a10,00.html"&gt;Erdbeben der St&amp;auml;rke 6,4&lt;/a&gt; sowohl die untere Nordinsel als auch die obere S&amp;uuml;dinsel. Zum Gl&amp;uuml;ck war das Epizentrum vor der K&amp;uuml;ste und weitab von St&amp;auml;dten, so da&amp;szlig; nicht viel besch&amp;auml;digt wurde. Es war aber auf jeden Fall das schwerste Beben da&amp;szlig; ich je erlebt habe, und das obwohl es 160 km von Wellington entfernt war. Na ja, zumindest hatten wir keine &lt;a href="http://www.stuff.co.nz/stuff/0,2106,3228985a10,00.html"&gt;Tornados&lt;/a&gt; wie k&amp;uuml;rzlich in der Bay of Plenty.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;H&amp;auml;usle baua&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200301-0503-07.jpg" alt="Manche H&amp;auml;user sind an derart steilen H&amp;auml;ngen da&amp;szlig; die Bewohner private Augz&amp;uuml;ge eingebaut haben." width="200" height="301" /&gt;&lt;br /&gt; Manche H&amp;auml;user sind an derart steilen H&amp;auml;ngen da&amp;szlig; die Bewohner private Aufz&amp;uuml;ge eingebaut haben. &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Jetzt da wir uns so ziemlich hier in Wellington eingelebt haben, mit Arbeit, Aufenthaltsgenehmigung (ganz nah dran!) und sogar schon einem Freundeskreis, steht nur noch &lt;em&gt;eine&lt;/em&gt; gro&amp;szlig;e Entscheidung an: Wir wollen ein Haus kaufen. Der Immobilienmarkt ist im Moment hei&amp;szlig;: Der Durchschnittspreis f&amp;uuml;r ein Einfamilienhaus in Wellington ist derzeit $392.251 (NZD), das ist 8,2% h&amp;ouml;her als im Vorjahr. Die Preise f&amp;uuml;r die Region sind zwar durchschnittlich etwas niedriger, stiegen aber noch schneller und sind nun 10,7% h&amp;ouml;her als letztes Jahr. Und obwohl k&amp;uuml;rzlich die Zinss&amp;auml;tze angehoben wurden wird &lt;a href="http://www.stuff.co.nz/stuff/thepress/0,2106,3215725a6430,00.html"&gt;nicht erwartet, da&amp;szlig; sich der Markt abk&amp;uuml;hlt&lt;/a&gt;. Je schneller wir also kaufen k&amp;ouml;nnen, desto besser.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Verglichen mit der San Francisco Bay Area sieht es allerdings immer noch fast rosig aus: Der Medianpreis f&amp;uuml;r Eigenheime hat dort gerade wieder einmal &lt;a href="http://sfgate.com/cgi-bin/article.cgi?f=/c/a/2005/03/17/BUGN2BQE9R1.DTL"&gt;Rekordh&amp;ouml;he erreicht&lt;/a&gt;: Im Februar war er bei $569.000 (USD); 19,5% h&amp;ouml;her als im Vorjahr. Ganz zu schweigen von San Francisco selbst, wo der Median nun bei $701.000 liegt. Die typischen monatlichen Raten f&amp;uuml;r Hypothekenzahlungen sind ebenfalls gestiegen, und zwar um fast 22% seit letztem Jahr. Nur beim Gedanken daran wird mir schwindlig.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;In Neuseeland ist der Hauskauf viel einfacher und schneller als in den USA. (&amp;Uuml;ber den Immobilienmarkt in Deutschland ist wei&amp;szlig; ich leider zu wenig um Vergleiche anzustellen.) Es gibt hier keine Treuhandkonten; stattdessen verhandeln Verk&amp;auml;ufer und K&amp;auml;ufer direkt miteinander, oftmals mit Hilfe ihrer jeweiligen Rechtsanw&amp;auml;lte. Es ist nicht vorgeschrieben da&amp;szlig; man sich einen Rechtsanwalt nimmt, aber viele tun es trotzdem um Hilfe beim Verhandeln, Aufsetzen des Vertrages, Steuerfragen usw. zu bekommen. Ausl&amp;auml;nder k&amp;ouml;nnen in Neuseeland ohne Probleme Eigentum erwerben, es sei denn, das Grundst&amp;uuml;ck liegt am Wasser, in welchem Fall es zus&amp;auml;tzliche Regeln zu beachten gibt. Wenn man kein dauerhaftes Aufenthaltsrecht hat erfordert die Bank normalerweise eine h&amp;ouml;here Eigenbeteiligung beim Hauskauf, aber sonst gibt es keine Einschr&amp;auml;nkungen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;H&amp;auml;user die zum Verkauf stehen kann man normalerweise sonntags besichtigen, und die &amp;quot;Open Homes&amp;quot; f&amp;uuml;r die jeweilige Woche werden in der Zeitung und nat&amp;uuml;rlich im Internet angek&amp;uuml;ndigt. Es gibt mehrere umfassende Immobilienwebseiten hier die einen guten &amp;Uuml;berblick verschaffen und es einem erlauben, erste Nachforschungen zuhause am Computer zu erledigen. Nat&amp;uuml;rlich kann nichts die Besuche ersetzen bei denen man die H&amp;auml;user mit eigenen Augen sieht, aber es ist sehr hilfreich wenn man schon einmal Vorentscheidungen treffen kann. Die &amp;Ouml;ffungsdauer der &amp;quot;Open Homes&amp;quot; ist sehr kurz (30-45 Minuten) so da&amp;szlig; man nur einen geringen Zeitraum pro Haus zur Verf&amp;uuml;gung hat, und man mu&amp;szlig; deshalb gut planen wenn man mehrere H&amp;auml;user, wom&amp;ouml;glich in verschiedenen Stadtteilen, an einem Tag besichtigen will. Anders als in den USA, wo man &amp;quot;seinen&amp;quot; Makler bitten kann, einem jedes beliebige Haus auf dem Markt zu zeigen, verkaufen die Makler hier nur H&amp;auml;user die von der eigenen Firma repr&amp;auml;sentiert werden, und oft beschr&amp;auml;nken sie sich auf ein ziemlich kleines Gebiet.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0503-01.jpg" alt="Die Bucht an einem st&amp;uuml;rmischen Nachmittag" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Die Bucht an einem st&amp;uuml;rmischen Nachmittag &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Hat man sich f&amp;uuml;r ein Haus entschieden, macht man ein offizielles (d.h. schriftliches) Angebot. Dieses Angebot legt auch fest, ob und welches Mobiliar und Einrichtungsgegenst&amp;auml;nde wie z. B. Haushaltsgr&amp;auml;te, Lampen, etc. im Kaufpreis enthalten sind. Normalerweise ist ein Angebot auch von Bedingungen abh&amp;auml;ngig, z.B. da&amp;szlig; die Inspektion und Rechtstitelsuche keine Probleme aufdecken, oder die Bewilligung einer Hypothek. Nat&amp;uuml;rlich bevorzugen Verk&amp;auml;ufer Angebote mit so wenig Bedingungen wie m&amp;ouml;glich. Hat man sich auf einen Preis geeinigt, macht der K&amp;auml;ufer die vereinbarte Anzahlung, und sobald alle Dokumente komplett sind wird der Vertrag beglichen, d.h., der volle Kaufpreis wird bezahlt und die Schl&amp;uuml;ssel&amp;uuml;bergabe erfolgt. Hypothekenzahlungen fangen normalerweise einen Monat sp&amp;auml;ter an. Ein wichtiger Unterschied zu den USA ist da&amp;szlig; man hier den Darlehenszins leider nicht von der Steuer absetzen kann.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Eine der Schwierigkeiten f&amp;uuml;r Hausk&amp;auml;ufer in Neuseeland ist, da&amp;szlig; viele H&amp;auml;user versteigert oder &amp;quot;auf Anfrage&amp;quot; verkauft werden. In beiden F&amp;auml;llen m&amp;uuml;ssen potenzielle K&amp;auml;ufer vertrauliche Gebote f&amp;uuml;r die Immobilie abgeben, welche dann akzeptiert werden&amp;mdash;oder auch nicht (bei Auktionen mu&amp;szlig; das Angebot den unbekannten Mindestpreis erreichen oder &amp;uuml;berbieten). Als K&amp;auml;ufer wei&amp;szlig; man daher nicht so genau wieviel das Haus kosten soll oder was erwartet wird. Man kann den Makler nach einer Sch&amp;auml;tzung fragen oder vergleichbare Verk&amp;auml;ufe in der Umgebung studieren, aber schlu&amp;szlig;endlich ist es doch haupts&amp;auml;chlich auf gut Gl&amp;uuml;ck. Das kann ganz sch&amp;ouml;n nervenaufreibend sein, vor allem wenn man neu in der Gegend ist und wenn das Haus das man ersteigern will einem sehr gut gef&amp;auml;llt.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wir haben diesen Monat eine gute Menge Zeit damit verbracht, den Immobilienmarkt hier besser zu verstehen und uns auch schon einige H&amp;auml;user angesehen. Dabei haben wir so einiges gelernt&amp;mdash;es ist spannend und auch ein bi&amp;szlig;chen be&amp;auml;ngstigend, aber so ist das Leben halt einmal... Wir m&amp;ouml;chten in zentraler Lage bleiben und auch weiterhin zu Fu&amp;szlig; zur Arbeit und in die Innenstadt gehen k&amp;ouml;nnen. Auch h&amp;auml;tten wir gerne einen Garten und eine gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere K&amp;uuml;che, idealerweise mit Gasherd. Und dann sind da noch W&amp;uuml;nsche nach Parkplatz/Garage, Holzb&amp;ouml;den, offenem Kamin, Aussicht, auch wenn wir wissen da&amp;szlig; wir all dieses in einem einzigen Haus wohl kaum finden werden. Und wir wissen, da&amp;szlig; hier die meisten H&amp;auml;user leider gar keine Heizung haben, so da&amp;szlig; wir in dieser Hinsicht keine gro&amp;szlig;en Erwartungen haben.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Denn das Gl&amp;uuml;ck ist immer da&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0503-06.jpg" alt="Blick vom Tinakori Hill hoch &amp;uuml;ber Thorndon auf Wellingtons Hafen" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Blick vom Tinakori Hill hoch &amp;uuml;ber Thorndon auf Wellingtons Hafen &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;... zumindest hier in Wellington! Eine vor kurzem ver&amp;ouml;ffentlichte  &lt;a href="http://www.wellington.govt.nz/news/display-item.php?id=2197"&gt;Studie zur Lebensqualit&amp;auml;t&lt;/a&gt; brachte hervorragende Ergebnisse f&amp;uuml;r unsere neue Heimatstadt:&lt;/p&gt; &lt;ul class="body"&gt; &lt;li&gt;88% der Einwohner Wellingtons stufen ihre Lebensqualit&amp;auml;t als gut oder sehr gut ein. &lt;/li&gt;&lt;li&gt;84% sind stolz auf das Image und Aussehen der Stadt. &lt;/li&gt;&lt;li&gt;89% bewerten ihren Gesundheitszustand als gut oder besser. &lt;/li&gt;&lt;li&gt;81% sind zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer Freizeit. &lt;/li&gt;&lt;li&gt;88% beschreiben sich als gl&amp;uuml;cklich oder sehr gl&amp;uuml;cklich. &lt;/li&gt;&lt;li&gt;84% sind mit ihrem Leben alles in allem zufrieden. &lt;/li&gt;&lt;li&gt;70% sind zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer Balance von Arbeit und Leben allgemein&amp;mdash;die h&amp;ouml;chste Prozentzahl von allen St&amp;auml;dtern in Neuseeland. &lt;/li&gt;&lt;li&gt;47% benutzen &amp;ouml;ffentliche Verkehrsmittel mindestens einmal pro Woche; 75% glauben da&amp;szlig; &amp;ouml;ffentliche Verkehrsmittel erschwinglich sind und 87% da&amp;szlig; sie sicher sind. &lt;/li&gt;&lt;li&gt;94% f&amp;uuml;hlen sich in ihrem Haus nach Einbruch der Dunkelheit sicher oder sehr sicher&amp;mdash;der h&amp;ouml;chste Prozentsatz im Lande. 78% f&amp;uuml;hlen sich nachts in ihrem Viertel sicher oder sehr sicher und 55% f&amp;uuml;hlen sich nachts in der Innenstadt sicher oder sehr sicher. &lt;/li&gt;&lt;li&gt;77% vertrauen anderen Menschen normalerweise oder fast immer&amp;mdash;Wellingtoner sind damit die vertrauensvollsten Menschen im ganzen Land. &lt;/li&gt;&lt;li&gt;88% finden da&amp;szlig; die Stadt eine lebendige und vielf&amp;auml;ltige Kulturszene hat. &lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;  &lt;p&gt;All das stimmt auf jeden Fall mit unserer Erfahrung in Wellington bisher &amp;uuml;berein: Die Leute hier sind wirklich stolz auf ihre Stadt und leben gerne hier, und ein gewisses Stadtbewu&amp;szlig;tsein und Heimatgef&amp;uuml;hl sind selbst bei relativ neu Zugezogenen zu sp&amp;uuml;ren&amp;mdash;wie auch bei uns! Kein Wunder also da&amp;szlig; es auf dem H&amp;auml;usermarkt etwas knapp hergeht...&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Freie Fahrt vs. Freie B&amp;uuml;rger&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Ein Thema f&amp;uuml;r hitzige Diskussionen hier in Wellington ist der Inner City Bypass, eine Umgehungsstra&amp;szlig;e die die Hauptdurchgangsstrecke in der Innenstadt umleiten soll. Der vielspurige, autobahn&amp;auml;hnliche &lt;em&gt;Motorway&lt;/em&gt; h&amp;ouml;rt kurz nachdem man nach Wellington hineinf&amp;auml;hrt auf, und der Verkehr wird auf engen Stra&amp;szlig;en mit vielen Kreuzungen und Ampeln durch das Te Aro Viertel gelotst. Um den Verkehrsflu&amp;szlig; zu verbessern, plant die Stadt nun den Druchgangsverkehr umzuleiten, teilweise auf bereits existierende Stra&amp;szlig;en, und teilweise auf eine neue Strecke von 700 m die erst noch gebaut werden mu&amp;szlig; (der eigentliche &amp;quot;Bypass&amp;quot;, oder Umgehung). Die Pl&amp;auml;ne f&amp;uuml;r dieses Unterfangen gehen bis in die 60er Jahre zur&amp;uuml;ck, als man im Stil der autoorientierten Zeit noch eine vollwertige Autobahn durch die Innenstadt bauen wollte. Die heutigen Pl&amp;auml;ne dagegen sehen zweispurige Einbahnstra&amp;szlig;en vor, mit Geh- und Radwegen und Fu&amp;szlig;g&amp;auml;ngerampeln. Dennoch ist der Bypass ein sehr umstrittenes Thema, und die Arbeiten begannen im Dezember 2004 unter starkem Protest.&lt;/p&gt;   &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0503-02.jpg" alt="Protest in Te Aro" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Protest in Te Aro &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Die Stadtplaner und andere Bef&amp;uuml;rworter argumentieren da&amp;szlig; der Bypass Verkehrsst&amp;ouml;rungen verringern werde, Pendelzeiten verk&amp;uuml;rzen und Verz&amp;ouml;gerungen reduzieren, was auch den Bussen auf diesen Strecken zugute kommt. Au&amp;szlig;erdem soll der Bypass die Verkehrssicherheit f&amp;uuml;r sowohl Fahrer als auch Radfahrer und Fu&amp;szlig;g&amp;auml;nger verbessern und Abgase verringern. All das wird nicht billig: Die Kosten werden im Moment auf knapp $40 Millionen veranschlagt, und das Projekt wird zwei Jahre lang im Bau sein.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Mit dieser Summe, argumentieren die Gegner des Bypass, k&amp;ouml;nnte man eine Menge f&amp;uuml;r &amp;ouml;ffentliche Verkehrsmittel tun anstatt neue Stra&amp;szlig;en zu bauen die ja dann noch mehr Autoverkehr in die Stadt bringen. Die Zeitersparnis f&amp;uuml;r den Durchgangsverkehr ist minimal (sie wird auf etwa 1 1/2 Minuten gesch&amp;auml;tzt), die Tunnel an beiden Seiten bilden auch weiterhin Engp&amp;auml;sse, und die Luftqualit&amp;auml;t wird sich eher verschlechtern als verbessern. Das Schlimmste jedoch ist da&amp;szlig; mit dem Bau der Stra&amp;szlig;e historische Geb&amp;auml;ude verloren gehen und ein lebendiges Stadtviertel auseinandergerissen wird.&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Und letzteres ist der eigentliche Kern der Auseinandersetzung, die sich um mehr dreht als nur um Verkehrsstr&amp;ouml;me und Kohlendioxidlevel: Es geht um Kulturerbe und Denkmalschutz, um das Gemeinwesen und gewachsene Stadtviertel, &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gentrifizierung"&gt;Gentrifizierung&lt;/a&gt; und darum, was eine Stadt lebenswert macht.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Te Aro ist eines der &amp;auml;ltestem Stadtviertel in Wellington&amp;mdash;Maori waren dort bereits ans&amp;auml;ssig als die ersten Europ&amp;auml;er in der Mitte des 19. Jahrhunderts eintrafen. Das Viertel hat daher eine relativ gro&amp;szlig; Anzahl historischer Geb&amp;auml;ude, und viele Stra&amp;szlig;en und Gassen sind noch dieselben wie vor 150 Jahre. Urspr&amp;uuml;nglich war Te Aro eine Arbeitergegend, wandelte sich aber mit der Zeit in ein Szeneviertel bev&amp;ouml;lkert von K&amp;uuml;nstlern, Studenten und generell alternativ orientierten Bewohnern. Leider ist das Viertel auch in sehr schlechtem Zustand. Weil der Bypass 40 Jahre lang geplant war aber (bis jetzt) nie durchgef&amp;uuml;hrt wurde, waren Zukunft und Besitzverh&amp;auml;ltnisse vieler Geb&amp;auml;ude unsicher, und so verfiel die Bausubstanz zusehends. Nun da die Stra&amp;szlig;e gebaut wird werden viele dieser historischen H&amp;auml;user restauriert und teilweise auf neue Grundst&amp;uuml;cke verlegt. Ob dies wirklich dazu f&amp;uuml;hren wird da&amp;szlig; ein wichtiger Teil von Wellingtons Geschichte erhalten wird, oder ob es eher zu einem Kulturerbe-Disneyland degeneriert, wie viele bef&amp;uuml;rchten, wird man sehen. Ich denke da&amp;szlig; es eines der wenigen guten Auswirkungen des Bypass ist da&amp;szlig; diese Geb&amp;auml;ude erhalten werden. In dem Zustand, in dem sie sich im Moment befinden, sehen sie nicht so aus als ob sie ohne Hilfe noch lange stehen w&amp;uuml;rden.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0503-03.jpg" alt="Eines der H&amp;auml;user die der Umgehungsstra&amp;szlig;e weichen m&amp;uuml;ssen" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Eines der H&amp;auml;user die der Umgehungsstra&amp;szlig;e weichen m&amp;uuml;ssen &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Man mu&amp;szlig; hier verstehen da&amp;szlig; das die Idee des Kulturerbes f&amp;uuml;r Neuseeland eine recht neue ist: Also relativ junges Land fing es erst in j&amp;uuml;ngster Zeit langsam an zu verstehen, da&amp;szlig; das gegenst&amp;auml;ndliche Erbe von Kultur und Geschichte zum Bewu&amp;szlig;tsein einer Nation beitr&amp;auml;gt und es formt. Und mit dem Wunsch, sich der Vergangenheitzu n&amp;auml;hern und sie zu verstehen kommt nat&amp;uuml;rlich immer das Dilemma der Erhaltung vs. dem Fortschritt&amp;mdash;eine Frage die immer nur f&amp;uuml;r den jeweiligen Fall beantwortet werden kann, und deren spezielle Problematik und Komplexit&amp;auml;t in der Diskussion um den Bypass deutlich zutage tritt.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Alles in allem denke ich da&amp;szlig; der Bypass ein sehr kostspieliges Unterfangen ist das nur wenige der Probleme die es zu l&amp;ouml;sen plant auch wirklich aus der Welt schaffen wird, und daf&amp;uuml;r eine Menge b&amp;ouml;ses Blut bei den betroffenen B&amp;uuml;rgern schafft. Die gesch&amp;auml;tzten Zeitersparnisse f&amp;uuml;r Pendler sind so gering da&amp;szlig; es peinlich ist, sie &amp;uuml;berhaupt zu erw&amp;auml;hnen, und wenn man bedenkt da&amp;szlig; nur ein sehr kurzer Abschnitt zwischen zwei Tunneln betroffen ist, wird es klar das das Fahrvergn&amp;uuml;gen in Wellington bestimmt nicht zunehmen wird.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Andererseits kann das Thema auch nicht mit einem einfachen &amp;quot;Leute werden aus ihrem Viertel vertrieben damit Kapitalisten mehr Stra&amp;szlig;en bauen k&amp;ouml;nnen&amp;quot; abgetan werden. Te Aro braucht die Erneuerung: Die Zeichen von Verfall und Vernachl&amp;auml;ssigung sind &amp;uuml;berall sichtbar, und wenn ich in der Gegend unterwegs bin kommt in mir immer ein Gef&amp;uuml;hl der Trostlosigkeit hoch. Klar, das ist haupts&amp;auml;chlich die Schuld der Stadt, die das Viertel so lange in einem Zustand der Unsicherheit lie&amp;szlig; da&amp;szlig; niemand dort investieren wollte, aber wenn sich das nun &amp;auml;ndert als ein Nebeneffekt des Bypass, dann ist das nicht von vorneherein schlecht. Ich verstehe voll und ganz da&amp;szlig; sich die Menschen dort nicht vorschreiben lassen wollen &lt;em&gt;wie&lt;/em&gt; ihr Viertel erneuert werden soll, und wie immer in solchen F&amp;auml;llen besteht die Gefahr der Gentrifizierung, wo sich die jetzigen Bewohner eines Viertels nach einer Sanierung nicht mehr leisten k&amp;ouml;nnen, dort zu wohnen. Trotzdem, Te Aro ist ein wertvolles, erhaltenswertes Stadtgebiet, und es ist traurig, da&amp;szlig; es derart heruntergekommen ist. Da ist es ein erster Schritt wenn die lang unklaren Verh&amp;auml;ltnisse endlich gekl&amp;auml;rt werden.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;In einer idealen Welt w&amp;auml;re die Stra&amp;szlig;enverkehrsf&amp;uuml;hrung durch die Innenstadt Teil eines umfassenderen Transitplans der weniger darauf abzielt, mehr Autos schneller durch ein dichtbesiedeltes Gebiet zu bringen, und mehr auf &amp;ouml;ffentliche Verkehrsmittel und darauf, die Stra&amp;szlig;en f&amp;uuml;r Fu&amp;szlig;g&amp;auml;nger und Radfahrer sicherer zu machen. Wellington ist ok in dieser Hinsicht, aber weit entfernt von einer wirklich guten L&amp;ouml;sung. In einer Stadt in der 13,5%(!) zu Fu&amp;szlig; zur Arbeit gehen und solide Mehrheiten &amp;ouml;ffentliche Verkehrsmittel positiv bewerten und auch benutzen (siehe oben), sollten die Voraussetzungen f&amp;uuml;r einen intelligenten Verkehrsplan besser sein als sonstwo. Man kann nur hoffen da&amp;szlig; nach alledem noch etwas Geld daf&amp;uuml;r &amp;uuml;brig ist.&lt;/p&gt; </description>
			<pubDate>Thu, 31 Mar 2005 00:00:00 +1200</pubDate>
			
			
			<guid>http://sibylle.co.nz/de-maerz-2005/</guid>
		</item>
		
		<item>
			<title>April 2005</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-april-2005/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Wir sind Kiwis&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimgwide"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage30074-0504-05.jpg" alt="G&amp;uuml;tig bis: Unbefristet" width="300" height="74" /&gt;&lt;br /&gt; G&amp;uuml;tig bis: Unbefristet &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Der vergangene Monat begann mit einem Paukenschlag: Seit dem ersten April (nein, ich mache jetzt keine Witze dar&amp;uuml;ber da&amp;szlig; das kein Aprilscherz ist) sind wir offiziell in Neuseeland ans&amp;auml;ssig. 3 1/2 Monate nach unserer Einreise hat nun die Einwanderungsbeh&amp;ouml;rde (NZIS) unsere P&amp;auml;sse zur&amp;uuml;ckgegeben, mit einem gro&amp;szlig;en Sticker der verk&amp;uuml;ndet: &amp;quot;Aufenthaltsgenehmigung. Verfallsdatum: Unbefristet.&amp;quot; Juhu!&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Zus&amp;auml;tzlich bekamen wir einen zweiten Sticker; der ist unser &amp;quot;Returning Resident's Permit&amp;quot;, eine Art Passierschein. Das bedeutet, da&amp;szlig; wir jederzeit ein Visum f&amp;uuml;r Reisen au&amp;szlig;erhalb Neuseelands bekommen k&amp;ouml;nnen und bei der R&amp;uuml;ckkehr als Einwohner eingestuft werden. Dieser Schein ist zun&amp;auml;chst f&amp;uuml;r zwei Jahre g&amp;uuml;ltig; danach bekommt man eine unbefristete Version, sofern man beweisen kann, da&amp;szlig; man sich Neuseeland &amp;quot;verpflichtet&amp;quot; hat. Mit dieser Einschr&amp;auml;nkung will das Land sicherstellen, da&amp;szlig; Einwanderer auch tats&amp;auml;chlich hier leben wollen und nicht nur einen n&amp;uuml;tzlichen zweiten Pa&amp;szlig; erwerben wollen oder Neuseeland als Sprungbrett f&amp;uuml;r Australien ben&amp;uuml;tzen wollen (als Kiwi kann man ganz leicht nach Australien einwandern), ohne die Absicht jemals hier wohnen oder zum Land beitragen zu wollen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt; Die Verpflichtung dem Land gegen&amp;uuml;ber sicherzustellen war auch ein Grund f&amp;uuml;r die &amp;Auml;nderungen im Einwanderungs- und Staatsb&amp;uuml;rgerschaftsgesetz (Identity (Citizenship and Travel Documents) Law) welche Mitte April verabschiedet wurden. Nach der neuen Regelung bekommen Kinder von Ausl&amp;auml;ndern, die in Neuseeland geboren werden, nicht mehr automatisch die neuseel&amp;auml;ndische Staatsb&amp;uuml;rgerschaft; Reisep&amp;auml;sse m&amp;uuml;ssen nun alle 5 Jahre erneuert werden anstatt alle 10 Jahre, und&amp;mdash;und das interessierte uns am meisten&amp;mdash;die Wartezeit f&amp;uuml;r die Staatsb&amp;uuml;rgerschaft betr&amp;auml;gt nun 5 Jahre anstatt 3. Wir hatten jedoch Gl&amp;uuml;ck: Weil das neue Gesetz so lange brauchte bis es endlich verabschiedet wurde, z&amp;auml;hlen wir nun zu denjenigen die bereits ans&amp;auml;ssig sind und deshalb unter die &amp;Uuml;bergangsregelung fallen. Das hei&amp;szlig;t da&amp;szlig; wir uns im April 2008 um die neuseel&amp;auml;ndische Staatsb&amp;uuml;rgerschaft bewerben k&amp;ouml;nnen.&lt;/p&gt;   &lt;h3&gt;Ich hab ein Haus, ein kunterbuntes Haus&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200134-0504-02.jpg" alt="Unseres!" width="200" height="134" /&gt;&lt;br /&gt; Unseres! &lt;/div&gt;   &lt;p&gt;Ich verspreche da&amp;szlig; ich mich bem&amp;uuml;hen werde, nicht &lt;em&gt;jeden&lt;/em&gt; Satz mit einem Ausrufezeichen abzuschlie&amp;szlig;en&amp;mdash;aber das wird nicht einfach sein. Die dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung war ein Riesenschritt, aber es war nicht die gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Neuigkeit des Monats...denn wir haben ein Haus gekauft! Nach viel Nachforschungen und Besichtigungen, Besuchen in verschiedenen Stadtvierteln, Berechnungen und Tabellenkalkulationen, nach langem Suchen und Tr&amp;auml;umen und mehreren weitreichenden Entscheidungen haben wir beschlossen, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen und ein Angebot auf ein Haus abzugeben das uns von dem Moment an gefiel, in dem wir durch die Haust&amp;uuml;r traten.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Komischerweise war das Haus das wir am Ende kauften das einzige, das wir per Zufall entdeckt hatten, trotz aller Nachforschungen im Internet und sorgf&amp;auml;ltiger Planung mit dem Ziel, so viele H&amp;auml;user wie m&amp;ouml;glich besichtigen zu k&amp;ouml;nnen. Wir waren eines Nachmittags unterwegs um ein anderes Haus anzuschauen, als wir an unserem zuk&amp;uuml;nftigen Heim vorbeikamen und ein &amp;quot;Zu Verkaufen&amp;quot; Schild sahen. So dachten wir uns, la&amp;szlig; uns vorbeischauen; warum auch nicht, wenn wir schon mal hier sind. Wie &lt;a href="http://en.wikiquote.org/wiki/Woody_Allen"&gt;Woody Allen so trefflich sagt&lt;/a&gt;, &amp;quot;80% des Erfolgs besteht darin, am richtigen Ort zu sein&amp;quot;. Das stellte sich in diesem Fall als zutreffend heraus.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200134-0504-03.gif" alt="Blick von zuk&amp;uuml;nftigen%0AWohnzimmer" width="200" height="134" /&gt;&lt;br /&gt; Blick von zuk&amp;uuml;nftigen Wohnzimmer &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Unser neues Heim ist oben am Berg auf einem Grundst&amp;uuml;ck mit B&amp;uuml;schen und B&amp;auml;umen. Es wird eine ganz sch&amp;ouml;ne Umstellung sein, vom Stadtzentrum in ein abgeschiedenes, ruhiges Haus zu ziehen&amp;mdash;aber die Ver&amp;auml;nderung ist willkommen. Und das Zentrum ist ja auch nur ein paar Schritte entfernt: 10 Minuten zu Fu&amp;szlig;, und wir sind inmitten der Cuba Street, downtown, Courtenay Place und umbgeben von Kneipen, Restaurants, L&amp;auml;den, Einrichtungen wie z.B. der Stadtbibliothek, Kinos und Theater, und unseren Arbeitspl&amp;auml;tzen. Wir haben beide schon lange nicht mehr in einem Haus mit Garten gewohnt, und wir freuen uns schon auf den Sommer und Grillfeste auf der Terrasse.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;In der Zwischenzeit wird jedoch der offene Kamin im Wohnzimmer eine wichtigere Rolle spielen. Sobald wir eingezogen sind, werde ich das Haus in mehr Detail beschreiben, f&amp;uuml;rs erste will ich nur erw&amp;auml;hnen da&amp;szlig; es so ziemlich alles hat was wir uns gew&amp;uuml;nscht hatten. Wir k&amp;ouml;nnen es kaum erwarten, endlich einzuziehen. Unser &amp;Uuml;bergabetermin ist der 16. Mai, also in zwei Wochen.  Ich habe ja bereits letzten Monat beschrieben was alles passiert, wenn man hier ein Haus kaufen will, werde das also nicht wiederholen. Alles in allem lief es glatt, obwohl es so vieles zu bedenken und erledigen gab. Alle Leute mit denen wir in Kontakt kamen waren &amp;auml;u&amp;szlig;erst hilfsbereit und nett&amp;mdash;sei es unser Berater bei der Bank, die Maklerin, der Rechtsanwalt, der Pr&amp;uuml;fer, usw. Ein Hauskauf ist ja immer eine stressige, anstrengende und emotionale Angelegenheit, doch dank der einfachen Regeln hier und der Freundlichkeit der Leute war es eine positive Erfahrung f&amp;uuml;r uns. Hey, wir f&amp;uuml;hlen uns pl&amp;ouml;tzlich beinahe erwachsen!&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Bis da&amp;szlig; der T&amp;Uuml;V uns scheidet&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage105127-0504-08.jpg" alt="WOF Plakette" width="105" height="127" /&gt;&lt;br /&gt; WOF Plakette &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Zur&amp;uuml;ck zu den eher banalen Dingen des Lebens: Mitte Mai wird es bereits 6 Monate her sein, da&amp;szlig; wir nach Neuseeland kamen. Das hei&amp;szlig;t auch da&amp;szlig; wir unser Auto bereits seit 6 Monaten besitzen, weshalb nun die Zulassung erneuert werden mu&amp;szlig;te. Anders als in Amerika, wo all dies durch das DMV (Department of Motor Vehicles, eine Beh&amp;ouml;rde zust&amp;auml;ndig f&amp;uuml;r Zulassung, F&amp;uuml;hrerschein, etc.), gibt es hier kein zentrales Amt f&amp;uuml;r diese Angelegenheiten. Stattdessen kann man seine Zulassung bei allen Vertretern der LTSA (Land Transportation Safety Authority, die Verkehrsbeh&amp;ouml;rde) erneuern, zum Beispiel beim AA (~ADAC), auf jedem Postamt, an bestimmten Pr&amp;uuml;fungs- und Teststationen, sowie einer Reihe anderer zugelassener Stellen. Und nat&amp;uuml;rlich kann man inzwischen seine Zulassung auch online erneuern. Sobald man die Geb&amp;uuml;hr bezahlt, wird das Zulassungskennzeichen mit dem neuen Ablaufdatum ausgedruckt, und das steckt man dann einfach in die Windschutzscheibe.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wenn man seine Zulassung erneuern will braucht man au&amp;szlig;erdem einen aktuellen Warrant of Fitness (WOF, ein Tauglichkeitszugnis nach Art der T&amp;Uuml;V Plakette). WOF ist eine periodische Sicherheitspr&amp;uuml;fung f&amp;uuml;r so ziemlich alle privaten Fahrzeuge, die sicherstellen will, da&amp;szlig; diese f&amp;uuml;r den Verkehr tauglich sind. Und es ist ziemlich streng: Autos die &amp;auml;lter als 6 Jahre sind m&amp;uuml;ssen alle 6 Monate eine WOF Pr&amp;uuml;fung machen! (F&amp;uuml;r neuere Autos ist es j&amp;auml;hrlich.) Obwohl das etwas M&amp;uuml;he kostet f&amp;uuml;hle ich mich doch sicherer wenn ich wei&amp;szlig;, da&amp;szlig; sowol mein nun 10 Jahre altes Auto als auch die, denen ich im Verkehr begegne, in gutem Zustand sind. Und es gibt an jeder Ecke Werkst&amp;auml;tten, bei denen man sein Auto zur Untersuchung abliefern und nach einer Stunde wieder abholen kann. Wenn alles in Ordnung ist, kostet das nur $40&amp;mdash;nicht allzu viel f&amp;uuml;r das Gef&amp;uuml;hl der Sicherheit. Und der Mechaniker der unser Auto untersucht hat hat sogar die Reifen geputzt und aufgepumpt. Nicht schlecht.&lt;/p&gt;   &lt;h3&gt;ANZAC Day&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0504-04.jpg" alt="Endlich wieder mal ein Regenbogen" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Endlich wieder mal ein Regenbogen &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Am 25. April war wieder mal ein Feiertag: &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anzac_Day"&gt;ANZAC Day&lt;/a&gt;. Dieser Gedenktag, der in Australien, Neuseeland und verschiedenen Pazifikinseln gefeiert wird, gedenkt der Soldaten des Australian and New Zealand Army Corps (ANZAC) und ist vergleichbar mit dem Memorial Day in den USA. ANZAC Day hat seinen Ursprung im 1. Weltkrieg, als 1915 ANZAC Truppen in Gallipoli in der T&amp;uuml;rkei landeten um die Allierten beim Versuch, Konstantinopel zu erobern, zu unterst&amp;uuml;tzen. Die Schlacht dauerte acht Monate und endete ohne klaren Sieger, mit vielen Opfern auf beiden Seiten.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;ANZAC Day wird mit Gedenkfeiern und Umz&amp;uuml;gen gefeiert. Dieses Jahr war besonders markant, denn es war der 90te Jahrestag der Schlacht von Gallipoli. Die gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Meldung war da&amp;szlig; der australische Ministerpr&amp;auml;sident, John Howard, &lt;a href="http://www.stuff.co.nz/stuff/0,2106,3259346a6160,00.html"&gt;lieber zu einer Barbecue ging&lt;/a&gt; als der Gedenkfeier der Neuseel&amp;auml;nder beizuwohnen. Die Emp&amp;auml;rung vieler Kiwis angesichts dieser Br&amp;uuml;skierung zeigt, wie wichtig dieser Feiertag ist als ein Symbol f&amp;uuml;r Neuseelands Selbstverst&amp;auml;ndnis als Nation. Heutzutage glauben viele Menschen, da&amp;szlig; ANZAC Day nicht Kriegshelden, Dienst und Pflicht glorifizieren sollte, sondern uns an die Schrecken des Krieges erinnern und Anla&amp;szlig; sein sollte, sich dem Frieden zu verpflichten um sicherzugehen, da&amp;szlig; so etwas wie Gallipoli nie wieder passiert. Dennoch, das Thema ist schwierig und emotional, und die Tatsache da&amp;szlig; neuseel&amp;auml;ndische Truppen derzeit in Afghanistan sind und bis vor kurzem im Irak waren macht die Debatte nicht eben einfacher.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und um die Sache weiter zu komplizieren, scheinen Australien und Neuseeland, die ja nicht nur diesen Feiertag, sondern Geschichte und Erfahrungen mit der gemeinsamen ANZAC Vergangenheit teilen, zu verschiedenen Schlu&amp;szlig;folgerungen zu kommen und sich in verschiedene Richtungen zu bewegen, was ihre Rolle in der Welt anbelangt. Ein Leitartikel, der k&amp;uuml;rzlich im Sydney Morning Herald erschien, verglich die Anprachen der australischen und neuseel&amp;auml;ndischen Politiker zum ANZAC Day und kam zum folgenden Schlu&amp;szlig;:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;  &lt;em&gt;Neuseeland sieht sich selbst als pazifistisches Land das die US-Allianz ablehnt, seine Verteidigungsf&amp;auml;higkeit dezimiert und seine Truppen nur f&amp;uuml;r friedenserhaltende und humanit&amp;auml;re Zwecke einsetzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;  Australien sieht sich selbst als aktiven Teilnehmer der weltweiten Machtpolitik, als &amp;uuml;berzeugten B&amp;uuml;ndnispartner der USA und bereit zum Kampf, um die Interessen des Landes und seiner Verb&amp;uuml;ndeten zu verteidigen.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;  Wahrlich unterschiedliches Selbstverst&amp;auml;ndnis. Wir sind froh, da&amp;szlig; wir in Neuseeland sind.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Wintervorschau&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimgwide"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage300135-0504-01.gif" alt="F&amp;uuml;hlt sich an wie 3&amp;deg; C" width="300" height="135" /&gt;&lt;br /&gt; F&amp;uuml;hlt sich an wie 3&amp;deg; C &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Das letzte Aprilwochenende bescherte uns eine &lt;a href="http://stuff.co.nz/stuff/0,2106,3258704a10,00.html"&gt;grausame Vorschau&lt;/a&gt; auf den kommenden Winter: Buchst&amp;auml;blich &amp;uuml;ber Nacht sank die Temparatur von angenehmen 8-17&amp;deg; C auf 2-8&amp;deg; C. Und nicht nur das&amp;mdash;der Wetterumschwung brachte s&amp;uuml;dliche Winde, und &amp;quot;s&amp;uuml;dlich&amp;quot; bedeutet hier, direkt von der Antarktis. Um 3 Uhr am Sonntagmorgen kamen &lt;a href="http://stuff.co.nz/stuff/0,2106,3258702a7693,00.html"&gt;Hagelschlag und Gewitter&lt;/a&gt; &amp;uuml;ber die Stadt, und die Blitze waren so grell, da&amp;szlig; ich trotz der vorgezogenen Vorh&amp;auml;nge aufwachte. W&amp;auml;hrend der folgenden Tage hatten wir Windb&amp;ouml;en bis zu 120 km/h, und es regnete und regnete und regnete. Anderswo f&amp;uuml;hrte Neuschnee zu Stra&amp;szlig;ensperrungen, und der Sturm entwurzelte B&amp;auml;me und brachte Kamine zum Einst&amp;uuml;rzen. &lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0504-06.jpg" alt="Yeah, right...Witz komm raus" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Witz komm raus &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;All das w&amp;auml;re ja nicht weiter schlimm wenn man es sich eben zuhause gem&amp;uuml;tlich machen k&amp;ouml;nnte und dem Wahnsinn von einem warmen Zimmer aus zusehen k&amp;ouml;nnte. Leider glauben die Kiwis nicht an Heizungen. Wir wu&amp;szlig;ten das ja, aber wie es sich anf&amp;uuml;hlt haben wir an jenem Wochenende herausgefunden. W&amp;auml;hrend ich dies hier schreibe, bei sonnigen 18&amp;deg; C, kann ich mir kaum noch vorstellen wie kalt es vor nur einer Woche war. Unsere Wohnung ist dem Wind sehr ausgesetzt, und die gro&amp;szlig;en, einglasigen Fenster ziehen sich auf allen Seiten bis auf einer durch, so da&amp;szlig; die Temparatur einfach brutal fiel. Sogar der Heizl&amp;uuml;fter, den wir eilig erstanden, brachte kaum was. Wir trugen M&amp;uuml;tzen und Handschuhe in der Wohnung (sogar nachts), kochten viel Tee und Suppe, und zum Gl&amp;uuml;ck dauerte die K&amp;auml;ltewelle nur ein paar Tage. Ich bin aber sehr froh da&amp;szlig; wir nicht den Winter in dieser Wohnung verbringen m&amp;uuml;ssen, wenn es dann wochenlang so scheu&amp;szlig;lich sein kann. Unser neues Haus hat auch keine Zentralheizung, aber es ist viel gesch&amp;uuml;tzter, hat kleinere Fenster, ist teilweise isoliert, und hat einen offenen Kamin, so da&amp;szlig; es einiges besser sein sollte.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0504-07.jpg" alt="Schlupfloch" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Schlupfloch &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Wenn die Kiwis auch nicht viele Gedanken an warme Wohnungen verschwenden, so wissen sie doch zumindest, wie man sich bei K&amp;auml;lte anzieht. Wenig &amp;uuml;berraschend, gibt es hier eine fantastische Auswahl and hochwertiger Kleidung f&amp;uuml;r drau&amp;szlig;en, Thermow&amp;auml;sche und funktionelle Ausstattung die gut aussieht und einen warm h&amp;auml;t. Meine Lieblingsentdeckung die die &amp;quot;Daumenschlaufe&amp;quot;&amp;mdash; ein verstecktes Loch im &amp;Auml;rmel durch das man seinen Daumen stecken kann. Das h&amp;auml;lt die &amp;Auml;rmel sch&amp;ouml;n unten und bedeckt einen Gro&amp;szlig;teil der Hand, ist also ideal f&amp;uuml;r Aktivit&amp;auml;ten wie tippen oder schreiben. Ich bin ja schon lange ein Fan der Schichten-Bekleidung, aber die Kiwis haben das Konzept perfektioniert.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und das war der April! Neben all der Aufregung &amp;uuml;ber das Haus und die Aufenthaltsgenehmigung haben wir es au&amp;szlig;erdem geschafft, ins Museum zu gehen, eine Hausausweihungsparty zu geben, eine Menge Filme zu sehen, und nebenbei auch noch ziemlich besch&amp;auml;ftigt bei der Arbeit zu sein. Was f&amp;uuml;r ein Monat.&lt;/p&gt; </description>
			<pubDate>Sat, 30 Apr 2005 00:00:00 +1200</pubDate>
			
			
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		</item>
		
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			<title>Mai-Juni 2005</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-mai-juni-2005/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Hurra, wir leben noch!&lt;/h3&gt; &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0506-03.jpg" alt="Wintergr&amp;uuml;n" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Wintergr&amp;uuml;n &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Samstag, 2. Juli 2005: Ich sitze in unserer Lounge an unserem neuen E&amp;szlig;tisch und blicke hinaus auf die Bucht von Wellington. Es ist ein klarer, sonniger, aber kalter Wintertag, und ausnahmsweise habe ich mal keine tausend Erledigungen vor mir. Die ideale Gelegenheit also, eine Kanne Tee zu kochen und endlich mein inzwischen zwei Monate &amp;uuml;berf&amp;auml;lliges Neuseelandtagebuch auf den neusten Stand zu bringen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Zu behaupten da&amp;szlig; die letzten Monate wie im Flug vergangen sind kommt der Wahrheit zwar nahe, aber stimmt doch nicht so ganz.  Es kommt mir eher ein bi&amp;szlig;chen unscharf vor, verschwommen irgendwie. Als ob seit dem letzten Eintrag mindestens ein Jahr vergangen w&amp;auml;re. Und ich mu&amp;szlig; jetzt sogar meinen Kalender zu Hilfe nehmen um mich zu erinnern, was alles so war.&lt;/p&gt;    &lt;h3&gt;Alles neu macht der Mai&lt;/h3&gt; &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0506-01.jpg" alt="Wenn die Staren von Afrika zur&amp;uuml;ckkehren, und wir im Maienr&amp;ouml;ckchen umherspringen" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Wenn die Staren von Afrika zur&amp;uuml;ckkehren, und wir im Maienr&amp;ouml;ckchen umherspringen &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Der Mai fing mit Umzugsvorbereitungen an. Und obwohl wir ja wirklich erst 6 Monate zuvor mit 16 Taschen angereist waren, hatten wir schon wieder einen Haufen &lt;strike&gt;Gruscht&lt;/strike&gt;Zeug. Wie geht das immer blo&amp;szlig; so schnell? Und weil unser neues Haus ein voll ausgebautes Arbeitszimmer hat, konnten wir sogar bereits wieder etwas verkaufen: unsere zwei Schreibtische, die wir erst im November erstanden hatten.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die beste Art, in Neuseeland gebrauchtes loszuwerden (oder auch zu finden) ist &lt;a href="http://trademe.co.nz"&gt;TradeMe&lt;/a&gt;, eine Online-Auktionsseite. Zwar gibt es auch hier EBay, aber das interessiert niemanden so richtig. TradeMe kommt direkt hier aus Wellington und &lt;a href="http://www.positivelywellingtonbusiness.co.nz/mainsite/TrademeSlowBurnerToOnlineSizzler.html"&gt;begann vor 6 Jahren&lt;/a&gt; als einfache Webseite f&amp;uuml;r Kleinanzeigen. Inzwischen hat es &lt;a href="http://www.nzherald.co.nz/index.cfm?c_id=3&amp;amp;ObjectID=10328574"&gt;&amp;uuml;ber eine Million registrierte Mitglieder&lt;/a&gt; (jeder 4. Neuseel&amp;auml;nder also), 1,9 Millionen Besuche pro Monat, alle 2 Sekunden wird etwas verkauft oder versteigert, und der inzwischen 29-j&amp;auml;hrige Gr&amp;uuml;nder, Sam Morgan, ist Neuseelands liebstes Vorzeigekind f&amp;uuml;r Unternehmergeist und Erfolg.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und zurecht: Es funktioniert einfach. Der Vorteil von TradeMe ist da&amp;szlig; Neuseeland ein kleines Land ist, so da&amp;szlig; der lokale Aspekt eine gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere Rolle spielt. Man kann die Angebote nach Ort sortieren und sich dann zum Beispiel nur auf Wellington konzentrieren&amp;mdash;und sich dann f&amp;uuml;r Warenaustausch und Bezahlung einfach in Person treffen. Das machten wir dann auch, denn wer will schon Tische mit Glasplatte per Post verschicken? Innerhalb von 5 Tagen hatten wir eine K&amp;auml;uferin die &amp;uuml;bergl&amp;uuml;cklich &amp;uuml;ber ihr Schn&amp;auml;ppchen war, und wir hatten ein paar Sachen weniger zum Umziehen.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Br&amp;uuml;h im Lichte dieses Gl&amp;uuml;ckes&lt;/h3&gt; &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200148-0506-09.jpg" alt="Im B&amp;uuml;ro: Zufriedene Mitarbeiter" width="200" height="148" /&gt;&lt;br /&gt; Im B&amp;uuml;ro: Zufriedene Mitarbeiter &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Seit ich 1989 aus Laupheim weggezogen bin, habe ich an 14 verschiedenen Adressen in drei Kontinenten gewohnt (kurzfristige Aufenthalte bei Familie, Freunden und Hotels w&amp;auml;hrend diverser Wohnungswechsel nicht eingeschlossen). Umso gr&amp;ouml;&amp;szlig;er war in den letzten Jahren das Bed&amp;uuml;rfnis geworden, einfach einmal irgendwo zu bleiben. Auch aus diesem Grund war der Hauskauf ein Riesenschritt.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Der Umzug selber lief ohne Probleme. Wir hatten beide die ganze Woche frei genommen (und hier bedeutet das ja nicht gleich da&amp;szlig; man damit seinen halben Jahresurlaub verbraucht hat!). Wir hatten auf halbwegs gutes Wetter gehofft, aber leider war es fast die ganze Woche kalt und scheu&amp;szlig;lich. Wenigstens regnete es w&amp;auml;hrend des Umzugs selbst nicht und das ist ja auch schon was. Am Montag, den 16. Mai wurden alle Formalit&amp;auml;ten erledigt, und die Maklerin brachte die Schl&amp;uuml;ssel vorbei. Am n&amp;auml;chsten Morgen kamen die M&amp;ouml;belpacker, die nicht gerade arg sanft waren, aber daf&amp;uuml;r schnell und billig, und am Ende schafften sie es zwar, das Sofa anzuschmuddeln, aber ansonsten kam alles heil an.&lt;/p&gt; &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0506-02.jpg" alt="Farnbaum" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Farnbaum &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Und man mu&amp;szlig; ja auch zugeben da&amp;szlig; unser Haus nicht eben da&amp;szlig; zug&amp;auml;nglichste ist. Wie schon erw&amp;auml;hnt, wohnen wir am Berg, in einer von Wellington's alten Wohngegenden. Von der Innenstadt  aus geht es zun&amp;auml;chst den Berg hoch (waden-stramm-machend-steil!), dann biegt man in eine Seitenstra&amp;szlig;e ab...und dann h&amp;ouml;rt die Stra&amp;szlig;e auf einmal auf. Stattdessen f&amp;uuml;hren nun Stufen wieder bergab. Nach einer Menge Stufen geht ein Pfad ab der zu unserem Tor f&amp;uuml;hrt. Von dort aus geht dann ein etwa 100 Meter langer Fu&amp;szlig;weg (der geh&amp;ouml;rt nun zum Grundst&amp;uuml;ck) immer noch leicht bergab auf das Haus zu. Das h&amp;ouml;rt sich vielleicht abenteuerlich an&amp;mdash;und ist es irgendwie auch, denn sobald man die Stra&amp;szlig;e verl&amp;auml;&amp;szlig;t wird es richtig dschungelartig, gr&amp;uuml;n und zugewachsen und immer regenwaldfeucht. Die Aussicht auf die Stadt vom H&amp;uuml;gel aus ist fantastisch, und selbst jetzt im Winter bl&amp;uuml;ht immer irgendwas. Und es hat ja auch so seine Vorteile, nicht direkt an der Stra&amp;szlig;e zu wohnen: Es ist so ruhig und privat. Das Auto steht am Ende der Sackgasse. Zwar haben wir keinen designierten Parkplatz, aber bis jetzt gab es noch nie Probleme einen zu finden, und $90 im Jahr f&amp;uuml;r einen Anwohnerparkschein ist auch nicht so schlimm.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Inzwischen wohnen wir schon seit sieben Wochen im neuen Haus und haben es noch keine Sekunde bereut. Alles ist so sch&amp;ouml;n gr&amp;uuml;n&amp;mdash;einheimische B&amp;auml;ume sind grunds&amp;auml;tzlich immergr&amp;uuml;n, und obwohl es inzwischen auch viele eingef&amp;uuml;hrte Pflanzen gibt, so ist es doch insgesamt weitaus weniger kahl als im deutschen Winter. Morgens wachen wir zu Vogelsang auf, und obwohl die Innenstadt ja nur einen kurzen Fu&amp;szlig;marsch entfernt ist f&amp;uuml;hlen wir uns doch wie in einer anderen Welt. Unsere Nachbarn haben wir auch schon kennengelernt&amp;mdash;Familien mit kleinen Kindern, und wie die meisten Kiwis unglaublich freundlich.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Holz f&amp;uuml;r die H&amp;uuml;ttn&lt;/h3&gt; &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200132-0506-04.jpg" alt="Sieht gut aus, heizt aber kaum" width="200" height="132" /&gt;&lt;br /&gt; Sieht gut aus, heizt aber kaum &lt;/div&gt;   &lt;p&gt;Als neue H&amp;auml;uslesbesitzer haben wir nat&amp;uuml;rlich auch einen neuen Pilgerort: Den Baumarkt. Es gibt ein paar kleinere &amp;quot;hardware stores&amp;quot; in der Innenstadt, aber wenn man wirklich eine Auswahl haben will mu&amp;szlig; man in die Provinz fahren. Ein Megamarkt in Neuseeland ist l&amp;auml;ngst nicht der Monsterkasten den man von den USA gewohnt ist, aber f&amp;uuml;r Kiwiverh&amp;auml;ltnisse doch ziemlich gro&amp;szlig; . Neben verschiedenen kleineren Renovierungsprojekten, die wir so nebenher machen, haben wir beschlossen, das K&amp;auml;lteproblem anzupacken. Ich habe ja bereits erw&amp;auml;hnt da&amp;szlig; die meisten H&amp;auml;user hier weder isoliert sind noch Heizung haben&amp;mdash;oft ist es also im Winter im Haus kaum w&amp;auml;rmer als drau&amp;szlig;en. Nicht eben gem&amp;uuml;tlich.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Heizl&amp;uuml;fter helfen nur bedingt und kosten Unmengen Strom. Und unser offener Kamin sieht zwar sch&amp;ouml;n aus, aber ist die W&amp;auml;rme geht fast vollst&amp;auml;ndig verloren (offene Kamine haben eine Energieeffizienz von 15%, das hei&amp;szlig;t 85% wird verschwendet). Nat&amp;uuml;rlich kann man sich auch hier Zentralheizung einbauen lassen, oder sogenannte Heat Pumps, eine Art Klimaanlage die entweder hei&amp;szlig;e oder kalte Luft ins Haus pumpt. Aber das sind sehr teure Projekte.&lt;/p&gt; &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200212-0506-05.jpg" alt="Kronos wird uns aus der K&amp;auml;lte retten" width="200" height="212" /&gt;&lt;br /&gt; Kronos wird uns aus der K&amp;auml;lte retten &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Unsere L&amp;ouml;sung ist ein sogenannter Woodburner&amp;mdash;eine Art Ofen mit Glast&amp;uuml;r, der mit Holz oder Holzkohle befeuert wird. Woodburners sind relativ kosteng&amp;uuml;nstig und k&amp;ouml;nnen bei guter Plazierung das ganze Haus heizen. Au&amp;szlig;erdem verbrauchen sie weniger Holz als ein offener Kamin und erfordern auch nicht st&amp;auml;ndige Aufmerksamkeit. Die Firma, die wir mit dem Einbau beauftragt haben, wird sich um alles k&amp;uuml;mmern: Sie werden den Fliesenboden legen, das Ofenrohr durchs Dach und den Ofen selbst einbauen, und sich au&amp;szlig;erdem auch um den ganzen Papierkram k&amp;uuml;mmern. So einen Ofen kann man n&amp;auml;mlich nicht einfach selbst einbauen, sondern man braucht eine Genehmigung von der Stadtverwaltung.  Die Emissionsvorschriften sind recht scharf und werden ab September noch strenger, und wer Holz verbrennt mu&amp;szlig; sich das absegnen lassen. Ist ja auch richtig so. Im Moment warten wir also darauf, da&amp;szlig; der Antrag genehmigt wird, und in 1-2 Wochen sollten wir dann endlich ein warmes Haus haben.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Denn jetzt sind wir wirklich mitten im Winter. Am 21. Juni war der k&amp;uuml;rzeste Tag des Jahres; inzwischen geht es also wieder aufw&amp;auml;rts, auch wenn man noch nicht so arg viel davon merkt. Alles in allem ist es ziemlich gemischt&amp;mdash;oft ganz sch&amp;ouml;n tags&amp;uuml;ber, aber kalt sobald die Sonne weg ist, und ziemlich elend wenn's regnet und windet. Nicht da&amp;szlig; das die Kiwis beeindrucken w&amp;uuml;rde: Man sieht noch immer gen&amp;uuml;gend Leute in kurzen Hosen und T-Shirts rumlaufen, und manchmal sogar barfu&amp;szlig;&amp;mdash;bei 5 Grad und Nieselregen. Da lacht der Kiwi wenn wir das seltsam finden.&lt;/p&gt;    &lt;h3&gt;Es lebe der Sport&lt;/h3&gt; &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200233-0506-06.jpg" alt="Unterst&amp;uuml;zt die Jungs an der Front - die Lions kommen!" width="200" height="233" /&gt;&lt;br /&gt; Unterst&amp;uuml;zt die Jungs an der Front - die Lions kommen! &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Seit ein paar Wochen herrscht hier der Ausnahmezustand: Die Rugby-Saison ist hier. Und dieses Jahr, zum ersten Mal in 12 Jahren, ist die britische Nationalmannschaft (Lions) nach Neuseeland gekommen um gegen die heimischen All Blacks anzutreten. Anscheinend sind zur Zeit 20.000 Engl&amp;auml;nder, Iren, Schotten und Waliser in Neuseeland um ihr Team zu unterst&amp;uuml;tzen&amp;mdash;inklusive &lt;a href="http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=890087"&gt;Prinz William&lt;/a&gt;, der gerade die neuseel&amp;auml;ndischen Frauenherzen h&amp;ouml;her schlagen l&amp;auml;&amp;szlig;t.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Dieses Wochenende ist Wellington dran, und wohin man auch geht trifft man auf die rotgekleideten Massen der &amp;quot;Barmy Army&amp;quot; (wie sich die Lions Fans nennen), die mit ihrem kaufkr&amp;auml;ftigen Pfund nicht nur ihr Rugbyteam, sondern vor allem auch die lokalen Gastwirte unterst&amp;uuml;tzen. Stra&amp;szlig;en werden gesperrt, die Polizei und Ambulanzen haben Verst&amp;auml;rkung geholt, und Parkpl&amp;auml;tze gibt es kaum, denn ein Gro&amp;szlig;teil der angereisten Fans reist in Campingbussen an und &amp;uuml;bernachtet da auch. Heute abend sind wir wohl so ziemlich die einzigen Neuseel&amp;auml;nder, die &lt;em&gt;nicht&lt;/em&gt; gebannt das Spiel verfolgen.&lt;/p&gt;    &lt;h3&gt;Im Wahlkampf vor mir&lt;/h3&gt; &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0506-07.jpg" alt="Schaufensterpolitisieren" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Schaufensterpolitisieren &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Rugby wird also zumindest f&amp;uuml;r die n&amp;auml;chsten Tage das andere gro&amp;szlig;e Thema welches die Nation bewegt &amp;uuml;berschatten: Wahlen. Auch hier sind demn&amp;auml;chst Neuwahlen angesagt&amp;mdash;zwar steht der Termin noch nicht fest, aber der Wahlkampf ist schon in vollem Gange. Anders als in Deutschland wird das Parlament hier alle drei Jahre gew&amp;auml;hlt, und es gibt nur eine Kammer, das House of Representatives, deren 120 Mitglieder durch eine Mischung aus Pers&amp;ouml;nlichkeits- und Verh&amp;auml;ltniswahl bestimmt werden; au&amp;szlig;erdem gibt es noch extra Sitze f&amp;uuml;r Maori.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Zur Zeit ist eine Linkskoalition aus Labour und Progressive Party unter Premierministerin Helen Clark an der Regierung. Laut den letzten Umfragen hat allerdings die konservative Opposition (National Party) stark zugelegt so da&amp;szlig; im Moment ein Kopf-an-Kopfrennen erwartet wird. Insgesamt sind zur Zeit acht Parteien im Parlament vertreten.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die Themen klingen so &amp;auml;hnlich wie &amp;uuml;berall: Die Opposition verspricht Steuerk&amp;uuml;rzungen, und die Populisten (vor allem der ziemlich schleimige Winston Peters von &amp;quot;New Zealand First&amp;quot;) sch&amp;uuml;ren Angst vor Einwanderern&amp;mdash;nicht vor solchen wie uns nat&amp;uuml;rlich, mit guter Ausbildung, relativ wohlhabend und vor allem wei&amp;szlig;&amp;mdash;sondern vor solchen mit dunklerer Haut und gebrochenem Englisch. &amp;Uuml;berall das gleiche halt. Und diesesmal d&amp;uuml;rfen wir noch nicht einmal mitreden: Zwar kann man in Neuseeland, anders als in den USA, auch als Einwanderer w&amp;auml;hlen, aber erst nach einem Jahr im Land, und da die Wahlen sp&amp;auml;testens Ende September stattfinden werden, ist es noch etwas zu fr&amp;uuml;h. Aber zum Ausgleich gibts ja nun die Bundestagswahl....aber das ist ein Thema das ich lieber erst gar nicht anschneiden will.&lt;/p&gt;    &lt;h3&gt;Und dann war da noch&lt;/h3&gt; &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0506-08.jpg" alt="Hauseinweihungsparty" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Hauseinweihungsparty &lt;/div&gt; &lt;ul class="body"&gt; &lt;li&gt;Mein neues &lt;a href="http://www.breathecommunications.co.nz/people/sibylle.shtml"&gt;Profil&lt;/a&gt;&lt;/li&gt; &lt;li&gt;&lt;a href="http://www.deruntergang-special.film.de/"&gt;Dieser Film&lt;/a&gt; der es nach neun Monaten endlich nach Neuseeland geschafft hat&lt;/li&gt; &lt;li&gt;Kaufen wir &lt;a href="http://www.nzherald.co.nz/index.cfm?c_id=3&amp;amp;ObjectID=10125650"&gt;bald bei Aldi&lt;/a&gt;?&lt;/li&gt; &lt;li&gt;Am 28. Juni war es genau ein Jahr, da&amp;szlig; wir uns entschlossen haben, nach Neuseeland zu ziehen. Dem ist nichts hinzuzuf&amp;uuml;gen.&lt;/li&gt; &lt;/ul&gt; </description>
			<pubDate>Thu, 30 Jun 2005 00:00:00 +1200</pubDate>
			
			
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			<title>Juli 2005</title>
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			<description>&lt;h3&gt;Neuseeland. Ein Winterm&amp;auml;rchen.&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200253-0507-01.jpg" alt="Von oben" width="200" height="253" /&gt;&lt;br /&gt; Von oben &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Ja ja, ich wei&amp;szlig;. Es ist eine Ewigkeit her seit ich das letzte Mal geschrieben habe. In der Tat liegt mein letzter Eintrag schon so weit zur&amp;uuml;ck (er ist f&amp;uuml;rs Archiv auf Juli zur&amp;uuml;ckdatiert aber in Wirklichkeit ist es, w&amp;auml;hrend ich dies schreibe, bereits Ende Oktober) da&amp;szlig; es mir fast schwer f&amp;auml;llt, wieder anzufangen. Was war denn blo&amp;szlig; im Juli?&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Nicht allzuviel aufregendes, wie es sich herausstellt als ich meine Notizen zu Rate ziehe (jawohl, immerhin habe ich Notizen gemacht). Ich erinnere mich da&amp;szlig; es bei der Arbeit ziemlich gesch&amp;auml;ftig zuging&amp;mdash;eine Menge neuer Projekte die alle schnell fertiggestellt sein mu&amp;szlig;ten. Ich war w&amp;auml;hrend dieser Zeit sogar einmal in Auckland&amp;mdash;mein erstes Mal&amp;mdash;aber nur f&amp;uuml;r einen Tagestrip, so da&amp;szlig; ich au&amp;szlig;er dem Flughafen, der Autobahn und dem B&amp;uuml;ro nicht allzuviel zu sehen bekam.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Aber es war ein guter Monat, und die M&amp;uuml;he hat sich in vielfacher Hinsicht bezahlt gemacht, nicht zuletzt in der Tatsache da&amp;szlig; unsere Firma es zum zweiten Mal in Folge in die Liste der &lt;a href="http://www.deloitte.com/dtt/section_node/0,1042,sid%253D90872,00.%0Ahtml"&gt;50 am schnellsten wachsenden Betriebe&lt;/a&gt; in Neuseeland geschafft hat, und das auch noch auf Platz 23. Sehr cool.  &lt;/p&gt;&lt;h3&gt;Feuer Zeug&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;In meinem letzten Eintrag habe ich rumgejammert da&amp;szlig; die H&amp;auml;user hier im Winter so furchtbar kalt sind weil der Neuseel&amp;auml;nder weder Isolierung noch Zentralheizung hat. Nun, da wir unseren ersten Winter &amp;uuml;berstanden haben, kann ich bezeugen da&amp;szlig; dies nicht nur ein Schreckgespenst ist welches Einwanderer, vor allem diejenigen aus Europa und den USA, im Internet verbreiten um die Massen davon abzuhalten, sich ebenfalls hier niederzulassen. Es ist wahr.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0507-02.jpg" alt="Hei&amp;szlig;e Kiste" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Hei&amp;szlig;e Kiste &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Dabei hatten wir dieses Jahr nicht einmal einen &amp;quot;richtigen&amp;quot; Winter: Es stellte sich heraus da&amp;szlig; Neuseeland seinen drittw&amp;auml;rmsten Jult seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in the 1860ern hatte. &amp;quot;Puh, was f&amp;uuml;r 'ne Hitze&amp;quot;, &lt;a href="http://www.stuff.co.nz/stuff/dominionpost/0,2106,3364282a6000,00.%0Ahtml"&gt;textete das Lokalblatt&lt;/a&gt; angesichts einer Durchschnittstemparatur von 9,1&amp;deg;C, und in der Tat war der Winter viel trockener und milder als wir bef&amp;uuml;rchtet hatten. Dennoch konnten wir es kaum erwarten, endlich unseren Woodburner in Gebrauch zu nehmen, welcher Ende Juli endlich installiert wurde. Egal wie sch&amp;ouml;n es tags&amp;uuml;ber auch gewesen sein mag&amp;mdash;und wir hatten nicht wenige sonnige Nachmittage an denen man komfortabel drau&amp;szlig;en sitzen konnte&amp;mdash;Wintern&amp;auml;chte sind eben kalt. Nicht nur machte der Woodburner das Haus warm und gem&amp;uuml;tlich, er erm&amp;ouml;glichte es auch da&amp;szlig; wir endlich wieder das ganze Haus nutzen konnten anstatt nur jeweils den Raum in dem gerade der Heizl&amp;uuml;fter lief.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Flagge zeigen&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200100-0507-03.gif" alt="Neuseelands Flagge" width="200" height="100" /&gt;&lt;br /&gt; Neuseelands Flagge &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Ein Thema das diesen Winter hierulande debattiert wurde ist die Landesflagge. Die derzeitige neuseel&amp;auml;ndische Flagge ist blau, mit dem britischen Union Jack oben links und der Sternenkonstellation des Kreuz des S&amp;uuml;dens in der rechten H&amp;auml;lfte. Dieses Design bringt offensichtlich die starken Bindungen zu Gro&amp;szlig;britannien zum Ausdruck (manche sehen es sogar als koloniale Flagge), aber sagt wenig &amp;uuml;ber die Werte eines unabh&amp;auml;ngigen, modernen, multikulturellen Neuseelands. Ganz zu schweigen davon da&amp;szlig; es leicht mit der &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flagge_Australiens"&gt;australischen Flagge&lt;/a&gt; verwechselt werden kann!&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Eine wachsende Anzahl von Menschen glaubt da&amp;szlig; es an der Zeit ist f&amp;uuml;r eine neue Flagge, welche Neuseelands Identit&amp;auml;t und Kultur besser widerspiegelt. Aber w&amp;auml;hrend Bestrebungen, die Flagge zu &amp;auml;ndern, bis in die sp&amp;auml;ten 1960er zur&amp;uuml;ckgehen, gab es bislang keine Erfolge in dieser Richtung, wenn die Bem&amp;uuml;hungen denn &amp;uuml;berhaupt wahrgenommen wurde.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimgwide"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage300162-0507-04.gif" alt="Einige der Vorschl&amp;auml;ge zur%0ANeugestaltung" width="300" height="162" /&gt;&lt;br /&gt; Einige der Vorschl&amp;auml;ge zur Neugestaltung &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Nun versucht einen neue Kampagne dies zu &amp;auml;ndern: Eine &lt;a href="http://www.nzflag.com/"&gt;Treuhand&lt;/a&gt; wurde ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Debatte um Neuseelands Selbstverst&amp;auml;ndnis, und damit auch um seine Flagge, ins Bewu&amp;szlig;tsein der Bev&amp;ouml;lkerung zu r&amp;uuml;cken. Die Aktion wird von einer wachsenden Anzahl prominenter Kiwis unterst&amp;uuml;tzt. Das ultimative Ziel ist es, Unterschriften f&amp;uuml;r ein Referendum zu sammeln, in dem die Regierung die B&amp;uuml;rger zur Abstimmung &amp;uuml;ber die Frage, &amp;quot;Soll Neuseeland eine neue Flagge bekommen?&amp;quot; aufruft.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Nun, zum Referendum hat es zum diesj&amp;auml;hrige Wahltermin nicht gereicht, aber ich glaube nicht da&amp;szlig; die Debatte deswegen vorbeit ist. Auf den &lt;a href="http://www.nzflag.com/newdesigns.cfm"&gt;Internetseiten f&amp;uuml;r die Aktion&lt;/a&gt; werden Vorschl&amp;auml;ge f&amp;uuml;r neue Designs vorgestellt und diskutiert. Ein Element das sich in vielen Vorschl&amp;auml;gen findet ist der Silberfarn, eines der am besten bekannten Symbole f&amp;uuml;r Neuseeland und ein guter Kandidat f&amp;uuml;r ein erfolgreiches Konzept. Andere Komponenten die immer wieder vorkommen sind das Kreuz des S&amp;uuml;dens, welches auch Kontinuit&amp;auml;t mit der jetzigen Flagge bieten w&amp;uuml;rde, und der &lt;a href="http://www.virtualoceania.net/newzealand/photos/flora/koru/"&gt;Koru&lt;/a&gt;, der Maori-Name f&amp;uuml;r den jungen, sich entfaltenden Palmwedel, und ein Symbol f&amp;uuml;r Wachstum, neues Leben, Kraft und Hoffnung.&lt;/p&gt; </description>
			<pubDate>Sun, 31 Jul 2005 00:00:00 +1200</pubDate>
			
			
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		<item>
			<title>August 2005</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-august-2005/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Wochenend und Sonnenschein&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0508-02.jpg" alt="Unser Ferienhaus in Martinborough" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Unser Ferienhaus in Martinborough &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Anfang August hatten wir einen guten Grund f&amp;uuml;r eine Pause von der Arbeit: Unser f&amp;uuml;nfj&amp;auml;hriges Jubil&amp;auml;um. Um f&amp;uuml;nf wunderbare und aufregende Jahre angemessen zu feiern, beschlossen wir, einen Kurztrip ins &lt;a href="http://www.wairarapanz.com/"&gt;Wairarapa&lt;/a&gt; zu unternehmen, eine Gegend etwa eine Fahrtstunde &amp;ouml;stlich von Wellington, und eines von Neuseelands Weinanbaugebieten.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;So mu&amp;szlig; es im Napa Valley in Kalifornien in den 60er Jahren gewesen sein: L&amp;auml;ndlich, gem&amp;auml;chlich, einfach, und einfach sch&amp;ouml;n. Klar gibt es inzwischen auch dort einige Nobelrestaurants die vor allem auf die Gourmets und Weinliebhaber ausgerichtet sind die von Wellington aus f&amp;uuml;rs Wochenende aufkreuzen, und es gibt Veranstaltungen wie &lt;a href="http://www.toastmartinborough.co.nz"&gt;Toast Martinborough&lt;/a&gt;, die Besucher von nah und fern anlocken. Aber an diesem sonnigen Winterwochende au&amp;szlig;erhalb der Saison hatten wir die Weing&amp;uuml;ter und das St&amp;auml;dtchen fast f&amp;uuml;r uns, was uns die Gelegenheit gab, mit den Winzern ins Gespr&amp;auml;ch zu kommen und es langsam angehen zu lassen&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0508-03.jpg" alt="Schafe unter Reben" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Schafe unter Reben &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Die Gegend rund um Martinborough ist vor allem f&amp;uuml;r ihren Pinot Noir bekannt. Die Beschaffenheit der B&amp;ouml;den und das Klima mit seinen hei&amp;szlig;en Sommern, langen, trockenen Herbsten und vergleichsweise wenig Regen sind ideal f&amp;uuml;r fr&amp;uuml;h reifende Sorten. Au&amp;szlig;er Pinot Noir produziert man hier auch hervorragenden Sauvignon Blanc (&amp;quot;savvie&amp;quot; im Kiwi slang) und andere Sorte wie zum Beispiel Pinot Gris, Cabernet (&amp;quot;cabsav&amp;quot;) und Riesling.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Uns hat es in Martinborough supergut gefallen. Das Wetter war fr&amp;uuml;hlingshaft, mit Sonne und blauem Himmel w&amp;auml;hrend der ganzen Zeit die wir dort waren. Wir hatten ein Ferienhaus gemietet das etwa f&amp;uuml;nf Minuten zu Fu&amp;szlig; vom Zentrum des St&amp;auml;dtchens entfernt lag. Es war ganz neu und modern-unkonventionell, mit einem gro&amp;szlig;en Garten in dem wir in der Sonne sitzen konnten, und sogar einen Billiardtisch. Sehr empfehlenswert.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0508-05.jpg" alt="Wairarapa Landleben" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Wairarapa Landleben &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Das sch&amp;ouml;ne an &lt;a href="http://www.martinborough.com/"&gt;Martinborough&lt;/a&gt; ist da&amp;szlig;, anders als im Napa Valley, alle Weing&amp;uuml;ter nah beieinander sind&amp;mdash;die meisten sind sogar zu Fu&amp;szlig; vom Zentrum aus zu erreichen. Weinprobe macht viel mehr Spa&amp;szlig; wenn man nicht aufpassen mu&amp;szlig; ob man noch fahren kann! Wir besuchten mehrere Weing&amp;uuml;ter und sogar einen &lt;a href="http://olivo.co.nz/"&gt;Olivenhain&lt;/a&gt;, wo wir einige fantastische handgemachte Oliven&amp;ouml;le erstanden und uns die Besitzerin selbst auf einer Tour durch den Hain f&amp;uuml;hrte. Ein gelungener Ausflug.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Wellington ist wie San Francisco&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;...und Auckland ist wie Los Angeles, so lasen und h&amp;ouml;rten wir immer wieder sowohl vor als auch nach unserer Abreise nach Neuseeland. Und in der Tat ist Auckland in vieler Hinsicht deutlich anders als der Rest des Landes. Das hat zun&amp;auml;chst mit seiner Gr&amp;ouml;&amp;szlig;e zu tun: 1,5 Millionen der 4-Millionen Bev&amp;ouml;lkerung des Landes leben in Auckland; das ist mehr als jeder dritte Neuseel&amp;auml;nder. Und w&amp;auml;hrend Wellington mit seiner Kreativit&amp;auml;t, Kulturszene, Restaurantszene usw. immer wieder &amp;uuml;berraschend gro&amp;szlig;st&amp;auml;dtisch &lt;em&gt;erscheint&lt;/em&gt;, ist Auckland eben wirklich eine Gro&amp;szlig;stadt.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und damit gehen viele Gro&amp;szlig;stadtprobleme einher: t&amp;auml;gliche Verkehrsstaus, hohe Lebenshaltungskosten, vor allem in Bezug auf Mieten und Immobilien, Kriminalit&amp;auml;t und Jugendbanden, und so weiter. Kein Wunder da&amp;szlig; der Rest des Landes mit etwas Argwohn auf die &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jafa"&gt;Jafas&lt;/a&gt; (kurz f&amp;uuml;r &lt;em&gt;Just Another Fucking Aucklander&lt;/em&gt;) blickt, die man f&amp;uuml;r Yuppies h&amp;auml;lt die den ganze Tag Starbucks Latte trinken w&amp;auml;hrend sie in ihren Gel&amp;auml;ndewagen ins Fitnesstudio fahren. Inzwischen verwenden auch manche Aucklander das abwertendede Jafa &lt;a href="http://www.fishpond.co.nz/Books/Nonfiction/Social_Sciences/General/product_info.php?products_id=437894"&gt;selbstironisch&lt;/a&gt;, aber wenn er von Leuten von anderswo benutzt wird ist der Ausdruck nach wie vor eine Beleidigung.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0508-01.jpg" alt="Blick auf Auckland von Devonport" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Blick auf Auckland von Devonport &lt;/div&gt; &lt;p&gt;In meinem letzten Eintrag hatte ich ja bereits erw&amp;auml;hnt da&amp;szlig; ich im Juli einen kurzen Tagestrip in unser Aucklandb&amp;uuml;ro unternommen hatte. Einen Monat sp&amp;auml;ter stand die n&amp;auml;chste Visite an, und diesmal beschlossen wir, &amp;uuml;bers Wochenende zu bleiben. Ich flog bereits am Freitagmorgen f&amp;uuml;r mein Treffen mit Kunden (der Flug dauert nur eine Stunde), und Brian kam am Freitagabend nach. Wir verbrachten das Wochenende damit, die Stadt zu erkunden: Wir spazierten umher, besuchten das hervorragende &lt;a href="http://www.aucklandmuseum.com/"&gt;Museum&lt;/a&gt;, setzen mit der F&amp;auml;hre nach Devonport &amp;uuml;ber, hatten ein paar &lt;a href="http://www.ponsonbyroad.co.nz/websites/spqr/"&gt;fantastische&lt;/a&gt; &lt;a href="http://www.ponsonbyroad.co.nz/websites/prego/"&gt;Mahlzeiten&lt;/a&gt;, und sahen die Premierministerin in einer Parade zum Veteranentag direkt an uns vorbeigehen. Und wir hatten sogar die Gelegenheit, einen guten Freund von Brian aus Kalifornien zu treffen, der zuf&amp;auml;lligerweise f&amp;uuml;r ein paar Tage in Auckland auf Gesch&amp;auml;ftsreise war.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Unser Fazit? Ein gro&amp;szlig;artiges Ziel f&amp;uuml;r einen Besuch. Aber ansonsten sind wir froh da&amp;szlig; wir in Wellington wohnen. Auckland liegt landschaftlich wundersch&amp;ouml;n an einer Landenge, und sein viel milderes Klima k&amp;ouml;nnte mir wohl gefallen. Aber der Verkehr w&amp;uuml;rde mich furchtbar nerven&amp;mdash;dies ist kein Ort f&amp;uuml;r Fu&amp;szlig;g&amp;auml;nger. Wir waren in zentraler Lage und im Urlaub und deshalb nicht aufs Auto angewiesen, aber es war deutlich da&amp;szlig; es ein ziemlicher Alptraum w&amp;auml;re, in dieser Stadt zur Arbeit zu pendeln oder Besorgungen erledigen zu m&amp;uuml;ssen. Und dann ist da noch die schwer zu beschreibende Wellingtoner Atmosph&amp;auml;re&amp;mdash;pers&amp;ouml;nlicher, direkter, vielleicht auch schrulliger, aber auf jeden Fall immer spannend und interessant, die ich nach ein paar Tagen in Auckland zu vermissen begann. Wir haben die richtige Entscheidung getroffen.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Kiwi, komm bald wieder&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Ich habe ja bereits erw&amp;auml;hnt da&amp;szlig; in Neuseeland im September wie auch in Deutschland Parlamentswahlen anstanden, so da&amp;szlig; auch hier der Wahlkampf in vollen Gange war. Eines der hei&amp;szlig; debattierten Themen war seit langem der Mangel an qualifizierten Arbeitskr&amp;auml;ften f&amp;uuml;r Neuseelands noch immer starke Wirtschaft. Eine Reaktion darauf war nat&amp;uuml;rlich die Einf&amp;uuml;hrung einer neuen Einwanderungskategorie gewesen&amp;mdash;derjenigen f&amp;uuml;r &amp;quot;skilled migrants&amp;quot;,also qualifizierte Einwanderer, welche es uns erm&amp;ouml;glicht hat hierherzukommen und relativ einfach dauerhaftes Aufenthaltsrecht zu erwerben. Aber es geht nicht nur darum, neue Einwanderer ins Land zu holen: Auch 450.000 Kiwis wohnen zur Zeit im Ausland.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0508-04.jpg" alt="Fr&amp;uuml;hmorgens in Wellington" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Fr&amp;uuml;hmorgens in Wellington &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Bei einer Bev&amp;ouml;lkerung von vier Millionen ist das nat&amp;uuml;rlich ein riesiger Prozentsatz. Der meistgenannte Grund f&amp;uuml;r diesen Exodus sind die hohen Studiengeb&amp;uuml;hren und vergleichsweise niedrigen L&amp;ouml;hne, die viele Leute dazu treiben, in L&amp;auml;nder zu ziehen wo sie mehr verdienen und daher ihre Schulden schneller abzahlen k&amp;ouml;nnen. Anderseits geht h&amp;ouml;heres Lohnniveau typischerweise mit h&amp;ouml;heren Lebenshaltungskosten einher, so da&amp;szlig; es nicht allein ums Geld gehen kann. Viele Auswanderer nennen die Sehnsucht nach einen w&amp;auml;rmeren Klima&amp;mdash;ein Grund warum es so viele Kiwis ins Nachbarland Australien verschl&amp;auml;gt.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Aber ich glaube es hat einfach auch viel mit dem Wunsch zu tun, mehr von der Welt sehen zu wollen. Neuseeland ist eben ein kleines Land, und weit ab vom Schu&amp;szlig; noch dazu. W&amp;auml;hrend diese Umst&amp;auml;nde attraktiv sind f&amp;uuml;r Leute wie uns, die schon in anderen Teilen der Welt gelebt haben und einen einfacheren Lebenstil suchen, kann ich gut verstehen da&amp;szlig; man sich hier auch isoliert und eingeschr&amp;auml;nkt, vielleicht sogar klaustrophobisch f&amp;uuml;hlen kann, besonders als junger Mensch. Es ist typisch f&amp;uuml;r junge Neuseel&amp;auml;nder f&amp;uuml;r eine Weile ins Ausland zu gehen, oft nach Europa oder Nordamerika, um dort zu arbeiten und zu reisen. Das nennt man hier &amp;quot;OE&amp;quot;, kurz f&amp;uuml;r Overseas Experience (&amp;quot;&amp;Uuml;berseerfahrung&amp;quot;),  ein wichtiger Bestandteil im Leben vieler Kiwis. Es ist nicht &amp;uuml;berraschend da&amp;szlig; viele sich irgendwann anderswo heimisch zu f&amp;uuml;hlen beginnen, und bleiben.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die Regierung hat nun eine gro&amp;szlig;angelegte &lt;a href="http://www.handelsblatt.com/pshb/fn/relhbi/sfn/buildhbi/cn/GoArt!200013,200051,959929/SH/0/depot/0/Neuseeland_k%E4mpft_gegen_das_Ausbluten_der_Nation_.html"&gt;Kampagne&lt;/a&gt; gestartet, die einen Teil dieser Auswanderer (&amp;quot;expats&amp;quot;) wieder nach Hause bringen soll. Das Ziel der Aktion ist es, es Neuseel&amp;auml;ndern im Ausland einfacher zu machen, mit ihrem Heimatland Kontakte zu kn&amp;uuml;pfen, vor allem mit Arbeitgebern und anderen Dienstleistern wie zum Beispiel Maklern. Dabei wird nicht nur die florierende Wirtschaft betont, sondern vor allem auch der entspannte Lebensstil und die zahlreichen neuen Gelegenheiten in einem Land das sich im vergangenen Jahrzehnt betr&amp;auml;chtlich modernisiert hat. Es wird interessant sein, diese Entwicklung weiter zu verfolgen.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Kauf mir mein Lebtag kein Winterzeug mehr&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0508-07.jpg" alt="Vor der H&amp;uuml;ttn" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Vor der H&amp;uuml;ttn &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Es ist so angenehm, ab von der Stra&amp;szlig;e zu wohnen, weit weg von Autos und L&amp;auml;rm, umgeben von B&amp;auml;umen und Vogelgesang. An jedem Tag des Jahres au&amp;szlig;er dem, an dem Brennholz angeliefert wird! Nachdem wir einen Monat lang &amp;uuml;berteuertes und minderwertiges Holz an der Tankstelle oder im Supermarkt gekauft hatten, beschlossen wir, endlich N&amp;auml;gel mit K&amp;ouml;pfen zu machen und richtiges Brennholz anliefern zu lassen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Eine h&amp;auml;ufig verwandte Ma&amp;szlig;einheit f&amp;uuml;r Holz ist hier das Klafter. Ein Klafter entspricht 3,62 Kubikmetern (was man nicht so alles lernt...) und ist als solches nat&amp;uuml;rlich keine metrische Einheit, weshalb es nicht mehr verwendet werden soll (es h&amp;auml;lt sich trotzdem hartn&amp;auml;ckig). Holz kann man auch auf verschiedene weitere Arten messen und kaufen, eine davon ist der Festmeter, was einem Kubikmeter fester Holzmasse ohne Zwischenr&amp;auml;ume in der Schichtung entspricht. Der Raummeter dagegen ist ein Kubikmeter geschichtete Holzmasse inklusive Zwischenr&amp;auml;ume. Doch damit nicht genug: Weil eine ordentliche Schichtung zur Messung von Brennholz unwirtschaftlich w&amp;auml;re, werden die Scheite normalerweise einfach gesch&amp;uuml;ttet und unter dem sch&amp;ouml;nen Begriff Sch&amp;uuml;ttraummeter verkauft&amp;mdash;das ist zwar nicht exakt, aber einfach zu messen.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200193-0508-06.jpg" alt="Endlich" width="200" height="193" /&gt;&lt;br /&gt; Endlich &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Wir hatten vier Sch&amp;uuml;ttraummeter bestellt, und das wurde uns dann auch buchst&amp;auml;blich vor die F&amp;uuml;&amp;szlig;e gesch&amp;uuml;ttet. Eines Sonntagnachmittags kam ein Typ mit einem Lastwagen und kippte die ganze Ladung auf den Gehweg, wo ein Haufen entstand der fast so hoch war wie ich selbst. All das Holz hinunter zum Haus und in einen ordentlichen Stapel zu bekommen war ein ziemliches Unterfangen und wir hatten beide ungef&amp;auml;hr eine Woche lang schrecklichen Muskelkater (Notiz: N&amp;auml;chstesmal Leute mit Bier zum mithelfen bestechen). Aber wir schafften es, und nun haben wir einen imposanten Holzvorrat der uns noch weit &amp;uuml;ber diesen Winter hinaus reichen wird.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Denn es wird so langsam aber sicher Fr&amp;uuml;hling! Eines der ersten Anzeichen waren die Schilder zum Winterschlu&amp;szlig;verkauf die Ende August in den Gesch&amp;auml;ften auftauchten. Dann fingen wir an, morgens bei Vogelsang aufzuwachen, und schlie&amp;szlig;lich auch bei Tageslicht. Blumen sprie&amp;szlig;en &amp;uuml;berall im Garten (und leider auch Unkraut&amp;mdash;c'est la vie) und im Laden gibt es endlich wieder eine Auswahl an Gem&amp;uuml;se. Das blaue Band flattert.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Wed, 31 Aug 2005 00:00:00 +1200</pubDate>
			
			
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			<title>September 2005</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-september-2005/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Aufw&amp;auml;rtstrend&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0509-06.jpg" alt="Blick vom neuen B&amp;uuml;ro" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Blick vom neuen B&amp;uuml;ro &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Der September fing wieder einmal mit einem Umzug an, dieses Mal der meiner Firma. Wir waren unserem bisherigen B&amp;uuml;ro an der Cuba Street in mehr als nur einer Hinsicht entwachsen: W&amp;auml;hrend es in einer gro&amp;szlig;artigen Lage war und ungew&amp;ouml;hnlich-eigenwillig eingerichtet, bot es nicht genug Platz und vor allem Konferenzzimmer. Au&amp;szlig;erdem war es auf zwei Stockwerke verteilt, so da&amp;szlig; der Austausch zwischen denen oben und denen unten nicht immer ideal funktionierte. Schlie&amp;szlig;lich hatten wir auch eine Anzahl neuer Mitarbeiter und es wurde eben einfach etwas eng.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Am ersten Septemberwochenende konnten wir endlich in unsere neue und neurenovierte Bleibe an der Wakefield Street einziehen. Diese ist nur f&amp;uuml;nf Minuten vom alten B&amp;uuml;ro entfernt, direkt gegen&amp;uuml;ber vom Rathaus und dem Hafengebiet. Das neue B&amp;uuml;ro ist deutlich gr&amp;ouml;&amp;szlig;er und heller und bietet einen fantastischen Ausblick von den Konferenzzimmern (wir sind jetzt im vierten Stock anstatt im ersten). Es macht einen Riesenunterschied da&amp;szlig; nun alle auf einem Stockwerk sind, sowohl f&amp;uuml;r die Zusammenarbeit als auch einfach f&amp;uuml;r Austausch und Zusammengeh&amp;ouml;rigkeitsgef&amp;uuml;hl. Was ebenfalls hilft ist die gro&amp;szlig;e K&amp;uuml;che mit einer riesigen Bar in der Mitte, an der man sich in einer informellen Atmosph&amp;auml;re zusammensetzen kann. Und nicht zuletzt sollten Nachbarn wie &lt;a href="http://www.trademe.co.nz"&gt;TradeMe&lt;/a&gt; ein gutes Omen f&amp;uuml;r Erfolg sein.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Wenn Robben hinter Robben robben&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0509-05.jpg" alt="Red Rocks Coastal Walk" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Red Rocks Coastal Walk &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Eines Sonntagnachmittags machten wir einen Spaziergang entlang des Red Rocks Coastal Walk, ein 4 km Pfad an der S&amp;uuml;dk&amp;uuml;ste Wellingtons. Man startet an einem alten Steinbruch westlich vom Stadtteil Island Bay und geht an der K&amp;uuml;ste entlang, wo man auf interessante Geologie, Fauna und Flora trifft. An einem klaren Tag kann man die S&amp;uuml;dinsel sehen&amp;mdash;bei uns war es wolkenverhangen aber wir konnten sie trotzdem erkennen denn wir wu&amp;szlig;ten ja wonach wir Ausschau halten mu&amp;szlig;ten.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Der Wanderweg ist nach Felsen benannt die tats&amp;auml;chlich rotgef&amp;auml;rbt sind und an denen man auf halben Wege vorbeikommt. Die roten Felsen sind Lavaformationen die vor etwa 200 Millionen Jahren durch Unterwasser-Vulkanausbr&amp;uuml;che entstanden sind. Die Lava enthielt feine Eisenoxidpartikel, die den Felsen ihre tiefrote Farbe gaben. Nach einer &lt;a href="http://www.arte-tv.com/de/wissen-entdeckung/Die_20letzte_20Wildni%20s/508086,CmC=510114.html"&gt;Maorilegende&lt;/a&gt; dagegen wurden die Felsen vom Blut von Mauis Nase gef&amp;auml;rbt, welches er als K&amp;ouml;der benutzte. Eine andere Version f&amp;uuml;hrt das Blut auf &lt;a href="http://www.spahrweb.de/neuseeland2/n270tx05.html"&gt;Kupe&lt;/a&gt; zur&amp;uuml;ck, welcher seine Hand an einer &lt;a href="http://images.google.co.nz/images?q=paua&amp;amp;hl=en&amp;amp;btnG=Search+Images"&gt;Pauamuschel&lt;/a&gt; aufschnitt, oder gar auf Kupes T&amp;ouml;chter, die sich in ihrer Trauer um ihren Vater, den sie f&amp;uuml;r tot hielten, selbst verst&amp;uuml;mmelten.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0509-04.jpg" alt="Relaxte Robbe" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Relaxte Robbe &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Wenn man die roten Felsen hinter sich l&amp;auml;&amp;szlig;t, kommt man zum Sinclair Head, einer felsigen Gegend in der sich von Mai bis Oktober eine Kolonie neuseel&amp;auml;ndischer Seeb&amp;auml;ren aufh&amp;auml;lt. Diese Tiere geh&amp;ouml;ren zu den Ohrenrobben, und die Kolonie besteht ausschlie&amp;szlig;lich aus M&amp;auml;nnchen, die die Weibchen an der Westk&amp;uuml;ste der S&amp;uuml;dinsel zur&amp;uuml;ckgelassen haben. Die Bullen erholen sich am Sinclair Head um sich f&amp;uuml;r die kommende Paarungssaison zu st&amp;auml;rken. Die Robben gleichen sich optisch ihrer Umgebung an&amp;mdash;ihr Fell hat eine &amp;auml;hnliche braun-graue Farbe wie die Felsen auf denen sie liegen. Erst bemerkten wir nur ein paar, aber je l&amp;auml;nger wir schauten, desto mehr sahen wir, und schlie&amp;szlig;lich waren sie &amp;uuml;berall, wie in diesen Kinderr&amp;auml;tseln in denen man Indianerk&amp;ouml;pfe in Baumwipfeln finden mu&amp;szlig;te.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Ich glotz TeVau&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Wir sind abtr&amp;uuml;nning geworden: Nach vierj&amp;auml;hriger Abstinenz haben wir einen Fernseher gekauft. In San Francisco waren wir ihn losgeworden als wir ein Heimkino mit Projektor und 100 Zoll-Leinwand einrichteten. Das war genial, aber das Ger&amp;auml;t h&amp;auml;tte in Neuseeland wegen der unterschiedlichen Stromspannung nicht funktioniert, so da&amp;szlig; wir alles vor unserer Abreise verkauften. Seitdem schauten wir uns Filme auf dem Laptop an, den wir buchst&amp;auml;blich auf dem Scho&amp;szlig; balancierten, und das wurde nach einiger Zeit echt alt. Oder vielleicht werden auch nur wir alt und brauchen deshalb ein bi&amp;szlig;chen mehr Bequemlichkeit? Wie dem auch seit, Projektoren sind hier ziemlich unerschwinglich, weshalb wir beschlossen, dem Fernsehger&amp;auml;t eine zweite Chance zu geben.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200141-0509-02.jpg" alt="Strand im Stadteil Lyall Bay" width="200" height="141" /&gt;&lt;br /&gt; Strand im Stadteil Lyall Bay &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Ein weiteres Problem mit dem Laptop bestand darin, da&amp;szlig; die Software f&amp;uuml;r den DVD Player f&amp;uuml;r eine bestimmte Region eingestellt werden mu&amp;szlig;. Wir brachten unsere DVD  Sammlung aus den USA mit uns (Region 1), aber die meisten DVDs die man hier kauft oder ausleiht sind Region 4. Klar gibts da bestimmte Tricks, aber warum sollte ich die Firmware meiner Maschine hacken und Schaden riskieren, nur damit ich mir Filme anschauen kann die ich ganz legal erworben habe? Aber egal, denn das Problem stellt sich nicht mehr. DVD Player in Neuseeland sind kodefrei, k&amp;ouml;nnen also DVDs f&amp;uuml;r alle Regionen abspielen. Die meisten werden gleich so verkauft, oder aber sie kommen mit Anleitungen wie man die Regionen wechseln kann. Der Grund daf&amp;uuml;r ist da&amp;szlig; es hier in diesem kleinen Absatzmarkt &amp;uuml;blicher ist, DVDs aus verschiedenen L&amp;auml;ndern zu importieren, und Regionen werden als unangemessene Einschr&amp;auml;nkung f&amp;uuml;r Konsumenten angesehen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Es ist hier eine g&amp;auml;ngige Meinung da&amp;szlig; neuseel&amp;auml;ndisches Fernsehen ziemlicher Schrott ist. Ich kann mich dazu nicht wirklich &amp;auml;u&amp;szlig;ern, denn wir haben bis jetzt au&amp;szlig;er in der Wahlnacht so gut wie gar nicht fern geschaut. Der gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Sender ist &lt;a href="http://tvnz.co.nz/"&gt;Television New Zealand&lt;/a&gt; (TVNZ), welches haupts&amp;auml;chlich durch Werbung finanziert wird, aber auch zu einem geringen Teil &amp;ouml;ffentliche Gelder erh&amp;auml;lt. TVNZ ist ein staatliches Unternehmen mit dem vorrangigen Ziel, kommerziell t&amp;auml;tig zu sein und Einkommen f&amp;uuml;r die Krone (d.h., den Staat) zu erwirtschaften. Zugleich ist es jedoch an eine Charta gebunden, welche TVNZ verflichtet, einen Dienst f&amp;uuml;r die &amp;Ouml;ffentlichkeit zu leisten indem es Standards f&amp;uuml;r Qualit&amp;auml;t und journalistische Integrit&amp;auml;t einh&amp;auml;lt und ein breites Spektrum and Informations-, Bildungs- und Unterhaltungsprogrammen anbietet und dadurch zum Verst&amp;auml;ndnis von B&amp;uuml;rgerschaft und nationaler Identit&amp;auml;t beitr&amp;auml;gt. Klar da&amp;szlig; diese hochfliegenden Ziele schwer mit den kommerziellen zu vereinbaren sind, und man darf dreimal raten welcher Aspekt dieses Doppelauftrags in der Wirklichkeit eine gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere Rolle spielt.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Nat&amp;uuml;rlich kann man auch hier digitales Satellitenfernsehen empfangen, und zwar &lt;a href="http://www.sky.co.nz/"&gt;Sky TV&lt;/a&gt;. Das gibt es seit den 90er Jahren und bietet sowohl internationale Programme wie zum Beispiel CNN und BCC, als auch Filme, Sport, und alle m&amp;ouml;glichen Spezialsender. Wir haben zwar eine Sch&amp;uuml;ssel die der Vorbesitzer am Haus zur&amp;uuml;ckgelassen hat, aber wir haben nicht vor, sie anzuschlie&amp;szlig;en (au&amp;szlig;er vielleicht kurzzeitig n&amp;auml;chstes Jahr zur Fu&amp;szlig;ball WM?). Stattdessen sehen wir endlich wieder mehr  Filme, und machen gerade einen Twin Peaks Marathon. Yay!&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Politbarometer&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Am 17. September (ja, einen Tag vor den Deutschen) &lt;a href="http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~E58B49F7F54F5413D9D2FF71056130BDD~ATpl~Ecommon~Scontent.html"&gt;w&amp;auml;hlten die Neuseel&amp;auml;nder&lt;/a&gt; zum 48. Mal in ihrer Geschichte ein neues Parlament. Wie ich schon zuvor erw&amp;auml;hnt habe durften wir dieses Mal noch nicht mitstimmen weil wir noch kein ganzes Jahr im Land sind. Dennoch verfolgten wir die Wahl mit gro&amp;szlig;em Interesse.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;Auml;hnlich wie Gro&amp;szlig;britannien ist Neuseeland eine konstitutionelle Monarchie mit parlamentarischen Regierungssystem. Die B&amp;uuml;rger w&amp;auml;hlen ein Parlament welches den Premierminister ernennt, der&amp;mdash;oder die&amp;mdash; mit dem Kabinett die Regierung bildet. Offizielles Staatsoberhaupt ist die englische K&amp;ouml;nigin; in der Praxis werden jedoch ihre Aufgaben von einer &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Silvia_Cartwright"&gt;Generalgouverneurin&lt;/a&gt; &amp;uuml;bernommen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die bisherige Regierung bestand aus Labour und Progressives, mit Unterst&amp;uuml;tzung von United Future, und nun k&amp;auml;mpfte Premierministerin &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Helen_Clark"&gt;Helen Clark&lt;/a&gt; um eine dritte Amtszeit. W&amp;auml;hrend der vergangenen Monate hatte die Opposition, allen voran die konservative National Party unter Don Brash in den Umfragen zugelegt, und es wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorhergesagt. Die folgenden Parteien standen 2005 zur Wahl (nicht inklusive derer die meistens unter &amp;quot;Andere&amp;quot; zusammengefa&amp;szlig;t werden): &lt;/p&gt;&lt;ul&gt; &lt;li&gt;&lt;strong&gt;Labour:&lt;/strong&gt; Arbeiterpartei. Mitte-links, sozial fortschrittlich. Am ehesten mit der SPD zu vergleichen.&lt;/li&gt; &lt;li&gt;&lt;strong&gt;National:&lt;/strong&gt; Mitte-rechts, konservativ (unterst&amp;uuml;tzt z. B. Steuersenkungen). In vieler Hinsicht &amp;auml;hnlich der CDU.&lt;/li&gt; &lt;li&gt;&lt;strong&gt;New Zealand First:&lt;/strong&gt; Etwa: Neuseeland Vorn. Nationalistisch/populistisch (unterst&amp;uuml;tzt unter anderem Einwanderungsbeschr&amp;auml;nkungen, strengere Strafen f&amp;uuml;r Straft&amp;auml;ter). Ein bi&amp;szlig;chen wie die Republikaner, aber um einiges gem&amp;auml;&amp;szlig;igter.&lt;/li&gt; &lt;li&gt;&lt;strong&gt;Green Party:&lt;/strong&gt; Gr&amp;uuml;ne. Links, Umweltsch&amp;uuml;tzer, sozial fortschrittlich aber auch arg politisch korrekt.&lt;/li&gt; &lt;li&gt;&lt;strong&gt;United Future:&lt;/strong&gt; Etwa: Vereinte Zukunft. Gem&amp;auml;&amp;szlig;igt bis mitte-rechts, vertritt christliche Familienwerte.&lt;/li&gt; &lt;li&gt;&lt;strong&gt;ACT:&lt;/strong&gt; Mitte-rechts, liberal bis libert&amp;auml;r, f&amp;uuml;r freie Marktwirtschaft, schlanken Staat und niedrige Steuern. &amp;Auml;hnlich der FDP. &lt;/li&gt; &lt;li&gt;&lt;strong&gt;Progressive:&lt;/strong&gt; Etwa: Fortschrittspartei. Links, f&amp;uuml;r Arbeitsplatzschaffung und regionale Entwicklung.&lt;/li&gt; &lt;li&gt;&lt;strong&gt;Maori Party:&lt;/strong&gt; Vertritt die Interessen der Maori-Bev&amp;ouml;lkerung. Kann nicht ins Rechts-Links Spektrum eingeordnet werden.&amp;nbsp;&lt;/li&gt; &lt;/ul&gt;   &lt;p&gt;Die Wahlbeteilgung war hoch&amp;mdash;fast 81%. Und wie erwartet war das Ergebnis derma&amp;szlig;en knapp da&amp;szlig; es am Wahlabend nicht klar war, wer denn nun die neue Regierung stellen w&amp;uuml;rde (klingt bekannt?). Die ersten Hochrechnungen zeigten die Nationalpartei vorne, aber als mehr Bezirke ausgez&amp;auml;hlt wurden, vor allem die St&amp;auml;dte, holte Labour immer mehr auf, und am Ende des Abends hatte Labour 50 Sitze und National 49&amp;mdash;bei weitem nicht genug f&amp;uuml;r eine absolute Mehrheit im 120-Sitze Parlament. Tausende Briefwahlstimmen mu&amp;szlig;ten jedoch noch ausgez&amp;auml;hlt werden, so da&amp;szlig; das offizielle Ergebnis erst Anfang Oktober bekannt sein w&amp;uuml;rde. Mehr zu diesem Thema n&amp;auml;chsten Monat.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Leute holt die H&amp;uuml;hner rein&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage155155-0509-03.jpg" alt="Offizieller Theorietest:&amp;lt;br&amp;gt; Immer mit Schafen" width="155" height="155" /&gt;&lt;br /&gt; Offizieller Theorietest:&lt;br /&gt; Immer mit Schafen &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Es ist jetzt fast ein Jahr her da&amp;szlig; wir nach Neuseeland gekomment sind. Das hei&amp;szlig;t nicht nur da&amp;szlig; sich nun alles m&amp;ouml;gliche j&amp;auml;hrt (ein Jahr seit wir San Francisco verlassen haben...seit wir an Bord gegangen sind...seit wir Amerika verlassen haben...usw.), sondern auch da&amp;szlig; so manche Dinge die ein Jahr lang g&amp;uuml;ltig waren als wir ankamen nun so langsam ablaufen. Eines davon war mein F&amp;uuml;hrerschein.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wenn man einen g&amp;uuml;ltigen F&amp;uuml;hrerschein aus bestimmten L&amp;auml;ndern, einschlie&amp;szlig;lich der USA und EU,  hat, darf man in Neuseeland f&amp;uuml;r ein Jahr lang damit fahren. Danach mu&amp;szlig; man den neuseel&amp;auml;ndischen F&amp;uuml;hrerschein machen. Mit einem Auslandsf&amp;uuml;hrerschein aus Kalifornien konnte ich mir den Fahrtest sparen und mu&amp;szlig;te nur die Theoriepr&amp;uuml;fung machen. Und wenn ich auch schon seit 10 Monaten ohne Probleme hier unterwegs bin, war es wohl auch an der Zeit zu versuchen, endlich die seltsamen Vorfahrtsregeln dieses Landes wirklich zu verstehen.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200131-0509-01.jpg" alt="Lappen" width="200" height="131" /&gt;&lt;br /&gt; Lappen &lt;/div&gt; &lt;p&gt;In Deutschland gilt ja bekanntlich rechts vor links. In Kalifornien mu&amp;szlig; man denen Vorfahrt geben, die vor einem an der Kreuzung angekommen sind, egal aus welcher Richtung. In Neuseeland, dem dritten Land in dem ich nun den F&amp;uuml;hrerschein mache, f&amp;auml;hrt man zwar links, aber es gilt trotzdem Vorfahrt f&amp;uuml;r rechts. Das ist die erste verwirrende Regel.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Aber es wird noch besser: Es spielt n&amp;auml;mlich nicht nur eine Rolle wo der Verkehr sich in dem Moment befindet, in dem man die Vorfahrt bestimmt. Es kommt &lt;em&gt;auch&lt;/em&gt; darauf an, in welche Richtung man weitergeht, und zwar man selbst und alle anderen. Die Regel geht so:&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;em&gt;Wenn man geradeaus f&amp;auml;hrt, haben alle Verkehrsteilnehmer von rechts die auch geradeaus fahren Vorfahrt. Wenn man abbiegt, haben alle Verkehrsteilnehmer die nicht abbiegen Vorfahrt. Wenn man links abbiegt, haben alle Verkehrsteilnehmer die einem entgegen kommen und rechts abbiegen Vorfahrt. Wenn man rechts abbiegt haben alle Verkehrsteilnehmer von rechts die rechts abbiegen Vorfahrt.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Versuch das mal bei der Ann&amp;auml;herung an eine verkehrsreiche Kreuzung spontan auf die Reihe zu kriegen!&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Aber den Test habe ich bestanden und nun besitze ich einen neuseel&amp;auml;ndischen F&amp;uuml;hrerschein der auch beim Alkoholkauf n&amp;uuml;tzlich sein wird, wenn wieder mal ein pickeliger Teenager fragt ob ich schon 18 bin und es nicht sch&amp;auml;tzt wenn ich antworte, &amp;quot;Kid, ich k&amp;ouml;nnte deine Mutter sein.&amp;quot;&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Fri, 30 Sep 2005 00:00:00 +1200</pubDate>
			
			
			<guid>http://sibylle.co.nz/de-september-2005/</guid>
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			<title>Oktober 2005</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-oktober-2005/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Wer regiert?&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200131-0510-01.jpg" alt="Pressekonferenz mit der Premierministerin" width="200" height="131" /&gt;&lt;br /&gt; Pressekonferenz mit der Premierministerin &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Wie ich bereits in meinem letzten Eintrag beschrieben habe, war das diesj&amp;auml;hrige Wahlergebnis so knapp da&amp;szlig; am Wahlabend keiner wu&amp;szlig;te, wer denn nun die Wahl gewonnen hatte. Erst zwei Wochen sp&amp;auml;ter, &lt;strike&gt;als auch Dresden abgestimmt hatte&lt;/strike&gt; als auch die Briefwahlstimmen ausgez&amp;auml;hlt waren, gab es ein offizielles Endergebnis: Am ersten Oktober erfuhren wir da&amp;szlig; Labour 50 Sitze errungen hatte, die Nationalpartei 48, und da&amp;szlig; sich die verbleibenden 23 auf nicht weniger als 6 weitere Parteien verteilten (siehe Grafik). Und jetzt?&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Um nachzuvollziegen wie schwierig dieses Ergebnis die Regierungsbildung machte, mu&amp;szlig; man erst einmal das neuseel&amp;auml;ndische Wahlsystem verstehen. Gl&amp;uuml;cklicherweise ist das ganz einfach: Es ist fast genau das gleiche wie in Deutschland. W&amp;auml;hrend ich dr&amp;uuml;ben in der englischen Ausgabe dieses Tagebuchs des langen und breiten versucht habe, gemischtes Verh&amp;auml;ltniswahlrecht, Zweitstimmen, &amp;Uuml;berhangmandate und F&amp;uuml;nfprozentklausel zu erkl&amp;auml;ren, habe ich es hier erheblich einfacher. Sch&amp;ouml;n. Die &amp;Auml;hnlichkeit ist &amp;uuml;brigens kein Zufall: In den 80er Jahren wurde eine k&amp;ouml;nigliche Kommission einberufen die die Aufgabe hatte, Reformen zum Wahlsystem vorzuschlagen. 1986 empfahl diese ein System wie das deutsche, welches sie f&amp;uuml;r das weltweit beste hielt. Das neuseel&amp;auml;ndische Wahlverfahren ist also ausdr&amp;uuml;cklich nach dem deutschen Modell geformt. Kleinere Unterschiede gibt es freilich: Wahlen finden normalerweise alle drei Jahre statt, und immer samstags.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimgwide"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage300331-0510-02.gif" alt="Wahlergebnis 2005" width="300" height="331" /&gt;&lt;br /&gt; Wahlergebnis 2005 &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Auch hier gibt es Wahlkreise, und zwar 69. Deren Grenzen werden immer wieder &amp;uuml;berpr&amp;uuml;ft und gegebenenfalls ge&amp;auml;ndert, denn man versucht, in allen Wahlkreisen die gleiche Bev&amp;ouml;lkerungszahl zu haben. Sieben Wahlkreise sind f&amp;uuml;r Maori reserviert die sich auf eine spezielle Liste setzen lassen wollen (das k&amp;ouml;nnen, aber m&amp;uuml;ssen sie nicht).&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wie in Deutschland gibt es also Direktkandidaten und Listenpl&amp;auml;tze, und der W&amp;auml;hler hat zwei Stimmen. Und wie in Deutschland kann es auch hier zu &amp;Uuml;berhangmandaten kommen wenn eine Partei mehr Direktmandate gewinnt als ihr prozentual zustehen w&amp;uuml;rden. Davon hat dieses Jahr die Maoripartei profitiert, der mit 2,1% der Stimmen drei Sitze zugestanden w&amp;auml;re, die aber vier Direktmandate errang. Dies erh&amp;ouml;hte die Gesamtzahl der Sitze um einem auf 121. Auch hier gibt es eine F&amp;uuml;nfprozentklausel, aber um sie zu umgehen, mu&amp;szlig; eine Partei nicht mindestens drei Direktmandate gewinnen wie in Deutschland, sondern nur eines. Diese Regel kam in der letzten Wahl vier(!) Parteien zugute und ist der Grund, weshalb wir nun acht verschiedene Parteien im Parlament haben.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wer gewann den nun? Wenn man nur auf die Zahlen schaute gab es eine ganze Reihe m&amp;ouml;glicher Kombinationen. In Wirklichkeit jedoch waren die meisten Szenarios h&amp;ouml;chst unwahrscheinlich. Es war klar da&amp;szlig; Labour sowohl die Unterst&amp;uuml;tzung der Progressives hatte (wenn das auch nur eine Stimme bedeutete) als auch die der Gr&amp;uuml;nen, und da&amp;szlig; ACT National unterst&amp;uuml;tzen w&amp;uuml;rde. Das lie&amp;szlig; noch die Maoripartei, United Future und New Zealand First &amp;uuml;brig, und w&amp;auml;hrend die beiden letzteren zumindest angek&amp;uuml;ndigt hatten da&amp;szlig; sie zuerst mit der st&amp;auml;rksten Partei verhandeln w&amp;uuml;rden, so schienen sie doch eine Weile lang in beide Richtungen zu flirten. Was die Sache noch komplizierter machte war die Weigerung von United und NZ First, einer Regierung mit den Gr&amp;uuml;nen in der Koalition beizutreten. Und die National Party, die nur zweitst&amp;auml;rkste Kraft geworden war, tat noch eine ganze Weile lang so als ob sie trotz dieses Ergebnisses die Regierung stellen k&amp;ouml;nnte (erinnert das an irgendwas?).&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Was sich schlie&amp;szlig;lich Ende Oktober herauskristallisierte war eine Minderheitenregierung von Labour und Progressives und mit der Unterst&amp;uuml;tzung von NZ First und United Future, die beide Ministerposten erhielten, aber keiner formellen Koalition beitreten wollten. Wie stabil diese Konstellation sein wird wird sich zeigen m&amp;uuml;ssen. Schon hat Winston Peters, der Vorsitzende von New Zealand First und designierter Au&amp;szlig;enminister, sich mit so ziemlich allen angelegt in dem er verlangte, da&amp;szlig; seine Partei auf der Seite der Opposition sitzen sollte anstatt mit der Regierung der er selbst angeh&amp;ouml;rt. Ganz zu schweigen davon, da&amp;szlig; sowohl Kiwis als auch der Rest der Welt mit ziemlichem Mi&amp;szlig;trauen auf die &lt;a href="http://www.taz.de/pt/2005/10/19/a0082.nf/text.ges,1"&gt;Ernennung von Mr. Peters zum Au&amp;szlig;enminister&lt;/a&gt; reagiert haben, hat er sich doch wiederholt und auf ziemlich populistische Weise gegen Einwanderer und Muslime ausgesprochen. Das wird noch spannend.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Wahre Pioniere&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200131-0510-03.jpg" alt="Ein Teil des Achtstundentag-Ausschusses mit Parnell in der Mitte" width="200" height="131" /&gt;&lt;br /&gt; Ein Teil des Achtstundentag-Ausschusses mit Parnell in der Mitte &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Am 24. Oktober hatten wir endlich wieder einmal einen Feiertag&amp;mdash;den ersten seit dem Geburtstag der Queen Anfang Juni: Labour Day, den Tag der Arbeit. Wie der Name vermuten l&amp;auml;&amp;szlig;t, wird an diesem Tag die Einf&amp;uuml;hrung des Achtstundentages in Neuseeland begangen, zu einer Zeit als - und 14-Stundentage in Europa und anderswo noch an der Tagesordnung waren. Die Initiative dazu ging von einem Wellingtoner Schreiner namens Samuel Duncan Parnell aus, der 1839 von London nach Neuseeland gekommen war. Als er nach seiner Ankunft von einem Mitreisenden gefragt wurde ob er ihm einen Laden bauen w&amp;uuml;rde, sagte Parnell zu, unter der Bedingung da&amp;szlig; die t&amp;auml;gliche Arbeitszeit nicht l&amp;auml;nger als acht Stunden sei. Dieser Wunsch wurde als anma&amp;szlig;end betrachtet, aber weil Parnell nicht nachgab und in der neugegr&amp;uuml;ndeten Kolonie Wellington gelernte Handwerker Mangelware waren, bekam er den Auftrag trotzdem. &amp;quot;Und so wurde der erste Streik f&amp;uuml;r den Achtstundentag den die Welt je gesehen hatte, an Ort und Stelle beigelegt&amp;quot; schrieb Parnell sp&amp;auml;ter.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Er belie&amp;szlig; es aber nicht dabei, seine eigene Arbeitszeit zu regeln: Parnell begann, andere Arbeiter zu organisieren, und bereits 1840 hatte sich der Achstundentag in Wellington etabliert, und das lange bevor Gewerkschaften an Einflu&amp;szlig; gewannen. 1890 war er Standard f&amp;uuml;r Arbeiter und H&amp;auml;ndler, andere Berufe folgten. Der Tag der Arbeit wurde erstmals am 18. Oktober jenen Jahres begangen. 1900 wurde er offiziell zum Feiertag erkl&amp;auml;rt. Und &amp;auml;hnlich wie in Deutschland ist auch hier der Tag der Arbeit ein sicheres Zeichen daf&amp;uuml;r, da&amp;szlig; der Sommer naht.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Sentimental Journey&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Nun sind wir also fast ein Jahr hier in Neuseeland. Der Jahrestag unserer Abreise aus den USA ist bereits vor&amp;uuml;ber. Andere &amp;quot;letzte Male&amp;quot; und &amp;quot;erste Male&amp;quot; j&amp;auml;hren sich im Moment fast t&amp;auml;glich. Wie ist das so?&lt;/p&gt;   &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200146-0510-04.jpg" alt="Kein Witz: Als ich diese Bild knipste schallte es Zicke Zacke Hoi Hoi Hoi aus dem Lautsprecher" width="200" height="146" /&gt;&lt;br /&gt; Kein Witz: Als ich diese Bild knipste schallte es Zicke Zacke Hoi Hoi Hoi aus dem Lautsprecher &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Nun, einerseits als ob wir schon ewig hier w&amp;auml;ren. Es ist manchmal ein bi&amp;szlig;chen &amp;uuml;berw&amp;auml;ltigend, sich die Ereignisse, Orte, Risiken, Ver&amp;auml;nderungen und Entscheidungen der letzen 12 Monate vor Augen zu f&amp;uuml;hren. Wenn ich versuche dar&amp;uuml;ber nachzudenken kommt mir manchmal alles ganz unscharf und verschwommen vor. Im Alltag aber ist das ganz und gar nicht der Fall, da lebt man halt sein Leben. Und das ist gut.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;Uuml;berraschenderweise vermissse ich Kalifornien nicht. Ich hatte erwartet da&amp;szlig; ich das w&amp;uuml;rde, aber w&amp;auml;hrend ich viele gute Erinnerungen an meine Zeit dort habe, versp&amp;uuml;re ich nicht das geringste Heimweh. Manche Aspekte fehlen mir ab und zu, aber die haben mehr damit zu tun da&amp;szlig; es eben manchmal doch sch&amp;ouml;n w&amp;auml;re, nicht ganz so weit weg von allem zu sein. Andererseits war diese Abgeschiedenheit ja auch einer der Anziehungspunkte von Neuseeland, und der Drang nach der gro&amp;szlig;en weiten Welt kann ja auch mit der gelegentlichen Reise gestillt werden. Komischerweise sind die einzigen Gelegenheiten bei denen ich doch ab und zu sentimental werde so richtige Kitschmomente. Wie zum Beispiel heute nachmittag, als ich in der Stadt unterwegs war und aus einem Laden &amp;quot;California Dreaming&amp;quot; aus dem Lautsprecher t&amp;ouml;nte. Oder als ich vor ein paar Tagen ein email von Air New Zealand bekam in dem Reisen nach San Francisco zum Spezialpreis angeboten wurden und ausgerechnet das Foto eines Cable Cars mir kurzfristig einen Klo&amp;szlig; im Hals bescherte. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Aber das passiert nicht sehr oft. (Deutschland dagegen vermisse ich schon, wie auch schon zuvor, aber auf ander Weise. Und das ist ein ganz eigenes Thema.) Und wenn es passiert ist es schnell &amp;uuml;berwunden wenn ich daran denke, wo wir jetzt sind: In einem Land mit &lt;a href="http://www.ftd.de/pw/in/26676.html"&gt;weniger Korruption als so ziemlich &amp;uuml;berall anderswo&lt;/a&gt;, and wo die &lt;a href="http://www.epd.de/medien/medien_index_37843.html"&gt;Freiheit der Presse&lt;/a&gt; eine der gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten weltweit ist; ein Land in das die Deutschen &lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/,rm2/reise/artikel/34/62971/"&gt;gerne einmal reisen m&amp;ouml;chten&lt;/a&gt;. Und wir wohnen hier. Wir wurden herzlich in Empfang genommen und fanden fast unbegrenzte M&amp;ouml;glichkeiten. Klingt das zu perfekt? Das ist es nat&amp;uuml;rlich nicht. Aber es ist perfekt genug f&amp;uuml;r uns.&lt;/p&gt; </description>
			<pubDate>Mon, 31 Oct 2005 00:00:00 +1300</pubDate>
			
			
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			<title>November 2005</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-november-2005/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Reif f&amp;uuml;r die Insel&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0511-01.jpg" alt="So kann man's aushalten" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; So kann man's aushalten &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Wieder einmal hatten wir ein paar stressige und arbeitsreiche Monate hinter uns, und als es sich so ergab da&amp;szlig; wir beide Ende Oktober gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere Projekte zu Ende bringen w&amp;uuml;rden, wu&amp;szlig;ten wir da&amp;szlig; wir eine Pause brauchten. Zeit f&amp;uuml;r einen Urlaub!&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Zuerst dachten wir da&amp;szlig; wir irgendwo zum Wandern gehen, vielleicht auf der S&amp;uuml;dinsel? Aber das Wetter ist ja um diese Jahreszeit immer noch ziemlich unberechenbar, und au&amp;szlig;erdem wollten wir uns auch einfach erholen, und so w&amp;auml;hlten wir ein ganz anderes Ziel: Den S&amp;uuml;dpazifik, genauer gesagt, die &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cook_Islands"&gt;Cookinseln&lt;/a&gt;, noch genauer gesagt, die kleine Insel &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aitutaki"&gt;Aitutaki&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Seit ich etwa 1978 zum ersten Mal &lt;a href="http://www.kinderfilm-online.de/abkidneu/filmabc/page/inhalt/page/buch-p/pipitak.htm"&gt;Pippi in Taka Tuka Land&lt;/a&gt; gesehen habe ist es ein Traum von mir, einmal eine tropische Insel zu besuchen. Genau vor einem Jahr waren wir mit dem Containerschiff durch Polynesien gereist und sahen von weitem die blauen Lagunen, wei&amp;szlig;en Str&amp;auml;nde und gr&amp;uuml;nen H&amp;uuml;gel, und damals nahmen wir uns vor, eines Tages dort Urlaub zu machen. Und da kam der Jahrestag der gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Reise unseres Lebens als Anla&amp;szlig; gerade recht.&lt;/p&gt;  &lt;p class="subtitle"&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0511-02.jpg" alt="Inselfarben" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Inselfarben &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Die Cookinseln bestehen as 15 Inseln mit einer kombinierten Landfl&amp;auml;che von gerade einmal 240 km&lt;sup&gt;2&lt;/sup&gt;&amp;mdash;zum Vergleich, das ist gr&amp;ouml;&amp;szlig;er als Stuttgart aber kleiner als M&amp;uuml;nchen, und weniger als 1/10 der Gesamtfl&amp;auml;che von Luxemburg. Diese Inseln sind auf &amp;uuml;ber 2 Millionen km&lt;sup&gt;2&lt;/sup&gt; Ozean verteilt und erstrecken sich von 9&amp;deg; s&amp;uuml;dlich des &amp;Auml;quators bis fast zum s&amp;uuml;dlichen Wendekreis. Wenn man bei so einer Geografie &amp;uuml;berhaupt von Nachbarn sprechen kann, dann w&amp;auml;ren das in diesem Fall Tahiti und Samoa. Die gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Insel ist Rarotonga, auf der die H&amp;auml;lfte der 18.000 Cookinsulaner wohnen. Auf Aitutaki wohnen etwa 2.000 Leute.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Politisch gesehen sind die Cookinseln seit Mitte der 60er Jahre eine unabh&amp;auml;ngige parlamentarische Demokratie. Zuvor waren sie ein britisches Protektorat, und im Jahr 1900 wurden sie von Neuseeland annektiert und waren quasi bis zur Unabh&amp;auml;ngigkeit dessen Kolonie. Auch heute noch sind die Cookinseln &amp;quot;in freier Assoziierung mit Neuseeland&amp;quot;. Diese Verbindung ist in vielem offensichtlich, zum Beispiel in der Tatsache da&amp;szlig; Neuseeland die Au&amp;szlig;envertretung und der Sicherheitspolitik der Cook Islands wahrnimmt, oder da&amp;szlig; die W&amp;auml;hrung der neuseel&amp;auml;ndische Dollar ist. Neuseeland stellt den Cookinseln, deren Wirtschaft auf Landwirtschaft und Tourismus basiert, au&amp;szlig;erdem eine signifikanten Summe finanzieller Hilfen zur Verf&amp;uuml;gung. Heute leben fast drei mal so viele Cookinsulaner (&amp;uuml;ber 50.000) in Neuseeland wie auf den Cookinseln selbst.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0511-03.jpg" alt="Are Tamanu" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Are Tamanu &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Aber zur&amp;uuml;ck zu unserem Urlaub: Wir entschieden uns f&amp;uuml;r Aitutaki anstatt f&amp;uuml;r Rarotonga, die Hauptinsel, denn wir hatten gelesen da&amp;szlig; die meisten Besucher nur einen Tagesausflug nach Aitutaki machen und sich danach w&amp;uuml;nschen, sie w&amp;auml;ren l&amp;auml;nger geblieben. Das wollten wir uns ersparen und w&amp;auml;hlten deshalb gleich von Anfang an das Beste.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;a href="http://www.ck/aitutaki/index.htm"&gt;Aitutaki&lt;/a&gt; ist ein Atoll, dessen Korallenriff etwa ein gleichschenkliges Dreieck bildet, in dem sich eine wundersch&amp;ouml;n blaue Lagune befindet an dessen R&amp;auml;ndern sich kleine unbewohnte vulkanische- und Koralleninseln reihen, auch Motus genannt. Wenn man die Augen schlie&amp;szlig;t und versucht, all die Bilder aufzurufen die einem in den Sinn kommen wenn man an den S&amp;uuml;dpazifik denkt&amp;mdash; Str&amp;auml;nde, Palmen, Sand, t&amp;uuml;rkisblaues Wasser und magisches Licht&amp;mdash;dann hat man Aitutaki vor Augen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Abgesehen von der atemberaubenden nat&amp;uuml;rlichen Sch&amp;ouml;nheit war das erste, das uns auf den Cookinseln auffiel, wie freundlich die Menschen waren. Wir stiegen aus dem Flugzeug in die Nachmittagssonne, und der Stre&amp;szlig; und die Anspannung der letzten Monate schien einfach zu verpuffen: Hier gehen die Uhren anders&amp;mdash; man lebt nach Insel-Zeit. Am Flughafen ist ein Typ der kitschige Willkommenslieder singt (und noch kitschigere Abschiedslieder wann immer ein Abflug ansteht), es wird einem eine frische Blumenkette (&amp;quot;ei&amp;quot; genannt) um den Hals geh&amp;auml;ngt, und alles ist einfach locker und entspannt.&lt;/p&gt;   &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0511-04.jpg" alt="Mit dem Boot durch die Lagune" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Mit dem Boot durch die Lagune &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Was man nat&amp;uuml;rlich nicht in den Prospekten der Reiseb&amp;uuml;ros zu sehen bekommt ist, da&amp;szlig; die Cookinseln auch ein recht armes Land sind. Wenn man die Ferienanlagen verl&amp;auml;&amp;szlig;t sieht man &amp;uuml;berall halbfertige oder heruntergekommene H&amp;auml;user und H&amp;uuml;tten; am Stra&amp;szlig;enrand brennen die M&amp;uuml;llhaufen, und &amp;uuml;berall laufen Tiere herum, vor allem Schweine, H&amp;uuml;hner, und Ziegen. Was die Infrastruktur anbelangt so gibt es auf Aitutaki die Landebahn des kleinen Flugplatzes, der im 2. Weltkrieg von den Amerikaners angelegt wurde, und eine Hauptstra&amp;szlig;e die rund um die Insel f&amp;uuml;hrt, teilweise geteert und teilweise unbefestigt. Und das ist es eigentlich auch schon. Was uns auffiel war da&amp;szlig; jedoch selbst die &amp;auml;rmesten Behausungen Familiengr&amp;auml;ber im Vorgarten hatten, und nicht nur einfache, sondern kunstvolle Grabm&amp;auml;ler aus Marmor, liebevoll dekoriert mit Blumen und Kerzen. Es ist deutlich da&amp;szlig; die Familie die zentrale Rolle im Leben der Menschen auf den Cookinseln spielt.&lt;/p&gt;   &lt;h3&gt;Ritter der Kokosnu&amp;szlig;&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0511-05.jpg" alt="Honeymoon Island (Flitterwocheninsel)" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Honeymoon Island (Flitterwocheninsel) &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Wir wohnten in einer kleinen Siedlung auf der Westseite der Insel namens &lt;a href="http://www.aretamanu.com"&gt;Are Tamanu&lt;/a&gt;. Dorthin kamen wir mehr per Zufall, denn die Unterkunft die wir eigentlich ausgesucht hatten war bereits ausgebucht. Als wir allerdings beide gesehen hatten und vergleichen konnten waren wir mit unserer Wahl mehr als zufrieden. Are Tamanu hat nur 12 Bungalows, es ist also &amp;uuml;bersichtlich und ruhig. Gleichzeitig ist es aber mit einem anderen Hotel ein paar hundert Meter weiter assoziiert, so da&amp;szlig; wir dadurch einige zus&amp;auml;tzliche Annehmlichkeiten zur Verf&amp;uuml;gung hatten, wie zum Beispiel ein Restaurant und Fahrr&amp;auml;der. Und nat&amp;uuml;rlich gab es einen Swimming Pool mit Bar, und einen wundersch&amp;ouml;nen Strand mit hochgewachsenen Palmen, H&amp;auml;ngematter, und klar-blauem Wasser das sich hervorragend zum Schnorcheln eignete.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Als Ziel f&amp;uuml;r die Urlaubswoche hatten wir uns gesetzt, einfach einmal gar nichts zu machen und einfach zu entspannen und das Leben auf der Tropeninsel zu genie&amp;szlig;en. Das gelang uns auch gut! Einmal fuhren wir mit dem Fahrrad rund um die Insel (die meisten Leute leihen sich Motorroller aber wir wollten uns Zeit lassen)&amp;mdash;das war gro&amp;szlig;artige bis auf den Abschnitt in dem uns die Mosquitos fast leer saugten (n&amp;auml;chstes Mal bringen wir Insektenspray anstatt -creme!). Wir feierten Brians Geburtstag. Und einmal machten wir eine Bootsfahrt hinaus auf die Lagune. Das war einfach fantastisch. Wir stoppten an verschiedenen Stellen an denen man besonders gut schnorcheln konnte, f&amp;uuml;tterten Tropenfische, sahen riesige Venusmuscheln und tiefblaue Seesterne, und verbrachten die Mittagspause bei einer tropischen Barbecue auf einer der unbewohnten Motus, One Foot Island. Seufz. Da w&amp;auml;re ich auch jetzt am liebsten.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Und das ist noch nicht einmal das Beste&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0511-06.jpg" alt="Gl&amp;uuml;cklich :-)" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Gl&amp;uuml;cklich :-) &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Als ob all dies nicht bereits vollkommen und wunderbar w&amp;auml;re, ereignete sich das Beste am ganzen Urlaub an unserem letzten Tag auf Aitutaki: Wir werden heiraten! Dies kam als sehr freudige &amp;Uuml;berraschung. Wir haben bereits einen Termin festgelegt&amp;mdash;im Februar n&amp;auml;chsten Jahres. Wow. Ich bin &amp;uuml;bergl&amp;uuml;cklich. Dem gibts eigentlich nichts mehr hinzuzuf&amp;uuml;gen; ich habe diesen Absatz bereits mehrere Male angefangen und dann wieder gel&amp;ouml;scht weil alles was ich schreibe unzul&amp;auml;nglich scheint und nicht einmal im Ansatz beschreibt wie sehr ich mich &amp;uuml;ber unsere Pl&amp;auml;ne freue.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Wieder daheim,&lt;/h3&gt;   &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0511-07.jpg" alt="Eine der zahlreichen Baustellen entlang der Cuba Street" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Eine der zahlreichen Baustellen entlang der Cuba Street &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;hatte uns der Alltag schnell wieder, und der &amp;uuml;blich Stre&amp;szlig; lie&amp;szlig; unseren Tropenurlaub schnell wie eine lang vergangene Erinnnerung erscheinen. Anscheinend haben wir jetzt ja bald Sommer, und wenn man das auch daran sieht, da&amp;szlig; die Auswahl and Obst und Gem&amp;uuml;se auf dem Bauernmarkt wieder gr&amp;ouml;&amp;szlig;er ist, so ist das Wetter nicht gerade ber&amp;uuml;hmt. Wir mu&amp;szlig;ten noch einige Male ein Feuer machen um die antarktischen S&amp;uuml;dwinde zu bek&amp;auml;mpfen. November auf der S&amp;uuml;dhalbkugel entspricht zwar dem Mai auf der Nordhalbkugel aber es f&amp;uuml;hlte sich eher an wie M&amp;auml;rz.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ende November hatten wir gleich zweimal innerhalb einer Woche die Gelegenheit, gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere Veranstaltungen zu besuchen. Das war das erste Mal da&amp;szlig; wir Karten f&amp;uuml;r etwas anderes als f&amp;uuml;rs Kino kauften, und der Grund daf&amp;uuml;r war wie so oft hier der Preis. Konzertkarten die in San Francisco so um die $30 kosteten (und daf&amp;uuml;r kriegte man so gut wie alles au&amp;szlig;er die ganz gro&amp;szlig;en Bands) fangen hier um die $85, und das ist bei weitem das billigste. Es ist auch oft nicht einfach, Tickets zu bekomment, denn die Nachfrage ist gro&amp;szlig; und die Veranstaltungsorte sind an internationalen Standards gemessen klein, und viele Band, selbst wenn sie auf Welttournee sind, kommen oft erst gar nicht nach Neuseeland. Es ist also durchaus was besonderes, eine Liveveranstaltung zu besuchen.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0511-08.jpg" alt="Kunst am Courtenay Place" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; &lt;a href="http://www.wellington.govt.nz/news/display-item.php?id=2433"&gt;Kunst&lt;/a&gt; am Courtenay Place &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Die erste Veranstaltung war &amp;quot;John Cleese: Sein Leben, Wirken, und aktuellen Gesundheitsprobleme&amp;quot;, eine &amp;quot;Ein-Mann-Show mit mehreren Mitwirkenden&amp;quot;. Ich mu&amp;szlig; zugeben da&amp;szlig;, obwohl ich mich sehr auf die Show freute, ich auch ein wenig Bedenken hatte: John Cleese ist einer meiner Helden (und mein zweitliebstes Mitglied von Monty Python hinter Eric Idle)&amp;mdash; ob er es wohl immer noch drauf hatte? Nun ja, manche seiner Witze schienen schon ein bi&amp;szlig;chen gewollt, und es dauerte eine Weile bis er in Schwung kam. Aber da waren auch eine Kiwiversion des Toten Papageien Sketches (&amp;quot;Dieses Schaf ist nicht mehr. Es hat aufgeh&amp;ouml;rt zu sein. Es bl&amp;ouml;kt nicht mehr!&amp;quot;) und die urkomischen Geschichten &amp;uuml;ber Graham Chapman. Und nat&amp;uuml;rlich war es auch einfach ein Erlebnis, den Mann selbst einmal live zu sehen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ein paar Tage sp&amp;auml;ter kam das Kontrastprogram - ein Konzert der Foo Fighters. Reue bringt ja bekanntlich nichts aber es ist schon zu meinem Leidwesen da&amp;szlig; ich niemals Nirvana live gesehen habe. Aber nun habe ich wenigstens die Foos erlebt, und es war eine &lt;a href="http://unbounded.org/articles/2005/11/26/foo-fighters-in-wellington"&gt;geniale Show&lt;/a&gt; mit Lasereffekten, neuen Liedern, und nicht zuletzt einer Band und einem Publikum die alle sichtlich Spa&amp;szlig; hatten.&lt;/p&gt; </description>
			<pubDate>Wed, 30 Nov 2005 00:00:00 +1300</pubDate>
			
			
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			<title>Dezember 2005</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-dezember-2005/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Hojaho, und 'ne Buddel voll Rum&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0512-01.jpg" alt="Weihnachtspirat" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Weihnachtspirat &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Wie &amp;uuml;berall&amp;mdash;zumindest in der westlichen Welt&amp;mdash;ist auch hier der Dezember die Zeit der hektischen Vorbereitungen f&amp;uuml;r die kommenden Feiertage. Hier in Neuseeland ist es auch die Zeit der Vorfreude auf die gro&amp;szlig;en Sommerferien, die ersten Grillfeste, und nat&amp;uuml;rlich der Weihnachtsfeiern.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Zum Gl&amp;uuml;ck feiert nicht jeder ganz so r&amp;uuml;pelhaft wie die Jungs von &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Santarchy"&gt;Santarchy&lt;/a&gt;, eine Gruppe meist betrunkener und als Santa Claus verkleideter M&amp;auml;nner, die in Auckland randalierten, L&amp;auml;den ausraubten, M&amp;uuml;lltonnen umwarfen, und &amp;uuml;berhaupt einfach Chaos verursachten. Und wozu? Angeblich um gegen die zunehmende Kommerzialisierung von Weihnachten zu protestieren.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die Weihnachtsfeier meiner Firma ging zwar ohne Anarchie und Pl&amp;uuml;nderungen &amp;uuml;ber die B&amp;uuml;hne, dennoch war sie ganz und gar nicht wie das feierlich-besinnliche Zusammensein bei Kerzenschein und Weihnachtsgeb&amp;auml;ck das man typischerweise mit solchen Veranstaltungen verbindet. Nein, es erinnerte eher an einen Kindergeburtstag, aber einer bei dem auch Alkohol ausgeschenkt wird. Wie alle guten Kiwi-Parties hatten wir denn auch ein Motto: Piraten.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Da waren wir also; etwa 40 Erwachsene in Piratenkost&amp;uuml;men, komplett mit Schwertern, Augenklappen und k&amp;uuml;nstlichen Bluterg&amp;uuml;ssen, reif f&amp;uuml;r eine Pause von einem stressigen Arbeitsjahr. Wir begannen mit einem Sektfr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck im B&amp;uuml;ro, dann wurden wir zu einem Kino kutschiert wo wir The Princess Bride (Die Braut des Prinzen) anschauten. Danach gingen es weiter zum Strand, wo wir ein Haus gemietet hatten, zum Spielen, Wichteln, und Grillen. Wir hatten einen perfekten Sommertag erwischt und viel Spa&amp;szlig;.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Das achte Weltwunder&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0512-02.jpg" alt="Stra&amp;szlig;ensperre wegen King Kong" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Stra&amp;szlig;ensperre wegen King Kong &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Ebenfalls Mitte Dezember gab es in Wellington wieder einmal eine Premiere eines Films des ber&amp;uuml;hmtesten Sohnes unserer Stadt: Peter Jacksons &lt;a href="http://movies.uip.de/kingkong/"&gt;King Kong&lt;/a&gt;. Die wirklich (Welt-)Premiere hatte zwar ein paar Tage zuvor in New York stattgefunden, aber dies war das Ereignis das wirklich z&amp;auml;hlte&amp;mdash;der Film war ja fast ausschlie&amp;szlig;lich in und um Wellington gedreht und produziert worden und daher Grund f&amp;uuml;r Lokalstolz.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;F&amp;uuml;r die Auff&amp;uuml;hrung wurden Stra&amp;szlig;en gesperrt, und die meisten der Stars und nat&amp;uuml;rlich der Regisseur gingen auf einem roten Teppich vor 20.000 Zuschauern Richtung Embassy Kino (wo vor zwei Jahren die Weltpremiere von Herr der Ringe: R&amp;uuml;ckkehr des K&amp;ouml;nigs stattfand). Das Kino war dekoriert worden so da&amp;szlig; es wie das Alhambra in New York aussah, wo King Kong im Film dem Publikum vorgef&amp;uuml;hrt wird. Au&amp;szlig;erdem wurden Nachbildungen der Doppeldecker und Polizeiautos der 30er Jahre ausgestellt um f&amp;uuml;r die richtige Atmosph&amp;auml;re zu sorgen.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0512-03.jpg" alt="Embassy mit Rotem Teppich" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Embassy mit Rotem Teppich &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Wir verpassten zwar den Roten Teppich und die Stars, aber sahen uns King Kong dann ein paar Wochen sp&amp;auml;ter an - und fanden ihn gut. Die Bilder und Effekte waren beeindruckend und die Schauspieler gro&amp;szlig;artig. Mir gefiel vor allem Naomi Watts, die die Heldin als mutige und menschliche Frau portr&amp;auml;tierte und nicht als klischeehaftes blondes Opfer der Bestie.&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Mit &amp;uuml;ber 3 Stunden Spielzeit war der Film l&amp;auml;nger als wof&amp;uuml;r ich normalerweise stillsitzen kann, weshalb wir uns den Luxus der &amp;quot;Cinelounge&amp;quot; leisteten. Die Cinelounge ist eine spezielle Balkonsektion wo man nicht nur Popcorn und Sodas umsonst bekommt, sondern eben auch in superbequemen Lehnsesseln (mit Fu&amp;szlig;st&amp;uuml;tze!) sitzt. Affengeil.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Oh Tannenbaum&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0512-07.jpg" alt="Unser Pohutukawa, auch Neuseelands Weihnachtsbaum genannt" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Unser &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Pohutukawa"&gt;Pohutukawa&lt;/a&gt;, auch Neuseelands Weihnachtsbaum genannt &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Beim &amp;Ouml;ffnen des Weihnachtspakets von der Familie erwartet man nicht unbedingt, da&amp;szlig; einem als erstes ein Brief in die Hand f&amp;auml;llt mit der &amp;Uuml;berschrift &amp;quot;KONFISZIERUNGSBESCHEID&amp;quot;. Verwirrt untersuchte ich das Paket genauer und bemerkte, da&amp;szlig; es ge&amp;ouml;ffnet und wieder versiegelt worden war. Dann fiel mein Blick auf die Worte &amp;quot;Verbotene Artikel&amp;quot;. Was hatten sie blo&amp;szlig; geschickt?&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Nach weiteren Nachforschungen stellte sich heraus was der besagte verbotene Artikel war: &amp;quot;1 frischer Tannenzweig&amp;quot;. Dem Paket ohne Hintergedanken beigelegt als festliche Dekoration, aber hier ein Eindringling der die Richtlinien des Gesetzes f&amp;uuml;r Biologische Sicherheit von 1993 verletzte. Wir nehmen an da&amp;szlig; seine Pr&amp;auml;senz durch R&amp;ouml;ntgen oder Sp&amp;uuml;rhunde entdeckt wurde, was dazu f&amp;uuml;hrte da&amp;szlig; er vom Ministerium f&amp;uuml;r Land- und Forstwirtschaft (MAF) unter Quarant&amp;auml;ne gestellt wurde.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0512-05.jpg" alt="Wellingtons Hafenviertel" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Wellingtons Hafenviertel &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Die strikten MAF-Regeln waren uns ja schon bekannt&amp;mdash;sie waren der Grund weshalb wir damals vor unserer Abreise aus Kalifornien eine halben Tag damit zubrachten, unsere Campingausr&amp;uuml;stung zu schrubben, damit sie dann auch eingef&amp;uuml;hrt werden durfte. Es ist ja auch verst&amp;auml;ndlich da&amp;szlig; so ein kleiner Inselstaat wie Neuseeland kontrollieren will was ihm ins Land kommt, und die Rolle der biologischen Sicherheit ber&amp;uuml;hrt verschiedene Problemkreise&amp;mdash;vor allem nat&amp;uuml;rlich Wirtschaft und Umweltschutz, aber eben auch soziale und kulturelle Gesichtspunkte. Im Moment kommen weniger als 10% der weltweit bekannten Sch&amp;auml;dlinge und Krankheiten in Neuseeland vor, und das soll auch so bleiben. Die Einf&amp;uuml;hrung neuer Organismen k&amp;ouml;nnte unter Umst&amp;auml;nden verheerende Auswirkungen auf die Umwelt haben, weshalb die Strafen f&amp;uuml;r beschr&amp;auml;nkte und verbotene G&amp;uuml;ter so hoch sind.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und mein Tannenzweiglein? Sie gaben mir zwei Wahlm&amp;ouml;glichkeiten:&lt;br /&gt; 1. Zur&amp;uuml;ck an den Absender; Kostenpunkt $66.25, ODER&lt;br /&gt; 2. Vernichtung (das gibt's umsonst).&lt;br /&gt; Wenn ich mich nicht innerhalb von 28 Tagen schriftlich melde, &amp;quot;k&amp;ouml;nnen die Artikel gegen ihren Willen vernichtet werden&amp;quot;. Oh Tannenbaum, du kannst mir sehr gefallen...aber so dann doch nicht. Aber es ist ja der Gedanke der z&amp;auml;hlt.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;H&amp;ouml;r mal wer da h&amp;auml;mmert&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Wie die meisten Firmen hier im Land ist auch meine zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen. Wenn hier ein staatlicher Feiertag auf ein Wochenende f&amp;auml;llt, wie es dieses Jahr der Fall war, bekommt man daf&amp;uuml;r den darauffolgenden Montag frei. Weil auch Boxing Day (26 December) und der Tag nach Neujahr offizielle Feiertage sind, wurden deren Einhaltung ebenfalls einen Tag hinausgeschoben. Am Ende hatte ich also 11 Tage frei f&amp;uuml;r die ich nur drei Urlaubstage brauchte (und die bekam ich als Ausgleich f&amp;uuml;r die zahlreichen &amp;Uuml;berstunden der vergangenen Monate). Sch&amp;ouml;n.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0512-08.jpg" alt="Nie wieder gr&amp;uuml;nlich!" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Nie wieder gr&amp;uuml;nlich &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Brian und ich beschlossen, w&amp;auml;hrend des Urlaubs endlich einmal ein paar Projekte rund ums Haus in Angriff zu nehmen. Wir entfernten den widerlichen alten Teppichboden in den beiden Schlafzimmern, unter dem ein Holzboden zum Vorschein kam. Zwar mu&amp;szlig; der irgendwann einmal sachgerecht abgeschliffen und behandelt werden, aber selbst nach einfacher gr&amp;uuml;ndlicher Reinigung sieht es bereits viel bessert aus als das ekel-gr&amp;uuml;nliche Billigzeug das vorher dort war. Und damit nicht genug: In einem Anfall von Hausfraulichkeit beschlo&amp;szlig; ich, neue Vorh&amp;auml;nge zu n&amp;auml;hen. Im Schlafzimmer wurde der alte Vorhang (ebenfalls ekel-gr&amp;uuml;nlich) durch lange burgunderrote Gardinen ersetzt, und in der K&amp;uuml;che schauen wir nun auf happy-sommerliches Gelb anstatt das schaurige 70-er Jahre Tarnanzugdesign.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und was macht man mit 100 kg altem Teppichboden? F&amp;uuml;r normalen Hausm&amp;uuml;ll und Recycling kommt einmal die Woche die M&amp;uuml;llabfuhr. Recycling ist umsonst, Restm&amp;uuml;ll mu&amp;szlig; in spezielle T&amp;uuml;ten von der Stadtverwaltung gepackt werden. Diese T&amp;uuml;ten mu&amp;szlig; man kaufen&amp;mdash;je weniger M&amp;uuml;ll man also produziert, desto niedriger die Kosten. F&amp;uuml;r gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere Mengen oder Sperrm&amp;uuml;ll bleibt einem aber nichts anderes &amp;uuml;brig als es selbst zur M&amp;uuml;lldeponie zu bringen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wellington hat zwei Deponien, und eine davon ist relativ schnell mit dem Auto zu erreichen. Man l&amp;auml;dt das Auto voll und f&amp;auml;hrt zum Eingang; dort wird es gewogen und man bekommt einen Beleg. Von dort aus f&amp;auml;hrt man weiter zur Abladestelle wo man seinen M&amp;uuml;ll dann loswerden kann (von dort aus wird er weiter sortiert und dann in die Deponie selbst gebracht). Auf dem Weg nach drau&amp;szlig;en wird das Auto wiederum gewogen um das Gewicht des abgegebenen M&amp;uuml;lls und damit die Kosten zu berechnen. Das System ist reibungslos und wir fanden uns ohne M&amp;uuml;he zurecht. Man kann &amp;uuml;brigens auch Gartenabf&amp;auml;lle loswerden und auch Sonderm&amp;uuml;ll wie z.B. alte Haushaltsger&amp;auml;te oder Giftstoffe, und es gibt sogar einen Laden in dem man billig Dinge kaufen kann die andere loswerden wollten, aber die noch benutzbar sind. So soll's sein.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Schon wieder ein Jahr vorbei&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0512-06.jpg" alt="Blick vom East Harbour Regional Park" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Blick vom East Harbour Regional Park &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Vor ein paar Tagen unternahmen wir einen kleinen Ausflug so da&amp;szlig; nicht unser ganzer Urlaub im schw&amp;auml;bischen Stil (am H&amp;auml;usle schaffa!) vergehen w&amp;uuml;rde. Wir fuhren mit der &lt;a href="http://www.eastbywest.co.nz/"&gt;F&amp;auml;hre&lt;/a&gt; von Wellington nach Days Bay/Eastbourne an der &amp;ouml;stlichen Seite der Bucht. Von dort aus unternahmen wir einen &amp;quot;bush walk&amp;quot; in den H&amp;uuml;gel.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Alles unter einer anstrengenden Mehrtageswanderung wird hier &amp;quot;walk&amp;quot;, also Spaziergang genannt&amp;mdash; und wenn die Beschreibung von &amp;quot;steil&amp;quot; oder &amp;quot;schwierig&amp;quot; spricht, dann glaubt man das besser. Wir suchten deshalb einen gem&amp;auml;&amp;szlig;igten Wanderweg aus, der uns erst im Zickzack auf den Kamm einer H&amp;uuml;gelkette brachte und dann hinunter in ein Tal (Butterfly Creek Valley) durch wundersch&amp;ouml;nen Birken- und Farnbaumwald. Obwohl wir nahe an der Stadt waren war es einsam, und wir trafen nur auf wenige andere Leute.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0512-04.jpg" alt="Vegetarierwortspiel" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Vegetarierwortspiel &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Und das wars f&amp;uuml;r 2005. W&amp;auml;hrend ich dies schreibe ist es auch in Deutschland schon nach Mitternacht, w&amp;auml;hrend hier der Neujahrstag schon wieder halb vorbei ist. Euch allen die dies lesen w&amp;uuml;nsche ich von Herzen alles Gute f&amp;uuml;rs neue Jahr. Seid gl&amp;uuml;cklich, gesund, und habt Spa&amp;szlig;! Und denkt daran was die Beatles sagten&lt;sup&gt;1&lt;/sup&gt;:&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;em&gt;There's nothing you can do that can't be done.&lt;br /&gt; Nothing you can sing that can't be sung.&lt;br /&gt; Nothing you can say but you can learn how to play the game&lt;br /&gt; It's easy.&lt;br /&gt; There's nothing you can make that can't be made.&lt;br /&gt; No one you can save that can't be saved.&lt;br /&gt; Nothing you can do but you can learn how to be in time&lt;br /&gt; It&amp;rsquo;s easy.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Happy 2006!&lt;/p&gt; &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;p class="caption"&gt; &lt;sup&gt;1&lt;/sup&gt; &lt;em&gt;Es gibt nichts, was du tun kannst, das nicht getan werden kann.&lt;br /&gt; Nichts, was du singen kannst, das nicht gesungen werden kann.&lt;br /&gt;  Nichts, was du sagen kannst, aber du kannst lernen, wie das Spiel zu spielen ist&lt;br /&gt;  Es ist einfach.&lt;br /&gt;  Es gibt nichts, was du tun kannst, das nicht getan werden kann.&lt;br /&gt;  Niemand, den du nicht retten kannst, der nicht gerettet werden kann.&lt;br /&gt; Nichts, was du tun kannst, aber du kannst lernen, wie man mit der Zeit geht&lt;br /&gt;  Es ist einfach.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt; aus: &amp;quot;All you need is love&amp;quot;&lt;/p&gt;  </description>
			<pubDate>Fri, 30 Dec 2005 00:00:00 +1300</pubDate>
			
			
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			<title>Januar 2006</title>
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			<description>&lt;h3&gt;Sommerloch&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Januar schien ein langsamer Monat. Vielleicht war das ja weil es so lange dauerte, bis nach den Feiertagen alles wieder seinen normalen Gang ging. Ich habe ja bereits zuvor erw&amp;auml;hnt da&amp;szlig; hier zwischen Weihnachten und Neujahr alles dicht macht, aber das ist nicht alles. Schulferien sind noch bis Waitangi Day (Anfang Februar), so da&amp;szlig; viele Urlaub nehmen um Zeit mit der Familie zu verbringen. L&amp;auml;den, aber auch so manche Firmen, sind oft mehrere Wochen geschlossen.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0601-03.jpg" alt="Vollmond &amp;uuml;ber der Bucht" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Vollmond &amp;uuml;ber der Bucht &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Letztes Jahr hatten wir um diese Zeit noch nicht gearbeitet, so da&amp;szlig; wir nicht richtig bemerkten wie vieles einfach bis Mitte Januar auf Eis liegt. Nachdem wir dieses Jahr ja nur wenige Monate zuvor verreist waren, nahm ich mir keinen extra Urlaub. Auf diese Weise hatte ich ein paar langsamer-als-normale Arbeitswochen&amp;mdash;eine angenehme Abwechslung von den stressigen Monaten vor Weihnachten. So konnte ich endlich einmal alles auf den neuesten Stand bringen und mich gut f&amp;uuml;r die kommenden Engp&amp;auml;sse vorbereiten, die inzwischen auch schon wieder eingetreten sind. Und es war sogar m&amp;ouml;glich, abends fr&amp;uuml;h genug nach Hause zu kommen um Hochzeitsvorbereitungen zu treffen.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Sch&amp;ouml;nheit mu&amp;szlig; leiden&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Nun da wir bereits eine gute Weile hier leben, ist es an der Zeit, auch einmal &amp;uuml;ber Neuseelands dunkle Seiten zu sprechen: die Mode. Ich bin ja keine die viele Klamotten kauft, und mein Interesse an dem Thema ist eher, &amp;ouml;hm, unterentwickelt. Hinzu kommt die Bem&amp;uuml;hung, etwas sparsamer zu leben w&amp;auml;hrend wir uns hier ein neues Leben aufbauen. Aus diesen Gr&amp;uuml;nden gelang es mir bisher gut, das Thema Mode mehr oder weniger zu ignorieren. Das hei&amp;szlig;t, bis jetzt. Denn k&amp;uuml;rzlich begann ich, mich nach einem Kleid umzusehen, da&amp;szlig; ich bei der Hochzeit tragen kann, und auf einmal war ich mit dem ganzen Grausen der neuseel&amp;auml;ndischen Damenmode konfrontiert.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0601-01.jpg" alt="Kiwi Teenager in typischer Aufmachung" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Kiwi Teenager in typischer Aufmachung &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Na ja, vielleicht ist das ein bi&amp;szlig;chen zu hart. Letzen Endes ist Neuseeland eben ein kleines Land, und vieles mu&amp;szlig; von anderswo importiert werden. Bei 4 Millionen Einwohnern ist die Auswahl nat&amp;uuml;rlich viel kleiner als in Deutschland oder Kalifornien. Aber das ist nicht einmal das Problem. Schlie&amp;szlig;lich habe ich mich schon &amp;ouml;fters dar&amp;uuml;ber ausgelassen da&amp;szlig; weniger Auswahl befreiend sein kann und einem helfen kann, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren, vor allem nach der Erfahrung des ungez&amp;uuml;gelten Konsumrausches in Amerika.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Aber nein, das Problem liegt ganz woanders. In einem Satz, wenn man sich hier die Mehrzahl der der Mode f&amp;uuml;r Frauen anschaut, f&amp;uuml;hlt man sich in die 80er Jahre zur&amp;uuml;ckversetzt, oder vielleicht auf eines dieser Renaissancefeste die man &amp;uuml;berall in der Neuen Welt so liebt. Es ist mir nicht ganz klar ob das nun &amp;quot;retro&amp;quot; sein soll, so wie die 70er Jahre zwei Jahrzehnte sp&amp;auml;ter auch ein Comeback machten, oder ob das eben hier der bevorzugte Stil ist. Kiwis &lt;strong&gt;lieben&lt;/strong&gt; wallende Gew&amp;auml;nder und alles durchsichtige, ger&amp;uuml;schte und mit Spitzen besetzte; Stile welche scheinbar mit weiblich gleichgesetzt werden. Beliebte Stoffe sind Chiffon, Krepp und &amp;mdash;schluck!&amp;mdash;Polyester, w&amp;auml;hrend blaugr&amp;uuml;n/mint, zitronengelb, pink und violett die Farbpalette dominieren. Faltenr&amp;ouml;cke, Volants, Kr&amp;auml;uselndes und Blusen mit gerafften &amp;Auml;rmeln und R&amp;uuml;schen konkurrieren mit den Hosen im Karottenschnitt welche ich t&amp;ouml;richterweise f&amp;uuml;r so pass&amp;eacute; gehalten hatte wie Michael Jackson und Maggie Thatcher.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Um die Ecke gedacht&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0601-02.jpg" alt="Fehlen nur noch die Schulterpolster" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Fehlen nur noch die Schulterpolster &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Die Allgegenwart dieser Geschmacksverirrungen ist &amp;uuml;berraschend, hat doch die neuseel&amp;auml;ndische Modeindustrie einen sehr guten Ruf f&amp;uuml;r Innovation und Originalit&amp;auml;t, und zudem in den letzten Jahren starke Wachstumsraten verzeichnet. Es gibt zahlreiche einheimische Designer und Studios, die immer mehr auch im Ausland Aufmerksamkeit und Anerkennung finden. Hinzu kommen bedeutende Veranstaltungen wie die New Zealand Fashion Week (Neuseel&amp;auml;ndische Modewoche). Es gibt sogar ganz interessante und einfallsreiche &amp;Uuml;berkreuzungen zwischen Mode und Kunst, wie zum Beispiel die &lt;a href="http://www.worldofwearableart.com"&gt;World of Wearable Arts&lt;/a&gt; (Welt der tragbaren Kunst) Schau, die j&amp;auml;hrlich in hier in Wellington stattfindet. Was auch auff&amp;auml;llt ist die gro&amp;szlig;e Anzahl kleiner, unabh&amp;auml;ngiger L&amp;auml;den und Boutiquen, die alle individuell und spezialisiert sind und oft nur ein paar wenige Designermarken f&amp;uuml;hren.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die Antwort in meiner Suche war, wie so oft, mich von der Massenware fernzuhalten. Nach mehreren ergebnislosen Versuchen entlang der Haupteinkaufsstra&amp;szlig;e Lambton Quay wurde mir klar, da&amp;szlig; ich mich anderswo umsehen mu&amp;szlig;te, wollte ich etwas finden das nicht nur passte, sondern in dem ich auch aussehen w&amp;uuml;rde wie die Braut und nicht wie die Hochzeitstorte. Schlie&amp;szlig;lich fand ich ein wundersch&amp;ouml;nes Kleid in einer kleinen Boutique in der Cuba Street. Wie mit so vielem hier das es zun&amp;auml;chst einfach nicht zu geben scheint, stellt man irgendwann fest da&amp;szlig; die meisten Dinge zwar schon existieren, aber man mu&amp;szlig; sich mehr M&amp;uuml;he geben, sie zu finden. Und w&amp;auml;hrend ich immer noch nicht von der Kiwimode begeistert bin, so ist im Moment doch zumindest Waffenstillstand.&lt;/p&gt;   &lt;h3&gt;Tief im S&amp;uuml;den (wo die Sonne nicht verstaubt)&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Der diesj&amp;auml;hrige Sommer ist wieder mal gemischt. Zwar ist es nicht so kalt und so sibirisch wie im letzten Jahr; trotzdem ist es auch jetzt selten mehr als ein paar Tage am St&amp;uuml;ck so richtig warm. Stattdessen wird der Sommer etwa einmal pro Woche mit Regen und orkanartigen Winden unterbrochen, wobei dann die Temperatur gleich auf 14&amp;deg;, 15&amp;deg; f&amp;auml;llt. Aber wie man hier so sagt, wenn einem das Wetter nicht pa&amp;szlig;t, wartet man eben eine Stunde, und tats&amp;auml;chlich ver&amp;auml;ndert sich die Wetterlage oft rapide und drastisch, vor allem hier in Wellington.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0601-04.jpg" alt="Cook Strait und Island Bay, von der Tawatawa Ridge aus gesehen" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Cook Strait und Island Bay, von der Tawatawa Ridge aus gesehen &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Und wenn die Sonne dann durchkommt, ist sie heller und intensiver als fast &amp;uuml;berall. Neuseeland ist sonniger als Mittel- und Nordeuropa, jedoch weniger sonnig als das Mittelmeergebiet und weite Teile der USA. Wellington hat im Jahr durchschnittlich 2,050 Stunden Sonnenschein&amp;mdash;und der kann gef&amp;auml;hrlich sein. Dank dem Ozonloch und der Tatsache, da&amp;szlig; die Erdumlaufbahn so beschaffen ist da&amp;szlig; wir im s&amp;uuml;dlichen Sommer der Sonne n&amp;auml;her kommen als auf der Nordhalbkugel, ist die Sonnenbestrahlung hier viel kr&amp;auml;ftiger als in den USA oder Europa. Dies wird noch dadurch verst&amp;auml;rkt, da&amp;szlig; unsere Luft so sauber und klar ist, so da&amp;szlig; keine Luftverschmutzung die UV-Strahlen abblockt. Neuseelands Strahlungslevel &amp;uuml;bersteigt im Sommer oft 10 auf dem &lt;a href="http://www.uv-index.ch/de/uvindex.html"&gt;UV Index&lt;/a&gt;, was extremes Risiko bei ungesch&amp;uuml;tztem Aufenthalt im Freien bedeutet.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200117-0601-05.gif" alt="UV Index Vorhersage" width="200" height="117" /&gt;&lt;br /&gt; UV Index Vorhersage &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Generell scheint das hier den meisten bewu&amp;szlig;t sein, denn man sieht selten jemanden mit starkem Sonnenbrand. Der UV-Level ist normalerweise Teil der Wettervorhersage, und Kinder lernen von klein auf wie man sich sch&amp;uuml;tzt (&amp;quot;slip, slop, slap and wrap&amp;quot;; das steht f&amp;uuml;r in ein Hemd schl&amp;uuml;pfen, Sonnencreme auftragen, einen Hut aufsetzten, und Sonnenbrille tragen). Trotz dieser Bem&amp;uuml;hungen hat Neuseeland immer noch den h&amp;ouml;chsten Hautkrebsanteil der Welt, und erst vor ein paar Wochen zeigte eine neue &lt;a href="http://www.stuff.co.nz/stuff/0,2106,3529277a10,00.html"&gt;Studie&lt;/a&gt; da&amp;szlig; Neuseel&amp;auml;nder 40% mehr krebserregenden Sonnenstrahlen ausgesetzt sind als Nordamerikaner in &amp;auml;hnlichen Breitengraden. Hey, nun bin ich ja fast froh da&amp;szlig; ich den Nachmittag am Computer verbracht habe um dies zu schreiben, anstatt nach drau&amp;szlig;en zu gehen.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Tue, 31 Jan 2006 00:00:00 +1300</pubDate>
			
			
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			<title>Februar 2006</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-februar-2006/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Schulgeld&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Nach dem Nationalfeiertag (Waitangi Day) am 6 Februar fing f&amp;uuml;r die Kinder die Schule wieder an, und dieses Ereignis scheint eine ganze Reihe von Diskussionen &amp;uuml;ber Schulen und das Erziehungswesen in Gang gebracht zu haben.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0602-02.jpg" alt="Riesenrad am Hafen von Wellington" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Riesenrad am Hafen von Wellington &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Es fing an mit einem Zeitungsartikel mit der &amp;Uuml;berschrift &lt;a href="http://www.stuff.co.nz/stuff/0,2106,3569987a10,00.html"&gt;Schulschw&amp;auml;nzer, nehmt euch in acht&amp;mdash;eure Eltern spionieren euch im Internet aus&lt;/a&gt;. Ein gro&amp;szlig;es College in Auckland (&amp;quot;College&amp;quot; bedeutet hier, anders als in Amerika, weiterf&amp;uuml;hrende Schule, ist also quasi dasselbe wie ein Gymnasium) bietet auf seinen Webseiten ein neues Angebot namens &amp;quot;The Family Connection&amp;quot; (Die Familienverbindnung) an. Hier k&amp;ouml;nnen sich Eltern einloggen und schulbezogene Informationen &amp;uuml;ber ihre Kinder einsehen, wie zum Beispiel Noten, Anwesenheit, und Verhalten. Diese Details die normalerweise nur zweimal j&amp;auml;hrlich beim Zeugnis mitgeteilt werden, stehen nun rund um die Uhr und immer auf dem neusten Stand zur Verf&amp;uuml;gung. Wie erwartet kamen sofort Beschwerden &amp;uuml;ber &amp;quot;Big Brother&amp;quot;, aber es ist eigentlich nicht verst&amp;auml;ndlich weshalb Eltern, die typischerweise selbst f&amp;uuml;r &amp;quot;kostenlose&amp;quot; Schulen ziemlich heftige Geb&amp;uuml;hren zahlen, nicht wissen sollten, wie es um ihre Kinder steht.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wellington High School andererseits versucht es mit dem sprichw&amp;ouml;rtlichen Zuckerbrot anstatt der Peitsche wenn es darum geht, Sch&amp;uuml;ler zur Anwesenheit im Unterricht zu motivieren: Sie bezahlt jedem Sch&amp;uuml;ler der nie gefehlt hat am Ende des Schuljahres &lt;a href="http://www.stuff.co.nz/stuff/0,2106,3574774a10,00.html"&gt;$50 in bar&lt;/a&gt;. Ob $1/Woche f&amp;uuml;r Kids heute wirklich so attraktiv ist ist wohl fraglich. Aber nachdem nur 13 von etwa 1000 Sch&amp;uuml;lern die Belohnung erhielten, scheint die Emp&amp;ouml;rung der Eltern, diesmal &amp;uuml;ber die &amp;quot;Bestechung&amp;quot; der Sch&amp;uuml;ler, doch ein bi&amp;szlig;chen &amp;uuml;bertrieben.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;W&amp;auml;hrenddessen ist der Minister f&amp;uuml;r Soziale Entwicklung in einen Skandal verwickelt: Ihm wird &lt;a href="http://www.stuff.co.nz/stuff/0,2106,3577711a6160,00.html"&gt;vorgeworfen&lt;/a&gt; da&amp;szlig; er in seiner Zeit als Lehrer in den 80er Jahren seine Sch&amp;uuml;ler grausam behandelt und unangemessen bestraft habe. Die erste Reaktion des Ministers: Die Polizei hat damals ermittelt und ist zu dem Schlu&amp;szlig; gekommen, nichts weiter zu unternehmen. Seitdem die Anschuldigungen direkter und h&amp;auml;&amp;szlig;licher geworden sind, vermeidet er nun direktes Ableugnen, aber es sieht so aus als ob sich die Aff&amp;auml;re langsam aber sicher zuspitzt. Autsch.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0602-04.jpg" alt="Typisch neuseel&amp;auml;ndische Schuluniformen" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Typisch neuseel&amp;auml;ndische Schuluniformen &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Und diese letzte Geschichte, wieviel an ihr auch immer stimmen mag, erinnert an ein ziemlich dunkles Kapitel&amp;mdash;und ein &amp;uuml;berraschendes f&amp;uuml;r uns neue Einwanderer, die zumeist die positiven Seiten unserer Wahlheimat erleben.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ich habe ja schon &amp;ouml;fter geschrieben da&amp;szlig; Neuseeland sehr kinderfreundlich ist. Jedes Gesch&amp;auml;ft, jede Bank oder &amp;ouml;ffentliche Geb&amp;auml;ude haben eine Spielecke f&amp;uuml;r Kinder so da&amp;szlig; diese sich besch&amp;auml;ftigen k&amp;ouml;nnen w&amp;auml;hrend die Eltern ihren Gesch&amp;auml;ften nachgehen. &amp;Uuml;berall gibt es Parks und Spielpl&amp;auml;tze, und anders als in San Francisco sind Familien mit Kindern &amp;uuml;berall und Teil des Alltags.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Auf der anderen Seite schneidet Neuseeland st&amp;auml;ndig sehr schlecht ab wenn es um Kindesmi&amp;szlig;brauch geht. In einer k&amp;uuml;rzlich erschienenen UNICEF Studie war Neuseeland drittschlechtestes von 27 OECD-L&amp;auml;ndern im Hinblick auf gewaltsamen Tod von Kindern, nur &amp;uuml;bertroffen von Mexiko und den USA. Gewalt in der Familie ist ein gro&amp;szlig;es Problem. In den letzten 3 Jahren sind Meldungen von Kindesmi&amp;szlig;brauch um 90% angestiegen (und ja, es ist mir klar da&amp;szlig; ein gesch&amp;auml;rftes Bewu&amp;szlig;tsein nicht unbedingt einen Anstieg des Problems selbst bedeutet.)&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ein heftig diskutiertes Thema ist der sogenannte &amp;quot;smacking ban&amp;quot;, also ein Verbot der k&amp;ouml;rperlichen Z&amp;uuml;chtigung. Nach Sektion 59 im Kriminalgesetz von 1961 ist es legal f&amp;uuml;r Eltern, &amp;quot;angemessene Strenge&amp;quot; bei der Disziplinierung ihrer Kinder anzuwenden. Es gibt Anstrengungen, dieses Gesetz &lt;a href="http://www.stuff.co.nz/stuff/dominionpost/0,2106,3573481a6000,00.html"&gt;abzuschaffen&lt;/a&gt;, aber es unklar ob es so weit kommen wird oder ob nur besser definiert wird was &amp;quot;angemessen&amp;quot; bedeutet. (Der englische Ausdruck ist &amp;quot;reasonable force&amp;quot;, was auch mit Gewalt, Druck oder Zwang &amp;uuml;bersetzt werden kann&amp;mdash; es ist also ein ziemlich vages Konzept.)&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;In einer Umfrage die k&amp;uuml;rzlich hier in Wellington im Zuge eine Konferenz &amp;uuml;ber Kindesmi&amp;szlig;brauch durchgef&amp;uuml;hrt wurde sagten 82% der befragten Eltern da&amp;szlig; es in Ordnung sei, Kinder zu schlagen, und 60% waren gegen die Abschaffung von Sektion 59. Andere Umfragen kamen zu &amp;auml;hnlichen Ergebnissen. Zum Vergleich, eine vergleichbare Umfrage in Gro&amp;szlig;britannien kam vor ein paar Jahren zum Ergebnis da&amp;szlig; dort 71% &lt;em&gt;f&amp;uuml;r&lt;/em&gt; ein Verbot der k&amp;ouml;rperlichen Z&amp;uuml;chtigung waren. Hier jedoch, wo man sonst in so vieler Hinsicht so fortschrittlich ist, ist die Vorstellung da&amp;szlig; Kinder die gleichen Rechte haben wie Erwachsene, immer noch eine befremdliche Vorstellung. Da&amp;szlig; die Gleichberechtigung gar wie in vielen europ&amp;auml;ischen L&amp;auml;ndern, einschlie&amp;szlig;lich Deutschland, im Gesetz verankert wird, w&amp;uuml;rde hier keine Unterst&amp;uuml;tzung finden. Eines der Argumente ist da&amp;szlig; Kinder nicht unabh&amp;auml;ngig sind&amp;mdash;sie d&amp;uuml;rfen deshalb nicht autofahren, Alkohol trinken, oder w&amp;auml;hlen, und aus dem gleichen Grund haben sie auch nicht den gleichen Status wie Erwachsene wenn es um die Anwendung von Gewalt geht. Ein anderes beliebtes Argument ist da&amp;szlig; wenn man Sektion 59 abschaffe, untergrabe man die Autorit&amp;auml;t der Eltern, in anderen Worten, ein Verbot der k&amp;ouml;rperlichen Z&amp;uuml;chtigung sei familienfeindlich. Was dieses Thema anbelangt bleibe ich wohl auch weiterhin eine Fremde.&lt;/p&gt;   &lt;h3&gt;Wer den Pfennig nicht ehrt&lt;/h3&gt;   &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0602-03.jpg" alt="Ab ins Groschengrab" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Ab ins Groschengrab &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;In ein paar Monaten bekommen wir &lt;a href="http://www.nzherald.co.nz/section/12/story.cfm?c_id=12&amp;amp;ObjectID=10369364"&gt;neue M&amp;uuml;nzen&lt;/a&gt;: Ende Juli wird die Zentralbank neue 50 Cent, 20 Cent and 10 Cent M&amp;uuml;nzen einf&amp;uuml;hren. Gleichzeitig wird die 5 Cent M&amp;uuml;nze aus dem Verkehr gezogen, und ab November gelten dann nur noch die neuen M&amp;uuml;nzen. Diese werden kleiner und leichter als ihre Vorg&amp;auml;nger sein&amp;mdash;danke!&amp;mdash; und die gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Umstellung der neuseel&amp;auml;ndischen W&amp;auml;hrung seit der Einf&amp;uuml;hrung des Dezimalsystems 1967 bedeuten.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wir finden das gut, denn die jetzigen M&amp;uuml;nzen sind ziemlich gro&amp;szlig; und unpraktisch, und vor allem freue ich mich darauf, nicht mehr diese unn&amp;uuml;tzen 5 Cent M&amp;uuml;nzen zu haben. 1 Cent und 2 Cent wurden bereits 1990 aus dem Verkehr gezogen. Wenn man bar f&amp;uuml;r etwas bezahlt das zum Beispiel $9.99 kostet, wird der Preis auf $10 aufgerundet. Wenn die Summe auf $9.72 kommt, wird auf $9.70 abgerundet. &lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Zumindest typischerweise. Anscheinend benutzt man hier das sogenannte &amp;quot;Schwedische Rundungsverfahren&amp;quot;, aber wenn man den Begriff in Google eingibt, findet man nur Seiten aus Neuseeland und nicht aus Schweden. Anscheinend bedeutet es da&amp;szlig; Preise die in 1 und 2 enden zum n&amp;auml;chsten Zehner abgerundet werden, 3-7 werden zum F&amp;uuml;nfer gerundet, und 8 und 9 werden zum n&amp;auml;chsten Zehner aufgerundet. Daran mu&amp;szlig; man sich aber nicht halten und L&amp;auml;den k&amp;ouml;nnen ihr eigenes Rundungssystem benutzen solange es konsequent benutzt wird. Wie gerundet wird wenn die 5 Cent M&amp;uuml;nze nicht mehr da ist ist mir nicht klar, aber es ist eigentlich auch egal: Die meisten Transaktionen erfolgen nicht mit Bargeld, sondern EFTPOS, d.h. einer Scheckkarte die direkt vom Konto abbucht. Viel einfacher.&lt;/p&gt;    &lt;h3&gt;Volksz&amp;auml;hlung&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0602-01.jpg" alt="Zensus Unterlagen" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Zensus Unterlagen &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Eines Sonntagabends klopfte es an der T&amp;uuml;r. Unsere Besucherin stellte sich als eine Volksz&amp;auml;hlerin f&amp;uuml;r den 2006 Neuseeland Zensus heraus. Als neue Kiwis m&amp;uuml;ssen auch wir teilnehmen&amp;mdash;tats&amp;auml;chlich m&amp;uuml;ssen am Stichtag, dem 7. M&amp;auml;rz, alle sich in Neuseeland befindlichen Personen, einschlie&amp;szlig;lich Besuchern, ein Formular ausf&amp;uuml;llen. Dieses mal konnte man zum ersten Mal auch online teilnehmen; ich bin gespannt wie stark dieses Angebot wahrgenommen wird.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Es gab Fragen zur Person (Volkszugeh&amp;ouml;rigkeit, Ausbildung, Beruf und Einkommen, Familienstand, etc.) und einen separaten Fragebogen f&amp;uuml;r jeden Haushalt zur Wohnsituation in dem es darum ging wie viele Menschen im Haus/der Wohnung leben, Besitzverh&amp;auml;ltnisse usw. Interessanterweise wurde nicht nach der Gr&amp;ouml;&amp;szlig;e des Hauses oder seiner Bauweise gefragt. Es gab jedoch eine Frage nach der Art und Weise in der das Haus beheizt wird&amp;mdash;und die erste Antwortm&amp;ouml;glichkeit war zu unserem Am&amp;uuml;sement &amp;quot;Wir benutzen keinerlei Art von Heizung in diesem Haus&amp;quot;. Wir haben uns gefragt ob sich eine Korrelation zwischen hier aufgewachsenen Kiwis und dieser Aussage ergeben wird...&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Aber all das ist eigentlich ziemlich unwichtig&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200134-0602-05.jpg" alt="Der gro&amp;szlig;e Tag" width="200" height="134" /&gt;&lt;br /&gt; Der gro&amp;szlig;e Tag &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;...und nicht der Rede wert im Vergleich mit dem Ereignis am letzten Tag des Monats: Brian und ich haben geheiratet. Wir hatten eine sch&amp;ouml;ne und private Hochzeit in einem Weingut in Martinborough. Wir hatten die Worte f&amp;uuml;r die Zeremonie selbst geschrieben, und es waren nur so viele Leute anwesend wie unbedingt n&amp;ouml;tig sind um die Sache legal zu machen: neben uns, nur die Zelebrantin (in Neuseeland k&amp;ouml;nnen Ehen sowohl von Standesbeamten als auch von Privatpersonen geschlossen werde, welche eine Lizenz als &amp;quot;marriage celebrant&amp;quot; erworben haben), ein Fotograf, der gleichzeitig als Zeuge diente, und eine zweite Zeugin. Wir verbrachten ein paar Tage in der Weingegend, gingen Essen und zur Weinprobe und genossen den Sp&amp;auml;tsommer auf dem Land. Es war ein wundersch&amp;ouml;ner Tag und das ist auch schon alles was dar&amp;uuml;ber geschrieben werden mu&amp;szlig;. Einfach perfekt.&lt;/p&gt; </description>
			<pubDate>Tue, 28 Feb 2006 00:00:00 +1300</pubDate>
			
			
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			<title>März-April 2006</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-maerz-april-2006/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Sommerzeit hin, Sommerzeit her&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0604-05.jpg" alt="Hochzeitstorte (bei unserer Party)" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Hochzeitstorte (bei unserer Party)&lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Nach einem was das Wetter anbelangt ziemlich mittelpr&amp;auml;chtigen Sommer sind wir nun wieder mitten im Herbst. Die Bl&amp;auml;tter der nicht-einheimischen B&amp;auml;ume f&amp;auml;rben sich, ich habe meine Sandalen durch Stiefel ersetzt, und wir haben die Uhren wieder zur&amp;uuml;ck auf Winterzeit gestellt. Die Sommerzeit dauert bei uns nur 24 Wochen, das sind f&amp;uuml;nf Wochen weniger als z.B in der EU. Diese Tatsache veranlasste die Stadtverwaltung von Nelson, einer Stadt auf der S&amp;uuml;dinsel, eine Petition zur &lt;a href="http://tinyurl.com/g9mmd"&gt;Verl&amp;auml;ngerung der Sommerzeit&lt;/a&gt; um drei Wochen einzureichen, um &amp;quot;dem allgemeinen Gef&amp;uuml;hl von Schwermut und Tr&amp;uuml;bsinn da&amp;szlig; sich bei der Umstellung zur Winterzeit einstellt, entgegenzuwirken&amp;quot;. Der Abgeordnete der den Antrag eingebracht hat glaubt da&amp;szlig; das Land mit einem l&amp;auml;ngeren Sommer gl&amp;uuml;cklicher w&amp;auml;re. Aber ja&amp;mdash;ich bin dabei, und warum nicht auch gleich um 6 Wochen verl&amp;auml;ngern?&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Obst &amp;amp; S&amp;uuml;dfr&amp;uuml;chte&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0604-01.jpg" alt="Feijoa (Foto von Wikipedia)" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Feijoa (Foto von Wikipedia) &lt;/div&gt;  &lt;p&gt; Herbst bedeutet auch Saison f&amp;uuml;r eine der beliebtesten Fr&amp;uuml;chte Neuseelands, und nein, ich rede nicht von der Kiwi (welche hier &amp;quot;Kiwifruit&amp;quot; hei&amp;szlig;t, im Gegensatz zu &amp;quot;Kiwi&amp;quot;, was einen Vogel bezeichnet. Oder eine Person.) Hier geht es um die Feijoa, in Deutschland auch als &amp;quot;Brasilianische Guave&amp;quot; bekannt. Der Feijoabaum ist ein subtropisches Gew&amp;auml;chs und w&amp;auml;chst hier in jedem Garten. Wie so vieles ist die Feijoa aber nicht einheimisch sonder kommt aus S&amp;uuml;damerika, von wo sie vor erst etwa 100 Jahren via Australien nach Neuseeland eingef&amp;uuml;hrt wurde.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die Frucht ist etwa so gro&amp;szlig; wie eine Pflaume, und ihr Geschmack ist schwer zu beschreiben: s&amp;uuml;&amp;szlig; und s&amp;auml;uerlich zugleich, stark duftend, wie eine Mischung aus Erdbeere und Ananas, aber mit einer Beschaffenheit eher wie eine Birne. Seltsam, aber gut. Feijoas reifen im Herbst, ihre Saison ist von M&amp;auml;rz bis Mai. Wie schon erw&amp;auml;hnt gibt es die B&amp;auml;ume hier &amp;uuml;berall, und viele sehen in der Feijoa &lt;em&gt;das&lt;/em&gt; neuseel&amp;auml;ndische Obst schlechthin. Sogar wir finden sie in unserem Garten&amp;mdash;ich glaube die fallen vom Nachbarsbaum, aber da kann man ja nichts machen. Obwohl man Feijoas fast &amp;uuml;berall umsonst finden kann scheinen sie seit neustem in Mode gekommen zu sein, und man kann nun in den Superm&amp;auml;rkten in der City die T&amp;uuml;te f&amp;uuml;r $7.50 kaufen.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0604-02.jpg" alt="Feijoas aus unserem Garten" width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; Feijoas aus unserem Garten &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Neuseeland ist auch der weltweit gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Exporteur von Feijoas; der Hauptabsatzmarkt sind die USA. Die Frucht ist nicht einfach zu exportieren da sie nur sehr kurz lagerf&amp;auml;hig ist. Was macht man also mit diesen kleinen &amp;quot;gr&amp;uuml;nen Granaten&amp;quot;? Im Moment, solange sie in Saison sind, ist es am besten, sie wie Kiwis zu halbieren und auszul&amp;ouml;ffeln, oder in Fruchtsaft zu mischen, oder zum Beispiel mit Joghurt zu servieren. Aber weil sie eben nicht lange halten werden Feijoas typischerweise konserviert, zum Beispiel als Marmelade oder Chutney. Und wenn einem das nicht liegt, dann gibt es auch von &lt;a href="http://42below.co.nz"&gt;42 Below&lt;/a&gt;, welches gerade als am schnellsten wachsendes Unternehmen in Neuseeland ausgezeichnet wurde, einen hervorragenden Feijoawodka.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Wieder mal Statistiken&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;&amp;Uuml;ber die letzten Monate gab es mal wieder eine Anzahl nationaler und internationaler Studien in denen Neuseeland Erw&amp;auml;hnung fand.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Eine davon war Mercer Human Resource Consulting's Studie zur &lt;a href="http://www.mercerhr.de/pressrelease/details.jhtml/dynamic/idContent/1216435"&gt;Lebensqualit&amp;auml;t in Gro&amp;szlig;st&amp;auml;dten weltweit&lt;/a&gt;. Diese Untersuchung beurteilte 350 St&amp;auml;dte weltweit nach 39 verschiedenen Kriterien wie zum Beispiel politische, soziale, wirtschaftliche und umweltbezogene Faktoren, pers&amp;ouml;nliche Sicherheit, Gesundheit, Bildung, Verkehr und Dienstleistungen. Der Schwerpunkt war auf ins Ausland entsandten Mitarbeitern, mit dem Ziel, Regierungen und multinationalen Firmen Anhaltspunkten zur angemessenen Bezahlung von Mitarbeitern im Ausland zu geben.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200133-0604-03.jpg" alt="Disartster: Kunst in der Cuba Mall." width="200" height="133" /&gt;&lt;br /&gt; &lt;a href="http://www.johnradford.co.nz/transplatic.html"&gt;Disartster&lt;/a&gt;: Kunst in der Cuba Mall. &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Die ersten Pl&amp;auml;tze wurden von St&amp;auml;dten in Europe, Australien/Neuseeland und Kanada dominiert. Z&amp;uuml;rich nahm den ersten Platz ein, gefolgt von Genf, Vancouver, Wien, Auckland, D&amp;uuml;sseldorf und Frankfurt. Und unser kleines Wellington wurde 12.! Das ist ziemlich beeindrucken wenn man die Gr&amp;ouml;&amp;szlig;e und Lage der Stadt bedenkt, ganz zu schweigen von der Konkurrenz. San Francisco wurde &amp;uuml;brigens 28.&amp;mdash;die am zweitbesten bewertete Stadt in den USA gleich nach Honolulu.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Eine &lt;a href="http://www.medizin.de/gesundheit/deutsch/2195.htm"&gt;zweite Studie&lt;/a&gt;, diesmal vom Commonwealth Fund, untersuchte das Gesundheitswesen in sechs L&amp;auml;ndern: Kanada, Australien, Neuseeland, Gro&amp;szlig;britannien, den USA und Deutschland. Die Ergebnisse basierten auf Befragungen von Patienten und ihren Erfahrungen mit verschiedenen Aspekten des Gesundheitssystem, z. B. Zugangsbarrieren, Wartezeiten, Patientenrisiko/Infektionsgefahr im Krankenhaus, usw. Neuseeland wurde zweiter, gleich nach Deutschland, und das obwohl hier pro Kopf weniger ausgegeben wird als in den anderen L&amp;auml;ndern in der Untersuchung. Die USA wurden letzter, trotz der Tatsache da&amp;szlig; dort dreimal so viel Geld pro Kopf f&amp;uuml;r das Gesundheitswesen ausgegeben wird als in Neuseeland.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0604-07.jpg" alt="Fr&amp;ouml;hliche Einwanderer beim Spaziergang am Mount Victoria" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Fr&amp;ouml;hliche Einwanderer beim Spaziergang am Mount Victoria &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Ich mu&amp;szlig; zugeben da&amp;szlig; mich dieses Ergebnis &amp;uuml;berrascht hat. Zwar hatte ich seit meiner Ankunft noch nicht also viel mit dem System zu tun, aber die paar Mal die ich hier beim Doktor war vermittelten mir schon den Eindruck da&amp;szlig; es hier weitaus weniger modern zugeht als in Deutschland. Es scheint mir au&amp;szlig;erdem da&amp;szlig; man hier mehr ur Vorbeugung tun k&amp;ouml;nnte. Zwar verfolgen einen manche Themen st&amp;auml;ndig, z.B. Anti-Raucher-Kampagnen, Ratschl&amp;auml;ge was zu tun ist wenn eine Grippeepidemie kommen sollte, oder bestimmte ansteckende Krankheiten wie Meningitis oder Hepatitis. Aber andere Fachgebiete wie z. B. Frauen oder Z&amp;auml;hne (wenn man sich die Z&amp;auml;hne der meisten Kiwis anschaut, kommt einem das &lt;a href="http://tinyurl.com/l5xqu"&gt;Big Book of British Smiles&lt;/a&gt; in den Sinn) scheint man hier nur im Notfall ernst zu nehmen. Aber trotz dieser M&amp;auml;ngel ist es vor allem nach der Erfahrung in Amerika doch gut zu sehen, da&amp;szlig; man hier immer noch Gesundheit als Dienstleistung f&amp;uuml;r Patienten ansieht und nicht als Ware f&amp;uuml;r Verbraucher.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die dritte interessante Studie der letzten paar Monate kam aus dem Inland: Das Arbeitsministerium untersuchte die &lt;a href="http://www.choices.li/item.php?id=260"&gt;Eindr&amp;uuml;cke von Einwanderern&lt;/a&gt; nach ihrem ersten Jahr in Neuseeland. Die Ergebnisse sind nicht &amp;uuml;berraschend und stimmen so ziemlich mit unseren eigenen Erfahrungen &amp;uuml;berein:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;  Den Einwanderern gefiel... &lt;/p&gt;&lt;ul&gt; &lt;li&gt;85% das Klima, die landschaftliche Sch&amp;ouml;nheit und die gesunde Umwelt &lt;/li&gt; &lt;li&gt;79% die Freundlichkeit der Menschen und der neuseel&amp;auml;ndische Lebensstil&lt;/li&gt; &lt;li&gt;65% das umfassende Freizeitangebot&lt;/li&gt; &lt;li&gt;59% die niedrige Kriminalit&amp;auml;tsrate&lt;/li&gt; &lt;li&gt;58% die M&amp;ouml;glichkeit, seinen ertr&amp;auml;umten Lebensstil zu realisieren&lt;/li&gt; &lt;/ul&gt; &lt;p&gt;...und mi&amp;szlig;fiel &lt;/p&gt;&lt;ul&gt; &lt;li&gt;40% die gro&amp;szlig;e Distanz zur Heimat oder zur Familie&lt;/li&gt; &lt;li&gt;35% die hohen Gesundheitskosten&lt;/li&gt; &lt;li&gt;35% das schlechte Fahrverhalten (oh ja, das stimmt!) und gef&amp;auml;hrliche Stra&amp;szlig;en&lt;/li&gt; &lt;li&gt;31% die schlechte Qualit&amp;auml;t/Mangel an &amp;ouml;ffentlichen Transportmitteln&lt;/li&gt; &lt;li&gt;22% die schlechte Qualit&amp;auml;t der Bausubstanz  (OH JA DAS STIMMT!) und die hohen Lebenshaltungskosten&lt;/li&gt; &lt;/ul&gt; &lt;p&gt;Die Mehrzahl der Einwanderer kommt &amp;uuml;brigens immer noch aus Gro&amp;szlig;britannien: 56%. Aus den USA kommen nur 3%, aus Deutschland 2%.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Energiekrise&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0604-06.jpg" alt="An der Bucht" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; An der Bucht &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Wie auch im Rest der Welt ist hier in Neuseeland durch den Konflikt mit Iran, Angriffe auf die nigerianische &amp;Ouml;lindustrie, erh&amp;ouml;hte Nachfrage aus China und was auch immer sonst den &amp;Ouml;lpreis in die H&amp;ouml;he treibt, der Benzinpreis stark angestiegen. Allein im letzten Monat ist der Preis um 14 Cent/Liter angestiegen. Seit Anfang des Jahres ist Benzinpreis um 25% auf ein Rekordhoch angestiegen. Ein Liter Normalbenzin kostet im Moment (Ende April 2006) um die $1.71; ein Liter Super $1.76. Schon liest man von zunehmendem Treibstoffdiebstahl&amp;mdash;Leute die tanken und dann ohne zu zahlen einfach wegfahren. Zum Gl&amp;uuml;ck brauchen wir das Auto nicht oft: Meistens benutzen wir es nur einmal die Woche zum Lebensmitteleinkauf, so da&amp;szlig; uns eine Tankf&amp;uuml;llung 4-5 Monate ausreicht.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Verglichen mit anderen L&amp;auml;ndern zahlen wir mehr als doppelt so viel wie die Amerikaner, aber immer noch weniger als die meisten Europ&amp;auml;er. Und alles in allem ist Neuseeland in einer besseren Position in einer Energiekrise als viele andere L&amp;auml;nder: Zwischen 2/3 und 3/4 unserer Elektrizit&amp;auml;t kommt aus erneuerbaren Quellen&amp;mdash;vor allem Wasserkraft, aber auch Wind, Thermik und Biomasse. Neuseeland hat keine Atomkraft, ein Hauptgrund der schwierigen Beziehungen zu den USA nun schon seit 20 Jahren&amp;mdash;aber das ist ein anderes Thema f&amp;uuml;r einen anderen Eintrag.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0604-04.jpg" alt="Windturbine in Brooklyn" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Windturbine in Brooklyn &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Die Nutzung regenerierbarer Energiequellen macht das Land unabh&amp;auml;ngiger von &amp;Ouml;limporten, ist aber auch nicht ganz unproblematisch. Die Nachfrage steigt, und die Pegel unserer Stauseen fallen. Anfang des letzten Sommers waren sie so niedrig da&amp;szlig; es so aussah als k&amp;ouml;nnten Stromausf&amp;auml;lle und &amp;quot;rolling blackouts&amp;quot; (sukzessive Stromabschaltung in verschiedenen Gebieten nacheinander) n&amp;ouml;tig werden. Inzwischen hat sich die Situation verbessert, aber wir sind immer noch nicht auf dem Stand auf dem wir eigentlich am Winteranfang sein sollten.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Nat&amp;uuml;rlich werden auch hier Alternativen untersucht. Meridian Energy, der gr&amp;ouml;&amp;szlig;te staatliche Elektrizit&amp;auml;tskonzern bekam k&amp;uuml;rzlich gr&amp;uuml;nes Licht f&amp;uuml;r eine neue &lt;a href="http://tinyurl.com/rxrry"&gt;Windfarm&lt;/a&gt; westlich von Wellington. Diese Windfarm wird mit neuster Technologie ausgestattet sein, und ihre 70 Turbinen sollen Elektrizit&amp;auml;t f&amp;uuml;r bis zu 110.000 Haushalte liefern&amp;mdash; genug f&amp;uuml;r Wellington und seine Umgebung, Lower Hutt and Porirua. In eine Stadt die so windig ist wie Wellington scheint mir das eine gute Idee.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Sun, 30 Apr 2006 00:00:00 +1200</pubDate>
			
			
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			<title>Mai-Juli 2006</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-mai-juli-2006/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Da bin ich wieder&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0607-01.jpg" alt="Wieder da mit drei Monaten auf einmal!" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Wieder da mit drei Monaten auf einmal!&lt;/div&gt;  &lt;p&gt;So, wo war ich stehengeblieben? Eine ganze Menge Leute haben mir geschrieben und gesagt, sie w&amp;uuml;rden meine Eintr&amp;auml;ge vermissen, und ob ich dieses Tagebuch wohl weiterf&amp;uuml;hren w&amp;uuml;rde? Danke Euch allen, und ja, bestimmt. Die positive R&amp;uuml;ckmeldung hat mich gefreut und ich werde mein bestes tun, in Zukunft &amp;ouml;fter zu schreiben. F&amp;uuml;r die Versp&amp;auml;tung gibt es mehrere Gr&amp;uuml;nde&amp;mdash;zum einen, die Tatsache dass irgendwie immer viel los war, aber nichts, wor&amp;uuml;ber es sich zu berichten lohnte, zum anderen dass ich zeitweilig auf Reisen war (dazu weiter unten mehr), und schlie&amp;szlig;lich bin ich auch etwas frustriert mit der Technik dieses Blogs: Die Benutzung ist viel zu umst&amp;auml;ndlich, von den Massen von Spam die ich kriege ganz zu schweigen. Aber w&amp;auml;hrend ich mich irgendwann schon darum k&amp;uuml;mmern muss soll es mich nicht l&amp;auml;nger von der Aktualisierung abhalten.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;So ist er, der Kiwi&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Anfangen will ich mit einer Geschichte die meiner Ansicht nach perfekt die Lebenseinstellung der Neuseel&amp;auml;nder beschreibt und dabei vielleicht auch zeigt weshalb wir es manchmal immer noch einfach nicht fassen k&amp;ouml;nnen, wo wir hier gelandet sind.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wir haben keine Garage oder festen Stellplatz f&amp;uuml;r unser Auto. Normalerweise ist das kein Problem denn an der Stra&amp;szlig;e ist immer etwas frei. Aber als ich im Juni aus dem Urlaub zur&amp;uuml;ckkam, fand ich zwei unserer Reifen aufgestochen. Anscheinend waren wir nicht die einzigen Betroffenen; unser Nachbar erz&amp;auml;hlte dass auch einige weitere Autos mutwillig besch&amp;auml;digt worden waren. Nun, sowas passiert eben wenn man in der Stadt wohnt (sogar in Wellington), aber es ist halt trotzdem frustrierend wenn man von solch einer sinnlosen Zerst&amp;ouml;rung heimgesucht wird. &amp;Uuml;berdies hatten wir keine Zeit, uns vor dem kommenden Wochenende darum zu k&amp;uuml;mmern, sodass wir w&amp;auml;hrend einer der k&amp;auml;ltesten und nassesten Wochen des Winters ohne Auto auskommen mussten. Es gibt sch&amp;ouml;neres.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200132-0607-03.jpg" alt="Bei einer Veranstaltung im Stadthaus" width="200" height="132" /&gt;&lt;br /&gt; Bei einer Veranstaltung im Stadthaus&lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Am folgenden Samstag lie&amp;szlig;en wir den Abschleppdienst kommen um das Auto in die Werkstatt bringen zu lassen und die Reifen zu ersetzen. W&amp;auml;hrend wir darauf warteten dass das Auto auf den Laster gehievt wurde, unterhielt ich mich mit einem der M&amp;auml;nner. Er war wirklich der Inbegriff eines Kiwi: so einfach fr&amp;ouml;hlich und positiv, es war unm&amp;ouml;glich, sich davon nicht anstecken zu lassen. Ich erz&amp;auml;hlte ihm dass die Reifen einfach so aufgestochen worden waren, und er sprach mir sein Mitgef&amp;uuml;hl aus. Aber, so stellte er darauf fest, wenigstens haben sie nicht alle vier Reifen zerst&amp;ouml;rt, sondern lediglich zwei! Zwei ist ja nicht so schlimm, zumindest nicht so schlimm wie alle vier, und au&amp;szlig;erdem, so ist es halt manchmal, und es ist ja auch ein richtig sch&amp;ouml;ner Tag (inzwischen schien endlich wieder die Sonne, auch wenn es noch immer sehr kalt war) f&amp;uuml;r einen Spaziergang zur Autowerkstatt. Und so weiter. Als er gegangen war, bemerkte Brian dass dieser Mensch &amp;quot;fast unm&amp;ouml;glich frohsinnig&amp;quot; war.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Als ich an dem Morgen aufgestanden war war ich ziemlich frustriert gewesen bei dem Gedanken, meinen Samstag damit zu verbringen, das Auto richten zu lassen und Geld f&amp;uuml;r eine Reparatur auszugeben die nicht geplant war und auch nicht h&amp;auml;tte n&amp;ouml;tig sein sollen. Aber als sich der Mann vom Abschleppdienst verabschiedete und davonfuhr musste ich nicht nur l&amp;auml;cheln, sondern kam mir auch vor wie die gl&amp;uuml;cklichste Person in der ganzen Welt, weil ich zwei funkelnagelneue Reifen bekommen sollte an diesem sch&amp;ouml;nen Tag.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und das, liebe Freunde, fasst kurz und b&amp;uuml;ndig zusammen wie es so ist hier Neuseeland.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;In 16 Tagen um die Welt&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0607-06.jpg" alt="Deutschland im Juni 2006: Feste..." width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Deutschland im Juni 2006: Feste...&lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Seit ich Deutschland vor fast zehn Jahren verlassen habe, habe ich versucht, alle zwei Jahre zu einem Besuch zur&amp;uuml;ckzukehren. Seit wir nach Neuseeland gezogen sind war ich noch nicht wieder dort gewesen, sodass ich mich dieses Jahr im Juni zum ersten mal auf die ganz gro&amp;szlig;e Reise ans andere Ende des Globus machte. Wellington - Auckland - Hong Kong - Frankfurt hie&amp;szlig; jeweils drei Fl&amp;uuml;ge, 25 Stunden in der Luft, und etwa 40 Stunden von T&amp;uuml;r zu T&amp;uuml;r. Das klingt etwas entmutigend, aber &amp;uuml;berraschenderweise war es viel besser als erwartet.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Klar, die Reise zieht sich schon hin, aber weil sie eben gar so lange dauert, verliert man jegliches Zeit- und Raumgef&amp;uuml;hl, und das macht es einfacher. Nach Fl&amp;uuml;gen zwischen Kalifornien und Deutschland war mein K&amp;ouml;rper immer noch auf eine bestimmte Tageszeit programmiert, weshalb ich normalerweise die ersten paar Tage nach dem Flug damit verbracht habe, den Jetlag zu bek&amp;auml;mpfen. Diesmal war es anders&amp;mdash;als ich in Frankfurt landete, fing ich einfach wieder von vorne an.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0607-07.jpg" alt="...Bierg&amp;auml;rten..." width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; ... Bierg&amp;auml;rten...&lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Nat&amp;uuml;rlich wurde mir die Umstellung auch ganz einfach gemacht. Die Reisezeit hatte ich mit Bedacht ausgew&amp;auml;hlt: Es w&amp;uuml;rde Sommer sein, ich h&amp;auml;tte zum ersten Mal in einem Jahrzehnt die Gelegenheit, das j&amp;auml;hrliche Heimatfest in meiner Stadt zu besuchen, und nat&amp;uuml;rlich w&amp;uuml;rde zur gleichen Zeit auch die Fu&amp;szlig;ballweltmeisterschaft in Deutschland stattfinden. Als ich aus dem Flieger stieg brauchte es nur so lange wie es dauert, eine Flasche Cola (Koffein!) zu trinken, bevor ich auch schon von der gro&amp;szlig;en Sommerparty mitgerissen wurde die in Deutschland im Juni 2006 stattfand.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0607-08.jpg" alt="...und nat&amp;uuml;rlich Fu&amp;szlig;ball..." width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; ...und nat&amp;uuml;rlich Fu&amp;szlig;ball...&lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Viel ist geschrieben worden &amp;uuml;ber Deutschlands neue Leichtigkeit des Seins, sein gastfreundlicher und entspannter Patriotismus (&amp;quot;Party-otismus&amp;quot;?), kurz, nichts weniger als die komplette Neuerfindung des Landes im Laufe von vier magischen Wochen. Das klingt vielleicht &amp;uuml;bertrieben, ist es aber nicht. Ich habe auf jeden Fall noch  nie so etwas erlebt. Es wird sich zeigen m&amp;uuml;ssen ob diese neue Einstellung den Sommer &amp;uuml;berleben wird, ich hoffe es jedenfalls. Als Auswanderer hat man es ja nicht immer leicht in seiner Beziehung zu dem Land, das man verlassen hat, schon gar nicht wenn dieses Land Deutschland hei&amp;szlig;t. Bei diesem Besuch habe ich jedenfalls meine Heimat aufs Neue sch&amp;auml;tzen gelernt.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Der K&amp;auml;ltekult&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0607-09.jpg" alt="...welcher f&amp;uuml;r ein paar unbeschwerte Wochen weltweit die Schlagzeilen dominiert, wie hier in einer chinesischen Zeitung im Flughafen von Hong Kong" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; ...welcher f&amp;uuml;r ein paar unbeschwerte Wochen weltweit die Schlagzeilen dominiert, wie hier in einer chinesischen Zeitung im Flughafen von Hong Kong&lt;/div&gt;  &lt;p&gt;W&amp;auml;hrend ich am anderen Ende der Welt den Sommer genoss, erlebte Neuseeland seinen &lt;a href="http://www.stuff.co.nz/stuff/0,2106,3719167a7693,00.html"&gt;k&amp;auml;ltesten Juni seit 1972&lt;/a&gt;, mit einer Vielzahl von St&amp;uuml;rmen (die im S&amp;uuml;den und in den Bergen eine Menge Schnee und ansonsten Regen Regen Regen brachten),  Stromausf&amp;auml;llen, &amp;Uuml;berflutungen, Erdrutschen, kurzum, miserablen Bedingungen. Zwar klingt die landesweite Durchschnittstemperatur von 7.3&amp;deg; C gar nicht so schlimm, aber wenn dabei der S&amp;uuml;dwind direkt aus der Antarktis weht geht einem die K&amp;auml;lte wirklich durch Mark und Bein.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und dann ist da noch dieses Problem der Bauweise neuseel&amp;auml;ndischer H&amp;auml;user. Ich habe ja schon ein paarmal von den kalten H&amp;auml;usern ohne Heizung und Isolierung berichtet und will das auch nicht wiederholen, obwohl das Thema dieses Jahr eine gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere Rolle spielte als letztes Jahr, wo wir einen relativ milden Winter hatten. In der Zeitung kamen Artikel dar&amp;uuml;ber wie die K&amp;auml;lte die Gesundheit vieler Menschen beeintr&amp;auml;chtigt, vor allem f&amp;uuml;r sehr junge und alte. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt eine Zimmertemperatur von 18-20&amp;deg; C. Neuseel&amp;auml;ndische H&amp;auml;user  messen im Durchschnitt nur 16&amp;deg;, und im Winter sinkt die Temperatur in vielen H&amp;auml;usern unter 10&amp;deg;! Es ist normal dass man jeweils nur ein Zimmer heizt, und vor allem Leute die nicht mehr so mobil sind, &lt;a href="http://www.stuff.co.nz/stuff/0,2106,3726276a10,00.html"&gt;bleiben oft einfach gleich den ganzen Tag mit einer W&amp;auml;rmflasche im Bett&lt;/a&gt;. Die steigenden Stromkosten verschlimmern die Situation noch denn &amp;auml;rmere Leute k&amp;ouml;nnen es sich nicht mehr leisten, ihre Heizl&amp;uuml;fter anzuschalten, so dass die Innentemperatur oft nicht viel w&amp;auml;rmer ist als drau&amp;szlig;en. Die H&amp;auml;user sind nicht nur kalt, sondern auch feucht, was wiederum Gesundheitsprobleme verursacht. Studien zeigen dass auch die Sterblichkeitsrate im Winter ansteigt&amp;mdash;im Durchschnitt sterben 1600 mehr Menschen im Winter als im Sommer.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200168-0607-04.gif" alt="Kein Wetter f&amp;uuml;r die Ledigen im Freien" width="200" height="168" /&gt;&lt;br /&gt; Kein Wetter f&amp;uuml;r die Ledigen im Freien&lt;/div&gt;  &lt;p&gt;&amp;quot;Warum sind Neuseelands H&amp;auml;user so kalt und warum lassen sich Neuseel&amp;auml;nder das bieten?&amp;quot; fragte die Lokalzeitung Anfang Juli unter der &amp;Uuml;berschrift &amp;quot;Der K&amp;auml;ltekult&amp;quot;. Anders als in anderen L&amp;auml;ndern, so der Artikel, gibt es in Neuseeland keinen Zusammenhang zwischen Einkommen und warmen H&amp;auml;usern. Sogar diejenigen die es sich sehr wohl leisten k&amp;ouml;nnten sehen ein warmes Haus oft als Extravaganz&amp;mdash;man investiert einfach nicht in solche Annehmlichkeiten. Manche Leute glauben dass diese Einstellung auf die Kolonialzeit zur&amp;uuml;ckgeht, als man annahm dass einem ein gewisses Ausma&amp;szlig; an Leiden nur gut tun k&amp;ouml;nne, so nach dem Motto, gelobt sei was hart macht. Nach viktorianischer Moralvorstellung wurde K&amp;auml;lte gleichgesetzt mit Tugend, und w&amp;auml;hrend sich die Briten in dieser Hinsicht weiterentwickelt haben, h&amp;auml;lt sich diese Einstellung in Gro&amp;szlig;britanniens fr&amp;uuml;herer Kolonie hartn&amp;auml;ckig. Und warum auch Geld f&amp;uuml;r teure Renovierungen ausgeben wen man doch auch einfach noch einen Pulli dr&amp;uuml;berziehen kann?&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200126-0607-02.jpg" alt="Juniwetter (Bild vom NZ Herald)" width="200" height="126" /&gt;&lt;br /&gt; Juniwetter (Bild vom NZ Herald)&lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Wir fragen uns nat&amp;uuml;rlich was wohl geschehen m&amp;uuml;sste damit sich etwas &amp;auml;ndert. Kurzfristig ist das wohl sowieso unwahrscheinlich, auch wenn es einige Einfl&amp;uuml;sse gibt die vielleicht doch etwas bewirken. Von der Regierungsebene gibt es Bem&amp;uuml;hungen sowohl vom Gesichtspunkt der Gesundheit (das Gesundheitsministerium unterst&amp;uuml;tzt eine Anzahl von Untersuchungen) als auch des Energieverbrauchs (die Beh&amp;ouml;rde f&amp;uuml;r Energieeffizienz hat mehrere Programme die einkommensschwachen Familien helfen, ihre H&amp;auml;user zu isolieren, und tut auch sonst viel f&amp;uuml;r Aufkl&amp;auml;rung zum Thema). Und vielleicht werden ja auch Einwanderer wie wir, die an andere Standards gew&amp;ouml;hnt sind und versuchen, diese auch hier  herzustellen, dazu beitragen dass es irgendwann ges&amp;uuml;ndere und effizientere H&amp;auml;user gibt.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Von Helden und Handtaschen&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Es ist ja nicht so als ob die Leute nicht bereit w&amp;auml;ren, Geld auszugeben, sie haben einfach nur andere Priorit&amp;auml;ten. Wie zum Beispiel Rugby. Wie w&amp;auml;rs denn damit: Das nationale Rugbyteam, die All Blacks, werben f&amp;uuml;r warme H&amp;auml;user. Isolierung wird mit Autogrammen von &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tana_Umaga"&gt;Tana Umaga&lt;/a&gt; verkauft. Es gibt eine Kampagne die echte M&amp;auml;nner mit Rugby, Bier, und Doppelverglasung verbindet. Das sollte das Thema ins allgemeine Bewusstsein bringen.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimgwide"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage300185-0607-05.gif" alt="Die Rugbyhandtaschenauktion" width="300" height="185" /&gt;&lt;br /&gt; Die Rugbyhandtaschenauktion&lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Jener Tana war in den inzwischen ber&amp;uuml;hmten und viel belachten &amp;quot;Handtaschenvorfall&amp;quot; verwickelt, der die Kiwis vom verfr&amp;uuml;hten Wintereinbruch ablenkte. Im Mai verlor Wellingtons Rugbymannschaft, die Hurricanes, gegen die Christchurch Crusaders. Die Spieler gingen anschlie&amp;szlig;end in eine Kneipe um ihren Frust zu ertr&amp;auml;nken. Als in den fr&amp;uuml;hen Morgenstunden der Hurricanepieler Chris Masoe &amp;uuml;ber die F&amp;uuml;&amp;szlig;e eines Gasts stolperte, beschlo&amp;szlig; er, anstatt sich zu entschuldigen, dem anderen eine runterzuhauen. Um eine Schl&amp;auml;gerei zu verhindern, so geht die Geschichte weiter, schnappte sich Tama Umaga eine Damenhandtasche die zuf&amp;auml;llig auf dem Tresen lag und schlug seinem Mannschaftskollegen damit &amp;uuml;ber den Kopf. Ein Handy das in der Handtasche war ging zu Bruch, der Vorfall wurde zum Gespr&amp;auml;ch der Nation, und nat&amp;uuml;rlich hatten Karikaturisten und vor allem unsere Rivalen in Australien ihre helle Freude damit.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und wer sagt dass sich Gewalt nicht bezahlt macht? Die junge Frau der die Handtasche geh&amp;ouml;rte blieb w&amp;auml;hrend der ganzen Geschichte geistesgegenw&amp;auml;rtig genug um sich ihren Besitz zur&amp;uuml;ckzuergattern. Ein paar Tage sp&amp;auml;ter tauchte die Handtasche auf der Internet-Auktionsseite Trade Me auf, inklusive kaputtem Handy. Sie wurde f&amp;uuml;r $22.750 versteigert.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Mon, 31 Jul 2006 00:00:00 +1200</pubDate>
			
			
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			<title>August-September 2006</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-august-september-2006/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Wieder mal ein Umzug&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0609-08.jpg" alt="Sonntagmorgen &amp;uuml;ber den D&amp;auml;chern von Wellington" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt;Sonntagmorgen &amp;uuml;ber den D&amp;auml;chern von Wellington&lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Schon wieder ist es zwei Monate her seit ich geschrieben habe, aber dieses Mal habe ich eine bessere Entschuldigung: Wir waren damit besch&amp;auml;ftigt, unser Haus zu verkaufen.&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Stimmt schon, wir haben es ja erst vor einem guten Jahr gekauft, und die Entscheidung fiel uns auch bestimmt nicht leicht. Wir kamen einfach innerhalb der letzten zw&amp;ouml;lf Monate zu dem Schlu&amp;szlig; da&amp;szlig; wir eigentlich gar kein Haus wollten, und schon gar nicht ein altes Haus. Unsere Vorstellung von Freizeit war nicht Unkraut j&amp;auml;ten, die Regenrinne von altem Laub zu reinigen, oder sich Sorgen zu machen wie bald wir ein neues Dach brauchen. Wir wollten stattdessen in der Innenstadt wohnen und so machten wir uns daran, dies in die Tat umzusetzen.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Wohnsorgen&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Wie es der Zufall wollte war das Thema Hausbesitz in letzter Zeit viel in den Nachrichten. Im August war im Lokalblatt Dominion Post ein Themenschwerpunkt dar&amp;uuml;ber da&amp;szlig; es f&amp;uuml;r junge Menschen immer schwieriger wird, in den Immobilienmarkt einzusteigen. W&amp;auml;hrend Anfang der 1990er noch drei Viertel der Neuseel&amp;auml;nder Hausbesitzer waren sind es nun weniger als zwei Drittel. Gleichzeitig w&amp;auml;chst der Prozentsatz der Mieter schneller als die Bev&amp;ouml;lkerung.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0609-07.jpg" alt="Lokalrivalit&amp;auml;t%0Avia SMS&amp;lt;" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt;Lokalrivalit&amp;auml;t via SMS&lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Wie kommt das? Zum einen ist der Kiwi Dollar vergleichsweise billig, und Neuseeland ist in vielerlei Hinsicht ein begehrenswertes Land, so da&amp;szlig; viele Ausl&amp;auml;nder in den neuseel&amp;auml;ndischen Immobilienmarkt investieren. Der landesweite Median f&amp;uuml;r Einfamilienh&amp;auml;user liegt bei $310.000, in Auckland sogar bei $445.000. Der Median in Wellington ist $328.000, dem &amp;Auml;quivalent von 5,3 Jahren vollem Durchschnittseinkommen&amp;mdash;vergleichbar mit St&amp;auml;dten wie London oder Las Vegas. Wie in den meisten westlichen L&amp;auml;ndern ist die Verschuldung der Privathaushalte h&amp;ouml;her denn je zuvor, so da&amp;szlig; viele Leute nicht genug f&amp;uuml;r eine Anzahlung sparen k&amp;ouml;nnen. Wird Neuseeland zum&amp;quot;Feriendomizil f&amp;uuml;r Billion&amp;auml;re&amp;quot;, wie die hiesigen Gr&amp;uuml;nen unken?&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wohl nicht, und trotzdem stimmt es da&amp;szlig; viele Kiwis mit durchschnittlichen Einkommen in der Tat sich nicht leisten k&amp;ouml;nnen, in den Immobilienmarkt einzusteigen. Die Regierung hat mit Initiativen versucht um dem gegenzusteuern, mit wenig Erfolg. Beim sogenannten &amp;quot;Welcome Home&amp;quot; Programm &amp;uuml;bernimmt die &amp;ouml;ffentliche Hand das Risiko f&amp;uuml;r Hypotheken von privaten Banken wenn Leute zwar die monatlichen Raten zahlen k&amp;ouml;nnen, nicht aber die Anzahlung die normalerweise Bedingung f&amp;uuml;r einen Kredit ist. Die H&amp;ouml;chstsumme die man so leihen kann ist aber nur $200.000 (bis vor kurzem $150.000) und das hilft einem in Wellington oder Auckland nicht viel weiter. So &amp;uuml;berrascht es wenig da&amp;szlig; bisher weniger als 2000 Menschen diese Angebot angenommen haben&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Wieviel kostet ein Traum?&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0609-05.jpg" alt="Erfolg" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Erfolg &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Auch die Wirtschaft reagiert: Banken versuchen dem Trend der fallenden Hausk&amp;auml;ufer entgegenzuwirken indem sie l&amp;auml;ngere Hypotheken anbieten; es gibt nun Laufzeiten von 40 oder sogar 50 Jahren. Nat&amp;uuml;rlich ist das astronomisch: Wenn man $400,000 bei sagen wir 7.25% &amp;uuml;ber 50 Jahre leiht, zahlt man am ende $1,29 Millionen! Ein Trend den wir noch aus den USA kennen sind die zinsfreien Hypotheken, wobei mir nicht klar ist wie diese wirklich helfen sollen, es sei denn, man steigert sein Einkommen wirklich um so viel da&amp;szlig; man es sich leisten kann wenn die wirklichen Zahlungen einsetzen. Und wie wahrscheinlich ist das f&amp;uuml;r die meisten? Hinzu kommt die erschreckende Statistik da&amp;szlig; 94%(!) des Nettoverm&amp;ouml;gens der Neuseel&amp;auml;nder aus Haus- und Grundbesitz besteht. Im Vergleich, in Deutschland sind es 67%, in den USA nur 46%. Vielleicht ist es ja gar nicht so schlecht wenn mehr Leute ihr Geld auf andere Weise investieren als in den &amp;uuml;berhitzten Immobilienmarkt.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Aber nat&amp;uuml;rlich geht es hier nicht nur um Geld. Da ist der gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere Zusammenhang zwischen Hausbesitz und dem allgemeinen Wohlergehen in einer Gesellschaft, die allgemeine Vorstellung vom typisch neuseel&amp;auml;ndischen Traum ein Haus zu besitzen, und die Vorstellung da&amp;szlig; in jedem Kiwi ein Do-It-Yourself Heimwerker steckt der nur darauf wartet, sich austoben zu k&amp;ouml;nnen. Kann sein, aber falls so eine Person auch in mir stecken sollte hat sie es jedenfalls bisher gut geschafft, versteckt zu bleiben...&lt;/p&gt;   &lt;h3&gt;...und das bringt uns wieder zur&amp;uuml;ck zum eigentlichen Thema&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0609-04.jpg" alt="Schlechten%0ARutsch" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt;Schlechten Rutsch&lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Ein Haus zu verkaufen ist in Neuseeland genauso einfach wie eines zu kaufen. Was hei&amp;szlig;en will, der ganze Vorgang ist unkompliziert und man kann ihn innerhalb weniger Wochen hinter sich bringen&amp;mdash;auch wenn einen diese wenigen Wochen dann ziemlich auf Trab halten. Wir hatten eine Maklerin die sich als hervorragend herausstellet und alles tat um das Haus bestm&amp;ouml;glich zu vermarkten. Insgesamt hatten wir nur zweimal offene T&amp;uuml;r, jeweils am Sonntagmorgen, wobei wir insgesamt 150 Besucher hatten.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Am Ende hatten wir f&amp;uuml;nf Angebote und vier Wochen sp&amp;auml;ter (denn wir wollten uns Zeit lassen um eine neue Wohnung zu finden) war alles erledigt.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Sand im Getriebe&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Eine Zeitlang sah es allerdings nicht so gut aus, und schuld war das furchtbare Wetter das wir seit Mai hatten. Nur wenige Tage nachdem das Haus auf den Markt kam rutschte ein St&amp;uuml;ck Land auf unserem Grundst&amp;uuml;ck. Das Problem befand sich an einem Abhang direkt an der Grundst&amp;uuml;cksgrenze (gl&amp;uuml;cklicherweise ziemlich weit vom Haus entfernt) und eine ziemlich gro&amp;szlig;e Menge Erde rutschte in den Nachbargarten. Das hatte zur Folge da&amp;szlig; nicht nur der ganze Abhang instabil wurde, sonder auch unsere Hauptwasserleitung auf einmal ungesch&amp;uuml;tzt herausragte.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Wir sind nicht allein&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0609-03.jpg" alt="Erdrutsche in den%0ASchlagzeilen" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt;Erdrutsche in den Schlagzeilen&lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Ein Erdrutsch von mehreren Metern ist nicht gerade hilfreich wenn man sein Haus verkaufen will, aber diese Winter war das in Wellington kein ungew&amp;ouml;hnliches Problem. Es gab zahlreiche Erdrutsche in der gesamten Region, manche sogar so schlimm das Leute aus ihren H&amp;auml;usern evakuiert werden mu&amp;szlig;ten und in mindestens einem Fall ein Haus abgerissen werden mu&amp;szlig;te weil zu viel Grund verloren war als da&amp;szlig; es noch gerettet werden h&amp;auml;tte k&amp;ouml;nnen. Sogar auf der schicken Oriental Parade, wo man kaum Wohnungen unter einer Million Dollar findet, mu&amp;szlig;ten 18 Leute zeitweise ihre Wohnungen verlassen weil 500 Kubikmeter H&amp;uuml;gel in ein Haus kollabiert waren. Anfang August gab der Katastrophenschutz gab eine landesweite Erdrutschwarnung heraus, und die Erdbebenkommission, die Haus- und Grundbesitzer gegen Naturkatastrophen versichert, kam mit der Arbeit kaum nach und mu&amp;szlig;te Fachleute aus dem ganzen Land nach Wellington bringen um die Sch&amp;auml;den in Wellington zu ermessen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Nachtrag: Die Schadensermessung f&amp;uuml;r unseren eigenen Erdrutsch lief noch als wir auszogen. Gl&amp;uuml;cklicherweise war der K&amp;auml;ufer bereit, sich um alles weitere zu k&amp;uuml;mmern, aber das ganze hat uns doch einige Nerven gekostet.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Autofrei. Spa&amp;szlig; dabei.&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0609-09.jpg" alt="Haus im Hutt%0AValley nach einem massiven Erdrutsch (Bild vom NZ Herald)" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Haus im Hutt Valley nach einem massiven Erdrutsch (Bild vom NZ Herald)&lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Nun da wir wieder mitten in der Stadt wohnen haben wir beschlossen, das Auto zu verkaufen. Zwar werde ich die Unabh&amp;auml;ngigkeit vermissen die es mir erlaubt, jederzeit ohne Planung irgendwo hinzufahren, aber in Wirklichkeit habe ich das Auto in den letzten sechs Monate au&amp;szlig;er zum w&amp;ouml;chentlichen Supermarkteinkauf gar nicht ben&amp;uuml;tzt. Mietwagen sind billig, und es wird auch jedesmal ein bi&amp;szlig;chen schwieriger, unseren alten &amp;quot;Mitsi&amp;quot; durch die halbj&amp;auml;hrliche Inspektion zu bekommen. Wenn man Leuten hier in Wellington erz&amp;auml;hlt da&amp;szlig; man sein Auto verkaufen will ist die Reaktion normalerweise positive, und es ist nicht allzu ungew&amp;ouml;hnlich kein Auto zu haben. Wie schon &amp;ouml;fter geschrieben ist die Stadt kompakt und gut au Fu&amp;szlig; erschlie&amp;szlig;bar.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und Fu&amp;szlig;g&amp;auml;nger sieht man hier auch &amp;uuml;berall...buchst&amp;auml;blich! Als wir hier herzogen konnte ich es nicht glauben da&amp;szlig; hier jeder einfach in die Stra&amp;szlig;e hineinl&amp;auml;uft ohne auch nur einen Gedanken an Vorfahrtsregeln zu verschwenden, sogar wenn sie Kinder dabeihaben. Als Autofahrer ist es mein gr&amp;ouml;&amp;szlig;ter Alptraum da&amp;szlig; mir ein Fu&amp;szlig;g&amp;auml;nger vors Auto l&amp;auml;uft&amp;mdash;ich hab&amp;rsquo;s schon &amp;ouml;fter bei anderen beobachtet. Und wenn die Kiwis auch normalerweise die nettesten und lockersten Menschen sind die man sich vorstellen kann, so erntet man doch irritierte Blicke wenn man bei Rot wartet auch wenn das n&amp;auml;chste Auto noch 50 (oder 20...oder 10) Meter weg ist.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Schau links schau rechts&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0609-02.jpg" alt="Als ob all die%0AErdrutsche noch nicht genug w&amp;auml;ren: Die Innenstadt ist mit L&amp;ouml;chern &amp;uuml;bers&amp;auml;t%0Anachdem ein Wasserleck in eine Gasleitung eindrang und &amp;uuml;ber 1000 Kunden von der%0AVersorgung abschnitt, teilweise eine Woche und l&amp;auml;nger." width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt;Als ob all die Erdrutsche noch nicht genug w&amp;auml;ren: Die Innenstadt ist mit L&amp;ouml;chern &amp;uuml;bers&amp;auml;t nachdem ein Wasserleck in eine Gasleitung eindrang und &amp;uuml;ber 1000 Kunden von der Versorgung abschnitt, teilweise eine Woche und l&amp;auml;nger.&lt;/div&gt;  &lt;p&gt;In den letzten paar Monaten gab es mehrere Unf&amp;auml;lle in Wellington mit t&amp;ouml;dlichem Ausgang f&amp;uuml;r Fu&amp;szlig;g&amp;auml;nger. In beiden F&amp;auml;llen, obwohl sie tragisch waren, war das Opfer einfach in die Stra&amp;szlig;e und vor fahrende Autos gelaufen. Nun plant die Stadtverwaltung wieder mal eine Aufkl&amp;auml;rungskampagne zur Sicherheit mit der Botschaft, da&amp;szlig; man erst anhalten und schauen soll bevor man die Stra&amp;szlig;e &amp;uuml;berquert. Sollte das einem nicht bereits im Kindergarten beigebracht werden? Au&amp;szlig;erdem gibt es den Vorschlag, eine Kettenbarriere entlang Lambton Quay, der Haupteinkaufsstra&amp;szlig;e, einzurichten, so da&amp;szlig; die Leute nicht mehr einfach vor fahrende Busse treten. &amp;quot;Manchmal braucht es Gesetze um Leute vor sich selber zu sch&amp;uuml;tzen&amp;quot;, sagt die B&amp;uuml;rgermeisterin. Ach ja, wirklich? Die meisten Fu&amp;szlig;g&amp;auml;nger die in Wellington bei Unf&amp;auml;llen verletzt werden sind zwischen 25 und 29, also Erwachsene. Ich bezweifle doch stark da&amp;szlig; eine Kettenabsperrung sie davon abhalten wird, die Stra&amp;szlig;e genau dann zu &amp;uuml;berqueren wenn sie es wollen. Was f&amp;uuml;r ein seltsames Problem...&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Totaler Themawechsel: Kingitanga&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200174-0609-01.jpg" alt="Dame Te Ata (Foto%0Avon stuff.co.nz)" width="200" height="174" /&gt;&lt;br /&gt; Dame Te Ata (Foto von stuff.co.nz)&lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Mitte August verstarb die K&amp;ouml;nigin der Maori, Dame Te Atairangikaahu, nach 40 Jahren auf dem Thron. Ich mu&amp;szlig; zugeben da&amp;szlig; ich bis dahin keine Ahnung hatte da&amp;szlig; es so etwas wie eine Maori Monarchie &amp;uuml;berhaupt gibt. Es stellte sich heraus da&amp;szlig; die &lt;em&gt;Kingitanga&lt;/em&gt;, oder die Bewegung f&amp;uuml;r einen Maori K&amp;ouml;nig, in den 1850ern entstand, und zwar als Reaktion auf die andauernden Landverluste an die britischen Kolonialherren. Man dachte da&amp;szlig; wenn man eine Person von &amp;auml;hnlichem Status habe wie die K&amp;ouml;nigin von England, dann h&amp;auml;tten Maori auch eine st&amp;auml;rkere Position gegen&amp;uuml;ber der britischen Regierung. Die Rolle hat keine offizielle Funktion oder direkten politischen Einflu&amp;szlig;. Der K&amp;ouml;nig der Maori spielt aber trotzdem eine wichtige Rolle als Repr&amp;auml;sentant f&amp;uuml;r Maori&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Dame Te Ata war die erste Frau auf dem Thron und war beliebt und respektiert. Sie war eine kulturelle Botschafterin f&amp;uuml;r ihr Volk; einer ihrer Erfolge war die Wiederbelebung der Maori Sprache (Te Reo Maori), die nach jahrzehntelangem Abstieg in die Bedeutungslosigkeit in den 1980ern eine Renaissance erlebte und nun eine der offiziellen Landessprachen ist.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ein tangihanga (kurz, tangi), das Begr&amp;auml;bnisritual der Maori, dauert typischerweise mehrere Tage und ist sehr gef&amp;uuml;hlsbetont. Der tupapaku (der Leichnam) ist im offenen Sarg aufgebahrt so da&amp;szlig; die Trauernden ihn sehen, ber&amp;uuml;hren, und mit ihm reden k&amp;ouml;nnen&amp;mdash;anders als bei typisch westlichen Beerdigungen, wo man &lt;em&gt;&amp;uuml;ber&lt;/em&gt; den Verstorbenen redet. Der Leichnam wird w&amp;auml;hrend der ganzen Zeit niemals allein gelassen. Trauerg&amp;auml;ste kommen von nah und fern um ihren Respekt zu zeigen und der Familie beizustehen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Dame Te Ata's tangi dauerte sechs Tage und wurde live im Fernsehen &amp;uuml;bertragen. 100,000 G&amp;auml;ste, einschlie&amp;szlig;lich der Premierministerin, wohnten dem Ereignis bei. Die K&amp;ouml;nigin ist auf dem Gipfel des heiligen Berges Taupiri neben ihren Vorfahren begraben, in einem unmarkiertem Grab, was Ebenb&amp;uuml;rtigkeit mit ihrem Volk zeigen soll. Der Monarch der Maori wird von den Vorsitzenden der &lt;em&gt;iwi&lt;/em&gt; (St&amp;auml;mme) welche Teil der Kingitanga Bewegung sind, bestimmt. Zwar ist der Titel offiziell nicht erblich, doch bisher entstammten noch alle Nachfolger derselben Familie des ersten K&amp;ouml;nigs. Auch dieses Mal: Der Nachfolger der K&amp;ouml;nigin ist ihr &amp;auml;ltester Sohn.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Endlich ist der Winter vorbei&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0609-06.jpg" alt="Fr&amp;uuml;hlingsmorgen" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt;Fr&amp;uuml;hlingsmorgen&lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Neuseel&amp;auml;nder betrachten nicht die Tagundnachtgleiche als Fr&amp;uuml;hlingsanfang sondern den Beginn des meteorologischen Fr&amp;uuml;hlings, auf der S&amp;uuml;dhalbkugel, den ersten September. Und in der Tat scheint nun nach einem absolut elenden Winter von Mai bis August endlich das schlimmste &amp;uuml;berstanden zu sein. Die letzten Wochen waren freundlich und sonnig, und ich kann endlich wieder existieren ohne da&amp;szlig; ich eine W&amp;auml;rmeflasche mehr oder weniger &amp;uuml;berall mit mir herumtragen mu&amp;szlig;. Nat&amp;uuml;rlich sind die Kiwis schon wieder in Shorts und Sandalen, aber ich bin schon stolz da&amp;szlig; ich nun das Haus ohne Schal und Handschuhe verlasse.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Nun kommt die windige Saison. Und damit meine ich nicht die normalen Winde die so ziemlich ohne Unterla&amp;szlig; durch die Stadt blasen, sondern die sogenannten &amp;Auml;quinoktialst&amp;uuml;rme oder Fr&amp;uuml;hlingswinde. Diese kommen um das &amp;Auml;quinoktium und werden durch den Temperaturunterschied zwischen der extrem kalten Antarktis und den sich erw&amp;auml;rmenden Tropen verursacht. Das Ergebnis sind die starken  Winde bei denen man sich besser an einem Laternenpfahl festh&amp;auml;lt wenn man an einer Ampel wartet, so da&amp;szlig; man nicht in die Stra&amp;szlig;e geweht wird. Oder, wie Katherine Mansfield in einer der Skulpturen des Wellington Writers Walk, zitiert wird &amp;quot;der Wind ist  so stark da&amp;szlig; sie sich ihren Weg erk&amp;auml;mpfen m&amp;uuml;ssen, schwankend wie zwei alte Trunkenbolde&amp;quot;. In diesem Sinne, bis n&amp;auml;chstes Mal.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Sat, 30 Sep 2006 00:00:00 +1200</pubDate>
			
			
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			<title>Oktober-Dezember 2006</title>
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			<description>&lt;h3&gt;Alles neu in pink&lt;/h3&gt; &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0612-01.jpg" alt="Cape Farewell" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Cape Farewell &lt;/div&gt;   &lt;p&gt;Pink ist das neue orange, und endlich bin ich wieder da, und zwar nicht nur mit einem neuen Eintrag, sondern auch wieder einmal mit einer anderen Blog-Plattform die es mir einfacher macht, Artikel zu schreiben und zu verwalten und hoffentlich auch meinen Lesern das Kommentieren und Abonnieren von Feeds einfacher macht. Zwar ist die neue Seite noch ziemlich roh, aber weil ich in den letzten Monaten bereits viel zu viel Zeit am Computer verbracht habe muss es erst mal reichen. Habe ich schon erw&amp;auml;hnt dass es pink ist?&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Richtung Norden auf die S&amp;uuml;dinsel&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0612-02.jpg" alt="Blick aus der Ferienwohnung" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Blick aus der Ferienwohnung &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Mitte November schafften wir es endlich zum ersten Mal auf die S&amp;uuml;dinsel um ein langes Wochenende in der &lt;a href="http://www.nelsonnz.com/nelson/golden.bay"&gt;Golden Bay&lt;/a&gt; in der Region um Nelson/Abel Tasman zu verbringen. Die Golden Bay liegt am n&amp;ouml;rdlichen Ende der S&amp;uuml;dinsel und damit genau genommen n&amp;ouml;rdlich von Wellington. Sie ist nach Osten ausgerichtet und von Bergen umgeben so dass sie gesch&amp;uuml;tzt ist von den starken S&amp;uuml;dwinden und dem extremen Klima das uns in Wellington so oft zu schaffen macht. Die Region bekommt au&amp;szlig;erdem landesweit den meisten Sonnenschein ab, ganz zu schweigen davon dass sie von atemberaubender Sch&amp;ouml;nheit ist, und so ist es nicht verwunderlich dass die Immobilienpreise dort in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen sind. Zum Gl&amp;uuml;ck f&amp;uuml;r uns ist es nur ein kurzer halbst&amp;uuml;ndiger Flug von Wellington nach Nelson, und ein paar Stunden Fahrt bringen einen &amp;uuml;ber den Takaka Hill nach Golden Bay.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0612-03.jpg" alt="Pupu Springs Pfad" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Pupu Springs Pfad &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Golden Bay spielt eine wichtige Rolle in Neuseelands Geschichte. Maori wohnten seit 500 Jahren and dieser K&amp;uuml;ste, und 1642 landete hier der holl&amp;auml;ndische Entdecker Abel Tasman&amp;mdash;der erste Europ&amp;auml;er der nach Neuseeland kam und sp&amp;auml;ter die ersten Karten anfertigte. Nach einen gewaltsamen Zusammensto&amp;szlig; mit ortsans&amp;auml;ssigen Maori bei dem mehrere M&amp;auml;nner ums Leben kamen nannte er die Gegend Murderers Bay (M&amp;ouml;rderbucht). Als man Mitte des 19. Jahrhunderts in der N&amp;auml;he von Collingwood Gold fand wurde sie unter dem freundlicheren Namen Golden Bay (Goldene Bucht) bekannt. Heute ist sie Teil der beliebten und gedeihenden Region um Nelson die nicht nur f&amp;uuml;r traditionelle Branchen wie Meeresfr&amp;uuml;chte, Fischereien, Gartenbau und nat&amp;uuml;rlich Tourismus bekannt ist sondern auch f&amp;uuml;r die vielen K&amp;uuml;nstler die sich hier niedergelassen haben, gutes Essen und Wein, und den lockeren Lebensstil.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0612-04.jpg" alt="Stalaktiten am Eingang der Rawhiti Cave" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Stalaktiten am Eingang der Rawhiti Cave &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Wir hatten ein traumhaftes &lt;a href="http://accommodationgoldenbay.com"&gt;Ferienhaus&lt;/a&gt; direkt am Strand gemietet. Leider folgte uns das scheu&amp;szlig;liche Wellingtoner Wetter anf&amp;auml;nglich, aber die gro&amp;szlig;artige Unterkunft (voll ausgestattete K&amp;uuml;che mit Gasherd...Bad mit Fu&amp;szlig;bodenheizung und Whirlpool...Holzb&amp;ouml;den und hohe Decken...usw) machte das wett. Am zweiten Tag trotzten wir dem Regen und besuchten die Te Waikoropupu (kurz, Pupu) Springs, die gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Frischwasserquellen auf der S&amp;uuml;dhalbkugel: 14.000 Liter Wasser&amp;mdash;das entspricht 40 Badewannen&amp;mdash;treten dort pro Sekunde aus. Es gibt einen kurzen Pfad durch einheimischen Wald auf dem man die Quellen und ihr au&amp;szlig;erordentlich klares Wasser besichtigen kann. Wir hatten Gl&amp;uuml;ck denn der Regen h&amp;ouml;rte zeitweise auf als wir dort waren und die Sonne kam glitzernd durch die B&amp;auml;ume wie in einem verwunschenen Regenwald. Sch&amp;ouml;n.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Danach besuchten wir Rawhiti Cave, eine Tropfsteinh&amp;ouml;hle. Was sich aufgrund der Beschreibung im F&amp;uuml;hrer wie ein kurzer Spaziergang vom Parkplatz aus anh&amp;ouml;rte stellte sich als recht anspruchsvolle Wanderung heraus, komplett mit Fluss&amp;uuml;berquerung und steilem Aufstieg, der belohnt wurde mit einem der spektakul&amp;auml;rsten H&amp;ouml;hleneing&amp;auml;nge die ich je gesehen habe: eine riesige &amp;Ouml;ffnung mit tausenden Stalaktiten.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Aufgeh&amp;auml;ufter Sand&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0612-05.jpg" alt="Farewell Spit vom Satelliten in Google Earth" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Farewell Spit vom Satelliten in Google Earth &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Am n&amp;auml;chsten Tag nahmen wir teil an einer &lt;a href="http://www.farewellspit.co.nz"&gt;Safari&lt;/a&gt; zum Farewell Spit, or Onetahua in Maori&amp;mdash;das bedeutet &amp;quot;aufgeh&amp;auml;ufter Sand&amp;quot; und sagt eigentlich schon alles. Farewell Spit ist eine 30 km lange (und wachsende) Landzunge am n&amp;ouml;rdlichsten Zipfel der S&amp;uuml;dinsel die ausschlie&amp;szlig;lich aus Sand besteht. Der Sand kommt von Gestein aus den Southern Alps, der Bergkette die sich durch die S&amp;uuml;dinsel zieht, und entsteht durch die starken Str&amp;ouml;mungen in der Cook Strait. Weil Farewell Spit ein Natur- und Voeglschutzgebiet ist darf man es nur als Teil einer gef&amp;uuml;hrten Gruppe besuchen. Die ben&amp;uuml;tzen normalerweise Gel&amp;auml;ndebusse mit Allradantrieb die einen w&amp;auml;hrend der Ebbe auf dem harten Sand am Meer entlang bis zum alten Leuchtturm bringen. Es gibt &amp;uuml;ber 90 Vogelarten am Farewell Spit, von denen manche j&amp;auml;hrlich bis zu 20.000 km fliegen um den n&amp;ouml;rdlichen Winter im w&amp;auml;rmeren S&amp;uuml;den zu verbringen.&lt;/p&gt;    &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0612-06.jpg" alt="Sandsturm" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Sandsturm &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Unser F&amp;uuml;hrer erz&amp;auml;hlte wie Rodung und Industrialisierung (wie zum Beispiel &lt;a href="http://www.listener.co.nz/issue/3445/columnists/6097/bad_korea_move.html"&gt;Landgewinnung im Watt&lt;/a&gt;) in L&amp;auml;ndern wie China und Korea es f&amp;uuml;r die Zugv&amp;ouml;gel zunehmend schwierig machen, w&amp;auml;hrend ihrer langen Fl&amp;uuml;ge Rastpl&amp;auml;tze zu finden, und man sieht bereits die traurigen Auswirkungen indem jedes Jahr weniger V&amp;ouml;gel zur&amp;uuml;ckkehren.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0612-07.jpg" alt="D&amp;uuml;nen in der N&amp;auml;he des Leuchtturms" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; D&amp;uuml;nen in der N&amp;auml;he des Leuchtturms &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Wir besuchten Farewell Spit an einem sehr windigen Tag mit B&amp;ouml;en bis zu 80 km/h, so dass die meisten V&amp;ouml;gel Unterschlupf gesucht hatten, doch wir sahen einige auf dem Weg zum Spit, und auch Robbenbabys. Durch den starken Wind und stechenden Sand zu fahren war eine seltsame Erfahrung, das glitzernde Meer auf der einen Seite und bis zu 30 m hohe Sandd&amp;uuml;nen auf der anderen, und weit und breit keine Menschenseele. Am besten hat mir jedoch gefallen als wir auf eine D&amp;uuml;ne geklettert sind und dann wieder hinabgerutscht!&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0612-08.jpg" alt="Auf der Old Man Range" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Auf der Old Man Range &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Noch ein H&amp;ouml;hepunkt unseres Urlaubs war ein &lt;a href="http://horsetreksnz.com/"&gt;Ritt&lt;/a&gt; entlang der Old Man Range. Der Pfad f&amp;uuml;hrte erst durch Farmland und dann aufw&amp;auml;rts zur Bergkette (benannt nach einem Felsen der ein bisschen wie das Gesicht eines alten Mannes aussieht) auf 166 Metern, von wo aus man einen fantastischen Ausblick auf Golden Bay, Farewell Spit und die ganze Nordseite der S&amp;uuml;dinsel hatte. Wir hatten Gl&amp;uuml;ck und waren die einzigen G&amp;auml;ste bei diesem Ausritt so dass unsere hervorragende F&amp;uuml;hrerin das Tempo usw. ganz nach uns Anf&amp;auml;ngern ausrichten konnte. Ich glaube wir stellten uns ganz gut an, besonders da es immer noch starken Wind hatte und ein Teil des Treks sehr steil und unbefestigt war, aber das machte es gerade erst interessant. Alles in allem ein wunderbarer Kurzurlaub den ich allen Neuseelandbesuchern w&amp;auml;rmstens empfehlen kann.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;In den S&amp;uuml;dlichen Alpen&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0612-09.jpg" alt="Anflug auf Queenstown" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Anflug auf Queenstown &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Wie es manchmal so geht war ich bereits eine Woche sp&amp;auml;ter wieder auf der S&amp;uuml;dinsel, diesmal beruflich um mit einem Kunden in &lt;a href="http://www.arrowtown.com/"&gt;Arrowtown&lt;/a&gt; zu arbeiten. Arrowtown ist eine kleine Goldgr&amp;auml;berstadt in der N&amp;auml;he von Queenstown (letzteres ist vor allem f&amp;uuml;r Bungee Jumping, Jet Boating und andere Extremsportarten bekannt). Der Anflug auf Queenstown ist ein ziemliches Abenteuer denn es gibt nur einen engen Korridor zwischen den Bergen Richtung  Lake Wakatipu, und ich habe geh&amp;ouml;rt da&amp;szlig; nur die besten Piloten in Neuseeland diese Route fliegen d&amp;uuml;rfen. An einem sch&amp;ouml;nen Tag ist es einfach atemberaubend, aber auf meinem R&amp;uuml;ckflug sorgten starker Regen und Wind f&amp;uuml;r einen der holprigsten Fl&amp;uuml;ge die ich je mitgemacht habe, und das ist genug Extremsport f&amp;uuml;r mich.&lt;/p&gt;   &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0612-10.jpg" alt="L&amp;auml;den in Arrowtown" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; L&amp;auml;den in Arrowtown &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Nicht dass ich daf&amp;uuml;r Zeit gehabt h&amp;auml;tte, da ich ja arbeiten musste, aber zumindest hatte ich die Gelegenheit, das St&amp;auml;dtchen zu erkunden und den Fluss in dem man in den 1860er Jahren Gold fand und an dem man immer noch manche der elenden dunklen H&amp;uuml;tten der chinesischen Einwanderer besichtigen kann (wie diese es geschafft haben, auf diese Art die kalten Otago Winter zu &amp;uuml;berleben ist kaum vorstellbar). Der heutige Ort erinnerte mich sehr an &amp;auml;hnliche Goldgr&amp;auml;berst&amp;auml;dte in Kalifornien. Wenn auch die Bev&amp;ouml;lkerung (weniger als 2.000) der Zahl w&amp;auml;hrend des Goldrausches (&amp;uuml;ber 7.000) nicht einmal nahekommt, so ist es doch offensichtlich wohlhabend und zieht ein gut betuchtes Publikum&amp;mdash;Einheimische und Touristen&amp;mdash;an mit guten Restaurants, hochwertigen L&amp;auml;den und einem historischen Kern der sch&amp;ouml;n restauriert wurde ohne kitschig zu wirken. Wie immer wenn ich reise erkundigte ich mich nach den lokalen Immobilienpreisen und es &amp;uuml;berrascht nicht dass es hier sehr teuer ist und viele H&amp;auml;user und Grundst&amp;uuml;cke von ausl&amp;auml;ndischen Investoren aufgekauft werden. &amp;Uuml;berall in Queenstown sieht man Neubaugebiete und es ist offensichtlich dass die Gegend sehr kommerziell und auf zahlungskr&amp;auml;ftige und abenteuerlustige Touristen ausgerichtet ist. Aber selbst der Kommerz und die Besuchermassen im &amp;quot;Las Vegas am See&amp;quot; k&amp;ouml;nnen nicht &amp;uuml;ber die atemberaubende nat&amp;uuml;rliche Sch&amp;ouml;nheit dieser Gegend hinwegt&amp;auml;uschen.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Und wieder gibt es Weihnachtsfeiern&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0612-11.jpg" alt="Traditionelles Bowling" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Traditionelles... &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Abgesehen von diesen beiden Kurzreisen habe ich die letzten drei Monate mehr oder weniger non-stop mit Arbeiten zugebracht. Die allgemeine Gesch&amp;auml;ftigkeit wurde nur durch die obligatorischen Weihnachtsfeiern unterbrochen die den Dezember durchziehen und wie ich schon letztes Jahr geschrieben habe, ein wichtiges Ereignis im Arbeitsalltag der Kiwis sind. &lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0612-12.jpg" alt="Modernes Bowling" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; ...und modernes Bowling &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Das Thema dieses Jahres schien Bowling zu sein: Im Falle meiner Firma (auch dieses Jahr wieder mit Kost&amp;uuml;mzwang), auf dem Rasen des Wellington Bowling Club, einer altehrw&amp;uuml;rdigen Einrichtung die allerdings wegen Mitgliederschwund von Aussterben bedroht ist. Mit Brians Firma gingen wir zu einer brandneuen Bowlingbahn im Stadtzentrum komplett mit selbsternannter &amp;quot;urban cool Bar&amp;quot;, einem Restaurant und zahllosen Mattscheiben welche keine Schwierigkeiten hatte, die Massen anzulocken. Meine Bowlingf&amp;auml;higkeiten sind ziemlich mies sowohl auf dem Rasen als auch der Kegelbahn, aber schlie&amp;szlig;lich sind Weihnachtsfeiern ja sowieso dazu da, mit anderen zusammen zu sein und ein Glas oder f&amp;uuml;nf zu trinken, und das kann ich.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Weitere Themen...&lt;/h3&gt; &lt;p&gt;...die in den letzten Monaten hier in Neuseeland in den Nachrichten waren:&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0612-13.jpg" alt="Einer der Eisberge (Bild von stuff.co.nz)" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Einer der Eisberge (Bild von stuff.co.nz) &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Im November tauchten zum ersten Mal seit 75 Jahren Eisberge vom S&amp;uuml;dpol vor der K&amp;uuml;ste der S&amp;uuml;dinsel auf. Insgesamt waren es etwa 100, der gr&amp;ouml;&amp;szlig;te davon 200 m lang und 50 m hoch. Anscheinend ist es nicht ungew&amp;ouml;hnlich dass Eisberge losbrechen, aber normalerweise schmelzen sie lange bevor sie Neuseeland erreichen. Dieses Jahr trieben die starken S&amp;uuml;dwinde sie bis hierher, und nat&amp;uuml;rlich machten die Kiwis gleich eine Touristenattraktion aus ihnen und boten Panoramafl&amp;uuml;ge in Helikoptern und Kleinflugzeugen an aus denen man das Spektakel aus der Luft betrachten konnte.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0612-14.jpg" alt="Shrek auf Eis (Bild von Channel One News)" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Shrek auf Eis (Bild von Channel One News) &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Meine Lieblingsgeschichte ist aber die von Shrek dem Schaf. Shrek ist ein Merinoschaf das vor ein paar Jahren Ber&amp;uuml;hmtheit erlangte denn es war ihm gelungen, sechs Jahre lang den Scherern zu entkommen indem er sich in H&amp;ouml;hlen in den Bergen versteckte. Als er schlie&amp;szlig;lich eingefangen wurde und &lt;a href="http://news.bbc.co.uk/1/hi/world/asia-pacific/3665735.stm"&gt;live im Fernsehen geschoren wurde&lt;/a&gt;, trug er 27 kg Wolle. Seitdem hat er geholfen hunderttausende Dollar f&amp;uuml;r gute Zwecke zu ersteigern, bekam er das Maskottchen f&amp;uuml;r die neuseel&amp;auml;ndische Wollbranche und traf sogar die Premierministerin. Und nun, zu seinem 10. Geburtstag, wurde er auf einen der Eisberge geflogen um dort wiederum f&amp;uuml;r einen guten Zweck geschoren zu werden. Damit er nicht rutschte machte man ihm spezielle kleine Schafsteigeisen (wie s&amp;uuml;&amp;szlig;!) und die Prozedur fand auf einem speziell hergestellten Wollteppich statt. Anscheinend brach kurz nach der Landung ein gro&amp;szlig;es St&amp;uuml;ck Eisberg weg aber am Ende lief alles gut. Sehr Kiwi.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ein anderes Thema das es weltweit in die Nachrichten schaffte und im Ausland haupts&amp;auml;chlich mit Erheiterung, aber hierzulande mit Emp&amp;ouml;rung aufgenommen wurde, war die Meldung dass die neuseel&amp;auml;ndische Schulbeh&amp;ouml;rde nun Sch&amp;uuml;lern in weiterf&amp;uuml;hrenden Schulen erlaubt, in schriftlichen Arbeiten SMS-Sprache zu ben&amp;uuml;tzen. Zwar r&amp;auml;t man offiziell stark davon ab, nicht standardgem&amp;auml;&amp;szlig;es Englisch zu ben&amp;uuml;tze, aber wenn die Antwort &amp;quot;klar das erforderliche Verst&amp;auml;ndnis demonstriert&amp;quot; bekommt man zuk&amp;uuml;nftig Punkte, egal ob sie in richtigem Englisch geschrieben ist oder nicht. Bef&amp;uuml;rworter der neuen Regelung behaupten dass Sch&amp;uuml;ler die SMS-K&amp;uuml;rzel verwenden kreativer seien und dass diese eine nat&amp;uuml;rliche Evolution der Sprache darstellen. Daraus muss man allerdings nicht schlie&amp;szlig;en dass diese Sprache in der Schule zugelassen werden sollte. Es ist mir total egal wie sich Leute privat mit ihren Freunden verst&amp;auml;ndigen, aber beruflich w&amp;uuml;rde ich bestimmt niemanden einstellen der der Schriftsprache nicht m&amp;auml;chtig ist.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0612-17.jpg" alt="Jazz Festival im Park" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Jazz Festival im Park &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Aber es scheint man versucht die Jugend mal wieder auf andere Art zu retten, indem man die Debatte &amp;uuml;ber das Trinkalter f&amp;uuml;r Jugendliche wieder entfacht. Dieses wurde in Neuseeland 1999 von 20 auf 18 Jahre gesenkt und seitdem &amp;uuml;berfluten uns die Medien mit Horrorgeschichten &amp;uuml;ber Saufgelage, Unf&amp;auml;lle und generelle Ungezogenheit heutiger Teenager. Und es stimmt schon dass es hier in Neuseeland eine eindeutige Trinkkultur gibt, aber das Heraufsetzen des Alters ab dem man Alkohol kaufen kann (denn das ist alles was das &amp;quot;Trinkalter&amp;quot; regelt) macht meiner Ansicht nach daf&amp;uuml;r keinen Unterschied. Was helfen w&amp;uuml;rde w&amp;auml;ren wohl mehr Kontrollen, oder Null Promille f&amp;uuml;r alle Fahrer unter 25. Anscheinend dachte auch die Mehrheit im Parlament dass die Anhebung der Trinkalters zur&amp;uuml;ck auf 20 nichts bringen w&amp;uuml;rde, und so ist das Thema erst einmal wieder vom Tisch.&lt;/p&gt;    &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0612-15.jpg" alt="Acht Grad und Regen halten den Kiwi nicht davon ab, barfu&amp;szlig; zu gehen" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Acht Grad und Regen halten den Kiwi nicht davon ab, barfu&amp;szlig; zu gehen &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Und schlie&amp;szlig;lich: Das Wetter. Schon wieder. In meinem letzten Eintrag schrieb ich da&amp;szlig; der Winter endlich vorbei ist und der Fr&amp;uuml;hling komme. Nun, das war gelogen. Wir hatten den windigsten Fr&amp;uuml;hling in Wellington seit Beginn der Aufzeichnungen 1967 (27 Tage im Oktober mit B&amp;ouml;en von mindestens 60 km/h). Diesem folgte der k&amp;auml;lteste Sommeranfang seit 20 Jahren. Nun, Ende Dezember, hat es 18 Grad und Regen, und eine neue Kaltfront ist schon unterwegs. Die L&amp;auml;den m&amp;uuml;ssen schon wieder Platz machen f&amp;uuml;r die 2007 Winterware aber konnten Sommerkleidung, Grills und Gartenm&amp;ouml;bel noch kaum verkaufen. Zumindest ein Teil dieser Misere k&amp;ouml;nnen wir El Nino verdanken, der einen &amp;quot;bestenfalls gemischten&amp;quot; Sommer verspricht. &lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0612-16.jpg" alt="Plakatwand in Wellington , vom Sturm zerst&amp;ouml;rt" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Plakatwand in Wellington , vom Sturm zerst&amp;ouml;rt &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Die Zeitschrift &lt;a href="http://listener.co.nz/"&gt;Listener&lt;/a&gt; druckte in seiner letzten Ausgabe des Jahres eine Kolumne mit dem Untertitel &amp;quot;Wellington ich hasse dich - au&amp;szlig;er an sch&amp;ouml;nen Tagen&amp;quot; die anfing mit den Worten &amp;quot;Wenn ich auf 2006 zur&amp;uuml;ckblicke erinnere ich mich nur daran dass es regnete. Und st&amp;uuml;rmte. Und eiskalt war. Und dann regnete es wieder.&amp;quot; Sogar die hartgesottensten Einheimischen die normalerweise Wellingtons harsches Klima m&amp;ouml;gen und es als eine Art spezielle Auszeichnung sehen, dass sie damit umgehen k&amp;ouml;nnen, sehen langsam aber sicher ihre Seele von der grauen Misere ausgesaugt.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Das hei&amp;szlig;t, es kann wirklich nur noch besser werden. Ich habe mir vorgenommen, im kommenden Jahr eine Wintersportart anzufangen um besser mit der K&amp;auml;lte fertig zu werden. Und irgendwann muss es sich doch wirklich &amp;auml;ndern, oder? An alle die dies lesen: Ich hoffe Ihr hattet sch&amp;ouml;ne Weihnachten, und ich w&amp;uuml;nsche Euch alles Gute f&amp;uuml;rs neue Jahr. Vielleicht schafft es der eine oder die andere sogar nach Neuseeland?&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Peace, love and happiness&lt;br /&gt; -Sibylle&lt;/p&gt; </description>
			<pubDate>Sat, 30 Dec 2006 00:00:00 +1300</pubDate>
			
			
			<guid>http://sibylle.co.nz/de-oktober-dezember-2006/</guid>
		</item>
		
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			<title>Januar-März 2007</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-januar-maerz-2007/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Denk ich an Deutschland&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-01.jpg" alt="Konzert im Botanischen Garten" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Konzert im Botanischen Garten &lt;/div&gt; &lt;p&gt;Januar 2007 war nicht nur der Anfang eines neues Jahres, sondern auch der Beginn meines zweiten Jahrzehnts als Auslandsdeutsche. Ich habe Deutschland am 7. Januar 1997 in Richtung San Francisco verlassen, blieb dort acht Jahre lang, und nun sind wir auch schon wieder mitten im dritten Jahr in Neuseeland. Ein Grund zum Feiern und zum Reflektieren.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wenn man Diskussionen von Auswanderern und M&amp;ouml;chtegern-Auswanderern im Internet verfolgt wird klar dass die Mehrheit derer die beschlie&amp;szlig;en, nach Neuseeland zu ziehe, frustriert mit ihrem Heimatland sind und dass die haupts&amp;auml;chliche Motivation davon kommt, einen Ort zu verlassen an dem sie unzufrieden sind (mit dem Beruf, der politischen Lage, dem Wetter, damit &amp;quot;wohin das Land sich bewegt&amp;quot;, etc.). Das war und ist bei mir nicht der Fall.&lt;/p&gt;   &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-02.jpg" alt="Im TranzAlpine Zug" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Im TranzAlpine Zug &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Als ich nach San Francisco zog hatte das nichts mit Deutschland zu tun; ich wollte lediglich in Kalifornien wohnen, die Welt sehen und einmal etwas anderes machen. Und ja klar, das Deutschland der sp&amp;auml;ten 90er Jahre stand f&amp;uuml;r Arbeitslosigkeit, rassistische &amp;Uuml;bergriffe, Unzufriedenheit mit den Realit&amp;auml;ten der Wiedervereinigung, und die scheinbar niemals enden wollende Kanzlerschaft Helmut Kohls. Amerika andererseits war auf dem Gipfel einer boomenden Dot-Com Wirtschaft der Clinton-&amp;Auml;ra vor Lewinsky, wo alles m&amp;ouml;glich war und jeder, zumindest in Silicon Valley, von anderswo hergezogen war um dort sein Gl&amp;uuml;ck zu machen.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-03.jpg" alt="&amp;Uuml;berquerung der S&amp;uuml;dlichen Alpen" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; &amp;Uuml;berquerung der S&amp;uuml;dlichen Alpen &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Ich hatte nicht so sehr nach dieser Art Ansporn gesucht als dass ich vielmehr gefunden wurde. Dank der M&amp;ouml;glichkeiten die sich mir in San Francisco boten konnte ich wirklich meinen amerikanischen Traum verwirklichen, von dem ich anfangs nur eine vage Vorstellung hatte. Und wenn ich auch Deutschland nicht im Frust verlassen hatte, so kam mir doch auch nie der Gedanke an R&amp;uuml;ckkehr. Es war einfach kein Thema, nicht zuletzt deshalb weil es klar war dass eine rapide Quereinsteiger-Karriere wie ich sie in San Francisco hatte zu der Zeit in Deutschland so nicht m&amp;ouml;glich gewesen w&amp;auml;re.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-04.jpg" alt="Erinnerung an die Kohleindustrie in Greymouth" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Erinnerung an die Kohleindustrie in Greymouth &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Das Amerika das wir acht Jahre sp&amp;auml;ter verlie&amp;szlig;en war nat&amp;uuml;rlich ein ganz anderes Land, und w&amp;auml;hrend wir speziell nach Neuseeland wollten, so war da doch auch, anders als in meinem ersten gro&amp;szlig;en Umzug, die Motivation, die USA zu verlassen. Gleichzeitig hat sich auch mein Verh&amp;auml;ltnis zu Deutschland in den letzten Jahren ver&amp;auml;ndert, und das Land selbst scheint endlich die Stagnation und Schwermut der Kohl (und zugegebenerma&amp;szlig;en, Schr&amp;ouml;der-) Jahre hinter sich gelassen zu haben. Je l&amp;auml;nger ich im Ausland wohne desto deutlicher wird mir bewusst wo ich herkomme, und wie meine Herkunft diejenige, die ich heute bin, beeinflusst und geformt hat. Die Distanz bewirkt dass ich die guten Seiten meiner Heimat mehr sch&amp;auml;tze und die schlechten durch meine Erfahrungen besser einzusch&amp;auml;tzen wei&amp;szlig;. Oder vielleicht werde ich ja auch nur &amp;auml;lter, weiser und milder. :-)&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-05.jpg" alt="Stra&amp;szlig;e in Hokitika" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Stra&amp;szlig;e in Hokitika &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Die wichtigste Lektion die jedoch als Auswanderer gelernt habe, ist dass man wirklich seines Gl&amp;uuml;ckes Schmied ist, egal wo man ist. Und auch das Gegenteil trifft zu&amp;mdash;man kann nicht vor sich selber weglaufen, und man bringt seine Probleme, aber auch St&amp;auml;rken, Ambitionen und Tr&amp;auml;ume immer mit sich. Eine freundliche, offene Umgebung wie man sie in Neuseeland findet kann es einem leichter machen, sich selbst neu zu erfinden, aber am Ende muss man die harte Arbeit doch selber machen, und zwar &amp;uuml;berall. Das klingt vielleicht banal, wird aber im Eifer der Begeisterung &amp;uuml;ber ein neues Land &amp;quot;wo alles besser ist&amp;quot; oft vergessen und f&amp;uuml;hrt dann ebenso oft schnell zu Entt&amp;auml;uschung. Wenn man diese Erwartungshaltung ablegen kann, ist man auf einmal frei, das zu tun was man will, wo man will.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Das ist ja nett. Aber was gibts neues?&lt;/h3&gt;   &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-06.jpg" alt="Eine der vielen einspurigen Br&amp;uuml;cken" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Eine der vielen einspurigen Br&amp;uuml;cken &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Wo soll ich anfangen? Nun, etwas unerwartetes und seltsames passierte im Januar. Ich hatte eigentlich die Hoffnung schon aufgegeben. Und dann war er auf einmal da, der Sommer. Wirklich. All das Jammern hat sich endlich ausgezahlt. Zwar hatte ich auch noch in den ersten Januarwochen (und die entsprechen ja Anfang Juli auf der Nordhalbkugel) die Heizung an, aber dann &amp;auml;nderte ich auf einmal alles ganz schnell. Wir hatten drei Monate lang fantastisches Wetter und noch ist kein Ende in Sicht. Das kam gerade rechtzeitig f&amp;uuml;r alle m&amp;ouml;glichen Veranstaltungen und unseren lang ersehnten Sommerurlaub. Es ist nicht leicht in Worte zu fassen wie sehr ich mich nach W&amp;auml;rme und Sonnenschein gesehnt hatte, und noch nie habe ich den Sommer so sehr gesch&amp;auml;tzt wie nach dem elenden Wetter des Jahres 2006. Das reine Paradies.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Mach mal Urlaub&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-07.jpg" alt="Westk&amp;uuml;stenstra&amp;szlig;e" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Westk&amp;uuml;stenstra&amp;szlig;e &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Mitte Februar machten wir uns auf die lang &amp;uuml;berf&amp;auml;llige Reise auf die S&amp;uuml;dinsel. Urspr&amp;uuml;nglich wollten wir zwei Wochen lang die ganze Insel umrunden, beschlossen aber dann weniger zu machen (und vor allem weniger zu fahren) und uns statt dessen bessere Unterk&amp;uuml;nfte zu leisten. Das war dann auch die richtige Entscheidung, auch wenn ich es am Ende gut noch l&amp;auml;nger ausgehalten h&amp;auml;tte. Am liebsten w&amp;auml;re ich einfach noch eine Woche lang in Wanaka am See gesessen, das h&amp;auml;tte schon gereicht.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wir flogen zun&amp;auml;chst nach Christchurch. Abgesehen vom Flughafen waren wir beide noch nie dort gewesen, und so machten wir uns daran die Stadt zu erkunden. Das f&amp;uuml;hrte uns zun&amp;auml;chst zu dem sch&amp;ouml;n gemachten &lt;a href="http://www.artscentre.org.nz/"&gt;Art Centre&lt;/a&gt;. Das Kunstzentrum ist in den fr&amp;uuml;heren Geb&amp;auml;uden der Universit&amp;auml;t von Canterbury (im typisch englisch-neugotischen Stil der in den alten Kolonien offensichtlich sehr popul&amp;auml;r war), welche heutzutage K&amp;uuml;nstlerateliers, Galerien, Caf&amp;eacute;s, L&amp;auml;den und Kultureinrichtungen beherbergen. Es gab au&amp;szlig;erdem einen Kunsthandwerkermarkt und verschiedene Musikauff&amp;uuml;hrungen die uns ein paar interessante Stunden bereiteten.&lt;/p&gt;   &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-08.jpg" alt="Franz Josef Gletscher" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Franz Josef Gletscher &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Als n&amp;auml;chstes besuchten wir das &lt;a href="http://www.canterburymuseum.com/"&gt;Canterbury Museum&lt;/a&gt; f&amp;uuml;r Geschichte von Mensch und Natur in Neuseeland. Das war ein ziemliches Sammelsurium von Dioramen, Fundst&amp;uuml;cken und Gegenst&amp;auml;nden aus dem neuseel&amp;auml;ndischen Leben vor 150 Jahren, und einem Themenspektrum von der Kultur der Maori &amp;uuml;ber Gesteine zur Geschichte der Expeditionen zum S&amp;uuml;dpol. Das Museum war dementsprechend altmodisch aufgemacht&amp;mdash;viele R&amp;auml;ume voller Zeug&amp;mdash;aber die Ausstellungen waren interessant und offensichtlich mit viel Liebe und Interesse zusammengestellt, so dass sich der Besuch auf jeden Fall gelohnt hat. Danach spazierten wir durch den Botanischen Garten, einen riesigen Park mit zahlreichen Blumeng&amp;auml;rten mitten in der Stadt, durch den sich der Avon Fluss schl&amp;auml;ngelt.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-09.jpg" alt="Gletscherwanderung" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Gletscherwanderung &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Abgesehen von diesen Unternehmungen hat uns Christchurch allerdings wenig beeindruckt. Es kann mit dem kleineren und kompakten Wellington nicht mithalten, dessen atemberaubende Bucht umgeben von H&amp;uuml;geln den Stadtplan und den Charakter der Stadt pr&amp;auml;gen. Auf der anderen Seite fehlt Christchurch aber auch das Gro&amp;szlig;stadtgef&amp;uuml;hl das sich in Auckland einstellt (wenn man auf so etwas steht). Es hat wohl nicht geholfen dass wir an einem grauen, regnerischen Tag dort waren, und trotzdem waren wir mal wieder froh dass wir uns von Anfang an auf Wellington festgelegt hatten, und am n&amp;auml;chsten Morgen zogen wir gerne weiter.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Fahr lieber mit der Bundesbahn&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-10.jpg" alt="Morgennebel" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Morgennebel &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Wir legten den n&amp;auml;chsten Abschnitt unserer Reise mit dem &lt;a href="http://www.tranzscenic.co.nz/services/tranzalpine.aspx"&gt;TranzAlpine&lt;/a&gt; Zug zur&amp;uuml;ck, der von Christchurch &amp;uuml;ber die Southern Alps nach Greymouth an der Westk&amp;uuml;ste f&amp;auml;hrt. Diese Route wird als eine der &amp;quot;landschaftlich weltweit besten Zugstrecken&amp;quot; angesehen. Die viereinhalbst&amp;uuml;ndige Fahrt f&amp;uuml;hrt zuerst durch das flache Farmland der Canterbury Plains, steigt dann hinein in die Berge bis zur h&amp;ouml;chsten Stelle am Arthur's Pass (920 m &amp;uuml;ber dem Meeresspiegel), und f&amp;auml;llt wieder bis hinab auf Meeresh&amp;ouml;he durch die Regenw&amp;auml;lder der wilden Westk&amp;uuml;ste. Die Landschaft ist wirklich wundersch&amp;ouml;n, vor allem in den Bergen, wo man zahlreiche Viadukte &amp;uuml;berquert und nach jedem der zahlreichen Tunnel neue Ausblicke hat. Man sieht Schluchten und T&amp;auml;ler, Bergseen und schneebedeckte Gipfel, und ich kann mir vorstellen dass die Reise um Winter sogar noch spektakul&amp;auml;rer sein muss.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-11.jpg" alt="Strand an der Westk&amp;uuml;ste" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Strand an der Westk&amp;uuml;ste &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Der Zug selbst allerdings war leider ein anderes Kapitel: Die Sitze waren eng und unbequem, und die Ausstattung war bestenfalls 70er Jahre. Der offene Aussichtswaggon war wirklich nur das&amp;mdash;ein einziger enger Waggon ohne Sitze oder Glasfenster, der st&amp;auml;ndig &amp;uuml;berf&amp;uuml;llt war (wie man in &lt;a href="http://web.mac.com/unbrand/iWeb/Site/Photos.html"&gt;Brians Fotos&lt;/a&gt; sehen kann) und mehr an Viehtransport erinnerte als an einen besonders geeigneten Ort, die Landschaft besonders von nahem zu betrachten, wie es in den Brosch&amp;uuml;ren hie&amp;szlig;. Die Abfertigungs- und Gep&amp;auml;ckprozedur war langwierig und furchtbar kompliziert, und Service gab es gar nicht. Das ganze war &amp;uuml;berraschend und irgendwie traurig. Die Reise selbst ist wirklich gro&amp;szlig;artig, aber k&amp;ouml;nnte so viel besser sein. Man stelle sich vor wie es w&amp;auml;re wenn die Sitze bequemer und freundlicher angeordnet w&amp;auml;ren, man mehrere gut konzipierte Aussichtsw&amp;auml;gen h&amp;auml;tte und ein Cafe oder eine Bar mit gutem Angebot. Dennoch, es war eine stressfreie Art und Weise um an die Westk&amp;uuml;ste zu gelangen und ein erster Blick auf die atemberaubende Sch&amp;ouml;nheit der S&amp;uuml;dinsel.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Der K&amp;uuml;ste entlang&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-12.jpg" alt="In der N&amp;auml;he des Haast Pass" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; In der N&amp;auml;he des Haast Pass &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Greymouth ist mit 13.500 Einwohnern die gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Stadt an der Westk&amp;uuml;ste, was schon einiges &amp;uuml;ber die Westk&amp;uuml;ste sagt. Die Region ist mit nur 31.000 Einwohnern sehr d&amp;uuml;nn besiedelt&amp;mdash;ich nehme an das sich die Zahl verdoppelt oder sogar verdreifacht wenn man die Touristen mitz&amp;auml;hlt, zumindest im Sommer. Die 600 km Stra&amp;szlig;e entlang der K&amp;uuml;ste h&amp;ouml;ren sowohl im Norden als auch im S&amp;uuml;den irgendwann einfach auf, so dass die einzige Verbindung mit dem Rest des Landes &amp;uuml;ber ein paar P&amp;auml;sse &amp;uuml;ber die Berge f&amp;uuml;hrt. Diese Isolation, in Verbindung mit der schroffen Natur, hat die Kultur der Westk&amp;uuml;ste gepr&amp;auml;gt, die man mit Autarkie, typisch neuseel&amp;auml;ndischer &amp;quot;das geht schon&amp;quot; Einstellung, sowie Gastfreundlichkeit am besten beschreiben kann. Entlang der K&amp;uuml;ste findet man mehrere Museen die die Geschichte der fr&amp;uuml;hen Siedler erz&amp;auml;hlen, und es ist wirklich beeindruckend wie diese Pionieren gegen alle Vernunft den schwierigen und gef&amp;auml;hrlichen Weg &amp;uuml;ber die Alpen auf sich genommen haben um an dieser K&amp;uuml;ste ein neues Leben anzufangen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die Westk&amp;uuml;ste hat auch ein reiches Maori Erbe, deren Geschichte viel weiter zur&amp;uuml;ckgeht als die der europ&amp;auml;ischen Siedler die Mitte des 19. Jahrhunderts kamen. Die industrielle Vergangenheit der Region ist vor allem gekennzeichnet von Gold, Kohlenabbau, und Kunsthandwerk, vor allen mit dem gr&amp;uuml;nen Pounamu, einer Art neuseel&amp;auml;ndischen Jade. Heutzutage ist es klar der Tourismus der die Region am Laufen h&amp;auml;lt, die mit ihren Bergen, &amp;uuml;ppigen Regenw&amp;auml;ldern, klaren Seen, wilden Str&amp;auml;nden und t&amp;uuml;rkisen Fl&amp;uuml;ssen sowohl Natur-und Abenteuerreisende als auch Bustouristen anzieht.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-13.jpg" alt="H&amp;auml;ngebr&amp;uuml;cke zu den Blue Pools" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; H&amp;auml;ngebr&amp;uuml;cke zu den Blue Pools &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Greymouth selbst ist ein nettes St&amp;auml;dtchen mit ein paar guten Restaurants, einem Spazierweg entlang dem Flutdamm, und der &lt;a href="http://www.monteiths.co.nz/"&gt;Monteith's Brauerei&lt;/a&gt;, wo wir eine F&amp;uuml;hrung mitmachten und faszinierende Geschichten &amp;uuml;ber die Erfindungsgabe der Mitarbeiter h&amp;ouml;rten, die mit Altmetall einige der Maschinen zum Abf&amp;uuml;llen der Flaschen selbst zusammenget&amp;uuml;ftelt haben. Alles in allem gibt es aber nicht viel was einen in Greymouth h&amp;auml;lt; es ist doch eher der Ausgangspunkt f&amp;uuml;r die Reise entlang der K&amp;uuml;ste als ein Ziel an sich, und nach einer Nacht in einem freundlichen Bed and Breakfast machten wir uns in unserem Mietauto auf in Richtung S&amp;uuml;den. Der erste Stop war Hokitika, eine Stadt mit 4000 Einwohnern und interessanter Geschichte. Sie wurde in den 1860ern w&amp;auml;hrend des Goldrauschs besiedelt und war damals ein wichtiger Hafen, und in den Stra&amp;szlig;en reihte sich Kneipe an Kneipe. Heute ist die Stadt vor allem f&amp;uuml;r Pounamu-Schmuck, mehrere hervorragende Restaurants, und das allj&amp;auml;hrliche &lt;a href="http://wildfoods.co.nz/"&gt;Wild Foods Festival&lt;/a&gt;. Ich war begeistert von Hokitika mit seiner dramatischen Bergkulissen und windgepeitschen Str&amp;auml;nden und w&amp;uuml;rde gern mit etwas mehr Zeit wiederkehren. Diesmal setzten wir unsere Tour nach S&amp;uuml;den entlang der kurvigen Strasse fort, &amp;uuml;ber die vielen einspurigen Br&amp;uuml;cken (manche kombinieren sogar Strasse und Bahngleis!) und durch die beeindruckende Landschaft in Richtung Gletscher. &lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Pl&amp;ouml;tzlich nur noch Gletscher und Ger&amp;ouml;ll&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-14.jpg" alt="Lake Wanaka" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Lake Wanaka &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Etwa 140 Gletscher gibt es in den S&amp;uuml;dlichen Alpen, aber zwei davon stechen besonders hervor weil sie von 2.700m bis fast auf Meeresh&amp;ouml;he herunterkommen, bis in die Regenw&amp;auml;lder der Westk&amp;uuml;ste: Diese beiden sind der Franz Josef Gletscher (so getauft von einem &amp;ouml;sterreichischen Geologen der den Gletscher 1865 als erster erforschte, zu Ehren seines Kaisers) und Fox Gletscher. Wenige Kilometer von der Endmor&amp;auml;ne befindet sich ein Dorf, ebenfalls Franz Josef genannt, das haupts&amp;auml;chlich wegen der Gletschertouristen existiert. Die beste Art den Gletscher aus der N&amp;auml;he zu sehen ist mit einer &lt;a href="http://www.franzjosefglacier.com"&gt;organisierten Tour&lt;/a&gt;, bei der man mit erfahrenen F&amp;uuml;hrern durch das Eis wandert.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die Touren sind sehr gut organisiert und professionell. Ein F&amp;uuml;hrer leitet eine Gruppe von etwa einem Dutzend, und man wird mit Stiefeln, Steigeisen, Regenjacken, M&amp;uuml;tzen und Handschuhen ausgestattet. Man erreicht den Gletscher durch einen Marsch durch den Regenwald im Gletschertal. Je n&amp;auml;her man dem eigentlichen Gletscher kommt desto mehr Warnschilder sieht man&amp;mdash;der Franz Josef Gletscher hat eine hohe Fliessgeschwindigkeit, vor allem im Sommer, und kann sehr gef&amp;auml;hrlich sein wenn man auf eigene Faust unterwegs ist. Die Schilder und Absperrungen hielten allerdings zwei Touristen nur Tage nach unserem Besuch nicht davon ab, &lt;a href="http://tvnz.co.nz/view/page/423466/992695"&gt;in eine instabile Eish&amp;ouml;hle zu gehen&lt;/a&gt; und dabei fast von fallenden Eisbrocken get&amp;ouml;tet zu werden.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-15.jpg" alt="Cessna" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Cessna &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Die Gletscherf&amp;uuml;hrer haben alle eine Axt bei sich mit der sie Stufen und Wege in das Eis hauen. Der erste Aufstieg wird von allen Gruppen ben&amp;uuml;tzt und folgt daher einem gut angelegten Pfad, auch wenn die Stufen st&amp;auml;ndig ausgebessert werden. Sobald man aber auf dem Eis ist, ist jeder Trip anders, und es bleibt dem F&amp;uuml;hrer &amp;uuml;berlassen, einen interessanten Weg zu finden oder zu erstellen. Wir hatten einen dreiviertel Tag gebucht bei dem man etwa sechs Stunden unterwegs war und der uns durch enge Gletscherspalten aus blauem Eis f&amp;uuml;hrte, auf und ab Steilw&amp;auml;nde (manchmal mit Hilfe eines Seils) und durch faszinierende Eisformationen. Unser F&amp;uuml;hrer, der normalerweise Touren f&amp;uuml;r Fortgeschrittene leitet, legte es darauf an, uns etwas besonderes zu bieten und kreierte vor unseren Augen einen ganz neuen Pfad der wahrscheinlich abenteuerlicher war als er h&amp;auml;tte sein d&amp;uuml;rfen, aber nat&amp;uuml;rlich dadurch umso interessanter f&amp;uuml;r uns. Es war eine einmalige Erfahrung die viel Spa&amp;szlig; gemacht hat und die ich jedem weiterempfehlen kann.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Wanaka und Sibirien&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-16.jpg" alt="Siberia Valley" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Siberia Valley &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Von Franz Josef aus fuhren wir weiter nach S&amp;uuml;den bis nach Haast, wo wir die Westk&amp;uuml;ste verlie&amp;szlig;en und &amp;uuml;ber den Haast Pass nach Wanaka reisten. Auch dieser Streckenabschnitt war einfach spektakul&amp;auml;r und abwechslungsreich von der rauen K&amp;uuml;ste &amp;uuml;ber die Berge mit ihren gurgelnden B&amp;auml;chen, Wasserf&amp;auml;llen und tiefblauen Seen. Man stelle sich einen beliebigen Bildband &amp;uuml;ber Neuseeland vor oder denke an die Herr der Ringe Trilogie um sich eine Vorstellung von dieser Landschaft zu machen. Das einzige das einem die Westk&amp;uuml;ste etwas verderben kann sind die allgegenw&amp;auml;rtigen Sandfliegen, winzige blutsaugende Insekten deren Stiche ganz furchtbar jucken. We lernten schnell dass man wirklich immer Insektenschutzmittel auftragen, oder besser noch, lange Hosen und &amp;Auml;rmel tragen muss, vor allen in Wassern&amp;auml;he, oder wenn man sitzt (sobald man sich bewegt kann man die Biester leicht absch&amp;uuml;tteln denn sie sind sehr langsam). Gl&amp;uuml;cklicherweise sind Sandfliegen das schlimmste Ungeziefer das man in Neuseeland findet, welches ansonsten dankbarerweise weder Schlangen noch Spinnen noch sonstige giftigen oder gef&amp;auml;hrlichen Tiere vorzuweisen hat.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wir n&amp;auml;herten uns Wanaka von Norden entlang der Seen, zuerst Lake Wanaka, dann Lake Hawea, beides riesige Gletscherseen, tief blau, kristallklar, ruhig wie ein Spiegel und umgeben von braunen H&amp;uuml;geln und weiter entfernt, den S&amp;uuml;dlichen Alpen. Das erstaunlichste ist aber wie verlassen sie sind&amp;mdash;keine Boote, keine gro&amp;szlig;en Hotels oder auch nur H&amp;auml;user am Strand, einfach Natur pur. Es ist schwierig zu beschreiben wie ehrfurchtgebietend diese schroffe, &amp;ouml;de Landschaft ist; Bilder tun ihr nicht Gen&amp;uuml;ge.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-17.jpg" alt="Obligatorisches Schafbild" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Obligatorisches Schafbild &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Die letzten drei Tage verbrachten wir in der hervorragenden &lt;a href="http://www.tewanaka.co.nz/"&gt;Te Wanaka Lodge&lt;/a&gt; in Wanaka. Wir verbrachten viel Zeit am See und genossen den Sommer. Nur einmal unterbrachen wir diese Idylle mit einem weiteren Abenteuer, der &amp;quot;Siberia Experience&amp;quot;. Diese begann mit einem halbst&amp;uuml;ndigen Aussichtsflug in einer winzigen (6-sitzigen) Cessna hoch &amp;uuml;ber die S&amp;uuml;dlichen Alpen. Als wir vom Tal aus emporstiegen kamen wir ganz nahe an Gletscher und schneebedeckte Gipfel. Der Flug war atemberaubend, nicht nur wegen der Aussicht, sondern weil es ein paar Mal auch ziemlich holprig wurde! Schlie&amp;szlig;lich n&amp;auml;herten wir uns einem H&amp;auml;ngetal mit dem Namen &amp;quot;Sibirien&amp;quot;&amp;mdash;so genannt um es m&amp;ouml;glichst unattraktiv zu machen und damit Besucher fernzuhalten. Das Flugzeug landete auf einer Wiese inmitten von Wildblumen. Von dort aus gingen wir zu Fuss weiter, erst am Fluss entlang, dann bergauf auf einen Grat und schlie&amp;szlig;lich in ein Nebental hinunter zum tief blauen Wilkin Fluss. Dort wurden wir mit einem Schnellboot abgeholt und in einer halbst&amp;uuml;ndigen Fahrt wieder zu unserem Ausgangspunkt zur&amp;uuml;ckgebracht. Das machte Riesenspa&amp;szlig;, denn der Fahrer fuhr immer wieder mit H&amp;ouml;chstgeschwindigkeit auf Felsen, umgefallene B&amp;auml;ume oder andere Hindernisse zu (einschlie&amp;szlig;lich einer Kuh die im seichten Wasser stand und sich abk&amp;uuml;hlte), um dann in letzter Sekunde das Steuer herumzureissen. Au&amp;szlig;erdem unterhielt er uns mit seinen 360 Grad Drehungen die kr&amp;auml;ftig spritzten, was an diesem hei&amp;szlig;en Tag sehr willkommen war. Alles in allem hatten wir einen ausgezeichneten Urlaub und ich hoffe, dass ich schon bald wieder auf die S&amp;uuml;dinsel zur&amp;uuml;ckkehren kann.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Weitere und gr&amp;ouml;ssere Bilder sind in meinen &lt;a href="http://sibylle.co.nz/albums/southisland0207/index.html"&gt;S&amp;uuml;dinsel Fotoalbum&lt;/a&gt; zu finden.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Und es war Sommer&lt;/h3&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-18.jpg" alt="Abendlicht am Lake Wanaka" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Abendlicht am Lake Wanaka &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Aber auch Wellington war in diesen drei Monaten ein idealer Aufenthaltsort. Das einzige Problem war dass so viel los war dass es unm&amp;ouml;glich war, alles mitzumachen. Ich verpasste das Kino unter freiem Himmel und die XAir Spiele, die jedes Jahr die besten Skateboarder und BMX Athleten an das Ufer von Wellington bringen. Einmal habe ich es wenigstens zu den Freiluftkonzerten im Botanischen Garten geschafft, wo ich das &lt;a href="http://ukulele.co.nz/"&gt;Wellington International Ukulele Orchestra&lt;/a&gt; sah. Einen Monat lang gab es dort umsonst jeden Abend Konzerte aller Art, und der Botanische Garten wurde mit Lichtinstallationen beleuchtet die magische Sommern&amp;auml;chte bereiteten.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-19.jpg" alt="Rippon Weinberg" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Rippon Weinberg &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Das j&amp;auml;hrliche &lt;a href="http://www.fringe.org.nz/"&gt;Fringe Festival&lt;/a&gt; ist auch eine dieser Veranstaltungen bei der man am liebsten alles sehen m&amp;ouml;chte und doch nie auch nur ann&amp;auml;hernd genug Zeit hat. Diese Jahr gab es fast einhundert verschiedene Produktionen von Tanz und Musik bis zu Veranstaltungen unter freiem Himmel, von Theater bis zu Ausstellungen. Wir hatten das Gl&amp;uuml;ck eine Theaterauff&amp;uuml;hrung zu sehen die sp&amp;auml;ter alle m&amp;ouml;glichen Preise gewann. Das St&amp;uuml;ck hie&amp;szlig; &lt;a href="http://www.hoteltheatre.co.nz/"&gt;Hotel&lt;/a&gt; und wurde in einem wirklichen Hotelzimmer aufgef&amp;uuml;hrt&amp;mdash;vor lediglich 12 Zuschauern per Auff&amp;uuml;hrung. Man betritt das Hotelzimmer und sieht im Badezimmer eine Frau die sich in der Badewanne entspannt. Ein P&amp;auml;rchen schl&amp;auml;ft im Bett. Wer sind diese Menschen? Ganz leise, um nicht zu st&amp;ouml;ren, nimmt man seinen Platz auf einer Sitzbank entlang der Wand entlang und wird zum stillen Beobachter der Bewohner dieses Raumes&amp;mdash;man spielt sozusagen M&amp;auml;uschen. Mehrere parallele Geschichten entfalten sich vor seinem Auge, sie flie&amp;szlig;en in den Raum, stehen dann wieder still. Manche Szenen sind urkomisch, andere herzzerrei&amp;szlig;end. Das gleiche St&amp;uuml;ck h&amp;auml;tte auch auf einer traditionellen B&amp;uuml;hne aufgef&amp;uuml;hrt werden k&amp;ouml;nnen und w&amp;auml;re immer noch gelungen, aber die echte Umgebung und unmittelbare N&amp;auml;he zum Geschehen erzeugten eine intensive und intime Atmosph&amp;auml;re die einem direkt ins Herz ging, und wenn man am Ende wieder den Gang entlang zum Ausgang geht, fragt man sich was in all den anderen Zimmern gerade vorgeht. Grossartig.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-20.jpg" alt="Riesenrad beim Karvenal" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Riesenrad beim Karvenal &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Ende Februar kehrte der im Zweijahresrhythmus stattfindende Cuba Street Carnival zur&amp;uuml;ck. Die diesj&amp;auml;hrige Veranstaltung brachte etwa 150.000 Menschen in die Innenstadt, und auf zwei Dutzend B&amp;uuml;hnen entlang der Cuba Street und Courtenay Plan spielten 50 verschiedene Gruppen (sp&amp;auml;ter las ich in der Zeitung dass 260 Bands sich daf&amp;uuml;r beworben hatten). Mehrere Stra&amp;szlig;en wurden gesperrt, und Restaurants und L&amp;auml;den war im kubanischen Stil geschm&amp;uuml;ckt. Cuba Street ist &amp;uuml;brigens nach einem der ersten Siedlerschiffe, der Cuba, benannt, die Wellington im 19. Jahrhundert erreichten. Heute steht sie f&amp;uuml;r eklektisch/urban/cool, oder wenn man den &lt;a href="http://www.8tribes.co.nz/HOME/tabid/122/TRIBALPROFILES/tabid/143/Default.aspx#cuba"&gt;Marktforschern&lt;/a&gt;Glauben schenkt, f&amp;uuml;r Leute die &amp;quot;eigenartig aussehen, und denen es gef&amp;auml;llt, eigenartig auszusehen&amp;quot;. Cuba Street Carnival war jedenfalls ein gro&amp;szlig;es und fr&amp;ouml;hliches Ereignis. Die Menschenmassen waren so dicht dass wir von unserer Wohnung bis zum Lebensmittelladen an der Ecke 20 Minuten brauchten&amp;mdash;normalerweise dauert es zwei oder drei. Das machte aber nichts denn die Stimmung war fantastisch und wir hatten viel Spa&amp;szlig; einfach drau&amp;szlig;en in der Sonne zu sein, Musik zu h&amp;ouml;ren und die verr&amp;uuml;ckte Atmosph&amp;auml;re auf uns einwirken zu lassen.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Landpartie&lt;/h3&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-21.jpg" alt="Karnevalsbesucher" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Karnevalsbesucher &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Als Kontrast zu all dem Stadtleben verbrachten wir ein Wochenende im der benachbarten Wairarapa Region, um etwas Landluft zu atmen und nat&amp;uuml;rlich Wein zu trinken. Wir waren seit unserer Hochzeit vor einem Jahr nicht mehr dort gewesen und so konnten wir gleichzeitig unseren ersten Hochzeitstag feiern.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Eine Weinkellerei die wir jedesmal besuchen ist &lt;a href="http://schubert.co.nz/"&gt;Schubert&lt;/a&gt;. Wir entdeckten sie auf unserem ersten Besuch, waren von den Weinen begeistert, und seitdem kehren wir treu wieder um unsere Vorr&amp;auml;te aufzustocken. Wie der Name vermuten l&amp;auml;sst wird das Weingut von einem deutschen (besser noch...schw&amp;auml;bischen!) Paar gef&amp;uuml;hrt, und ihr bekanntester Wein ist der Pinot Noir. K&amp;uuml;rzlich waren sie sogar in den Schlagzeilen, denn sie schmuggelten einen ihrer Pinots in eine &lt;a href="http://www.stuff.co.nz/stuff/3969611a7773.html"&gt;Weinprobe&lt;/a&gt; in Berlin. Zwar verstie&amp;szlig;en sie gegen so ziemlich alle Regeln der Veranstaltung, die im Adlon Kempinski stattfand, aber die Pr&amp;uuml;fer dachten, sie h&amp;auml;tten einen edlen Burgunder vor sich. Schuberts Wein wurde mit einem 1999er &amp;quot;Musigny Grand Cru&amp;quot; von Comte de Vogue, Chambolle-Musign gleichgestellt, der f&amp;uuml;r 457 Euro die Flasche verkauft wird (das entspricht fast 1000 neuseel&amp;auml;ndischen Dollars). Obwohl sich Schuberts Pinot Noir aus verschiedenen Gr&amp;uuml;nden nicht offiziell qualifizierte, unter anderem, weil einfach nicht gen&amp;uuml;gend davon produziert wurde, wurde es dem &amp;quot;Piratenwein&amp;quot; erlaubt, die Auszeichnung zu behalten weil die Pr&amp;uuml;fer eben so beeindruckt waren. Das beste an der ganzen Geschichte ist aber dass wir diesen schwer aufzutreibenden Wein kosten durften und sogar schafften, eine Flasche zu kaufen (f&amp;uuml;r umgerechnet 25 Euro), die wir allerdings f&amp;uuml;r einen besonderen Anlass aufheben.&lt;/p&gt;  &lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-22.jpg" alt="Warten auf den Nachtumzug" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Warten auf den Nachtumzug &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Am Sonntag verlie&amp;szlig;en wir Martinborough gleich nach dem Fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ck um die Gegend zu erkunden. In unter einer Stunde Fahrtzeit &amp;uuml;ber Land erreicht man die schroffe K&amp;uuml;ste. Wir fuhren weiter bis nach Cape Palliser, auf einer Stra&amp;szlig;e die immer schmaler und gef&amp;auml;hrlicher wurde und f&amp;uuml;r die letzten Kilometer nur noch Schotterstra&amp;szlig;e war die schlie&amp;szlig;lich an einem Leuchtturm, dem s&amp;uuml;dlichsten Punkt der Nordinsel, ganz aufh&amp;ouml;rte. Wir hatten einen herrlichen, sonnigen Tag erwischt und konnten in der Ferne klar die S&amp;uuml;dinsel ausmachen, und die Rimutaka und Tararua Bergketten boten eine dramatische Kulisse f&amp;uuml;r die beschauliche Farmlandschaft.&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-23.jpg" alt="Wairarapa Landschaft" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Wairarapa Landschaft &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Auf dem R&amp;uuml;ckweg hielten wir am ber&amp;uuml;hmten &lt;a href="http://lakeferryhotel.co.nz/"&gt;Lake Ferry Hotel&lt;/a&gt;. Lake Ferry hei&amp;szlig;t so weil es wirklich einmal einen F&amp;auml;hrdienst zwischen Wellington und Wairarapa gab, bevor die Stra&amp;szlig;e &amp;uuml;ber den Rimutaka Pass gebaut wurde. Heute ist Lake Ferry vor allem f&amp;uuml;r die Hotelkneipe bekannt, die sich auf Fisch und Meeresfr&amp;uuml;chte spezialisiert hat und das ganze in der entspannten Atmosph&amp;auml;re einer Landgastst&amp;auml;tte serviert. Wir hatten ein hervorragendes Mittagessen dort bevor wir &amp;uuml;ber verlassene, kurvigen Landstra&amp;szlig;en wieder nach Wellington zur&amp;uuml;ckfuhren.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Mein &lt;a href="http://sibylle.co.nz/albums/wairarapa0307/index.html"&gt;Wairarapa Fotoalbum&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Tagesschau&lt;/h3&gt;   &lt;p&gt;Bei all den Reisen und Aktivit&amp;auml;ten hat man kaum Zeit, die Nachrichten zu verfolgen. Ich habe jedenfalls kaum mehr als die Schlagzeilen gelesen. Dabei gibt es zur Zeit in Neuseeland eine ganze Menge hei&amp;szlig; debattierter Themen, unter anderem  &lt;/p&gt;&lt;div class="rightimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-24.jpg" alt="Cape Palliser Leuchtturm" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Cape Palliser Leuchtturm &lt;/div&gt;  &lt;ul&gt; &lt;li&gt;Der Immobilienmarkt ist wieder einmal, oder immer noch, ein gro&amp;szlig;es Thema, weil ausl&amp;auml;ndische Investoren immer mehr Immobilien kaufen w&amp;auml;hrend normalverdienende Neuseel&amp;auml;nder zunehmend durch den Preisanstieg vom Markt gedr&amp;auml;ngt werden. Die durchschnittlich Hypothekenzahlung kostet inzwischen &lt;a href="http://www.nzherald.co.nz/section/1/story.cfm?c_id=1&amp;amp;objectid=10431304"&gt;75% des durchschnittlichen Nettogehalts&lt;/a&gt;, in manchen Gegenden sogar mehr.&lt;/li&gt; &lt;li&gt;Die Gef&amp;auml;ngnisbeh&amp;ouml;rde kommt aus mehreren Gr&amp;uuml;nden ins Kreuzfeuer. In einem Fall wird ein verurteilter M&amp;ouml;rder auf Bew&amp;auml;hrung aus dem Gef&amp;auml;ngnis entlassen, dieser wird schnurstracks wieder gewaltt&amp;auml;tig und erschie&amp;szlig;t in den H&amp;uuml;geln bei Wellington bei der Flucht vor der Polizei einen unschuldigen Radfahrer und verletzt mehrere andere. In einem anderen Fall geht es um Korruption in Gef&amp;auml;ngnissen, und mehrere Angestellte werden wegen Bestechung vom Dienst suspendiert.&lt;/li&gt; &lt;li&gt;Ein hochrangiger Polizist wird mit zwei weiteren Kollegen, die schon einmal wegen Vergewaltigung verurteilt worden waren, von Vorw&amp;uuml;rfen der Sexattacken auf zwei Teenager in den 1980er Jahren freigesprochen, was zu w&amp;uuml;tenden Protesten in Wellington und anderswo f&amp;uuml;hrt.&lt;/li&gt; &lt;li&gt;Das Verbot des Z&amp;uuml;chtigungsgesetzes &amp;uuml;ber das ich vor einem Jahr schon einmal geschrieben habe wird heftig debattiert, sowohl im Parlament als auch im Volk, und noch immer schlagen die Wogen der Emotionen bei Bef&amp;uuml;rwortern und Gegnern hoch.&lt;/li&gt; &lt;li&gt;Es gibt endlich eine realistische Chance dass die Sommerzeit, die in Neuseeland k&amp;uuml;rzer ist als in den meisten anderen Industriestaaten, um drei Wochen verl&amp;auml;ngert wird. Eine Petition daf&amp;uuml;r wird mit 35.000 Unterschriften unterst&amp;uuml;tzt (einschlie&amp;szlig;lich meiner) und hat verbale Zustimmung der Premierministerin, so dass es gut m&amp;ouml;glich ist das es schon n&amp;auml;chstes Jahr l&amp;auml;nger hell bleibt.&lt;/li&gt; &lt;li&gt;Die United Future Partei ruft dazu auf, den Nationalfeiertag Waitangi Day in New Zealand Day umzubenennen und den Tag von einem politisch geladenen Gedenktag in einen Tag der Feier umzuwandeln, w&amp;auml;hrend man des Vertrags von Waitangi anderweitig gedenkt. Bis jetzt hat der Vorsto&amp;szlig; allerdings nicht gen&amp;uuml;gend Unterst&amp;uuml;tzung.&lt;/li&gt; &lt;li&gt;Die neue Regierung von Fidschi die nach einen Staatsstreich im Dezember 2006 die Macht &amp;uuml;bernommen hat, protestiert gegen die Sanktionen die die neuseel&amp;auml;ndische Regierung verh&amp;auml;ngt hat und erkl&amp;auml;rt, die Premierministerin sei nicht im Land willkommen da sie den Coup nicht unterst&amp;uuml;tzt hat.&lt;/li&gt; &lt;li&gt;Der Kratersee des Mount Ruapehu flie&amp;szlig;t &amp;uuml;ber, bricht einen Damm und schiebt eine gewaltige vulkanische &lt;a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,472414,00.html"&gt;Schlammlawine&lt;/a&gt; ins Tal, aber dank guter Planung entsteht kaum Schaden.&lt;/li&gt; &lt;/ul&gt; &lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;  &lt;div class="leftimg"&gt; &lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/_resampled/ResizedImage200150-0703-25.jpg" alt="Auf Tuchf&amp;uuml;hlung mit der Premierministerin" width="200" height="150" /&gt;&lt;br /&gt; Auf Tuchf&amp;uuml;hlung mit der Premierministerin &lt;/div&gt;  &lt;p&gt;Das sind nicht gerade die fr&amp;ouml;hlichsten Nachrichten, ich wei&amp;szlig;. Dennoch will ich diesen Eintrag nicht auf einem Tiefpunkt beenden, denn es waren wirklich drei gute Monate. Und in welchem anderen Land kann man an einem Dienstagabend zur Er&amp;ouml;ffnung eines Modegesch&amp;auml;fts gehen und der Premierministerin, die gerade erst von einem Besuch beim US Pr&amp;auml;sidenten zur&amp;uuml;ckgekehrt ist pers&amp;ouml;nlich die Hand sch&amp;uuml;tteln? Typisch Neuseeland.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Sat, 31 Mar 2007 00:00:00 +1200</pubDate>
			
			
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			<title>April-Juni 2007</title>
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			<description>&lt;h3&gt;Revanche f&amp;uuml;r 2006&lt;/h3&gt; &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0706-01.jpg" alt="Haast Pass auf der S&amp;uuml;dinsel, 22. Juni 2007" /&gt;Haast Pass auf der S&amp;uuml;dinsel, 22. Juni 2007&lt;/p&gt; &lt;p&gt;&lt;em&gt;&amp;quot;Wir haben eine ganze Menge unangenehmes Wetter und einen kleinen Prozentsatz schlechtes Wetter, aber nirgendwo in der Welt versteht die Natur so gr&amp;uuml;ndlich wie man einen sch&amp;ouml;nen Tag schafft wie in Neuseeland.&amp;quot;&lt;/em&gt; (gesehen an der Wand eines Caf&amp;eacute;s im Stadtzentrum)&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Seid Ihr es alle leid, mich vom Wetter reden zu h&amp;ouml;ren? Ich machs kurz, aber es ist doch erw&amp;auml;hnenswert. Wie schon im vorigen Jahr &amp;uuml;berraschte uns der Herbst, aber diesmal auf positive Weise. Keine Schneest&amp;uuml;rme Anfang Mai, keine s&amp;uuml;&amp;szlig;en kleinen L&amp;auml;mmer die vor K&amp;auml;lte erfrieren, keine einstelligen Temperaturen im Inneren unseres Hauses und morgens beim Aufwachen den Atem vor dem Gesicht sehen. Nein, dieses Jahr hatten wir einen fantastischen Herbst mit milden Temperaturen, viel Sonne und klarblauem Himmel. &lt;/p&gt; &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0706-02.jpg" alt="Wellington, 23. Juni 2007" /&gt;Wellington, 23. Juni 2007&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Es stellte sich heraus dass der diesj&amp;auml;hrige Mai der w&amp;auml;rmste und trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war, und au&amp;szlig;ergew&amp;ouml;hnlich sonnig war er au&amp;szlig;erdem. W&amp;auml;hrend ich letztes Jahr bereits Anfang M&amp;auml;rz anfing, mich mit Schal und Handschuhen einzum&amp;uuml;mmeln, habe ich dieses Jahr meinen Wintermantel erst im Juni ausgemottet. Klar, ab und zu gab es mal extreme Vorf&amp;auml;lle, wie zum Beispiel der Sturm der Anfang M&amp;auml;rz Northland (wie der Name sagt, die n&amp;ouml;rdlichste und daher w&amp;auml;rmste Region Neuseelands) heimsuchte und zu Hochwasser f&amp;uuml;hrte welches ein paar H&amp;auml;user wegschwemmte und den erwarteten Schaden an der Infrastruktur verursachte. Die Rettungsdienste waren jedoch gut vorbereitet so dass nichts wirklich schlimmes passierte (was so manchen Politikern wahrscheinlich gar nicht recht war, die sich lieber in Gummistiefeln wadend beim &amp;quot;helfen&amp;quot; h&amp;auml;tten fotografieren lassen weil sich das halt so gut im Wahlkampf macht).&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;W&amp;auml;hrend ich dies schreibe (Ende Juni) hat nun doch der Winter zumindest die S&amp;uuml;dinsel fest im Griff&amp;mdash;Queenstown ist wegen heftigem Schneefall mehr oder weniger von der Au&amp;szlig;enwelt abgeschnitten; sogar die Skipisten sind geschlossen weil die Zufahrtswege zu gef&amp;auml;hrlich sind. Hier ist es weniger aufregend, zwar ist es jetzt kalt, aber immer noch meistens sonnig und klar, und manchmal fast schon fr&amp;uuml;hlingshaft, juhu.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Leben an der Kante&lt;/h3&gt;  &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0706-04.jpg" alt="Kunst #1: Skulptur am Lambton Quay" /&gt;Kunst #1: Skulptur am Lambton Quay&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wenn man Nachrichten aus aller Welt verfolgt dominieren meist Berichte aus den USA und Europa die Schlagzeilen. Berichte aus Asien haben meistens einen wirtschaftlichen Blickwinkel, und Afrika kommt au&amp;szlig;er bei Katastrophenmeldungen so gut wie gar nicht vor (eine Verallgemeinerung, klar). Aus neuseel&amp;auml;ndischer Perspektive sieht das ganze ein bisschen anders aus. Hier schaut man viel &amp;ouml;fter auch Richtung Australien und S&amp;uuml;dpazifik. Wir m&amp;ouml;gen am &amp;quot;Ende der Welt&amp;quot; sein, aber von uns aus sind wir in der Mitte.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Mir wurde zum ersten Mal so richtig bewusst wie relativ unser Konzept unseres Planeten ist als ich eine Weltkarte betrachtete die bei uns im B&amp;uuml;ro h&amp;auml;ngt. Die Weltkarten mit denen ich aufgewachsen bin zeigten Europa in der Mitte, links davon Amerika und rechts Asien. Als ich in den USA lebte zeigten die Karten immer Amerika in der Mitte, und nun, wenig &amp;uuml;berraschend, ist auf neuseel&amp;auml;ndischen Weltkarten Australasien im Zentrum. Irgendwie kommt mir das komisch und fast &amp;quot;falsch&amp;quot; vor, aber nat&amp;uuml;rlich ist es lediglich eine andere Perspektive.&lt;/p&gt; &lt;p&gt;In den letzten Jahr ist viel &amp;uuml;ber das Konzept der &amp;quot;Kante&amp;quot; geschrieben worden, also dem Randgebiet in dem das Altbekannte hinterfragt wird und wo Wandel und Innovation stattfinden. Die Idee ist nicht neu: Man denke an die Vereinigten Staaten wo so vieles von der Ost- und Westk&amp;uuml;ste aus vorangetrieben wird, oder Berlin w&amp;auml;hrend des Kalten Krieges&amp;mdash;isoliert und abgeschnitten, und nicht trotzdem, sondern gerade deswegen ein Ort wo Neues zuerst entstand bevor es sich &amp;uuml;ber den Rest des Landes verbreitete. Auch in Neuseeland gibt es Bem&amp;uuml;hungen, unsere abgelegene, isolierte geographische Lage zu akzeptieren und zu einem Vorteil zu machen.&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0706-05.jpg" alt="Kunst # 2: Schafe in bunten Strickpullis auf dem Civic Square" /&gt;Kunst # 2: Schafe in bunten Strickpullis auf dem Civic Square&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Kevin Roberts, der Gesch&amp;auml;ftsf&amp;uuml;hrer des Marketingriesen Saatchi &amp;amp; Saatchi ist einer derer die diese Bewegung vorantreiben. Vor kurzem hielt er eine &lt;a href="http://www.saatchikevin.com/Come_to_the_Edge/"&gt;inspirierte Rede vor Wellingtoner Gesch&amp;auml;ftsleuten&lt;/a&gt; &amp;uuml;ber Wellington als das &amp;quot;Herz am Rand der Welt&amp;quot;, und wie Wellington kann zu einer besseren Welt beitragen kann indem es die Liebe und den Respekt den die Leute hier ihrer Stadt entgegenbringen als Inspiration f&amp;uuml;r andere nach au&amp;szlig;en tr&amp;auml;gt. &amp;quot;Um ein pulsierender globaler Magnet zu sein muss man einen extrem kreativen N&amp;auml;hrboden schaffen mit einer dynamischen Einstellung und einem gro&amp;szlig;en Herzen.&amp;quot;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wie wahr. Dieses Thema hat viel zu tun mit Identit&amp;auml;t, und wie die Neuseel&amp;auml;nder sich selbst und ihr Land sehen. Das erinnert mich an eine Artikelserie neulich in unserem Lokalblatt unter dem Titel &amp;quot;Neuseeland in Zahlen&amp;quot;, die die Ergebnisse der Volksz&amp;auml;hlung von 2006 pr&amp;auml;sentierte. Eine der Fragen war nach Volkszugeh&amp;ouml;rigkeit, und man konnte zwischen &amp;quot;europ&amp;auml;isch&amp;quot;, &amp;quot;Maori&amp;quot;, &amp;quot;asiatisch&amp;quot; etc. ausw&amp;auml;hlen. Interessanterweise bezeichneten sich 11% der Befragten als &amp;quot;Neuseel&amp;auml;nder&amp;quot; oder &amp;quot;Kiwi&amp;quot;, eine neue Ethnizit&amp;auml;t die zuvor unter &amp;quot;Neuseel&amp;auml;ndische Europ&amp;auml;er&amp;quot; mit einbegriffen war. Ich habe ja schon &amp;ouml;fter &amp;uuml;ber das Thema nationale Identit&amp;auml;t geschrieben, zum Beispiel als es um die Flagge oder den Nationalfeiertag ging, und dies ist wieder einmal so ein Thema das zeigt dass Neuseeland in ein selbst&amp;auml;ndiges Land heranreift das sich nicht allein durch seine Geschichte oder sein Erbe definiert sondern ein neues, eigenes nationales Selbstverst&amp;auml;ndnis entwickelt.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Unter Strom&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Oben habe ich geschrieben dass Neuseeland nur selten in den internationalen Schlagzeilen auftaucht. Eine Geschichte aus Neuseeland allerdings schaffte es weltweit in die Nachrichten und es ist keine sch&amp;ouml;ne: Einer Familie im S&amp;uuml;den von Auckland, die ihrem Stromversorger etwa $170 (~100 Euro) schuldet, wird mitgeteilt dass man ihnen den Strom abstellen wird weil sie ihre Rechnungen nicht bezahlen. Die Familie bittet die Firma dies nicht zu tun denn die 44-j&amp;auml;hrige Mutter, Folole Muliaga, ist gerade aus dem Krankenhaus entlassen worden und ben&amp;uuml;tzt eine elektrische Sauerstoffmaschine um ihr beim Atmen zu helfen. Das Energieunternehmen stellt den Strom trotzdem ab und die Frau stirbt nur Stunden sp&amp;auml;ter.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;So weit to &amp;uuml;bel. Was die ganze Geschichte noch viel politisch aufgeladener macht ist die Tatsache dass es sich bei der Familie um Einwanderer aus Samoa handelt die in einem armen Viertel wohnen, und dass der Stromversorger, Mercury Energy, nicht nur irgendeine Firma ist sondern ein staatliches Unternehmen. Und dann sind da noch die seltsamen und etwas unklaren Details, wie zum Beispiel die Tatsache dass eine Frau die so krank ist einfach mit so lebensnotwendigen, hochtechnischen Ger&amp;auml;ten nach Hause geschickt und dort sich selbst &amp;uuml;berlassen wird. Oder dass die Familie ihr zwar Lieder gesungen hat als es ihr schlechter ging, aber erst nach Stunden einen Krankenwagen gerufen hat&amp;mdash;angeblich wollte sie das so, und gem&amp;auml;&amp;szlig; ihrer Tradition hat man diesen Wunsch befolgt. Das Telefon, so hat sich sp&amp;auml;ter herausgestellt, war auch schon&amp;nbsp; abgestellt worden. Wie sehr hat die Krankheit dazu beigetragen dass die Familie ihre Rechnungen nicht bezahlen konnte? War es, wie der Ehemann sp&amp;auml;ter sagte, &amp;quot;eine Kombination von fehlendem Telefon, samoanischen Br&amp;auml;uchen, und der Sch&amp;uuml;chternheit der S&amp;ouml;hne&amp;quot; die dazu f&amp;uuml;hrten dass zu sp&amp;auml;t um Hilfe gerufen wurde? In anderen Worten, gem&amp;auml;&amp;szlig; dem Aufschrei der Medien, wer ist schuld? &amp;Uuml;berhaupt jemand?&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Die Geschichte verursachte jedenfalls eine Menge Aufregung hier, von Protesten auf der Stra&amp;szlig;e zum Besuch der Premierministerin bei der Familie. Sie entfachte Diskussionen nicht nur dar&amp;uuml;ber was passiert ist sondern wie wir uns als Gesellschaft sehen, &amp;uuml;ber eigene, unternehmerische und gesellschaftliche Verantwortung, &amp;uuml;ber den Wohlfahrtsstaat und die Frage ob &amp;quot;Neuseeland wie Amerika wird.&amp;quot; Gro&amp;szlig;e Fragen. Ich pers&amp;ouml;nlich glaube nicht dass das der Fall ist, trotz aller verst&amp;auml;ndlichen, aber am Ende falschgeleiteten Aufregung. Was ich glaube ist dass Neuseeland einfach eine typische Gesellschaft im 21. Jahrhundert ist, mit einer Mischung aus vielen verschiedenen Kulturen und Werten die aufeinander treffen und manchmal kollidieren, und die eben nicht in ein einfaches schwarz-wei&amp;szlig; Muster passen. Die Geschichte der Folole Muliaga, so tragisch sie auch ist, macht diese Komplexit&amp;auml;t einfach nur sichtbar.&lt;/p&gt; &lt;h3&gt;Buddhistenzeug&lt;/h3&gt; &lt;p&gt;Mitte Juni hatten wir die Gelegenheit, den Dalai Lama zu sehen, der nach Neuseeland gekommen war um eine Reihe Vortr&amp;auml;ge zu halten, zu Themen wie Mitgef&amp;uuml;hl und G&amp;uuml;te, die Vier Edlen Wahrheiten, und Ein Menschlicher Ansatz zum Weltfrieden. Als ob es diese Themenwahl nicht schon deutlich machen w&amp;uuml;rde, der Dalai Lama war hier als das spirituelle Oberhaupt der tibetanischen Buddhisten. Vielleicht war das ja naiv aber ich dachte immer dass der Dalai Lama eine allgemein respektierte Figur sei die jedes Land gerne einmal als Gast haben wollte. Es sei denn, so scheint es, wenn man gerade dabei ist, ein Freihandelsabkommen mit China zu verhandeln. Die chinesische Regierung, deren milit&amp;auml;rische Besetzung von Tibet bereits zehntausend Tibetanern ihr Leben gekostet hat, sieht es gar nicht gerne wenn andere Regierungen den Dalai Lama empfangen. Dabei ist es ja nicht so als ob er radikale Forderungen stellt (wie zum Beispiel Tibets Unabh&amp;auml;ngigkeit von China), ganz und gar nicht: Er fordert lediglich einen gewissen Grad interner Autonomie, Respekt f&amp;uuml;r die tibetanische Kultur, und die Einhaltung von fundamentalen (!) Menschenrechten durch die chinesische Regierung.&lt;/p&gt; &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0706-12.jpg" alt="Die Menge beim Vortrag des Dalai Lama in Wellington" /&gt;Die Menge beim Vortrag des Dalai Lama in Wellington&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Die Chinesen betrachten ihn jedoch als Separatisten und &amp;uuml;bten Druck auf neuseel&amp;auml;ndische Politiker aus indem sie sie nicht gerade subtil daran erinnerten dass ein Treffen mit dem Vertreter der Exilregierung die bilateralen Beziehungen beeintr&amp;auml;chtigen k&amp;ouml;nnte. Auch in Australien, wo der Dalai Lama eine Woche zuvor war, sprach die chinesische Regierung &amp;quot;starke Bedenken&amp;quot; gegen jegliches Treffen mit Politikern aus und ging so weit dass sie den Besuch als Einmischung in interne chinesische Angelegenheiten betrachte.&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Was macht man also wenn man wei&amp;szlig; dass man einen Besucher von diesem Kaliber mit Respekt behandeln sollte aber eben auch wirklich dieses Freihandelsabkommen will? Helen Clark, die Premierministerin, traf den Dalai Lama &amp;quot;zuf&amp;auml;llig&amp;quot; (wers glaubt wird selig) am Flughafen in Brisbane und&amp;nbsp;&amp;nbsp; hatte dort eine informelles Schw&amp;auml;tzchen &amp;uuml;ber &amp;quot;nicht-politische Angelegenheiten&amp;quot;. Und deswegen war es dann wunderbarerweise ein offizieller Besuch &amp;quot;nicht notwendig&amp;quot;. Eine schwache und entt&amp;auml;uschende Art, mit der Situation umzugehen, die ihr zu Recht viel Kritik einbrachte.&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Die Veranstaltung selbst war anregend, wenn auch nichts neues: Der Dalai Lama sprach &amp;uuml;ber die Macht des Seelenfriedens (peace of mind), die St&amp;auml;rke von Mitgef&amp;uuml;hl und Toleranz (wo er freudig zugab dass sein eigenes &amp;quot;ziemlich gutes&amp;quot; Mitgef&amp;uuml;hl doch begrenzt ist wenn es um M&amp;uuml;cken geht), und dar&amp;uuml;ber wie das best&amp;auml;ndige Bem&amp;uuml;hen, den Menschen die Werte der Gewaltfreiheit und des Mitgef&amp;uuml;hls zu vermitteln einen entscheidenden Unterschied machen wird wenn darum geht, die n&amp;auml;chste Generation auf menschliche und friedvolle Weise zu erziehen. Das lustigste war als er uns seine &amp;quot;heilige Reisetasche&amp;quot; vorf&amp;uuml;hrte und vor unseren Augen nicht nur seine Zahnpasta auspackte (muss der Dalai Lama heutzutage auch seine Fl&amp;uuml;ssigkeiten in 1-l verschlie&amp;szlig;bare Klarsichtt&amp;uuml;ten packen, wie der Rest von uns?) sondern auch die Extraportion Brot die er immer mitnimmt denn &amp;quot;man bekommt nie genug zu essen auf Langstreckenfl&amp;uuml;gen&amp;quot;. Er ist auf jeden Fall eine starke Pers&amp;ouml;nlichkeit, das merkt man auch wenn er auf einer entfernten B&amp;uuml;hne in einer Halle vor 4000 Leuten auftritt, und es war am&amp;uuml;sant und ansteckend zu beobachten wie er immer wieder &amp;uuml;ber seine eigenen (manchmal ziemlich kryptischen) Witze laut lachte. Auch nimmt er sich selbst nicht allzu wichtig - so antwortete er auf eine Frage zu einer sehr spezifischen Meditationstechnik, &amp;quot;ach, das ist Buddhistenzeug&amp;mdash;wenn Sie das zu schwierig finden, lassen Sie's bleiben, es ist nicht so wichtig&amp;quot;, und dann lachte er als ob das das das witzigste w&amp;auml;re das er je geh&amp;ouml;rt hat. Und was den Aufruhr &amp;uuml;ber seinen Besuch anbelangte? Da l&amp;auml;chelte er nur und sagte er &amp;quot;sch&amp;auml;tze die Gelegenheit, manchen Leuten ein paar Unannehmlichkeiten zu bereiten&amp;mdash;nicht meine Schuld, klar!&amp;quot;. :-)&lt;/p&gt; &lt;h3&gt;Musik nur wenn sie laut ist&lt;/h3&gt; &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0706-07.jpg" alt="Sydneys Hafenviertel" /&gt;Sydneys Hafenviertel&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Es ist meistens ganz sch&amp;ouml;n an der Kante zu leben und ein Wegbereiter zu sein und das alles, au&amp;szlig;er wenn man an popul&amp;auml;ren Ereignissen teilnehmen m&amp;ouml;chte die eben normalerweise dort stattfinden wo viele Leute sind. Ein Beispiel sind gro&amp;szlig;e Konzerte, die in diesem Land sehr selten sind. Zum einen gibt es kaum Austragungsorte die gro&amp;szlig; genug sind, zum anderen sind die Kosten daf&amp;uuml;r, wegen ein oder zwei Konzerten bis nach Neuseeland zu kommen, oft einfach zu hoch. Manchmal haben wir Gl&amp;uuml;ck und eine Band macht auf ihrem Weg von Australien nach Japan oder umgekehrt einen Abstecher (so konnten wir vor ein paar Monaten Gomez live in einem Club in Wellington erleben) aber meistens wird Neuseeland bei Welttourneen erst gar nicht in Erw&amp;auml;gung gezogen. Wenn man einmal in San Francisco gelebt hat wo die Auswahl &amp;uuml;berw&amp;auml;ltigend ist, ist die Situation hier manchmal frustrierend. Als wir also lasen dass Nine Inch Nails nach Australien kommen, beschlossen wir &amp;quot;&amp;uuml;ber den Graben zu h&amp;uuml;pfen&amp;quot;, wie man hier so sagt, und ein Konzert zu besuchen das wir sicherlich nie in Neuseeland sehen w&amp;uuml;rden.&lt;/p&gt; &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0706-10.jpg" alt="Luna Park, Sydney" /&gt;Luna Park, Sydney&lt;/p&gt; &lt;p&gt;&amp;quot;&amp;Uuml;ber den Graben&amp;quot; bedeutet in Wirklichkeit ein dreieinhalbst&amp;uuml;ndiger Flug, oder 2.200 km von Wellington nach Sydney (auch wenn manche Amerikaner das annehmen&amp;mdash;nein, es gibt keine Br&amp;uuml;cke). Es erstaunt mich immer wieder wie gro&amp;szlig; Australien ist. Als ich letztes Jahr von Auckland nach Hong Kong geflogen bin dauerte es glaube ich f&amp;uuml;nf Stunden bis wir endlich den Kontinent hinter uns lie&amp;szlig;en. Als wir in Sydney am Bahnhof vorbeifuhren sagte unser Taxifahrer dass es drei Tage non-stop dauert um mit dem Zug von Sydney nach Perth an der Westk&amp;uuml;ste zu fahren. &lt;/p&gt; &lt;p&gt;Sydney ist Australiens gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Stadt mit 4,2 Millionen Einwohnern - mehr als die gesamte Einwohnerzahl Neuseelands. Auch in Sydney ist alles gro&amp;szlig;. Der Flughafen ist riesig. Die Wolkenkratzer kratzen wirklich an den Wolken. Sogar die Portionen in den Restaurants sind gigantisch; ich schw&amp;ouml;re dass ich es w&amp;auml;hrend der gesamten Reise nicht einmal geschafft habe, meinen Teller leerzuessen. Und ich muss zugeben: Ich vermisse die Gro&amp;szlig;stadt. So sehr ich auch mag dass Wellington kompakt ist und dass ich &amp;uuml;berall hin zu Fu&amp;szlig; kann - die Energie eine wirklich gro&amp;szlig;en, kosmopolitischen City hat etwas das ich ungeheuer auf- und anregend finde. Vielleicht liegt es daran dass solche St&amp;auml;dte wirklich multikulturell sind zu einem Grad wo es keine einzelne dominante Kultur mehr gibt, nur gr&amp;ouml;&amp;szlig;ere und kleinere Minderheiten, wie es in San Francisco der Fall war. Sydney hat mich ein bisschen daran erinnert.&lt;/p&gt; &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0706-08.jpg" alt="Mosaik am Bondi Beach" /&gt;Mosaik am Bondi Beach&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Geographisch ist Sydney atemberaubend. Da es an einem nat&amp;uuml;rlichen Hafen liegt hat alles irgendwie Bezug zum Wasser. Da sind nat&amp;uuml;rlich die ber&amp;uuml;hmten Str&amp;auml;nde, und wir verbrachten einen sch&amp;ouml;nen Vormittag mit einem Spaziergang von Bondi nach S&amp;uuml;den entlang der K&amp;uuml;ste, wo wir die Surfer beobachten konnten. Auch das Hafengebiet in der Innenstadt ist beeindruckend, mit der ber&amp;uuml;hmten Br&amp;uuml;cke und der noch ber&amp;uuml;hmteren Oper. Wie immer wenn wir auf St&amp;auml;dtereise sind machten wir uns zu Fu&amp;szlig; auf um das alles auf uns einwirken zu lassen. Mir gefiel vor allem der Botanische Garten mit seiner Kolonie von Flughunden (eine Art Fledermaus!)und atemberaubenden Blicken auf die Stadt, und die Architektur wo sich traditionelle viktorianische Geb&amp;auml;ude wie das &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Image:QVB.JPG"&gt;Queen Victoria Building&lt;/a&gt; mit modernen Hochh&amp;auml;usern abwechseln. Auch sahen wir uns das Hyde Park Barracks Museum an in dem britische Gefangene gehalten wurden die in der Mitte des 19. Jahrhunderts nach Australien verschifft wurden, und das beeindruckend restauriert wurde um dieses dunkle Kapitel in der australischen Geschichte zu dokumentieren.&lt;/p&gt; &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0706-09.jpg" alt="Typisch Australien" /&gt;Typisch Australien&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Ach ja, und das Konzert? Frag nicht. Es schmerzt. Der Auftritt am Vortag (der zweite von dreien) war kurzfristig abgesagt worden; niemand wu&amp;szlig;te genau warum aber die Ger&amp;uuml;chte sprachen von entweder Halsschmerzen oder Frust des S&amp;auml;ngers mit der Tonqualit&amp;auml;t in der Halle. Als wir unsere Tickets abholten riet man uns, bevor wir aufbrachen noch einmal anzurufen &amp;quot;nur im Falle eines Falles&amp;quot;, und als wir das taten, erfuhren wir das auch unser Konzert abgesagt war. In so einer Situation Mitgef&amp;uuml;hl und Seelenfrieden zu behalten war eine Herausforderung, schien doch in dieser Situation eher etwas gerechte Rage angebracht. Aber Zorn ist eben nicht so mein Ding (das ist ja ein Grund warum ich Bands wie Nine Inch Nails mag, denn sie sind ja perfekt um Wut und &amp;Auml;rger zu kanalisieren) und es ist schwierig lange ver&amp;auml;rgert zu sein wenn man in einer interessanten Stadt an einem wundersch&amp;ouml;nen Herbstwochenende im Urlaub ist.&lt;/p&gt; &lt;h3&gt;Kurz und schmerzlos&lt;/h3&gt; &lt;h4&gt;So ein Million&amp;auml;r hat's schwer&lt;/h4&gt; &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0706-11.jpg" alt="Das Phantom der Oper" /&gt;Das Phantom der Oper&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Normal Sterbliche wie ich die in nicht-englischsprachigen L&amp;auml;ndern aufgewachsen sind m&amp;uuml;ssen erst einmal beweisen dass sie des englischen m&amp;auml;chtig sind wenn sie nach Neuseeland einwandern wollen. Wem das einfach zu anstrengend ist, der kann sich jetzt von dieser Bedingung freikaufen. Billig ist es allerdings nicht: Man muss mindestens $20 Millionen ins Land bringen um sich den Sprachkurs zu ersparen. Der Zweck dieser neuen Regelung ist mehr Investoren ins Land zu locken&amp;mdash;in diesem Jahr sind bislang erst 18 Menschen mit einem unter dieser Visumkategorie eingewandert.&lt;/p&gt; &lt;h4&gt;Wirtschaftswachstum f&amp;uuml;r wen?&lt;br /&gt;&lt;/h4&gt; &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0706-03.jpg" alt="Der Wetterdienst  r&amp;auml;t der Bev&amp;ouml;lkerung, wie man sich kleiden sollte...wird auch Zeit!" /&gt;Der Wetterdienst  r&amp;auml;t der Bev&amp;ouml;lkerung, wie man sich kleiden sollte...wird auch Zeit!&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Der Zinssatz ist hier ja schon eine Weile am Klettern, und Anfang Juni wurde er wieder einmal angehoben - diesmal auf 8%, der h&amp;ouml;chste seit 22 Jahren und angeblich auch der h&amp;ouml;chste in der industrialisierten Welt. Oh weh. Der Grund f&amp;uuml;r die Anhebung war, das Wirtschaftswachstum in Schach zu halten, und es sieht nicht so aus als ob das schon das letzte Mal gewesen w&amp;auml;re. W&amp;auml;hrenddessen werden mehr und mehr Kiwis aus dem Immobilienmarkt gedr&amp;auml;ngt weil auch die Hypothekenzinsen ins Astronomische steigen.&amp;nbsp; &lt;a href="http://www.nzherald.co.nz/section/8/story.cfm?c_id=8&amp;amp;objectid=10444801"&gt;Housing market still hot&lt;/a&gt; hie&amp;szlig; dann auch die Schlagzeile nur ein paar Tage sp&amp;auml;ter, und der dazugeh&amp;ouml;rige Artikel sagte dass der Durchschnittspreis f&amp;uuml;r ein Haus im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 11,1% gestiegen ist; in Wellington sogar 13,3%. Inzwischen diskutiert man eine m&amp;ouml;gliche Kapitalertragssteuer&amp;mdash;im Moment sind Gewinne aus Immobiliengesch&amp;auml;ften komplett steuerfrei. Ich bin sicher dass wir in den n&amp;auml;chsten Monaten noch viel &amp;uuml;ber dieses Thema h&amp;ouml;ren werden.&lt;/p&gt; &lt;h4&gt;Kurskorrektur&lt;/h4&gt; &lt;p&gt;Der Zinssatz war nicht die einzige Art auf die die Zentralbank versucht hat die Wirtschaft zu bremsen. Ende Juni intervenierte sie zweimal auf dem W&amp;auml;hrungsmarkt indem sie Neuseeland-Dollar verkaufte um den Wechselkurs niedrig zu halten, vor allem im Vergleich zum US-Dollar. Die neuseel&amp;auml;ndische W&amp;auml;hrung war auf einem Rekordhoch und schnellte dann auch in beiden F&amp;auml;llen schnell wieder hoch. Der starke Dollar ist nat&amp;uuml;rlich praktisch f&amp;uuml;r Reisen nach &amp;Uuml;bersee, aber bereitet Probleme f&amp;uuml;r Firmen die auf dem internationalen Markt konkurrieren m&amp;uuml;ssen. Im Moment bekommt man f&amp;uuml;r einen NZ-Dollar 76 US Cents und 56 Euro Cents (im Vergleich zu unter 50 noch vor einem Jahr).&lt;/p&gt; &lt;h4&gt;Keine liebevollen Klapse mehr&lt;/h4&gt; &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0706-06.jpg" alt="Popul&amp;auml;r, vor allem bei Einwanderern: Weihnachten im Juni" /&gt;Popul&amp;auml;r, vor allem bei Einwanderern: Weihnachten im Juni&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Das so-genannte Z&amp;uuml;chtigungsverbot ist Mitte Mai nach endlosem Hin und Her endlich verabschiedet worden. Ich bin ja nur froh dass ich jetzt endlich nicht mehr so viel &amp;uuml;ber christlich-aufrichtige Verfechter der k&amp;ouml;rperlichen Z&amp;uuml;chtigung lesen muss, welche ihre kleinen Kinder mit auf Demos nehmen und sie dort Schilder tragen lassen mit der Aufforderung an die Regierung, Daddy auch in Zukunft auf seine Art disziplinieren zu lassen. Der peinlichste Auftritt geh&amp;ouml;rt jedoch einem Abgeordneten namens Gordon Copeland, der sich vehement gegen den Gesetzentwurf aussprach, ihn eine &amp;quot;Verh&amp;ouml;hnung des demokratischen Systems&amp;quot; nannte, und deswegen aus seiner Partei austrat. Bl&amp;ouml;d nur dass er so damit besch&amp;auml;ftigt war, Interviews &amp;uuml;ber sein Missfallen und seinen Parteiaustritt zu geben, dass er dabei die Abstimmung im Parlament verpasste. Toll. (Es gelang ihm allerdings, seine Stimme nachtr&amp;auml;glich registrieren zu lassen, aber trotzdem....).&lt;/p&gt; &lt;h4&gt;Inselkoller&lt;/h4&gt; &lt;p&gt;In meinem letzten Eintrag habe ich &amp;uuml;ber Spannungen zwischen der neuseel&amp;auml;ndischen Regierung und der Milit&amp;auml;rregierung in Fidschi berichtet. W&amp;auml;hrend Neuseeland und Australien sich immer noch um eine R&amp;uuml;ckkehr zur Demokratie bem&amp;uuml;hen wurde ein neuseel&amp;auml;ndischer Journalist der regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig aus der Region berichtet am Flughafen abgefangen und die Einreise verweigert, anscheinend weil er auf einer &amp;quot;schwarzen Liste&amp;quot; stand. Die Situation beeintr&amp;auml;chtigt langsam aber sicher das Touristengesch&amp;auml;ft&amp;mdash;Fidschi ist ein beliebtes Ferienland und ein Gro&amp;szlig;teil der Urlauber kommt aus Australien und Neuseeland. Im Moment gibt es eine Menge billige Angebote, aber die Regierung r&amp;auml;t Kiwis von Reisen ab solange die Situation so unbest&amp;auml;ndig ist. W&amp;auml;hrenddessen hat die &amp;quot;Interimsregierung&amp;quot; von Fidschi unter der Leitung von Commodore Bainimarama den neuseel&amp;auml;ndischen Botschafter in Fidschi des Landes verwiesen und seine eigenen Vertreter aus Neuseeland, Australien und Gro&amp;szlig;britannien abgezogen. Anscheinend gefiel es Herrn Bananarama nicht dass k&amp;uuml;rzlich bei einem Rugbyspiel dem Botschafter ein VIP-Platz angeboten wurde, ihm selbst aber nicht. Willkommen in der Bananenrepublik!&lt;/p&gt; &lt;p&gt;kthxbai&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Sat, 30 Jun 2007 00:00:00 +1200</pubDate>
			
			
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			<title>Juli-August 2007</title>
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			<description>&lt;p&gt;Jetzt versuche ich mal was neues: k&amp;uuml;rzere Blogeintr&amp;auml;ge, aber daf&amp;uuml;r &amp;ouml;fter. Die Zeit vergeht eben wirklich wie im Flug, und mit jedem Monat ohne neuen Eintrag wird es ein bisschen schwieriger, sich zu erinnern was los war, interessante Themen auszuw&amp;auml;hlen, nachzuforschen und zu schreiben&amp;mdash;und dann auch noch zu &amp;uuml;bersetzen. Lange Rede, kurzer Sinn, hier bin ich also schon wieder nach nur zwei Monaten mit meinen Neuigkeiten aus aller Welt.&lt;/p&gt;&lt;h3&gt;Fragen Sie nicht nach dem Stephansdom&lt;/h3&gt;&lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0708-01.jpg" alt="Kaiserliches Wien" /&gt;Kaiserliches Wien&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Buchst&amp;auml;blich aus aller Welt, denn wie schon letztes Jahr beschloss ich auch 2007 wieder, dem s&amp;uuml;dlichen Winter zu entfliehen und meiner Familie in Deutschland einen Besuch abzustatten. Diesmal ging ich f&amp;uuml;r zwei Wochen im Juli, und wie beim letzten Mal war auch dieses Jahr der deutsche Sommer bis zu diesem Zeitpunkt eher mittelpr&amp;auml;chtig gewesen. Aber genau wie im Vorjahr kam p&amp;uuml;nktlich zu meiner Ankunft eine Hitzewelle &amp;uuml;ber Mitteleuropa, und so konnte ich w&amp;auml;hrend so ziemlich meines ganzen Urlaubs sommerlich-hei&amp;szlig;e Temperaturen genie&amp;szlig;en.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Einen Gro&amp;szlig;teil meines diesj&amp;auml;hrigen Besuchs verbrachte ich gar nicht in Deutschland, sondern mit der Familie in Wien. Es war nicht mein erstes Mal, aber der letzte Besuch lag eine lange Zeit zur&amp;uuml;ck, irgendwann in den 90er Jahren, und die Stadt ist immer eine Reise wert. Wien ist gro&amp;szlig;st&amp;auml;dtisch und kosmopolitisch; sehr europ&amp;auml;isch (Geschichte auf Schritt und Tritt); auch sehr osteurop&amp;auml;isch. Und Wiens Kaffee ist der einzige der Wellington Konkurrenz machen kann.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;a href="http://sibylle.co.nz/albums/vienna0707/index.html"&gt;Wien 2007 Photoalbum&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Abgesehen von diesem Ausflug verbrachte ich einen haupts&amp;auml;chlich ruhigen und erholsamen Urlaub der wie immer viel zu schnell vorbeiging. Am Ende blieb ich dann fast noch in Deutschland sitzen! Ich kam mir vor wie bei den Simpsons (&amp;quot;Es ist unser Grundsatz, Fl&amp;uuml;ge zu &amp;uuml;berbuchen, weshalb dieser Flug nun &amp;uuml;berbucht ist&amp;quot;) als ich am Frankfurter Flughafen ankam und Lufthansa mir mitteilte, ich sei auf einer &amp;quot;Warteliste&amp;quot;. Dem waren bereits allenfalls mittelm&amp;auml;&amp;szlig;iger Service und ein selbst f&amp;uuml;r die Economy Class unbequemer, beengter Hinflug vorausgegangen. Ich erspare euch die Einzelheiten; jedenfalls verbrachte ich ein paar ziemlich nerv&amp;ouml;se Stunden auf dem &amp;uuml;berf&amp;uuml;llten Gang (denn ohne Bordkarte darf man auch nicht in den Warteraum) bevor sie mich dann 4 Minuten vor der offiziellen Abflugzeit endlich doch noch ins Flugzeug lie&amp;szlig;en. Ziemlich sch&amp;auml;big, mit Leuten die mehrere Anschlu&amp;szlig;fl&amp;uuml;ge haben, so umzuspringen. Auf meine h&amp;ouml;flich-aber-unzufriedene Email die ich sp&amp;auml;ter von zu Hause aus schrieb, bekam ich aber nur eine Menge Geschwafel a la &amp;quot;Lufthansa ist stolz darauf, eine Fluggesellschaft von h&amp;ouml;chster Qualit&amp;auml;t zu sein, und bestrebt st&amp;auml;ndig, Kundendienst auf einem Niveau zu leisten das diesem Image entspricht...bitte akzeptieren Sie unsere aufrichtige Entschuldigung f&amp;uuml;r die Unannehmlichkeiten.&amp;quot; Bla.&lt;/p&gt;&lt;h3&gt;Disneyland mit Todesstrafe&lt;/h3&gt;&lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0708-02.jpg" alt="&amp;Uuml;berall Buddhistentempel" /&gt;&amp;Uuml;berall Buddhistentempel&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Grund warum ich meinen Flug nicht verpassen wollte war dass ich f&amp;uuml;r meinen R&amp;uuml;ckweg nach Neuseeland einen Kurzurlaub in Singapur geplant hatte. Als ich letztes Jahr in Hong Kong umstieg w&amp;uuml;nschte ich, ich h&amp;auml;tte einen oder zwei Tage Zeit genommen um die Stadt zu sehen, und so hatte ich dieses Mal eine &amp;Uuml;bernachtung im Hotel gebucht und meine Fl&amp;uuml;ge so eingerichtet, dass ich einen ganzen Tag Zeit hatte, Singapur zu erkunden.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wo soll ich anfangen? Es war sehr interessant; ein sehr dichter, voller Tag. Eine dieser Erfahrung die noch lange nachhallen und einem durch den Kopf gehen wenn man schon l&amp;auml;ngst wieder woanders ist. Ich habe seit meiner R&amp;uuml;ckkehr eine ganze Menge &amp;uuml;ber diesen Tag nachgedacht, mich an dieses erinnert, jenes zu sch&amp;auml;tzen gelernt. Und doch, w&amp;auml;hrend ich dort war, war es auch irgendwie stressig. &amp;Uuml;berw&amp;auml;ltigend, intensiv, faszinierend&amp;mdash;klar, all das, und gleichzeitig vielleicht auch ein bisschen viel auf einmal. Nat&amp;uuml;rlich ist das nicht verwunderlich wenn man versucht, eine Menge in einen einzigen Tag zu packen. Und ich mags ja intensiv und w&amp;uuml;rde es auch jederzeit wieder tun.&lt;/p&gt;&lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0708-03.jpg" alt="Sar Hor Fun" /&gt;Sar Hor Fun&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Diejenigen die mich kennen wird es wenig &amp;uuml;berraschen dass mich vor allem eines an Singapur interessierte: Essen. Singapur ist ein bisschen wie eine Miniausgabe von Asien (Chinesen, Malaien und Inder sind die gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Volksgruppen) auf nur 700 Km&lt;sup&gt;2&lt;/sup&gt;. &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anthony_Bourdain"&gt;Anthony Bourdain&lt;/a&gt;, wahnsinnig-wunderbarer K&amp;uuml;chenchef und Journalist hat gleich zwei Kapitel &amp;uuml;ber Singapur in seinem neuesten Buch, 'Kleine Schweinereien', und wie &amp;uuml;blich trifft er den Nagel auf den Kopf wenn er schreibt, &amp;quot;Singapur ist wohl das Paradies auf Erden f&amp;uuml;r alle die verr&amp;uuml;ckt nach gutem Essen sind. Und damit sind keine 'Gourmets' gemeint.[...] Singapurer sind keine Feinschmecker. Sie essen einfach gern.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Es stimmt. &amp;Uuml;berall wird gegessen. Ich h&amp;auml;tte am liebsten meine 24 Stunden damit verbracht, alle Speisen zu versuchen. Besonders interessant sind die allgegenw&amp;auml;rtigen &amp;quot;Hawker Centres&amp;quot;&amp;mdash;Esshallen unter freiem Himmel mit einer Unzahl verschiedener St&amp;auml;nde wo man eine unvorstellbare Auswahl an g&amp;uuml;nstigen Speisen bekommt. Die St&amp;auml;nde sind in langen Reihen, und in der Mitte stehen Tische und St&amp;uuml;hle. Man bestellt sein Essen und setzt sich irgendwo hin; es ist gang und g&amp;auml;be, sich einen Tisch zu teilen. Oder man geht einfach auf und ab und l&amp;auml;sst sich von all den Anblicken und Ger&amp;uuml;chen verzaubern. Die Hawker Centres waren gefielen mir von ganz Singapur am besten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Abgesehen von meinem Zwischenstopp am Flughafen von Hong Kong letztes Jahr war dies mein erster Aufenthalt &amp;uuml;berhaupt in Asien. So kann ich es eigentlich nicht vergleichen, aber Singapur war wie ich mir Beijing in 10 Jahren vorstelle. Es kam mir sehr chinesisch vor, und man f&amp;auml;llt als Westeurop&amp;auml;er auf jeden Fall auf (es kommt auch nicht oft vor dass ich zu den gro&amp;szlig;en geh&amp;ouml;re). Ein Eindruck den ich w&amp;auml;hrend meines kurzen Besuchs bekam war dass die Menschen sehr hilfsbereit waren (als ich zu &lt;strike&gt;doof&lt;/strike&gt; m&amp;uuml;de war zu blicken wie das U-Bahnticket gescannt werden musste dauerte es nur ein paar Sekunden bis ein hilfsbereiter Einheimischer auf mich zukam und mir half), jedoch nicht so sehr herzlich und freundlich wie in Neuseeland, sondern immer h&amp;ouml;flich reserviert.&lt;/p&gt;&lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0708-04.jpg" alt="&amp;Uuml;berall Hindutempel" /&gt;&amp;Uuml;berall Hindutempel&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich verbrachte meinen Tag indem ich mehrere Stadtrundg&amp;auml;nge machte die mein Reisef&amp;uuml;hrer vorgeschlagen hatte. Sie f&amp;uuml;hrten mich durch &lt;a href="http://wikitravel.org/de/Singapur/Chinatown"&gt;Chinatown&lt;/a&gt; und Little India mit ihrem Tempeln und M&amp;auml;rkten, nach Kampong Glam, dem muslimischen Zentrum von Singapur, zum glitzernden Einkaufsviertel entlang der Orchard Road, und schlie&amp;szlig;lich durch das koloniale Singapur entlang des Singapore River. Ich hoffe dass mein &lt;a href="http://sibylle.co.nz/albums/singapore0707/index.html"&gt;Fotoalbum&lt;/a&gt; ein bisschen die Vielfalt der Eindr&amp;uuml;cke widerspiegelt, trotz des bedeckten Himmels. Mein Lieblingsviertel war Little India mit der unbeschreiblichen Tekka Mall, den kleinen L&amp;auml;den, Gassen und Hinterh&amp;ouml;fen die nicht ganz dem Bild vom adretten, sauberen, hoch organisierten Singapur entsprechen wollten sondern gewachsen und, nun ja, menschlich schienen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Was hat es also auf sich mit all dem was man so gew&amp;ouml;hnlich mit Singapur verbindet? Der Hitze? Dem Kaugummiverbot? Den extremen Strafgeb&amp;uuml;hren f&amp;uuml;r alles m&amp;ouml;gliche und dem autorit&amp;auml;ren Regime das in dem ber&amp;uuml;hmten &lt;a href="http://www.wired.com/wired/archive/1.04/gibson.html"&gt;Wired Artikel&lt;/a&gt; von 1993 als 'Disneyland mit Todesstrafe' beschrieben wurde? Nun ja, wie die meisten Vorurteile beruhen auch diese ziemlich auf der Wirklichkeit.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Erstens, die Hitze. Ich habe ja schon ein- oder 500 Mal erw&amp;auml;hnt dass ich die Hitze liebe. Ich bin jemand die auch noch w&amp;auml;hrend der ersten f&amp;uuml;nf Minuten in der Sauna zittert, deshalb, je hei&amp;szlig;er desto besser. Vor allem jetzt, wo ich an einem Ort wohne wo es so gut wie nie richtig hei&amp;szlig; wird. Alle beschweren sich &amp;uuml;ber die Hitze in Singapur, und zugegebenerma&amp;szlig;en, kombiniert mit der hohen Luftfeuchtigkeit kann es anstrengend sein. Mir machte es keine Probleme, auch wenn es einem wie ein warmes, nasses Handtuch ins Gesicht schl&amp;auml;gt. Was mich jedoch nervte was waren die allgegenw&amp;auml;rtigen Klimaanlagen die einem die nassen, verschwitzten Gelenke gefrieren lassen sobald man ein Geb&amp;auml;udes betritt. Ich hasse Klimaanlagen fast so sehr wie ich Hitze liebe, und deshalb habe ich, anders als die restlichen vier Millionen Menschen in der Stadt, so viel Zeit wie m&amp;ouml;glich drau&amp;szlig;en verbracht.&lt;/p&gt;&lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0708-05.jpg" alt="&amp;Uuml;berall Einkaufstempel" /&gt;&amp;Uuml;berall Einkaufstempel&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Kaugummi ist nicht mehr illegal, dank der Bem&amp;uuml;hungen von Wrigley's (kein Witz) und dem Freihandelsabkommen zwischen den USA und Singapur das vor ein paar Jahren in Kraft trat. Kaugummi auf der Stra&amp;szlig;e ausspucken ist aber immer noch verboten und kostet $1000 Strafe. Ich muss zugeben dass ich Singapur in dieser Hinsicht sehr zwiesp&amp;auml;ltig fand. Auf der einen Seite war es angenehm in einer Stadt zu sein in der alles sch&amp;ouml;n sauber und sicher ist, und wo ich zu jeder Tages- und Nachtzeit auch alleine ohne Bedenken unterwegs sein konnte. Aber wenn man in Betracht zieht dass diese Sicherheit und Sauberkeit nur mit betr&amp;auml;chtlichen Einschr&amp;auml;nkungen der individuellen Freiheiten erreicht werden, und mit drakonischen Strafen f&amp;uuml;r selbst (zumindest in unseren westlichen Augen) geringf&amp;uuml;gige Vergehen, dann ist das doch ein verdammt hoher Preis.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das gruseligste war dieses Video das in einer Endlosschleife (und in mehreren Sprachen) in der U-Bahn lief. Es hatte den Titel &amp;quot;Terrorismus ist Wirklichkeit&amp;quot; und begann mit einem verd&amp;auml;chtig aussehenden Typ in der U-Bahn der seine Tasche unter den Sitz schiebt und dann aussteigt. Man sieht in die Station verlassen, sein Handy hervorholen und etwas eintippen. Das Bild geht dann zur&amp;uuml;ck zur U-Bahn, die in dem Moment in einem Feuerball explodiert. Als ob die schrecklichen Details dieser Explosion nicht genug w&amp;auml;ren, zeigen sie dann Bilder von den Bombenanschl&amp;auml;gen in Madrid und London, w&amp;auml;hrend die Passagiere aufgefordert werden, wachsam zu sein und alles verd&amp;auml;chtige den Autorit&amp;auml;ten zu melden, bevor es wieder von vorne anf&amp;auml;ngt. Makaber.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;a href="http://sibylle.co.nz/albums/singapore0707/index.html"&gt;Singapur 2007 Photoalbum&lt;/a&gt;&lt;/p&gt; &lt;h3&gt;Malen kann man alles&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Heutzutage ist es nicht einfach, gute Satire zu produzieren. Man stelle sich vor man arbeitet f&amp;uuml;r Titanic oder &lt;a href="http://www.theonion.com"&gt;The Onion&lt;/a&gt; und schreibt absurde, &amp;uuml;berzogene Schlagzeilen und Geschichten&amp;mdash;aber wenn man die Zeitung aufschl&amp;auml;gt sind die &amp;quot;echten&amp;quot; Nachrichten noch viel l&amp;auml;cherlicher und aberwitziger als alles was man selbst erfunden hatte. Die Grenzen werden immer verschwommener, und es sollte niemanden verwundern dass die satirische &lt;a href="http://www.comedycentral.com/shows/the_daily_show/index.jhtml"&gt;Daily Show&lt;/a&gt;, &amp;quot;die Nachrichtenf&amp;auml;lschung der die Leute vertrauen&amp;quot;, wie es in der Werbung hei&amp;szlig;t, inzwischen schlicht und einfach zur &lt;a href="http://www.rollingstone.com/news/story/6539433/the_most_trusted_name_in_news"&gt;Nachrichtenquelle der die meisten Leute vertrauen&lt;/a&gt; geworden ist.&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0708-06.jpg" alt="Gef&amp;auml;lschter Tornado &amp;uuml;ber New Plymouth" /&gt;Gef&amp;auml;lschter Tornado &amp;uuml;ber New Plymouth&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und nat&amp;uuml;rlich bem&amp;uuml;hen sich die Medien auch nicht gerade allzu sehr um unser Vertrauen. Ein Beispiel: Anfang Juli gab es &amp;uuml;ber der Stadt New Plymouth (etwa 350 km n&amp;ouml;rdlich von Wellington, an der Westk&amp;uuml;ste) mehrere Tornados die relativ starke Verw&amp;uuml;stungen anrichteten&amp;mdash;entwurzelte B&amp;auml;ume, abgedeckte D&amp;auml;cher und so halt (wenn man die Bauweise der meisten Geb&amp;auml;ude hier anschaut muss es einen eigentlich wundern dass es einen Tornado braucht um sie zusammenbrechen zu lassen...aber nicht schon wieder &lt;em&gt;das&lt;/em&gt; alte Thema). Jedenfalls machte sich eine Einwohnerin einen Spa&amp;szlig; mit Photoshop, schnitt ein Bild von einem Twister in eine Aufnahme der Stadt und schickte es via Email an ein paar Leute. Nicht verwunderlich machte das gef&amp;auml;lschte Bild bald die Runde durch das ganze Land, auch zu den Medien. Und so kam es dass nicht nur eine sondern gleich zwei gro&amp;szlig;e Fernsehsender es als Leitfoto f&amp;uuml;r die Berichterstattung benutzten. Nein, niemand hatte sich die M&amp;uuml;he gemacht, zu pr&amp;uuml;fen ob es echt war. Die verwunderte Photoshopperin kommentierte sp&amp;auml;ter: &amp;quot;Das ganze habe ich in zwei Minuten zusammengestellt und es war so offensichtlich frisiert dass es schon peinlich war.&amp;quot;&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Schluss mit lustig&lt;/h3&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0708-07.jpg" alt="Dieses Bild ist verboten: Unsere Parlamentarier bei der Arbeit" /&gt;Dieses Bild ist verboten: Unsere Parlamentarier bei der Arbeit&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Peinlich fanden es wohl auch Politiker wenn sie wenig schmeichelhafte Fotos von ihnen selbst in der Zeitung sahen. Aber gl&amp;uuml;cklicherweise sind es ja sie, die die Regeln bestimmen, und so gab es Ende Juni im Parlament einen ungew&amp;ouml;hnlich einstimmigen (115 zu 6) Beschluss f&amp;uuml;r eine neue Regelung die es den Zeitungen verbietet, &amp;quot;journalistische Satire oder Berichterstattung die Parlamentarier l&amp;auml;cherlich macht oder verunglimpft&amp;quot; zu drucken. Fotografen k&amp;ouml;nnen keine Bilder w&amp;auml;hrend der Sitzungen mehr machen (Fernsehkameras d&amp;uuml;rfen allerdings weiterhin laufen), und wenn Bilder in satirischer Weise benutzt werden kann es Strafen wegen Missachtung des Parlaments geben.  &amp;quot;Neuseeland bannt Satire&amp;quot;, lachte der Rest der Welt, oder zumindest die, die die Nachricht erreichte. Nat&amp;uuml;rlich f&amp;uuml;hrte der bevorstehende Fotobann sofort dazu dass Fotografen alle m&amp;ouml;glichen, bald illegalen, Fotos machten, und innerhalb nicht einmal einer Stunde hatten sie eine am&amp;uuml;sante, oder aus der Perspektive eines Steuerzahlers, deprimierende Serie von Bildern von Parlamentariern beim simsen, lesen (und nicht nur Zeitungen sondern z.B. Modezeitschriften), g&amp;auml;hnen, obsz&amp;ouml;nen Handbewegungen mache, und generell so ziemlich alles au&amp;szlig;er der eigentlichen Sitzung Aufmerksamkeit zu zollen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Irgendwie erinnert mich das ganze an damals als der Chefclown der Bush-Regierung, Donald &amp;quot;altes Europa&amp;quot; Rumsfeld versuchte, die Welt davon zu &amp;uuml;berzeugen dass das Problem mit Folter und Missbrauch in Bagdads Abu-Ghuraib-Gef&amp;auml;ngnis nicht in den abscheulichen Taten selbst lag, sondern darin, dass Digitalkameras es m&amp;ouml;glich machten dass die Bilder &amp;ouml;ffentlich wurden und um die Welt gingen. Die L&amp;ouml;sung: Klar, Digitalkameras verbieten. Nat&amp;uuml;rlich sind die Missetaten von Neuseelands schl&amp;auml;frigen, unb&amp;auml;ndigen Parlamentariern dem gegen&amp;uuml;ber unwichtig, und dennoch, es ist ein Schlag f&amp;uuml;r alle die glauben dass Zensur keinen Platz hat in einer freien Gesellschaft (und die wir in *unseren* Jobs ja auch nicht schlafen oder Zeitschriften lesen d&amp;uuml;rfen). Aber auf der anderen Seite ist es schon auch komisch&amp;mdash;ein Witz der sich sozusagen selbst schreibt. (&lt;a href="http://www.comedycentral.com/motherload/player.jhtml?ml_video=90527&amp;amp;ml_collection=&amp;amp;ml_gateway=&amp;amp;ml_gateway_id=&amp;amp;ml_comedian=&amp;amp;ml_runtime=&amp;amp;ml_context=show&amp;amp;ml_origin_url=%2Fmotherload%2Findex.jhtml%3Fml_video%3D90527&amp;amp;ml_playlist=&amp;amp;lnk=&amp;amp;is_large=true"&gt;Hier ist was die Daily Show dazu zu sagen hatte&lt;/a&gt;.)&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Achterbahn&lt;/h3&gt;  &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0708-08.jpg" alt="Winterweinberg, hat nur sehr indirekt mit der Finanzwelt zu tun" /&gt;Winterweinberg, hat nur sehr indirekt mit der Finanzwelt zu tun&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wie auch der Rest der Welt war Neuseeland von der weltweiten Finanzkrise betroffen, oder wie auch immer man den Zusammenbruch des amerikanischen &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Subprime-Markt"&gt;Subprime-Markts&lt;/a&gt; und den darauf folgenden Domino-Effekt auf die Weltwirtschaft nennen will. Die Finanzm&amp;auml;rkte sind schon seit l&amp;auml;ngerem ein grosses Thema hier: In den vergangenen f&amp;uuml;nf Monaten hob die Zentralbank die Zinss&amp;auml;tze vier mal in Folge an; die Leitzinsen sind nun bei 8,25%, die h&amp;ouml;chsten in der industrialisierten Welt. Schluck. Der Zweck der &amp;Uuml;bung war, die Leute von weiteren Krediten abzuhalten und die Wirtschaft und den Anstieg des Neuseelanddollars zu verlangsamen, welcher sich unaufhaltsam der US$80c Schwelle n&amp;auml;herte und sie schlie&amp;szlig;lich &amp;uuml;berstieg.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Eine be&amp;auml;ngstigende Entwicklung f&amp;uuml;r alle die eine Hypothek haben oder versuchen, in den Immobilienmarkt einzusteigen. (Wenn ich einen Cent h&amp;auml;tte f&amp;uuml;r jedes Mal als ich dachte, Wohnraum kann nun wirklich nicht mehr unerschwinglicher werden...nun, das w&amp;uuml;rde mir auch nicht weiterhelfen denn ich k&amp;ouml;nnte mir immer noch nicht die durchschnittliche Anzahlung leisten.) Andererseits war es der richtige Moment f&amp;uuml;r all die lang aufgeschobenen Bestellungen von Amazon.com, und f&amp;uuml;r Reisen ins Ausland, wo ich eben die deutsche Wirtschaft mit all meinen vielen Euros unterst&amp;uuml;tzte. Jetzt, Ende August, dank des Zusammenbruchs all dieser Banken in den USA, ist der Dollar wieder da wo er Anfang des Jahres war, der Aktienmarkt d&amp;uuml;mpelt so vor sich hin (allerdings nicht so schlimm wie an den grossen B&amp;ouml;rsen) und anstatt der Exporteure jammern nun die Importeure. Alles fast so wie fr&amp;uuml;her.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Die Rente ist sicher&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;All diese Zinserh&amp;ouml;hungen zeigten nur wenig Erfolg wenn es darum ging, die Leute vom Konsum auf Kredit abzuhalten und stattdessen mehr zu sparen. Und ich verstehe sowieso nicht warum das Ziel der Immobilienmarkt ist, denn der Effekt ist ja dass durchschnittliche und sogar ziemlich wohlhabende Menschen es sich nicht mehr leisten k&amp;ouml;nnen, ein Haus zu kaufen &lt;em&gt;um darin zu wohnen&lt;/em&gt;. Um den Anstieg wirklich zu verlangsamen, warum eigentlich nicht die besteuern, welche in Immobilien &lt;em&gt;investieren&lt;/em&gt; und die im Moment ohne Ende H&amp;auml;user und Grundst&amp;uuml;cke kaufen (oft mit ausl&amp;auml;ndischem Geld, und deswegen immer noch ziemlich g&amp;uuml;nstig), und dann nach kurzer Zeit mit hohem und steuerfreiem Gewinn verkaufen? Aber wie &amp;uuml;blich fragt mich ja keiner, und das was sowieso nicht das Thema auf das ich hinauswollte.&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0708-09.jpg" alt="Wellington Hafendetail, ebenfalls ohne Bezug zur Finanzwelt" /&gt;Wellington Hafendetail, ebenfalls ohne Bezug zur Finanzwelt&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Stattdessen wollte ich &amp;uuml;ber &lt;a href="http://www.kiwisaver.govt.nz"&gt;Kiwisaver&lt;/a&gt;, schreiben, ein neues Angebot der Regierung das den Leuten hilft, auf ihren Ruhestand zu sparen. Es wurde mit dem 2007 Etat vorgestellt und die erste Phase trat bereits im Juli in Effekt. Kiwisaver setzt sich aus einer Anzahl Komponenten zusammen: Beitr&amp;auml;ge vom Gehalt des Arbeitnehmers (4% oder 8%), Beitr&amp;auml;ge vom Arbeitgeber, eine Steuerverg&amp;uuml;nstigung, einen Startbeitrag von $1000, sowie m&amp;ouml;gliche Unterst&amp;uuml;tzung f&amp;uuml;r die Anzahlung f&amp;uuml;r ein erstes Haus. Mehrere Finanzinstitutionen bieten verschiedene Investitionspakete an, aus denen man w&amp;auml;hlen kann. Es gibt eine Werbekampagne der Regierung die zum Ziel hat, die Bev&amp;ouml;lkerung &amp;uuml;ber die M&amp;ouml;glichkeiten aufzukl&amp;auml;ren und sie zum Beitritt zu ermutigen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Man wird sehen wie gut Kiwisaver angenommen wird&amp;mdash;zumindest an meinem Arbeitsplatz war es bisher kein Thema, aber wenn ich es richtige verstehen werden Arbeitnehmer die eine neue Stelle annehmen automatisch eingeschrieben (es sei denn man will das explizit nicht), und ich nehme einmal an dass die Beitrittszahlen n&amp;auml;chstes Jahr hochgehen, wenn auch Arbeitgeber ihren Beitrag leisten m&amp;uuml;ssen. Andererseits ist n&amp;auml;chstes Jahr auch schon wieder ein Wahljahr, und es wird spekuliert was mit Kiwisaver passiert wenn die konservative National Party die Wahlen gewinnen sollte. Diese hat bereits verlauten lassen dass sie Ver&amp;auml;nderungen vornehmen k&amp;ouml;nnte, auch wenn sie das Programm &lt;em&gt;generell&lt;/em&gt; beibehalten w&amp;uuml;rden&amp;mdash;nicht gerade eine furchtbar vertrauenserweckende Aussage.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ich glaube dass Kiwisaver im Grossen und Ganzen eine gute Sache ist. Es ist auf jeden Fall eine gute Idee, die Altersvorsorge zum Thema zu machen in einem Land, wo die Ersparnisse der meisten Leute nur in ihrem Haus bestehen, welches im gegenw&amp;auml;rtigen Markt (siehe oben) weder garantiert dauerhaft in Wert steigt noch etwas ist das man einfach so schnell mal in Bares umwandeln kann wenn es um das eigene Haus geht. Die Details von Kiwisaver m&amp;ouml;gen vielleicht noch nicht ganz definiert sein, aber meiner Meinung nach ist es ein Schritt in die richtige Richtung.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Verbotene Fr&amp;uuml;chte&lt;/h3&gt;  &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0708-10.jpg" alt="Nein danke" /&gt;Nein danke&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Was denkt man wenn man eine Schlagzeile &amp;uuml;ber einen eskalierenden &amp;quot;Apple&amp;quot; Konflikt liest? &amp;mdash;&amp;quot;Was f&amp;uuml;hrt Steve Jobs jetzt schon wieder im Schilde&amp;quot;, stimmts? Mir fielen diese und &amp;auml;hnliche Schlagzeilen schon seit einer Weile auf, und nun habe ich endlich einmal nachgelesen und herausgefunden dass es hier &amp;uuml;berhaupt nicht um das Neueste aus Cupertino geht, sondern um Obst. Es stellte sich heraus dass wir im Streit mit unseren Nachbarn liegen weil die uns keine neuseel&amp;auml;ndischen &amp;Auml;pfel nach Australien einf&amp;uuml;hren lassen. Seit 1921! Das geht nun schon seit 86 Jahren so! Irgendwann zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg entdeckte man in Neuseelands Obstplantagen den so-genannten Feuerbrand, eine Apfelkrankheit. Seit dieser Zeit verweigern die Aussies die Einfuhr unserer &amp;Auml;pfel in ihr Land, und das obwohl wir schon seit fast drei Jahrzehnten ein Freihandelsabkommen mit ihnen haben (und kein geringes: zusammen macht der Wert der gehandelten Waren um die 16 Milliarden Neuseelanddollar aus), wir haben wieder und wieder sch&amp;ouml;n bitte gesagt, und &amp;uuml;berhaupt glauben heutzutage die meisten dass es h&amp;ouml;chst unwahrscheinlich ist dass man diese Krankheit durch reife, kommerziell angebaute Fr&amp;uuml;chte verbreiten kann.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Jetzt haben wir die Schnauze voll: Wir bringen sie vor Gericht, genauer, die Welthandelsorganisation WTO, um den Streitfall ein f&amp;uuml;r allemal beizulegen. Und weil wir schon dabei waren, haben wir ihnen auch gleich noch gesagt, sie sollten doch einfach den Mund halten und sich nicht in neuseel&amp;auml;ndische Angelegenheiten einmischen. (Die australische Regierung hatte einen Kommentar zu der Enth&amp;uuml;llung abgegeben, dass Air New Zealand australische Truppen nach Kuwait geflogen hatte als Zwischenstation f&amp;uuml;r den Irakkrieg, den die neuseel&amp;auml;ndische Regierung offen kritisiert hatte. Ups!) Ganz sch&amp;ouml;n dreist. Aber das kommt davon wenn man unsere &amp;Auml;pfel nicht mag.&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0708-11.jpg" alt="Mondfinsternis am 28. August (Bild voll geklaut, so etwas k&amp;ouml;nnte ich mit meiner lahmen Kamera nie machen)" /&gt;Mondfinsternis am 28. August (Bild voll geklaut, so etwas k&amp;ouml;nnte ich mit meiner lahmen Kamera nie machen)&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;quot;Wir werden unsere Position vehement verteidigen und bis zum bitteren Ende k&amp;auml;mpfen, grrr&amp;quot;, erwiderte die australische Regierung in Bezug auf den Apfelstreit. Man wird sehen, aber nicht bald; das ganze dauert wahrscheinlich noch einmal mindestens f&amp;uuml;nf Jahre. Bis dann: Boykottiert Koalas!&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;(Hm. Das mit den k&amp;uuml;rzeren Eintr&amp;auml;gen hat nicht so ganz geklappt. Ich lasse besser das wie immer fantastische &lt;a href="http://www.nzff.telecom.co.nz/"&gt;Film Festival&lt;/a&gt;, den Wochenendausflug in die Weinregion, die &lt;a href="http://www.nzherald.co.nz/section/1/story.cfm?c_id=1&amp;amp;objectid=10460282"&gt;Mondfinsternis&lt;/a&gt;, und alles was sonst noch so los war aus. Waren es wirklich nur zwei Monate?)&lt;/p&gt;                                 </description>
			<pubDate>Sat, 01 Sep 2007 00:00:00 +1200</pubDate>
			
			
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			<title>September-Oktober 2007</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-september-oktober-2007/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Ich bin dann mal weg&lt;/h3&gt;  &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0710-01.jpg" alt="Wolkiger Fr&amp;uuml;hlingsmorgen" /&gt;Wolkiger Fr&amp;uuml;hlingsmorgen&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Die Kiwis w&amp;uuml;rden es so ausdr&amp;uuml;cken: &amp;quot;It's been full on.&amp;quot; Ehrlich, wenn ich auch nur an die vergangenen Monate denke f&amp;uuml;hle ich mich bereits etwas schlapp. Es war eine Menge los, und vieles davon scheint mir schon wieder ziemlich weit weg. Ich versuche mal, am Anfang zu beginnen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und das bedeutet, im September, mit meinem j&amp;auml;hrlichen &amp;quot;wir sind umgezogen&amp;quot; Eintrag. Kein Witz. Es ist ein Angewohnheit die ich mir einfach nicht abgew&amp;ouml;hnen kann. Noch ein paar Jahre und es werden 20 Umz&amp;uuml;ge in ebenso vielen Jahren sein. Es wird wirklich Zeit, damit aufzuh&amp;ouml;ren.&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0710-02.jpg" alt="Abendlicht am Hafen" /&gt;Abendlicht am Hafen&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Und vielleicht schaffen wir es ja diesmal wirklich. Letztes Jahr um diese Zeit haben wir unser Haus verkauft, und wir haben seitdem das Leben in einer Wohnung in der Innenstadt sehr genossen. Was wir nicht so sehr genossen war das Mietezahlen, und so behielten wir den Immobilienmarkt im Auge. Im Mai fanden wir dann eine Wohnung die die meisten unserer Kriterien erf&amp;uuml;llte (wir hatten nat&amp;uuml;rlich eine Excel-Tabelle) und beschlossen, den Schritt zu wagen. Unser Mietvertrag lief aber erst im September aus, so dass sich das ganze ziemlich lang hinzog und es f&amp;uuml;r eine lange Zeit recht unwirklich erscheinen lie&amp;szlig;. Aber es hatte auch Vorteile, denn es blieb genug Zeit den Umzug zu planen, ein paar &amp;uuml;berfl&amp;uuml;ssige Sachen zu verkaufen, einen Stromanbieter zu w&amp;auml;hlen (ich wollte endlich einen mit einer besseren Umweltbilanz) und so weiter. Am Ende lief alles gut&amp;mdash;entscheidend ist, was hinten rauskommt&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Dominion Day&lt;/h3&gt;    &lt;p&gt;Am 26. September war der einhundertste &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dominion"&gt;Dominion&lt;/a&gt; Day. Nie davon geh&amp;ouml;rt? Mir war der Begriff auch neu, also habe ich ein bisschen nachgeforscht. Dominion Day erinnert an den Tag, an dem Neuseeland zusammen mit anderen Teilen des Britischen Reiches, unter anderem Kanada, S&amp;uuml;dafrika und Australien, offiziell nicht mehr als Kolonie galt, sondern den Status eines &amp;quot;Dominion&amp;quot; erhielt. Dominions, so fand ich heraus, war von 1907 an die Bezeichnung f&amp;uuml;r die sich selbst verwaltenden Kolonien. Und das war auch schon alles&amp;mdash;ein neuer Name. Der Namenswechsel hatte keinerlei praktische Auswirkungen; Neuseeland war nicht mehr noch weniger unabh&amp;auml;ngig von Gro&amp;szlig;britannien als zuvor, wenn auch der neue Begriff den Eindruck vermittelte, dass ein Dominion etwas besseres sei als eine blo&amp;szlig;e Kolonie.&lt;/p&gt;    &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0710-05.jpg" alt="Advance New Zealand: Der Dominion-Status wird mit neumodischer elektrischer Beleuchtung f&amp;uuml;r das Parlamentsgeb&amp;auml;ude gefeiert" /&gt;Advance New Zealand: Der Dominion-Status wird mit neumodischer elektrischer Beleuchtung f&amp;uuml;r das Parlamentsgeb&amp;auml;ude gefeiert (Foto von &lt;a href="http://www.teara.govt.nz/NewZealandInBrief/GovernmentAndNation/2/ENZ-Resources/Standard/4/2/en"&gt;Te Ara&lt;/a&gt;)&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Das Statut von Westminster, das 1931 die Rechtshoheit auf die Dominions &amp;uuml;bertrug und sie damit wirklich autonom machte wurde von Neuseeland erst 1947 ratifiziert, sp&amp;auml;ter als alle anderen. Zu diesem Zeitpunkt trat Neuseeland auch den Vereinten Nationen bei und wurde fortan als  &amp;quot;Realm (Reich/Gebiet) of New Zealand&amp;quot; bezeichnet, noch so ein Begriff der das Land an die Britische Krone band. Es &amp;uuml;berraschte mich zu lernen dass der Dominionstatus niemals offiziell aufgehoben wurde, so dass Neuseeland technisch immer noch eine selbstverwaltende Kolonie Gro&amp;szlig;britanniens ist&amp;mdash;bis auf den heutigen Tag. Zumindest verlor es seine &amp;ouml;konomische Abh&amp;auml;ngigkeit in den 70er Jahren.&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Die Debatte ob Neuseeland sich endlich von der Monarchie l&amp;ouml;sen und eine Republik werden soll kommt immer wieder auf. Die Nation ist gespalten; eine geringe Mehrheit ist f&amp;uuml;r die Beibehaltung des Status Quo, aber generell findet das Thema kein allzu gro&amp;szlig;es Interesse. Kiwis sind viel zu pragmatisch um solche theoretischen Debatten zu f&amp;uuml;hren und interessieren sich nur wenig f&amp;uuml;r abstrakte Ideen wie Verfassungsstatus. Ein interessanter Artikel in der englischen &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Independence_of_New_Zealand"&gt;Wikipedia&lt;/a&gt; &amp;uuml;ber die Unabh&amp;auml;ngigkeit Neuseelands vertritt die These dass &amp;quot;die Vorstellung eines nationalen 'Unabh&amp;auml;ngigkeitstags' [...] der neuseel&amp;auml;ndischen Psyche fremd&amp;quot; ist. Unter denen die an der Debatte teilnehmen besteht der Konsensus dass die Abwendung von der Monarchie kommen wird (m&amp;ouml;glicherweise wird das Ende der Herrschaft der jetzigen Queen ein Ausl&amp;ouml;ser f&amp;uuml;r erneute Diskussionen sein), dass es jedoch keinen Grund gibt, die Sache zu &amp;uuml;berst&amp;uuml;rzen.&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;W&amp;auml;hrenddessen schw&amp;ouml;ren neue Staatsb&amp;uuml;rger bei der Einb&amp;uuml;rgerungszeremonie auch weiterhin untert&amp;auml;nige Treue zu &amp;quot;ihrer Majest&amp;auml;t K&amp;ouml;nigin Elizabeth der Zweiten, K&amp;ouml;nigin von Neuseeland und ihren Erben und Nachfolgern&amp;quot;, und au&amp;szlig;erdem &amp;quot;getreu die Gesetze zu befolgen und die Pflichten als neuseel&amp;auml;ndischer Staatsb&amp;uuml;rger zu erf&amp;uuml;llen, so wahr mir Gott helfe.&amp;quot; Gott kann man heutzutage auch weglassen. Die Queen andererseits ist immer noch vorgeschrieben.&lt;/p&gt;    &lt;h3&gt;Qual der Wahl&lt;/h3&gt;    &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0710-03.jpg" alt="Aufruf zur Wahlbeteiligung" /&gt;Aufruf zur Wahlbeteiligung&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;2007 durften wir zum ersten Mal als Aufenthaltsberechtigte an einer Wahl in Neuseeland teilnehmen: Mitte Oktober fanden Lokalwahlen statt. In Wellington ging es um das B&amp;uuml;rgermeisteramt, Vertreter im Stadt-und Regionalrat und Mitglieder der Gesundheitsbeh&amp;ouml;rde. Lokalwahlen finden in Neuseeland alle drei Jahre statt, und in allen Kommunen landesweit zur gleichen Zeit.&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Meiner Meinung nach ist die lokale und regional Regierungsebene sehr wichtig, denn viele Entscheidungen und Richtlinien die die Menschen in ihrem t&amp;auml;glichen Leben am meisten betreffen finden auf dieser Ebene statt. Das bedeutet viel Einfluss, aber auch viel Verantwortung. Nun da ich wieder unter den Ratenzahlern bin ist mir Lokalpolitik noch wichtiger. Leider ist es nicht einfach, sich &amp;uuml;ber lokale Themen zu informieren. Die &amp;ouml;rtliche Zeitung ist nicht viel mehr als ein Boulevardblatt, und wenn man einmal mehr Hintergrund zu einem Thema findet kommt das meistens direkt von der Stadtverwaltung, was ja gut ist, aber eben nicht gerade unabh&amp;auml;ngig.&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;F&amp;uuml;r das B&amp;uuml;rgermeisteramt allein gab es 11 Kandidaten, und ich fand es wesentlich einfacher, zu entscheiden wen ich nicht w&amp;auml;hlen wollte als jemanden zu finden dem ich meine Stimme geben wollte (und nicht nur weil er oder sie das kleinere &amp;Uuml;bel war). Es war schwierig herauszufinden wof&amp;uuml;r die Kandidaten wirklich standen und fast unm&amp;ouml;glich, nachzuvollziehen was sie bis jetzt getan hatten das ihre Versprechungen glaubhaft machen w&amp;uuml;rde. Traurig, aber nicht &amp;uuml;berraschend dass die meisten Leute sich nicht die M&amp;uuml;he machen, nachzuforschen um dann eine fundierte Entscheidung zu treffen; stattdessen gehen die meisten gleich gar nicht erst zum W&amp;auml;hlen.&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Was die Sache auch nicht gerade leichter macht ist glaube ich dass vieles was man im Alltag von der Stadtregierung und -verwaltung mitbekommt hat mit kleineren, sehr speziellen Problemen zu tun und nicht mit weitreichenden Programmen oder Visionen. Aber diese kleinen speziellen Sachen sind eben die t&amp;auml;glichen Frustrationen die dann zu Entscheidungen f&amp;uuml;hren wenn andere Informationen knapp sind.&lt;/p&gt;      &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0710-04.jpg" alt="Das k&amp;ouml;nnten Sie sein! Dubiose Kampagne zur Fussg&amp;auml;ngersicherheit" /&gt;Das k&amp;ouml;nnten Sie sein! Dubiose Kampagne zur Fussg&amp;auml;ngersicherheit&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Mir geht es ja auch so: Wenn ich an Lokalpolitik denke kommen mir die Themen in den Sinn die mich direkt angehen: Gemeindesteuern, Graffiti, Abfall, Verkehr, B&amp;uuml;rgerservice etc. Ich finde es nicht richtig dass es wegen &amp;quot;steigender Kosten&amp;quot; nun $5 kostet wenn man eine Neuerscheinung aus der Stadtb&amp;uuml;cherei ausleihen will (f&amp;uuml;r eine Woche; jeder extra Tag kostet dann noch einmal $1). Gleichzeitig hat die Stadtverwaltung bereitwillig eine &amp;quot;unbekannte Summe&amp;quot; (die B&amp;uuml;rgermeisterin weigerte sich, Zahlen zu nennen) zu dem $2 Millionen-Projekt beigetragen, den Fu&amp;szlig;ballverein LA Galaxy mit David Beckham zu einem einzigen Spiel nach Wellington zu holen. Und wie passt es zusammen dass die Stadt weiterhin Geld f&amp;uuml;r die eindrucksvolle aber letztendlich sinnlose Kampagne zur Fussg&amp;auml;ngersicherheit &amp;quot;Stop Look Live&amp;quot; ausgibt, aber angeblich kein Geld daf&amp;uuml;r hat, wirklich die Sicherheit der Fu&amp;szlig;g&amp;auml;nger zu verbessern? (Vor einer Weile beantragte ich dass eine ber&amp;uuml;chtigt unsichere ampellose Kreuzung in der Innenstadt einen Zebrastreifen bekommt und bekam als Antwort, man glaube die Kreuzung sei bereits &amp;quot;sicher genug&amp;quot;. Wahrscheinlich macht es einfach mehr Spa&amp;szlig;, die Umrisse von fiktiven Verkehrsopfern auf die Stra&amp;szlig;e zu malen als langweilige Streifen.)&lt;/p&gt;   &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0710-10.jpg" alt="Wahlurne im Rathaus" /&gt;Wahlurne im Rathaus&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Wie erwartet war die Wahlbeteiligung miserabel: nur 40% in Wellington, 41% landesweit. Vor drei Jahren waren es noch 46%. Eine Zeitungsumfrage zum Thema bekam alle m&amp;ouml;glichen Gr&amp;uuml;nde f&amp;uuml;r die Abstinenz zu h&amp;ouml;ren, unter anderem, &amp;quot;Apathie, Faulheit, Abneigung gegen&amp;uuml;ber den Kandidaten, ungen&amp;uuml;gendes Wissen &amp;uuml;ber die Themen, und dass man nicht zum W&amp;auml;hlen eingetragen sei.&amp;quot;. Na toll. Ich las einen Artikel in dem es hie&amp;szlig; man untersucht ob es n&amp;auml;chstes Mal m&amp;ouml;glich sein soll, online zu w&amp;auml;hlen. Gute Idee&amp;mdash;je einfacher desto besser. Ich glaube jedoch nicht dass dies einen gro&amp;szlig;en Unterschied machen w&amp;uuml;rde was die Wahlbeteiligung angeht, denn fehlendes Interesse und Einsicht in die Themen und die Positionen der Kandidaten werden damit ja nicht angesprochen.&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Nicht einmal die Ergebnisse zu finden war einfach. Eine Geschichte &amp;uuml;ber Neuseelands Frauen die laut einer Studie &lt;a href="http://www.nzherald.co.nz/section/6/story.cfm?c_id=6&amp;amp;objectid=10469774"&gt;h&amp;auml;ufiger den Partner wechseln&lt;/a&gt; als sonst irgendwo in der Welt schien an dem Wochenende viel mehr Platz in den Medien zu bekommen als das Wahlergebnis. In Wellington wurde die bisherige B&amp;uuml;rgermeisterin mit deutlicher Mehrheit wiedergew&amp;auml;hlt (sie bekam mehr als doppelt so viele Stimmen wie der n&amp;auml;chstbeste Kandidat). Wegen des seltsamen Wahlsystems (&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbertragbare_Einzelstimmgebung"&gt;&amp;Uuml;bertragbare Einzelstimmgebung&amp;quot;&lt;/a&gt;), einer Mischung von proportionalem und Personenwahlverfahren, dauerte es fast bis Mitternacht bevor ein vorl&amp;auml;ufiges Ergebnis feststand. Nicht wert, daf&amp;uuml;r aufzubleiben.&lt;/p&gt;    &lt;h3&gt;Mehr Licht&lt;/h3&gt;    &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0710-06.jpg" alt="Wellington ist wo Regenschirme zum Sterben hingehen, vor allem im extrawindigen Fr&amp;uuml;hling" /&gt;Wellington ist wo Regenschirme zum Sterben hingehen, vor allem im extrawindigen Fr&amp;uuml;hling&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Vor einer Weile schrieb ich &amp;uuml;ber eine Initiative die die Sommerzeit verl&amp;auml;ngern wollte, welche in Neuseeland k&amp;uuml;rzer war als in fast allen anderen L&amp;auml;ndern. Ich unterschrieb sogar einmal eine Petition, und man glaubt es kaum, aber es ist passiert! Das bedeutet dass dieses Jahr die Uhren bereits Ende September vorgestellt wurden, und im Herbst werden sie ein paar Wochen sp&amp;auml;ter zur&amp;uuml;ckgestellt. Das ist gro&amp;szlig;artig, und ich genie&amp;szlig;e das l&amp;auml;ngere Abendlicht.&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Vielmehr, ich werde es genie&amp;szlig;en, sobald wir uns alle vom Chaos der Umstellung erholt haben. Die Zeitumstellung wurde unzureichend kommuniziert, oder zumindest nehme ich das an weil es so viele Firmen und Organisationen nicht schafften, ihre Computer entsprechend umzustellen. Manche Hersteller brachten ein Korrekturen f&amp;uuml;r ihre Software heraus, andere nicht; manche der Korrekturen funktionierten, andere nicht so sehr. Das Ergebnis war dass in der ersten Oktoberwoche die Computeruhren im Lande alle anders gingen. In meinem Falle waren alle Eintr&amp;auml;ge in meinem Arbeitskalender auf einmal eine Stunde zu sp&amp;auml;t, was unter anderem dazu f&amp;uuml;hrte dass ich ein Meeting mit einem wichtigen Kunden verpasste. Das h&amp;auml;tte peinlich sein k&amp;ouml;nnen wenn deren System nicht auch total durcheinander gewesen w&amp;auml;re und ihnen &amp;auml;hnliche Probleme bereitet h&amp;auml;tte. Um einen Pressesprecher von Microsoft zu zitieren: &amp;quot;Es war ein bisschen wie ein Mini-Y2K.&amp;quot;. &amp;Auml;hem, wenn ich mich recht erinnere ging es damals aber viel reibungsloser.&lt;/p&gt;     &lt;h3&gt;Die Module spielen verr&amp;uuml;ckt&lt;/h3&gt;    &lt;p&gt;Vielleicht ist das ja etwas hart, aber im Moment bin ich auch nicht gerade gut auf Computerfirmen zu sprechen. Nach nur drei Jahren und best&amp;auml;ndiger Verschlechterung hat mein PowerBook nun vollends den Geist aufgegeben. Genauer gesagt, die Festplatte ist unwiederbringlich im Eimer. Zum Gl&amp;uuml;ck habe ich es noch geschafft ihr ein letztes Backup meiner Userdateien abzuringen bevor sie vollends aufgab.&lt;/p&gt;    &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0710-11.jpg" alt="Als ob die kaputte Festplatte nicht genug w&amp;auml;re, mir fehlt auch noch die Page Down Taste. Vielleicht ist es ja wirklich Zeit f&amp;uuml;r was neues?" /&gt;Als ob die kaputte Festplatte nicht genug w&amp;auml;re, mir fehlt auch noch die Page Down Taste. Vielleicht ist es ja wirklich Zeit f&amp;uuml;r was neues?&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Jetzt arbeite ich also mit meiner externen Backup-Festplatte, das hei&amp;szlig;t ich ben&amp;uuml;tze Prozessor und Bildschirm meines Laptops aber nicht die Festplatte. Das geht ganz gut, au&amp;szlig;er manchmal wenn ich versuche neu zu starten. Das mag es nicht, also versuche, den Computer von nun an nie mehr abzuschalten. Das ist nat&amp;uuml;rlich keine langfristige L&amp;ouml;sung, aber im Moment will ich einfach noch keinen neuen Computer kaufen, wo es doch so viel Spekulationen &amp;uuml;ber neue MacBooks wom&amp;ouml;glich noch vor Weihnachten gibt. Im Moment muss es mein Frankensteincomputer eben noch tun (mein Backup wird nun eben auf eine weitere externe Festplatte gesichert), bis dann die neuen Modelle da sind oder bis es mich so nervt dass ich doch nicht mehr warten will.&lt;/p&gt;     &lt;p&gt;Das hat eigentlich nichts mit Neuseeland zu tun au&amp;szlig;er dass Computer hierzulande immer noch mehr kosten als anderswo. Ende Oktober kostet ein MacBook mit mittlerer Ausstattung NZ$2,199&amp;mdash;das entspricht etwa US$1,680. In den USA kostet der gleiche Laptop US$1,299.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Schall und Rauch&lt;/h3&gt;    &lt;p&gt;Manchmal trifft man eine spontane Entscheidung weil es in dem Moment das Richtige scheint, ohne sich &amp;uuml;ber l&amp;auml;ngerfristige Auswirkungen Gedanken zu machen. Und weil sich niemals ein Anlass ergibt, die Entscheidung zu revidieren, hat man irgendwann auf einmal eine Tradition etabliert die sich nicht mehr so einfach ver&amp;auml;ndern l&amp;auml;sst. Das ist mir mit der Aussprache meines Vornamens passiert.&lt;/p&gt;     &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0710-07.jpg" alt="Das neue Ich! Eigentlich auch nicht viel anders als das alte." /&gt;Das neue Ich! Eigentlich auch nicht viel anders als das alte.&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Als ich damals nach Amerika zog hatten die Leute Schwierigkeiten mit dem ausl&amp;auml;ndischen Klang meines Namens, und irgendwie schien es ja auch das typische Einwandererverhalten, seinen Namen zu amerikanisieren. Zwar behielt ich die Schreibweise &amp;quot;Sibylle&amp;quot; bei aber wenn ich mich vorstellte sprach ich meinen Namen wie &amp;quot;Sibyl&amp;quot; (Betonung auf der ersten Silbe) aus. Wie gesagt dachte ich mir nicht viel dabei, es war einfach der Weg des geringsten Widerstands zu einer Zeit als ich andere Priorit&amp;auml;ten hatte, und dabei blieb es. Es f&amp;uuml;hlte sich nie ganz richtig an, und all die ach so-lustigen-Witze &amp;uuml;ber &amp;quot;gespaltene Pers&amp;ouml;nlichkeiten&amp;quot; (die ich erst nach einer Weile verstand&amp;mdash;es gab da wohl einen &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Sybil_%281976_film%29"&gt;Film&lt;/a&gt;) nervten, aber wie ver&amp;auml;ndert man etwas so fundamentales wie seinen eigenen Namen ohne dass es sich anh&amp;ouml;rt wie  &amp;quot;Ich m&amp;ouml;chte, dass ihr mich von jetzt an Loretta nennt&amp;quot;?&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Neuseeland kam zu Hilfe. Ich habe bereits mehrmals davon geschrieben dass Kiwis pragmatisch und unkompliziert sind. So wurde ich immer wieder gefragt wie ich denn &lt;em&gt;wirklich&lt;/em&gt; meinen Namen ausspreche, und die Leute die dies wissen wollten benutzten dann auch konsequenterweise die deutsche Aussprache. Etwas anderes gab f&amp;uuml;r sie einfach keinen Sinn, und das &amp;uuml;berzeugte mich dann auch schlie&amp;szlig;lich, mich fortan richtig vorzustellen und gleichzeitig auch denen die mich bereits kannten die neue Aussprache nahezulegen. Zum Gl&amp;uuml;ck war das viel einfacher als ich erwartet hatte. Eines Morgens schickte ich einfach ein Email an meine Kollegen, da dies die gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Gruppe war die von der Umstellung betroffen war. Die sagten &amp;quot;gute Idee&amp;quot;, und das war es dann auch schon. Eine sch&amp;ouml;ne Erfahrung, und ich habe das Gef&amp;uuml;hl dass ich ein St&amp;uuml;ck selbst zur&amp;uuml;ckerobert habe.&lt;/p&gt;        &lt;h3&gt;Stolz und Leidenschaft&lt;/h3&gt;    &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0710-08.jpg" alt="Auch Saatchi und Saatchi &amp;auml;ndert seinen Name, wenn auch nur f&amp;uuml;r die Dauer des Rugby World Cup: Stolz und Leidenschaft" /&gt;Auch Saatchi und Saatchi &amp;auml;ndert seinen Name, wenn auch nur f&amp;uuml;r die Dauer des Rugby World Cup: Stolz und Leidenschaft&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Zugegebenerma&amp;szlig;en gab es nur ein Thema das die Kiwis in den letzten zwei Monaten wirklich interessierte: die &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rugby-Union-Weltmeisterschaft_2007"&gt;Rugby Weltmeisterschaft 2007&lt;/a&gt; in Frankreich. Rugby ist mehr als ein Sport oder Zeitvertreib f&amp;uuml;r Neuseel&amp;auml;nder, es ist Teil der nationalen Identit&amp;auml;t, und die Leistungen der Nationalmannschaft, der All Blacks, haben direkten Einfluss auf das Wohlbefinden der Nation.&lt;/p&gt;     &lt;p&gt;Die All Blacks wurden als Favoriten gehandelt obwohl sie schon seit 20 Jahren keine Weltmeisterschaft mehr gewonnen haben. Sie wurden von der neuseel&amp;auml;ndischen Tourismusvereinigung mit einer massiven Marketingkampagne unterst&amp;uuml;tzt. Der sichtbarste Teil dieser Kampagne war ein gigantischer (12m hoher und 25 m langer) Pavillon in der Form eines Rugbyballs direkt beim Eiffelturm, der &amp;quot;Tourismus, Wirtschaft, Kultur, Lebensstil, Essen und Trinken, und Technologie&amp;quot; in und aus Neuseeland vorzeigen sollte und von der Premierministerin pers&amp;ouml;nlich er&amp;ouml;ffnet wurde. Neuseeland wird &amp;uuml;brigens die n&amp;auml;chste Rugbyweltmeisterschaft (2011) austragen, was eine gro&amp;szlig;e Anzahl Besucher ins Land bringen soll. &lt;/p&gt;    &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0710-09.jpg" alt="Neuseelands rugbyballf&amp;ouml;rmiger Pavillon in Paris" /&gt;Neuseelands rugbyballf&amp;ouml;rmiger Pavillon in Paris&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Es ist schwer zu beschreiben wie traumatisch es f&amp;uuml;r die Kiwis war als dann die All Blacks aus dem Turnier geworfen wurden&amp;mdash;viel fr&amp;uuml;her als erwartet, bereits im Viertelfinale, und dann auch noch durch Frankreich. Wegen der Zeitverschiebung fand das Spiel sehr fr&amp;uuml;h am Sonntagmorgen neuseel&amp;auml;ndischer Zeit statt, und w&amp;auml;hrend normalerweise am Wochenende die Innenstadt voller Leben ist, war es an dem Tag seltsam ruhig und bedr&amp;uuml;ckend, ganz passend zum st&amp;uuml;rmisch-grauen Fr&amp;uuml;hlingswetter. Ich kann nicht behaupten dass mich Rugby interessiert (pst, nicht verraten!) aber als leidgepr&amp;uuml;fte Anh&amp;auml;ngerin der deutschen Fu&amp;szlig;ballnationalmannschaft kann ich nat&amp;uuml;rlich mitf&amp;uuml;hlen.&lt;/p&gt;   &lt;h3&gt;Unkonferenz&lt;/h3&gt;   &lt;p&gt;Bevor dieser Eintrag wieder einmal in Krieg und Frieden ausartet, nur noch kurz zu einem H&amp;ouml;hepunkt der letzten Monate: Ich nahm zum ersten Mal an einem &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Barcamp"&gt;BarCamp&lt;/a&gt; teil. Ein BarCamp hat nichts mit Trinken zu tun (auch wenn ihm sehr wohl oftmals geselliges Zusammensein folgt) und auch nichts mit Pfadfindern, sondern ist ein Begriff f&amp;uuml;r offene Veranstaltungen die von den Teilnehmern selbst organisiert und geleitet werden und deren Themen aus dem Feld der Technologie und des Web kommen. Es wird nicht zwischen Vortragenden und Zuh&amp;ouml;rern unterschieden; stattdessen werden all Inhalte von den Teilnehmern selbst beigetragen, weshalb BarCamps oft auch als &amp;quot;Unkonferenzen&amp;quot; bezeichnet werden. BarCamps wurden erstmals vor ein paar Jahren in Silicon Valley abgehalten, und seitdem haben sie sich rapide &amp;uuml;ber die ganze Welt ausgebreitet. Im Fr&amp;uuml;hjahr 2007 fanden erstmals BarCamps in Neuseeland statt&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Das Thema des &lt;a href="http://barcamp.org/BarCampWellingtonNZegov" title="Wellington e-government BarCamp"&gt;BarCamps in Wellington&lt;/a&gt; war &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/E-government"&gt;E-Government&lt;/a&gt;, ein Thema das mich sehr interessiert denn es verbindet mein Studienfach mit meinem Beruf. E-Government ist kurz gesagt ein Begriff f&amp;uuml;r die Nutzung von Technologie in Regierung und Verwaltung um die Informations- und Kommunikationsprozesse zu verbessern und besseren Service f&amp;uuml;r die B&amp;uuml;rger zu bieten. Es geht sowohl darum wie verschiedene Institutionen und Beh&amp;ouml;rden untereinander zusammenarbeiten als auch wie sie mit den B&amp;uuml;rgen kommunizieren, und darum, gemeinsame Standards zu entwickeln um dies effektiv zu gestalten. Ein Kernaspekt von E-Government ist offensichtlich Technologie, sei es Informationen oder Dienstleistungen im Internet oder Richtlinien f&amp;uuml;r die Gestaltung von Webseiten. Der Staat ist hier in Wellington einer der gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Arbeitgeber, und ich arbeite eigentlich immer an mindestens ein bis zwei Projekten f&amp;uuml;r Regierungsbeh&amp;ouml;rden gleichzeitig.&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;BarCamp hatte etwa 100 Teilnehmer sowohl aus dem &amp;ouml;ffentlichen als auch privaten Sektor. Die Themen reichten von generellen Diskussionen &amp;uuml;ber politische Grunds&amp;auml;tze und die Rolle der Regierung zu speziellen Vortr&amp;auml;gen &amp;uuml;ber XML und Mikroformate, und alles m&amp;ouml;gliche dazwischen. Es war eine echte Inspiration diese Themen mit so vielen engagierten Leuten zu diskutieren, von denen ich einige bereits &amp;uuml;ber ihre Blogs oder ihre Arbeit und ihren Ruf in der Community kannte, die ich aber noch nie pers&amp;ouml;nlich getroffen hatte. Es erstaunt mich immer wieder dass eine so kleine Stadt wie Wellington eine so lebhafte und kreative Web/Technologieszene hat, und ich sch&amp;auml;tze mich gl&amp;uuml;cklich, dazuzugeh&amp;ouml;ren.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Tue, 23 Oct 2007 00:00:00 +1300</pubDate>
			
			
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			<title>November-Dezember 2007</title>
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			<description>&lt;h3&gt;Schichtwechsel&lt;/h3&gt; &lt;p&gt;Die grosse Neuigkeit des Monats: Nein, nicht schon wieder ein Umzug. Ehrlich, wir m&amp;ouml;gen unsere neue Wohnung. Nein, es war Zeit f&amp;uuml;r einen neuen Job.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Seit unserer Ankunft in Neuseeland hatte ich f&amp;uuml;r eine einzige Firma gearbeitet, eine Webagentur. Zwar hatte ich nette Kunden, zumeist interessante Projekte und Kollegen mit denen ich gerne zusammenarbeitete, aber mit der Zeit war es eben doch immer das gleiche und ich sah keine Ver&amp;auml;nderungen oder Aufstiegsm&amp;ouml;glichkeiten in meiner Position. Als ich dann die M&amp;ouml;glichkeit hatte, bei einem jungen &lt;a href="http://www.ponoko.com"&gt;Start-up&lt;/a&gt; anzufangen, beschloss ich den Schritt zu wagen.&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0712-01.jpg" alt="Versuche mit der Laser-Schneidemaschine" /&gt;Versuche mit der Laser-Schneidemaschine&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Bei einem Start-up geht es ganz anders zu als in etablierteren Unternehmen. Meine Zeit im Silicon Valley w&amp;auml;hrend der Internet-Blase der sp&amp;auml;ten 90er ist ja schon eine Weile her, und das erste woran ich mich wieder erinnerte war, das alles m&amp;ouml;glich ist. Das zweite war die Intensit&amp;auml;t. In einem Start-up konzentrieren sich alle darauf, was das Gesch&amp;auml;ft in gerade dem Moment am meisten braucht, und zwar schnell. Man arbeitet in einem kleinen Team und mit hochqualifizierten Leuten. Man definiert und formt das, was man macht, indem man es macht, und jeder Tag bringt eine neue Herausforderung. Das f&amp;uuml;hrt zu einem energiegeladenem Arbeitsklima und hoffentlich auch zu einem guten Produkt. Die Schwierigkeit ist aber nat&amp;uuml;rlich dass Intensit&amp;auml;t und Brillanz allein noch nicht nachhaltiges Wachstum bedeuten, und um eine Firma erfolgreich zu f&amp;uuml;hren muss man irgendwann eben auch ein paar Strukturen und Abl&amp;auml;ufe einf&amp;uuml;hren die einem auch &amp;uuml;ber die n&amp;auml;chste durchgearbeitete Nacht hinaus helfen, nicht den Blick aufs Ganze zu verlieren. Das ist mit ein Grund warum ich nun dabei bin, und eine meiner Aufgaben.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Die ersten zwei Wochen habe ich nun hinter mir&amp;mdash;so weit, so gut. Es macht Spa&amp;szlig; wieder an einem Produkt zu arbeiten anstatt an einer Vielzahl verschiedener Projekte gleichzeitig, und was wir machen ist innovativ und einzigartig: Unsere Plattform erlaubt Besuchern digitale Designs hochzuladen, sie herstellen zu lassen, und sie zu verkaufen (siehe auch diesen &lt;a href="http://www.heise.de/tr/artikel/print/99079"&gt;Heise Artikel&lt;/a&gt;). Es ist eine neue Sichtweise f&amp;uuml;r Design, Produktion und Distribution, und es ist aufregend, an diesem Unternehmen beteiligt zu sein. Bestimmt werde ich in den kommenden Monaten mehr zu berichten haben. Und bei welchem Job hat man schon eine Laser-Schneidemaschine im B&amp;uuml;ro?&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Was w&amp;uuml;rde Beckham tun?&lt;/h3&gt; &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0712-02.jpg" alt="W&amp;uuml;rde Beckham Marzipanstollen kaufen?" /&gt;W&amp;uuml;rde Beckham Marzipanstollen kaufen?&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Dezember ist ja bekannterweise der Monat in dem Santa Claus zu Besuch kommt, aber hier in Wellington hat man dieses Jahr auf einen ganz anderen Besucher gewartet. Wie bereits erw&amp;auml;hnt waren David Beckham und sein Verein, die LA Galaxy, zu einem Freundschaftsspiel gegen die Wellington Phoenix eingeladen worden, und das f&amp;uuml;hrte dazu dass unsere Stadt kollektiv ausflippte und beim Anblick des t&amp;auml;towierten Altfussballers in Ekstase geriet wie sonst weibliche Teenager beim Konzert der aktuellen Boy Band. Das Lokalblatt f&amp;uuml;hrte gleich eine neue Sparte unter dem Titel &amp;quot;BeckhamWatch&amp;quot; ein, und Emails von Leuten die wiederum Leute kennen die IHN in der Stadt gesehen hatten verstopften an diesem ersten Dezemberwochenende das Internet.&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Bei einem Eintrittspreis von $80 fiel mir die Entscheidung, das Spiel nicht zu besuchen leicht, obwohl ich generell schon gerne mal wieder ein Fu&amp;szlig;ballspiel sehen w&amp;uuml;rde. Es freut mich zu sehen dass es mit dem &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Wellington_Phoenix"&gt;Phoenix&lt;/a&gt;  nun eine lokale Mannschaft gibt, auch wenn sie aus Mangel an Gegnern hier in Neuseeland in der australischen Liga mitspielt. Das Freundschaftsspiel mit Beckham brachte jedenfalls fast 32.000 Fans ins Stadion&amp;mdash;die gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Menge &amp;uuml;berhaupt bei einem Fu&amp;szlig;ballspiel in Neuseeland. Das ist doch schon mal ein Anfang.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Kiwihumor erobert die Welt&lt;/h3&gt; &lt;p&gt;Lange Zeit dachte der Rest der Welt bei Neuseeland vor allem an Schafe. Dann kam Peter Jackson und das Land wurde auf einmal auch Mittelerde genannt. Nun gibt es noch etwas das die Menschen mit Neuseeland verbinden, zumindest im englischsprachigen Raum:  Jemaine Clements und Bret McKenzies &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flight_of_the_Conchords_%28Fernsehserie%29"&gt;Flight of the Conchords&lt;/a&gt;. Es ist schwierig, Flight of the Conchords zu beschreiben. Die englische Wikipedia nennt sie ein &amp;quot;Folk-, Pop- und Comedy-Duo das eine Kombination aus geistreichem Wortgepl&amp;auml;nkel, Charakterisierung und Gitarrenmusik ben&amp;uuml;tzt&amp;quot;. Das h&amp;ouml;rt sich ja ziemlich doof an, aber die beiden sind wirklich urkomisch, und es gibt hunderte Videos auf &lt;a href="http://youtube.com/results?search_query=%22flight+of+the+conchords%22&amp;amp;search=Search"&gt;YouTube&lt;/a&gt; die das beweisen.&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0712-03.jpg" alt="Reklametafel in Wellington billboard f&amp;uuml;r die &amp;quot;lustigste Show in Amerika&amp;quot;" /&gt;Reklametafel in Wellington f&amp;uuml;r die &amp;quot;lustigste Show in Amerika&amp;quot;&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Seit Mitte des Jahres haben die beiden eine selbstbetitelte Fernsehserie beim amerikanischen Sender HBO, in der es um ihr (fiktives) Leben als arme neuseel&amp;auml;ndische Musiker in New York geht. Die Serie ist hervorragend angenommen worden, sowohl von Kritikern als auch vom Publikum. Das ist &amp;uuml;berraschend, denn die Art von Humor ist ziemlich schrullig und nicht gerade Massenware, ganz zu schweigen von den vielen selbstironischem Witzen &amp;uuml;ber Neuseeland (wie zum Beispiel die Frustration, immer wieder mit Australien verwechselt zu werden), welche man glaube ich nicht unbedingt versteht au&amp;szlig;er man hat eine Weile hier gelebt. Umso beeindruckender ist der Erfolg des Duos.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Im November wurden sie zu Wellingtonern des Jahres ernannt und ein paar Wochen sp&amp;auml;ter f&amp;uuml;r einen &amp;quot;Best Comedy Album&amp;quot; Grammy nominiert. Zur Zeit sind die beiden f&amp;uuml;r eine Weile daheim in Wellington, und schon ein paarmal habe ich sie auf der Stra&amp;szlig;e gesehen, normalerweise&amp;mdash;ganz im Gegensatz zu ihren Charakteren im Fernsehen&amp;mdash;von weiblichen Fans umringt.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Terrorismus...hier?&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Diese Geschichte begann bereits im Oktober aber f&amp;uuml;r meinen letzten Eintrag hatte ich nicht genug Zeit zum Recherchieren. Seither hat sie sich weiterentwickelt und so berichte ich eben nun, auch wenn ich immer noch nicht so richtig wei&amp;szlig; was ich davon halten soll. Es fing an mit Berichten &amp;uuml;ber einen Einsatz der Polizei gegen Maoriaktivisten und Mitglieder der neuseel&amp;auml;ndischen Friedens- und Umweltbewegung in einer Reihe von &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/2007_New_Zealand_anti-terror_raids"&gt;&amp;quot;Antiterror&amp;quot;-Razzien&lt;/a&gt;. Sp&amp;auml;ter erfuhr man dann von paramilit&amp;auml;tischen Einheiten die in den Urewera-Bergen in der Bay of Plenty Guerillakampf trainiert haben und Anschl&amp;auml;ge geplant haben sollen, oder wom&amp;ouml;glich gar einen &amp;quot;Krieg gegen Neuseeland&amp;quot; und die Errichtung eines unabh&amp;auml;ngigen Tuhoe (ein Maori-Stamm) Staats.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;H&amp;ouml;rt sich schlimm an. Aber es passt auch irgendwie nicht so richtig zusammen. Zum einen, nimmt man einmal an dass die Anschuldigungen berechtigt sind, was verbindet dann radikale und m&amp;ouml;glicherweise gewaltbereite Maoriseperatisten mit der Friedensbewegung? Wenn da wirklich durch illegalen Waffenbesitz das Gesetz gebrochen wurde, warum wurden die Razzien dann unter dem Deckmantel der Terrorismusbek&amp;auml;mpfung durchgef&amp;uuml;hrt und nicht als normaler Polizeieinsatz? (K&amp;ouml;nnte das mit der &amp;Uuml;berarbeitung des Antiterrorgesetzes zu tun haben welches zur Zeit dem Parlament vorliegt?) Und was f&amp;uuml;r Auswirkungen haben solche Aktionen in einem Land, das seinen unterschwelligen Rassismus zwar meistens ganz gut im Griff hat&amp;mdash;aber wie fest?&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0712-04.jpg" alt="Keine Terroristen, nur Gegenverkehr auf dem Land" /&gt;Keine Terroristen, nur Gegenverkehr auf dem Land&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Die Nachwehen brachten eine Spezialausgabe der Lokalzeitung betitelt &lt;a href="http://stuff.co.nz/4272032a6000.html"&gt;THE TERRORISM FILES&lt;/a&gt; (die Terrorismusakten) die rei&amp;szlig;erisch in Gro&amp;szlig;buchstaben die &amp;quot;geheimen Beweise&amp;quot; nebst Bildern von Polizei in voller Schutzmontur zeigten. F&amp;uuml;rchten wir uns jetzt endlich? Nat&amp;uuml;rlich taten sie das nur im Interesse der &amp;Ouml;ffentlichkeit und ganz und gar nicht weil Sensationsjournalismus h&amp;ouml;here Auflagen verspricht. Ich wei&amp;szlig; immer noch nicht was ich von all dem halten soll. Zum einen habe ich keine Zweifel dass es viele Spinner in der Welt gibt, auch hier in Neuseeland, und der Gedanke dass manche davon bewaffnet und im Tarnanzug durch den Wald rennen ist kein sch&amp;ouml;ner. Andererseit finde ich es schon sehr seltsam dass hier von Terrorismus die Rede ist und dass die Razzien auf alle m&amp;ouml;glichen Aktivisten ausgedehnt wurden, einschlie&amp;szlig;lich einer Frau die gerade erst ein Buch ver&amp;ouml;ffentlicht hatte in dem es darum geht, dass es mit dem weltweiten &amp;quot;Krieg gegen den Terror&amp;quot; auch in Neuseeland f&amp;uuml;r abweichende politische Meinungen und Redefreiheit enger geworden ist. Da kommt es mir schon so vor als ob die ganze Aktion eher ein Versuchsballon f&amp;uuml;r zuk&amp;uuml;nftige Eins&amp;auml;tze war als das, was offiziell gesagt wurde.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Kein Unabh&amp;auml;ngigkeitstag&lt;/h3&gt; &lt;p&gt;Schon mal von &lt;a href="http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,314028,00.html"&gt;Tokelau&lt;/a&gt; geh&amp;ouml;rt? Warum auch. So hei&amp;szlig;en drei winzige Inseln, oder genauer gesagt, Atolle im S&amp;uuml;dpazifik, halbwegs zwischen Neuseeland und Hawaii. Weniger als 1500 Menschen wohnen auf Tokelaus 10 km&lt;sup&gt;2&lt;/sup&gt;, und seine Wirtschaft ist die kleinste von allen L&amp;auml;ndern weltweit. (In den letzten Jahren hat der Verkauf von .tk Internetdomains, oft f&amp;uuml;r dubiose Zwecke, das Bruttosozialprodukt um 10% erh&amp;ouml;ht.) Im ganzen Land gibt es nur eine Kneipe die Alkohol verkaufen darf, und auch da gibts nur Donnerstags Bier. Man bekommt eine Vorstellung davon wie klein und abgelegen Tokelau ist wenn man sich vor Augen f&amp;uuml;hrt dass nicht einmal seine eigene Verwaltung im Lande ist sondern vom 500 km entfernten Samoa aus arbeitet. So verwundert es kaum dass Tokelau nicht nur vollst&amp;auml;ndig von Hilfsgeldern abh&amp;auml;ngig ist und dass es gar kein unabh&amp;auml;ngiges Land ist, sondern vielmehr zu Neuseeland geh&amp;ouml;rt und von uns verwaltet wird.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;In den letzten drei Jahren haben Tokelau und Neuseeland an einem Vertrag gearbeitet der Tokelau in einen unabh&amp;auml;ngigen Staat in freier Assoziierung mit Neuseeland verwandeln soll, &amp;auml;hnlich Niue und den Cook Inseln. Eine Volksabstimmung im Februar 2006 fand aber nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Nun wurde die Abstimmung wiederholt, wie zuvor schon &amp;uuml;berwacht von der UNO, aber auch dieses Mal wurde es nichts und die Mehrheit wurde wegen 16 Stimmen verpasst. Viele glauben dass die Tokelauer nicht ihren Zugang zu Neuseeland verlieren wollen&amp;mdash;im Moment haben sie automatische neuseel&amp;auml;ndische Staatsb&amp;uuml;rgerschaft, und etwa 8000 leben bereits hier. Vielleicht gibt es in f&amp;uuml;nf Jahren die n&amp;auml;chste Abstimmung.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Fahrvergn&amp;uuml;gen&lt;/h3&gt; &lt;p&gt;A propos Samoa: Kurz vor Weihnachten las ich dass es dort k&amp;uuml;rzlich zu den gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Protestdemonstrationen in der Geschichte des Landes gekommen war. 7000 w&amp;uuml;tende Menschen marschierten zum Parlament in Apia, der Hauptstadt. Der Grund: Die Regierung will Autos in Zukunft auf der linken Seite fahren lassen.&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0712-05.jpg" alt="Strand an der Oriental Bay in Wellington" /&gt;Strand an der Oriental Bay in Wellington&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Gegenw&amp;auml;rtig f&amp;auml;hrt man in Samoa rechts, dank der Kolonisierung durch die Deutschen. Neuseeland hat zwar 1914 die Insel von den Deutschen erobert, aber man sa&amp;szlig; auch weiterhin im Auto links und fuhr rechts. Nun will die Regierung die Verkehrsregeln an die neuseel&amp;auml;ndischen und australischen anpassen, weil viele Samoaner dort leben, und weil man hofft billige Autos aus diesen L&amp;auml;ndern zu importieren. Und wen das noch nicht &amp;uuml;berzeugt, f&amp;uuml;r den hat der Premierminister Tuilaepa Sailele Malielegaoi &lt;a href="http://www.nzherald.co.nz/feature/story.cfm?c_id=1501196&amp;amp;objectid=10479290"&gt;das folgende Argument&lt;/a&gt;: &amp;quot;Wir nennen die rechte Hand die kluge Hand und die linke die dumme. Zur Zeit schalten die Samoaner mit der klugen Hand, der rechten, und fahren mit der dummen Hand, der linken. Dies k&amp;ouml;nnte richtiggestellt werden indem wir umstellen und die rechte Hand zum Fahren ben&amp;uuml;tzen, die richtige.&amp;quot; Na, sch&amp;ouml;n das das aufgekl&amp;auml;rt wurde. (Hat schon jemand den Deutschen Bescheid gesagt?)&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Wieder schwankende Gestalten&lt;/h3&gt; &lt;p&gt;Am Donnerstagabend dem 20. Dezember waren wir gerade beim Lieblingsitaliener und freuten uns auf die bevorstehenden Ferien. Wir hatten eben bestellt und unterhielten uns w&amp;auml;hrend wir auf die Pizza warteten als auf einmal der Tisch anfing hin- und herzuschwanken. Und er schwankte noch eine ganze Weile lang. Ich fragte Brian ob er es auch merke. Er tat es, aber wir schienen die einzigen im Restaurant zu sein denen es auffiel. Wahrscheinlich waren die alle schon seit Stunden angeheitert und schwankten schon selber.&lt;/p&gt;   &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0712-06.jpg" alt="Erbeben in der Weinregion bedeutet viele Scherben..." /&gt;Erbeben in der Weinregion bedeutet viele Scherben...&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Am n&amp;auml;chsten Morgen hatte ich den Vorfall bereits wieder vergessen als ich in der Zeitung (na ja, im Internet) las dass es in der vorigen Nacht ein Erdbeben der St&amp;auml;rke 6,8 gegeben hatte. 6,8 ist ziemlich heftig&amp;mdash;auf der Richterskala f&amp;auml;llt es in die Kategorie 'stark'. Zum Vergleich: Das Northridge-Beben von 1994 das damals in Los Angeles so viel Schaden angerichtet und Menschenleben gekostet hat hatte die St&amp;auml;rke 6,7. Das Epizentrum des neuseel&amp;auml;ndischen Bebens war 50 km vor der Ostk&amp;uuml;ste der Nordinsel in der N&amp;auml;he der Stadt Gisborne, etwa 500 km von Wellington entfernt. Und es war dann auch in Gisbornes Zentrum wo die meisten Sch&amp;auml;den entstanden&amp;mdash;drei Geb&amp;auml;ude brachen zusammen und viele weitere wurden besch&amp;auml;digt, aber gl&amp;uuml;cklicherweise gab es nur wenige Verletzte.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wenn man in Neuseeland eine Haus und Grund Haftpflichtversicherung hat, ist man automatisch auch durch die staatliche Earthquake Commission (EQC) gegen Naturkatastrophen versichert. Leute denen durch ein Erdbeben Schaden entstanden ist k&amp;ouml;nnen bei der EQC Anspruch auf Schadensersatz erheben. Der Versicherungsschutz erstreckt sich auch auf andere Naturkatastrophen&amp;mdash;das ist der Grund weshalb wir damals als wir einen Erdrutsch auf unserem Grundst&amp;uuml;ck hatten Entsch&amp;auml;digung bekamen. Naturkatastrophen sind zweifellos immer sehr stressig, aber unsere Erfahrung mit der EQC war positiv, und sie halfen uns professionell und freundlich in einer Situation die m&amp;ouml;glicherweise h&amp;auml;tte sehr teuer zu stehen kommen k&amp;ouml;nnen. In der ersten Woche nach dem Gisborner Beben gab es bereits 1100 Schadenforderungen und mehr werden erwartet. Man sch&amp;auml;tzt den Gesamtschaden auf mindestens $30 Millionen.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Kurzfristiger Kurzurlaub&lt;/h3&gt; &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0712-07.jpg" alt="Kajak fahren in den Sounds" /&gt;Kajak fahren in den Sounds&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Mitte Dezember beschlossen wir spontan, &amp;uuml;ber Weihnachten einen Kurzurlaub zu machen. Ich. Spontan. Ich wei&amp;szlig;! Auf ganz und gar nicht deutsche und f&amp;uuml;r uns untypische Weise planten wir erst f&amp;uuml;nf oder sechs Tage im Voraus, und das obwohl hier gerade die Hochsaison angefangen hat. Aber wir hatten Gl&amp;uuml;ck und schafften es, alles noch schnell zu organisieren.&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Als Ziel w&amp;auml;hlten wir die  &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marlborough_Sounds"&gt;Marlborough Sounds&lt;/a&gt; an der Nordostspitze der S&amp;uuml;dinsel. Der beste Weg dorthin von Wellington aus ist mit der F&amp;auml;hre &amp;uuml;ber die Cook Strait. Die Cook Strait ist die Meeresstra&amp;szlig;e die die Nord- und S&amp;uuml;dinsel trennt. An ihrer engsten Stelle ist sie nur 20 km breit, aber dank ihrer Position auf den &amp;quot;Roaring Forties&amp;quot;, den &amp;quot;Donnernden Vierzigern&amp;quot;, der Region zwischen 40&amp;deg; und 50&amp;deg; s&amp;uuml;dlicher Breite, ist sie wie ein Trichter und ber&amp;uuml;hmt-ber&amp;uuml;chtigt f&amp;uuml;r ihre starken Str&amp;ouml;mungen und extremen St&amp;uuml;rme.&lt;/p&gt;   &lt;h3&gt;Auf wogender See&lt;br /&gt;&lt;/h3&gt; &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0712-08.jpg" alt="Mit der F&amp;auml;hre durch die Cook Strait" /&gt;Mit der F&amp;auml;hre durch die Cook Strait&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Es gibt eine Menge Horrorgeschichten &amp;uuml;ber st&amp;uuml;rmische &amp;Uuml;berfahrten &amp;uuml;ber die Cook Strait, wie zum Beispiel die im M&amp;auml;rz letzten Jahres, als die Interislander F&amp;auml;hre Aratere mehrmals um 45 Grad kippte als der Steuermann versuchte, den Kurs von der felsigen K&amp;uuml;ste abzubringen. Mehrere Passagiere wurden verletzt und ein paar Dutzend Autos besch&amp;auml;digt, und sogar drei Eisenbahnwaggons kippten um. Normalerweise dauert die &amp;Uuml;berfahrt von Wellington nach Picton etwa drei Stunden&amp;mdash;damals dauerte sie 7 1/2, und das ist nur ein Beispiel von vielen. In der darauffolgenden Untersuchung kam man zwar zu dem Schluss dass das Schiff &amp;quot;nicht fast gesunken w&amp;auml;re&amp;quot;, aber das w&amp;uuml;rde ich lieber nicht pr&amp;uuml;fen wollen und bei schlechtem Wetter bringt mich nichts auf die F&amp;auml;hre (hier is noch ein &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=l6TAGK86WfE"&gt;Beispiel wie extrem es sein kann&lt;/a&gt;). &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Nat&amp;uuml;rlich kann man, wenn man keine Schiffe mag, ja auch einfach &amp;uuml;ber die Cook Strait schwimmen, wie das &lt;a href="http://www.cookstraitswim.org.nz/Swims.htm"&gt;13j&amp;auml;hrige M&amp;auml;dchen&lt;/a&gt; das dies k&amp;uuml;rzlich in 10 1/2 Stunden schaffte. Wahnsinn.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Versunkene T&amp;auml;ler&lt;/h3&gt; &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0712-09.jpg" alt="Blick vom Queen Charlotte Track" /&gt;Blick vom Queen Charlotte Track&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Unsere &amp;Uuml;berfahrt war gl&amp;uuml;cklicherweise ganz und gar nicht aufregend; die Bucht lag ruhig wie der sprichw&amp;ouml;rtliche M&amp;uuml;hlenteich als wir Wellington verlie&amp;szlig;en. Der letzte Teil der Reise, nachdem man die Cook Strait hinter sich hat, f&amp;uuml;hrt direkt durch die Sounds und durch einen der gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Seitenarme, den Queen Charlotte Sound, zu der kleinen Stadt Picton. Zwar umfa&amp;szlig;t das Gebiet der Sounds nur 4000 km&lt;sup&gt;2&lt;/sup&gt; aber es hat 1500 km K&amp;uuml;ste, dank der fraktalen Natur seiner zahllosen Buchten, Inseln, und Halbinseln.&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Geologisch gesehen sind die Sounds versunkene Flusst&amp;auml;ler, und wenn sie auch &amp;auml;hnlich aussehen sind es keine Fjorde, denn letztere werden von Gletschern ausgeformt und nicht wie die Sounds von Fl&amp;uuml;ssen als Resultat von Erdbewegungen und Ver&amp;auml;nderungen im Meeresspiegel (&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fiordland"&gt;Fiordland&lt;/a&gt; an der s&amp;uuml;dlichen Westk&amp;uuml;ste der S&amp;uuml;dinsel dagegen hat richtige Fjorde). Dank der Wikipedia habe ich erfahren dass auch die San Francisco Bay und der Hafen von Sydney solche &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ria"&gt;Flusst&amp;auml;ler&lt;/a&gt; oder &amp;quot;Rias&amp;quot; sind. Wieder was dazugelernt!&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0712-10.jpg" alt="Schwungseil am Strand der Lochmara Lodge" /&gt;Schwungseil am Strand der Lochmara Lodge&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Aber ich komme schon wieder vom Thema ab. Die Marlborough Sounds bestehen aus satt gr&amp;uuml;nen H&amp;uuml;geln durchzogen von t&amp;uuml;rkisfarbenem Wasser und Buchten mit Sandstr&amp;auml;nden. Es gibt nur wenige Stra&amp;szlig;en, und die meisten H&amp;auml;user (oft Ferienh&amp;auml;user oder Touristenunterk&amp;uuml;nfte) kann man nur vom Wasser aus erreichen. Es ist abgeschieden und wild und sehr pittoresk&amp;mdash;der perfekte Ort um der Stadt zu entfliehen. Als wir nach Neuseeland kamen mussten wir immer grinsen wenn uns jemand sagte, sie k&amp;ouml;nnten nicht in Wellington leben wegen der vielen Menschen (unsere Stadt hat knapp 180.000 Einwohner). Inzwischen, drei Jahre sp&amp;auml;ter und nicht mehr an das Leben in der Gro&amp;szlig;stadt gewohnt, verstehen wir besser was sie gemeint haben. Es war eine grosse Erleichterung, in Picton die vorweihnachtlich gestressten Menschenmassen der ausverkauften F&amp;auml;hre (1600 Passagiere und 600 Autos) hinter uns zu lassen und mit einem winzigen Wassertaxi in Richtung &lt;a href="http://www.lochmaralodge.co.nz"&gt;Lochmara Lodge&lt;/a&gt; zu fahren.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Entspannungsprogramm&lt;/h3&gt; &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0712-11.jpg" alt="Im Wassertaxi verlassen wir Picton" /&gt;Im Wassertaxi verlassen wir Picton&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Ich kann unsere Unterkunft nicht hoch genug loben. Sie befand sich auf einem 4.5 ha grossen Gebiet das sich von einem kleinen Strand durch Farmland und Wald bis zu einer Anh&amp;ouml;he mit atemberaubender Aussicht erstreckte, verbunden durch ein Labyrinth von verschlungenen Pfaden, fast wie ein gro&amp;szlig;er Abenteuerspielplatz. &amp;Uuml;berall gab es H&amp;auml;ngematten, manchmal in versteckten schattigen Winkeln, dann wieder direkt unter dem Himmel so dass man nachts die Sterne betrachten kann. Es gab eine Gl&amp;uuml;hw&amp;uuml;rmchenschlucht wo nachts tausendekleiner Lichter funkelten. Auch hat die Lodge ihren eigenen Obst- und Gem&amp;uuml;segarten und bewirtschaftet einen kleinen Bauernhof, und man schmeckt es: Das Essen im Restaurant war mit das beste das ich je hatte (und ich hatte VIELE hervorragende Mahlzeiten dieses Jahr).&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Zus&amp;auml;tzlich zur Unterkunft in einer wundersch&amp;ouml;nen Umgebung ist die Lodge zugleich auf ein Wildlife Recovery Centre, wo man sich bem&amp;uuml;ht, einheimische Spezies wie Kakarikis (kleine gr&amp;uuml;ne Papageien) und Geckos zu sch&amp;uuml;tzen und wieder in die nat&amp;uuml;rliche Umgebung einzuf&amp;uuml;hren, und den Menschen die &amp;ouml;rtliche Fauna und Flora n&amp;auml;herzubringen. Und dann gibt es noch ein Art Centre mit verschiedenen Gallerien und Skulpturenpfaden, und einem Ort f&amp;uuml;r K&amp;uuml;nstler, zu arbeiten und ihre Werke auszustellen. Mir gefielen die  &lt;a href="http://www.lochmaralodge.co.nz/ac_pungapeople.asp"&gt;Punga People&lt;/a&gt; am besten, deren Gesichter vor Ort in Baumst&amp;auml;mme geschnitzt wurden und deren leuchtende Augen aus Paua-Muschelschalen geheimnisvoll im dunklen Wald funkeln.&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0712-12.jpg" alt="Myster&amp;ouml;se Punga People" /&gt;Myster&amp;ouml;se Punga People&lt;/p&gt; &lt;p&gt;Es w&amp;auml;re uns leicht gefallen eine ganze Woche zu bleiben und nicht viel mehr zu tun als einfach da zu sein. Wir verbrachten unsere drei Tage mit einem rigorosen Erholungsprogramm: Seekajak  fahren, im Whirlpool sitzen, eine Massage erhalten, viel lesen... Am letzten Tag wanderten wir einen Teil des &lt;a href="http://www.qctrack.co.nz"&gt;Queen Charlotte Track&lt;/a&gt;, ein 71 km langer mehrt&amp;auml;giger Wanderweg entlang dem Queen Charlotte Sound. Man kann ihn entweder mit dem Mountainbike oder zu Fu&amp;szlig; machen, und man kann sein Gep&amp;auml;ck zur n&amp;auml;chsten Station transportieren lassen, was mehr Spa&amp;szlig; und weniger Stress bedeutet. Wir wanderten die letzten 20 km von der Lodge bis zum Ende der Strecke in Anakiwa. Meistens ging es entlang eines Bergr&amp;uuml;ckens durch den Wald, unterbrochen von Lichtungen mit atemberaubenden Aussichten auf die Sounds. Am anderen Ende holte uns ein Boot ab das uns zur&amp;uuml;ck nach Picton brachte. Ein ausgezeichneter kleiner Urlaub.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;a href="http://sibylle.co.nz/albums/marlborough1207/index.html"&gt;Marlborough Sounds 2007 Fotoalbum&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Happy 2008!&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Sun, 30 Dec 2007 00:00:00 +1300</pubDate>
			
			
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			<title>Januar 2008</title>
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			<description>&lt;h3&gt;Wir sind Everest&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Das gro&amp;szlig;e Thema im Januar 2008 war Hillary, und ich meine nicht die Vorwahlen in den USA. Am 11. Januar verstarb Sir Edmund Hillary, der Imker, Bergsteiger und Abenteurer, der erste Mensch der den Mt Everest bezwang und der wohl ber&amp;uuml;hmteste Neuseel&amp;auml;nder, im Alter von 88 Jahren in Auckland.&lt;/p&gt;     &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0801-01.jpg" alt="Sonderausgabe der Zeitung zu Ehren von Sir Ed" /&gt;Sonderausgabe der Zeitung zu Ehren von Sir Ed&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Seine &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Edmund_Hillary"&gt;Lebensgeschichte&lt;/a&gt; ist schon oft &lt;a href="http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/1187/so_hoch_hinaus_wie_keiner.html"&gt;erz&amp;auml;hlt worden&lt;/a&gt;. Ber&amp;uuml;hmt wurde er am 29. Mai 1953, als der damals 33-j&amp;auml;hrige Hillary zusammen mit seinem Sherpa Tensing Norgay als erster den 8.848 m hohen Gipfel des Mt Everest erreichte. Kurz danach wurde er von der neugekr&amp;ouml;nten Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Er selbst war der erste der zugab dass er ein ruheloser Mensch war (&amp;quot;Das n&amp;auml;chste bitte!, wollte ich rufen&amp;quot; so beschreibt er seine erste Reaktion nachdem der den Gipfel erreicht hatte, und wenn sein Verleger ihn gelassen h&amp;auml;tte, dann h&amp;auml;tte sein erstes Buch &amp;quot;Der Kampf gegen die Langeweile&amp;quot; gehei&amp;szlig;en). Und so bestieg, unter anderem er noch eine ganze Reihe weiterer Gipfel im Himalayagebirge, besuchte sowohl den S&amp;uuml;dpol (mit einer Antarktisexpedition im Jahr 1958) als auch den Nordpol (1985, zusammen mit Neil Armstrong) und leitete 1977 eine Wasserexpedition entlang des Ganges. Bis fast zu seinem Lebensende reiste er&amp;mdash;so besuchte er noch letztes Jahr im Alter von 88 Jahren Scott Base in der Antarktis und Kathmandu.&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Es sind aber nicht nur seine Abenteuer die Hillary in Neuseeland und in der Welt ber&amp;uuml;hmt und beliebt machten, sondern seine Pers&amp;ouml;nlichkeit. Die Nachrufe und Erinnerungen nach seinem Tod waren gespickt mit Worten wie &amp;quot;Legende&amp;quot;, &amp;quot;Held&amp;quot;, &amp;quot;Koloss&amp;quot;, &amp;quot;Neuseelands liebster Sohn&amp;quot;, und so weiter. Hillary selbst war stets erstaunt &amp;uuml;ber solche Reaktionen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Vor ein paar Jahren las ich ein Interview mit ihm in dem er sagt, &amp;quot;Es besteht eine so gro&amp;szlig;e Kluft zwischen dem Menschen, der ich wirklich bin, und dem, was die Leute in mir sehen. [...] Sie glauben ich bin ein Held, ein gro&amp;szlig;er Mann. Aber ich weiss dass das nicht stimmt. Ich bin einfach ein ganz normaler Mensch, eine gew&amp;ouml;hnliche Person.&amp;quot; Er fuhr fort zu sagen dass andere die nach ihm Everest bestiegen viel bessere Alpinisten waren als er, und nur als der Interviewer ihn darauf hinwies dass er aber doch der erste gewesen sei, gab Hillary zu dass er wohl schon Entschlossenheit und Zuversicht besitze, &amp;auml;nderte aber dann schnell das Thema und pries seinen Tr&amp;auml;ger.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Seine bescheidene, ehrliche und bodenst&amp;auml;ndige Art war allgemein anerkannt&amp;mdash;wie sehr wird einem klar wenn man bedenkt dass er bereits seit 1992 auf der $5 Banknote abgebildet ist. Au&amp;szlig;er Monarchen werden noch lebende Personen so gut wie nie auf M&amp;uuml;nzen oder Geldscheinen abgebildet, aus Angst dass sie sp&amp;auml;ter im Leben in einen Skandal verwickelt oder sonst irgendwie peinlich werden. Bei Hillary gab es da keine Bedenken.&lt;/p&gt;    &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0801-05.jpg" alt="Neuseel&amp;auml;ndische F&amp;uuml;nfdollarnote" /&gt; Neuseel&amp;auml;ndische F&amp;uuml;nfdollarnote&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Nachdem er vom Mt Everest zur&amp;uuml;ckkehrte widmete sich Sir Ed wieder seiner Bienenzucht und sah sich selbst als ganz normalen Kiwi der eben einmal einen Berg bestiegen hatte, aber was ist da schon besonderes daran? Schlie&amp;szlig;lich fand er sich mit dem Ruhm ab und ben&amp;uuml;tzte das &amp;ouml;ffentliche Interesse an seiner Person dazu, Gutes zu tun. So errichtete er Schulen und Krankenh&amp;auml;user in Nepal und unterst&amp;uuml;tzte mit seiner Himalayastiftung die dortigen Sherpa.&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Sein Tod, wenn auch nicht unerwartet f&amp;uuml;r einen Mann seines Alters, brachte eine Flut von Berichterstattung in den Medien. Traurigerweise ging es bald schon nicht mehr so sehr um eine Betrachtung von Hillarys Leben und Wirken sondern um Themen wie, sollen wir einen neuen Feiertag schaffen? Einen Berg umbenennen? Und warum nur ist keiner der britischen Royals zur Beerdigung gekommen? Ich glaube dass Hillary das ganze Trara peinlich und etwas unangenehm gewesen w&amp;auml;re.&lt;/p&gt;     &lt;p&gt;R.I.P., Sir Ed.&lt;/p&gt;   &lt;h3&gt;A propos Abenteuer&lt;/h3&gt;   &lt;p&gt;Man nennt es &amp;quot;the ditch&amp;quot; (Graben), aber die Tasmansee die uns von unserem n&amp;auml;chsten Nachbarn trennt ist in Wirklichkeit 2.200 km breit. Jedes Jahr &amp;uuml;berqueren sie zehntausende Neuseel&amp;auml;nder auf der Suche nach einem wunderbaren neuen Leben in Australien wo das Wetter immer gut ist und die Steuern niedrig. 2007 zogen &amp;uuml;ber 27.000 Kiwis ins Nachbarland, die h&amp;ouml;chste Zahl seit 19 Jahren.&lt;/p&gt;    &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0801-04.jpg" alt="Endlich auf der anderen Seite" /&gt; Endlich auf der anderen Seite￼   &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Weitaus weniger Geschichten gibt es &amp;uuml;ber Reisen in die andere Richtung, aber eine davon wurde bekannt: Mitte Januar kamen zwei junge Australier von Sydney nach Neuseeland&amp;mdash;in einem Kajak. Sie brauchten dazu 62 Tage, 20 mehr als geplant. Starker Gegenwind und Str&amp;ouml;mungen f&amp;uuml;hrten dazu dass sie 3.300 km paddeln mussten bevor sie in der N&amp;auml;he von New Plymouth Land erreichten, wo sie von zehntausenden Schaulustigen in Empfang genommen wurden.&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Wie es sich f&amp;uuml;r das 21ste Jahrhundert geh&amp;ouml;rt hatten die beiden ein &lt;a href="http://www.crossingtheditch.com.au"&gt;weblog&lt;/a&gt; mit Fotos, Podcasts und Videos von ihrer Reise, und man konnte ihren Fortschritt dank GPS &amp;uuml;ber das Internet live mitverfolgen. Die Google Karte die ihre Reiseroute zeigt ist beeindruckend, vor allem der Teil in der Mitte wo sie wegen schlechten Wetters immer wieder im Kreis herumgingen. Eine fantastische Leistung und eine tolle Geschichte.&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Schade dass sie f&amp;uuml;r politische Zwecke ausgen&amp;uuml;tzt wurde: So sagte ein Sprecher der National Party, der gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Oppositionspartei:&amp;quot;Das Problem ist dass jeden Tag zahlreiche Neuseel&amp;auml;nder das Land in Flugzeugen verlassen, w&amp;auml;hren die Australier im Kajak hierherkommen.&amp;quot;&lt;/p&gt;    &lt;h3&gt;Walkampf&lt;/h3&gt;   &lt;p&gt;Ich dachte immer dass der Walfang ein Relikt sei das mit den 80er Jahren zu Ende gegangen war, zusammen mit F&amp;ouml;nfrisuren und Karottenhosen. Leider haben nicht nur letztere ein bedauernswertes Comeback gemacht. Trotz eines internationalen Moratoriums, das seit 1986 den kommerziellen Walfang verbietet, gibt es immer noch einige L&amp;auml;nder die ihn auch weiterhin betreiben.&lt;/p&gt;    &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0801-02.jpg" alt="Im Gegensatz zum Walfang nicht blutr&amp;uuml;nstig: Magische Lichter im Botanischen Garten" /&gt;Im Gegensatz zum Walfang nicht blutr&amp;uuml;nstig: Magische Lichter im Botanischen Garten&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Japan ist eines dieser L&amp;auml;nder, aber weil auch sie durch das Moratorium gebunden sind, behaupten sie, die Wale aus &amp;quot;wissenschaftlichen&amp;quot; Gr&amp;uuml;nden zu jagen. Die Tatsache dass das Walfleisch als Delikatesse in japanischen Restaurants auftaucht sei ja nur eine Folge der Vorschriften, hei&amp;szlig;t es, denn die erfordern dass von dem Fleisch &amp;quot;voller Gebrauch&amp;quot; gemacht wird sobald die wissenschaftlichen Untersuchungen beendet sind. W&amp;auml;hrend der letztj&amp;auml;hrigen Saison jagten und erlegten sie &amp;uuml;ber 500 Wale, die H&amp;auml;lfte davon schwangere Weibchen. Wie viele Untersuchungen &amp;uuml;ber die Ern&amp;auml;hrungsgewohnheiten der Wale kann man eigentlich durchf&amp;uuml;hren?&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Neuseeland, zusammen mit Australien, den USA und Gro&amp;szlig;britannien, ist einer der st&amp;auml;rksten und lautesten Kritiker der japanischen Waljagd, was nicht &amp;uuml;berrascht, findet sie doch quasi direkt vor unserer T&amp;uuml;re statt. Im Moment befindet sich die japanischen Walfangflotte in australischen Gew&amp;auml;ssern in der Antarktis. Ein australisches Bundesgericht hat jedoch gerade die Aktivit&amp;auml;ten der Flotte als illegal erkl&amp;auml;rt, und es sieht so aus als ob sie sich deshalb in Richtung Ross Sea bewegte, was neuseel&amp;auml;ndisches Territorium ist.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Sollte das wirklich der Fall sein, gibt es nicht viel was die neuseel&amp;auml;ndische Regierung dagegen machen kann, sieht man einmal von verbalen Protestkundgebungen ab. Die Lage ist bereits angespannt seit ein paar australische Umweltsch&amp;uuml;tzer die der Flotte gefolgt waren von den Japanern gefangen genommen und auf deren Schiff festgehalten wurden, bis sie schlie&amp;szlig;lich nach Verhandlungen auf Regierungsebene wieder freigelassen wurden. Greenpeace gelang es, das Auftanken eines der Walfangschiffe eine Zeitlang zu unterbrechen, was den Zeitraum der Jagd verk&amp;uuml;rzte. Trotzdem ist es leider unwahrscheinlich dass irgendetwas wirklich die Jagd vor Saisonende stoppen kann.&lt;/p&gt;    &lt;h3&gt;W&amp;auml;hrenddessen ist hier in Wellington...&lt;/h3&gt;    &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0801-03.jpg" alt="Stadtstrand" /&gt; Stadtstrand&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;...der Sommer eingekehrt, sehr zu meiner Freude. Es gibt nichts besseres als Wellington an &lt;strike&gt;dem&lt;/strike&gt; einem sch&amp;ouml;nen Tag, hei&amp;szlig;t es, aber ich muss zugeben dass wir diesen Monate viele richtig sch&amp;ouml;ne Sommertage hatten. Ich hatte ausnahmsweise eine lange Weihnachtspause, fast zwei Wochen, und obwohl ich die meiste Zeit mit einer ganz starken Erk&amp;auml;ltung geplagt war, so war es doch erholsam es einfach mal ruhig angehen zu lassen, viele B&amp;uuml;cher zu lesen und Filme anzuschauen. Ich h&amp;auml;tte wahrscheinlich ohnehin nichts anderes getan.&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Als ich wieder auf den Beinen war genossen wir die sch&amp;ouml;nen Tage, machten Spazierg&amp;auml;nge, kochten viel mit frischem Gem&amp;uuml;se, nahem einige der vielen freien Kulturangebote wahr die es im Moment in der Stadt gibt, trafen uns mit Freunden...&amp;mdash;und habe ich schon erw&amp;auml;hnt dass es Sommer ist? Eine Wonne.&lt;/p&gt; </description>
			<pubDate>Thu, 31 Jan 2008 00:00:00 +1300</pubDate>
			
			
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			<title>Februar-März 2008</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-februar-maerz-2008/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Die Jugend wird wirklich an die Kinder verschwendet&lt;/h3&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0803-01.jpg" alt="Angekommen" /&gt;Angekommen&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Manchmal wenn ich denke dass ich alt werde (was nat&amp;uuml;rlich nicht der Fall ist) ist es gut, auf Geschichten zu stossen die mich daran erinnern dass es nie zu sp&amp;auml;t ist, sein Leben umzukrempeln. Eine dieser Geschichten handelt von dem Briten Eric King-Turner, der im Alter von 102 Jahren mit seiner 88j&amp;auml;hrigen Kiwi-Gattin k&amp;uuml;rzlich nach Neuseeland ausgewandert ist. Das machte ihn zum &amp;auml;ltesten Einwanderer in der Geschichte dieses Landes.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Trotz ihres hohen Alters musste das Paar die normalen Einwanderungsformalit&amp;auml;ten durchlaufen und beweisen, dass sie nicht etwa eine Zweckehe eingegangen waren nur um ihm seine Aufenthaltsgenehmigung zu erleichtern, sondern dass es sich bei ihrer Ehe um eine stabile Beziehung handelte. Als sie diese H&amp;uuml;rde genommen hatten reisten sie per Schiff nach Neuseeland (allerdings nicht mit einem Containerschiff). W&amp;auml;hrend der langen Reise lernte Herr King-Turner wie man Email ben&amp;uuml;tzt. Am Valentinstag &lt;a href="http://www.stuff.co.nz/4399571a11.html"&gt;kamen sie in Wellington an&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Das beste an der Geschichte sind jedoch Herrn King-Turner's  &lt;a href="http://www.stuff.co.nz/4344921a11.html"&gt;Beweggr&amp;uuml;nde&lt;/a&gt; f&amp;uuml;r den Umzug in die Heimat seiner Frau:&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;quot;Es ist ein wunderbares neues Abenteuer und ich w&amp;uuml;rde jedem raten: Wenn du etwas tun willst, tu es gleich, w&amp;auml;hrend du es noch kannst.&amp;quot;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;quot;Es ist mir wichtig dass ich, wenn ich einmal 105 bin, nicht denke, 'Ich w&amp;uuml;nschte ich w&amp;auml;re ans andere Ende der Welt gezogen als ich 102 war'.&amp;quot; &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Was f&amp;uuml;r eine Inspiration!&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Verkehrt&lt;/h3&gt;  &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0803-02.jpg" alt="Februarabend in der Bucht" /&gt;Februarabend in der Bucht&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wir sind jetzt bereits im vierten Jahr &amp;quot;down under&amp;quot;, aber die verkehrten Jahreszeiten auf der S&amp;uuml;dhalbkugel f&amp;uuml;hlen sich einfach immer noch falsch an. Es ist ganz offenkundig dass der Kalendar und die kulturellen Ereignisse der westlichen Gesellschaften in der n&amp;ouml;rdlichen Hemisph&amp;auml;re entstanden sind und einfach auf die s&amp;uuml;dliche &amp;uuml;bertragen worden sind, ohne dass man sich viele Gedanken &amp;uuml;ber die Auswirkungen gemacht hat.&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Hier soll es nicht wie &amp;uuml;blich um Weihnachten im Sommer gehen&amp;mdash;die allj&amp;auml;hrlichen Artikel in den n&amp;ouml;rdlichen Medien &amp;uuml;ber &amp;quot;Santa Claus am Strand in Australien&amp;quot; sind ja inzwischen wirklich ein lahmes Klischee. Und wenn einem traditionelle (weisse? wo gibts das denn noch?) Weihnachten gar nicht viel bedeuten dann ist es ja auch egal, denn es ist Sommer und warm, und f&amp;uuml;r mich ist das in jedem Fall ein Grund zu Feiern. Das Problem sind die restlichen 11 1/2 Monate.&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0803-03.jpg" alt="&amp;quot;Solace in the Wind, &amp;quot;, eine neue Skulptur am Hafen" /&gt;&amp;quot;Solace in the Wind, &amp;quot;, eine neue Skulptur am Hafen&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Es f&amp;auml;llt schwer sich mit dem Gedanken anzufreunden, dass der liebe, b&amp;auml;umegr&amp;uuml;nmachende Mai hier einer der d&amp;uuml;stersten Monate des Jahres ist (er entspricht dem November). Anders als im n&amp;ouml;rdlichen Winter, welcher durch Weihnachten, Neujahr und andere Anl&amp;auml;sse unterbrochen wird, zieht sich der neuseel&amp;auml;ndische Winter im besten Falle von Juni bis September, &amp;ouml;fter aber &amp;uuml;ber sechs dunkle und kalte Monate die von keinem Feiertag oder sonstigem Ereignis unterbrochen werden welches die Stimmung etwas anheben w&amp;uuml;rde. Und wenn ich selbst auch das Osterfest nicht feiere, so ist doch klar es nicht in den Herbst sondern in den Fr&amp;uuml;hling geh&amp;ouml;rt. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Auf eines kann man sich allerdings jedes Jahr an Ostern verlassen, und das ist die Diskussion &amp;uuml;ber die Laden&amp;ouml;ffnungszeiten. Das Gesetz besagt dass Gesch&amp;auml;fte an dreieinhalb Tagen im Jahr geschlossen bleiben m&amp;uuml;ssen: am Karfreitag, Ostersonntag, am Morgen des ANZAC Day, und am ersten Weihnachtsfeiertag. Diese Regelung betrifft alle Gesch&amp;auml;fte, auch die Superm&amp;auml;rkte. Ausgenommen sind die die v&amp;ouml;llig &amp;uuml;berteuerten Tante Emma L&amp;auml;den (Dairies), die aber nur &amp;quot;unentbehrliche&amp;quot; Artikel verkaufen d&amp;uuml;rfen die nicht bis zum n&amp;auml;chsten Tag warten k&amp;ouml;nnen, was immer das heissen mag. Gartenm&amp;auml;rkte d&amp;uuml;rfen am Ostersonntag &amp;ouml;ffnen, nicht aber am Karfreitag. L&amp;auml;den in den Touristenorten Taupo und Queenstown d&amp;uuml;rfen &amp;ouml;ffnen; L&amp;auml;den in den Touristenorten Wanaka und Rotorua nicht. Wer glaubt dass das alles etwas verwirrend ist befasst sich am besten erst gar nicht mit den Regeln f&amp;uuml;r Alkoholausschank und -verkauf am Osterwochenende. &lt;/p&gt;  &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0803-04.jpg" alt="Tibet? Crash an den Finanzm&amp;auml;rkten? Der Leitartikel der Lokalzeitung handelt von einem s&amp;uuml;ssen K&amp;auml;tzchen!" /&gt;Tibet? Crash an den Finanzm&amp;auml;rkten? Der Leitartikel der Lokalzeitung handelt von einem s&amp;uuml;ssen K&amp;auml;tzchen!&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Jedes Jahr werden Forderungen laut, doch die Stadtverwaltungen entscheiden zu lassen ob die Gesch&amp;auml;fte offen bleiben oder nicht, oder die Sonderregelung gleich ganz zu streichen. Und jedes Jahr scheitern entsprechende Gesetzentw&amp;uuml;rfe und alles bleibt beim Alten. Dies wird mit &amp;quot;fehlendem Konsens in der Bev&amp;ouml;lkerung&amp;quot; begr&amp;uuml;ndet, was heissen soll, dass zwischen den verschiedenen Lobbyistengruppen kein eindeutiger Sieger hervorging. Man kann auf die Wiederholung 2009 warten.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Narrenh&amp;auml;nde&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;A propos neuseel&amp;auml;ndische Medien: Wenn man seine Nachrichten haupts&amp;auml;chlich aus dieser Quelle bekommt k&amp;ouml;nnte man meinen dass das gr&amp;ouml;sste Problem der Nation weder die sich verlangsamende Wirtschaft noch die Wohnungsmisere oder die langen Wartezeiten im &amp;ouml;ffentlichen Gesundheitswesen sind. Nein, es sind Kids mit Spr&amp;uuml;hdosen.&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0803-05.jpg" alt="Graffitigasse, Wellington" /&gt;Graffitigasse, Wellington&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;In Auckland erstach ein 50-j&amp;auml;hriger Unternehmer einen 15-j&amp;auml;hrigen Teenager den er beim &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Taggen"&gt;Taggen&lt;/a&gt; (also beim Spr&amp;uuml;hen seines Schriftzuges) eines Zaunes auf seinem Grundst&amp;uuml;ck erwischt hatte. Der B&amp;uuml;rgermeister von South Auckland nannte danach Taggen den &amp;quot;Ausgangspunkt von dem viele junge Leute auf die kriminelle Bahn abrutschen&amp;quot;, und die Regierung brachte sogleich eine Gesetzesvorlage ein die den Verkauf von Farbdosen an unter 18-J&amp;auml;hrige verbieten, die Bussgelder auf $2000 anheben (im Moment sind es maximal $200), und Geld f&amp;uuml;r Anti-Graffiti-Initativen auf lokaler Ebene bereitstellen w&amp;uuml;rde.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Nun halte ich ja viel von der &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Broken-Windows-Theorie"&gt;Broken-Windows-Theorie&lt;/a&gt;, welche besagt dass man erfolgreich gegen Verwahrlosung und Kriminalit&amp;auml;t vorgehen kann in dem man auch vergleichsweise harmloses sch&amp;auml;dliches Verhalten nicht toleriert, wie zum Beispiel zerbrochene Fenster in einem leerstehenden Haus. Mich nerven die allgegenw&amp;auml;rtigen Schmierereien und mir gef&amp;auml;llt es ganz und gar nicht wenn ich an unserem Haus oder in unserer Strasse Tags vorfinde. Meiner Meinung nach gibt es keine Entschuldigung f&amp;uuml;r mutwillige Besch&amp;auml;digung, und klar sollten diejenigen die so etwas tun das was sie angerichtet haben auch wieder s&amp;auml;ubern m&amp;uuml;ssen, und meinetwegen auch Bussgeld bezahlen. Aber gleich einen &lt;a href="http://www.nzherald.co.nz/topic/story.cfm?c_id=158&amp;amp;objectid=10490246"&gt;&amp;quot;Krieg gegen Graffiti&amp;quot;&lt;/a&gt; auszurufen (welches &amp;uuml;brigens ja auch nicht mit dem Taggen gleichzusetzen ist) ist doch vor allem Panikmache und ermutigt jene die so gerne Selbstjustiz aus&amp;uuml;ben w&amp;uuml;rden und sich in Leserbriefen dar&amp;uuml;ber auslassen dass der erstochene Teenager sein Los &amp;quot;verdiente&amp;quot; und dass es ja &amp;quot;so kommen musste&amp;quot;. Heisst das es ist in Ordnung, jemanden zu t&amp;ouml;ten weil er auf einem fremdem Grundst&amp;uuml;ck sein Autogramm spr&amp;uuml;ht? Was, wenn er einem Abfall in den Vorgarten wirft? Oder einem auf das Gartentor spuckt? Vielleicht rechtfertigt das ja nur eine Tracht  Pr&amp;uuml;gel? Die ganze Diskussion erinnert mich unangenehm an die uns&amp;auml;gliche Z&amp;uuml;chtigungsdebatte &amp;uuml;ber die ich ja schon mehrmals geschrieben habe, und bei der Gewalt die bevorzugte Methode zu sein scheint mit der man Kindern beibringt, Autorit&amp;auml;t und anderer Leute Eigentum zu respektieren.&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0803-06.jpg" alt="Deutscher Tourist beim Gletscherspr&amp;uuml;hen. Seufz." /&gt;Deutscher Tourist beim Gletscherspr&amp;uuml;hen. Seufz.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&amp;Uuml;brigens ist das Thema nicht auf St&amp;auml;dte beschr&amp;auml;nkt, oder auf Kiwi-Teenager. Im Februar wurde ein 28-j&amp;auml;hriger deutscher Rucksacktourist dabei erwischt, wie er Felsen und Eis am &lt;a href="http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1756269"&gt;Franz Joseph Gletscher mit Graffiti beschmierte&lt;/a&gt;. Englische Touristen fotografierten ihn dabei und meldeten den Schmierfinken, und am n&amp;auml;chsten Morgen wurde er von der Polizei festgenommen. Um einer Anzeige zu entgehen wurde ihm aufgetragen, den Schaden zu beheben. Die S&amp;auml;uberung dauerte fast zwei Tage, w&amp;auml;hrend derer er von sowohl Touristen als auch Gletscherf&amp;uuml;hrern zur Sau gemacht wurde. Ich nehme einmal an dass der so schnell keine Tags mehr hinterl&amp;auml;sst. &lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Wenigstens m&amp;uuml;ssen wir uns nicht vor der israelischen Armee f&amp;uuml;rchten...&lt;/h3&gt;  &lt;p&gt;Noch ist es Sommer, mehr oder weniger, aber die gelegentlichen S&amp;uuml;dwinde erinnern uns schon daran wie bald die allj&amp;auml;hrlichen neun Monate des Unbehagens bevorstehen. Damit wir auch nicht vergessen wie das so ist gibt es jetzt eine Studie &amp;uuml;ber die &lt;a href="http://stuff.co.nz/4419686a10.html"&gt;Auswirkungen von schlecht isolierten, undichten H&amp;auml;sern auf die Gesundheit&lt;/a&gt; der Massey Universt&amp;auml;t. Das Fazit: In 75% der 1310 befragten Haushalte fand man Schimmel. &amp;quot;Dies ist vergleichbar mit einer Studie pal&amp;auml;stinensicher Fl&amp;uuml;chtlingslager, wo der Anteil bei 78% lag.&amp;quot;&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0803-07.jpg" alt="Wellingtons teuerste Wohngegend" /&gt;Wellingtons teuerste Wohngegend&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Unsere kalten, feuchten und schimmligen H&amp;auml;user f&amp;uuml;hren zu Atemwegsbeschwerden, Asthma und Husten, und &amp;quot;konservative Sch&amp;auml;tzungen sehen die direkten Folgekosten der undichten H&amp;auml;user in Neuseeland bei 61 Million Dollar im Jahr.&amp;quot;&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Und das wird dagegen getan? Nichts. W&amp;auml;hrend der oben zitierte Artikel im Kreise meiner Einwandererfreunde schnell die Runde machte, hinterliess er ausserhalb dieser Gruppe keinen nennenswerten Eindruck. Und w&amp;auml;hrend ich es begr&amp;uuml;sse dass es Studien gibt die die Gefahren beim Namen nennen, verstehe ich nicht weshalb man &amp;uuml;berhaupt Studien braucht. Es ist doch offensichtlich dass der Wohnstandard in diesem Land einfach unangemessen ist. Man muss sich ja nur die H&amp;auml;user in anderen zivilisierten L&amp;auml;ndern anschauen und sich entsprechend anpassen. Alles was &amp;uuml;ber die H&amp;uuml;tten der pal&amp;auml;stinensichen Fl&amp;uuml;chtlingslager hinausginge w&amp;auml;re bereits eine Verbesserung. Danke.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Quadratisch praktisch gut&lt;/h3&gt;  &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0803-08.jpg" alt="Viereckige Eier!" /&gt;Viereckige Eier!&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Eine meiner Lieblingsgeschichten ist seit Kindheitstagen Carl Barks' Im Land der viereckigen Eier (1949). In dieser Geschichte entdeckt Donald Duck im Entenhausener Museum viereckige Eier und muss mit seinen Neffen nach S&amp;uuml;damerika reisen um die fabelhaften H&amp;uuml;hner zu finden welche diese viereckigen Eier legen. Meine Lieblingsszene ist die in der die Neffen viereckige Kaugummiblasen produzieren m&amp;uuml;ssen, denn in Eckenhausen ist alles Runde verboten.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Man kann sich also vorstellen wie aufgeregt ich war als ich las, dass ein Obstbauer in Otago auf der S&amp;uuml;dinsel &lt;a href="http://tvnz.co.nz/view/page/536641/1601735"&gt;viereckige Pfirsiche&lt;/a&gt; auf den Markt gebracht hat. Anders als ihre runden Verwandten sollen diese viereckigen Pfirsiche, genannt &amp;quot;Flatto&amp;quot; nicht umherrollen und sich bestens zum Mitnehmen eignen. Kann das stimmen?&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;In einem Wort, nein. Leider ist das Leben so gar nicht wie ein Comic. Der Flatto ist &amp;uuml;berhaupt nicht viereckig, sondern erinnert an einen flachen Krapfen. In Eckenhausen h&amp;auml;tte er keine Chance. (Anscheinend schmecken sie aber ganz gut.)&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Delfine 1, Menschen 0&lt;/h3&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0803-09.jpg" alt="Weder Delfin noch Wal aber zumindest irgendwas mit Meer" /&gt;Weder Delfin noch Wal aber zumindest irgendwas mit Meer&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Als Wal hat man es heutzutage nicht leicht. Selbst wenn man es schafft, dem Schicksal als Delikatesse in einem japanischen Restaurant zu entgehen (selbstverst&amp;auml;ndlich alles im Sinne der Wissenschaft!), dann ist da immer noch das Problem der Strandungen. Dem Internet zufolge weiss man nicht genau, weshalb Wale stranden&amp;mdash;die bekannteste Theorie besagt dass sie aufgrund von Krankheiten oder Verletzungen die Orientierung verlieren.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wenn Menschen gestrandete Wale finden versuchen sie, die Tiere zur&amp;uuml;ck ins Wasser zu bringen. Das klappt leider nicht immer denn die Wale sind typischerweise um einiges gr&amp;ouml;sser und schwerer (wobei wir als Spezies ja durchaus Fortschritte in dieser Richtung zu machen scheinen). Als ein Paar Zwergpottwale in Mahia Beach in Hawkes Bay (500 km nord&amp;ouml;stlich von Wellington) strandete versuchte man auch dort, sie wieder ins Meer zur&amp;uuml;ckzuf&amp;uuml;hren, aber die Tiere blieben immer wieder an einer Sandbank liegen sodass die vermeintlichen Retter schliesslich beschlossen aufzugeben.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;An dieser Stelle n&amp;auml;herte sich Moko, ein Delfin der unter den Einheimischen bekannt war, den Walen und brachte sie in Sicherheit indem er sie zu einem Kanal f&amp;uuml;hrte, der weg von der Sandbank hinaus ins Meer f&amp;uuml;hrte. (&lt;a href="http://edition.cnn.com/2008/WORLD/asiapcf/03/12/nz.whales.ap/index.html"&gt;video&lt;/a&gt;, auf englisch)&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0803-10.jpg" alt="Drachenbootregatta im Hafen von Wellington" /&gt;Drachenbootregatta im Hafen von Wellington&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Einer der Umweltsch&amp;uuml;tzer die zuvor vergeblich versucht hatten zu helfen sagte dass &amp;quot;offensichtlich etwas passiert war denn die zwei Wale ver&amp;auml;nderten ihr Verhalten; w&amp;auml;hrend sie anfangs verzweifelt wirkten folgten sie bald dem Delfin bereitwillig und ohne z&amp;ouml;gern den Strand entlang und hinaus ins Meer.&amp;quot; Ein Meeress&amp;auml;ugetierexperte vom Te Papa Museum hier in Wellington f&amp;uuml;gte hinzu, &amp;quot;Dies ist das erste Mal dass ich von einer arten&amp;uuml;bergreifenden Rettungsaktion geh&amp;ouml;rt habe. Ich finde das wunderbar.&amp;quot;&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Und es war Sommer&lt;/h3&gt; &lt;p&gt;Aber genug von Flora und Fauna. Auch f&amp;uuml;r meine Spezies waren es ereignisreiche Monate. Alles wird hier in die Sommermonate gezw&amp;auml;ngt und mein Kalender war dementsprechend voll.&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0803-11.jpg" alt="Wir beim Webstock Dinner (via Flickr, weiss leider nicht mehr von wem)" /&gt;Wir beim Webstock Dinner (via Flickr, weiss leider nicht mehr von wem)&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ein Ereignis auf das ich sehr gespannt gewesen bin war &lt;a href="http://webstock.org.nz"&gt;Webstock&lt;/a&gt;, eine Konferenz in Wellington mit fantastischen Rednern zu allen m&amp;ouml;glichen Aspekten des Web und eine gute Gelegenheit, sich mit Leuten aus der Branche zu treffen und auszutauschen. Die diesj&amp;auml;hrige Konferenz hatte 500 Teilnehmer und bestand aus drei Tagen mit Seminaren und zwei Tagen mit Vortr&amp;auml;gen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Mein Eindruck von den Workshops und Vortr&amp;auml;gen war ein bisschen gemischt; einige waren wirklich hervorragend und inspirierend, andere eher entt&amp;auml;schend (weil sie wenig neues brachten sondern wiederholten was man schon tausendmal geh&amp;ouml;rt hat). Was mich aber wirklich beeindruckt hat war die perfekte Organisation der Konferenz&amp;mdash;von den Taschen zu den Programmen und Namensschildern, vom Essen bis zum Rahmenprogramm mit Handarbeitsmarkt, Cocktailempfang und sogar Abschlussdinner war alles durchdacht und mit Liebe zusammengestellt, und das trug immens zum Gesamterlebnis bei. Ganz zu schweigen davon dass es einfach Spass machte, so viele Menschen zu treffen die sich leidenschaftlich f&amp;uuml;r das Web begeistern.&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0803-12.jpg" alt="&amp;quot;Schwerkraft und andere Mythen&amp;quot; beim Kulturfestival" /&gt;&amp;quot;Schwerkraft und andere Mythen&amp;quot; beim Kulturfestival&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Als Gegenprogramm liess ich mich dazu &amp;uuml;berreden, mit Kollegen am &lt;a href="http://www.wellingtonroundthebays.co.nz/"&gt;Round the Bays&lt;/a&gt; Wettrennen teilzunehmen, welches &amp;uuml;ber 7 km entlang der Bucht f&amp;uuml;hrt, vom Zentrum nach Kilbirnie, einem Stadteil in der N&amp;auml;he des Flughafens. Round the Bays ist ein &amp;quot;fun run&amp;quot;, als nur so zum Spass, eine nette kleine Sonntagmorgenbesch&amp;auml;ftigung f&amp;uuml;r die ganze Familie, denn wenn es nicht mindestens eine zweistellige Strecke, bergauf und am besten noch bei Gegenwind ist, ist es f&amp;uuml;r den Kiwi kein ernstzunehmender Sport.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Auf der S&amp;uuml;dinsel haben sie ein allj&amp;auml;hrliches Rennen namens &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Coast_to_Coast_%28race%29"&gt;Coast to Coast&lt;/a&gt; bei dem man buchst&amp;auml;blich die S&amp;uuml;dlichen Alpen von der Westk&amp;uuml;ste zur Ostk&amp;uuml;ste &amp;uuml;berquert und dabei zu Fuss, mit dem Fahrrad und in Kajaks 243 km zur&amp;uuml;cklegt. Die besten schaffen das in nur 10.5 Stunden. Und dann gibt es eine sogenannte &amp;quot;24 hour mountain bike challenge&amp;quot;, bei der man, wie unschwer zu erraten ist, einen ganzen Tag lang Mountainbike f&amp;auml;hrt.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ich gebe also gern zu dass 7 km auf ebener Strecke nicht gerade extrem sind. Trotzdem war ich stolz dass ich das ganze in 41 Minuten und 9 Sekunden hinter mich gebracht habe, vor allem wenn man bedenkt dass meine schnelleren Teamkollegen alle m&amp;auml;nnlich und im Durchschnitt ein Jahrzehnt j&amp;uuml;nger waren.&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0803-13.jpg" alt="Gary Trudeau bei der Readers and Writers Week" /&gt;Gary Trudeau bei der Readers and Writers Week&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Damit nicht genug gab es eine F&amp;uuml;lle kultureller Ereignisse in der Stadt. Es will mir nicht einleuchten weshalb zwei der gr&amp;ouml;ssten j&amp;auml;hrlichen Veranstaltungen, das  International Arts Festival und das Fringe Festival, immer gleichzeitig stattfinden anstatt sie etwas zu verteilen. Was auch immer der Grund sein mag, wir haben es jedenfalls geschafft mehrere interessante Veranstaltungen zu besuchen, unter anderem, eine schwarze Kom&amp;ouml;die im Downstage Theater, ein Jazz Trio aus den Vereinigten Staaten (&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Bad_Plus"&gt;The Bad Plus&lt;/a&gt;), Akrobaten auf dem Civic Square und zwei Lesungen bei der Autoren und Leserwoche: Den amerikanischen Karikaturisten  &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Gary_Trudeau"&gt;Gary Trudau&lt;/a&gt;, und eine sehr interessante Diskussion zwischen dem britischen Schriftsteller &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ian_McEwan"&gt;Ian McEwan&lt;/a&gt;, dem deutschen &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Timm"&gt;Uwe Timm&lt;/a&gt;, und dem neuseel&amp;auml;ndischen Autor und Dichter &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/C_K_Stead"&gt;C.K. Stead&lt;/a&gt;. Vielleicht ist es ja gut dass von nun an weniger los ist&amp;mdash;so komme ich zum Luft holen, und nat&amp;uuml;rlich auch endlich zum bloggen.&lt;/p&gt; </description>
			<pubDate>Mon, 31 Mar 2008 00:00:00 +1300</pubDate>
			
			
			<guid>http://sibylle.co.nz/de-februar-maerz-2008/</guid>
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			<title>April-Juni 2008</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-juni-2008/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Das Wahine Ungl&amp;uuml;ck&lt;/h3&gt;    &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0806-01.jpg" alt="Fundst&amp;uuml;cke von der Wahine; heute im Museum. Wenn man genau hinschaut, sieht man an der Trillerpfeife an der Schwimmweste tiefe Bissspuren." /&gt;Fundst&amp;uuml;cke von der Wahine; heute im Museum. Wenn man genau hinschaut, sieht man an der Trillerpfeife an der Schwimmweste tiefe Bissspuren.&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Im April gedachte Wellington des 40. Jahrestages eines der dunkelsten Kapitel in seiner kurzen Geschichte: Dem Wahine Ungl&amp;uuml;ck. Die Wahine (&amp;quot;Frau&amp;quot; auf Maori und Hawaiisch, und mit der Betonung auf der ersten Silbe ausgesprochen), war eine Personenf&amp;auml;hre die in den fr&amp;uuml;hen 60er Jahren in Schottland gebaut wurde. Zu der damaligen Zeit war die Wahine eine der gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten F&amp;auml;hren der Welt, ausgestattet mit modernen Kabinen und Annehmlichkeiten f&amp;uuml;r 928 Passagiere. Sie kam Mitte 1966 nach Wellington und verkehrte zwischen Lyttleton (bei Christchurch) und Wellington. (Hier ist eine &lt;a href="http://www.nzmaritime.co.nz/Wa33a.jpg"&gt;Anzeige von damals&lt;/a&gt;.)&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Am Abend des 9. April 1968 verliess die Wahine Lyttleton in Richtung Wellington. Zu diesem Zeitpunkt erwartete niemand irgendwelche Schwierigkeiten bei der &amp;Uuml;berfahrt. Doch in der Nacht ver&amp;auml;nderten sich die Wetterbedingung drastisch. Ein warmer tropischer Wirbelsturm bewegte sich rapide Richtung S&amp;uuml;den, w&amp;auml;hrend sich eine kalte Sturmfront von der Antarktis (die uns wohl bekannten &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Southerly"&gt;Southerlies&lt;/a&gt;) nach Norden verschob. Es h&amp;auml;tte kaum schlimmer kommen k&amp;ouml;nne: Die beiden Wettersystem trafen direkt &amp;uuml;ber Wellington zusammen und so entstand ein extrem starker Sturm mit gef&amp;auml;hrlichen Turbulenzen. In den fr&amp;uuml;hen Morgenstunden des 10. April gab es Wind bis zu 125 Knoten &amp;uuml;ber der Cook Strait. Die Stadt selber wurde von einem Orkan mit bis zu 275 km/h Windgeschwindigkeit heimgesucht&amp;mdash;der st&amp;auml;rkste der je in Neuseeland gemessen wurde. Ich habe schon einmal &amp;uuml;ber Windgeschwindigkeit geschrieben, damals als wir auf dem &lt;a href="http://sibylle.co.nz/de-november-2004/"&gt;Containerschiff&lt;/a&gt; waren. Die h&amp;ouml;chste Stufe der Beaufortskala f&amp;uuml;r Windst&amp;auml;rke ist 12, f&amp;uuml;r Winde ab 120 km/h. Der gute Sir Francis war wohl niemals in Wellington gewesen bevor er diese Skala entwickelte. W&amp;auml;hrend ich dies schreibe werden f&amp;uuml;r heute nachmittag Windb&amp;ouml;en von bis zu 140 km/h vorhergesagt. Ein normaler Wintertag halt.&lt;/p&gt;    &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0806-02.jpg" alt="Diorama des Ungl&amp;uuml;cks im Museum of Wellington City and Sea" /&gt;Diorama des Ungl&amp;uuml;cks im Museum of Wellington City and Sea&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Aber zur&amp;uuml;ck zum eigentlichen Thema. Als die Wahine sich um etwa 6 Uhr morgens dem Eingang zur Wellingtoner Bucht n&amp;auml;herte war die Sichtweite wegen des Sturms und der aufgew&amp;uuml;hlten See praktisch Null. Schlimmer noch, der Rader des Schiffs war ausgefallen. Als es dem Kapit&amp;auml;n nicht gelang, das Schiff auf Kurs zu bringen, beschloss er umzukehren, aber stattdessen wurden sie von einer riesigen Welle auf ein  Riff zugetrieben und schrammten es. Weil Wasser in den Motorraum eintrat verlor das Schiff seinen Antrieb; auch der Steuerbord-Propeller wurde besch&amp;auml;digt so dass die F&amp;auml;hre nun antriebslos war. Nun wurde offensichtlich dass sich die Wahine in ernsthafter Gefahr war. Die Passagiere wurden angewiesen, ihre Rettungswesten anzulegen und sich zu den Musterstationen zu begeben.&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Man&amp;ouml;vrierunf&amp;auml;hig und ihren Anker nach sich ziehend wurde die Wahine vom Sturm nach Norden getrieben und driftete so entlang dem Westufer in die Bucht von Wellington. Das Wetter war so schlecht dass alle Hilfsversuche scheiterten. Erst nach Stunden, um etwa 11 Uhr, gelang es schliesslich in der N&amp;auml;he des Stadtteils Seatoun die Anker zu setzen. Versuche die Wahine mit Schleppbooten weiter in den etwas gesch&amp;uuml;tzteren Hafen zu schleppen waren aber wegen des anhaltenden Sturms nicht erfolgreich.&lt;/p&gt;    &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0806-03.jpg" alt="Die gekenterte Wahine im Hafen von Wellington" /&gt;Die gekenterte Wahine im Hafen von Wellington&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Man kann sich wohl nicht vorstellen was f&amp;uuml;r ein Horror dieser Tag f&amp;uuml;r die Passagiere und Besatzung gewesen sein muss, die bei diesem entsetzlichen Unwetter f&amp;uuml;r so viele Stunden festsassen ohne dass Hilfe in Sicht war. Ebenso hilflos waren die Menschen die vom Ufer aus oder im Fernsehen die Ereignisse verfolgten. Es sollte noch viel schlimmer kommen. &lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Am fr&amp;uuml;hen Nachmittag wurde das Schiff von Sturm und Wellen pl&amp;ouml;tzlich gedreht und begann Richtung Steuerbord zu kippen. Um 13:15 Uhr gab der Kapit&amp;auml;n den Befehl, das Schiff zu evakuieren. Wegen der zunehmenden Schr&amp;auml;glage konnten aber nur vier der acht Rettungsboote ins Wasser gelassen werden, und viele der aufblasbaren Schlauchboote kippten im Sturm einfach um. Wenigstens war das Schiff zu diesem Zeitpunkt von anderen Rettungsbooten umgeben, und viele Passagieren schafften es so den Strand zu erreichen. Aber nicht alle hatten so viel Gl&amp;uuml;ck: &amp;Uuml;ber 200 Menschen landeten im Wasser und wurden gegen das felsige &amp;ouml;stliche Ufer getrieben. Dieser Teil der Bucht ist unbewohnt, und die einzige enge Strasse war durch Erdrutsche abgeschnitten und unpassierbar. Tragischerweise starben manche der Menschen, denen es gelang das Ufer zu erreichen, dort aus Ersch&amp;ouml;pfung bevor Hilfe eintreffen konnte. &lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Die Wahine kippte schliesslich um 14:30 Uhr komplett um. Von den 734 Passagieren und Besatzung starben an diesem Tag 51; zwei weitere erlagen sp&amp;auml;ter von ihren Verletzungen. Das &lt;a href="http://www.museumofwellington.co.nz"&gt;Museum of Wellington City &amp;amp; Sea&lt;/a&gt; widmet der Katastrophe eine Dauerausstellung in der unter anderem herzzerreissende Videoaufnahmen von diesem Tag zu sehen sind.&lt;/p&gt;    &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0806-05.jpg" alt="Hilflose Zuschauer am Ufer" /&gt;Hilflose Zuschauer am Ufer&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Das Wahine Ungl&amp;uuml;ck ist nicht nur das traumatischste Ereignis in der Geschichte Welllingtons, es markiert auch den Beginn einer neuen &amp;Auml;ra f&amp;uuml;r Fernsehnachrichten in Neuseeland. Berichterstattung von der  Katastrophe erfolgte noch w&amp;auml;hrend sich die Ereignisse entwickelten und wurde live in Fernsehen und Radio &amp;uuml;bertragen und in alle Welt gesendet. Das war f&amp;uuml;r die damalige Zeit ungew&amp;ouml;hnlich. (Ein Beispiel f&amp;uuml;r einen &lt;a href="http://www.teara.govt.nz/EarthSeaAndSky/SeaAndAirTransport/Shipwrecks/5/ENZ-Resources/Standard/5/en"&gt;Fernsehbericht auf Te Ara&lt;/a&gt;.)&lt;/p&gt;       &lt;p&gt;Bis zum heutigen Tag ist es nicht ganz klar wie eine solche Katastrophe mit einem hochmodernen Schiff und buchst&amp;auml;blich direkt vor den Augen der Hauptstadt Neuseelands passieren konnte. Wenn es auch klar ist dass das schlimme Wetter das Ungl&amp;uuml;ck verursachte, so fragt man sich doch ob andere Entscheidungen des Kapit&amp;auml;ns und an Land das Ausmass der Katastrophe h&amp;auml;tte vermindern k&amp;ouml;nnen.&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Auch an Land richtete der Sturm massiven Schaden an. D&amp;auml;cher wurden abgedeckt und Stromkabel weggerissen, Menschen wurden von fliegenden Tr&amp;uuml;mmern getroffen und mehrere H&amp;auml;user wurden komplett zerst&amp;ouml;rt. Strassen wurden &amp;uuml;berflutet, Autos und Krankenwagen vom Sturm umgeblasen&amp;mdash;alles Gr&amp;uuml;nde weshalb es so schwierig war, den Verletzten zu Hilfe zu kommen. Ein Augenzeuge der damals ein junger B&amp;uuml;roarbeiter war und Akten nach Wellington bringen sollte, &lt;a href="http://www.teara.govt.nz/EarthSeaAndSky/ClimateAndAtmosphere/Weather/7/ENZ-Resources/Standard/3/en"&gt;berichtet von seinen Erfahrungen&lt;/a&gt;:&lt;/p&gt;    &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0806-04.jpg" alt="Der Mastbaum der Wahine ist jetzt ein Mahnmal im Frank Kitts Park am Hafen" /&gt;Der Mastbaum der Wahine ist jetzt ein Mahnmal im Frank Kitts Park am Hafen&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&amp;quot;Als ich durch die Windschutzscheibe schaute dachte ich, das Wetter sieht nicht so toll aus, aber als alteingesessener Wellingtoner war ich ja an eine kleine Brise gew&amp;ouml;hnt.[...]&lt;/p&gt;      &lt;p&gt;Als ich aus dem Auto ausstieg musste ich ein bisschen gegen den Wind ank&amp;auml;mpfen, aber bald wurde mir klar dass der Sturm unglaublich stark war. [...] Noch bevor ich irgendwo Zuflucht finden konnte blies mich der Wind mitten auf die Strasse, direkt in den Verkehr. [...] Manche hielten sich an Laternenpf&amp;auml;hlen fest [...] das riesige Glasfenster eines Ladens war v&amp;ouml;llig vom Wind zerschmettert worden.&amp;quot;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Der 40ste Jahrestag dieses schwarzen Tages in Wellingtons Geschichte diente auch als eindrucksvolle Mahnung, die Naturgewalten nicht zu untersch&amp;auml;tzen. Dies gilt auch noch im Jahr 2008, trotz aller Technologie die uns heute zur Verf&amp;uuml;gung steht. Nur wenige Tage nach dem Wahine Jahrestag geriet eine Gruppe Teenager aus Auckland bei einer Schulwanderung in einer Schlucht in schlechtes Wetter. Als sie versuchten, einen rapide anschwellenden Fluss zu &amp;uuml;berqueren und sich in Sicherheit zu bringen, wurden sie von einer Springflut &amp;uuml;berrascht, und sechs Sch&amp;uuml;ler und ein Lehrer &lt;a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,547686,00.html"&gt;wurden von den Fluten mitgerissen und kamen ums Leben&lt;/a&gt;. Extremes Wetter ist in Neuseeland niemals fern.&lt;/p&gt;     &lt;h3&gt;Tentakeliges&lt;/h3&gt;    &lt;p&gt;Niemand kann behaupten dass man hier nichts lernt. Heute h&amp;ouml;ren wir von den Abenteuern einer Gruppen von Teuthologen, also Wissenschaftler die sich mit der Erforschung von Cephalopoden besch&amp;auml;ftigen, oder kurz gesagt, Tintenfischforscher.&lt;/p&gt;    &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0806-07.jpg" alt="Erwischt!" /&gt;Erwischt!&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Im Februar 2007 ging neuseel&amp;auml;ndischen Fischern in der Ross Sea am S&amp;uuml;dpol ein seltener Kolosskalmar &lt;a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,467933,00.html"&gt;ins Netz&lt;/a&gt;. Mit 10 Metern L&amp;auml;nge und 495 kg Gewicht war er der gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Tintenfisch der jemals gefangen wurde, und das war reines Gl&amp;uuml;ck: Der Kalmar war gerade dabei, einen Hecht zu verspeisen den die Fischer an der Angel hatten und so wurde er gemeinsam mit seiner Mahlzeit an Bord gehievt. Na ja, das Gl&amp;uuml;ck war wohl eher nicht auf der Seite des Kalmars.&lt;/p&gt;     &lt;p&gt;Kolosskalmare sind k&amp;uuml;rzer aber viel schwerer als ihre bekannteren entfernten Verwandten, die Riesenkalmare. Tintenfischfans streiten sich gern dar&amp;uuml;ber welches denn nun das weltgr&amp;ouml;sste Weichtier sei&amp;mdash;es kommt wohl darauf an wie man &amp;quot;gross&amp;quot; definiert. Eigentlich auch egal, denn beide sind beeindruckend. Um die Ausmasse des Biests in Perspektive zu setzen stellte einer der Wissenschafter einen vielzitierten Vergleich an: &amp;quot;Wenn man aus ihm Calamari machen w&amp;uuml;rde h&amp;auml;tten die Ringe den Durchmesser von Traktorreifen.&amp;quot;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Der Kalmar wurde nach Wellington ins &lt;a href="http://www.tepapa.govt.nz/TePapa/English/CollectionsAndResearch/CollectionAreas/NaturalEnvironment/Molluscs/ColossalSquid/"&gt;Te Papa&lt;/a&gt; Museum gebracht wo er untersucht werden sollte. Und so traf sich im April eine Gruppe von Wissenschaftlern um ihn zusammen mit ein paar anderen Exemplaren zu sezieren.&lt;/p&gt;    &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0806-06.jpg" alt="Die Wissenschaftler im Tintenfischbecken" /&gt;Die Wissenschaftler im Tintenfischbecken&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Es w&amp;auml;re nicht das Jahr 2008 wenn der Kalmar keinen &lt;a href="http://wordpress.com/tag/colossal-squid/"&gt;Blog&lt;/a&gt; h&amp;auml;tte; besser noch, das ganze Ereignis wurde live gebloggt und gefilmt und via SquidCam im Internet gezeigt und von Tausenden weltweit verfolgt. Man konnte dabei zuschauen wie die Wissenschaftler vorsichtig den gefrorenen Tintenfisch auftauten (ein Vorgang der mehrere Tage dauerte und in einem extra daf&amp;uuml;r gebauten, 10.000 Liter fassenden Becken stattfand) und deren Fortschritt in Echtzeit verfolgen.&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;So konnten wir nicht nur beobachten wie das Team einen Geschmackstest vornahm (Aus rein wissenschaftlichen Gr&amp;uuml;nden nat&amp;uuml;rlich. Das Urteil: Essbar aber etwas z&amp;auml;h und bitter.), sondern auch eine Menge Faszinierendes lernen, zum Beispiel&lt;/p&gt;  &lt;ul&gt;	  	&lt;li&gt;Tentakeln: Riesenkalmare haben Saugn&amp;auml;pfe, Kolosskalmare haben Haken!&lt;/li&gt;  	&lt;li&gt;Augen: Das Auge des Kolosskalmar ist das gr&amp;ouml;&amp;szlig;te im Tierreich bekannte Auge. Die Linse ist so gross wie eine Orange und l&amp;auml;sst somit viel Licht durch, was es dem Tier erlaubt, in der totalen Dunkelheit von Meerestiefen bis zu 1000 Metern zu jagen.&lt;/li&gt;  	&lt;li&gt;Und mein Favorit, das Gehirn: Das Gehirn eines Kalmars umringt seine Speiser&amp;ouml;hre. Deswegen muss alles was der Kalmar isst stark verkleinert werden, denn es muss buchst&amp;auml;blich mitten durchs Gehirn passieren.  Wow.&lt;/li&gt;  &lt;/ul&gt;    	 	&lt;p&gt;Seit die Untersuchungen Anfang Mai zu Ende gingen wird der Tintenfisch in einem Becken gelagert. Dort wird er pr&amp;auml;pariert, damit er im Museum ausgestellt werden kann. Das werde ich mir nat&amp;uuml;rlich ansehen. Mehr Fotos gibt es auf der Webseite von &lt;a href="http://www.tepapa.govt.nz/TePapa/English/CollectionsAndResearch/CollectionAreas/NaturalEnvironment/Molluscs/ColossalSquid/ColossalSquidGallery.htm"&gt;Te Papa&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;    	 &lt;h3&gt;Die Siedler von Aotearoa&lt;/h3&gt;   &lt;p&gt;K&amp;uuml;rzlich trank ich australischen Wein. Auf der Flasche verk&amp;uuml;ndete das Etikett stolz dass die Kelterei auf &amp;quot;weit &amp;uuml;ber 40 Jahre Geschichte&amp;quot; zur&amp;uuml;ckblicken k&amp;ouml;nne. Die Dimensionen auf dieser Seite des Planeten sind eben ein bisschen anders als die des alten Europa.&lt;/p&gt; 	  &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0806-08.jpg" alt="Sonntagnachmittag am Hafen" /&gt;Sonntagnachmittag am Hafen&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Diese etwas gewollte Einleitung soll uns zu einer Nachricht &amp;uuml;ber eine &lt;a href="http://www.landcareresearch.co.nz/news/release.asp?Ne_ID=268"&gt;Studie&lt;/a&gt; bringen, die Anfang Juli in Neuseeland die Runde machte, und die die bisherigen Annahmen &amp;uuml;ber die Fr&amp;uuml;hgeschichte des Landes in Frage stellt. Allgemeinhin wurde bislang angenommen dass die ersten Menschen aus Polynesien vor &amp;uuml;ber 2000 Jahren in Neuseeland ankamen. Die neue Studie dagegen kam zu dem Schluss dass diese Wanderung erst viel sp&amp;auml;ter stattfand, n&amp;auml;mlich im sp&amp;auml;ten 13. Jahrhundert.&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Die Forscher untersuchten sowohl Radiokarbon-Datierungen von Knochen der Pazifischen Ratte, oder &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pazifische_Ratte"&gt;Kiore&lt;/a&gt;, als auch von Samen die von den Ratten angenagt worden waren. Sie stellten fest dass nichts weiter als zum Jahr 1280 zur&amp;uuml;ckdatiert werden konnte. Die Kiore kann nicht gut schwimmen und muss deshalb, so die Wissenschaftler, auf Schiffen mit den menschlichen Siedlern angekommen sein. Auch andere arch&amp;auml;ologische Funde, Ver&amp;auml;nderungen in der Fauna und die m&amp;uuml;ndliche &amp;Uuml;berlieferung von Maorigeschichte unterst&amp;uuml;tzen diese These.&lt;/p&gt;     &lt;p&gt;Die Frage nach der ersten menschlichen Besiedlung Neuseelands wird schon seit Jahren debattiert. Wie zu vermuten sind die neuen Befunde umstritten, nicht zuletzt weil sie zwar beweisen dass die Maori tats&amp;auml;chlich die ersten waren die Neuseeland besiedelten, aber eben auch dass die ersten Europ&amp;auml;er, allen voran Abel Tasman im Jahre 1642, nicht erst 1500, sondern nur 350 Jahre sp&amp;auml;ter kamen.&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Wozu ich noch erw&amp;auml;hnen m&amp;ouml;chte dass ich immer noch keinen australischen Wein gefunden habe der mir wirklich schmeckt.&lt;/p&gt;      &lt;h3&gt;Hong Kong&lt;/h3&gt;     &lt;p&gt;Ich habe eine neue Lieblingsstadt, und sie heisst Hong Kong. Ich hatte das Gl&amp;uuml;ck, letzten Monat auf dem R&amp;uuml;ckflug von einem Deutschlandbesuch dort ein paar Tage zu verbringen.&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0806-09.jpg" alt="Die Hong Kong Skyline von Tsim Sha Tsui aus" /&gt;Die Hong Kong Skyline von Tsim Sha Tsui aus&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Es ist &amp;uuml;brigens ziemlich schockierend wenn man sich die Auswirkungen einer solchen Reise vor Augen f&amp;uuml;hrt. Wenn man einmal um die halbe Welt und dann wieder zur&amp;uuml;ckfliegt legt man etwa 40.000 km hinter sich. Pro Passagier und Kilometer st&amp;ouml;sst ein grosses Verkehrsflugzeug 110 Gramm Kohlendioxid aus, was sich zu der unglaublichen Summe von 4,5 Tonnen Treibhausgas &lt;strong&gt;pro Person&lt;/strong&gt; zusammenaddiert. (Ich hatte auch einmal eine Quelle f&amp;uuml;r diese Rechnung aber ich kann sie gerade nicht finden. Frag Google.) Das entspricht 25.000 km Autostrecke mit einem Mittelklassewagen.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Zum Gl&amp;uuml;ck habe ich ja kein Auto, weder mittel- noch sonstklassig. 95% meines Lebens spielt sich in einem Umkreis mit etwa 1 km Radius ab. Wohnung, Arbeit, Gym, L&amp;auml;den, Bars und Restaurants, Kulturangebote, Hafen und so weiter befinden sich alle innerhalb dieses Gebiets, und ich ben&amp;uuml;tze nur ganz selten einmal den Bus oder das Taxi. Aber wenn dieser Lebensstil auch sehr &amp;ouml;kofreundlich und meistens auch total praktisch ist, so kann er doch auch ab und zu ein bisschen klaustrophobisch werden, und das muss ich dann mit einer grossen Reise ausbalancieren (und dabei dann meine &amp;Ouml;kobilanz auf einen Schlag  versauen.)&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Wie gesagt war ich also im Mai f&amp;uuml;r ein paar Wochen in Deutschland und wie immer wars richtig sch&amp;ouml;n, auch wenn es diesmal sowohl f&amp;uuml;r den Sommer als auch f&amp;uuml;r die Fussballeuropameisterschaft noch ein bisschen zu fr&amp;uuml;h war. Wie es sich f&amp;uuml;r gute Auslandsdeutsche geh&amp;ouml;rt bin ich nat&amp;uuml;rlich nach meiner R&amp;uuml;ckkehr nach Wellington trotz Dunkelheit und K&amp;auml;lte morgens um 6 aufgestanden um das Halbfinale und Finale zu verfolgen&amp;mdash;das waren die einzigen Spiele die die Sportkneipe um die Ecke live zeigte. Leider hat die deutsche Nationalmannschaft bei der Niederlage gegen Spanien nicht denselben Enthusiasmus an den Tag gelegt (und ehrlich gesagt war ja auch der Sieg gegen die T&amp;uuml;rkei nicht wirklich verdient...)&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Hong Kong, die Zweite&lt;/h3&gt;  &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0806-10.jpg" alt="Dicht besiedelt, direkt hinter dem Finanzzentrum" /&gt;Dicht besiedelt, direkt hinter dem Finanzzentrum&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Jetzt habe ich es also geschafft ganze vier Abs&amp;auml;tze unter der &amp;Uuml;berschrift &amp;quot;Hong Kong&amp;quot; zu labern ohne dabei auch nur ein Wort wirklich &amp;uuml;ber Hong Kong zu verlieren. Am besten ich fange noch einmal von vorne an. Wobei ich immer noch nicht so richtig weiss wie ich &amp;uuml;ber Hong Kong schreiben soll. Es war eine so intensive Erfahrung, solch ein Ansturm der Eindr&amp;uuml;cke auf alle Sinne an einem Ort wie ich noch keinen gesehen habe.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Eine Art wie man sich die Intensit&amp;auml;t Hong Kongs vor Augen f&amp;uuml;hren kann ist durch seine &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_population_density"&gt;Bev&amp;ouml;lkerungsdichte&lt;/a&gt;. Mit 6.407 Einwohnern/km&lt;sup&gt;2&lt;/sup&gt; ist Hong Kong das am viert-dichtesten besiedelte Land der Welt, nach Nachbar Macau, Monaco und Singapur. Zum Vergleich, Deutschland hat 232 Einwohner/km&lt;sup&gt;2&lt;/sup&gt;. Die USA haben 31 (wobei das nat&amp;uuml;rlich je nach Staat stark variiert), und Neuseeland hat 14,9. Aber das ist noch nicht alles: &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mong_Kok"&gt;Mong Kok&lt;/a&gt;, ein Stadtteil auf der Halbinsel Kowloon, beherbergt 130.000 Einwohner/km&lt;sup&gt;2&lt;/sup&gt;. Das sind nicht nur 8.844 mal mehr als Neuseeland, es ist angeblich auch die gr&amp;ouml;sste Einwohnerdichte der Welt. Mong Kog bedeutet &amp;quot;florierende/gesch&amp;auml;ftige Ecke&amp;quot;. Das war auch so. Ich wohnte in Mong Kok.&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0806-11.jpg" alt="Nachtszene" /&gt;Nachtszene&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ich hatte erwartet dass es schwierig sein w&amp;uuml;rde, mit solchen Menschenmassen zurechtzukommen, vielleicht auch stressig, vor allem beim ersten Mal. &amp;Uuml;berraschenderweise war das aber &amp;uuml;berhaupt nicht der Fall. Ganz im Gegenteil, es war total faszinierend zu beobachte wie die Stadt selbst ein ganz eigener Organismus zu sein schien, und wie einfach es war, ein Teil davon zu werden. Vielleicht ist es ja gerade weil dort so viele Menschen auf so engem Raum zusammenleben dass ihnen einfach nichts anderes &amp;uuml;brig bleibt als miteinander auszukommen. Am liebsten erkunde ich neue St&amp;auml;dte indem ich einfach durch die Strassen gehe, und obwohl ich nicht immer ganz genau wusste wo ich mich befand und zudem noch eine etwas sperrige Fototasche bei mir hatte, konnte ich zwei Tage lange durch die vollen Strassen wandern ohne dass mich jemand anrempelte oder dieses peinliche T&amp;auml;nzchen anfing dass hier in Wellington st&amp;auml;ndig losgeht wenn man die Einkaufsstrasse entlanggeht und keiner sich entscheiden kann auf welche Seite man ausweichen soll. Wo immer ich auch hinging in Hong Kong war die Atmosph&amp;auml;re gesch&amp;auml;ftig und energiegeladen, aber gleichzeitig irgendwie auch gelassen, falls man das so sagen kann.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;In zwei Tagen gelang es mir, ziemlich viel zu sehen und erleben, unter anderem &lt;/p&gt;&lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0806-12.jpg" alt="Central Hong Kong" /&gt;Central Hong Kong&lt;/p&gt;  &lt;ul&gt; 	&lt;li&gt; Den &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Temple_Street_Night_Market"&gt;Temple Street Night Market&lt;/a&gt;, einen Markt mit bunten St&amp;auml;nden, Wahrsagerinnen und Strassenimbissen der weit bis in die Nacht geht&lt;/li&gt; 	&lt;li&gt;Das schon erw&amp;auml;hnte Stadtviertel Mong Kok, wo die meisten Einkaufstrassen fast nur L&amp;auml;den eines bestimmten Typs haben (z.B., nur Aquarien, nur Turnschuhe, nur K&amp;uuml;chenger&amp;auml;te und so weiter) und wo die chinesische Kultur klar dominiert&lt;/li&gt; 	&lt;li&gt;Die Uferpromenade in &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Tsim_Sha_Tsui"&gt;Tsim Sha Tsui&lt;/a&gt; wo man der Filmindustrie Hong Kongs Tribut zollt und wo man einen fantastischen Blick auf die andere Seite des Hafens hat&lt;/li&gt; 	&lt;li&gt;Wie die Einheimischen mit der F&amp;auml;hre auf die andere Hafenseite &amp;uuml;berzusetzen&lt;/li&gt; 	&lt;li&gt;Die verr&amp;uuml;ckten Bauger&amp;uuml;ste aus Bambusholz bestaunen die man wirklich &amp;uuml;berall sieht (im Fotoalbum gibts einige Beispiele)&lt;/li&gt; 	&lt;li&gt;Das hervorragende &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hong_Kong_Museum_of_History"&gt;Hong Kong Museum of History&lt;/a&gt;, das mir nicht nur zur rechten Zeit die Gelegenheit gab, ein heftiges mitt&amp;auml;gliches Gewitter im Trockenen abzuwarten, sondern auch interessante und beeindruckende Einblicke in Hong Kongs Geschichte bot&lt;/li&gt; 	&lt;li&gt;Mit der supersteilen Tram zum &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Victoria_Peak"&gt;Victoria Peak&lt;/a&gt; hochzufahren (auch wenn die Aussicht wegen der vielen Wolken so gut wie nicht vorhanden war)&lt;/li&gt; 	&lt;li&gt;Durch das Finanzviertel mit seinem Labyrinth von Passagen und Einkaufszentren zu wandern&lt;/li&gt; 	&lt;li&gt;Den Kopf zu heben und all die unglaublich grossen Apartmentt&amp;uuml;rme zu bestaunen&lt;/li&gt; 	&lt;li&gt;Der wundersch&amp;ouml;ne &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hong_Kong_Park"&gt;Hong Kong Park&lt;/a&gt; mit seiner Voliere inmitten der Wolkenkratzer&lt;/li&gt; 	&lt;li&gt;Und schliesslich, sich einfach vom Fluss dieser sch&amp;ouml;nen, verr&amp;uuml;ckten und intensiven Stadt mitreissen zu lassen&lt;/li&gt; &lt;/ul&gt;  &lt;p&gt;Viele bunte Bilder: &lt;a href="http://sibylle.co.nz/albums/hongkong0508/index.html" class="broken "&gt;Hong Kong Fotoalbum&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Mon, 30 Jun 2008 00:00:00 +1200</pubDate>
			
			
			<guid>http://sibylle.co.nz/de-juni-2008/</guid>
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			<title>Juli-Dezember 2008</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/en-juli-dezember-2008/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Do they know it's Christmas?&lt;/h3&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0812-01.jpg" alt="Das Heiligabendwetter &amp;uuml;bt noch" /&gt;Das Heiligabendwetter &amp;uuml;bt noch&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Sechs Monate ist es her seit meinem letzten Eintrag, und nun da wir uns in der letzten Dezemberwoche befinden habe ich einen dieser &amp;quot;Sch..., ich sollte wirklich wieder mal mein Blog aktualisieren&amp;quot; Momente. Schuldgef&amp;uuml;hle funktionieren am Jahresende immer am besten.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Also: Letztes Mal war ich gerade aus Hong Kong zur&amp;uuml;ckgekehrt.&amp;nbsp; Seitdem habe ich die Innenstadt von Wellington kein einziges Mal verlassen. W&amp;auml;re ich nicht so &lt;a href="http://silverstripe.com/sibylle-schwarz"&gt;besch&amp;auml;ftigt&lt;/a&gt; gewesen k&amp;ouml;nnte mir dieser Gedanke schon ein wenig Klaustrophobie verursachen. Wellington ist da widerspr&amp;uuml;chlich: Einerseits ist es unglaublich bequem dass alles so nah beieinander ist. Andererseits ist eben alles immer ganz nah beieinander. Das geht nicht nur mir so. Sowohl Leute die hier aufgewachsen sind als auch neu Zugezogene erz&amp;auml;hlen von &amp;auml;hnlich gemischten Gef&amp;uuml;hlen. Es ist ein bisschen wie mit dem Wetter: unbeschreiblich scheusslich an einem schlechten Tag, und einfach herrlich an einem guten. Leute die keine Extreme m&amp;ouml;gen sollten besser nicht hierherziehen. &lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Man kriegt die Krise&lt;/h3&gt;  &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0812-02.jpg" alt="Da muss es ja schlecht um die Wirtschaft stehen wenn sogar der &amp;ouml;rtliche Strip Club dicht macht" /&gt;Da muss es ja schlecht um die Wirtschaft stehen wenn sogar der &amp;ouml;rtliche Strip Club dicht macht&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Wie im Rest der Welt haben auch hier in Neuseeland globale Probleme die Nachrichten dominiert. Der starke Anstieg des &amp;Ouml;lpreises w&amp;auml;hrend der zweiten Jahresh&amp;auml;lfte hat dazu gef&amp;uuml;hrt dass fast alles teurer geworden ist. Und wenn auch der ebenfalls starke Sturzflug des Kiwi Dollar gegen&amp;uuml;ber dem US Dollar (und dem Euro) dem Export hilft, hat auch das den Druck auf die Konsumenten noch erh&amp;ouml;ht, ganz zu schweigen davon dass Reisen in andere L&amp;auml;nder zur Zeit so gut wie unbezahlbar sind.&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Mit am schlimmsten getroffen wurde auch hier der Wohnungsmarkt. Auch wenn die Situation hier zum Gl&amp;uuml;ck immer noch viel besser ist als in den USA, so h&amp;ouml;rten doch die Immobilienpreise Mitte des Jahres auf zu steigen und fingen umgehend an, stark zu fallen. F&amp;uuml;r viele die ihr Haus w&amp;auml;hrend des Booms gekauft haben, oft mit nur geringer oder sogar ganz ohne Anzahlung, bedeutet das nun dass die Summe die sie schulden h&amp;ouml;her ist als der Wert ihrer Immobilie. &lt;a href="http://www.stuff.co.nz/4799888a11.html"&gt;Einer von 5 Hausbesitzer&lt;/a&gt; soll sich im Moment in so einer Situation befinden. Zwar hat die Reserve Bank Ende des Jahres endlich die Zinsen gesenkt, aber die Mehrzahl der Hypothekenbesitzer hat feste Zinss&amp;auml;tze und wird deshalb von den niedrigeren S&amp;auml;tzen erst in Monaten oder sogar Jahren profitieren. &lt;/p&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0812-03.jpg" alt="Wellington von den H&amp;uuml;geln bei Brooklyn aus gesehen" /&gt;Wellington von den H&amp;uuml;geln bei Brooklyn aus gesehen&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Der Wohnungsmarkt war nicht der einzige Grund zur Sorge: Auch Lebensmittelpreise sind emporgeschnellt; im August sahen wir den h&amp;ouml;chsten monatlichen Anstieg seit 19 Jahren. Am schlimmsten ist es f&amp;uuml;r Grundnahrungsmittel: Verglichen zum Vorjahr kostet Salat 145% mehr, Butter 88%, K&amp;auml;se 44%, Brot 17% und Milch 13%. Die Schuld f&amp;uuml;r die hohen Preise wurde den erh&amp;ouml;hten Transportkosten zugeschoben, jedoch sind auch nun, da der Benzinpreis wieder viel niedriger ist, die Lebensmittelpreise immer noch genaus so hoch. Anders als viele Kiwis k&amp;ouml;nnen wir das auffangen, aber f&amp;uuml;r viele ist das eine echte Belastung. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Da half es auch nicht das Neuseelands gr&amp;ouml;sste Firma (nach Umsatz), das Molkereiunternehmen &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Fonterra"&gt;Fonterra&lt;/a&gt;, in den&amp;nbsp;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/2008_Chinese_milk_scandal"&gt;chinesischen Milchskandal&lt;/a&gt; verwicklet war. China ist einer der gr&amp;ouml;ssten Exportm&amp;auml;rkte f&amp;uuml;r neuseel&amp;auml;ndische Milchprodukte, und die chinesische Firma Sanlu, von der Fonterra 43% besitzt, war im Mittelpunkt des Skandals. Anscheinend hatte Sanlu bereits im Dezember 2007 Beschwerden &amp;uuml;ber seine mit Melamin getreckte Babynahrung erhalten, aber log acht Monate lang dar&amp;uuml;ber bevor das Problem &amp;ouml;ffentlich wurde. Fonterra will davon vor August 2008 nichts gewusst haben. Egal ob das stimmt oder nicht (ich weiss ehrlich nicht was ich glauben soll), es hat auf jeden Fall das Ansehen der Firma besch&amp;auml;digt, und das in einer Zeit in der die Wirtschaftslage sowieso schon fragil ist. &lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Change we can't really believe in&lt;/h3&gt;  &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0812-04.jpg" alt="Zur Wahl nach rechts" /&gt;Zur Wahl nach rechts&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Im November 2008 fanden in Neuseeland Parlamentswahlen statt. In Neuseeland w&amp;auml;hlt man alle drei Jahre&amp;mdash;zu kurz, meiner Ansicht nach, um wirklich etwas bewirken zu k&amp;ouml;nnen. Dieses Jahr war der Wahlkampf ganz klar von den US Pr&amp;auml;sidentschaftswahlen &amp;uuml;berschattet, welche vier Tage fr&amp;uuml;her stattfanden und die bei den Kiwis weit mehr Interesse und Begeisterung ausl&amp;ouml;sten als unsere eigenen. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Den Umfragen zufolge war es schon lange klar dass die regierende (links/Mitte) Labour Party von Premierministerin Helen Clark verlieren w&amp;uuml;rde und dass die neue Regierung von der (rechts/konservativen) National Party unter dem Neuling&amp;nbsp;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/John_Key"&gt;John Key&lt;/a&gt; gebildet w&amp;uuml;rde. Beide Parteivorsitzenden und Kandidaten verwiesen auf den Wahlausgang in den USA und deuteten die Tatsache dass &amp;quot;die Menschen f&amp;uuml;r progressive Politik&amp;quot;, beziehungsweise &amp;quot;f&amp;uuml;r einen Regierungswechsel&amp;quot; gestimmt hatten als ein gutes Zeichen f&amp;uuml;r ihre eigenen Chancen. Am Ende kam es (je nach politischer &amp;Uuml;berzeugung) wie vorhergesagt/erhofft/gef&amp;uuml;rchtet: National erhielt eine komfortable Mehrheit und bildete zusammen mit mehreren kleinen Parteine eine breite Regierungskoalition. &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/New_Zealand_general_election,_2008"&gt;Ergebnisse im Detail&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0812-05.jpg" alt="Kajaks am Hafen von Wellington" /&gt;Kajaks am Hafen von Wellington&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Anders als bei der letzten Wahl, als wir noch kein ganzes Jahr im Land waren, durften wir dieses Mal mitw&amp;auml;hlen, aber ich muss zugeben dass mich das was da zur Auswahl stand nicht eben inspiriert hat. Viele der Themen und Debatten schienen kleinkariert und irrelevant angesichts der globalen Probleme denen das Land gegen&amp;uuml;bersteht. Schlimmer noch, der Wahlkampf wurde von Schuldzuweisungen und Vorw&amp;uuml;rfen dominiert anstatt dass man versucht h&amp;auml;tte, Wege zu finden um die Probleme anzugehen. Wir haben ein paar der Debatten im Fernsehen angesehen und es war widerw&amp;auml;rtig zu sehen wie diese Spitzenpolitiker einander an- und &amp;uuml;berschrien und mehr daran interessiert schienen, der lautere zu sein als an einer echten Debatte um die Themen. Bis jetzt hat die neue Regierung innerhalb von zwei Wochen acht neue Gesetze im Eilverfahren durchgeboxt, also ohne &amp;ouml;ffentliche Debatte in Aussch&amp;uuml;ssen. Wenn ich auch nicht unbedingt mit den neuen Gesetzen selbst ein Problem habe, so bin ich doch ganz und gar nicht einverstanden mit der Vorgehensweise die den demokratischen Prozess einfach aus Prinzip abk&amp;uuml;rzt. Vielleicht ist die dreij&amp;auml;hrige Legislaturperiode ja doch nicht so schlecht und ich kann hoffen dass die n&amp;auml;chste Wahl anders ausgeht. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Zumindest muss ich mir keine Sorgen &amp;uuml;ber Bestechung machen: Neuseeland ist nach einer j&amp;uuml;ngsten Studie neben D&amp;auml;nemark und Schweden das am wenigsten korrupte Land der Welt. Der&amp;nbsp;&lt;a href="http://www.transparency.org/policy_research/surveys_indices/cpi/2008"&gt;Corruption Perceptions Index 2008&lt;/a&gt; der Organisation &lt;a href="http://www.transparency.org/"&gt;Transparency International&lt;/a&gt; untersuchte 180 L&amp;auml;nder und klassifizierte sie auf einer Skala von null bis zehn, wobei null den h&amp;ouml;chsten Grad an Korruption bedeutete und zehn den geringsten. Neuseeland kam auf 9,3. Deutschland, neben Norwegen, war an 14. Stelle (7,9); die USA an 18. (7,3). &lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Goldfinger&lt;/h3&gt;  &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0812-06.jpg" alt="Das Poolburn Viaduct in Central Otago" /&gt;Das Poolburn Viaduct in Central Otago&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Kurz vor Jahresende schaffte ich es dann doch noch f&amp;uuml;r ein paar Tage aus Wellington raus. Wir machten einen Kurzurlaub im S&amp;uuml;den, in &lt;a href="http://www.centralotagonz.com/index.cfm/tourism"&gt;Central Otago&lt;/a&gt;. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Central Otago liegt in der unteren S&amp;uuml;dinsel, etwa zwischen Dunedin und Queenstown. Es ist am besten bekannt f&amp;uuml;r seine bergige, kahle, wilde und unwirtliche Landschaft; Hochland mit Schluchten, weiten Ebenen und tiefblauen Seen, grossem Himmel und klarem Licht. Die Gegend ist sehr d&amp;uuml;nn besiedelt: nur 17.000 Bewohner auf 10,000 km&lt;sup&gt;2&lt;/sup&gt;. &amp;Auml;hnlich wie in den Foothills in Kalifornien ist auch Central Otago vom Gold gepr&amp;auml;gt, einer Geschichte der man auch heute noch auf Schritt und Tritt begegnet wenn auch heute die Wirtschaft haupts&amp;auml;chlich von Wein, Schaftzucht und Tourismus lebt.&lt;/p&gt; 	 &lt;p&gt;Gold wurde erstmals 1863 in &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Saint_Bathans,_New_Zealand"&gt;St Bathans&lt;/a&gt; entdeckt, und wie auch ein Jahrzehnt zuvor in Kalifornien str&amp;ouml;mte Tausende in die Region um ihr Gl&amp;uuml;ck zu versuchen. &amp;Uuml;berall entstanden St&amp;auml;dte deren Bev&amp;ouml;lkerung schnell in die Tausende wuchs, und mit ihnen die unvermeidliche Infrastruktur, vor allem Banken, Bars und Bordelle. Von den 1860er Jahren an suchten Goldgr&amp;auml;ber aus der ganzen Welt nach Gold in den Fl&amp;uuml;ssen und B&amp;auml;chen und erfanden raffinierte Techniken um das Gold mit Hilfe von Hydraulik und Machinen zu bergen. Bis zum heutigen Tag sieht man &amp;uuml;berall historische Geb&amp;auml;ude, Bergbauausr&amp;uuml;stung, Tunnel und Schleusen, und es gibt mehrere kleine aber interessante Museen zur lokalen Geschichte. Man kann sich kaum vorstellen wie hart es f&amp;uuml;r diese Pioniere gewesen sein muss, vor allem in den extrem kalten Otago Wintern, wenn es kaum etwas gab das sich als Feuerholz eignete und der einzige Schutz vor den Elementen Lehmh&amp;uuml;tten oder schlimmer noch, Zelte waren. Um die Jahrhundertwende wurden die Goldminen fast &amp;uuml;berall stillgelegt, nicht so sehr weil das Gold ausgegangen war, sondern wegen der harten Bedingungen und dem sinkenden Goldpreis.&lt;/p&gt;  &lt;h3&gt;Viertele schlotza&lt;/h3&gt;  &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0812-07.jpg" alt="Reben von Bald Hills in Bannockburn" /&gt;Reben von Bald Hills in Bannockburn&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Das heutige Gold ist rubinrot, erdig und mit einer Spur Kirsche: Mit einer Lage auf dem 45. Breitengrad S&amp;uuml;d&amp;mdash;genau in der Mitte ziwschen dem &amp;Auml;quator und dem S&amp;uuml;dpol&amp;mdash; ist Central Otago das s&amp;uuml;dlichste kommerzielle Weinbaugebiet der Welt. 300 m &amp;uuml;ber dem Meeresspiegel gelegen ist es ausserdem das h&amp;ouml;chste in Neuseeland. Heisse, trockene Sommer und kalte Winter sorgen f&amp;uuml;r ein Klima das dem anderer grosser Weinregionen wie z.B. Burgund oder Elsass &amp;auml;hnelt. Die Trauben reifen langsam, was dem Wein einen intensiven Geschmack verleiht, und die B&amp;ouml;den sind reich an Mineralien. Das macht Central Otago ideal f&amp;uuml;r Pinot Gris, Riesling und Pinot Noir, die bekannteste Variante und mein Lieblingswein.&lt;/p&gt; 	 &lt;p&gt;Schon bereits die Goldgr&amp;auml;ber im 19. Jahrhundert bauten Wein in der Gegend an, aber so richtig kam der Weinbau erst in den 1980er Jahren in Schwung. Selbst heute ist die Mehrzahl der Weing&amp;uuml;ter klein und produziert haupts&amp;auml;chlich f&amp;uuml;r den lokalen Markt, in anderen Worten, man kann die Weine nicht einmal hier in Wellington kaufen. Nur wenige grosse Weing&amp;uuml;ter wie z.B. &lt;a href="http://www.mtdifficulty.co.nz"&gt;Mt Difficulty&lt;/a&gt; und &lt;a href="http://www.feltonroad.com"&gt;Felton Road&lt;/a&gt; sind auch in einem weiteren Umfeld und sogar international bekannt. Parallel mit dem wachsenden Weingesch&amp;auml;ft fiel uns auch auf dass in der Region grosses Interesse an gutem Essen herrscht, vor allem an Nahrungsmitteln die in der Region produziert werden.&lt;/p&gt;   &lt;h3&gt;Endlich Urlaub&lt;/h3&gt;  &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0812-08.jpg" alt="Himmel &amp;uuml;ber Central Otago" /&gt;Himmel &amp;uuml;ber Central Otago&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Ich kann Central Otago allen die Neuseeland besuchen nur w&amp;auml;rmstens empfehlen. Die Landschaft und das Licht sind einfach atemberaubend. Die gelassene Gangart ist ein willkommener Kontrast zum Stadtleben (ja, sogar Wellington z&amp;auml;hlt&amp;mdash;es ist eben alles relativ) und die Gastfreundlichkeit l&amp;auml;sst einen &amp;uuml;berall willkommen f&amp;uuml;hlen. Es gibt viel zu erleben, vom Besuch der historischen St&amp;auml;tten zu Aktivit&amp;auml;ten wie Radfahren, Wandern oder Fotografieren, und dann ist da noch das Essen und der Wein...oh, das Essen und der Wein... Wir &amp;uuml;bernachteten in einem sehr netten &lt;a href="http://www.olddoctorsresidence.co.nz"&gt;Bed and Breakfast&lt;/a&gt; in dem vormaligen Goldgr&amp;auml;berst&amp;auml;dtchen Naseby und erkundeten die Region von dort aus, unter anderem einen Tag lang per Fahrrad auf dem hervorragenden &lt;a href="http://www.centralotagorailtrail.co.nz/"&gt;Central Otago Rail Trail&lt;/a&gt;. Die ehemalige Eisenbahnlinie wurde in einen Rad- und Wanderweg umgewandelt auf dem keine Autos erlaubt sind&amp;mdash;meines Wissens ist das einzigartig in Neuseeland. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Mehr zu unserem Urlaub &lt;/p&gt;    &lt;ul&gt; 	&lt;li&gt;Eine detaillierte &lt;a href="http://maps.google.co.nz/maps/ms?hl=en&amp;amp;ie=UTF8&amp;amp;msa=0&amp;amp;msid=103855640358745467216.00045f7b9ec3b9b8f27d6&amp;amp;ll=-44.855869,170.194702&amp;amp;spn=1.362904,2.334595&amp;amp;z=8&amp;amp;source=embed"&gt;Karte auf Google Maps&lt;/a&gt; mit Routen, Ortsmarken, Links und Notizen (auf englisch).&lt;/li&gt; 	&lt;li&gt;Mein &lt;a href="http://sibylle.co.nz/albums/centralotago1208/index.html"&gt;Central Otago Fotoalbum&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt; &lt;/ul&gt;   &lt;h3&gt;Und schliesslich,&lt;/h3&gt;&lt;p&gt;Ein Video von einem gestrandeten Wal das im Internet die Runde macht. Es hat sich von einem obskuren Geheimtipp zu einer Ikone der Popkultur entwickelt und bringt den neuseel&amp;auml;ndischen Humor perfekt auf den Punkt. Viel Spass damit (oder sch&amp;uuml;ttelt einfach nur den Kopf dar&amp;uuml;ber), und ein gutes neues Jahr!&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;&lt;object classid="clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,29,0" width="425" height="344"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/ZdVHZwI8pcA&amp;amp;hl=en&amp;amp;fs=1" /&gt;&lt;param name="quality" value="high" /&gt;&lt;param name="menu" value="false" /&gt;&lt;param name="wmode" value="transparent" /&gt;&lt;embed src="http://www.youtube.com/v/ZdVHZwI8pcA&amp;amp;hl=en&amp;amp;fs=1" wmode="transparent" quality="high" menu="false" pluginspage="http://www.macromedia.com/go/getflashplayer" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Tue, 30 Dec 2008 00:00:00 +1300</pubDate>
			
			
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			<title>Januar-Juni 2009</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-januar-juni-2009/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Zweitausendneuneinhalb&lt;/h3&gt;&lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0906-01.jpg" alt="Dekoration zum Cuba St Carnival" /&gt;Dekoration zum Cuba St Carnival&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nun da ich mich rasant dem Schwabenalter n&amp;auml;here und damit vielleicht auch ein bisschen weiser werde, verstehe ich so langsam was es bedeutet dass &amp;quot;die Tage lang sind, aber die Jahre kurz&amp;quot;. Die ersten sechs Monate des Jahres 2009 waren vor allem eine Kette von langen und sehr vollen Tagen, aber mal ehrlich, es kann doch nicht sein dass das Jahr schon wieder halb vor&amp;uuml;ber ist? Die Weisheit, so glaube ich, kommt wohl daher, den Prozess des Alltags zu sch&amp;auml;tzen, und das habe ich auch mehr oder weniger geschafft. Sehr viel zu arbeiten f&amp;uuml;hrt aber leider nicht zu allzu vielen blog-werten Neuigkeiten. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wie auch der Rest der Welt hatte Neuseeland seinen Anteil an der globalen Krise und den dazugeh&amp;ouml;rigen Weltuntergangsszenarien. Da gab es Schweinegrippehysterie und Massenentlassungen, Preisanstieg und Haushaltskrise, und auch die Steuererleichterungen die man uns im Wahlkampf versprochen hatte sind vom Tisch. (Weil ich von Anfang an nicht an sie geglaubt hatte war das zwar irgendwie entt&amp;auml;uschend, doch kaum &amp;uuml;berraschend.) &lt;/p&gt;&lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0906-02.jpg" alt="Die Freuden des Globalismus: Importierte Kiwis aus Italien" /&gt;Die Freuden des Globalismus: Importierte Kiwis aus Italien&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auf globaler Ebene kam Neuseeland vor allem deshalb in die Schlagzeilen weil ein neuseel&amp;auml;ndisches Paar, dessen Bank versehentlich 10 Millionen Dollar in deren Konto deponierte, daraufhin prompt das Land verliess und es schaffte, knapp 4 Millionen abzuheben bevor man es merkte. Bei der allgemeinen weltweiten Stimmung gegen&amp;uuml;ber den Banken ist es nicht erstaunlich dass die Geschichte mit ziemlich viel Schadenfreude aufgenommen wurde, und nicht wenige die zuf&amp;auml;lligen Million&amp;auml;re und Diebe offen bewunderten. &lt;/p&gt;&lt;h3&gt;Mal wieder die S&amp;uuml;dinsel &lt;br /&gt;&lt;/h3&gt;&lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0906-03.jpg" alt="Der Northern Walkway - ein Wanderweg bei Wellington" /&gt;Der Northern Walkway - ein Wanderweg bei Wellington&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Daf&amp;uuml;r dass mein Leben in der ersten Jahresh&amp;auml;lfte nicht total ohne jegliche soziale Aktivit&amp;auml;ten verlief habe ich meiner Mutter und meinem Bruder zu verdanken, die uns auf ihrem Neuseelandurlaub im M&amp;auml;rz besuchten. Nach einem Aufenthalt bei uns hier in Wellington ergriffen wir die Gelegenheit, mit ihnen f&amp;uuml;r eine Weile auf die S&amp;uuml;dinsel zu reisen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;An einem ziemlich grauen Morgen gingen wir an Bord der F&amp;auml;hre nach Picton. Die &amp;Uuml;berfahrt verlief ohne Probleme, doch als wir unser Mietauto abholen wollten fanden wir uns in einer Szene die an die amerikanische Serie &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=9FIpLWUT3yw"&gt;Seinfeld&lt;/a&gt; erinnerte: Zwar hatte die Mietfirma unsere Reservierung best&amp;auml;tigt, aber keinen Wagen mit Automatikschaltung bereitgehalten. Das letzte Mal dass ich mit manueller Schaltung fuhr war vor etwa zwei Jahrzehnten, und ich hatte nicht vor mit einem Auto voller Leute im str&amp;ouml;menden Regen auf den kurvenreichen Strassen Neuseelands zu &amp;uuml;ben. Zum Gl&amp;uuml;ck erwies sich der Angestellte der Mietfirma as hilfreich, und am Ende bekamen wir dann sogar ein besseres Auto. Auch nicht schlecht. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Unser erstes Ziel war Marahau am s&amp;uuml;dlichen Eingange zum &lt;a href="http://www.doc.govt.nz/parks-and-recreation/national-parks/abel-tasman/" title="Link to the DOC website"&gt;Abel Tasman National Park&lt;/a&gt;. Marahau ist eine winzige Ortschaft, da wo die Strasse aufh&amp;ouml;rt und der Nationalpark beginnt. Obwohl es so entlegen ist gibt es dort ein &lt;a href="http://www.abeltasmancentre.co.nz/dining.html" title="Link to the Abel Tasman Centre website"&gt;hervorragendes Restaurant&lt;/a&gt; und alle m&amp;ouml;glichen Einrichtungen und Angebote f&amp;uuml;r eine Erkundung des Parks.&lt;/p&gt;&lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0906-04.jpg" alt="Blick auf Wellington vom Mt Kaukau" /&gt;Blick auf Wellington vom Mt Kaukau&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir buchten eine Fahrt mit dem Wassertaxi nach Norden zur Tonga Bay, und auf dem Weg dorthin hielten wir ein paar Mal um mehr &amp;uuml;ber die &amp;ouml;rtliche Geschichte und Natur zu lernen. Nach unserer Ankunft machten wir uns dann auf, ein St&amp;uuml;ck des&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;a href="http://www.abeltasmancentre.co.nz/map.html" title="Link to a map of Abel Tasman National Park"&gt;Abel Tasman Coastal Track&lt;/a&gt; wieder zur&amp;uuml;ck nach S&amp;uuml;den zu wandern. Der Abel Tasman Nationalpark ist atemberaubend sch&amp;ouml;n, mit weissen Sandstr&amp;auml;nden, gr&amp;uuml;nen H&amp;uuml;geln und Wasser so blau dass es fast k&amp;uuml;nstlich erscheint. Aus diesem Grund, und weil der Wanderweg relativ einfach zu bew&amp;auml;ltigen ist, ist der Park sehr beliebt, vor allem, wie es scheint, bei meinen Landsleuten: Ich glaube wir h&amp;ouml;rten mehr deutsch auf dieser Strecke als in der Stuttgarter Fussg&amp;auml;ngerzone. &lt;/p&gt;&lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0906-05.jpg" alt="Tonga Bay, Abel Tasman National Park" /&gt;Tonga Bay, Abel Tasman National Park&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Vom Abel Tasman fuhren wir wieder zur&amp;uuml;ck nach Picton und weiter in die Marlborough Sounds zu der wunderbaren&amp;nbsp;&lt;a href="http://www.lochmaralodge.co.nz/" title="Link to the Lochmara Lodge website"&gt;Lochmara Lodge&lt;/a&gt;. Es war genau so&amp;nbsp; grossartig wie bei unserem &lt;a href="http://sibylle.co.nz/de-november-dezember-2007/"&gt;ersten Besuch&lt;/a&gt;, und die Mahlzeiten die wir dort hatten best&amp;auml;tigten f&amp;uuml;r mich dass das Restaurant der Lochmara Lodge dass beste im ganzen Land ist. &lt;/p&gt;&lt;h3&gt;Meer und Berge &lt;br /&gt;&lt;/h3&gt;&lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0906-06.jpg" alt="The Pacific in Kaikoura" /&gt;Der Pazifik in Kaikoura&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Von Picton aus fuhren wir weiter nach S&amp;uuml;den, durch das Weingebiet von &lt;a href="http://www.destinationmarlborough.com/" title="Link the Marlborough tourism website"&gt;Marlborough&lt;/a&gt; bei Blenheim, eines der &amp;auml;ltesten in Neuseeland, und dann der K&amp;uuml;ste entlang nach Kaikoura. Dieser Teil der S&amp;uuml;dinsel mit seinen kahlen H&amp;uuml;geln war neu f&amp;uuml;r mich, und es ist immer wieder faszinierend zu erleben wie schnell sich hier die Landschaft ver&amp;auml;ndert. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;In &lt;a href="http://www.kaikoura.co.nz/" title="Link to the Kaikoura tourism site"&gt;Kaikoura&lt;/a&gt; dreht sich nat&amp;uuml;rlich alles um Wale. Die Stadt selber ist zwar geographisch gesehen sehr beeindruckend, mit Bergen die fast ans Meer heranreichen, aber ansonsten nicht der Rede wert: Wie so viele Orte in Neuseeland ist Kaikoura nicht viel mehr als ein langes Strassendorf mit aneinandergereihten Motels und sonstigen Einrichtungen ganz auf die vielen Besucher ausgerichtet. Die geologische und tektonische Besonderheit der Gegend um Kaikoura ist dass dort die Pazifische und die Australische Platte aufeinandertreffen und dadurch tiefe Unterwassergr&amp;auml;ben entstehen. Das zieht eine ausserordentlich grosse und diverse Menge an Meerestieren an, von Walen und Delfinen bis hin zu anderen Meeress&amp;auml;ugern, Fischen und Wirbellosen. Und all die ziehen wiederum Touristen an.&lt;/p&gt;&lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0906-07.jpg" alt="Hanmer Springs" /&gt;Hanmer Springs&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wahrscheinlich h&amp;auml;tten wir uns keinen ungeeigneteren Tag f&amp;uuml;r unsere Whale Watch&amp;reg; tour aussuchen k&amp;ouml;nnen. Das Wetter war ausserordentlich st&amp;uuml;rmisch und das Meer hatte starken Wellengang.&amp;nbsp; &amp;quot;Extreme Seasickness Warning&amp;quot; (&lt;em&gt;Warnung: Extremes Seekrankheitsrisiko&lt;/em&gt;) stand auf den Anzeigetafeln als wir uns am Treffpunkt einfanden. &amp;quot;Kein Problem!&amp;quot;, dachte ich, &amp;quot;schliesslich habe ich schon&amp;nbsp;&lt;a href="http://sibylle.co.nz/de-november-2004/"&gt;ganz andere St&amp;uuml;rme&lt;/a&gt; &amp;uuml;berstanden. Das kann mir gar nichts anhaben.&amp;quot; Hochmut kommt vor dem Fall. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Man sagt unsere Tour hatte aussergew&amp;ouml;hnliches Gl&amp;uuml;ck, denn wir sahen viel mehr Wale as &amp;uuml;blich, ausserdem Schwarzdelfine, Robben und viele Seev&amp;ouml;gel. Ich kann das selber nicht best&amp;auml;tigen. Die erste H&amp;auml;lfte der Tour verbrachte ich in der Angst, sterben zu m&amp;uuml;ssen. In der zweiten H&amp;auml;lfte war ich dazu bereit und f&amp;uuml;rchtete nur noch dass mir diese Erl&amp;ouml;sung nicht geg&amp;ouml;nnt sei. Vielleicht wird mich ja diese Erfahrung endlich lehren, mich von kleinen Booten fernzuhalten sobald die Windst&amp;auml;rke 2 &amp;uuml;bersteigt. &lt;/p&gt;&lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0906-08.jpg" alt="In den Huegeln bei Wellington" /&gt;In den H&amp;uuml;geln bei Wellington&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wieder auf festem Boden war ich reif f&amp;uuml;r weniger aufregende Aktivit&amp;auml;ten. Wir setzten unsere Reise fort in Richtung Berge, nach&amp;nbsp;&lt;a href="http://www.hanmersprings.co.nz/" title="Link to the Hanmer Springs website"&gt;Hanmer Springs&lt;/a&gt;. Hanmer ist ein alpines Dorf das vor allem f&amp;uuml;r seine Mineralb&amp;auml;der und Wellness-Center bekannt ist. Mit seinen gigantischen Redwoodb&amp;auml;umen die die Hauptstrasse s&amp;auml;umen erinnerte es mich stark an Nordkalifornien. Die riesige und sch&amp;ouml;n bepflanzte B&amp;auml;deranlage war entspannt, und es gibt um Hamner viele Wanderwege mit teilweise atemberaubenden Aussichten. Es war ein perfekter Abschluss des gemeinsamen Urlaubs f&amp;uuml;r mich denn ich musste wieder zur&amp;uuml;ck nach Wellington und zur Arbeit. Ganz bestimmt will ich aber wieder einmal zur&amp;uuml;ckkommen. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein paar Bilder von unserem Urlaub sind in meinem &lt;a href="http://sibylle.co.nz/albums/southisland0309/index.html"&gt;South Island Holiday Photo Album&lt;/a&gt; zu finden. Noch mehr und viele bessere gibts bei meinem Bruder im &lt;a href="http://www.dominik-schwarz.net/reisen/neuseeland2009/" title="Link to DominikSchwarz.net"&gt;Reisebilderbuch Neuseeland&lt;/a&gt;. &lt;/p&gt;&lt;h3&gt;Musik ist Trumpf &lt;/h3&gt;&lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/0906-09.jpg" alt="Endlich!" /&gt;Endlich!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Diesmal haben wir es geschafft, und das gerade noch rechtzeitig: Nach unserem &lt;a href="http://sibylle.co.nz/de-april-juni-2007/"&gt;missgl&amp;uuml;ckten Versuch&lt;/a&gt; vor ein paar Jahren, Nine Inch Nails in Sydney zu sehen, waren wir begeistert als wir herausfanden dass sie im Februar nach Auckland kommen w&amp;uuml;rden. Es war eines der Konzerte die&amp;nbsp; zwischen die grosse Lights in the Sky Tour von 2008 und die NIN|JA Tour 2009 eingeschoben wurden, ohne besondere B&amp;uuml;hnenshow, doch mit einem hervorragenden Set mit sowohl &amp;auml;lterem als auch neuerem Material. Der Tag des Konzerts, so stellte es sich heraus, war auch der an dem Trent Reznor das Ende seiner Touren verk&amp;uuml;ndete (f&amp;uuml;r eine Weile oder auch f&amp;uuml;r immer&amp;mdash;man weiss es nicht). Zum Gl&amp;uuml;ck las ich das erst am n&amp;auml;chsten Tag so dass ich das Konzert in seliger Unwissenheit geniessen konnte. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ausserdem konnte ich auch ein Konzert von David Byrne besuchen (zum zweiten Mal - wir hatten ihn vor einigen Jahren in San Francisco gesehen). Das war ein ziemliches Kontrastprogramm, diesmal in Wellington, mit einer weissgekleideten choreographierten Tanztruppe, und an einem Punkt, David Byrne selbst im Ballettr&amp;ouml;ckchen. Hervorragend. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und schliesslich habe ich 2009 ein Hobby wieder aufgenommen das die letzten zwei Jahrzehnte brachgelegen hatte: Ich fing wieder an, Gitarre zu spielen. Auch wenn ich anfangs &amp;uuml;berzeugt war dass meine Finger seit dem 80er Jahren zu kurzen Wurstfingern geschrumpft sind, sagt das Internet dass alles nur &amp;Uuml;bungssache ist, und so bin ich hoffunungsvoll. Und bis ich wieder richtig G und F greifen kann ist es zumindest ein kreativer Ausgleich. &lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 00:00:00 +1200</pubDate>
			
			
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			<title>Juli-Dezember 2009</title>
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			<description>&lt;h3&gt;Kein Wort. Nirgends.&lt;/h3&gt;&lt;p&gt;Der erste Schritt ist, zuzugeben dass man ein Problem hat. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich habe ein Problem.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das neue Jahrzehnt ist, als ich das hier schreibe, schon wieder mehr als zwei Wochen alt, und es ist einfach unm&amp;ouml;glich, die letzten 6 Monate noch aufzuholen. Geht gar nicht, wie man neudeutsch wohl sagt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dinge geschahen, und Geschichten wollen erz&amp;auml;hlt werden, doch sie werden es diesmal nicht von mir. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der einzige Ausweg liegt im v&amp;ouml;lligen Neuanfang. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ich bitte um einen Bailout.&lt;br /&gt; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dieser Blog ist bankrott. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Versuchen wirs 2010 aufs Neue.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;hr /&gt;&lt;p&gt;Einen haben wir noch: Mein &lt;a href="http://sibylle.co.nz/albums/vietnam1109/index.html"&gt;Vietnam Fotoalbum&lt;/a&gt;. Viel Spass!&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 00:00:00 +1300</pubDate>
			
			
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			<title>Januar 2010</title>
			<link>http://sibylle.co.nz/de-januar-2010/</link>
			<description>&lt;h3&gt;Alles halb so schlimm&lt;/h3&gt;&lt;p&gt;Ich hab doch &lt;a href="http://sibylle.co.nz/de-juli-dezember-2009/"&gt;nie gesagt&lt;/a&gt; dass ich diesen Blog nicht weiterf&amp;uuml;hren will. Alles was ich wollte war ein Neuanfang im neuen Jahr.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und hier ist er. Lasst uns ein Abenteuer erleben. Wir sind bereits einen wilden &lt;a href="http://sibylle.co.nz/de-januar-2005/"&gt;Fluss entlanggepaddelt&lt;/a&gt; und haben einen &lt;a href="http://sibylle.co.nz/de-januar-maerz-2007/"&gt;Gletscher bestiegen&lt;/a&gt;. Diesmal wandern wir im Innern einen Vulkans.&lt;/p&gt;&lt;h3&gt;Tanz auf dem Vulkan &lt;/h3&gt;  &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/1001-01.jpg" alt="Helmpflicht" /&gt;Helmpflicht &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Inzwischen ist es schon Tradition dass wir &amp;uuml;ber die Weihnachtsferien eine f&amp;uuml;r uns neue Gegend besuchen. Dieses Jahr wollten wir wieder einmal in die Bay of Plenty, wo wir seit jenem Novembertag vor f&amp;uuml;nf Jahren als unser Containerschiff in Tauranga ankerte nicht wieder waren. So flogen wir nach Rotorua, wo wir in einem erstaunlich stilvollen Motel (&lt;a href="http://www.regentrotorua.co.nz/"&gt;Regent of Rotorua&lt;/a&gt;) &amp;uuml;bernachteten, doch unser eigentliches Ziel war &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/White_Island_%28Bay_of_Plenty%29"&gt;White Island&lt;/a&gt;. &lt;/p&gt;   &lt;p&gt;White Island ist ein junger (~150.000 Jahre alter) und relativ kleiner (2 km im Durchmesser) aktiver Meeresvulkan der 48 km vor der K&amp;uuml;ste liegt. Sein h&amp;ouml;chster Punkt ragt 321 m &amp;uuml;ber dem Meeresspiegel doch das t&amp;auml;uscht &amp;uuml;ber die eigentlich Gr&amp;ouml;&amp;szlig;e hinweg, denn 70% des Vulkans liegen unter Wasser. White Island geh&amp;ouml;rt zur Taupo Volcanic Zone (&lt;a href="http://www.gns.cri.nz/what/earthact/volcanoes/nzvolcanoes/bookimages/newtvzh.gif" title="Link zu einer Karte auf der GNS Science website"&gt;Karte&lt;/a&gt;). Das ist ein 250 km langes Gebiet mit &amp;quot;intensiver vulkanischer Aktivit&amp;auml;t&amp;quot; dort wo die Australische und die Pazifische Platte aufeinandertreffen, und das sich vom Mt. Ruapehu bis hinein in den Pazifik erstreckt. Und wenn ich sage dass der Vulkan aktiv ist so meine ich das auch: Die letzte Eruption ist erst 10 Jahre her, von M&amp;auml;rz bis September 2000.&lt;/p&gt;   &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/1001-02.jpg" alt="Giftgr&amp;uuml;ner Kratersee" /&gt;Giftgr&amp;uuml;ner Kratersee&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Weil White Island relativ gut erreichbar und so aktiv ist lieben die Wissenschaftler die Insel. Bereits in den 1940er Jahren fing man an durch regelm&amp;auml;ssige Exkursionen Beobachtungen vorzunehmen, und in den 1970ern wurden Messger&amp;auml;te installiert die die Insel rund um die Uhr &amp;uuml;berwachen. Heute gibt es zwei &lt;a href="http://www.geonet.org.nz/volcano/activity/white-island/index.html" title="Link to White Island Volcano Cam on Geonet.org.nz"&gt;volcano cams und einen Seismographen&lt;/a&gt; auf der Insel. Die Webcam wurde 2004 im Internet ber&amp;uuml;hmt als ihr jemand eine Spielfigur des rosaroten Dinosauriers von den Flintstones vor die Linse setzte (&lt;a href="http://www.geonet.org.nz/images/volcano/faq/first_dino.jpg"&gt;Bild&lt;/a&gt;). Damals war wohl gerade sonst nicht viel los denn dieser Streich erwies sich als so popul&amp;auml;r dass die Betreiber der Geonet Webseite die Bildgr&amp;ouml;&amp;szlig;e verringern mussten um dem Ansturm von Besuchern aus der ganzen Welt Herr zu werden. Und auch heute ist &amp;quot;Dino&amp;quot; noch nicht ausgestorben: Als man f&amp;uuml;nf Jahre sp&amp;auml;ter die Kamera versetzte, nahm man ihn mit und stellte ihn am neuen Ort wieder auf. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;White Island bekam ihren Namen von derselben Person die auch so ziemlich alles andere hier im S&amp;uuml;dpazifik getauft hat, n&amp;auml;mlich Kapit&amp;auml;n Cook. Sein Schiff, die Endeavour, kam 1769 an der Insel vorbei und er fand, sie sehe wegen des vielen Dampfes weiss aus - ehrlich gesagt, nicht gerade sein originellster Einfall. Urspr&amp;uuml;nglich geh&amp;ouml;rte White Island den Maori, aber die verkauften sie in den 1830er Jahren f&amp;uuml;r zwei F&amp;auml;sser Rum an einen d&amp;auml;nischen Kapit&amp;auml;n. Die Besitzer wechselten noch mehrere Male bevor die Insel 1953 ein (immer noch privates) Landschaftsschutzgebiet wurde. &lt;/p&gt;   &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/1001-03.jpg" alt="Dampf" /&gt;Dampf&lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Das Interessante an White Island ist die karge Mondlandschaft, die hydrothermale Aktivit&amp;auml;t und die riesigen Dampfschlote, und nat&amp;uuml;rlich die gelegentlichen Vulkanausbr&amp;uuml;che. Oft steigen Gase und Asche so hoch dass man sie an klaren Tagen vom Ufer aus sehen kann. &amp;Uuml;berall sind Krater und &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fumarole"&gt;Fumarolen&lt;/a&gt; die zischen und blubbern und t&amp;auml;glich hunderte, wenn nicht tausende Tonnen Gase ausscheiden (Wasserdampf, Kohlendioxid, Schwefeldioxid, Chlor, Fluor und so weiter.) Es alles ein ziemliches Spektakel, und ja doch, es riecht. &lt;/p&gt;  &lt;p&gt;Es &amp;uuml;berrascht wenig dass im Innern des Kraters so gut wie gar nichts w&amp;auml;chst. Eher schon finde ich es erstaunlich dass es auf der Insel &amp;uuml;berhaupt Vegetation gibt, doch auf der Aussenseite wachsen B&amp;uuml;sche und sogar ein &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/P%C5%8Dhutukawa"&gt;Pohukutawawald&lt;/a&gt;. Aussserdem gibt es alle m&amp;ouml;glichen V&amp;ouml;gel, unter anderen eine Kolonie von T&amp;ouml;lpeln (hier Witz einf&amp;uuml;gen). &lt;/p&gt;     &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/1001-04.jpg" alt="Mehr Dampf" /&gt;Mehr Dampf&lt;/p&gt;   &lt;p&gt;Noch faszinierender ist die Tatsache das einmal Menschen auf White Island gelebt haben. Das ist sogar f&amp;uuml;r die herzhaften Kiwis eine ziemliche Leistung. 1885 fingen die damaligen Besitzer der Insel an, Schwefel f&amp;uuml;r D&amp;uuml;ngemittel und Schwefelerz abzubauen. Dieses Unternehmen wurde nach nur einem Jahr von einem Vulkanausbruch j&amp;auml;h gestoppt, aber die Betreiber liessen sich davon nicht abschrecken und nahmen den Betrieb 1898 wieder auf. Die Arbeit wurde 1914 wiederum unterbrochen als ein Teil der Kraterwand einbrach und die Schlammlawine 12 Arbeitern das Leben kostete und die Fabrik versch&amp;uuml;ttete. Trotzdem dachte man auch nach dieser Katastrophe immer noch dass Schwefelabbau hier eine gute Idee sei und so ging man 1923 erneut an die Arbeit. Was schliesslich der Schwefelmine den Garaus gab war keine Naturkatastrophe sondern eine von Menschen gemachte, genauer gesagt, die Weltwirtschaftskrise und der daraus resultierend Bankrott. 1933 gab man endg&amp;uuml;ltig auf, und heute sind nur noch die fotogenen, von den Gasen zerfressenen &amp;Uuml;berreste der zerfallenen Fabrik zu sehen.&lt;/p&gt;&lt;h3&gt;In my homeland, Baden W&amp;uuml;rttemberg, &lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,673978,00.html"&gt;we are all sitting in one boat&lt;/a&gt; &lt;/h3&gt;    &lt;p&gt;Wie bereits erw&amp;auml;hnt ist White Island in Privatbesitz, und um auf die Insel zu kommen muss man eine Tour mit einem der wenigen lizensierten Tourunternehmer machen. Trotz dieser Einschr&amp;auml;nkung besuchen j&amp;auml;hrlich &amp;uuml;ber 10.000 Menschen die Insel per Boot oder Helikopter.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wir beschlossen eine &lt;a href="http://www.whiteisland.co.nz/"&gt;Bootstour&lt;/a&gt; zu unternehmen. Nach meinen &lt;a href="http://sibylle.co.nz/de-januar-juni-2009/"&gt;j&amp;uuml;ngsten Nahtoderfahrungen&lt;/a&gt; mit kleinen Booten auf st&amp;uuml;rmischer See fand ich das sehr mutig von mir. Allerdings hatte ich anders als letztes Mal eine Dosis Antihistamine in mir und so machte das ganze sogar Spass. Wir kamen mehrmals ganz nahe mit Delfinen in Kontakt und ich habe eine ganze Serie sehr unscharfer Fotos als Beweis. &lt;/p&gt; &lt;p class="img-left"&gt;&lt;img class="left" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/1001-05.jpg" alt="Giftgelbe Schwefelablagerungen" /&gt;Giftgelbe Schwefelablagerungen&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;W&amp;auml;hrend man auf der Insel ist kann es jederzeit zu einem Vulkanausbruch oder dem Kollaps einer Kraterwand in Folge eines Erdbebens kommen. In Neuseeland wird vulkansiche Aktivit&amp;auml;t auf einer Skala von 0 bis 5 klassifiziert. White Island ist zur Zeit auf Alarmstufe 1 (&amp;quot;Zeichen vulkanischer Unruhe&amp;quot;), doch unser F&amp;uuml;hrer versicherte uns fr&amp;ouml;hlich dass eigentlich Alarmstufe 2 oder sogar 3 angemessener w&amp;auml;ren. Man kreigt einen Helm den man w&amp;auml;hrend des Besuchs tragen muss, und eine Gasmaske, die zum Gl&amp;uuml;ck nicht vorgeschrieben ist. Dass einem so ein Helm in Falle eines Vulkanausbruchs wirklich helfen w&amp;uuml;rde wage ich mal zu bezweifeln. Aber die leuchtenden Signalfarben machen sich gut auf Fotos. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ein Aufenthalt auf White Island ist ein Rundumangriff auf die Sinne: Das Zischen und Paffen der Dampfschlote, die unwirklichen knallgelben Schwefelkristalle und der giftgr&amp;uuml;ne Hexenkessel des Kratersees, der starke und oft beissende Geruch nach faulen Eiern, und die nicht-von-dieser-Welt Erfahrung einer so kargen, kahlen Umgebung die nicht nur seltsam sch&amp;ouml;n ist sondern einen auch jeden Moment umbringen k&amp;ouml;nnte. Anders ausgedr&amp;uuml;ckt, ein Heidenspass den ich w&amp;auml;rmstens empfehlen kann.&lt;/p&gt;         &lt;h3&gt;Mittsommernachtsalptraum&lt;/h3&gt;   &lt;p class="img-right"&gt;&lt;img class="right" src="http://sibylle.co.nz/assets/photos/1001-06.jpg" alt="Blick aus unserem Fenster am 16. Januar" /&gt;Blick aus unserem Fenster am 16. Januar&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Denn ich kann es einfach nicht lassen &amp;uuml;bers Wetter zu reden. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;An alle die Ihr dies auf der Nordhalbkugel lest: Bei euch ist es wenigstens im Moment &lt;strong&gt;wirklich&lt;/strong&gt; Winter. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;3. Januar 2010&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Starke St&amp;uuml;rme kommen heute abend auch weiterhin auf die Hauptstadt und Teile der unteren Nordinsel nieder, und &amp;uuml;ber Nacht wird Regen einsetzen.&amp;nbsp; &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;16. &lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;Januar&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt; 2010&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ungew&amp;ouml;hnlich winterliches Wetter hat heute Wellington getroffen, mit starken Windb&amp;ouml;en die in mehreren Gegenden der Stadt Probleme bereiten. Ein Sprecher des Wetterdienstes sagte dass B&amp;ouml;en bis zu 60 km/h aufgezeichnet wurden und es den ganzen Tag &amp;uuml;ber regnete. Das miserable Wetter kam schon gestern als antarktische Winde auf die S&amp;uuml;dk&amp;uuml;ste einschlugen, die Temparatur auf 14 Grad fiel und Regensschauer durch die Hauptstadt peitschten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;18. &lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;Januar&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt; 2010&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Schlechtes Wetter vereitelte beinahe Prinz Williams Flug von Auckland nach Wellington, als das Air Force Jet um ein Haar nach Ohakea umgeleitet werden musste. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;24. &lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;Januar&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt; 2010&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;In Wellington herrscht kalter S&amp;uuml;dwind mit starken B&amp;ouml;en in den H&amp;uuml;geln. Gestern fielen wegens starken Nebels alle Fl&amp;uuml;ge von und nach Wellington aus. Um 10:30 Uhr am Samstagmorgen hatte es nur 14 Grad in der Hauptstadt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;(W&amp;uuml;rden wir unsere St&amp;uuml;rmen auch &amp;quot;Daisy&amp;quot; und &amp;quot;Keziban&amp;quot; nennen wie man es in Deutschland tut, dann w&amp;auml;ren uns inzwischen die Namen ausgegangen.)&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 00:00:00 +1300</pubDate>
			
			
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