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	<title>New Zealand Journal &#187; Deutsch</title>
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		<title>New Zealand Journal &#187; Deutsch</title>
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		<title>Juni-Dezember 2011</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 01:08:37 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Sieben Monate im Schnelldurchlauf. Wo waren wir stehengeblieben? Richtig &#8211; ich hatte gerade gekündigt, wir sahen Affen, und ich war dabei eine neue Stelle anzutreten. Und so weiter und so fort, Ende von 2011. Es ist alles ein bisschen verschwommen. Anfang November begingen wir bereits den siebten Jahrestag unserer Ankunft in Neuseeland. 7 Jahre! Was [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sibylle.co.nz&amp;blog=30347399&amp;post=2725&amp;subd=sibyllenz&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sieben Monate im Schnelldurchlauf.</strong></p>
<p>Wo waren wir stehengeblieben?</p>
<div id="attachment_2697" class="wp-caption alignright" style="width: 209px"><img class="size-full wp-image-2697" title="1112-01" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1112-01.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Same procedure as every year: Silvesterwetter</p></div>
<p>Richtig &#8211; ich hatte gerade gekündigt, wir sahen Affen, und ich war dabei eine neue Stelle anzutreten. Und so weiter und so fort, Ende von 2011. Es ist alles ein bisschen verschwommen. Anfang November begingen wir bereits den siebten Jahrestag unserer Ankunft in Neuseeland. 7 Jahre! Was für ein Abenteuer. Und das vergangene Jahr war mit Sicherheit eines der spannendsten.</p>
<p>Ich schreibe diese Worte zwischen den Jahren, im Urlaub, während ich versuche meine metaphorischen und nicht so metaphorischen Batterien aufzuladen und mich auf das neue Jahr vorzubereiten. Wir fahren dieses Jahr über Neujahr nicht weg sondern bleiben hier in der ziemlich verwaisten Stadt und geniessen die zeitweilig aufgehobene Zeit. So sah Wellington am 27. Dezember aus:</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://sibylle.co.nz/2011/12/31/juni-dezember-2011/"><img src="http://img.youtube.com/vi/Mg54FaXZ1sU/2.jpg" alt="" /></a></span>
<h2></h2>
<h2>Retake the Net</h2>
<p>Worauf ich im vergangenen Jahr am meisten stolz bin (wenn ich das mal so sagen darf) ist dass ich eine Initiative namens <a href="http://retakethe.net/">Retake the Net</a> ins Leben gerufen habe.</p>
<div id="attachment_2698" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-2698" title="1112-02" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1112-02.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Brian spricht zur Menge beim Barcamp</p></div>
<p>Dieses Jahr haben wir deutlich gesehen wie das Internet Menschen zusammenbringen und helfen kann, wirkliche Veränderungen anzustiften und zu fördern. Der Arabische Frühling ist hier nur das bekannteste Beispiel; die Occupy -Bewegung (zu der ich gemischte Gefühle habe &#8211; aber das ist ein anderes Thema) ist wohl ein weiteres. Gleichzeitig mehren sich aber auch die Bedrohungen für das freie und offene Netz durch Regierungen und Konzerne.  Der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/SOPA">SOPA</a>-Gesetzentwurf der zur Zeit im US-Repräsentantenhaus diskutiert wird ist da nur das jüngste und wohl eklatanteste Beispiel aus einem demokratischen Land.</p>
<p>Weil wir von den Möglichkeiten die uns die Technologie eröffnet begeistert sind, und weil wir glauben das wir alle dafür verantwortlich sind dass diese Möglichkeiten zum Guten genützt werden soll, gründeten Brian und ich zusammen mit ein paar anderen Retake the Net. Damit wollten wir Gleichgesinnte zusammenbringen und Projekte ins Leben rufen die helfen, dass das Internet frei und offen bleibt. Von Juni an hielten wir mehrere öffentliche Treffen wo Leute die Projekte diskutieren konnten. Eines dieser Projekte hat zum Ziel, <a href="http://retakethe.net/category/projects/open-communities/">Internetzugang in einer Suppenküche</a> für Arme und Obdachlose hier in Wellington einzurichten, damit auch diese Menschen Zugang zu Informationen und Kommunikationsmöglichkeiten bekommen. Das wird demnächst verwirklicht und das freut mich sehr.</p>
<div id="attachment_2699" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-2699" title="1112-03" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1112-03.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Bei einer Internetkonferenz in Auckland</p></div>
<p>Zusätzlich zu den einzelnen Projekten organisierten wir Ende Oktober auch noch ein <a href="http://retakethe.net/2011/11/05/making-our-ideas-better-impressions-from-the-retake-the-net-barcamp/">Barcamp</a> - eine kostenlose, selbst-organisierte eintägige Konferenz zum Thema Internetfreiheit. Wir hatten 70 Teilnehmer die leidenschaftliche Diskussionen führten und Ideen austauschten. Die Bürgermeisterin von Wellington kam sogar und hielt eine Einführungsrede, und am Morgen der Veranstaltung war <a href="http://www.radionz.co.nz/national/programmes/saturday/audio/2501288/brian-calhoun-retaking-the-net">Brian im National Radio</a> und gab ein langes Interview. Es war ein fantastischer Tag und eine grossartige Erfahrung, Menschen zusammenzubringen und etwas zu bewirken, und ich freue mich darauf, die Initiative im neuen Jahr fortzuführen.</p>
<h2>Die andere Hälfte meines Lebens</h2>
<p>&#8230; in den vergangenen sieben Monaten war wenig überraschend von der neuen Arbeitsstelle beherrscht. Wie immer wenn man etwas neues beginnt gibt es anfangs viel zu lernen und man muss seinen Platz finden. Abgesehen von den normalen Herausforderungen die jeder Job mit sich bringt, hier ist eine kurze Liste von Dingen die mir gefallen:</p>
<ul>
<li>
<div id="attachment_2700" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-2700 " title="1112-04" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1112-04.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Unser Drucker im Büro lässt uns wissen ob es schon &quot;Beer o&#039;clock&quot; ist</p></div>
<p>Ich arbeite mit äusserst netten Kollegen zusammen</li>
<li>Anstatt viele verschiedene Aufgaben zu jonglieren kann ich mich auf ein einziges Projekt konzentrieren</li>
<li>Der Kunde für diese Projekt ist in Hong Kong, so dass ich regelmässig in eine meiner Lieblingsstädte reisen darf</li>
<li>Die Firma ist engagiert sich stark für Open Source und Internetfreiheit</li>
<li>Ich habe ein Stehpult und liebe es &#8211; anstatt vom vielen Sitzen am Computer zu ermüden fühle ich mich am Ende des Tages voller Energie</li>
</ul>
<div>Bislang also alles rundum gut.</div>
<div></div>
<div id="attachment_2701" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-2701 " title="1112-05" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1112-05.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Hier habe ich 2011 viel Zeit verbracht: Hong Kong Airport</p></div>
<p>Ein Vorteil der regelmässigen Geschäftsreisen nach Hong Kong ist dass man buchstäblich schon halb in Deutschland ist: Auckland -&gt; Hong Kong sind 9,168 km; Hong Kong -&gt; Frankfurt 9,151 km. Nachdem ich ja letztes Jahr einen ganzen Monat in Deutschland verbracht hatte war für dieses Jahr eigentlich gar kein Besuch geplant; aus familiären Gründen änderte sich das aber dann.</p>
<p>So passte es richtig gut, dass ich nach den Besuchen in Hong Kong einfach schnell rüber fliegen konnte, und es war wie immer schön Zeit mit der Familie zu verbringen.</p>
<p>Der zweite Besuch fand Ende November statt &#8211; seit  1999 war ich nicht mehr im Winter in Deutschland gewesen. Auch wenn sich meine Körpertemperatur in Neuseeland meistens gefühlt im Permafrostbereich befindet, so hatte ich doch vergessen wir kalt sich &#8220;richtiger&#8221; Winter anfühlt! Andererseits konnte ich so endlich wieder einmal Weihnachtsmärkte besuchen und Glühwein trinken; etwas das ich ja auch schon seit 12 Jahren nicht mehr erlebt hatte.</p>
<h2>Mittlerweile, in Neuseeland</h2>
<div id="attachment_2702" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-2702 " title="1112-06" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1112-06.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Lichtspektakel in Hong Kong</p></div>
<p>Es fand eine Rugbyweltmeisterschaft statt. Wir siegten. Wahrscheinlich gäbe noch viel mehr zu berichten von diesem mit Spannung erwarteten Grossereignis das so viel für unser kleines Land bedeutete und 85.000 Besucher brachte. Andererseits tangierte uns das Turnier höchstens periphär (wie wir in den 80er Jahren zu sagen pflegten), und das obwohl wir im Zentrum einer der Gast-Städte wohnten.</p>
<p>Die vielen Rugbyfans unter uns hatten jedoch wohl ihren Spass, und das freut mich und macht mich dankbar, denn abgesehen von der Weltmeisterschaft war 2011 ein ziemlich schlimmes Jahr für Neuseeland.</p>
<div id="attachment_2703" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-2703 " title="1112-07" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1112-07.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Beim Pferderennen im Happy Valley</p></div>
<p>Wenig überraschend beherrschte die Situation in Christchurch nach dem Erdbeben auch weiterhin die Nachrichten. Es bricht einem das Herz dass die Stadt einfach nicht zur Ruhe kommt. Gerade hatten die Aufräumarbeiten nach dem grossen Beben im <a title="Januar-Februar 2011" href="http://sibylle.co.nz/2011/02/28/januar-februar-2011/">Februar</a> endlich angefangen, positive Wirkung zu zeigen als am Nachmittag des 13. Juni zwei neue Beben der Stärke <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/June_2011_Christchurch_earthquake">6,4 und 5,9</a> die Stadt erschütterten. Eines davon stellte sich sogar als noch stärker als die Katastrophe vom Februar heraus, und man konnte es bis hier in Wellington deutlich spüren. Man kann sich kaum vorstellen wie frustrierend es sein muss wenn man gerade sein Grundstück von Flüssigschlamm gereinigt hat und zumindest angefangen hat, Schäden zu reparieren, nur um wieder von vorn anfangen zu müssen. Zudem bedeutet Juni auf der Südhalbkugel ja Winteranfang. Wieder einmal waren die Schäden enorm (man schätzt das die Juni-Beben allein NZ$6 Milliarden zusätzlich kosten werden); wieder einmal fielen Strom und Telefonnetzwerke aus &#8211; der ganze schreckliche Teufelskreis wieder von vorne.</p>
<div id="attachment_2704" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-2704 " title="1112-08" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1112-08.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Anscheinend hat Neuseeland ein Problem mit Leuten die betrunken kochen und dabei ihr Haus abbrennen. Diese offizielle Kampagne ist überall!</p></div>
<p>Seit dem ersten grossen Beben im <a title="Februar-Dezember 2010" href="http://sibylle.co.nz/2010/12/30/februar-dezember-2010/">September 2010</a> und heute (Ende Dezember 2011) mass man fast 9.500 Erdbeben in der Canterbury-Region. Allein letzte Woche, am 23. Dezember, gab es innerhalb einer guten Stunde drei besonders brutale Erschütterungen der Stärke 5,8, 5,3 und 6,0. Sie unterbrachen Weihnachtseinkäufer, brachten wieder einmal Schlammfluten, führten dazu dass Shopping Malls und der Flughafen geschlossen wurden, und erinnerten uns alle daran dass dies noch lange so weitergehen könnte &#8211; und wahrscheinlich auch wird. Schrecklich.</p>
<p>Von Rugby und Erdbeben abgesehen wurden auch die Themen in Neuseeland von internationalen Ereignissen dominiert &#8211; sei es die anhaltende globale Finanzkrise, die weltweiten Proteste (Occupy Dunedin &#8211; echt? Ok, immer noch ein anderes Thema), oder die übliche deprimierende Mischung aus Konsumgeilheit und Promiklatsch.</p>
<p>Klang das gerade zynisch? Ich verweise hiermit auf <a href="http://www.googlezeitgeist.com/">Google Zeitgeist</a>. Mein Bestreben dieses Jahr war es, solche Themen so weit wie möglich zu ignorieren (was ich glaube ich auch ganz gut geschafft habe denn im oben genannten Google Zeitgeist erkenne ich nur wenige der &#8220;trending people&#8221;). Das Leben ist zu kurz für solche Zeitverschwendungen und ich kümmere mich lieber um sinnvolle Sachen. Ich habe sogar Twitter aufgegeben &#8211; eine Befreiung!</p>
<p>Ein bisschen was gibts aber noch: Es folgen ein paar Geschichten die uns hier drunten dieses Jahr bewegt haben.</p>
<h2>Es schneielet</h2>
<div id="attachment_2705" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-2705 " title="1112-09" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1112-09.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Schnee in Wellington am 14. August (vom Flugzeug nach Auckland aus gesehen)</p></div>
<p>Extremes Wetter ist hier in Neuseeland ja nicht die Ausnahme sondern die Regel. Doch gerade als wir dachten wir hätten nun alles gesehen, wurde es noch ein bisschen extremer dank eines &#8221;<a href="http://www.stuff.co.nz/dominion-post/news/5442971/Wellingtons-once-in-a-lifetime-polar-blast">once in a lifetime polar blast</a>&#8221; der Mitte August plötzlich wirklichen Winter ausbrechen liess.</p>
<p>Ich könnte jetzt über die Stromausfälle schreiben; dass öffentliche Verkehrsmittel ausfielen und Strassen gesperrt wurden. Ich könnte daran erinnern wie die extreme Kälte den Menschen in Christchurch in ihren eiskalten und beschädigten Häusern noch mehr Leid verursachte. Ich könnte mal wieder davon anfangen wie sehr ich Winter und Kälte hasse (habe ich das schon erwähnt?), aber das wäre nicht ganz aufrichtig denn ich verlies Wellington mit einem der letzten Flüge bevor der Flughafen geschlossen wurde und verbrachte die zweite Augusthälfte in der Sommerhitze von Deutschland und Kong Kong. Ich könnte auch wieder einmal Statistiken zitieren, zum Beispiel dass die Schneestürme die heftigsten seit 50 Jahren waren. Und so weiter.</p>
<p>Stattdessen möchte ich lieber etwas Schönes zeigen: Die Freude der Wellingtonier am unerwarteten Schnee mitten in der Cuba Mall. Viel Spass damit!</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://sibylle.co.nz/2011/12/31/juni-dezember-2011/"><img src="http://img.youtube.com/vi/UpGaIDm0azU/2.jpg" alt="" /></a></span>
<h2></h2>
<h2>Pingu bei den Kiwis</h2>
<div id="attachment_2706" class="wp-caption alignright" style="width: 209px"><img class="size-full wp-image-2706 " title="1112-10" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1112-10.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Ich trage Shorts! Onlineumfrage am Schneetag</p></div>
<p>Es gab noch jemanden der die antarktischen Temperaturen genoss:  <a href="http://www.stuff.co.nz/life-style/cutestuff/cutestuff-videos/5172127/Emperor-penguin-on-Peka-Peka-Beach">Happy Feet</a>, der verirrte Pinguin. Bekannterweise gibt es ja einheimische Pinguine hier in Neuseeland, aber dieser hier war ein Kaiserpinguin wie er nur am Südpol vorkommt. Wie es dazu kam dass er eines Tages an einem Strand an der Kapiti Coast nördlich von Wellington auftauchte weiss man nicht so genau. Das arme Tier war in schlechtem Zustand: dehydriert, geschwächt von der Hitze (man sieht mal wieder: alles ist relativ!) und den Magen voller Sand den er mangels anderer Nahrung geschluckt hatte. Als es schlimmer wurde brachte man in in den Zoo nach Wellington wo er operiert wurde um verschluckt Stöckchen aus seinem Magen zu entfernen und den Sand aus Magen und Rachen zu spülen.</p>
<p>Zu diesem Zeitpunkt war es war nicht klar ob das Tier dies überleben würde, aber Happy Feet machte seinem Namen alle Ehre und kam wieder zu Kräften. Noch weniger klar war was man mit ihm machen sollte. An den Südpol konnte man ihn nicht zurückbringen (niemand geht im Winter dorthin) und es gab keinen Zoo im Land der ihn hätte aufnehmen können. Schliesslich nahm in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/National_Institute_of_Water_and_Atmospheric_Research">NIWA</a>, ein wissenschaftliches Forschungsinstitut, an Bord eines seiner Schiffe um ihn im subantarktischen Ozean vier Tagesreisen südlich von Neuseeland auszusetzen. Die Reise verbrachte der Pinguin in einer speziell angefertigten Kiste damit er es &#8220;bequem und angenehm kalt&#8221; hatte. Als ich das las fragte ich mich ob man ihn nicht einfach in einer typischen Kiwi-Studenten WG hätte überwintern lassen können. Da wäre es bestimmt kalt genug gewesen.</p>
<div id="attachment_2707" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-2707 " title="1112-11" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1112-11.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Angenehm kalt: Spezialpingukiste</p></div>
<p>Schicke Reise hin oder her, jetzt wird die Geschichte leider weniger happy. Zwei Monate nachdem er in Neuseeland gefunden wurde, am 4. September, wurde Happy Feet <a href="http://tvnz.co.nz/national-news/happy-feet-heads-home-gentle-nudge-4383094/video">wieder auf freien Fuss gesetzt</a>, indem er auf einer ebenfalls speziell angefertigten Wasserrutsche ins Meer glitt. Vorher wurde er noch mit einem GPS-Sender ausgerüstet. Eine <a href="http://www.nzemperor.com/">Webseite</a> wurde eigens eingerichtet um seine &#8220;Reise mit der Welt zu teilen&#8221;; es gab einen Wettbewerb für Schulkinder, und man konnte tatsächlich seine Position auf einer <a href="http://www.ourfarsouth.org/Track-Happy-Feet.aspx">Karte</a> mitverfolgen. Leider kam bereits nach fünf Tagen kein Signal mehr. Das könnte natürlich einfach an einem technischen Fehler liegen, oder daran dass der Sender verloren ging. Viele spekulieren jedoch stattdessen dass unser verirrter Besucher im weiten Ozean als Happy Meal sein Ende fand.</p>
<h2>Wahlen und andere Katastrophen</h2>
<p>Etwas glücklicher waren da mehrere hundert Zwergpinguine aus der Bay of Plenty, die von der <a href="http://www.stuff.co.nz/lightbox/environment/rena-crisis/5774500?KeepThis=true&amp;TB_iframe=true&amp;height=645&amp;width=635">Ölkatastrophe vom Containerschiff Rena</a> betroffen waren.</p>
<div id="attachment_2708" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-2708 " title="1112-12" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1112-12.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Die reichlich instabile Rena (Foto von NZHistory.net.nz)</p></div>
<p>Die Rena lief am 5. Oktober vor Tauranga auf ein Riff. Noch ist nicht vollständig geklärt wie es dazu kommen konnte, denn das sogenannte Astrolabe Reef war bekannt und gut kartographiert. Mehrere Besatzungsmitglieder wurden seit dem Unglück festgenommen und es werden strafrechtliche Vorwürfe gegen sie erhoben.</p>
<p>Etwa 350 Tonnen Öl liefen von der Rena ins Meer, was Unglück zu der schlimmsten Umweltkatastrophe macht die Neuseeland je erlebt hat. Das schwer beschädigte Schiff hängt seither prekär und mit Schlagseite auf dem Riff während sich immer mehr Risse bilden und die Gefahr besteht, dass es vollständig  auseinanderbricht. Container fielen über Bord und bis heute wird alle mögliche Fracht, darunter Lebensmittel und Fleisch angespült, was die Strände noch zusätzlich zum Öl verunreinigt. Unter extrem gefährlichen Bedingungen und immer wieder von schlechtem Wetter unterbrochen versuchten Helfer das verbleibende Öl abzupumpen. Das gelang auch fast &#8211; doch erst gestern wieder wurde von einem neuen Ölfilm berichtet der sich bildet wo die verbliebenen Reste nun auslaufen. Auch die Bergung der 1.368 Container geht nur langsam voran und wird wohl noch bis März dauern</p>
<p>Für etwa 2.000 Seevögel die vom Öl erwischt wurden kam alle Hilfe zu spät. Hunderte weitere konnten jedoch gerettet und in Wildlife Recovery Centres wieder aufgepäppelt werden. Ende November wurde die erste Gruppe Zwergpinguine wieder in die Freiheit entlassen <a href="http://youtu.be/UeTbHEwlHbQ">(Video)</a>. Bevor sie gehen durften mussten sie sich noch einem Fitnesstest unterziehen bei dem sie sechs Stunden lang schwimmen mussten um zu prüfen ob ihr Gefieder wieder richtig wasserfest war. Jetzt werden sie via Mikrochip beobachtet um sicherzugehen dass ihre Genesung auch weiterhin fortschreitet.</p>
<div id="attachment_2709" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-2709 " title="1112-13" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1112-13.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Wenn du auf den Zaun sitzt frisst dich das Zebra! Ach wären nur unsere Politiker so ehrlich wie dieses Warnschild im Wellington Zoo.</p></div>
<p>Der Zeitpunkt des Rena-Unglücks hätte für die Regierung nicht ungünstiger sein können. Noch waren zehntausende Rugbyfans im Land, die täglich die Schlagzeilen und Bilder von der Katastrophe sahen. Die Parlamentswahl war für Ende November angesagt, und nun, anstatt im Glanz der siegreichen All Blacks zu einem sicheren Sieg zu gleiten, musste man sich im &#8220;grünen, sauberen Neuseeland&#8221; mit ölverschmutzen Stränden und toten Vögeln auseinandersetzen.</p>
<p>Und trotzdem: Weder die Rena noch Christchurch, weder der umstrittene Plan zur Teilprivatisierung staatseigener Firmen noch ein <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Tea_Tape_scandal">Skandälchen</a> kurz vor der Wahl machten einen Unterschied: Die konservative <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/New_Zealand_general_election,_2011">National Party erhielt</a> fast genügend Sitze um allein zu regieren (47%, +2.3%), die sozialdemokratische Labour befindet sich weiterhin im freien Fall (27%, -6.5%), die Grünen legten stark zu (11%, +4.3%) und dann gab es noch die üblichen Kleinparteien und Einzelgänger die zwar immer viel Aufmerksamkeit in dem Medien bekommen aber meiner Meinung nach in Wahrheit nie viel bewirken. Hätte ich geglaubt dass es im Moment in diesem Land eine echte, funktionsfähige Opposition gibt, dann hätte ich mich wohl über dieses Ergebnis viel mehr geärgert.</p>
<h2>Samoanische Wutbürger</h2>
<p><a title="November-Dezember 2007" href="http://sibylle.co.nz/2007/12/30/november-dezember-2007/">Das letzte Mal</a> als wir in diesem Tagebuch über Samoa berichteten marschierten gerade 7000 aufgebrachte Menschen in die Hauptstadt um dagegen zu protestieren dass in Zukunft auf der linken Strassenseite gefahren werden soll. Die Empörung ist auch vier Jahre später noch gross. Es gibt sogar eine Aktionsgruppe namens &#8221;People Against Switching Sides&#8221; (PASS) welche allen Sicherheitsbedenken zum Trotz dazu rät, die neue Regel einfach nicht zu beachten und auch weiterhin rechts zu fahren. Dennoch trat die Umstellung im September 2009 in Kraft, wenn auch viele der Details (Platzierung von Strassenschildern, Türen an Bussen usw.) immer noch nicht umgesetzt sind.</p>
<div id="attachment_2710" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-2710" title="1112-14" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1112-14.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Kein Samoanisches Strassenschild sondern eine Herr Der Ringe Markierung am Mt Vic </p></div>
<p>Nun hat die samoanische Regierung einen neuen Plan ausgeheckt um das Land besser mit seinen Nachbarn und grössten Handelspartners Australien und Neuseeland in Einklang zu bringen: Ein Sprung über die Datumsgrenze. Bis gestern war Samoa der letzte Ort an dem die Sonne untergeht, eine Tatsache mit der heftig um Touristen geworben wurde. Nun wird es der erste sein, und damit die gleichen Wochentage wie wir hier haben. Dazu wurde ein ganzer Tag einfach übersprungen: auf den 29. folgte sogleich der 31. Dezember. Die Hälfte der Bevölkerung Samoas lebt ohnehin in Australien und Neuseeland &#8211; die Umstellung klingt also vernünftig. Abgesehen von Arbeitgebern die nicht begeistert waren dass sie ihre Bediensteten für einen Tag bezahlen mussten den es gar nicht gab, hörte man dieses Mal nichts von grossen Protesten (wahrscheinlich arbeiten die samoanischen Wutbürger immer noch den Fahrtrichtungswechsel ab.)</p>
<p>Zu dumm nur dass Amerikanisch-Samoa, welches, wie der Name sagt, ein US-amerikanisches Aussengebiet (Territory) ist, die Umstellung nicht mitmacht. Aber der einfallsreiche Premierminister hat auch dafür eine Lösung: Inselhopping mit Zeitreise. &#8220;<a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,805814,00.html">Wenn man einen Geburtstag in West-Samoa feiert, kann man rüber und den selben Geburtstag in Ost-Samoa feiern</a>. Das wird sehr aufregend.&#8221;</p>
<h2>Das himmlische Kind</h2>
<p>&#8220;<a href="http://www.stuff.co.nz/dominion-post/capital-life/6111069/How-windy-is-Wellington-really">Is the Capital really that windy?</a>&#8221; (Ist die Hauptstadt wirklich so windig?), fragte unser lokales Käseblatt Anfang des Monats, und die Antwort scheint zu sein, ja, schon, das ist sie. Nicht nur ist Wellington die südlichste Hauptstadt der Welt und diejenige, die von allen anderen am weitesten entfernt ist, sondern es ist auch die windigste Stadt. Wenn ich auf frühere Einträge in diesem Tagebuch zurückschaue scheint der  Frühling in jedem Jahr &#8220;einer der windigsten&#8221; zu sein, und ich habe den Verdacht dass die weniger windigen Jahre nur ein Märchen sind das man Neuankömmlingen weismacht damit sie nicht gleich wieder gehen. Ich glaube nicht dass ich mich jemals daran gewöhnen werde, aber ich muss zugeben dass einem die seltenen windstillen Tage irgendwie komisch vorkommen.</p>
<div id="attachment_2711" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-2711" title="1112-15" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1112-15.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Das kaum weniger ironische siegreiche Design</p></div>
<p>Laut <a href="http://koordinates.com/layer/1443-wellington-city-wind-zones/data/#@nc=&amp;z=13&amp;c=-41.25355%2C174.75334&amp;e=&amp;f=&amp;l=1443&amp;mt=MAP">dieser Karte</a> und den fünf Stufen der Windaktivität befinden sich unsere Wohnung in Zone 3, was &#8220;hoch&#8221; entspricht. Am Flughafen, der auch nicht viel anders ist als der Rest der Stadt, ist die durchschnittliche Windgeschwindigkeit 29 km/h &#8211; das ist Durchschnitt, wohlgemerkt, und nichts gegen die 104 km/h Böen die im November gemessen wurden, oder die Tatsache dass Sturmböen von mindestens Orkanstärke an 175 Tagen im Jahr vorkommen (Orkanstärke ist 75 km/h).</p>
<p>Manche Strassen in der Stadt sind richtige Windtunnel. Man hat sich in den letzten Jahrzehnten bemüht, entsprechend zu bauen um die Situation zu entschärfen, aber nur mit mässigem Erfolg. Währenddessen wurde das Wetter das wir zu hassen lieben Inspiration für ein neues Design für den <a href="http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,764430,00.html">verhassten WELLYWOOD  Schriftzug</a> den ich kurz in meinen <a title="März-Mai 2011" href="http://sibylle.co.nz/2011/05/27/marz-mai-2011/">letzten Eintrag</a> erwähnt  habe. Nach anhaltenden Protesten gab das Flughafenmanagement schliesslich nach und rief einen öffentlichen Wettbewerb aus bei dem man Gegenentwürfe einreichen und später über sie abstimmen konnte. Im November schliesslich wurde ein Schriftzug mit dem Wort WELLINGTON, bei dem die letzten paar Buchstaben vom Wind weggeblasen werden, als der Sieger verkündet. Um ehrlich zu sein finde ich das auch nicht viel besser als die erste Version &#8211; leider war &#8220;grüner Hügel ganz ohne Schrifzug&#8221; keine Option. Was wohl der Samoaner in diesem Falle machen würde? Vielleicht <a href="http://youtu.be/Pa2H5ubbKDI">dieses</a>. <img src='http://s0.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<h2>Und jetzt?</h2>
<p>Kürzlich entdeckte ich dass mein Name ein Anagramm ist für &#8220;be silly&#8221; (sei albern).</p>
<p>Ich glaube das Universum versucht, mir eine Botschaft zu schicken.</p>
<p>Dies also ist mein Plan für das neue Jahr: Höre auf das Universum. Sei gut und mutig und gütig und albern.</p>
<p>Oder, mit den <a href="http://www.openculture.com/2011/12/neil_gaimans_free_short_stories.html">Worten von Neil Gaiman</a>:</p>
<blockquote><p>Möge dein neues Jahr voller Magie und Träume und guter Verrücktheit sein. Ich hoffe Du liest ein paar gute Bücher und küsst jemanden der denkt dass du wundervoll bist, und vergiss nicht, Kunst zu schaffen &#8211; schreibe oder male oder baue oder singe oder lebe wie nur du es kannst. Möge dein neues Jahr etwas wunderbares sein, in dem du gefährlich und unerhört träumst.</p>
<p>Ich hoffe das du etwas schaffst das es nicht gab bevor du es geschaffen hast, dass du geliebt und gemocht wirst und dass du Menschen hast die du liebst und magst. Und, das ist das allerwichtigste, denn ich glaube dass die Welt im Moment mehr Güte und Weisheit braucht &#8211; ich hoffe dass du, wenn es nötig ist, weise bist, und dass du immer gütig bist. Und ich hoffe dass irgendwann im nächsten Jahr du dich selbst überraschst.</p></blockquote>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sibyllenz.wordpress.com/2725/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sibyllenz.wordpress.com/2725/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sibyllenz.wordpress.com/2725/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sibyllenz.wordpress.com/2725/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sibyllenz.wordpress.com/2725/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sibyllenz.wordpress.com/2725/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sibyllenz.wordpress.com/2725/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sibyllenz.wordpress.com/2725/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sibyllenz.wordpress.com/2725/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sibyllenz.wordpress.com/2725/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sibyllenz.wordpress.com/2725/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sibyllenz.wordpress.com/2725/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sibyllenz.wordpress.com/2725/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sibyllenz.wordpress.com/2725/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sibylle.co.nz&amp;blog=30347399&amp;post=2725&amp;subd=sibyllenz&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>März-Mai 2011</title>
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		<pubDate>Thu, 26 May 2011 23:39:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>heimatseeker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[affen]]></category>
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		<description><![CDATA[Interessante Zeiten. Der Jahresrückblick 2010 endete mit den Worten, &#8220;Wie der Chinese sagt, mögt Ihr in interessanten Zeiten leben.&#8221; Nun, es sieht so aus als ob der Chinese das so nie gesagt hat. Es ist trotzdem ein guter Spruch. Und die letzten paar Monate waren auch wirklich alles andere als uninteressant. Jetzt wird wieder in [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sibylle.co.nz&amp;blog=30347399&amp;post=22&amp;subd=sibyllenz&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Interessante Zeiten.</strong></em></p>
<p>Der Jahresrückblick 2010 endete mit den Worten, &#8220;Wie der Chinese sagt, mögt Ihr in interessanten Zeiten leben.&#8221; Nun, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/May_you_live_in_interesting_times">es sieht so aus</a> als ob der Chinese das so nie gesagt hat. Es ist trotzdem ein guter Spruch. Und die letzten paar Monate waren auch wirklich alles andere als uninteressant.</p>
<h3>Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt</h3>
<div id="attachment_373" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-373 " title="1105-5" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1105-5.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">KL vom Menara Tower aus gesehen</p></div>
<p>Beginnen wir mit dem Ende: Nächsten Montag trete ich eine neue Arbeitsstelle an. Das habt Ihr nicht kommen sehen, oder? Ich auch nicht. Da war sie, die Gelegenheit, meinem Anspruch gerecht zu werden, bereitwillig Ungewissheit und Veränderung anzunehmen.</p>
<p>Der Auslöser für dieses unerwartete Ereignis war dass Brian gekündigt hat. Wie es im offiziellen Blog hiess: &#8220;Brian und der Vorstand haben die Zukunft der Firma diskutiert und beschlossen das nun ein guter Zeitpunkt ist, separate Wege einzuschlagen.&#8221; Es wird nicht überraschen dass seine Entscheidung einen Loyalitätskonflikt für mich verursachte, sowohl in persönlicher als auch in professioneller Hinsicht. Die persönliche Seite muss ich sicher nicht weiter erklären. Was die berufliche Seite anbelangt, so ist es immer eine Herausforderung, mit dem Ehepartner zusammenzuarbeiten. Das war uns von Anfang an bewusst, und als ich vor drei Jahren in die Firma eintrat, war es <em>trotz</em> der Tatsache dass wir verheiratet sind, und weil wir einfach sehr gut zusammenarbeiten und ich fest von Brians Zukunftsvision und Führungsstärke überzeugt bin. Als er ging, war es auch mir sehr schnell klar dass ich mich neuorientieren musste.</p>
<p>Eine der Auswirkungen meiner Karriere der letzten Jahre war dass meine Erfahrung mit der Jobsuche dieses Mal ganz anders war als zuvor. Sobald ich wusste dass ich im Arbeitsmarkt war fing ich an, darüber nachzudenken was ich als nächstes machen wollte, die Arten von Stelle die mich interessierten, und die Firmen, für die ich gerne arbeiten würde. Ausserdem veröffentlichte ich kurze &#8220;Ich bin auf Jobsuche&#8221; Statusnachrichten auf Twitter und LinkedIn &#8211; und das wars dann auch fürs erste. Was ich nicht tat war grossartig Jobanzeigen zu studieren oder mich auf Stellen auf den üblichen Jobseiten zu bewerben. Zwar setzte ich mich mit einem Personalvermittler in Verbindung, aber das war war eine Sackgasse, und ich habe diesen Weg auch nicht sehr intensiv verfolgt.</p>
<div id="attachment_376" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-376" title="1105-8" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1105-8.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Verkehrsreiche Kreuzung mit Einschienenbahnen in KL</p></div>
<p>Die Möglichkeit, und schliesslich das Jobangebot, kam zu mir durch mein Netzwerk &#8211; Leute die ich kenne, und eine Firma die ich respektiere und die auf meiner &#8220;Hier könnte ich arbeiten&#8221; Wunschliste ganz oben stand. Besser noch, ich werde nicht einmal eine ausgeschriebene Stelle antreten, sondern vielmehr unter der gemeinsamen Annahme einsteigen dass ich gut zu der Firma passe, und was genau daraus wird wird sich herausstellen. Anfangs zumindest werde ich eine Mischung aus Business Analysis, User Experience, und Projektmanagement machen. Was mir auch sehr wichtig war ist dass ich fest in der Open Source Welt verwurzelt bleibe. Natürlich bin ich begeistert (und habe genug Respekt dass ich auch ein bisschen nervös bin) und freue mich auf meinen ersten Arbeitstag!</p>
<h3>Schlammige Flussmündung</h3>
<div id="attachment_371" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-371" title="1105-3" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1105-3.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Sultan Omar Ali Saifuddien Moschee</p></div>
<p>Das letzte Mal dass wir spontan in Urlaub fuhren war neunzehnhundertniemals. Und obwohl wir inzwischen nach einem erfolgreichen ebensolchen Urlaub wieder zurück in Wellington sind bin ich immer noch ein bisschen fassungslos dass wir das wirklich geschafft haben. Wie war das nochmal mit dem Annehmen der Ungewissheit?</p>
<p>Unsere (sehr logische) Begründung war dass wir gerade eine sehr intensive Zeit hinter uns hatten, und dass es von nun an wahrscheinlich nur noch intensiver wird. Ausserdem ist die Zeit zwischen Jobs ideal für eine Entspannungspause, denn man muss ja keinen Urlaub nehmen; ausserdem braucht man es wahrscheinlich gerade in solchen Zeiten am meisten. Und schliesslich wird es so langsam aber sicher Winter hier in Neuseeland, und die Vorstellung, eine Woche lang irgendwo Wärme zu tanken war ach so verlockend.</p>
<div id="attachment_377" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-377" title="1105-9" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1105-9.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Petronas Towers</p></div>
<p>Zuerst dachten wir an Australien, aber irgendwie konnten wir uns für nichts so richtig begeistern (sorry Nachbar, es ist nicht deine Schuld.) Dann fing ich an, die Webseiten der Reisebüros zu studieren um Ideen zu bekommen, und da war es dann: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kuala_Lumpur">Kuala Lumpur</a>. Die Hauptstadt von Malaysia erfüllte alle Wünsche: gross (Bevölkerung von 1,7 Millionen), dicht besiedelt (6.500 Menschen//km<sup>2</sup>), tropisch (liegt nur 3 Grad nördlich des Äquators), und unglaublich divers in jeder Hinsicht. Malaysia ist ein multikulturelles, multi-ethnisches, multireligiöses usw. Land, und die Mischung von Menschen und Kulturen ist eines der vielen Dinge die KL so attraktive machen. Wir sahen Moscheen, Taoistische &#8211; und Hindutempel neben hochmodernen Wolkenkratzern und den allgegenwärtigen Shopping Malls. An unserem ersten Abend sassen wir auf der Terrasse eines Restaurants als zufälligerweise die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wesak">Wesak Day</a> Parade vorbeizog, welche die Geburt, Erleuchtung und den Tod Buddhas feiert, mit Kerzen, geschmückten Motivwägen und Gesängen, zwischen Anzeigen für ultraschnelles, billiges mobiles 4g Internet.</p>
<h3>Es gibt kein Bier auf Brunei</h3>
<div id="attachment_370" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-370" title="1105-2" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1105-2.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Royal Brunei Airline zeigt nicht nur Standpunkt und Flughöhe, sondern auch Entfernung zu Mekka</p></div>
<p>Wir flogen mit Royal Brunei Airlines nach KL, weshalb wir eine Nacht in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bandar_Seri_Begawan">Bandar Seri Begawan</a>, der Hauptstadt des winzigen Sultanats einlegen mussten. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Brunei">Brunei</a> liegt an der Nordküste von Borneo, geteilt in zwei nicht verbundene Regionen und umgeben von Malaysia, welches selbst auf zwei verschiedene Landmassen verteilt ist die durch das Südchinesische Meer voneinander getrennt sind. Es leben nur 400.000 Menschen in Brunei (weniger als in der Region von Wellington), und sie geniessen dank der riesigen Öl- und Gasvorkommen einen sehr hohen Lebensstandard. Auf dem Weg vom Flughafen wies uns der Fahrer darauf hin dass ein Liter Superbenzin hier 50 Cent (das entspricht etwa 28 Euro Cent) kostet &#8211; allerdings nur für die Einheimischen; Ausländer zahlen mehr als das doppelte für die nicht-subventionierte Version.</p>
<p>Brunei ist ein seltsames Land. Zum einen gilt dort das islamische Scharia-Gesetz, weshalb man nirgends Alkohol kaufen kann &#8211; es gibt keine Kneipen, nicht einmal in den Hotels, und nur ganz wenige Restaurants. Trotz der grossen Reichtums des Lands fühlt man sich beim Spaziergang durch die Hauptstadt mit ihren breiten, von Fussgängern fast verlassenen Strassen, eher in das Ostdeutschland der 70er Jahre versetzt. Unser Abendessen im Hotel, bei Obstsaft und begleitet von kostümierten Folkloretänzern, war eine der deprimierendsten Mahlzeiten seit langer Zeit (man muss aber dazu sagen dass alle sehr freundlich waren.)</p>
<div id="attachment_369" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-369" title="1105-1" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1105-1.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Typisches Souvenir aus Brunei: Eine Ölbohrplattform aus Messing</p></div>
<p>Wir hatten trotzdem einen interessanten halben Tag in Bandar Seri, und in der Zeit konnten wir auch die meisten Touristenattraktionen abhaken: Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Omar-Ali-Saifuddin-Moschee">Omar-Ali-Saifuddin-Moschee</a> (hübsch mit künstlicher Lagune), das Royal Regalia Museum (teilweise eine Nachstellung der Krönung des Sultans, teilweise eine Sammlung von Geschenken die der Sultan von anderen Regierungen erhalten hat. Tip: Korea vermeiden, deren Geschenke taugen gar nichts!) Der Höhepunkt war jedoch eine anderthalbstündige Fahrt mit dem Wassertaxi auf dem Brunei River in den Dschungel von Borneo, wo die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nasenaffen">Nasenaffen</a>, die es nur hier gibt, in den Bäumen sitzen (leider zu weit weg um sie richtig zu sehen), und ins Wasserdorf <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Water_Village_(Brunei)">Kampong Ayer</a>, wo fast 40.000 Menschen in Häusern auf Stelzen wohnen, in einer Siedlung komplett mit Polizei, Feuerwehr, und Moschee.</p>
<h3>Affen!</h3>
<div id="attachment_372" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-372" title="1105-4" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1105-4.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Batu Caves mit goldener Riesenstatue</p></div>
<p>Und dann, KL. Wir waren begeistert. So sehr dass Hong Kong als meine Lieblingsstadt Konkurrenz bekommen hat. Wie ich schon erwähnt habe ist es die Vielfalt die wirklich etwas besonderes ist. Was uns ausserdem überraschte war wie modern die Stadt ist. Ein Beispiel: die Angebote für billiges, schnelles Breitbandinternet allein sind genug, einen Kiwi zum Weinen zu bringen. Überall wurde gebaut (wie ein Taxifahrer erklärte, &#8220;wir können einfach keine unbebauten Grundstücke sehen&#8221;), und das was wir in der dortigen Zeitung über Wirtschaft und Technologie lasen hat uns beeindruckt (ja, wahrscheinlich ist die Zeitung eher regierungsfreundlich &#8211; trotzdem.)</p>
<p>Oh, und die Mahlzeiten. Ich wünschte ich hätte einfach die ganze Wochen nur essen können. Wir hatten einige der <a href="http://www.bijanrestaurant.com/">besten</a> <a href="http://www.saonam.com.my/">Mahlzeiten</a> <a href="http://www.foodpoi.com/2009/02/tamarind-hill-hilltop-rustic-dining-experience-in-the-heart-of-kuala-lumpur/">unseres Lebens</a> in KL. Es gibt tropische Früchte im Überfluss, und das beste was südostasiatischen Küche zu bieten hat. Was es mir natürlich besonders angetan hatte war dass wir draussen essen konnten, denn die Temperatur sank auch nachts nie unter 25 Grad. Allerdings erlebten wir einige tropische Regengüsse &#8211; jeden Abend ungefähr um 18 Uhr kam auf einmal ein Gewitter wie eine Flut über die Stadt, und hörte dann nach ein paar Stunden genauso schnell wieder auf wie es angefangen hatte. Wir verbrachten mehrere dieser Regengüsse unter einer Markise in der warmen Tropenluft, mit einen Glas Wein in der Hand und Blick auf die Stadt. Das ist das gute Leben!</p>
<div id="attachment_375" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-375" title="1105-7" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1105-7.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Überall spottbilliges Internet fürs Handy</p></div>
<p>Einmal machten wir einem Ausflug zu den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Batu-H%C3%B6hlen">Batu-Höhlen</a>, einem Hindutempel in einer hochgelegenen Kalksteinhöhle in der man sich vorkommt wie in einem Indiana Jones Set, und wo hunderte Makaken die 272 Stufen die zum Tempel führen rauf- und runterspringen. Ansonsten blieben wir in der Stadt und gingen dort auf Entdeckungstour. Einige der Höhepunkte waren der Ausblick vom <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Menara_Kuala_Lumpur">Menara Kuala Lumpur</a>, dem vierthöchsten Fernsehturm der Welt, die kleinen Fische die uns im <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Doctor_fish">Fish Spa</a>, an den Füßen herunknabberten, und der wunderschöne <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Kuala_Lumpur_Bird_Park">Bird Park</a>, eine riesige Voliere in der man zwischen Pfauen, Störchen, Papageien und 200 anderen Vogelarten in einem üppigen tropischen Garten herumspazieren kann.</p>
<p>Wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch!</p>
<p><a href="http://sibyllenz.wordpress.com/photo-albums/brunei-and-kuala-lumpur/">Kuala Lumpur Fotoalbum</a>.</p>
<h3>Kein Thema</h3>
<div id="attachment_374" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-374" title="1105-6" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1105-6.png?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Gib dem Affen Zucker</p></div>
<p>Es gibt noch andere Dinge über die ich schreiben könnte, zum Beispiel die <a href="http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,764430,00.html">sehr hitzige Debatte</a> über den ziemlich peinlichen Beschluss des Wellingtoner Flughafens, einen dem Hollywood Sign nachempfundenen &#8220;Wellywood&#8221; Schriftzug aufzustellen, ein Plan der aus offensichtlichen Gründen auf massiven Widerstand stößt. Dann ist da noch so politisches Zeug das auch nicht viel besser ist und wahrscheinlich nur noch schlimmer wird, denn es ist Wahljahr. Die Rugby-Weltmeisterschaft fängt erst im September an aber nervt jetzt schon (darf ich das überhaupt laut sagen?). Und so weiter.</p>
<p>Stattdessen schliesse ich diesen Eintrag lieber mit einer weiteren westlichen Fehlinterpretation der chinesischen Sprache, nämlich dass das Wort &#8220;Krise&#8221; aus den Schriftzeichen für &#8220;Gefahr&#8221; und &#8220;Chance&#8221; zusammengesetzt ist (<a href="http://www.snpp.com/episodes/2F08.html">crisitunity</a>, wie Homer Simpson sagt.) Wie mit dem eingangs erwähnten berühmten Fluch ist auch diese Geschichte <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_word_for_%22crisis%22">mehr Mythos als Wirklichkeit</a>. Als Gedanke jedoch ist sie durchaus hilfreich und auch wahr.</p>
<p>Jedenfalls freue ich mich auf die Chancen die sich mir nun bieten, und kann es kaum erwarten, zu berichten wie&#8217;s denn geht. Bis dahin, wie David Bowie in Ch-ch-changes sagt: Turn and face the strange!</p>
<p>P.S. Falls ihr euch fragt was sich in den drei Monaten seit dem Erdbeben in Christchurch getan hat, ist die Antwort: Leider nicht so arg viel. <a href="http://publicaddress.net/system/topic/3048/?p=214400#post214400">Hier ist ein ziemlich erschütternder Bericht einer Einwohnerin</a> (auf englisch).</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sibyllenz.wordpress.com/22/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sibyllenz.wordpress.com/22/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sibyllenz.wordpress.com/22/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sibyllenz.wordpress.com/22/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sibyllenz.wordpress.com/22/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sibyllenz.wordpress.com/22/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sibyllenz.wordpress.com/22/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sibyllenz.wordpress.com/22/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sibyllenz.wordpress.com/22/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sibyllenz.wordpress.com/22/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sibyllenz.wordpress.com/22/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sibyllenz.wordpress.com/22/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sibyllenz.wordpress.com/22/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sibyllenz.wordpress.com/22/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sibylle.co.nz&amp;blog=30347399&amp;post=22&amp;subd=sibyllenz&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Januar-Februar 2011</title>
		<link>http://sibylle.co.nz/2011/02/28/januar-februar-2011/</link>
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		<pubDate>Mon, 28 Feb 2011 07:52:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>heimatseeker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[christchurch]]></category>
		<category><![CDATA[erdbeben]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Eintrag den ich gehofft hatte, nie schreiben zu müssen. Erdbeben in Christchurch, 22 Februar 2011 Dies sollte ein richtig positiver Eintrag werden. Das Jahr hat so gut angefangen. Ich wollte berichten über die wundervolle und inspirierende Webstock-Konferenz, das bewusstseinserweiternde Wochenende names Kiwifoo, die begeisternden Konzerte die wir erleben durften (Sufjan Stevens, Tricky, Amanda Palmer [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sibylle.co.nz&amp;blog=30347399&amp;post=457&amp;subd=sibyllenz&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Der Eintrag den ich gehofft hatte, nie schreiben zu müssen.</strong></em></p>
<h3>Erdbeben in Christchurch, 22 Februar 2011</h3>
<p>Dies sollte ein richtig positiver Eintrag werden. Das Jahr hat so gut angefangen. Ich wollte berichten über die wundervolle und inspirierende <a href="http://www.webstock.org.nz/">Webstock</a>-Konferenz, das bewusstseinserweiternde Wochenende names <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Kiwi_Foo_Camp">Kiwifoo</a>, die begeisternden Konzerte die wir erleben durften (Sufjan Stevens, Tricky, Amanda Palmer &amp; Jason Webley &#8211; alle innerhalb von nur drei Wochen), die <a href="http://prezi.com/lr3lmrgdhlgj/silverstripe-3-roadmap-preview/">spannenden neuen Entwicklungen</a> bei der Arbeit.</p>
<p>Und dann zerbrach die Welt in Stücke. Nicht bei uns, jedenfalls nicht direkt. Aber in unserem Land, und für unsere Freunde. und auf einmal bekam alles eine völlig neue Perspektive.</p>
<p>Um 12:51 Uhr am 22. Februar, während der Mittagspause an einem sonnigen Dienstagnachmittag, wurde Christchurch von einem Erdbeben der Stärke 6,3 erschüttert. Anders als bei dem grossen <a title="Februar-Dezember 2010" href="http://sibylle.co.nz/2010/12/30/februar-dezember-2010/">7,1 Beben im September 2010</a> war dieses viel näher an der Erdoberfläche, mit einem Epizentrum fast direkt in der Stadt, und es fand mitten am Tag statt. Aus diesen <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,746954,00.html">Gründen</a> verursachte es diesmal erhebliche Schäden und kostete viele Menschenleben. Das Erdbeben kam zu einem Zeitpunkt als die Menschen in der Canterbury-Region, die im letzten halben Jahr bereits tausende Nachbeben erdulden mussten, endlich langsam wieder in die Normalität zurückfanden. Mir fehlen die Worte um zu beschreiben was für einen tiefen Einschnitt diese Katastrophe direkt ins Herz der Nation verursacht hat.</p>
<p>Wie meistens hat <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christchurch-Erdbeben_von_2011">Wikipedia eine gute Zusammenfassung der Fakten</a> und Links zu weiteren Quellen, so dass ich hier im Interesse der Schnelligkeit nicht in Details gehen will. Jetzt, eine Woche später, ist es immer noch kaum vorstellbar wie tiefgreifend die Auswirkungen sind. Es wurde der nationale Notstand ausgerufen und die Such- und Rettungsaktionen sind immer noch im Gange &#8211; während ich dies hier schreibe werden noch über 200 Menschen vermisst. Ganze Viertel sind immer noch ohne Strom, Wasser, oder funktionierende Abwasserkanalisation; die Menschen leben in den Ruinen ihrer Häuser, und der Grund um sie herum hat sich verflüssigt. Tausende sind aus der Stadt geflohen &#8211; werden sie zurückkehren? Was passiert nach den Aufräumarbeiten &#8211; kann man auf einem so instabilen Untergrund überhaupt wieder aufbauen? Wie wirkt sich das alles auf die Wirtschaft aus? (Im Moment schätzt man die Kosten auf NZ$16 Milliarden &#8211; aber wer weiss das schon?) Ganz zu schweigen von der nationalen Psyche &#8211; werden wir uns je wieder in unseren eigenen Häusern sicher fühlen? (Gesten abend gab es in Wellington ein Erdbeben der Stärke 4,5 das alle sehr nervös machte &#8211; doch in Christchurch hatten sie 20 Nachbeben stärker als 4,5 allein in den 24 Stunden nach dem grossen Beben.)</p>
<p>Und doch, so schlimm all das war und immer noch ist, so hat doch die Katastrophe auch das beste in den Menschen hervorgebracht. Überall kommen Nachbarn und Gemeinden zusammen, teilen was sie haben und helfen und unterstützen einander. Innnerhalb einer Stunde nach dem Erdbeben erstellten engagierte Menschen in der neuseeländischen IT-Branche <a href="http://eq.org.nz">eq.org.nz</a>, eine Webseite die auf einer open-source Platform basiert und Karten und Links zu Dienstleistungen und anderen lebenswichtigen Informationen bietet. Die Details sind crowd-sourced, kommen also von Menschen im ganzen Land, und die Betreiber der Seite haben seither unermüdlich gearbeitet um sie auf dem neuesten Stand zu halten. Es ist schwer zu beschreiben wie sehr ich diesen Einsatz anerkenne und bewundere.</p>
<p><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Kia_kaha">Kia kaha</a>, Christchurch.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-378" title="1102-01" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1102-01.jpeg?w=600" alt="Today's reminder: Life is fragile. Cherish every moment. Be kind. Love. #eqnz"   /></p>
<h3>Wie man helfen kann</h3>
<p>Das Erdbeben ist schon wieder so gut wie aus den internationalen Medien verschwunden. Für die Menschen in Christchurch wird es aber noch lange Zeit schlimme Konsequenzen haben. Hier sind ein paar Möglichkeiten, zu helfen:</p>
<ul>
<li>Spenden an das Rote Kreuz (<a href="http://www.redcross.org.nz/donate">Red Cross Earthquake Appeal</a>) oder die neuseeländische Regierung (<a href="http://www.christchurchearthquakeappeal.govt.nz/">Christchurch Earthquake Appeal</a>), für bitter notwendige Hilfsleitungen für die betroffenen Menschen.</li>
<li>Mithilfe an der open-source, von der Community betriebenen <a href="http://volunteer.eq.org.nz/">Christchurch Recovery Map</a>.</li>
<li>Worte der Unterstützung durch <a href="http://www.amos.org.nz/">amos.org.nz</a> &#8211; Nachrichten werden ausgeruckt und aufgehängt so dass sie von vielen gesehen werden.</li>
</ul>
<p>Leider sind alle Links auf englisch; ich konnte keine deutschen Aktionen finden.</p>
<h3>Weitere Informationen</h3>
<ul>
<li><a href="http://eq.org.nz/">Christchurch Recovery Map</a> &#8211; ein Community-Projekt das Informationen und Dienstleistungen zur Verfügung stellt (auf englisch).</li>
<li><a href="http://webcentre.co.nz/quake/calltoaction.htm">&#8220;There are THREE cities in Christchurch right now, not one.&#8221;</a> &#8211; sehr bewegender Blogeintrag von Peter Hyde, einem Bewohner von Christchurch, über die Auswirkungen des Erdbebens auf die verschiedenen Teile der Stadt, und ein Ruf nach Hilfe für diejenigen die von den Autoritäten und den Medien ignoriert werden (auf englisch).</li>
<li><a href="http://www.stuff.co.nz/national/christchurch-earthquake/4705106/Photos-Before-and-after-the-Christchurch-earthquake">Bilder von Christchurch vor und nach dem Erdebeben</a> (Link zu stuff.co.nz)</li>
<li><a href="http://www.nzherald.co.nz/nz/news/image.cfm?c_id=1&amp;gal_cid=1&amp;gallery_id=117023#7396204">Bildergallery die die Auswirkungen des Bebens zeigt</a> (Link zu nzherald.co.nz)</li>
<li>Pressefotos bei <a href="http://www.theatlantic.com/infocus/2011/02/earthquake-in-new-zealand/100013/">The Atlantic</a> und <a href="http://www.boston.com/bigpicture/2011/02/christchurch_earthquake.html">The Big Picture</a></li>
</ul>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/sibyllenz.wordpress.com/457/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/sibyllenz.wordpress.com/457/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/sibyllenz.wordpress.com/457/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/sibyllenz.wordpress.com/457/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/sibyllenz.wordpress.com/457/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/sibyllenz.wordpress.com/457/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/sibyllenz.wordpress.com/457/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/sibyllenz.wordpress.com/457/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/sibyllenz.wordpress.com/457/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/sibyllenz.wordpress.com/457/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/sibyllenz.wordpress.com/457/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/sibyllenz.wordpress.com/457/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/sibyllenz.wordpress.com/457/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/sibyllenz.wordpress.com/457/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sibylle.co.nz&amp;blog=30347399&amp;post=457&amp;subd=sibyllenz&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Februar-Dezember 2010</title>
		<link>http://sibylle.co.nz/2010/12/30/februar-dezember-2010/</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Dec 2010 07:52:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>heimatseeker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
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		<description><![CDATA[Von Liebe und Schmerz und Wachstum und Lernen. Schon wieder ein Jahresrückblick. Sturm und Drang 2011 ist fast schon da. Höchste Zeit für einen Jahresrückblick. Bringen wir zuerst das Wetter hinter uns. Anders als letztes Jahr, als die Weihnachtspause grau und eiskalt war und der Sommer nie kam, sieht es dieses Jahr so aus als [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sibylle.co.nz&amp;blog=30347399&amp;post=458&amp;subd=sibyllenz&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Von Liebe und Schmerz und Wachstum und Lernen. Schon wieder ein Jahresrückblick.</strong></em></p>
<h3>Sturm und Drang</h3>
<div id="attachment_534" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-534" title="1012-01" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1012-01.jpeg?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Viele bunte Smarties zieren die City Gallery</p></div>
<p>2011 ist fast schon da. Höchste Zeit für einen Jahresrückblick.</p>
<p>Bringen wir zuerst das Wetter hinter uns. Anders als letztes Jahr, als die Weihnachtspause grau und eiskalt war und der Sommer nie kam, sieht es dieses Jahr so aus als bekämen wir den wärmsten Dezember seit des Beginns der Wetteraufzeichnungen. Das haben wir La Niña zu verdanken, das viel warme und feuchte Luft aus dem Norden bringt. Die überdurchschnittlichen Temperaturen sind begleitet von starken Winden (die Art, die Stromleitungen zum Einsturz bringt und mich vom Schlafen abhält weil alles wackelt und rüttelt), aber auch von hoher Luftfeuchtigkeit. Nun bin ich ja die einzige Person die ich kenne (sozusagen) die hohe Luftfeuchtigkeit mag, und ich geniesse es sehr dass ich endlich einmal nicht friere, und so habe ich ein überlegenes Lächeln auf den Lippen wenn wieder mal all über die &#8220;schwüle Hitze&#8221; jammern sobald das Thermometer 20 Grad erreicht.</p>
<h3>En andrer ned in Ewigkeit</h3>
<div id="attachment_538" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-538" title="1012-14" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1012-14.jpeg?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Zum Glück noch nicht entbehrlich</p></div>
<p>Das ist also mein persönliches Happy End zu einem ereignisreichen Jahr. Wenn ich ehrlich sein soll graute es mir ganz schön vor 2010, denn das war das Jahr in dem ich 40 werden würde. 40! Das ging gar nicht, irgendwo musste sich da jemand verrechnet haben. (Übrigens habe ich gerade ein sehr düsteres dystopisches Buch namens &#8220;<a href="http://www.amazon.de/Die-Entbehrlichen-Roman-Ninni-Holmqvist/dp/3940813001/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1293669040&amp;sr=8-1">Die Entbehrlichen</a>&#8221; gelesen. In diesem Buch werden alleinstehende, kinderlose Menschen an ihrem 50. Geburtstag in eine &#8220;Einheit&#8217; eingeliefert, eine Art Vorratsspeicher in dem die Insassen allen Arten von Experimenten ausgesetzt und zu lebenden Organbanken werden bis zur sogenannten &#8220;Endspende.&#8221; Aber ich komme vom Thema ab.)</p>
<p>Nicht einmal das Erreichen des Schwabenalters spendete mir Trost, betrifft es doch sowieso nur die Männer (denn die Frauen sind ja schon längst gscheit). War ich wirklich schon &#8220;mittleren Alters? Wie furchtbar. Das einzig Gute war dass mein Geburtstag relative früh im Jahr ist, so dass ich es so oder so schnell hinter mich bringen würde.</p>
<div id="attachment_543" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-543" title="1012-15" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1012-15.jpeg?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Wir gewinnen einen Preis bei den NZ Open Source Awards</p></div>
<p>Wie sich herausstellte tat es gar nicht weh. Ich fühle mich auch nicht anders als vorher. Nein, das stimmt nicht. Ich fühle mich besser, denn jetzt ist es vorbei, und ich bin immer noch da, und kann mich nach vorne orientieren und mich aufs Positive konzentrieren. Und wer weiss, vielleicht bin ich ja auch doch ein bisschen gscheiter.</p>
<p>Und das waren dann auch die Themen für mich im vergangenen Jahr: Verbesserung. Entwicklung. Verstehen. Wachstum.</p>
<p>Bei der Arbeit habe ich nun ein Team von fünf Mitarbeitern. Meine Firma war Hauptsponsor für die beste Webkonferenz in Neuseeland, <a href="http://www.webstock.org.nz/talks/events/webstock-2010/">Webstock</a>, wir gewannen den <a href="http://www.nzosa.org.nz">Open Source Award for Best Open Source Project</a> (zum zweiten Mal!); wir waren auf <a href="http://developers.slashdot.org/story/10/11/17/030232/Microsoft-Finally-Certifies-an-Open-Source-Web-App">Slashdot</a> als Microsoft (!) unsere open source (!) Software zertifizierte (was noch nie zuvor vorkam), und wir arbeiteten mit unseren Kunden an einer Reihe von bahnbrechenden Projekten, unter anderem im Bereich geo-räumlicher und offener Daten. Es ist spanned, an diesen Entwicklungen beteiligt zu sein und Open Source und Innovation voranzutreiben.</p>
<h3>Sommermärchen 2.0</h3>
<div id="attachment_537" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-537" title="1012-07" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1012-07.jpeg?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Schlandfahne</p></div>
<p>Es ist ja schon fast Tradition dass ich versuche, dem schlimmsten neuseeländischen Winter zu entfliehen, indem ich im Juli oder August auf Deutschlandreise gehe. Nach dem extrem komprimierten einwöchigen Besuch im letzten Jahr wollte ich dieses Mal lange genug Zeit haben dass ich nicht gleich nach der Ankunft wieder an die Abreise denken musste.</p>
<p>Mein Timing war wie immer hervorragend—mein Besuch überschnitt sich nicht nur mit der zweiten Hälfte der Fussballweltmeisterschaft und dem alljährlichen Laupheimer <a href="http://heimatfest.bd-pages.de/">Heimatfest</a>, sondern schon wieder mit einer herrlichen, sengenden Hitzewelle, mit täglichem Schwimmen im Baggersee, viel frischem Obst und Grillen und gar, gar nie frieren müssen. Und weil ich diesesmal eben länger Zeit hatte schaffte ich es auch, ein paar lange Wochenenden in anderen europäischen Städten zu verbringen, einmal in Istanbul (zum allerersten Mal) und einmal in Berlin (zum ersten Mal seit acht Jahren). Beide Reisen genoss ich sehr, und es war die ideale Art, meine Großstadtsehnsucht für einen Weile zu stillen.</p>
<p>Fotoalben: <a href="http://sibyllenz.wordpress.com/photo-albums/istanbul/">Istanbul 2010</a>, <a href="http://sibyllenz.wordpress.com/photo-albums/berlin/">Berlin 2010</a></p>
<h3>Willst Du Dich verändern&#8230;</h3>
<div id="attachment_533" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-533" title="1012-12" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1012-12.jpeg?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Porträt für meinen Fotokurs. Offensichtlich hatten wir Spaß.</p></div>
<p>Das allerwichtigste jedoch das dieses Jahr passiert ist it etwas sehr persönliches. Endlich habe ich mich ernsthaft bemüht, meine natürliche Introvertiertheit und Scheu nicht länger als Entschuldigung dafür zu benutzen, dass ich so langsam zum Eigenbrötler werde. Stattdessen würde ich ausgehen und sozial sein und ernsthaft mit Leuten in Verbindung treten. Und das tat ich dann auch.</p>
<p>Es war das furchterregendste und lohnenswerteste was ich je in meinem Leben getan habe. Ich habe im vergangenen Jahr mehr wunderbare Menschen getroffen und mehr Freunde gewonnen als wahrscheinlich je zuvor in meinem Leben; sicherlich seit Schulzeiten. Eine ergreifende Erfahrung, und eine Quelle von Freude die ich kaum beschreiben kann.</p>
<h3>Neues aus Neuseeland</h3>
<div id="attachment_541" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-541" title="1012-13" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1012-13.jpeg?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Noch ein Porträt; dieses von einem professionellen Fotografen <img src='http://s0.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p></div>
<p>Freude ist leider nicht die beste Wortwahl wenn es um die Nachrichten aus Neuseeland im Jahr 2010 geht.</p>
<p>Aus einem mir unerfindlichen Grund scheint es dass alle grossen Ereignisse in den letzten paar Monaten des Jahres stattfanden. Lange Zeit schienen Themen zu dominieren deren zentrales Ereignis zum Glück ganz woanders war, sei es nun Eyjafjallajökull&#8217;s Asche über Europa, BP&#8217;s Öl im Golf von Mexiko, oder alle möglichen anderen, zumeist schrecklichen Dinge die irgendwo in der Welt stattfanden. Wenn ich mich auch manchmal isoliert und ausgeschlossen fühle weil Neuseeland geographisch so abgeschieden ist, so kann es doch auch ein Segen sein, von all dem Scheiss der sonstwo passiert weit weg zu sein.</p>
<h3>Canterybury Erdbeben</h3>
<div id="attachment_536" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-536" title="1012-03" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1012-03.jpeg?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Und nun kommt eine Reihe beliebiger Bilder: Dieses ist von unseren Webstock-Stand</p></div>
<p>Und dann passierten auch hier Dinge auf die wir gerne verzichtet hätten. Es begann mit einem Knall, buchstäblich, und zwar am 4. September um 4:35 Uhr morgens, als ein<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Christchurch_earthquake,_2010"> Erdbeben der Stärke 7,1</a> die Südinsel in der Nähe der grössten Stadt, Christchurch, traf. (Wir haben es übrigens nicht bemerkt, aber viele andere hier in Wellington sind davon aufgewacht.) Fast wie durch ein Wunder kamen keine Menschen ums Leben, obwohl die Stärke, die geringe Tiefe, und die Nähe zu einer Großstadt ganz ähnlich waren wie bei dem verheerenden Erdbeben in Haiti Anfang des Jahres. Als <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,715698,00.html">Gründe</a> wurden die Tatsache genannt dass zu der Zeit die meisten Menschen in ihren aus Holz gebauten Häusern schliefen anstatt unterwegs zu sein, und, wer hätte es gedacht, die Architektur der Häuser und Neuseelands Vorschriften für erdbebensicheres Bauen, die seit den 1930er Jahren in Kraft sind.</p>
<p>Dennoch, die Schäden an Gebäuden und Infrastruktur waren riesig—die heutigen Schätzungen belaufen sich auf bis zu $4 Milliarden NZ Dollar. Die Wasser- und Stromversorgung waren unterbrochen, viele Strassen und Schienen sind bis heute beschädigt, und nicht wenige Gebäude wurden abgerissen weil der Schaden so gross war dass man sie angeblich nicht mehr retten konnte. Leider betraf das auch historische Gebäude wie den schönen, hundertjährigen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Manchester_Courts">Manchester Courts</a>. Diese <a href="http://www.stuff.co.nz/the-press/news/canterbury-earthquake/earthquake-map">Google Map</a> mit Berichten von Leuten vor Ort, oder eine einfache <a href="http://www.google.co.nz/images?hl=en&amp;expIds=17259&amp;xhr=t&amp;q=canterbury+earthquake+pictures&amp;cp=24&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;source=univ&amp;ei=pswXTYLzC8bCcfnJ9eQC&amp;sa=X&amp;oi=image_result_group&amp;ct=title&amp;resnum=1&amp;sqi=2&amp;ved=0CCcQsAQwAA&amp;biw=1059&amp;bih=641">Bildersuche</a> geben einem einen guten Eindruck vom Ausmass der Schäden. Schlimmer noch, seit dem Beben wurde die Canterbury Region von einer nicht enden-wollenden Anzahl von Nachbeben erschüttert: über 4000 der Stärke 2,0 oder mehr, die weitere Schäden verursachten und die Menschen aus dem Schlaf rissen. Das letzte grosse Beben kam erst vor ein paar Tagen, am Boxing Day (2. Weihnachtsfeiertag). Es hatte die Stärke 4,9, was genug war um Teile der Innenstadt wieder abriegeln zu müssen—nicht gerade ideal am umsatzreichsten Einkaufstag des Jahres in einer Stadt, die bereits ziemlich unter den wirtschaftlichen Folgen der Erdbeben leidet.</p>
<div id="attachment_545" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-545" title="1012-10" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1012-10.jpeg?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Radtour auf dr Alb</p></div>
<p>Und gerade als die Nachbeben in Canterbury endlich etwas nachliessen traf die Südinsel eine weitere Katastrophe: ein <a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,730833,00.html">Unfall in dem Pike River Kohlebergwerk</a> an der Westküste. Am 19. November erschütterte eine Explosion die Mine. 31 Männer waren zu der Zeit unter Tage; zwei schafften es, sich zu retten, die anderen blieben in 1500 Metern Tiefe verschüttet. Fünf Tage lange hoffte man dass die Rettungsversuche gelingen würden, bis eine zweite, stärkere Explosion diese Hoffnungen zunichte machte. Wir waren <a title="Januar-März 2007" href="http://sibyllenz.wordpress.com/2007/03/31/januar-marz-2007/">vor ein paar Jahren</a> an der Westküste und ich kann nur ahnen was für Auswirkungen ein solches Desaster auf eine so kleine, enge Gemeinde haben muss.</p>
<h3>Haarig</h3>
<div id="attachment_542" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-542" title="1012-04" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1012-04.jpeg?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Hervorragendes Pixies-Konzert in Auckland</p></div>
<p>Unterdessen hatten wir unsere eigenen Erschütterungen hier auf der Nordinsel, und diesmal ging es um unser liebstes nationales Alter Ego, Mittelerde. Genauer gesagt dreht sich diese Geschichte um Peter Jackson&#8217;s geplante zweiteilige Filmadaption von Tolkien&#8217;s Roman &#8220;Der kleine Hobbit&#8221;. Mit dem Projekt gab es schon seit einigen Jahren alle möglichen Probleme: Klagen über Filmrechte, lange Verzögerungen, und der ursprüngliche Regisseur, Guillermo del Toro, stieg während der Vorproduktion aus. Aber dann bekam Peter Jackson den Zuschlag, und die Filme sollten ab 2011 in Neuseeland gedreht werden.</p>
<p>Oder das war der Plan, bis die &#8220;International Federation of Actors&#8221; Ende September ihre Mitglieder dazu aufrief, das Projekt zu boykottieren, weil die Produzenten die Schauspieler nicht unter einem mit den Gewerkschaften ausgehandelten Rahmenvertrag einstellen wollten. Nach neuseeländischem Recht können Schauspieler, die als selbständige Vertragsnehmer angestellt sind (und nicht als Beschäftigte der Produktionsfirma &#8211; eine gängige Praxis in der Filmindustrie) nicht kollektiv verhandeln. Deshalb also rief die Gewerkschaft Media, Entertainment and Arts Alliance (die auch noch ausgerechnet ihren Sitz in Australien hat) zum Boykott auf und drohte sogar mit Ausschluss derer die sich dem Aufruf widersetzen würden.</p>
<p>Falls der Beweggrund für diese Aktion war, Werbung für die Gewerkschaft zu machen, dann war sie allerdings ein Griff ins Klo. &#8220;Organisiert euch soviel ihr wollt&#8221;, sagte das grosse, amerikanische Filmstudio, &#8220;dann filmen wir eben woanders. Es gibt ja noch mehr Länder auf diesem Planeten.&#8221;</p>
<div id="attachment_540" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-540" title="1012-09" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1012-09.jpeg?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Einmal Kaffee so gross wie mein Kopf bitte!</p></div>
<p>Mittelerde in Osteuropa? Diese Horrorvorstellung verursachte eine mittlere nationale Krise. Mehrere Wochen lang gingen tausende Menschen auf die Strasse um zu protestieren und zu verhindern dass die Produktion ins Ausland verlagert wird. Als Ende Oktober die Hollywoodbosse nach Wellington kamen um eine Lösung zu finden, leitete kein anderer als der Premierminister selbst die Verhandlungen. Schliesslich kam man zu einer Einigung: Die Produktion würde in Neuseeland bleiben. Zum Ausgleich würde das Arbeitsrecht geändert und Warner Bros bekäme NZ$25 Millionen Zuschüsse aus Steuergeldern. Ja, das ist richtig, und wer dabei an Mayor Quimby von den Simpsons denkt und die Produktion von <a href="http://www.snpp.com/episodes/2F17.html">Radioactive Man</a> in Springfield, ja, da gibts durchaus Parallelen. Natürlich ist es sehr gut für die neuseeländische Wirtschaft, ganz zu schweigen von der neuseeländischen Seele, dass die Filme hier gemacht werden. Es ist aber die <a href="http://www.nzherald.co.nz/nz/news/article.cfm?c_id=1&amp;objectid=10684062">unschöne Art wie der Deal zustande kam</a> die doch ein ziemliches Gchmäckle hat.</p>
<h3>Einige meiner besten Freunde sind Moderatoren</h3>
<div id="attachment_535" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-535" title="1012-11" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1012-11.jpeg?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Abenddämmerung in Wellington (noch ein Foto von meinem Fotokurs)</p></div>
<p>A propos Gschmäckle (na, heute bin ich aber auch die Königin der Überleitungen!):</p>
<p>Ein weiteres Drama das sich zu der Zeit zutrug war nicht gerade hollywoodreif, sondern einfach bescheuert. In ihm geht es um einen Moderator des öffentlichen Fernsehens (TVNZ), den Widerling <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Paul_Henry_%28broadcaster%29#Controversies">Paul Henry</a>. In Amerika würde man diesen Zeitgenossen eine &#8220;TV-Persönlichkeit&#8221; nennen, und Charakter hat der Mann durchaus, allerdings nicht den der attraktiven Art.</p>
<p>Henry hatte bereits mehrere Kontroversen verursacht als er über eine Aktivistin mit leichtem Damenbart lästerte, über Schwule herzog und die indische Politikerin Sheila Dikshit lächerlich machte (man kann sich vorstellen was da der &#8220;Witz&#8221; war), und als er die britische Sängerin Susan Boyle als geistig zurückgeblieben bezeichnete; all das im öffentlichen Fernsehen. Was aber letztendlich zu seiner Suspendierung und seinem Rücktritt von TVNZ führte war eine Bemerkung über Neuseelands Generalgouverneur, Sir Anand Satyanand, dessen Vorfahren aus Indien und Fiji stammen. Nun muss man bedenken das der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Generalgouverneur_von_Neuseeland">neuseeländische Generalgouverneur</a> der Repräsentant der britischen Krone und dadurch de facto Staatsoberhaupt ist, und auch wenn seine Rolle keine direkte Macht mit sich bringt, so ist sie doch politisch und symbolisch signifikant. Nun hatte also Henry den Premierminister in seiner Sendung in Frühstücksfernsehen und fragte ihn ob denn der Generalgouverneur &#8220;überhaupt ein Neuseeländer&#8221; sei, und ob er nächstes Mal jemanden ernennen würde der auch &#8220;wie ein Neuseeländer aussieht und spricht&#8221;.</p>
<div id="attachment_539" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-539" title="1012-06" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1012-06.jpeg?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Die Lagune bei Makara</p></div>
<p>Autsch. Ganz offensichtlich machte der Mann seinem Ruf als Unsympath alle Ehre. Und wenn es auch in Neuseeland wie überall Rassismus gibt, so akzeptieren die meisten Kiwis so ein blödes Geschwätz dann doch nicht. Es ist ja schon peinlich genug dass TVNZ anfangs Henry noch verteidigte, mit der Begründung, er sei eben bereit, &#8220;die Dinge auszusprechen die wir alle denken aber nicht zu sagen wagen&#8221;. Nein, das tun wir nicht. Jeder hat das Recht auf freie Meinungsäusserung, aber engstirniges Gelaber wie dieses sollte nicht aus Steuergeldern finanziert werden, und es ist gut dass der Mann weg ist.</p>
<p>Aber, und jetzt komme ich zu dem eigentlichen Grund weshalb ich diese klägliche kleine Geschichte überhaupt in meinem Blog erwähne. Mein Problem ist nicht mit Paul Henry. Wie war das nochmal, ein paar Sätze weiter oben? Die Bemerkung fiel im Gespräch <em>mit dem Premierminister.</em> Die unerträglichen Fragen waren an den Premierminister gestellt! Und was gab John Key darauf als Antwort? Stand er auf und verliess aus Protest die Sendung? Wies er Henry höflich, aber entschlossen, in seine Schranken? Sprach er über unser noch junges, aber wachsendes Begehren, als eine sich verändernde, diverse und multikulturelle Nation eine eigene Identität zu entwickeln?</p>
<p>Er tat nichts dergleichen. Stattdessen tat er was er am besten kann: er sass da, und grinste. Und machte ein paar belanglose Bemerkungen. Später sagte er er sei von der Frage &#8220;überrascht&#8221; worden, aber selbst dann hatte er keine weitere Meinung zum Thema, und er zog auch keine Konsequenzen indem er weitere Auftritte in der Sendung absagte. Zu keinem Zeitpunkt stellte irgendjemand in den traditionellen Medien das Verhalten des Premierministers in Frage oder kritisierte seine Führungsschwäche. Meiner Ansicht nach ist das der eigentlich Skandal.</p>
<h3>Überraschung?</h3>
<div id="attachment_544" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-544" title="1012-05" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1012-05.jpeg?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Auckland vom Sky Tower</p></div>
<p>Dank Wikileaks fand man in Neuseeland kurz vor Jahresende wie in vielen anderen Ländern rund um den Globus heraus was amerikanische Diplomaten wirklich über unser Land denken. Ich glaube ja dass Wikileaks der Motor für eine der einflussreichsten und tiefgreifendsten Veränderungen in der Geschichte der Menschheit sein wird für die Art, wie sich in Zukunft Gesellschaften organisieren und regieren. Ich will an dieser Stell keine politische oder philosophische Diskussion lostreten (bin aber gerne dazu bereit &#8211; kommt mich besuchen!). Stattdessen, werfen wir einen Blick auf die <a href="http://www.nzherald.co.nz/nz/news/article.cfm?c_id=1&amp;objectid=10695095">Depeschen selbst</a>.</p>
<ul>
<li>News flash: Die frühere Premierministerin Helen Clark war &#8220;mehr an Substanz als an Stil interessiert&#8221;.</li>
<li>News flash: Vor der Wahl 2008 befand die USA dass eine Regierung der National Party (=konservativ) besser für die gegenseitigen Beziehungen sei als die damals regierende Labour Party.</li>
<li>News flash: Die praktische Agenda von Premierminister John Key ist &#8220;verschwommen&#8221;.</li>
<li>News flash: Die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Neuseeland waren bereits im August 2009 völlig wiederhergestellt, aber man einigte sich darauf, diese Information geheimzuhalten. (Häh?)</li>
<li>News flash: Neuseelands starke Reaktion auf zwei Israelis, die 2004 der Spionage verdächtigt wurden, wurde von den USA als ein Versuch betrachtet, den Export von Lammfleisch an arabische Staaten anzukurbeln, und die Stationierung neuseeländischer Truppen im Irak im Jahr 2003 war hauptsächlich dazu da, <a href="http://www.wsws.org/articles/2010/dec2010/newz-d22.shtml">den Export von Milchprodukten von Fonterra</a>, dem größten Unternehmen des Landes, as Teil des &#8220;Oil for Food&#8221; Programms der Vereinten Nationen zu sichern. (Jetzt mal ehrlich? Und wenn das stimmt, was brauchen wir dann noch an Beweisen dafür dass wir unsere Abhängigkeit von Agrarexporten beenden müssen?)</li>
</ul>
<p>Man müsste die letzten Jahre schon als Einsiedler in der Wüste zugebracht haben um diese &#8220;Enthüllungen&#8221; überraschend zu finden. Dennoch, mehr Transparenz ist meiner Meinung nach eine gute Sache, und ich bin sicher dass wir noch mehr von dieser Geschichte hören werden.</p>
<p>Und das wars dann auch! Ich hoffe dass 2010 für euch ein gutes Jahr war. Wie der Chinese sagt, mögt Ihr in interessanten Zeiten leben, und möge 2011 euer Jahr werden, was immer das auch für jeden persönlich bedeuten mag. Peace!</p>
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		<title>Januar 2010</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 07:52:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>heimatseeker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
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		<description><![CDATA[Eruptionen. Und das Wetter. Alles halb so schlimm Ich hab doch nie gesagt dass ich diesen Blog nicht weiterführen will. Alles was ich wollte war ein Neuanfang im neuen Jahr. Und hier ist er. Lasst uns ein Abenteuer erleben. Wir sind bereits einen wilden Fluss entlanggepaddelt und haben einen Gletscher bestiegen. Diesmal wandern wir im [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=sibylle.co.nz&amp;blog=30347399&amp;post=459&amp;subd=sibyllenz&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Eruptionen. Und das Wetter.</strong></em></p>
<h3>Alles halb so schlimm</h3>
<p>Ich hab doch <a title="Juli-Dezember 2009" href="http://sibylle.co.nz/2009/12/31/juli-dezember-2009/">nie gesagt</a> dass ich diesen Blog nicht weiterführen will. Alles was ich wollte war ein Neuanfang im neuen Jahr.</p>
<p>Und hier ist er. Lasst uns ein Abenteuer erleben. Wir sind bereits einen wilden <a title="Januar 2005" href="http://sibyllenz.wordpress.com/2005/01/31/januar-2005/">Fluss entlanggepaddelt</a> und haben einen <a title="Januar-März 2007" href="http://sibyllenz.wordpress.com/2007/03/31/januar-marz-2007/">Gletscher bestiegen</a>. Diesmal wandern wir im Innern einen Vulkans.</p>
<h3>Tanz auf dem Vulkan</h3>
<div id="attachment_363" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-363" title="1001-01" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1001-01.jpg?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Helmpflicht</p></div>
<p>Inzwischen ist es schon Tradition dass wir über die Weihnachtsferien eine für uns neue Gegend besuchen. Dieses Jahr wollten wir wieder einmal in die Bay of Plenty, wo wir seit jenem Novembertag vor fünf Jahren als unser Containerschiff in Tauranga ankerte nicht wieder waren. So flogen wir nach Rotorua, wo wir in einem erstaunlich stilvollen Motel (<a href="http://www.regentrotorua.co.nz/">Regent of Rotorua</a>) übernachteten, doch unser eigentliches Ziel war <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/White_Island_%28Bay_of_Plenty%29">White Island</a>.</p>
<p>White Island ist ein junger (~150.000 Jahre alter) und relativ kleiner (2 km im Durchmesser) aktiver Meeresvulkan der 48 km vor der Küste liegt. Sein höchster Punkt ragt 321 m über dem Meeresspiegel doch das täuscht über die eigentlich Größe hinweg, denn 70% des Vulkans liegen unter Wasser. White Island gehört zur Taupo Volcanic Zone. Das ist ein 250 km langes Gebiet mit &#8220;intensiver vulkanischer Aktivität&#8221; dort wo die Australische und die Pazifische Platte aufeinandertreffen, und das sich vom Mt. Ruapehu bis hinein in den Pazifik erstreckt. Und wenn ich sage dass der Vulkan aktiv ist so meine ich das auch: Die letzte Eruption ist erst 10 Jahre her, von März bis September 2000.</p>
<div id="attachment_364" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-364" title="1001-02" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1001-02.jpg?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Giftgrüner Kratersee</p></div>
<p>Weil White Island relativ gut erreichbar und so aktiv ist lieben die Wissenschaftler die Insel. Bereits in den 1940er Jahren fing man an durch regelmässige Exkursionen Beobachtungen vorzunehmen, und in den 1970ern wurden Messgeräte installiert die die Insel rund um die Uhr überwachen. Heute gibt es zwei <a title="Link to White Island Volcano Cam on Geonet.org.nz" href="http://www.geonet.org.nz/volcano/activity/white-island/index.html">volcano cams und einen Seismographen</a> auf der Insel. Die Webcam wurde 2004 im Internet berühmt als ihr jemand eine Spielfigur des rosaroten Dinosauriers von den Flintstones vor die Linse setzte (<a href="http://www.geonet.org.nz/images/volcano/faq/first_dino.jpg">Bild</a>). Damals war wohl gerade sonst nicht viel los denn dieser Streich erwies sich als so populär dass die Betreiber der Geonet Webseite die Bildgröße verringern mussten um dem Ansturm von Besuchern aus der ganzen Welt Herr zu werden. Und auch heute ist &#8220;Dino&#8221; noch nicht ausgestorben: Als man fünf Jahre später die Kamera versetzte, nahm man ihn mit und stellte ihn am neuen Ort wieder auf.</p>
<p>White Island bekam ihren Namen von derselben Person die auch so ziemlich alles andere hier im Südpazifik getauft hat, nämlich Kapitän Cook. Sein Schiff, die Endeavour, kam 1769 an der Insel vorbei und er fand, sie sehe wegen des vielen Dampfes weiss aus &#8211; ehrlich gesagt, nicht gerade sein originellster Einfall. Ursprünglich gehörte White Island den Maori, aber die verkauften sie in den 1830er Jahren für zwei Fässer Rum an einen dänischen Kapitän. Die Besitzer wechselten noch mehrere Male bevor die Insel 1953 ein (immer noch privates) Landschaftsschutzgebiet wurde.</p>
<div id="attachment_365" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-365" title="1001-03" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1001-03.jpg?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Dampf</p></div>
<p>Das Interessante an White Island ist die karge Mondlandschaft, die hydrothermale Aktivität und die riesigen Dampfschlote, und natürlich die gelegentlichen Vulkanausbrüche. Oft steigen Gase und Asche so hoch dass man sie an klaren Tagen vom Ufer aus sehen kann. Überall sind Krater und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fumarole">Fumarolen</a> die zischen und blubbern und täglich hunderte, wenn nicht tausende Tonnen Gase ausscheiden (Wasserdampf, Kohlendioxid, Schwefeldioxid, Chlor, Fluor und so weiter.) Es alles ein ziemliches Spektakel, und ja doch, es riecht.</p>
<p>Es überrascht wenig dass im Innern des Kraters so gut wie gar nichts wächst. Eher schon finde ich es erstaunlich dass es auf der Insel überhaupt Vegetation gibt, doch auf der Aussenseite wachsen Büsche und sogar ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/P%C5%8Dhutukawa">Pohukutawawald</a>. Ausserdem gibt es alle möglichen Vögel, unter anderen eine Kolonie von Tölpeln (hier Witz einfügen).</p>
<div id="attachment_366" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-366" title="1001-04" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1001-04.jpg?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Mehr Dampf</p></div>
<p>Noch faszinierender ist die Tatsache das einmal Menschen auf White Island gelebt haben. Das ist sogar für die herzhaften Kiwis eine ziemliche Leistung. 1885 fingen die damaligen Besitzer der Insel an, Schwefel für Düngemittel und Schwefelerz abzubauen. Dieses Unternehmen wurde nach nur einem Jahr von einem Vulkanausbruch jäh gestoppt, aber die Betreiber liessen sich davon nicht abschrecken und nahmen den Betrieb 1898 wieder auf. Die Arbeit wurde 1914 wiederum unterbrochen als ein Teil der Kraterwand einbrach und die Schlammlawine 12 Arbeitern das Leben kostete und die Fabrik verschüttete. Trotzdem dachte man auch nach dieser Katastrophe immer noch dass Schwefelabbau hier eine gute Idee sei und so ging man 1923 erneut an die Arbeit. Was schliesslich der Schwefelmine den Garaus gab war keine Naturkatastrophe sondern eine von Menschen gemachte, genauer gesagt, die Weltwirtschaftskrise und der daraus resultierend Bankrott. 1933 gab man endgültig auf, und heute sind nur noch die fotogenen, von den Gasen zerfressenen Überreste der zerfallenen Fabrik zu sehen.</p>
<h3>In my homeland, Baden Württemberg, <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,673978,00.html">we are all sitting in one boat</a></h3>
<p>Wie bereits erwähnt ist White Island in Privatbesitz, und um auf die Insel zu kommen muss man eine Tour mit einem der wenigen lizensierten Tourunternehmer machen. Trotz dieser Einschränkung besuchen jährlich über 10.000 Menschen die Insel per Boot oder Helikopter.</p>
<p>Wir beschlossen eine <a href="http://www.whiteisland.co.nz/">Bootstour</a> zu unternehmen. Nach meinen <a title="Januar-Juni 2009" href="http://sibyllenz.wordpress.com/2009/06/30/januar-juni-2009/">jüngsten Nahtoderfahrungen</a> mit kleinen Booten auf stürmischer See fand ich das sehr mutig von mir. Allerdings hatte ich anders als letztes Mal eine Dosis Antihistamine in mir und so machte das ganze sogar Spass. Wir kamen mehrmals ganz nahe mit Delfinen in Kontakt und ich habe eine ganze Serie sehr unscharfer Fotos als Beweis.</p>
<div id="attachment_367" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-367" title="1001-05" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1001-05.jpg?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Giftgelbe Schwefelablagerungen</p></div>
<p>Während man auf der Insel ist kann es jederzeit zu einem Vulkanausbruch oder dem Kollaps einer Kraterwand in Folge eines Erdbebens kommen. In Neuseeland wird vulkanische Aktivität auf einer Skala von 0 bis 5 klassifiziert. White Island ist zur Zeit auf Alarmstufe 1 (&#8220;Zeichen vulkanischer Unruhe&#8221;), doch unser Führer versicherte uns fröhlich dass eigentlich Alarmstufe 2 oder sogar 3 angemessener wären. Man kriegt einen Helm den man während des Besuchs tragen muss, und eine Gasmaske, die zum Glück nicht vorgeschrieben ist. Dass einem so ein Helm in Falle eines Vulkanausbruchs wirklich helfen würde wage ich mal zu bezweifeln. Aber die leuchtenden Signalfarben machen sich gut auf Fotos.</p>
<p>Ein Aufenthalt auf White Island ist ein Rundumangriff auf die Sinne: Das Zischen und Paffen der Dampfschlote, die unwirklichen knallgelben Schwefelkristalle und der giftgrüne Hexenkessel des Kratersees, der starke und oft beissende Geruch nach faulen Eiern, und die nicht-von-dieser-Welt Erfahrung einer so kargen, kahlen Umgebung die nicht nur seltsam schön ist sondern einen auch jeden Moment umbringen könnte. Anders ausgedrückt, ein Heidenspass den ich wärmstens empfehlen kann.</p>
<h3>Mittsommernachtsalptraum</h3>
<div id="attachment_368" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-368" title="1001-06" src="http://sibyllenz.files.wordpress.com/2011/12/1001-06.jpg?w=600" alt=""   /><p class="wp-caption-text">Blick aus unserem Fenster am 16. Januar</p></div>
<p>Denn ich kann es einfach nicht lassen übers Wetter zu reden.</p>
<p>An alle die Ihr dies auf der Nordhalbkugel lest: Bei euch ist es wenigstens im Moment <strong>wirklich</strong> Winter.</p>
<p><strong>3. Januar 2010</strong><br />
Starke Stürme kommen heute abend auch weiterhin auf die Hauptstadt und Teile der unteren Nordinsel nieder, und über Nacht wird Regen einsetzen.</p>
<p><strong>16. Januar 2010</strong></p>
<p>Ungewöhnlich winterliches Wetter hat heute Wellington getroffen, mit starken Windböen die in mehreren Gegenden der Stadt Probleme bereiten. Ein Sprecher des Wetterdienstes sagte dass Böen bis zu 60 km/h aufgezeichnet wurden und es den ganzen Tag über regnete. Das miserable Wetter kam schon gestern als antarktische Winde auf die Südküste einschlugen, die Temperatur auf 14 Grad fiel und Regenschauer durch die Hauptstadt peitschten.</p>
<p><strong>18. Januar 2010</strong><br />
Schlechtes Wetter vereitelte beinahe Prinz Williams Flug von Auckland nach Wellington, als das Air Force Jet um ein Haar nach Ohakea umgeleitet werden musste.</p>
<p><strong>24. Januar 2010</strong><br />
In Wellington herrscht kalter Südwind mit starken Böen in den Hügeln. Gestern fielen wegen starken Nebels alle Flüge von und nach Wellington aus. Um 10:30 Uhr am Samstagmorgen hatte es nur 14 Grad in der Hauptstadt.</p>
<p>(Würden wir unsere Stürmen auch &#8220;Daisy&#8221; und &#8220;Keziban&#8221; nennen wie man es in Deutschland tut, dann wären uns inzwischen die Namen ausgegangen.)</p>
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